Sekundenbücher für die Apple Watch: Brauchen wir ultrakurze E-Books?

ebooks-fuer-die-apple-watchGute Neuigkeiten für Twitterati, Schlagzeilen-Absahner und Aphoristiker: mit der Apple Watch könnte uns ein weiterer Schritt zu Kürzest-Texten bevorstehen. Das digitale Zeiteisen wurde darauf ausgerichtet, unsere Aufmerksamkeit (und die Armmuskulatur) nicht länger als 5 bis 30 Sekunden zu strapazieren. Ist es trotzdem als E-Reader brauchbar? Sascha Lobo ruft im Sobooks-Blog schon mal dazu auf, „das Absurde zu denken“: E-Books speziell für die Apple Watch.

„Informationsfilter der neuen Art“

Die elektronischen Sekundenbücher lohnten sich allein schon deshalb, weil die von Apple entwickelte Smartwatch nach dem Smartphone eine ganz neue Klasse von „intimen Interfaces für die digitale Welt“ bereitstellen würde, meint Lobo: „Das Smartphone klingelt oder vibriert, aber ein Vibrationsalarm ist so nervig und laut, dass man sich selbst in einem fünfzehn-Leute-Meeting dafür entschuldigen muss. Das ist das Gegenteil von intim. Die Apple Watch könnte zu einem Informationsfilter neuer Art werden“.

Das „tl;dr“ der Literatur

Der längst auch als Startup-Verleger aktive Multi-Selbstvermarkter schüttelt gleich ein paar potentiell marktfähige Beispiele aus dem Handgelenk, vom Haiku-Stakkato über Ödön von Horvath-Dialogsplittern bis hin zu Best-Of-Buchsätzen und 30-Sekunden-Buchzusammenfassungen. Nicht ganz zufällig war es ja auch Sascha Lobo, der in Deutschland das „tl;dr-Format“ populär gemacht hat, also twitterfähige Zusammenfassungen von längeren Texten. Too long, didn’t read? Das wird auf der Apple Watch nicht passieren.

Bekannte Konzepte helfen nicht weiter

Solche One-Sentence-Stories wären noch weiter vom konventionellen Literaturmodell entfernt als die schon sehr kurzatmige Handy-Literatur der Nuller Jahre, geschrieben für Displays, die mindestens genauso klein waren wie das Touch-Screen der Apple Watch. Aber Lobo hat recht – es geht ja gar nicht darum, bekannte Konzepte „eins zu eins auf die Apple Watch zu pressen“, sondern „eher um eine geeignete Idee, wie man Uhr und E-Book verbinden kann“.

Sprach-Haikuisierung oder Text-Atomisierung?

Letztlich bleiben den literarisch ambitionierten Wotschmännern und -frauen zwei Möglichkeiten: die Sprache wird dem Medium angepasst, siehe die obigen Haikuisierungs-Techniken, oder die normale Seitenstruktur wird komplett verlassen und der normale Text atomisiert, siehe Text-Streaming- und Speed-Reading-Methoden à la „Spritz“. Beides scheint denkbar, wirklich absurd wäre es wohl höchstens, die Apple Watch nur als Uhr zu verwenden.

Abb.: Quinn Dombrowski/Flickr (cc-by-2.0)

Vom Buch zum Blog? So funktioniert Sascha Lobos Sobooks

Fast ein Jahr lang rätselte die Buchbranche über Sascha Lobos Sobooks-Projekt – nun wurde pünktlich zur Buchmesse das Geheimnis gelüftet: „Bücher sind bei uns eigentlich Webseiten, schon um die Kraft des Internets zu nutzen“, umschrieb Lobo den Kern des Projekts bereits Anfang der Woche im FAZ-Interview, in den Frankfurter Messehallen gab’s dann weitere Details: Jedes Buch bekommt eine eigene URL, kann aber wahlweise auch als epub- oder PDf heruntergeladen werden, und zwar ohne DRM. Im Zentrum der „Social Books“ von Sobooks steht aber die Website – denn online soll jede Menge Interaktion zwischen Lesern und Texten stattfinden: man hinterlässt Kommentare, die wiederum kommentiert werden können, oder postet Zitate in Richtung Twitter oder Facebook, inklusive Rückverlinkung auf die jeweilige Textstelle.

