Prinzip Origami-Smartphone: wird das Galaxy X ein Fold-Out-Phablet?

samsung-fold-out-phone-galaxy-xEin Smartphone als PC-Ersatz, ein Smartphone als Tablet-Ersatz, vielleicht sogar beides gleichzeitig, was hat Samsung wirklich in petto? Ob sich das kommende Galaxy 8 ähnlich dem Continuum-Konzept von Microsoft via Docking-Station mit Bildschirm, Tastatur und Maus verbinden läst, um als Mini-Desktop-PC zu fungieren, werden wir wohl schon Ende Februar auf der Mobile World in Barcelona erfahren. Android-Versionen als Desktop-Ersatz gibt es ja schon — insofern klingt dieses Gerücht gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Fold-Out-Phablet mit sieben Zoll Screen?

Die viel spannendere Frage bleibt aber: wird das im Herbst mit Spannung erwartete Galaxy X ein hybrides Falt-Phablet der neuen Art mit optionalem 7-Zoll-Screen? Brancheninsider jedenfalls verbreiten derzeit entsprechende Gerüchte. Nicht ganz ohne Substanz: Faltbare Display-Konzepte auf OLED-Basis hat Samsung in der Vergangenheit schon vorgestellt (siehe Screenshot & Video von 2014), auch entsprechende Patente wurdem vom südkoreanischen Konzern angemeldet, ähnlich wie übrigens von Hauptkonkurrent Apple. Außerdem sollen nicht nur der Display-Hersteller LG, sondern auch Samsung selbst für 2017 die Massenproduktion solcher flexiblen Bildschirme geplant haben.

Dual-Screen als Teil des Problems

Allerdings muss man ja auch sagen: bisher haben sowohl Konzepte für Hybrid-Geräte (siehe z.B. das gerade auf der CES 2017 vorgestellte Tripel-Use-Produkt „Graalphone“) wie auch marktreife Dual-Screen-Gadgets (z.B. das Yota-Phone) vor allem einen Fingerzeig auf das gordisch verknotete Format-Problem der Mobile-Branche gegeben, weniger eine massenhaft vermarktungsfähige Alternative geboten. Bei mittlerweile sehr niedrigen Gerätepreisen dürfte es wohl für die meisten Nutzer bis auf weiteres die einfachste Lösung bleiben, parallel ein vier bis fünf Zoll-Smartphone, einen sechs-Zoll-E-Reader und ein sieben- bis acht-Zoll Tablet zu betreiben. Wirklich überflüssig scheinen nur Desktop-PC und Laptop…

(via ebook-fieber.de & futurezone.at)

Samsung beantragt Patent für das Umblättern von E-Books

Fünfhundert Jahre lang waren Bücher einfach Bücher, dann erfand Steve Jobs das E-Book (behauptete jedenfalls Steve Jobs). Bei bloßen digitalen Letternwüsten blieb es nicht – denn Apple erfand dann für das Display von iPad & Co. noch den digitalen „Page Turn“, vulgo: das Umblättern. Für den grafisch animierten Seitenwechsel bei E-Books bekam das Unternehmen Ende 2012 sogar ein Patent zugesprochen. Das muss der Moment gewesen sein, an dem beim Konkurrenten Samsung die Alarmglocken läuteten – kaum fünf Monate später hat der südkoreanische Konzern jetzt beim „US Patent and Trademark Office“ einen eigenen Patentantrag zum selben Thema eingereicht. Wieder geht es um’s Umblättern, nur deutlich ausführlicher als im Apple-Patent.

Der Physik des Seitenblätterns auf der Spur

Samsung geht es offenbar darum, die Physik des Seitenblätterns möglichst naturgetreu und interaktiv auf die Touchscreens von Smartphones und Tablets zu übertragen. Dabei werden auch die Verformungs- und Verzerrungsmuster von Papier ganz genau beschrieben, ebenso ihre Simulation im digitalen Medium. Möglichst viele Gesten sollen dabei erlaubt sein, etwa das Umschlagen der oberen oder unteren Ecke, um nur einen schnellen Blick auf die dahinterliegenden Seite zu erhalten. Viele dieser Elemente werden von gängigen E-Lese-Apps schon jetzt angeboten, nur hat bisher noch niemand Interesse daran gehabt, sich so etwas Banales wie das Umblättern patentieren zu lassen.

