Tolino launcht „Media Services“: Profis machen Indie-Titel marktfit

tolino-media-servicesTolino baut den Service für Self-Publisher aus: ab August erhalten AutorInnen Unterstützung von einem Team von Verlagsprofis, um auf diesem Weg ihre E-Book-Manuskripte vor der Veröffentlichung auf der Tolino-Plattform marktfit zu machen. „Sie teilen uns unverbindlich Ihre Wünsche mit und das Team von medialike erstellt Ihnen ein faires Angebot“, heißt es auf der Tolino Media-Website.

Services rund um E-Book & Print-On-Demand

Medialike ist eine Münchner Online-Marketing-Agentur, zu deren Angebot neben Social Media und Website-Gestaltung auch Self-Publishing-Dienstleistungen gehören. Auch die Angebotspalette der Tolino Media Services ist dementsprechend breit gefächert, sie reicht laut Website von Textgutachten und Lektorat über Satz & Layout bis hin zur Covergestaltung, neben E-Book-Gestaltung wird auch Print-On-Demand abgedeckt, dazu kommt die Beratung und Hilfestellung beim Marketing via Social Media, Blog etc.

Self-Publisher investieren in ihre Werke

Damit stößt der Hauptkonkurrent von Kindle Direct Publishing (KDP) in eine Lücke zwischen klassischem Verlagsgeschäft – das inzwischen auch Amazon mit seinen Imprints betreibt – und komplett selbst gemachtem Indie-Publishing. Da immer mehr Self-Publisher bereit sind, für entsprechende Dienstleistungen rund um ihr Buch auch einiges an Geld zu investieren, könnte sich dieser Schritt durchaus lohnen. Tolinos Self-Publishing-Plattform ist seit Ende April online, mehr als 400 Autoren sind dort bereits aktiv.

Abb.: Charli Lopez (cc-by-2.0)

Self-Publishing via Tolino Media: langer Marsch in die Top 100

tolino-media-erste-bilanzVor knapp acht Wochen ging Tolinos Antwort auf Amazons Klassiker KDP an den Start – inzwischen konnte man dem Kindle-Store-Herausforderer zufolge bereits mehr 400 Autoren für die neue Self-Publishing-Plattform gewinnen, insgesamt wurden mehr als 1.000 Titel hochgeladen. Die Rückmeldungen der Indie-Autoren sei sehr gut, auch wirtschaftlich falle das Zwischenfazit positiv aus, die Umsatzerwartungen seien übertroffen worden.

Elke Becker exklusiv bei Tolino

Fünf Autorinnen und Autoren haben es laut Tolino Media bereits geschafft, gute Platzierungen in den Top 100 der Partner-Shops zu erreichen: BC Schiller, Sarah Mundt, Dania Dicken, Petra Röder und Elke Becker. Letztere Autorin habe sich nun sogar entschlossen, ihren aktuellen Titel „Wenn Amor nicht zuhört“ exklusiv via Tolino zu veröffentlichen.

Fast keine Indies in den Top 20

Um das neue Angebot zu bewerben, haben die Tolino-Partner die Self-Publishing-Titel auf ihren Webseiten als eigene Rubriken aufgeführt und auch Bannerwerbung und Newsletter-Kampagnen eingesetzt. Schaut man in die besonders verkaufstarken Top 20 von Thalia, Weltbild oder ebook.de, entdeckt man aber bis auf B.C. Schiller (Thalia, ebook.de) und Sarah Mundt (ebook.de) keine weiteren Tolino-Autoren, allerdings vereinzelt via BookRix veröffentlichte Indies.

Tolino will auch stationäre Reichweite bieten

Bisher scheinen also die mehr als 10 Millionen Leser der Tolino-Welt offenbar noch die zumeist deutlich teureren Autoren der traditionellen Verlage zu bevorzugen. Für manche Indies dürfte sich die Teilnahme an Tolinos Self-Publishing-Programm mittelfristig aber sogar doppelt lohnen: ab Herbst, so Tolino Media, wolle man „ausgewählte Titel als Print-Ausgaben in das stationäre Sortiment der tolino-Partner bringen“.

Hamster mit Schluckauf: Tolinos Self-Publishing-Plattform ist online

tolino-self-publishing„Blut der Bäume“, „Engelslust“, „Der Hamster hat Schluckauf“: seit heute sind auf tolino-media.de die ersten Indie-Titel online – und über die E-Stores von Thalia, Weltbild, eBook.de sowie viele Partner-Shops lieferbar. Die neue Self-Publishing-Plattform der Tolino-Allianz erlaubt Selbstverlegern das einfache Hochladen, Bearbeiten und Veröffentlichen von E-Books im epub-Format, die Technologie im Hintergrund liefert neobooks (Droemer/Knaur). Der Manuskript-Upload funktioniert mit Word-Dokumenten wie auch epub-Dateien, die Cover müssen als jpeg formatiert sein.

Ernsthafte Konkurrenz für KDP?

Zu den Tolino-PublisherInnen der ersten Stunde gehören prominente AutorInnen wie Elke Bergsma, Bela Bolten, Daniela Felbermayr oder Nika Lubitsch (E-Book-News-Lesern als Gäste der Indie-Lounge bekannt). Mit dem Start der neuen Self-Publishing-Plattform der Tolino-Allianz bekommt Amazons Kindle Direct Publishing (KDP) erstmals ernsthafte Konkurrenz aus Deutschland, in punkto Marktanteil bei E-Books liefern sich Tolino-Allianz und der Kindle Store schon jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Bisher war Distributor notwendig

Bisher waren Self-Publishing-AutorInnen jedoch auf einen Distributor angewiesen, um via Tolino zu publizieren, manche beschränkten sich von vornherein auf KDP. Das hat sich nun geändert: „Mit der großen Reichweite des tolino Ökosystems und attraktiven Konditionen – die Autoren erhalten 70% vom Nettoverkaufspreis – sind wir ein interessanter Partner für alle, die ihre digitalen Bücher selbst veröffentlichen möchten“, so Thomas Forstpointner, Director tolino Publishing.

