Self-Publishing via iBooks: Wie Apple Autoren auf dem iPad die Direktvermarktung ermöglicht

apple-ipad-ibooks-self-publishing-e-bookSelf-Publishing via iBooks – mit dieser Option ermöglicht Apple jetzt Autoren, ihre E-Books auf dem iPad direkt zu vermarkten, unabhängig von Verlagen oder Buchhändlern. Technische Voraussetzungen sind eine ISBN-Nummer und eine Vorlage im epub-Format. Einen ähnlichen Service bietet Amazon mit seinem DTP-Programm für den Kindle an. Apples Self-Publishing-Angebot richtet sich vorerst allerdings nur an US-Kunden – man braucht nämlich eine amerikanische Steuernummer.

Self-Publishing als Content-Spritze: Was Amazon kann, kann Apple schon lange

Amazon scheint Apples großes Vorbild beim Ausbau des iPad-Universums zu sein. Nach und nach hat Jeff Bezos um den Kindle-Reader und den Kindle-Shop ein ganz eigenes Ökosystem für elektronische Bücher geschaffen. Um möglichst viele E-Books anbieten zu können, gibt es für Rechteinhaber & Autoren auf der ganzen Welt die Möglichkeit, das Self-Publishing Tool DTP zu nutzen. Für Selbstvermarkter ist das äußerst attraktiv – durch die Kindle-Apps, die nicht nur auf PCs und Macs, sondern auf zahlreichen mobilen Geräten laufen, ist die Zahl der potentiellen Leser in lezter Zeit enorm gewachsen. Apple hinkt dieser Entwicklung deutlich hinterher – das Problem ist einerseits die deutlich kleinere Gerätebasis. Da im Sommer 2010 mit dem iPhone OS 4.0 die iBooks-App auch in einer Version für Apples Edel-Handy zur Verfügung stehen wird, ist hier die Abhilfe zumindest in Sicht. Doch um wirklich mit dem Amazon-Store konkurrieren zu können, braucht Apple vor allen Dingen auch mehr Content.

Leere Regale im iBooks-Shop können für Selbstvermarkter auch eine Chance sein

Das ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA immer noch der deutlichste Unterschied zwischen Apple & Amazon: während man via Kindle-Reader bzw. Kindle-App die Auswahl zwischen Millionen kommerziellen Titeln hat, sind es bei iBooks „nur“ einige Zehntausend. Für viele Direktvermarkter könnten die verhältnismäßig leeren Regale im iBooks-Shop allerdings ein Wettbewerbsvorteil sein – sie gehen nicht so leicht in der Masse unter. Während Apple mit den Titeln des Self-Publishing-Programms nun die Lücken füllt, ist Amazon längst schon einen Schritt weiter. Der E-Store mausert sich langsam zum Verlag – über die Analyse von Kundenrezensionen werden aus dem Kreis der Self-Publisher potentielle Bestseller-Autoren für das Amazon Encore-Programm ausgewählt. Die Trouvaillen werden dann in verbesserter optischer Aufbereitung und verstärkt durch zusäztliches Marketing einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Die Strategie dahinter ist klar: wenn man den nächsten Stephen King oder die nächste Stephenie Meyer rechtzeitig entdeckt, muss man sich die Erlöse nur mit den Autoren teilen, nicht mit den Verlagen. Man darf gespannt sein, ob auch Steve Jobs demnächst auf diesen Zug aufspringt.

(via maclife & ireaderreview)

Good-Bye, Fifty-Fifty: Amazon verbessert E-Book-Konditionen für Autoren

Amazon bietet via DTP Self Publishing Auroen 70 Prozent Umsatzbeteiligung bei Kindle E-Books.gifAmazon macht seine Selfpublishing-Plattform DTP noch ein Stück attraktiver: Autoren wie auch Verlage können ab Sommer mit 70 Prozent Umsatzbeteiligung rechnen, wenn sie Content in den E-Book-Store einstellen. Die bisherigen Geschäftsbedingungen sahen dagegen nur einen Anteil von 35 Prozent vor. Vorfreude bei deutschen Autoren wäre allerdings noch verfrüht: das Angebot gilt nämlich zunächst nur für Anbieter aus den USA.

Selbst für US-Verhältnisse sind 70 Prozent ein gutes Geschäft…


Siebzig Prozent Umsatzbeteiligung – welcher Autor bekäme da nicht gleich Dollarzeichen in den Augen? Da für Amazon selbst weder Druck- noch Lagerkosten anfallen, kann das Unternehmen völlig anders kalkulieren als herkömmliche Verlage. Doch selbst für die Verhältnisse in den USA ist Amazons neuester Coup ungewöhnlich. Schon bisher war es dem Buchhandelsriesen gelungen, Bestseller-Autoren mit Quoten von 50 Prozent zu ködern – zumeist betraf dies jedoch ältere Titel aus der Backlist, bei denen die E-Book-Rechte nicht klar definiert waren. Allerdings setzt Amazon zugleich auch möglichst niedrige Verkaufspreise fest – ein Grund für manche Verlage, Top-Titel nur zögerlich für den Kindle bereit zu stellen.

