Toq ist „always on“: Erste Smartwatch mit stromsparendem Mirasol-Display

Toq ist da – die erste Smartwatch mit stromsparendem Mirasol-Display feiert Premiere auf der IFA. Der Trend zum „Second Screen“ geht damit in die zweite Runde. Nach der Kombination TV/Tablet lautet die nächste Paarung nun also Smartphone plus drahtlos synchronisierte Smartwatch. Bisher bedeutete das für den Nutzer jedoch auch: noch ein Gadget, das alle 24 Stunden an die Steckdose muss. Denn die meisten Produkte in dieser Kategorie setzen auf hintergrund-beleuchtete Displays, so etwa Sonys SmartWatch2 und Samsung Galaxy Gear.

Reflexive Technologie ähnlich wie E-Ink

Die von Qualcomm entwickelte Mirasol-Technologie gehört dagegen zu den passiven bzw. reflexiven Darstellungsmethoden, ähnlich wie E-Ink – und spielt ihre größte Stärke im prallen Sonnenlicht aus. Außerdem ist das Display im Format 1,55 Zoll und einer Auflösung von 288×192 Pixeln „always on“, wie bei einem E-Reader, ohne dass der Akku vorzeitig schlapp macht. Zusammen mit der Nutzung von Bluetooth als direktem Draht zum Smartphone sollen so immerhin mehrere Tage im Dauerbetrieb möglich sein.

Weiteres interessantes Detail: Qualcomms Smartwatch lässt sich drahtlos wiederaufladen, indem man sie auf das mitgelieferte Case legt. Die „WiPower™ LE“-Technologie kümmert sich auch um den Saft für die drahtlos funkenden Kopfhörer, die ebenfalls zum Lieferumfang gehören. Besser gesagt, Headsets – denn mit den weißen Stöpseln kann man auch telefonieren, falls man vor lauter Smartwatch- und Smartphone-Apps dafür noch Zeit hat.

Qualcomm testet Verkauf in limitierter Auflage

Ähnlich wie E-Ink mit Farbdarstellung hatte Mirasol bisher immer noch einen gewissen Nachteil gegenüber LED-Displays – die Farbdarstellung war nicht ganz so brillant und kontrastreich. Wohl auch ein Grund dafür, dass sich Mirasol bisher genausowenig als alternative Displaytechnologie bei E-Readern oder Tablets durchsetzen konnte, obwohl es durchaus Versuche gab. Etwa den von Qualcomm entworfenen Kyobo-Reader, der von der südkoreanischen Buchhandelskette Kyobo Book Centre noch bis Mitte 2012 vertrieben wurde.

Mit der Toq startet Qualcomm nun einen neuen Versuch – allerdings erstmal nur sehr vorsichtig. Die Smartwatch wird nämlich nur von Qualcomm selbst vermarktet, und das auch nur in limitierter Auflage. US-Kunden können sie ab Herbst für etwa 300 Dollar erwerben. Offenbar will man Toq als Testballon nutzen, um die Chancen für Mirasol-Displays auszuloten – die in einer größeren Variante natürlich auch für Smartphones produziert werden könnten. Ganz alleine auf weiter Flur ist Mirasol jedoch nicht – auch E-Ink-Displays drängen auf den Markt für „Wearables“ – siehe Projekte wie Sonostar oder Pebble.

Abb.: Screenshot

Amazon in Europa: Bringt der Weihnachtsmann den Briten einen Kindle?

Amazon könnt mit seinem Kindle E-Reader nun doch den Sprung nach Europa wagen: einem Bericht von mobiletoday.uk zufolge plant das Unternehmen den Verkaufsstart für den britischen Markt für die Weihnachtszeit 2009. Angeblich stehe Amazon bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem namentlich nicht genannten Mobilfunk-Netzbetreiber. Die Firmen Vodafone, Orange und 3 seien jedoch offenbar aus dem Rennen. Die gesamte technische Seite der Kindle-Produktion für den europäischen Markt soll das Unternehmen Qualcomm sicherstellen. Um die Lieferung von E-Books und weiterem Content für den Kindle sicherzustellen, habe es bereits eine Einigung mit Verlagen gegeben, was Zeitungen und Zeitschriften betreffe, würden noch Gespräche geführt.

Bisher mussten britische Kindle-Fans kreativ werden, um an Amazons E-Reader heranzukommen

Bisher mussten die britischen Kindle-Fans einigermaßen kreativ sein, um an einen Kindle zu kommen. Nötig war eine US-Adresse sowie eine Kreditkarte, die über ein amerikanisches Konto abgerechnet wird. Da der drahtlose „Whispernet“-Service in Großbritannien nicht funktioniert, mussten alle E-Boos den Umweg über einen normalen PC gehen. Eine Amazon-Sprecherin wollte den Briten auf Nachfrage jedoch nicht versprechen, dass die Kindle-lose Zeit auf der Insel bald zu Ende sein könnte: „Wir haben in der Vergangenheit zwar angekündigt, dass ein Kindle-Release außerhalb der USA geplant wird. Doch im Moment gibt es dafür keinen festen Termin.“