Buchhandel als Option für erfolgreiche Autoren

Ein besonderer Vorteil gegenüber Amazons KDP sei zudem die Zusammenarbeit mit neobooks, so Forstpointner weiter: „Besonders erfolgreichen Autoren bieten wir die Chance, ihre Titel in den Buchhandel zu bringen“. Mit der zusätzlichen Chance auf einen Verlagsvertrag schlägt die von Droemer Knaur gelaunchte Self-Publishing-Plattform neobooks bereits seit 2010 die Brücke zwischen traditionellem Verlagsgeschäft und Indie-Publishing.

[Indie-Lounge] „Schaffe ein gutes Produkt, & hoffe dass es funktioniert“ – Annie Stone im Interview

Annie-Stone-Indie-Lounge-Interview-ArtikelHeute zu Gast in der Indie-Lounge: Annie Stone. Die studierte Politikwissenschaftlerin hat vor ihrer ersten Veröffentlichung nicht im Traum daran gedacht, dass jemand ihre Geschichte lesen würde. Dann hat sie der Erfolg ihrer Serie „She flies with her own wings“ regelrecht umgehauen. Vier Wochen nach Veröffentlichung ihres ersten Buchs hat sie kurzerhand ihre bisherige Karriere und den Job an den Nagel gehängt, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sehr mutig – doch 150.000 verkaufte E-Books, Rang Eins in Amazons Kindle Shop und eine besondere Platzierung beim Lovelybooks Award 2014 zeigen, dass die Entscheidung so falsch nicht war.


„Als ich fünf war, entstand meine erste Geschichte“


Klaus Seibel: Annie, dein allererstes Buch ist schon entstanden, bevor du schreiben konntest. Wie ist das möglich?

Annie Stone: Lesen und Schreiben sind die beiden Leidenschaften, die mir mein Vater mitgegeben hat. Schon von klein auf wurden meine Schwester und ich unterstützt, unserer Fantasie freien Lauf zu lassen. Als ich fünf war, habe ich eine Geschichte erfunden, die meine Mutter für mich auf dem Computer abgetippt und ausgedruckt hat. Sie hat sie dann als kleines Buch binden lassen mit freien Seiten, auf denen ich noch Zeichnungen hinzugefügt habe. Die Geschichte hieß Alex & Alexandra, es ging um einen Seefahrer, der nach Hause kam und dort auf seine zukünftige Frau trifft. Das hätte schon immer mein Hinweis sein sollen, welche Art Geschichten ich schreiben kann.

Inzwischen hast du sehr viel veröffentlicht, allein sieben Bücher im letzten Jahr. Wie schaffst du das?

Die ersten fünf Bücher hatte ich schon fertig, bevor ich das erste veröffentlicht habe. Ich war ängstlich, ob ich überhaupt was veröffentlichen soll, daher habe ich erst mal geschrieben und geschrieben. Ich glaube, das war auch eine ganz gute Taktik, denn so konnte ich meine vierteilige Reihe in kurzen Abständen veröffentlichen und im Gespräch bleiben.

Gleichzeitig hast du noch einen Blogroman „Kiss the frog to get the prince“. Was darf man sich darunter vorstellen?

Das ist so eine Art Fortsetzungsroman, wie es sie früher in der Zeitung gab. Ich schreibe einmal in der Woche eine „Episode“ und poste sie auf meinem Blog. Jeden Donnerstag um 20 Uhr gibt es den neusten Teil. Ich schreibe zwischen 1000 und 2000 Wörter. Es ist eine Art Experiment für mich. Die Art und Weise, wie ich schreibe, ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich, weil ich mir vorher kaum Gedanken zur Story mache, sondern einfach alles passieren lasse. Die Arbeit am Blogroman zwingt mich dazu, mir vorher Gedanken zu machen, weil ich den Anfang nicht mehr ändern kann, wenn mir später was anderes einfällt.

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„Englische Buch-Titel sind prägnanter“


Und dann gibt es auch noch ein Bad Boys Magazin. Was ist denn das und wozu ist das gut?

Als meine Reihe zu Ende war, habe ich jede Menge Zuschriften bekommen von Leser*innen, die darum gebeten haben, die Reihe fortzusetzen und zu erzählen, was mit meinen Protagonisten weiter passiert. Daher habe ich drei Bonuskapitel geschrieben, die ich kostenlos auf meinem Blog veröffentlicht habe. Für den dritten Teil (der zu Weihnachten herauskam) habe ich mir als besonderes Geschenk überlegt, dass ich ihn in Magazinform rausbringe. Es ist nicht nur das letzte Bonuskapitel enthalten, sondern auch ein Interview, Szenen aus Sicht der männlichen Protagonisten, Rezepte, die im Buch vorkamen von Laura Griese, einer Köchin aus Hannover, und ein Bericht zur Bareröffnung, die im Buch nicht mehr vorkommt, aber angedeutet wird.

Bei dir fällt auf, dass nicht nur dein Pseudonym englisch ist, sondern auch deine ganzen Buchtitel. Wie bist du darauf gekommen, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen?

Die Protagonistin meines ersten Buches, Emma, ist Autorin und hat ein Tattoo mit dem Spruch Writing her own story. Ich hätte es nicht passend gefunden, einen deutschen Spruch zu nehmen, weil die Geschichte in den USA spielt. Außerdem finde ich, dass Englisch manchmal prägnanter ist. Auf Deutsch hätte der Titel komisch geklungen: Ihre eigene Geschichte schreiben. Und dann hat Thea, die Protagonistin meiner Reihe, auch ein Tattoo She flies with her own wings. Ein bisschen unbeabsichtigt ergab sich da ein Muster. Daher habe ich die englischen Titel beibehalten.

Es ist nicht leicht, in die Top 100 aufzusteigen. Welche Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Ich glaube, es sind drei Dinge. Erstens hat eine Facebookseite mit 30.000 Fans mein Buch empfohlen, zweitens ist das Thema meiner Serie kontrovers. Es geht um Polyamorie, um eine Frau und drei Männer. Ein Thema, das zu Diskussion anregt und die Leser*innen verleitet, sich ein eigenes Bild machen zu wollen, ist hilfreich. Drittens hilft es, auf sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Damit meine ich nicht, in jeder Gruppe sein Buch anzupreisen, sondern einfach nett zu sein, Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen.

