Pre-Order, Serialisierung, Perma-Free Starter: Smashword Survey 2015 gibt Promotion-Tipps

„Upload, distribute, get paid“, so einfach geht Self-Publishing z.B. über die US-Plattform Smashwords, die diesen Dreisatz auch als Werbeslogan verwendet. Mehr als 300.000 Titel wurden alleine zwischen Frühjahr 2014 und Frühjahr 2015 via Smashwords und die angeschlossenen Stores wie Kindle, Kobo & Co. veröffentlicht, der damit erzielte Umsatz lag bei 25 Millionen Dollar.

Optimaler Word-Count liegt knapp unter 100.000

Natürlich verkauft sich nicht jedes E-Book gleich gut – woran das (abgesehen vom Content natürlich) liegt, zeigt der jährlich veröffentlichte „Smashword Survey“, der auch diesmal wieder interessante Einsichten vermittelt. Zum Beispiel, das in der Kürze nicht immer die Würze liegt: auch wenn die durchschnittliche Textlänge der Top-70-Bestseller bei Smashwords in den letzten Jahren gesunken ist, sie liegt immer noch in der Nähe von 100.000 Worten.

Pre-Order boostet die Verkaufszahlen

Ein wichtiges Promotion-Mittel ist das Einsammeln von Vorbestellungen vor dem eigenen Launch-Termin – solche Titel erzielen dreimal mehr Umsätze als solche ohne Vorverkauf, drei Viertel aller Bestseller hatten ursprünglich Pre-Order-Status. Allerdings nutzt nur jeder zehnte Smashword-Autor die auf Plattformen wie Amazon, iBooks oder Barnes&Noble angebotene Vorverkaufs-Option.

Sehr gut funktioniert auch immer noch die Serialisierung, insbesondere, wenn der erste Titel einer Serie zum kostenlosen Download angeboten wird: das Prinzip „Free Series Starter“ steigerte die E-Book-Verkäufe von Smashword-Autoren um satte 66 Prozent.

Gratis-Marketing bleibt wichtiger Push-Faktor

Überhaupt hat Gratis-Marketing immer noch einen starken Einluss auf das Publikum, kostenlose Titel werden zwar nicht mehr um den Faktor 100 gegenüber Bezahl-Titeln bevorzugt, sie erzeugen aber auch aktuell noch 40 mal mehr Downloads, was sich dann auch auf die Backlist-Verkaufszahlen von Autoren/Verlagen auswirkt.

Ideal für das Pricing sind vor allem drei Stufen: 99 Cent, 2,99 und 3,99 Dollar. Die 4 Dollar-Schwelle erzeugt interessanterweise am meisten Verkäufe – wobei an dieser Stelle immer stärker Indie-Autoren mit Verlagen konkurrieren, die ihr E-Book-Pricing nach unten angepasst haben.

[Aktuelles Stichwort] E-Book-Pricing: auf der Suche nach dem perfekten Preis


[Dieser Artikel ist eine Preview aus: „das große e-book & e-reader abc“, das mehr als 200 aktuelle Stichwörter von Adobe-ID bis Zweifinger-Zoom enthält. Es ist digital und gedruckt im Oktober 2014 erschienen – und kann direkt bei ebooknews press bestellt werden…]

Unter E-Book-Pricing versteht man die Preisgestaltung von elektronischen Büchern, insbesondere auch im Hinblick auf das Preisverhältnis zu Hardcover und Taschenbuch. Da die Buchpreisbindung in Deutschland auch für E-Books gilt, dürfen E-Books zwar günstiger angeboten werden als gedruckte Bücher, müssen jedoch auf allen Plattformen zum selben Preis verkauft werden. Ebensowenig möglich ist dynamisches Pricing (>>„Pay-What-You-Want“). Erlaubt sind aber neben >>Gratis-Marketing vergünstigte >>Bundling- und >>Flatrate-Angebote.

Große Verlage bieten E-Books hierzulande in der Regel zwanzig Prozent günstiger als die günstigste verfügbare Druckvariante. Das führt bei Neuerscheinungen, die zunächst nur als Hardcover erhältlich sind, nicht selten zu E-Book Preisen um 20 Euro. Mit solchen Strategien wird u.a. versucht, das traditionelle, auf den besonders hohen Margen für Hardcover basierende Geschäftsmodell zu bewahren. Grundsätzlich lassen sich durch niedrige E-Book-Preise und hohe Absatzzahlen ähnliche oder sogar größere Gewinne erzielen als mit hoch angesetztem Pricing. Darauf basiert die Low-Price-Strategie vieler Digital Only-Verlage.

