Prestigio PER-5062B im Test: Schlanker WiFi-Reader zum fetten Preis

prestigio-per5062b-test-reader
Die Auswahl im Bereich der WiFi-Reader mit Touch-Screen wächst – unter der Bezeichnung „PER-5062B“ bietet nun auch Prestigio ein 6-Zoll-Gerät an, mit dem man online E-Books shoppen kann. Wie bei Thalias Oyo wurde dabei für das Display nicht auf klassisches E-Ink, sondern auf SiPix-Technologie gesetzt. Dank MP3-Feature kann man den PER-5062B auch als Hörbuch-Player nutzen. Mit einem Preis von 250 Euro liegt Prestigios neuer Reader allerdings deutlich über vergleichbaren Geräten. Geliefert wird das Gerät mit USB-Kabel, Kopfhörer sowie einer Schutzhülle.

“Wahrscheinlich der schmalste Reader der Welt“

Als „the world’s probably slimmest“ wird Prestigios neuer E-Reader beworben, und tatsächlich ist das 6-Zoll-Gerät mit 240 Gramm nicht nur sehr leicht, sondern mit 8 Millimetern auch ziemlich schmal. Und noch eine Besonderheit fällt auf: Neben Thalias Oyo ist der PER 5062B eines der ersten Geräte auf dem deutschen Markt, das mit einem SiPix-Display ausgeliefert wird, einer E-Paper-Technologie, die ähnlich funktioniert wie E-Ink. Dank WiFi-Schnittstelle kann man E-Books drahtlos auf das Gerät bringen, auf den Komfort eines E-Stores wie bei Oyo, Kindle oder LumiRead muss man dabei allerdings verzichten. Ein integrierter Browser ermöglicht aber den Download von Lesestoff über die Online-Portale kommerzieller Anbieter. Neben der WiFi-Schnittstelle gibt es den üblichen Mikro-USB-Port, einen Einschub für SD-Karten sowie eine Kopfhörerbuchse. Musik hören kann man aber auch ohne Kopfhörer: der Prestigio PER-5062B hat an der Unterkante externe Lautsprecher.

prestigio-test-e-reader

Ghosting-Effekte: Das Display ist ein Schwachpunkt

Die Bedienung ist dank kapazitivem Touch-Screen sehr komfortabel – nicht nur das Umblättern, sondern auch die Navigation in den Menüs klappt problemlos mit dem Finger. Allerdings muss man im Vergleich mit Touch-Screens auf Tablets und Smartphones mit einer gewissen Verzögerung bei der Eingabe rechnen. Abstriche muss man auch bei der Qualität der Darstellung auf dem Display machen. Zum einen ist der Kontrast nur auf dem eher mittelmäßigen Niveau des Oyo-Readers, zum anderen werden auch die einzelnen Buchstaben nicht ganz sauber dargestellt. Bei Abbildungen kommt es zum „Ghosting“, d.h. man erkennt noch Spuren der zuvor dargestellten Seite. Andere Geräte mit derselben Auflösung von 600x800 Pixel bei 16 Graustufen liefern ein deutlich besseres Seitenbild. Die Geschwindigkeit der Seitenwechsel wiederum kann sich durchaus mit aktuellen E-Readern anderer Hersteller messen.

prestigio-per5062b-testbericht

Per Fingertipp im Wörterbuch nachschlagen

Die Standardformate epub wie auch PDF öffnet der Prestigio PER-5062B problemos, egal ob mit oder ohne Adobe-DRM. Dank Reflow-Funktion werden auch PDF-Seiten so umgebrochen, dass man sie bequem lesen kann. Wer möchte, kann parallel zur Lektüre Musik hören – die MP3-Abspielfunktion läuft nämlich auch im Hintergrund weiter, wenn man zurück zur Buchansicht wechselt. Die wichtigsten Funktionen kann man über die Tasten unter dem Display anwählen, etwa vorwärts/rückwärts blättern, Textzoom und Lautstärke. Vor allem das Umblättern klappt so auch beim einhändigen Lesen. Mit der Menütaste ruft man die jeweils verfügbaren Funktionen auf, bei der Buchansicht u.a. das Schreiben bzw. Aufrufen von Anmerkungen und das Setzen von Lesezeichen. Ein sehr nützliches Feature ist auch das Wörterbuch: Per Fingertipp lassen sich im englischen Lexikon unbekannte Worte nachschlagen.

test-prestigio-per5062b-ereader

Prestigios Reader dürfte es in Deutschland schwer haben

Direkt vom Hauptmenü aus lässt sich der integrierte Webbrowser aufrufen. Mit ihm kann man eine Google-Suche starten, auf der mobilen Wikipedia vorbeischauen oder bei den einschlägigen Portalen E-Books herunterladen. Besonders attraktiv ist das „Surfen“ auf dem monochromen 6-Zoll-Touch-Screen nicht. Auch bei der Eingabe von Daten über die träge reagierende virtuelle Tastatur kommt keine Freude auf. Insgesamt bietet sich ein zwiespältiges Bild: Der Prestigio PER-5062B kann vieles genauso gut wie andere aktuelle E-Reader, rangiert bei der Display-Qualität eher im Mittelfeld, mit einem Preis von 250 Euro dagegen in der Spitzenkategorie. Mehr oder weniger dieselbe Leistung (abgesehen vom integrierten E-Store) bietet Thalias Oyo für 110 Euro weniger, der LumiRead von Libri für 70 Euro weniger. In dieser Kombination dürfte Prestigios Lesegerät es schwer haben, in Deutschland viele Käufer zu finden.