Du hast es sogar bis auf Platz 1 bei Amazon geschafft. Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Grunde hat sich alles und nichts geändert. Ich habe schon relativ früh meinen Job gekündigt und mich dem Schreiben gewidmet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich zwei Wochen nach Erscheinen des zweiten Buches gekündigt, das war vier Wochen nach Veröffentlichung des ersten Buches. Seit Juni (mein erstes Buch ist Mitte März erschienen) bin ich Vollzeit als Autorin tätig. Positiv ist, dass ich jetzt nur noch das tue, was ich wirklich mag, ich kann mir meinen Tag einteilen, wie ich möchte. Negativ ist, dass ich alleine in meiner Wohnung sitze und es tausend Sachen gibt, die ich auch tun könnte. Fenster putzen oder Wäsche bügeln. Oder so. Manchmal fällt es schwer, sich selbst zu motivieren, aber so lange ich meine selbstgesteckten Deadlines einhalte, ist alles okay. Natürlich kann ich jetzt im Nachthemd arbeiten, was mir sehr entgegen kommt.
Was sich wirklich geändert hat, ist die Tatsache, dass ich endlich viel reisen kann, denn schreiben kann man überall. Das ist großartig!


„Auch negatives Feedback ist hilfreich für mich“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich würde mich nicht als besonders gute Autorin bezeichnen, aber was mir hilft, sind Anregungen von Leser*innen, vor allem negatives Feedback. Ich würde zwar nie eine schon veröffentlichte Geschichte ändern (abgesehen von Rechtschreibfehlern etc.), aber ich nehme Anregungen für kommende Romane auf. Ansonsten lese ich sehr viel und ich glaube, dass es jeder Autor*in nur gut tut, wenn sie sich Anregungen in „Best practice“-Beispielen sucht. Kurse und Co. habe ich bisher nicht besucht, aber im Grunde bin ich ja auch erst am Anfang meines Autorendaseins. Diese Möglichkeiten stehen mir ja immer noch offen.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu alles dafür, dass du ein sehr gutes Produkt hast. Und dann spring und hoffe, dass es funktioniert. Ich denke, uns allen fehlt manchmal der Glaube an uns selbst, ob wir das erste Buch veröffentlichen oder das zehnte. Aber manchmal muss man mutig sein und seine Ängste überwinden.

Du arbeitest zusammen mit epubli. Kannst du uns kurz erklären, was epubli für dich tut und warum du dich für diese Zusammenarbeit entschieden hast.

Ich habe mich damals für epubli entschieden, weil sie für mich sowohl das beste Angebot hatten, als auch der Kontakt von Anfang an super war. Weil es sich ganz gut verkauft hat, hat sich epubli mit mir in Verbindung gesetzt, um gemeinsame Marketingmaßnahmen zu besprechen. Ich hab Leonie Langer und epubli in Berlin besucht, wir standen das ganze letzte Jahr in Kontakt, wenn ich Fragen habe, habe ich eine kompetente Ansprechpartnerin. Als erstes ist daraus ein Podiumsgespräch auf der Leipziger Buchmesse entstanden und in der Folge viele weitere Termine. Epubli hat mir Türen geöffnet, die für mich alleine immer geschlossen wären.


„Indie-Autoren müssen sich gegenseitig unterstützen“


Wenn du drei Wünsche frei hättest, was das Schreiben betrifft, was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass mich die Muse immer küsst, sodass ich auch die kommenden Jahre noch Ideen für Bücher habe und das Durchhaltevermögen, diese auch zu schreiben. Das war mein egoistischer Wunsch. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass wir Indie-Autoren es schaffen, unseren Ruf immer weiter zu verbessern, sodass uns der Buchmarkt nicht mehr belächelt, sondern ernstnimmt. Es sind gewiss schon erste Schritte gemacht, aber ich denke, da liegt noch ein langer Weg vor uns. Als drittes würde ich mir wünschen, dass wir einander stärker unterstützen, uns als Kolleg*innen sehen und nicht so sehr als Konkurrent*innen. Denn Bücher sind ja keine Autos. Eines reicht nicht für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ich würde Writing her own story empfehlen. Mir liegt diese Geschichte besonders am Herzen, einfach weil es mein erstes Baby ist, aber ich glaube auch, dass sie ganz gut zeigt, was ich schreibe.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ende Mai startet meine neue Serie. Es werden jeweils in sich abgeschlossene Romane
über einen Freundeskreis sein. Der erste Teil handelt von Jace und Chrissa. Erste Einblicke gebe ich auf meinem Blog.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Oh, 100 Worte … Ich gehöre ja zu denjenigen, die immer zu viel schreiben. Meine Masterarbeit hatte beinahe doppelt so viele Seiten wie erlaubt, aber ich gebe mein Bestes: Ich danke euch. Viele von euch sind schon beinahe Freund*innen geworden, und das ist das Schönste, was passieren konnte. All die großartigen Menschen, die ich im letzten Jahr getroffen habe, sind das Beste, das mir durch das Schreiben passiert ist. Ich würde keinen von euch missen wollen. Meine Mutter hat immer gesagt, wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Je mehr ich von mir preisgebe, desto mehr öffnet ihr euer Leben und eure Herzen für mich. Und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen. Danke für euer Vertrauen und danke, dass ihr mir ermöglicht, meinen Traum zu leben.
Na gut, 101 Worte ;-)

Annie, herzlichen Dank für deine Antworten. Ich wünsche dir auch, dass dich die Muse noch heftig küsst, und das ist sicher ein Wunsch, den jede Menge deiner Leser und Leserinnen teilen, denn dann kannst du ihnen noch viele Stunden entspannende Unterhaltung schenken.