In den USA und Großbritannien werden nicht nur Print-Bücher stark rabattiert, sondern auch E-Books deutlich niedriger bepreist, was u.a. dazu führt, das Originalversionen englischsprachiger Romane und Sachbücher auch für deutsche Kunden (etwa via Amazon.de, Kobo etc.) deutlich günstiger erhältlich sind als die entsprechenden Übersetzungen.

Bei einer neuen Warenform wie dem E-Book gibt es keine Erfahrungswerte, insofern sind aktuelle Pricing-Strategien als Experimente zu verstehen, mit denen man herausfinden will, welche Preise von den Kunden akzeptiert werden. Der große Erfolg von günstigen Self-Publishing-Titeln insbesondere bei Amazon.de weist darauf hin, dass auch in Deutschland der ideale Preis deutlich niedriger liegt als das Pricing klassischer Verlage. Die Top 100 im Kindle Store wird bereits zu zwei Dritteln dominiert von Titeln, die zwischen 2,00 Euro und 5,00 Euro kosten.

Durch die Staffelung der Tantiemen versuchen große Plattformen teilweise Einfluss auf das Pricing zu nehmen, in dem für E-Books unterhalb bzw. oberhalb einer bestimmten Schwelle deutlich weniger Geld an die Rechteinhaber ausgeschüttet wird (bei Amazon z.B. 35 Prozent statt 70 Prozent).


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Amazon-Bashing, Orwellsche Kartelle & der Kulturkampf um’s teure Buch

Der öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen Amazon & Hachette entwickelt sich langsam zum rhetorischen Grabenkampf – nicht nur lebendige Leser und Autoren werden in Stellung gebracht („Authors United“ gegen „Readersunited“), sondern auch Zitate aus dem Club der toten Dichter. Auf der Website readersunited.com, gelauncht als Reaktion auf den via New York Times-Anzeige verbreiteten offenen Brief der amazonkritischen „Authors United“, hat das Unternehmen ausgerechnet eine vermeintlich gegen billige Taschenbücher gerichtete Sentenz von George Orwell exhumiert, um Hachette in ein schlechtes Licht zu rücken. „The Penguin Books are splendid value for sixpence, so splendid that if the other publishers had any sense they would combine against them and suppress them„, schrieb Orwell 1936 über das damals brandneue Format, das anfangs für ein Zehntel des Preises von Hardcovern über den Ladentisch ging.

Orwellsche Momente, gestern & heute

Die weitere Argumentation ist wohlfeil: Ja, genau, Orwell hat Kartellbildung vorgeschlagen, heißt es auf Readersunited, und heutzutage würden die Verlage zu ähnlich illegalen Methoden greifen, um die Preise von Büchern künstlich hoch zu halten. Nicht gaaanz dasselbe, aber: „Well… history doesn’t repeat itself, but it does rhyme“. Allerdings reimt sich ja Orwell auch auf Amazon – seitdem das Unternehmen 2009 über Nacht via Whispersync ausgerechnet Ausgaben von „1984“ und „Animal Farm“ auf Kindle-Readern seiner Kunden gelöscht hat. Damals sprach die NYT von einem „Orwellian Moment“, und Jeff Bezos wurde als „Großer Bruder“ verspottet.

In diesen Tagen hagelte es nun erneut Kritik vom East River – denn Amazon hatte vom obigen Zitat nur die zweite Hälfte zitiert (ab „that if the other publishers…)“, und damit unterschlagen, dass Orwell aus Leser-Perspektive günstige Literatur durchaus goutierte. So schrieb die NYT dem Online-Händler ins Stammbuch: „This perceived slur on the memory of one of the 20th century’s most revered truth-tellers might prove to be one of Amazon’s biggest public relations blunders since 2009“.

Snobismus oder berechtigter Protest?

