See you later, Aggregator: Mozillas Empfehlungsdienst Pocket mausert sich zum konkurrenzfähigen Newsstream

pocket-mozilla-readitlaterSee you later, Aggregator: falls sich jemand Sorgen um Pocket gemacht hat, die 2017 von der Mozilla geschluckte Read-it-Later-App — es geht dem Service und seinen Machern gut. Denn bei den Nutzern des Open-Source-Browsers ist das nun fest integrierte Späterlese- und Empfehlungs-Tool äußerst beliebt, die in einem neuen Reiter angezeigten Lesetipps werden oft angeklickt. Was wohl nicht allein an der bloßen Masse von mehr als 50 Mio. aktiven Firefox-Nutzern liegt, sondern auch daran, dass die Basisdaten sozusagen mehrfach crowdgesourct sind, es geht nicht nur um die Reichweite allein, sondern die (Appnutzer-)Interaktionen mit den Artikeln insgesamt, wozu u.a. auch das Abspeichern und die Lesedauer gehört.

Mit Facebook gefühlt auf Augenhöhe

Firefox hat dabei ein ambitioniertes Ziel: durch verstärkte Zusammenarbeit mit Content-Anbietern soll ein Konkurrenzprodukt zu den Newsfeeds der sozialen Netzwerke aufgebaut werden, vor allem natürlich eine Alternative zu Facebook. Vereinzelt klappt das auch schon, bei SPOL sollen im Mai vermittelt via Mozilla & Pocket App satte drei Millionen Seitenbesuche erzeugt worden sein, und auch andere Publisher erleben vergleichbare Trafffic-Spitzen.

Monetarisierung muss aber auch sein…

Zwecks Monetarisierung — ja, es geht immer noch um Mozilla — werden in den Browser-Nachrichtenstrom zukünftig übrigens auch gesponserte Inhalte eingeblendet, immerhin findet die Auswahl der Themen dabei datenschützerisch vorbildlich lokal im Browser statt. Vorbild ist dabei wohl die Pocket-App: in der gibt’s schon Werbeeinblendungen, wer sie ausblenden möchte, muss einen monatlichen Beitrag von 4,50 Euro zahlen.

Auch ja übrigens: Chrome-Nutzer müssen auf Pocket natürlich nicht verzichten, es wird von Pocket auch ein Plugin für Googles Browser angeboten.

(via Meedia
& heise)

Erst integriert, dann gekauft: Mozilla schluckt Später-Lese-App Pocket

mozilla-schluckt-pocketDen einen rettet die anonyme Firefox-Crowd, den anderen „rettet“ Mozilla persönlich. Erst gestern war an dieser Stelle das EPUBReader-Add-On für den Firefox-Browser Thema – für dessen Update die User-Gemeinde 25.000 Euro sammelte. Die heutige Breaking News zeigt, wie’s auch gehen kann: Read it Later Inc., das Startup hinter dem Firefox-Helferlein „Pocket“, wurde für einen nicht näher genannten Betrag von der gemeinnützigen Mozilla-Stiftung gekauft. Mit anderen Worten: die zuvor proprietäre Später-Lese- bzw. Später-Anschau-App mit mehr als 10 Millionen aktiven Usern ist jetzt endgültig Teil der nach Open Source-Regeln funktionierenden Firefox-Welt („Internet für Menschen, nicht für Profit“, so das Mission Statement).

Schritt zu mehr Datensouveränität

“Der freie Zugang zu qualitativ hochwertigem Web-Content ist der Schlüssel dazu, das Internet gegen die anschwellende Flut von zentralisierten, geschlossenen Geschäftsmodellen zu verteidigen“, kommentiert Mozilla-CEO Chris Beard den aktuellen Deal. Das Firefox-Konzept setzt dezidiert auf Datensouveränität – gerade auch mit Hilfe des Später-Lese-Features: „Pocket gibt den Leuten das notwendige Werkzeug, um mit Content aktiv umzugehen und ihn miteinander zu teilen, und zwar unabhängig von der jeweiligen Hardware oder Plattform“.