Wer mehr über Annie wissen möchte, kann sie gerne auf ihrem Blog besuchen und dort eine Menge Interessantes zum Lesen entdecken: http://anniestoneblog.com/

Der Self-Publisher als Objekt der Begierde: ein Buchmesse-Bericht

Selfpublisher werden immer begehrter. Ich war mit den „Lieblingsautoren“ auf der Leipziger Buchmesse unterwegs und konnte den neuen Trend hautnah erleben. Unter dem Logo „Lieblingsautoren“ haben sich herausragende Selfpublisher zu einem Messeauftritt zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie schon sechs Millionen Bücher und E-Books verkauft – und nicht wenige der Leser waren gekommen, um ihre Lieblingsautoren zu treffen. Zeitweise war eine der größten Herausforderungen, überhaupt bis zum Stand vorzudringen, wenn man dort etwas zu tun hatte. Wenn dann noch Poppy J. Anderson mit ihrem „Team Poppy“ (teilweise verkleidet als Football-Spieler und Cheerleader) ihre Standzeiten hatte, gab es in der ganzen Umgebung kein Durchkommen mehr.

Gedränge am Stand

Tolino, Kobo & Co. umwerben die Indies

Das blieb nicht unbemerkt und zog weiteren Besuch an. Die Frankfurter Buchmesse ließ durch einen Vertreter anfragen, ob wir nicht auch zu ihnen kommen wollen, in die begehrte Halle 3.0. Tolino-Media kam ebenfalls und warb um Autoren. Der Grund für ihre neue Plattform wurde dann auch ausdrücklich benannt: ein stetig steigender Strom von Lesern, die sich beklagten, warum sie auf ihrem Reader nicht die Bücher aller Selfpublisher lesen können. Jetzt hat Tolino reagiert und man darf gespannt sein, was ihnen einfällt, um die Autoren zu ihnen zu locken. Die anderen schlafen nämlich auch nicht, die Europamanagerin von Kobo machte persönliche Termine und ganz besonders engagiert zeigte sich Amazon.

Reichhaltige Buchauswahl

„Lieblingsautoren“ zu Gast in Amazons heiligen Hallen

Amazon hatte bereits das Buchexperiment „24 Stunden – 24 Autoren“ großzügig unterstützt und lud am Samstagabend zur Lesung ein. Dazu ging es mit Bussen hinaus aus dem Messetrubel und der Unruhe, die dort oft bei den Lesungen herrscht, hinein in die „heiligen Hallen“ des Fullfilment-Centers am Rand von Leipzig. Dort werden neben dem Versandgeschäft auch die Bücher gedruckt, die man von Selfpublishern bei Amazon bestellen kann. Ein Service, den interessanterweise auch Verlage zunehmend nutzen. (Eine Kuriosität am Rande: Während bei der Besichtigungstour der Autoren hauptsächlich Verlagsbücher gedruckt wurden, durften die Verlagsvertreter einige Tage zuvor erleben, wie unentwegt Bücher von Selfpublishern aus den Maschinen kamen.)

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Self-Publisher erobern Feuilleton der „WELT“

Zur Lesung war in einer Halle ein großer Bereich abgetrennt und eine Bühne aufgebaut, die im Stil eines Hotelzimmers gestaltet war, passend zu dem Buch, dessen Geschichte in einem Berliner Grandhotel spielt. Die Atmosphäre war freundschaftlich locker, und ein üppiges Buffet für alle Besucher zeigte eindrücklich, wie sich auch Amazon um Autoren und Leser bemüht. Dass es Selfpublisher nach diesem Abend sogar bis ins Feuilleton der „WELT“ brachten, ist ein weiteres Zeichen, dass sich die Zeiten geändert haben.

Nimm das, KDP: Tolino Allianz startet eigenes Self-Publishing-Portal

tolino-self-publishingIt’s Self-Publishing, stupid! Die Gran Tolino-Koalition zeigt sich lernfähig: sieben Jahre nach dem Start von Amazons „Kindle Direct Publishing“ will nun auch die E-Reading-Allianz von Thalia, Weltbild, Libri & Co. ein eigenes Portal für selbst verlegte elektronische Bücher starten. Indie-Autoren können ab April 2015 dort ihre E-Books direkt hochladen, entweder im epub- oder im Word-Format, und in einem Online-Editor bearbeiten, als Tantieme winken 70 Prozent der Nettoerlöse. Das berichtete heute Matthias Matting auf seinem Blog selfpublisher-bibel. Offiziell vorgestellt wird das neue Modell auf der Leipziger Buchmesse.

Indies bei Tolino-Allianz bisher kaum präsent

Prinzipiell ändert sich für Self-Publisher selbst gar nicht viel – denn schon bisher wurde die Tolino-Plattform durch Distributoren mit Indie-Titeln versorgt, die bei unabhängigen Self-Publishing-Portalen hochgeladen wurden. Für die Branche insgesamt ergibt sich durchaus eine neue Lage: denn schon bisher lieferten sich Amazon und die Tolino Allianz ein Kopf-an-Kop-Rennen um Marktanteile. Preiswert angebotene Indie-Titel spielten jedoch in den Shops von Thalia, Weltbild & Co. kaum eine Rolle, wie ein Blick auf die Bestseller-Rankings zeigt. Das könnte in Zukunft anders werden – und die strategische Position der deutschen Buchhändler stärken.

Print-Option soll stationären Buchhandel einbinden

Das neue Tolino-Portal soll laut selfpublisher-bibel technisch auf bereits existierenden Ansätzen beruhen (epubli?, Neobooks?), wie ein Blick auf eine online ausgeschriebene Stellenanzeige (Projektleiter Self-Publishing tolino Media) verrät, ist neben Social-Media-Aktivitäten auch der Aufbau einer eigenen Autoren-Community geplant. Ähnlich wie bei manchen Selfpublishing-Verlagsportalen ist auch eine Print-Option vorgesehen: besonders erfolgreiche Indie-Autoren erhalten die Chance, ihr Buch in Papierform in eine von 1.500 Partnerbuchhandlungen zu bringen.