Auch die aktuellen Buch-Blockaden im Online-Store von Amazon haben natürlich einen Orwellschen Flavor, und so betonen die als „Authors United“ firmierenden Edelfedern — darunter auch Amazon-Profiteure wie Stephen King oder John Grisham — mit einer gewissen Berechtigung: „“As writers – most of us not published by Hachette – we feel strongly that no bookseller should block the sale of books or otherwise prevent or discourage customers from ordering or receiving the books they want“. Diesem Protest haben sich mittlerweile auch traditionell denkende und veröffentlichende deutsche Verlags-Autoren angeschlossen.

Was nicht unwidersprochen blieb. „Bislang beschränkte sich die saturierte Elite überwiegend auf snobistisches Aldi- und Mediamarkt-Bashing. Doch seit kurzem haben sie ein neues Ziel: amazon“, ätzt Thomas Brasch auf seinem Blog. Den Kritikern gehe es nämlich gar nicht um das Produkt „Buch“, sondern „um ein elitäres Vorrecht, dass sie seit der Erfindung des Buchdrucks immer wieder vehement verteidigen: zur einflussreichen Bildungs- und Kulturelite zu gehören“.

Paperpacks als erster Disruptor der Buchbranche

Dass Paperbacks seit den 1960er Jahren in den USA deutlich teurer waren als in den wilden 30er Jahren, hat übrigens nur sehr wenig mit Kulturkämpfen um das gute Buch zu tun, sondern eher mit Konzentrationsprozessen in der Buchbranche, ebenso wohl mit der Tatsache, dass Verlage die Taschenbuch-Rechte irgendwann nicht mehr an Dritte verscherbelt, sondern lieber selbst verwertet haben, mit angepasstem Pricing und zeitlichem Abstand zum Hardcover-Launch.

Die ursprüngliche Rolle von Paperbacks fasst Indie-Autor Edward Robertson auf seinem Blog so zusammen: „they were invented to disrupt the hardcover industry“. Insofern ist Amazons Rolle mit der von Discount-Verlagen vergleichbar, die in den Dreißiger Jahren Taschenbücher für Centbeträge auf den Markt warfen. Ob preiswerte Lektüre nun gut ist oder schlecht ist, darüber konnte man schon damals geteilter Meinung sein. Wie z.B. George Orwell. Was ihn als Leser begeisterte, machte ihm aus Sicht der Buchindustrie eher Sorgen: “The cheaper books become, the less money is spent on books.” Denn für das gesparte Geld, so der Schriftsteller, würden die Leute dann lieber eine Kinokarte kaufen.

Abb.: Flickr/Timothy Krause (cc-by-2.0)

Der Preis ist (zu) heiß: Digital holt auf, doch E-Book-Pricing bleibt Wachstumsbremse

Global Entertainment and Media Outlook E-Book Pricing.gifPrint bleibt wichtig, Digital holt langsam auf, aber nicht überall gleich schnell – so lässt sich der aktuelle „Global Entertainment and Media Outlook“ von PricewaterhouseCoopers (PwC) zusammenfassen. Digitale Medien können dem Beratungsunternehmen zufolge zwar die höchsten Wachstumsraten vorweisen, den größten Umsatz generiert aber bis auf weiteres die Gutenberg-Galaxis. Die Investitionen im Printsektor dürften in den nächsten Jahren sogar wieder leicht ansteigen. E-Books werden in Europa bis 2014 nur einen geringen Marktanteil erreichen – vor allem hohe Preise dämpfen das Wachstum.

In Europa rotiert die Gutenberg-Galaxis: Zeitungsmarkt stabilisiert sich, Buchmarkt leicht im Plus

Besondere Dynamik verspricht der Medien- und Unterhaltungssektor in Asien und Südamerika – PwC prognostiziert für diese Regionen bis 2014 jährliche Wachstumsraten von 6 bis 8 Prozent. In Japan gehört beispielsweise das mobile Internet längst zum Alltag – dort surft nicht nur jeder zweite bereits unterwegs, im Land der aufgehenden Sonne wird überhaupt die Hälfte der weltweiten Mobilfunkumsätze getätigt. Europa liegt mit vier Prozent Zuwachs im M&U-Sektor dagegen eher im Halbschatten, während die USA zwar mit mehr als 500 Mrd. auch weiterhin den größten Markt darstellen, aber nur ein sehr geringes Wachstum vorweisen können. Zu den bremsenden Faktoren zählt etwa die Zeitungskrise: im Jahr 2014 werden laut PwC zwischen Ost- und Westküste nur noch 35 Millionen Zeitungen täglich verkauft, gegenüber 53 Millionen im Jahr 2005. Erstaunlich stabil entwickelt sich der Markt für Printprodukte offenbar in Europa. Die Auflagen gehen in den nächsten Jahren zwar leicht zurück, die Erlöse steigen jedoch dank höherer Verkaufspreise an. Deutschland bleibt PwC zufolge vor Großbritannien und Frankreich mit Umsätzen von knapp 12 Mrd. Dollar jährlich der größte europäische Zeitungsmarkt.