Prestigio PER-5062B Specs


Display

6 Zoll SiPix Touch-Screen,
600x800 Pixel (16 Graustufen)

Betriebssystem

Linux

Schnittstellen

USB, WLAN

Prozessor

Samsung S3C2416 (900 MHZ)

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar durch Mikro-SD-Karte (max. 32 GB)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF, Mobi, HTML, txt, etc.

Audio-Features

MP3-Player, 3,5 mm Kopfhörerbuchse, externe Lautsprecher

Preis

249 Euro (E-Book-News)

Überraschungscoup auf der CEBIT: Asus stellt 9-Zoll-Reader mit WLAN & Touch-Screen vor

asus-e-900-ereader.gifMit dem DR-900 hat Asustek auf der CEBIT einen 9-Zoll-Reader vorgestellt, der E-Ink und Touch-Screen kombiniert. Das Gerät kommt in der Standardausführung mit WLAN-Karte, ist aber grundsätzlich auch UMTS-fähig. Die Akkuleistung soll für bis zu 10.000 Seitenwechsel reichen. Marktstart ist im Sommer, der Preis steht offenbar noch nicht fest.

Mobile Computing auf dem Weg vom Eee-PC zum E-Reader


Überraschungscoup auf der CEBIT: erst im Januar waren Bilder von Asusteks DR-950 im Netz aufgetaucht – über das Flickr-Account der britischen Asus-Niederlassung. Das taiwanesische Unternehmen hat bereits einen guten Namen im Bereich Mobile Computing – vor allem durch die Eee-PC-Netbooks. Technik von Asus steckt zudem auch in vielen Apple-Gadgets vom iPod bis zum MacBook. Doch das Markt-Potential elektronischer Lesegeräte ist offenbar auch für diesen Hersteller äußerst verlockend. Ob man in Hannover bereits die ersten Reader in natura sehen würde, war vorab allerdings unklar gewesen. Nun hat Ausustek auf der weltgrößten Computermesse mit dem DR-900 ein Gerät enthüllt, dass sich zumindest rein äußerlich vom DR-950 nicht unterscheidet.

Das E-Ink-Display kommt nicht von E-Ink Corp.


Erster Eindruck: Die Kombination von E-Ink und Touch-Screen scheint bei diesem Reader ganz gut gelungen zu sein – die Reaktionszeit ist zwar etwas langsamer als bei vergleichbaren Geräten, der Kontrast ist dagegen sehr gut. Umgeblättert wird ähnlich wie beim iPhone mit einer Fingerbewegung auf dem Touch-Screen. Mit dem Finger kann man zudem auch Anstreichungen in Texten vornehmen. Das E-Ink-Display kommt beim DR-900 übrigens nicht von E-Ink Corp., sondern vom Konkurrenten SiPix. Ein Name, der in Zukunft öfter fallen dürfte. So wird etwa auch der im Mai startende Orizon von Bookeen ein Sipix-Display haben. Von der Leistung her erinnert der DR-900 an Amazons Kindle – vier Tage Akkulaufzeit mit WLAN, zwei Wochen Akkulaufzeit ohne WLAn klingt auf jeden Fall nicht schlecht. Mit 530 Gramm liegt der 9-Zoll-Reader vom Gewicht her ziemlich nah am großen Kindle DX (536 Gramm). Doch WLAN plus Touch-Screen hin oder her: Ein Surf-Tablett in Schwarz-Weiß wie der Onyx Boox ist der DR-900 nicht, denn auf einen Browser hat Asus verzichetet. Immerhin bleibt man durch den mitgelieferten RSS-Reader einigermaßen auf dem Laufenden.

Marktstart in Deutschland schon im Herbst 2010?


Wie Asus gegenüber PC World erklärte, steht der Verkaufspreis bisher noch nicht fest, unklar ist auch noch, wann das Gerät in den USA und Europa verfügbar sein wird. Golem.de will aber auf der CEBIT erfahren haben, dass der DR-900 im Herbst in Deutschland an den start geht. Nach Angaben von Asustek-Chef Jerry Shen ist der Marktstart in Asien für den Monat Juni geplant, anlässslich der Computex-Elektronikmesse in Taipei. Im Moment wird dort offenbar mit Content-Providern verhandelt, um den DR-900 drahtlos mit genügend Lesestoff zu versorgen.

Specs:

  • Display: 9-inch SiPix E-Paper display, Auflösung 1024 x 768 mit 150ppi, 16 Graustufen
  • Maße: 222 x 161 x 9mm, Gewicht: 530g
  • Speicher: 4GB internal sowie SD Card slot
  • Akkuleistung: Bis zu 4 Tage Wi-Fi enabled; bis zu 2 Wochen Wi-Fi disabled
  • Netzwerk: WLAN 802.11g und/oder optional 3.5G HSDPA
  • Anschlüsse: microUSB 2.0, 3.5mm Stereo Audio, sowie eingebaute Stereo-Lautsprecher
  • Unterstützte Formate: PDF, TXT, Audible, MP3, ePub, HTML JPEG, GIF, PNG, BMP
  • Zubehör: Netzkabel, USB 2.0 Kabel, Akku, Schutzhülle
  • Ladezeit: 3,5 Stunden für volle Akkuleistung