Vom Add-On zum intergrierten Feature

Pocket lässt sich nicht nur im Firefox-Browser bzw. im „Reader-View“ nutzen, sondern auch aus vielen anderen Apps wie Flipboard oder Twitter heraus – die gespeicherten Inhalte können dann auf unterschiedlichsten Geräten vom Smartphone bis zum Desktop-PC angeschaut werden, sowohl online oder offline. Schon 2015 war Pocket vom normalen Add-On zum fest eingebauten Firefox-Feature avanciert. Die enge Verzahnung von Open Source-Browser und proprietärer App hatte bei vielen für Verwunderung gesorgt – mit dem jüngsten Schritt wurde diese Scharte nun ausgewetzt.

Pocket-Team setzt die Arbeit fort

Für die Read it Later-Crew dürfte sich der Verkauf – sicherlich ein mehrfacher Millionen-Deal – zumindest vorerst deutlich glimpflicher auswirken als in der IT-Branche üblich, die meist nur am Know-How interessiert ist: „Pocket wird als Ganzes, als unabhängiger Teil der Mozilla Stiftung weiter bestehen. Wir bleiben in unserem Office, der Name steht weiter an der Tür, die Roadmap wird fortgesetzt“, verkündet Pocket-CEO und Gründer Nate Weiner. Freuen darf sich natürlich auch die Firefox-Nutzergemeinde: ihnen bleiben Pocket und die mit der App gespeicherten Daten nun dauerhaft erhalten, unabhängig vonUnbilden und Fährnissen der Web-Ökonomie.

(via TechCrunch)

„Schick’s auf’s Kindle“: Amazon startet „Read-it-later“-Knopf für Blogs & Webseiten

Amazon spendiert einen neuen Button für die Read-it-later-Fraktion: mit dem „Send-to-Kindle“-Knopf lassen sich Blogartikel und andere interessante Webinhalte jetzt direkt auf den Kindle-Reader oder die Kindle-App schicken. Der „geclippte“ Content landet zunächst in der Amazon-Cloud, und wird dann beim nächsten Synchronisieren des jeweiligen Gerätes automatisch via WiFi-Verbindung heruntergeladen.

Die Nutzung ist denkbar einfach: Beim ersten Anklicken erscheint ein Pop-Up-Fenster, in dem man sich mit den üblichen Kundendaten einloggen kann, und bekommt dann eine Auswahl der bereits registrierten Lesegeräte präsentiert, vom Kindle-Reader über das Fire Tablet bis hin zur Kindle-App für Mac oder PC. Beim nächsten Mal muss man im Pop-Up-Fenster dann nur noch das Versenden in Richtung Kindle bestätigen. Über einen kleinen Textlink lässt sich die Geräteauswahl zudem jederzeit ändern.

Das Skript für den Send-to-Kindle-Button lässt sich auf einer speziellen Amazon-Seite konfigurieren, etwa im Hinblick auf Text, Form und Farbe, und kann dann ganz einfach in die eigene Webseite integriert werden. Für WordPress-Blogs wird zudem ein offizielles Plugin angeboten. Erste Websites wie etwa BoingBoing.net haben den Button bereits in ihre Social-Media-Leiste eingebaut.

Letztlich kann der „Send-to-Kindle“-Button natürlich nichts, was nicht auch schon andere Apps wie etwa Instapaper oder Pocket ermöglichen. Auch diese Helferlein erlauben schließlich das Verschicken von Webinhalten, in dem sie die individuelle E-Mailadresse des Kindle-Readers nutzen – wenn auch als etwas versteckte Option. Amazon dagegen ist offenbar bemüht, die Sichtbarkeit der eigenen Geräteplattform im Web zu erhöhen, und durch den eigenen Button nun möglichst viele Nutzer zur Lektüre innerhalb des eigenen Ökosystems zu animieren.

Im Rahmen dieser Strategie wurde bereits vor einiger Zeit die „Send-to-Kindle-App“ für PC und Mac gestartet, mit der man Dokumente direkt vom Destkop auf den Reader schicken kann. Die App wandelt zahlreiche Dateiformate ganz einfach in ein PDF um und schickt sie vom Rechner aus in die Cloud. Synchronisiert man dann den Kindle-Reader via WiFi, gelangen die Dokumente automatisch auf das Lesegerät. Auch für diesen Service gibt’s bereits Alternativen, etwa die Kombination der Cloudspeicher-App Dropbox mit dem DropboxAutomator.

(via The Digital Reader)

Abb.: Screenshot