„Bei 95.000 Neuerscheinungen pro Jahr ist Marketing unerlässlich“ – Britta Stapelbroek (Ruckzuckbuch) im Interview

Ruckzuckbuch - Britta-Stapelbroek_RuckzuckbuchQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Britta Stapelbroek, Kundenservice-Leiterin von Ruckzuckbuch (Monsenstein und Vannerdat). Unter dem Motto „Ihr Buch in guten Händen“ hat sich die Print-On-Demand und E-Book-Sparte des Münsteraner Verlagshauses auf Publikationsdienstleistungen für Self-Publishing-Autoren spezialisiert.

Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Der Markt vergrößert sich und die Zahl der verlagsunabhängig publizierten Titel steigt. Möchte man sich als Self-Publisher am Markt behaupten, so sollte man sich professionalisieren, soweit es einem möglich ist. Ein gut gemachtes Cover weckt Neugierde, fehlerfreie Texte sorgen für ungetrübten Lesegenuss, optimierte Metadaten machen das Buch auffindbar etc. Das ist alles nichts Neues, rückt aber in Zeiten steigender Titelzahlen wieder in den Fokus.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Das ist natürlich von den Fähigkeiten des jeweiligen Self-Publishers abhängig. Der eine schreibt fehlerfreie Texte, die außerdem keines Lektorats bedürfen, steht aber beim Thema Satz und Layout wie der Ochs vorm Berg, der andere gestaltet PDF-Dateien zum Niederknien, vergisst aber jedes zweite Komma. Hier gilt es für jeden Self-Publisher, herauszufinden und sich auch einzugestehen, wo professionelle Hilfe angebracht ist. Hat man dann den Anspruch, ein gutes Produkt zu kreieren, sollte man sich diese dazuholen. Wer nur vereinzelt Hilfe braucht, bekommt bei Ruckzuckbuch unter Self-Publishing-Tools.de alle verfügbaren Dienstleistungen rund um die Buchveröffentlichung in Eigenregie, auch als einzeln buchbare Angebote. Manuskriptberatung, Lektorat und Satz sowie Umschlaggestaltung, Druck, E-Book-Konvertierung und vieles mehr können völlig unabhängig voneinander und ohne weitere Verpflichtungen kombiniert und gebucht werden.
Auch in Bereichen, die in der Buchbranche sehr standardisiert sind (etwa Vertrieb und Auslieferung), kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung zu suchen, wenn man selbst nicht in der Lage ist, diesen Standards zu entsprechen.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Der deutsche Buchhandel verzeichnet um die 95.000 Neuerscheinungen pro Jahr, das sind 260 Bücher am Tag. Marketing ist also unerlässlich, da steht der Self-Publisher nicht allein da, das gilt genauso für Verlagsautoren, denn auch hier ist nicht jede/r eine Nele Neuhaus oder ein Ken Follett, und erhält als Spitzenautor die volle Aufmerksamkeit der verlagseigenen Marketingabteilung. Es ist also Eigeninitiative gefordert. Wie die für den eigenen Titel oder die eigene Markenbildung aussieht, muss jeder Autor für sich selbst herausfinden. Wichtig dabei sind eine gute Selbsteinschätzung, Fleiß und natürlich immer ein Quäntchen Glück.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Gerade der Sortimentsbuchhandel ist ein Bereich, der sehr standardisierte Abläufe kennt. Wollen Self-Publisher ihre Bücher in den stationären Handel bringen, sollten sie sich mit den Gepflogenheiten vertraut machen, so steigen die Chancen, von Händlern ernst genommen zu werden. Sicherlich ist es sinnvoll, klein anzufangen und sich an den lokalen Buchhandel zu wenden, bevor man den Zentraleinkauf von Hugendubel anruft.
Self-Publisher können natürlich auch einen Dienstleister für die Distribution der eigenen Titel nutzen. Der Anschluss an das Barsortiment und die flächendeckenden Vertriebsmöglichkeiten sind ein großer Vorteil, der dafür sorgt, dass die Titel für den gesamten deutschsprachigen Buchhandel verfügbar sind.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Für uns Dienstleister ändert sich nicht viel. Zwar müssen wir unseren Autoren zu möglichst vielen Modellen die Türen öffnen und die teils hochabstrakten Abrechnungsmodelle erklären – grundsätzlich aber geht es für uns weiterhin darum, technisch hochwertige E-Books zur Verfügung zu stellen. Das können wir stets auf dem letzten technischen Stand dank unseres Partners readbox, einem der führenden Unternehmen im Bereich Digitalpublishing. Auch alle neuen Trends und Möglichkeiten rund um Flatrates, E-Book-Abos, Preisaktionen und vieles andere bilden wir für unsere Autoren so bestmöglich ab.
Durch Flatrate Angebote kann sich die Reichweite für Self-Publisher deutlich erhöhen: Viele Autoren, die ihre Titel beispielsweise über Amazons Kindle Unlimited E-Book Flatrate anbieten, berichten von steigenden Leserzahlen – einhergehend damit sinken aufgrund der unterschiedlichen Abrechnung jedoch die Einnahmen. Hier muss man also abwägen: Um den Bekanntheitsgrad anfangs zu steigern und vielleicht auch solche Leser zu erreichen, die nicht gezielt nach einem Buch suchen, kann die Teilnahme an Flatrate-Modellen hilfreich sein, hat man sich bereits am Markt etabliert, lohnt es sich, das Flatrate-Modell für zukünftige Veröffentlichungen noch einmal zu überdenken.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Zum einen möchten wir uns gerne in unserer Heimatstadt Münster vorstellen, wer mag, ist herzlich dazu eingeladen, unser Verlagsgebäude samt angeschlossener Digitaldruckerei und Buchbinderei zu besichtigen.
Wir machen Bücher seit 1999, dabei legen wir viel Wert auf handwerklich gute Produkte. Ab und an wird das belohnt, so ist ein bei uns erschienener Titel – Lyons‘ Jaguar XJ. Ein Vermächtnis in drei Serien – für den German Design Award 2015 nominiert. In unserem Workshop möchten wir daher zeigen, wie eine gute Buchgestaltung funktioniert und was es dabei zu beachten gilt – natürlich nicht nur bei Bildbänden. Wir freuen uns auf alle Teilnehmer!

