Kano kommt: Barnes & Noble fördert „Tech Literacy“ mit Raspi-Bastelset

kano-kommtBei Kickstarter gestartet, im Regal bei Barnes&Noble gelandet — klingt nach einer klassischen Crowdpublishing-Karriere eines Romans, Sachbuchs oder Comics. Doch Kano ist kein Buch, sondern ein Computer-Bausatz rund um den Raspberry Pi, der sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet. Hinter diesem äußerst erfolgreichen Projekt, das bereits 2013 via Crowdfunding angeschoben wurde, stecken Autor & Designer Alex Klein, der Investor Saul Klein (beide aus London) sowie der israelische Unternehmer Yonatan Raz-Fridman. Neuester Vertriebspartner: die größte verbliebene US-Buchhandelskette B&N.

„So einfach wie Lego“

Das Motto für das zum Roll-Out im Buchhandel extra neu designte Bastel-Set zum Preis von 150 Dollar lautet: „as simple and fun as Legos“ — tatsächlich lassen sich die einzelnen Komponenten wie Keyboard, Lautsprecher, Wi-Fi-Dongle und natürlich der mitgelieferte Raspi sehr einfach zusammenstecken. Nicht nur beim Zusammenbauen lässt sich eine Menge lernen, auch die auf Linux basierende Benutzeroberfläche „Kano OS“ sowie weitere Software-Tools wurden speziell für die Bedürfnisse von Nachwuchs-Hackern entwickelt.

„Learning by Doing“ im Buchhandel

Bei Barnes&Noble sieht man das Kano-Set als perfekte Ergänzung für die bestehenden ‚Learning by Doing‘-Angebote. Passend dazu wird der Lego-Computer wird im Herbst auch auf der jährlichen „Mini Maker Faire“ gefeaturet — in zahlreichen B&N-Filialen können die Kids dort auch erste Erfahrungen mit 3D-Druck, Drohnen, Robots und Programmiersprachen machen.

„USA braucht mehr Tech Literacy“

Das Ziel solcher Aktionen & Produkte sei die Förderung der „Tech Literacy“, so Kathleen Campisano, bei B&N zuständig für den Spiel- und Spielzeugbereich, diese begrifflich von der Lese- & Schreibfähigkeit abgeleitete Technik-Kompetenz hält Campisano für „so wichtig wie noch nie“ für die USA. Doch nicht nur der Buchhandel engagiert sich: Für die weite Verbreitung der Kano-Sets dürfte wohl auch der Vertrieb über die Spielwarenkette Toys’R’Us sorgen.

(via TheVerge)

Pi Zero startet: Mini-PC made in Wales als Zeitschriften-Gimmick

pi-zero-als-gimmickSchon bisher hat die britische Raspberry Pi-Stiftung alle Rekorde gebrochen, wenn’s darum ging, frei programmierbare und erweiterbare Einplatinen-Computer unter die Leute zu bringen – zum Preis von ein paar Dutzend Euro wurden seit 2012 mehr als 7 Millionen dieser Experimentier-Gadgets verkauft. Mit dem aktuellen Modell Pi Zero wird nun aber noch einmal ein ganz besonderer Meilenstein erreicht – für nur 5 Dollar gelangt die scheckkartengroße Leiterplatte mit Broadcom-CPU, 512 MB Ram, SD-Slot, HDMI und Mikro-USB in den Handel.

Wer die Dezember-Beilage der hauseigenen Zeitschrift Mag Pi kauft, erhält den Pi Zero sogar als kostenloses Gimmick dazu – und das bei einer 10.000er Auflage. Eine kleine Reminiszenz an die die frühen 1980er Jahre, als Elektronikzeitschriften wie Elektor eigene Computer-Bausätze feilboten, allerdings zu einem damals deutlich höheren Preis. Auch Sinclairs legendärer ZX 81 kostete als Bausatz noch eine ganze Menge.

Ein kompletter Computer als in Plastikfolie verpackte Zeitschriften-Mitgift, das wäre damals unvorstellbar gewesen. Aber Moore’s Law hat die Preisbarrieren nach und nach geschleift, ein funktionsfähiger PC (in diesem Fall freilich ohne Ein- und Ausgabegeräte geliefert) mit CPU und Speicher kostet mittlerweile offenbar weniger als ein Taschenbuch oder eine Zeitschrift. Fragt sich nur: wie geht’s weiter, nachdem das „Race to the bottom“ tatsächlich den Boden erreicht hat!?

Introducing PIZERO from Raspberry Pi Foundation on Vimeo.

E-Ink trifft Himbeere: Neues Aufsteck-Display für Raspberry Pi

raspberry-pi-eink-display-zum-einsteckenDer kleine Einplatinen-Computer Raspberry Pi ist so etwas wie der ZX 81 des 21. Jahrhunderts: überschaubar, günstig, einfach zu programmieren, und offen für alle möglichen Experimente. Schon bald nach dem Markstart im Jahr 2012 wurden zahlreiche Hacks veröffentlicht, um den kreditkartengroßen „Himbeerkuchen“ mit einem E-Ink-Reader oder Tablet zu verbinden. Auch „nackte“ E-Ink-Displays lassen sich mit einigem technischen Aufwand und entsprechender Verkabelung vom Mini-Computer aus ansteuern.