„Drei, zwei, eins, Mainz“

Abgesehen von Apple. Schon bisher haben sich Apple und Samsung eine jahrelange Patentschlacht geliefert, um auf dem hart umkämpften Markt für Mobilgeräte Vorteile zu erlangen. Dabei wurden nicht nur Milliardenbeträge verpulvert, auch die Konsumenten mussten leiden: denn immer wieder wurde der Verkauf etwa von bestimmten Smartphone-Modellen in bestimmten Regionen gerichtlich untersagt. Statt um Design-Plagiate im Hightech-Bereich geht’s beim Umblättern bedruckter Textseiten aber absurderweise um die digitale Kopie einer Kulturtechnik, die so alt wie die Gutenberg-Galaxis ist. Was für ein Glück für Apple und Samsung, dass es vor 500 Jahren weder Patentämter noch multinationalen Shareholder-Kapitalimus gab – sonst wären sie längst von der Johannes Gutenberg AG aus Mainz verklagt worden.

(via The Digital Reader)

Abb.: US Patent & Trademark Office / Wikipedia (Artikelübersicht)

Tipp & Wisch statt Multi-Tap: Wie Swype das Schreiben auf Touch-Screen-Tastaturen verändert

swype-statt-t9.gifMit Swype will US-Unternehmer Cliff Kushler das elektronische Schreiben auf Smartphones und Tablets revolutionieren. Ohne den Finger vom Display zu heben, sollen auf Touch-Screen-Tastaturen die Buchstaben eines Wortes im Zick-Zack-Kurs angesteuert werden. Bis zu 55 Worte pro Minute sind möglich. Die neue Technik scheint vielversprechend: Vor kurzem schaffte ein Schnellschreiber es mit Swype bereits ins Guinness-Buch der Rekorde.

Am Anfang war T9: Millionen Daumen können nicht irren

Elektronisches Lesen geht oft viel schneller als elektronisches Schreiben. Wer in den Neunziger Jahren eine SMS mit „Hallo“ beginnen wollte, musste für die sechs Buchstaben noch ingesamt zwölf Tasten drücken, nämlich: 44-2-555-555-666. Das sogenannte „Multi-Tap“ auf den Zifferntasten war nicht nur zeitraubend, sondern auf Dauer auch anstrengend. Insofern dürfen Milliarden Daumen einem Mann namens Cliff Kushler dankbar sein – zusammen mit einem Geschäftspartner entwickelte der US-Unternehmer nämlich T9, mit vollem Titel: „Text on 9 Keys„. Das Programm ermittelt automatisch das wahrscheinlich gewünschte Wort – bei der Tastenkombination „42556“ also etwa „Hallo“. Diese Technik wird auch „Predictive Text“ genannt – sie leistet schließlich eine Art „Wortvorhersage“. Im Zweifelsfall entscheidet das Programm nach der Worthäufigkeit. Mittlerweile sollen mehr als vier Milliarden Handy-Tastaturen weltweit die flinke Tastensprache verstehen. In Japan werden sogar schon Romane auf dem Handy geschrieben…

Swype zielt auf die virtuelle Tastaturen von Smartphones & Tablets

Im Zeitalter von Smartphone und Touch-Screen wird allerdings immer häufiger auf virtuellen Tastaturen getippt. Für die Schreibgeschwindigkeit bedeutet das nicht unbedingt einen Vorteil. Denn statt Zehn-Finger-Schreiben ist auf dem begrenzten Raum des Displays meist das alte Adler-Suchsystem gefragt, wenn man nicht sogar einen Stylus nutzt. “Wir haben den Desktop-Computer inklusive Keyboard und Maus so klein gemacht, dass er in die Hosentasche passt. Dadurch ist die Möglichkeit der Dateneingabe nun aber auch sehr eingeschränkt“, so Kushler gegenüber der New York Times. „Wenn wir einen besseren Weg dafür finden könnten, wäre das eine hervorragende Geschäftsidee“. Und tatsächlich hat sich Kushler jetzt etwas neues ausgedacht: Swype. Eine Kombination aus „Fingerwischen“ (Finger Swish) und Tippen (Type) soll zum T9 des Touch-Screen-Zeitalters werden.