„Buchhandel sollte flexibler auf Self-Publishing-Trend reagieren“ – Sönke Schulz (tredition) im Interview

Soenke-Schultz-TreditionQuo vadis, Self-Publishing – welche Fähigkeiten muss man mittlerweile als erfolgreicher Autor mitbringen? Wie wichtig ist Marketing? Welche Dienstleistungen überlässt man besser Profis? Diese und weitere Fragen stellen wir im Vorfeld des Self-Publishing Days 2015 den dort präsenten Ausstellern. Heute im Interview: Sönke Schulz, Mitgründer und Geschäftsführer von tredition. Das 2006 gegründete Unternehmen hat sich auf Verlags- und Publikations-Dienstleistungen für Autoren, Verlage und weitere Medienschaffende spezialisiert, insbesondere das Optimieren von Auflagenmanagement, Vertrieb und Abrechnungswesen.

E-Book-News: Self-Publisher müssen viele Dinge beherrschen, die über das bloße Schreiben hinausgehen. Was sind die wichtigsten Qualifikationen, die man im Jahr 2015 mitbringen sollte?

Sönke Schulz: Die wichtigsten Qualifikationen sind aus unserer Sicht die folgenden: Professionalität und hoher Anspruch, Marktkenntnis aufbauen, Marketinggespür und Kommunikationskompetenz, und nicht zuletzt Ausdauer.

  • Professionalität und hoher Anspruch:

Bei stetig steigenden Titelzahlen im Buchmarkt wachsen Konkurrenz und Leseransprüche gleichermaßen. Es ist deshalb unverzichtbar, dass ein Buch inhaltlich überzeugt und konzeptionell und stilistisch anspruchsvoll umgesetzt ist. Dazu gehört ein professionelles Coverdesign ebenso wie ein aussagekräftiger Klappentext und natürlich einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik. Und immer gilt: Nur wer wirklich etwas zu sagen hat, wird auch erhört. Je weniger austauschbar eine Geschichte ist, desto größer die Chance, Aufmerksamkeit zu erlangen und Interesse zu wecken.

  • Marktkenntnis aufbauen:

Wie viele Neuerscheinungen gibt es pro Jahr auf dem Buchmarkt? Welchen Stellenwert hat das e-Book im Umsatzgefüge? Welche Thementrends bilden sich heraus? Für Self-Publisher ist es wichtiger denn je geworden, sich über die Entwicklungen auf dem Buchmarkt zu informieren und diese in ihren Entscheidungen in Betracht zu ziehen. Wer sich beispielsweise vor Augen führt, dass der Großteil des Buchumsatzes in Deutschland nach wie vor auf gedruckte Bücher entfällt, wird sich vernünftigerweise dagegen entscheiden, sein Buch nur als E-Book zu publizieren.

  • Marketinggespür und Kommunikationskompetenz:

Wer sich Gehör verschaffen will, muss seine Zielgruppe gut kennen und herausfinden, über welche Plattformen diese am besten zu erreichen ist; immer mehrgleisig fahren und so die Auffindbarkeit des eigenen Buches erhöhen (klassische Medien ebenso kontaktieren wie Blogs, soziale Netzwerke nutzen); sukzessive eine Kontaktwelt aufbauen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Autoren bzw. den Meinungsaustausch mit den Lesern suchen.

  • Ausdauer:

Bei über 90.000 Neuerscheinungen pro Jahr in Deutschland ist die Herausforderung, das Leserinteresse auf das eigene Buch zu lenken, enorm. Deshalb gilt für alle Maßnahmen, die Autoren und Dienstleister ergreifen, um ein Buch bekannt zu machen: Nicht frühzeitig die Flinte ins Korn werfen, sondern die Vermarktungsmaßnahmen selbstkritisch hinterfragen, neue Ideen entwickeln und ausprobieren und dabei den persönlichen Kontakt suchen. Vielleicht ist die Bereitschaft des Cafés um die Ecke, eine Lesung abzuhalten, größer als gedacht? Oder es finden sich spezielle Themenportale im Internet, die offener sind für eine Buchvorstellung als ein klassischer Buchblog? Es gibt keinen Marketingansatz, der es nicht wert ist, ausprobiert zu werden.

Self-Publisher machen nicht alles selbst, sie brauchen bei manchen Dingen externen Sachverstand. In welchen Bereichen sind solche Dienstleistungen besonders wichtig?

Das A und O ist ein professioneller Vertrieb. Je weitreichender ein Buchtitel im Buchmarkt erhältlich ist, desto größer ist die Chance, von potenziellen Lesern entdeckt zu werden. Der Vertrieb im gesamten Buchhandel (stationär und online, als gedrucktes Buch und als E-Book) ist also ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jedes Buch. Da es dafür individueller Verträge mit einer Vielzahl von Handelspartnern bedarf, ist das für den einzelnen Autoren kaum zu leisten. tredition hat es sich seit jeher zum Ziel gesetzt, jedem Buch seinen Markt zu erschließen und die Verkaufschancen zu maximieren, daher ist der flächendeckende Vertrieb in Deutschland und international eine Dienstleistung, von der jeder tredition-Autor profitiert. Davon abgesehen gilt: Jeder Autor sollte selbstkritisch seine eigenen Stärken und Schwächen bzw. sein Know-how bewerten und auf dieser Basis entscheiden, in welchen Bereichen er Dienstleistungen in Anspruch nehmen sollte, dazu gehören vor allem ein professionelles Lektorat, grafische Tätigkeiten für Illustrationen, Cover oder komplette Buchumschläge, Übersetzungstätigkeiten.

Mit der Produktion eines Buches ist es nicht getan, es muss sich ja auch verkaufen. Welche Rolle spielt das Marketing im Self-Publishing-Sektor?