Mischung aus PressBooks & Readmill

Die ersten Screenshots erinnern an eine Mischung aus Blog-dein-Buch, wie man es von der WordPress-Erweiterung PressBooks kennt, und einer Richtung offenem Web aufgesprengten Social-Reading-App à la Readmill. Noch mehr Text-Zirkulation soll die Möglichkeit bieten, ein Web-Book an bis zu drei Freunde auszuleihen. Aber Lobo geht’s offenbar nicht nur um maximale Reichweite von Literatur inklusive der litarischen Kommunikation, sondern auch um’s Prinzip. Mit Büchern und dem Internet sei es so ähnlich wie mit Kifferläden: Gebe es dort alles rund ums Kiffen, bloß nicht den Stoff selbst, erhalte man bisher im Web „alles rund um Bücher. Die Bücher selbst, ihren Inhalt, aber nicht. Oder nur in homöopathischen Dosen als Lesepröbchen“. Das werde mit Sobook nun eben anders.

Zahlreiche Verlage schon mit an Bord

Abgesehen von der Ironie der Irokesen hat Lobo aber auch etwas Balsam für die Nerven der vom Medienwandel gestressten Bibliophilen parat: so erhält Sobooks selbst im Web die klassische Seitenstruktur der Texte, was wohl zusätzliche Orientierung für digitale Immigranten bieten dürfte. Außerdem können mißtrauische Verleger ihre Produkte mit einem digitalen Wasserzeichen versehen, also einer Variante von „sozialem“ bzw. „weichem“ DRM. Tatsächlich sind schon eine Menge großer wie auch kleiner Verlage an Bord, von Random House bis SuKuLTuR. Am letzten Tag der Buchmesse (13. Oktober) startet eine geschlossene Beta-Phase mit einer Handvoll ausgewählter Titel zum Testen.

„Post-Amazon-Konzept“

„Das, was wir tun, nennen wir mittelgrößenwahnsinnig: Post-Amazon-Konzept“, hat Lobo ausgerufen – etwas mehr als die geschlossenen (App-)Universen der großen Portale bietet Sobooks auf jeden Fall. Gerade in punkto „Discoverability“ bieten deutsche Buchhandels-Portale bisher kaum überzeugende Lösungen. Amazon dagegen besitzt mit Goodreads neuerdings sogar eine eigene Social Reading-Plattform. Die perfekte Integration von Online-Leseumgebung, Community und E-Store jedoch ist bisher auch Jeff Bezos nicht gelungen. Hier könnte der strategische Vorteil von Newcomern wie Sascha Lobo liegen, die zwar erfolgsorientiert denken, aber eins erklärtermaßen nicht möchten: zum Gatekeeper werden.

Offen, sozial, browserbasiert: Mit „Sobooks“ will Sascha Lobo den E-Reader beerdigen

„Ich will die Branche mit ihren eigenen Waffen schlagen“: Als Keynote-Speaker Sascha Lobo Mitte 2012 die AKEP-Bühne betrat, gabs nicht nur 15 unbequeme Thesen zum Buchmarkt zu hören, sondern auch eine Breaking News – er werde „Sobooks“ gründen, einen Verlag neuen Typs, kündigte der Alpha-Blogger an. Seitdem rätselte die Branche, welche der präsentierten Buchmarkt-Tipps Lobo wohl umsetzen würde: Abschied von DRM, Produktpreis von Null Euro, Flatrate, Social Reading, Crowdfunding, oder gleich alles zusammen?