Beim Content setzt Amazon nicht nur auf Verlagsdeals, sondern auf Self-Publishing


Beim Content für den Kindle-Reader setzt Amazon jedoch nicht nur auf direkte Verhandlungen mit Verlagen, sondern auch auf Self-Publishing durch „Third Party“-Anbieter. Alle Rechteinhaber können über die sogenannte „Digitale Textplattform“ (DTP) selbständig Content hochladen und für den Kindle-Store weltweit verfügbar machen. Gerade erst wurde dieser Service auch für Nutzer außerhalb der USA freigeschaltet – somit dürften sich in Zukunft auch deutsche Kindle-Besitzer über ein besseres E-Book-Angebot in ihrer Muttersprache freuen. Bis auf weiteres müssen sich deutsche Anbieter allerdings mit 35 Prozent Umsatzbeteiligung zufriedengeben.

Mehr vom Tantiemen-Kuchen gibt’s nur gegen Niedrig-Preis-Garantie


Doch auch in den USA gibt’s das größere Stück vom Tantiemen-Kuchen nicht einfach so. Wer vom 70 Prozent-Angebot profitieren will, muss einem ganz besonderen Low-Pricing zustimmen – nämlich einer Spanne von 2,99 bis 9,99 Dollar. Außerdem werden „Lieferkosten“ abgezogen: jedesmal, wenn ein E-Book auf den Kindle wandert, kassiert Amazon 15 US-Cent pro Megabyte. Durchschnittlich sollen es 6 Cent pro Buch sein. Trotzdem sind die Zahlen beeindruckend: bei einem Buchpreis von 8,99 Dollar bekäme ein Autor nun 6,25 Dollar statt wie bisher 3,15 Dollar. Die neue Regelung tritt ab 30. Juni 2010 in Kraft.

Mehr Lesestoff für den Kindle: Amazon macht Self-Publishing-Plattform DTP weltweit verfügbar

amazon-digital-text-plattformAmazon geht einen weiteren Schritt bei der Internationalisierung des Angebots für den Kindle-Reader: die digitale Text-Plattform (DTP) steht nun Anbietern aus der ganzen Welt offen. Bisher konnte das Self-Publishing-Tool nur innerhalb der USA genutzt werden. Zu den unterstützten Sprachen gehören neben Englisch auch Deutsch und Französisch – in naher Zukunft dürfen also gerade auch Kindle-Nutzer in Deutschland auf ein besseres Angebot im digitalen Buchregal hoffen.

Do it yourself: Jeder Rechteinhaber kann E-Books in den Kindle-Shop hochladen


Amazon setzt beim Content nicht nur auf direkte Deals mit Autoren und großen Verlagen, sondern auch auf individuellen „Third-Party“-Lesestoff. Jeder Rechtinhaber kann über die Self-Publishing-Plattform DTP per Mausklick eigene Inhalte hochladen. In wenigen Schritten können dann Titel, Formatierung und Preis festgelegt werden – und nach einer Wartezeit von etwa 24 Stunden steht jedes E-Book weltweit zur Verfügung. In einem ersten Schritt unterstützt DTP neben Englisch nun auch Französisch und Deutsch. Weitere Sprachen sollen nach und nach hinzukommen. Das deutschsprachige Kindle-Leseland dürfte nun in absehbarer Zeit deutlich wachsen – bisher war mangelnde Lektüre hierzulande für viele Konsumenten ein Grund, auf Amazons Reader vorerst zu verzichten.

Ausgerechnet Orwell: Self-Publishing kann auch Nachteile haben…


Voraussetzung ist dabei natürlich, dass man tatsächlich alle entsprechenden Rechte besitzt. Amazon prüft das offenbar nicht in allen Fällen nach, sondern verlässt sich auf die Kunden – oder auf den etwaigen Protest der tatsächlichen Rechteinhaber. Im Zweifelsfall wurden Kindle-Books auch schon sehr rasch wieder aus dem Programm genommen – und sogar auf den E-Readern der Buch-Käufer drahtlos gelöscht. Im letzten Sommer traf es ausgerechnet Amazon-Kunden, die eine Ausgabe von George Orwells „1984“ gekauft hatten. Über Nacht führte Amazon auf hunderten Readern eine kollektive Löschungsaktion durch – was erst in der Blogosphäre, dann aber auch in der Weltpresse zu einem handfesten Skandal führte. Um den Imageschaden zu begrenzen, versprach das Unternehmen schließlich, in ähnlichen Fällen nicht mehr ungefragt Dateien von den E-Readern zu löschen.