Piranha-Keyboard: Mit Swype sollen bis zu 50 Worte pro Minute möglich sein

Dabei zieht der Nutzer für jedes Wort imaginäre Linien von Buchstabe zu Buchstabe auf der Tastatur, ohne den Finger abzusetzen. Verlässt der Schreibfinger das Touch-Screen, erscheint das fertige Wort auf dem Display. Doppelte Buchstaben werden durch einen kleinen Kringel erzeugt, Großbuchstaben durch einen Umweg in den Weißraum. Die Schreibgeschwindigkeit soll sich mit Swype drastisch steigern, 50 Worte pro Minute kann ein geübter Anwender angeblich schaffen, Kushler selbst will bis zu 55 Worte erreicht haben. Blickt man in das Guinness Buch der Rekorde, scheint da etwas dran zu sein. Im März 2010 wurde auf einem Samsung-Smartphone via Swype ein neuer Weltrekord für Text-Nachrichten aufgestellt – in nur 35 Sekunden tippte ein Mitarbeiter von Kushlers Unternehmen folgende Sätze ein: “The razor-toothed piranhas of the genera Serrasalmus and Pygocentrus are the most ferocious freshwater fish in the world. In reality they seldom attack a human.”

Tipp & Wisch lohnt sich nicht nur für Tablets, sondern auch für Internet-TV

Samsung machte den Rekordversuch auf dem Omnia II-Smartphone sogar zum Inhalt eines Werbespots, der genau so lange dauerte wie das Eintippen des Gewinner-Satzes. Der Off-Kommentar dazu lautet: „During this commercial you’ve been watching, we’ve just broken the Guiness World Record for texting on a mobile phone“. Der nächste Rekord wird vielleicht auf einem ganz anderen Gerät aufgestellt, denn bis Ende 2010 sollen mehr als fünfzig verschiedene Smartphone-Modelle weltweit mit Swype ausgestattet sein. Technische Hindernisse gibt es keine: Auf Windows-Mobile-Plattformen etwa nimmt das schlanke Programm gerade mal 500 bis 900 Kilobyte ein. Sinnvoll wäre die Wisch- und Tipp-Technik des T9-Erfinders aber wohl auch auf der neuen Generation von Tablet-PCs. Theoretisch haben zwar Neun-Zoll-Displays wie beim iPad genügend Platz für die Zehn-Finger-Methode, doch es fehlt das notwendige Tastengefühl zur Orientierung. Kushler arbeitet zur Zeit an einer Swype-Version für das iPhone OS, demnächst soll bei Apple ein Prototyp vorgeführt werden. Doch warum nur Tablets? Cliff Kushler denkt bei Tipp & wisch ebenso an das Internet-TV der Zukunft: “Swype könnte der de-Facto-Standard für die nächste Generation der Fernseher und Fernbedienungen werden.“

E-Reader erfolgreicher als Netbooks: InStat rechnet mit 28 Mio. verkauften Geräten im Jahr 2013

Der E-Book-Markt wird immer dynamischer: einem Bericht des us-amerikanischen Informationsdienstes InStat zufolge könnten weltweit im Jahr 2013 bereits 28 Millionen elektronische Lesegeräte verkauft werden. Da im Jahr 2008 erst etwa eine Million E-Reader abgesetzt wurden, wäre das eine Steigerung um das 30-fache. Die Zeiten der Nische sind vorbei: die E-Reader würden damit sogar die mobile Konkurrenz der Netbooks überholen.