Einen wichtigen Hinweis gab schon damals Lobos Kompagnon Christoph Kappes: „Vielleicht führt das Wort ‚Verlag‘ in die Irre“, erläuterte der Unternehmensberater & FAZ-Autor gegenüber W&V. Sobooks verstehe sich „eher als als Bündel von Services für Autoren und für Nutzer, dadurch kommt man mittelfristig zu neuen Preismodellen“. In der Überschrift des Artikels war sogar von einer „Social Media-Plattform“ die Rede – doch dann folgte erstmal Funkstille. Außer einer Landing-Page mit Newsletter-Abo war bisher unter sobooks.de nichts zu finden…

Mehr als ein Jahr nach der Ankündigung scheint nun der Startschuss näherzurücken – und im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse machen etwas konkretere Infos die Runde: „Sobooks findet komplett im Browser statt. Wir glauben nicht an zusätzliche Geräte“, verriet Lobo jetzt im Interview mit dem Börsenblatt. E-Reader seien auf dem absteigenden Ast, genausowenig gehöre aber geschlossenen Systemen wie à la Amazon die Zukunft: „Wir haben Sobooks gegründet, um ein offenes, internetaffines Konzept in die Welt zu stemmen.“

Social Reading wird wohl ein weiterer Aspekt des browserbasierten E-Lese-Konzeptes von Sobooks sein – was man auch schon am Namen ablesen kann: Sobooks, so Lobo, steht nämlich für „Social Books“. Der Verlag neuen Typs könnte sich also am Ende als eine Art Crossover aus Readmill und Skoobe herausstellen, vielleicht noch mit einer Prise Xinxii und Startnext – und vor allem auf die Nutzer von Tablets und Smartphones zielen. Insofern dürfen wohl nicht nur die Leser, sondern auch die Autoren gespannt sein…

Abb.: Flickr/moeffju (cc)

Sascha Lobos Tipp an die Buchbranche: „Ignoriert die E-Book-Piraterie“

Sascha Lobo hat nichts gegen Verlage. Gegen ihre Strategien allerdings schon. Kopierschutz bezeichnete der Alpha-Blogger schon mal als das „Senfgas des Internets“. Insofern war es spannend, dass der „Arbeitskreis Elektronisches Publizieren“ (AKEP) ausgerechnet Lobo als Keynotespeaker für eine Jahrestagung zum Thema „ePiraten – Freibeuter, Wegelagerer, Innovatoren?“ eingeladen hatte. Was der geschickte Selbstvermarkter mit Irokesenschnitt der Branche für die „Zukunft des Buchstabenverkaufs“ mit auf dem Weg gab, hatte es dann auch tatsächlich in sich. „Es wird immer Leute geben, die Ihnen technisch überlegen sind, die irgendwo draufklicken, dann noch mal irgendwo draufklicken, dann irgendwas eintragen und dann ist der ganze Inhalt, den Sie ganz teuer zusammengestellt haben, bei jemand anderem, der sich kaputtlacht und es dann abschließend nicht liest“, argumentierte Lobo, und riet den Verlagen statt mehr Kontrolle ganz einfach zu mehr Service-Orientierung.

Flatrates, Social-Reading, Crowdfunding

Neben dem Aufbau und der Pflege von Autoren-Communities müsse man auch den Lesern neue Erfahrungen ermöglichen, etwa über Social-Reading und mehr Inszenierung von Inhalten statt bloßer PR. Außerdem sollte sich die Branche besser gleich an einen Produktpreis von Null Euro gewöhnen – denn in Zukunft würde man für den Zugang zur Literatur zahlen, nicht für ein einzelnes Buch. Tatsächlich gibt es ja etwa mit Skoobe ein erstes Flatrate-Angebote für deutsche Leser. Manche der Zukunfts-Modelle, die während der Keynote aus dem Hut gezaubert wurden, waren freilich gar nicht so neu: schließlich konnte Lobo etwa auf den guten alten Lesezirkel und das Subskriptionsmodell verweisen, letzteres ein historischer Vorläufer des Crowdfundings. Warum also nicht auch die Netzgemeinde zur Vorfinanzierung von Büchern nutzen? Am Ende wurde der prominente Referent dann noch einmal deutlich: „Piraterie: wenn Sie alle Thesen bis hierhin beherzigt haben, dann können Sie sich erlauben, das zu tun, was ich Ihnen zwingend empfehlen würde: ignorieren!“