Display passt direkt in Erweiterungsport

Weitaus einfacher geht’s mit dem von Neil Matthews entwickelten „E-Paper HAT“ (=“Hardware Attached on Top“) – das Display lässt sich direkt in den Erweiterungsport (GPIO) des Raspberry Pi stecken. Der britische Raspberry-Aficionado hat zu diesem Zweck ein 2,7-Zoll E-Ink-Display von Pervasive Displays (Auflösung: 264 x 176 Pixel) mit einer selbst entwickelten Leiterplatte kombiniert, die alle notwendigen Funktionen zur Verfügung stellt, und sogar eine batteriegepufferte Echtzeituhr mitbringt.

„No cables to worry about“

„When I started looking around to see what was available, my first stop was a development kit from Pervasive Displays, then I came across a more compact arrangement from Embedded Artists in Sweden. Unfortunately they both have the drawback that they require trailing cables from the GPIO connector to the board. I wanted something that would just sit right on top of the Pi with no cables to worry about“, so Matthews über die Motivation dieser Bastelei.

Vorbestellung via Kickstarter möglich

Mit Hilfe der kostenlos im Web verfügbaren Steuerungssoftware lassen sich zahlreiche verschiedene Projekte realisieren, etwa eine Uhr für den Schreibtisch, eine automatisch aktualisierte Wetterstation oder ein Twitter-Feed-Display. Neben Bildern kann auch Text in beliebiger Form angezeigt werden. Zur Finanzierung des „E-Paper-HAT“ hat Neil Matthews eine Kickstarter-Kampagne gestartet, die Mindestsumme von 10.000 Pfund ist bereits erreicht. Vorbestellen kann man das E-Ink-Gadget noch bis Mitte Mai ab 39 Pfund, umgerechnet knapp 54 Euro.

(via Ink, Bits & Pixels & Liliputing)

KindleBerry Pi: Neuer Hack macht E-Ink-Display zum PC-Monitor

Wenn man mit einer Bluetooth-Tastatur das iPad oder ein Android-Tablet zum echten Laptop machen kann, warum eigentlich nicht auch einen E-Reader? Immerhin bekommt man dann einen flimmerfreien, garantiert augenfreundlichen Monitor. Genau das dachte sich offenbar der britische Elektronik-Bastler Geoffrey Tremblay, der mit minimaler Ausrüstung auf eine Europa-Rundreise gehen wollte. Mit dabei waren ein Kindle 3 („Tasten-Kindle“), eine Digi-Cam, ein Android-Smartphone sowie der nur kreditkartengroße Mini-Experimentier-Computer Raspberry Pi.

„Der Plan bestand darin, das Kindle als Screen zu benutzen, dazwischen die Rechenpower des Raspberry Pi, und am anderen Ende eine externe Tastatur, um komfortabel arbeiten zu können. Da man kein Keyboard direkt an den E-Reader anschließen kann, musste ich den Raspberry Pi als ‚Hub‘ nutzen. Die Bastelei startete, und am Ende wurde daraus das KindleBerryPi“, schreibt Tremblay auf seinem Blog. Wer will, kann also mit der kostenlos erhältlichen Bastelanleitung jetzt E-Books auf dem E-Book-Reader schreiben…

Alles, was man an zusätzlicher Hardware braucht, sind zwei Mikro-USB-zu-USB-Kabel, um den Mini-PC mit dem Kindle wie auch einem USB-Netzteil zu verbinden. Damit das Kindle überhaupt mitspielt, muss man einen sogenannten „Jailbreak“ durchführen, nach dem sich das unter der normalen Oberfläche laufende Linux-System direkt nutzen lässt. Das Kindle wird dann mit dem Raspberry Pi via USB vernetzt, und mit Hilfe einer speziellen Screencast-Funktion wird das E-Ink-Display am Ende zum Bildschirm für den Minicomputer, auf dem ebenfalls Linux läuft.

Das gesamte Verfahren ist immer noch etwas experimentell, und nicht ganz ohne Risiko: wenn etwas schiefläuft, kann das Kindle am Ende zu wertlosem Plastikschrott werden, warnt Tremblay. Als Konzeptstudie jedoch zeigt „KindleBerry Pi“, was in Zukunft alles möglich sein könnte. Als noch besserer Kandidat für ein improvisiertes E-Ink-Laptop könnte sich übrigens der Nook Touch von Barnes&Noble eignen – bereits Anfang 2012 schaffte es ein US-Hacker, mit Hilfe eines Software-Hacks den Reader direkt mit einem USB-Keyboard zu verbinden.

Abb.: Geoffrey Tremblay, ponnuki.net