Marketing ist neben dem flächendeckenden Vertrieb eines Buches unverzichtbar, um für entsprechende Leseraufmerksamkeit zu sorgen. Einmal abgesehen von der besagten Vielzahl der Neuerscheinungen, mit denen ein Autor um die Lesergunst konkurriert, steht jedes Buch auch zunehmend im Wettbewerb mit anderen Medien. Die Herausforderungen an die Vermarktungsarbeit steigen also. Als Self-Publishing-Dienstleister lässt tredition Autoren mit dieser wichtigen Aufgabe nicht alleine. Jedes bei tredition veröffentlichte Buch wird mit individuellen Marketingmaßnahmen beworben. Dazu gehört eine individuelle Pressemitteilung, Social Media und Blog Marketing sowie der kostenlose Versand von Rezensionsexemplaren an Journalisten. Ebenso sorgen wir mit Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung dafür, dass jedes Buch sehr gut im Internet auffindbar ist.
Auf dieser Basis können Autoren mit eigenen Marketingmaßnahmen aufbauen. Meist ist es ein Mix verschiedener Aktivitäten, ob Social Media, Pressearbeit oder Veranstaltungen, die idealerweise ineinandergreifen und auf das Thema abgestimmt sein sollten. Wichtig ist dabei die frühzeitige Planung. Idealerweise sollten beim Schreiben des Buches bereits erste Marketingideen mitgedacht werden.

Der klassische Buchhandel ist für viele Self-Publisher noch ein unentdecktes Land. Wie lässt sich das zukünftig ändern?

Hier sind Autoren, Self-Publishing-Dienstleister und der Buchhandel gleichermaßen gefragt, neue Ansätze für die Zusammenarbeit zu entwickeln. Unser Eindruck ist, dass eine wachsende Anzahl an Buchhändlern ausgewählte Self-Publishing-Titel als Bereicherung für das eigene Sortiment erachtet. Eine große Rolle spielen dabei der regionale Bezug des Buches und der Aktualitätswert des Themas. Ein Beispiel ist das bei tredition erschienene Fußball-Quizbuch „Der Weg zum vierten Stern“,das sich inhaltlich auf die Fußball-WM 2014 bezieht und aufgrund dieses populären Themas einen Platz auf den Präsentationstischen des Buchhandels eroberte.
Abgesehen von solchen Einzelerfolgen, die Autoren selbst stark beeinflussen können, wäre es wünschenswert, wenn mehr Buchhändler für Marketingkooperationen mit Self-Publishing-Dienstleistern offener werden würden. Was spricht gegen einen Präsentationstisch mit Titeln unabhängiger Autoren oder eine Lesungsreihe mit Self-Publishern aus der Region? Das böte die Chance, den eigenen Status als der Buchhändler vor Ort zu unterstreichen und Kunden zu binden. Davon können alle Beteiligten nur profitieren.
Die Einkaufsmodalitäten des Buchhandels bezüglich Remissionsrecht, Zahlungszielen und Rabatten sind nur schwer mit der Veröffentlichungsweise im Self-Publishing vereinbar. Wenn Buchhändler Self-Publishing als Chance erkennen, neue Umsatzquellen zu erschließen, ist auch eine größere Flexibilität bei den Geschäftsgepflogenheiten gefragt.

Momentan geht der Trend in Richtung Flatrate-Lektüre und E-Book-Abo. Welche Herausforderungen bringt das für die Autoren, aber auch für die Selfpublishing-Dienstleister?

Aufgrund der wachsenden Anzahl an Self-Publishing-Titeln und der Konvertierung von Backlist-Titeln durch traditionelle Verlage wird sich die Anzahl lieferbarer E-Books in den kommenden Jahren vervielfachen. Das niedrige Preisniveau von E-Books – gerade im Bereich Self-Publishing – führt dazu, dass bei steigender Titelanzahl der Ertrag pro Titel deutlich sinken wird.
Durch Flatrate- und Abomodelle werden Verkaufspreis- und Umsatzniveau von E-Books zusätzlich gedrückt. Die Folge: Jeder Autor, jeder Dienstleister und jeder Verlag verdient künftig immer weniger pro E-Book. Es ist also keinesfalls ökonomisch sinnvoll, das eigene Buch ausschließlich als E-Book herauszugeben und auf die gedruckte Ausgabe zu verzichten. Zumal sich das E-Book eher als Ergänzung, denn als Substitut für das gedruckte Buch zu etablieren scheint.
tredition ermöglicht es aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen jedem Autor, sein Buch zugleich als Paperback, Hardcover und E-Book herauszugeben. Für jede E-Book-Veröffentlichung gilt aufgrund der oben beschriebenen Entwicklungen: Dem Käufer muss die Suche nach dem gewünschten Titel erleichtert werden, um die Verkaufschancen in einem immer dichter besetzten Markt zu erhöhen. Dienstleister können dies anhand der Metadaten positiv beeinflussen. Zugleich stehen Händler und E-Book-Shops in der Pflicht, die Titelsuche komfortabler zu gestalten.
Flatrate-Angebote sind im übrigen vornehmlich von belletristischen Titeln geprägt und weniger von Sach- und Fachbuchtiteln. Self-Publishing hingegen bietet gerade Fachbuchautoren hervorragende Möglichkeiten, schnell, unkompliziert und zu niedrigen Kosten Fachwissen an die Leserschaft zu bringen, die für diesen Mehrwert auch eine entsprechende Preisbereitschaft mitbringt.

Welche Themen werden Sie den Teilnehmern des SPDay15 in Münster näherbringen?

Die Vermarktung des eigenen Buches wird einen wichtigen Schwerpunkt unseres Workshops bilden. Self-Publisher erfahren, von welchen Marketingleistungen sie bei tredition profitieren und welche Erfolgsfaktoren für eigene Marketingmaßnahmen gelten. Beispiele für Marketingstrategien erfolgreicher tredition-Autoren regen dabei die eigene Kreativität an und sind wertvoll für die eigene Werbeplanung. Nach dem Workshop werden die Teilnehmer zudem mit wichtigem Know-how rund um die Buchveröffentlichung ausgestattet sein. Was ist bei der Auswahl eines Dienstleisters zu beachten? Wie lässt sich ohne grafische Vorkenntnisse ein Buchumschlag gestalten? Was ist bei der Formatierung des Buchblocks zu beachten? Abgerundet wird der Workshop mit Know-how über den Buchmarkt als wertvolle Entscheidungsgrundlage für die eigenen Publikations- und Marketingstrategien.