„Sobooks“: Lobo will eigenen Verlag gründen

Wirklich zu Herzen genommen haben sich die Anwesenden die Ratschläge aber offenbar nicht. „Gemessen daran, dass das Auditorium dem Vortragenden geradezu andächtig gelauscht hatte, war die nachfolgende Podiums- und Publikumsdiskussion sehr zurückhaltend und auch: langweilig“, berichtete der Korrespondent von DRadio Kultur. Immerhin plädierte das AKEP-Sprecherteam aber in einer Pressemitteilung für die „Bereitstellung eines standardisierten ‚weichen‘ Rechteschutzmechanismus“, also etwa den Einsatz von digitalen Wasserzeichen. Der nachhaltigste Impuls dürfte wohl von einer Ankündigung ausgehen, mit der Lobo am Ende das Publikum überraschte: zusammen mit dem Unternehmensberater Christoph Kappes möchte er einen eigenen Verlag namens „sobooks“ gründen. Kommen dort nur einige der Keynote-Vorschläge zum Einsatz, könnte tatsächlich gelingen, was Lobo androhte: „Ich will die Branche mit ihren eigenen Waffen schlagen.“

Abb.: re:publica 2012/Flickr

„Am Ende gewinnt das E-Book“: Allgemeine Feststellungen zur Buchsituation

[Crossposting von saschalobo.com] Ausgehend von einem SPON-Interview (über Amazon und den Buchmarkt) des von mir geschätzten Helge Malchow (KiWi-Verleger) hat sich auf Google Plus bei Kathrin Passig eine Diskussion entwickelt. Meinen Kommentar dazu möchte ich hier leicht ausgebaut spiegeln. Ich schreibe ihn auf, weil ich Verlage wirklich gern mag und glaube, dass sie in ihre eigene Marginalisierung rennen. Die Feststellungen beziehen sich in erster Linie auf die Belletristik, der Sachbuchmarkt ist etwas anders gelagert und ausdifferenzierter.

0. Ich möchte in einer Welt leben, in der kluge Leute für das Nachdenken bezahlt werden, und dazu sind Bücher ziemlich gut geeignet. Das ist übrigens auch mein Argument für ein starkes Urheberrecht (mit digitalen Anpassungen, allerdings).

1. Wir befinden uns in einer Übergangszeit. Niemand weiss, wie lange diese Übergangszeit noch dauern wird, weil es von vielen ineinander verzopften Faktoren abhängt, man kann höchstens raten. Solange können Leute über den Buchmarkt das Gegenteil voneinander sagen und beide Recht haben. Nur am Ende gewinnt das Ebook.

2. Der Buchmarkt richtet sich nicht nach dem, was Autoren, Verlage oder Medien wollen. Er richtet sich noch nicht einmal besonders nach dem, was in Gesetzen geschrieben steht. Er ist ein Markt und richtet sich zu allererst und beinahe ausschliesslich nach den Kunden, selbst wenn in Deutschland mit Buchpreisbindung und Zwischenhändlern starke Strukturen gegen den Markt vorhanden sind (note to Marktverächter: so sieht das dann aus, übrigens, mit allen Vor- und Nachteilen). Die sind in Deutschland derzeit ausgesprochen ebookfaul – was sich aber über Nacht ändern könnte, und zwar schon zu Weihnachten diesen Jahres. Dann werden Ebooks vielleicht sogar mehr als 0,5% des Buchmarkts ausmachen.

3. Die deutsche Buchlandschaft – die ich sehr mag, samt Verlagen – hat leider die kaum vielversprechende Strategie, das 20. Jahrhundert digital nachspielen zu wollen. Was bei der Musikindustrie nicht funktioniert hat, wird bei den Verlagen ebenfalls nicht funktionieren, es dauert wegen der völlig anderen Kundenstruktur bloß noch länger, bis sie es merken. Das ist die traurigste Tatsache, weil das heisst, dass irgendwann ein Buchverlagssterben einsetzen wird.