Die großen der Branche betreten die E-Book-Arena: „At last it’s a real market“

Den größten Anteil an dieser rasanten Entwicklung hatten bisher Amazon und Sony: sowohl der Kindle wie auch die Lesegeräte der PRS-Serie beherrschen bisher den Markt. Das dürfte sich jedoch bald ändern: seitdem das E-Book-Geschäft keine Nische mehr ist, drängen auch andere Branchenriesen wie Samsung und Apple auf den Markt. Tech-On! zitiert Yasunori Yata von Sharp mit den Worten „At last it’s a real market. It’s time to show what we can do.“ Gerade der Erfolg des Kindle hat gezeigt, dass es nicht nur auf ein E-Ink-Display ankommt, sondern auch auf eine drahtlose Internet-Verbindung und einen gut bestückten Online-Store. Bisher war Amazon damit außer Konkurrenz — und konnte einen relativ hohen Gerätepreis fordern. Nun hat nicht zufällig Konkurrent Sony ebenfalls einen WiFi-fähigen Reader angekündigt, mit dem Leserinnen und Leser dann E-Books direkt aus dem Sony Store herunterladen können. Es geht aber auch umgekehrt: Barnes&Noble hat einen großen E-Book-Store eröffnet, ein dazu passender Reader von PlasticLogic wird aber erst für 2010 erwartet. Google dagegen setzt vor allem auf Content: gegen Ende des Jahres will der Suchmaschinen-Riese ebenfalls in den Onlineverkauf von E-Books einsteigen. (via Tech On! und pressetext)

E-Papyrus aus Korea: Samsung präsentiert E-Reader mit 5-Zoll-Display

samsung-sne-50k-e-book-read.gifDie 5-Zoll-Klasse bekommt Zuwachs: mit Samsungs neuem E-Reader SNE-50 k („Papyrus“) setzt nach Bookeen nun ein weiterer Hersteller auf kleinere Displays. Das vorerst nur für den koreanischen Markt vorgestellte Modell hat zwar keine WLAN-Karte, dafür aber ein Touch-Screen, der mit einem Stift bedient wird. Ein „Poor Man’s Kindle“ ist es wohl nicht: für den Content sorgt immerhin Koreas größte Buchhandelskette Kyobo.

Samsungs E-Reader kann dank Stift und Touch-Screen wie ein PDA benutzt werden

Samsung setzt offenbar auf Multi-Funktionalität: dank Stift und Touch-Screen lassen sich mit dem SNE-50k E-Reader Terminpläne bearbeiten und Memos schreiben. Der eingebaute 512 MB-Speicher reicht dementsprechend nicht nur für 400 E-Books, sondern auch für 8000 einseitige Notizen. An Business-Kunden richtet sich offenbar auch die Möglichkeit, über einen virtuellen Druckertreiber PowerPoint-, Word- oder PDF-Dateien in .bmp-Dateien umzuwandeln, die dann auf den E-Reader übertragen werden können. E-Books lassen sich auf Samsungs neuen Lesegerät u.a. im epub-Format lesen. Das Umblättern erinnert wiederum stark an das Leseerlebnis auf einem PDA. Denn der unter dem Codenamen „Papyrus“ entwickelte E-Reader hat keine Knöpfe — auch dafür ist der Stift da.

E-Books werden auf Samsungs neuem Lesegerät 40% günstiger sein als die Printfassung

Noch gibt es kaum Lesestoff für den E-Reader, doch das wird sich schnell ändern: Kyobo konvertiert monatlich etwa 1000 Bücher in elektronische Formate. Der Preis des E-Readers (zur Zeit etwa 270 Dollar) könnte sich auf Dauer für viele Leser lohnen: denn die E-Books sollen etwa 40% günstiger sein als die Papierversionen, teilte Samsung mit. Doch es gibt — ähnlich wie in Deutschland — offenbar auch noch viele Verlage, die eher zurückhaltend sind, ihre Bestseller auf den E-Book-Markt zu werfen.

Bis 2010 könnten in Korea jährlich etwa 2 Milliarden Dollar mit E-Books umgesetzt werden

Allzu große Erwartungen wurden durch Samsungs Vize-Präsident Lew Jae-young zwar gegenüber der Korea Times gedämpft: „Der E-Book-Markt in Korea steckt noch in den Kinderschuhen, deswegen rechnen wir nicht sofort mit Riesenprofiten. Doch immerhin gibt der E-Reader uns die Chance, einen Fuß in der Tür zu haben, wenn die Marktdynamik zunimmt.“ Doch die Dynamik könnte womöglich ziemlich schnell einsetzen: die Buchhandelskette Kyobo erwartet,dass bereits 2010 mit E-Books in Korea etwa 2 Milliarden Dollar umgesetzt werden.