Fifty Shades of Self-Publishing: Indie-Literatur nicht bei allen Lesern beliebt

bitkom-studie-self-publishing-in-deutschlandSelf-Publishing von E-Books kommt an, was man u.a. daran sieht, dass sich jetzt auch der BITKOM mit dem Thema beschäftigt. In einer aktuellen BITKOM-Studie wurden LeserInnen vom IT-Branchenverband zum Thema Indie-Literatur befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Jeder fünfte Nutzer (18 Prozent) von E-Books gab dabei an, bereits Texte von Self-Publishing-Autoren gelesen zu haben, jeder zehnte (11 Prozent) hat sogar schon Texte selbst publiziert. Die Grenzen zwischen „Autor“ und „Leser“ scheinen sich also immer stärker zu verwischen.

Manche vermissen Qualitätskontrolle

Die Meinungen in punkto Self-Publishing sind aber durchaus zwiespältig: ein Drittel der Indie-Leser denkt, dass der Markt durch die selbst verlegten Titel „größer und vielfältiger“ wird und freut sich über niedrige Preise, immerhin ein Viertel findet dank KDP & Co. mehr Bücher, die dem persönlichen Geschmack entsprechen und erkennt eine „intensivere Beziehung zwischen Lesern und Autoren“. Jedoch trauert ein ein Viertel der Befragten auch der Qualitätskontrolle durch die Verlage hinterher. 15 Prozent kritisieren gar, dass durch Self Publishing „zu viele schlechte Bücher“ auf den Markt kommen.

Wer Print liest, lebt fern vom Indie-Trend

Die Wahrnehmung des Phänomens Self-Publishing überhaupt scheint aber auch stark von der Mediennutzung abzuhängen. Online kommt man kaum an den Indies vorbei: „Unter den hundert meist verkauften E-Books, kommt gut die Hälfte von Self Publishern“, so Timm Hoffmann, Bereichsleiter Digital Media beim BITKOM. Am Bücherregal läuft das anders: laut Umfrage kennen zwar 87 Prozent der E-Leser den neuen Trend zum selbst verlegten Buch, bei den Freunden gedruckter Lektüre sind es aber nur 52 Prozent. Was vielleicht auch daran liegt, dass viele ursprünglich selbst publizierte Mega-Seller wie „50 Shades of Grey“ längst einen Verlag gefunden haben, bevor sie in die Buchhandlungen kommen.

Abb.: David Blackwell/Flickr (cc-by-nd-2.0)

[Indie-Lounge Extra] Triff deinen Autor – auf der Leipziger Buchmesse

lieblingsautoren-auf-der-leipziger-buchmesseIn den letzten Jahren hat die Indie-Lounge viele TOP-Autoren vorgestellt. Jetzt gibt es eine besondere Gelegenheit: Triff deinen Autor – persönlich! Auf der Leipziger Buchmesse (12. – 15. März 2015) ist es möglich. Dort haben sich unter dem Logo „Lieblingsautoren“ über zwanzig Bestseller-Autoren zusammengetan und machen einen eigenen Stand. Darunter sind viele, die Sie aus der Indie-Lounge kennen: Béla Bolten, Marcus Hünnebeck, Marah Woolf, Elke Bergsma, BC Schiller, Catherine Shepherd, Poppy J. Anderson, Matthias Matting, Hanni Münzer, Michael Meisheit (alias Vanessa Mansini), Nika Lubitsch, und ich werde auch dabei sein. Darüber hinaus sind noch weitere phantastische Autoren mit von der Partie. Wer sie schon mal per Foto sehen möchte, findet sie auf www.lieblingsautoren.org.

Und hier ist der Terminkalender:

Zeit: 12. – 15. März — Ort: Halle 5, Stand B206

Donnerstag
10 – 11 Uhr Kick-off-Veranstaltung der Lieblingsautoren
11 – 12 Uhr Buchpräsentation „24 Stunden – 24 Autoren“
16 – 17 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
 
Freitag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel, Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Matthias Matting, Selfpublisher-Beratung
12 – 13 Uhr Poppy J. Anderson und Hannah Kaiser
13 – 14 Uhr Marcus Hünnebeck und Nika Lubitsch
14 – 15 Uhr Elke Bergsma und Béla Bolten
15 – 16 Uhr Catherine Shepherd und B.C.Schiller
 
Samstag
10 – 11 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
11 – 12 Uhr Karola Löwenstein, Hannah Siebern, Daphne Unruh und Marah Woolf
13 – 14 Uhr Johannes Zum Winkel Präsentation XTME
14 – 15 Uhr Katelyn Faith, Melanie Hinz und Karola Löwenstein
15 – 16 Uhr Hannah Kaiser, Petra Röder und Kirsten Wendt
16 – 17 Uhr Poppy J. Anderson, Vanessa Mansini und Babsy Tom
 
Sonntag
10 – 11 Uhr Poppy J. Anderson
11 – 12 Uhr Elke Bergsma, Béla Bolten, David Gray, Marcus Hünnebeck, Nika Lubitsch, Matthias Matting, Catherine Shepherd
12 – 13 Uhr Katelyn Faith und Petra Röder
13 – 14 Uhr Vanessa Mansini und Klaus Seibel
16 – 18 Uhr Buchverkauf mit großer Tombola

Aber auch, wenn Ihr Lieblingsautor gerade nicht am Stand ist, lohnt sich ein Besuch. Irgendein Autor ist bestimmt da – und es ist garantiert ein Bestseller-Autor. Wo kann man schon so unkompliziert Autoren begegnen, die hunderttausende Bücher verkaufen? Und ein attraktives Gewinnspiel gibt es selbstverständlich auch. Besuchen Sie uns!