4. Verlage sind wunderbar, jedenfalls einige. Da arbeiten Menschen, die Bücher lieben, jedenfalls einige. Verlage sind der Garant für Querfinanzierung, ohne die in meinen Augen ein Kulturmarkt und damit die Kultur nicht denkbar wäre. Querfinanzierung bedeutet, dass eine Charlotte Roche fünfzig vielversprechende Autoren ernährt – bis vielleicht ihr Buch groß wird. Verlage bedeuten vor allem, dass Autoren vom Schreiben leben können, die eigentlich mit nichts außer dem Schreiben selbst etwas zu tun haben wollen und das ist ganz famos, denn viele sehr, sehr gute Autoren sind so, diesen Sachverhalt nenne ich das Herrndorf-Axiom.

5. Was die Verlage insbesondere nicht begriffen haben, ist, dass sie auf digitalen Geräten konkurrieren mit Angry Birds. Und das kostet 1,49 € oder so, ein Ebook kommt leicht mal mit 16,90 € um die Ecke. Das Argument, man habe doch von einem Buch viel länger Freude ist erstens genau berechnet völlig falsch. Und zweitens entspricht es der Vorstellung, Autokäufer würden Autos nach Kosten je Kilometer kaufen und nicht nach dem Preisschild, was dranhängt. Nach der Logik würden alle die S-Klasse kaufen, weil die zwei Millionen Kilometer durchhält und deshalb nur 5 Cent je Kilometer kostet.

6. Die heutigen Ebook-Reader sind bei allem Fortschritt noch immer grauenvoll. Das ipad ist zu schwer, der Kindle hat ungenügende Usability, nirgends gibt es alle Bücher wegen DRM, dem Senfgas des Internet. Und die anderen Geräte kriegen ja noch nicht mal richtige PR hin, um mich von der Notwendigkeit ihrer Anschaffung zu überzeugen. Aber: der Fortschritt. Heute zu sagen, Ebooks setzen sich nicht durch, die Geräte taugen nichts, ist, als würde man 1987 gesagt haben: Mobiltelefone setzen sich nicht durch, wer soll denn den großen Koffer mit sich rumtragen.

7. Die Zukunft der Verlage liegt im Ebook und damit in folgenden Leistungen (und jetzt rate ich, natürlich, aber es ist eine Art educated guess):
– Scouting guter Inhalte/Autoren
– Vorfinanzierung
– Qualitätssicherung
– Strategieberatung für Autoren (Welches Buch wann, wie, wo)
– Produktberatung (es wird viel mehr als nur ein Ebook geben, zB auch Serien, Abonnements, etc.)
– technische Plattform-Dienstleistungen (damit das Ebook auch überall erscheint, Apple, Amazon, Googlebuchmarkt etc.)
– PR und Kommunikation
– Vertriebsunterstützung (grenzt an Kommunikation, ist aber sehr wichtig, schon heute bei Apps)
– Quervermarktung (international, Filme, allgemeine Zweitverwertungen)

Das Problem der Verlage in Deutschland ist, dass sie einen guten Teil dieser Funktionen ausgelagert haben an Literaturagenturen oder Dienstleister und in den anderen Bereichen nicht wissbegierig lernen, sondern die digitale Realität verleugnen: Sie macht ja erst 0,5% des Umsatzes aus. Das bedeutet (falls sich nichts ändert, und zwar schnell) – es wird weiter Verlage geben, auch große, aber es werden nur zu einem mittelgroßen Prozentteil die Verlage sein, die wir heute kennen. Denn bereit UND fit für die Transformation ist meiner Einschätzung nach ungefähr keiner, und zwar – man mag es glauben oder nicht – aus weitgehend romantischen Gründen. Und das passt im Guten wie im Schlechten dann doch ganz gut zur Buchbranche.

Autor & Copyright: Sascha Lobo
Crossposting von saschalobo.com mit frdl. Genehmigung des Autors.

Foto: flickr/fsse8info (Räumungsverkauf in einer Borders-Filiale)