E-Book-Pricing in Deutschland bleibt zentrale Wachstumsbremse

Als besonders krisenfest hat sich auch der Buchmarkt erwiesen. Für Deutschland erwartet PwC bis 2014 bei Belletristik & Sachbuch ein Umsatzplus von 1,9 Prozent pro Jahr. Damit würde das Leseland weiterhin deutlich vor Großbritannien und Frankreich liegen. Elektronische Lektüre hat daran allerdings kaum Anteil. Während E-Books sich etwa in den USA als echter Umsatztreiber erweisen, sagt PwC für die nächsten Jahren nur ein langsames Wachstum voraus. Der Gesamtumsatz mit belletristischen E-Books lag 2009 in Europa, Nahost und Afrika lediglich bei 25 Millionen US-Dollar. Bis 2014 dürfte dieser Wert zwar um durchschnittlich über 50 Prozent pro Jahr steigen, in absoluten Zahlen bleibt der Erlös mit 199 Millionen US-Dollar aber gegenüber 47 Mrd. Dollar Gesamtumsatz in der Buchbranche vergleichsweise gering. Voraussichtlich werde in Deutschland „auch in fünf Jahren wohl nur vergleichsweise wenig Umsatz mit elektronischen Büchern gemacht“. Zu den Gründen zählt PwC unterschiedliche Preiserwartungen von Konsumenten und Verlagen. Sprich: E-Books sind zu teuer.

Der Tag des Tablets: ipad-Verkauf in Deutschland startet am 28. Mai

ipad-deutschland-start-28-mai.gifDas iPad kommt nach Deutschland – am 28. Mai ist es soweit. Zeitgleich startet Apples Tablet in weiteren europäischen Ländern sowie in Australien und Kanada. Das gab Apple heute in einer Pressemitteilung bekannt. Vorbestellen kann man das iPad bereits ab 10. Mai. Zu diesem Zeitpunkt dürften auch die offiziellen Verkaufspreise bekannt gegeben werden. Branchen-Insider schätzen, die Basisversion des iPads (16 Gigabyte) könnte in Europa für 479 Euro in den Handel gelangen.

Wieviel das iPad wirklich kostet, erfahren deutsche Kunden erst am 10. Mai

Als vor knapp einem Monat der iPad-Start außerhalb der USA verschoben wurde, war die Enttäuschung groß – doch Apple war offenbar Opfer des selbsterzeugten Hypes geworden, und die Lager leerten sich schneller als erwartet. Das „Jesus-Tablet“ ist immer noch ein Kassenschlager: „In den USA hat Apple bereits mehr als eine Million iPads verkauft, außerdem haben die Kunden inzwischen mehr als 12 Millionen Apps aus dem App Store heruntergeladen und mehr als 1,5 Millionen E-Books aus dem neuen iBook-Store“, fasste Apple in seiner heutigen Pressemitteilung die wichtigsten Erfolgszahlen zusammen. Während Deutsche, Franzosen, Italiener und Engländer sich ab Ende Mai an den Verkaufsrekorden beteiligen dürfen, müssen andere noch etwas länger warten. In kleineren Ländern wie Österreich, Belgien oder den Niederlanden wird das iPad erst ab Juli über den Ladentisch gehen.
Die offiziellen Geräte-Preise für deutsche Kunden werden erst Anfang nächster Woche bekannt gegeben. Doch die Tech-Blogger von Engadget.com haben sich bereits an einer Schätzung der europäischen iPad-Preisstaffel versucht:

[Nachtrag, 10.05.2010: Gute Schätzung – die aktuellen Preise, die Apple heute bekanntgegeben hat, liegen aber etwas höher, siehe zweite Spalte…

iPad-Preise Europa (Schätzung vonEngadget.com) / tatsächlicher Dltd.-Preis laut Apple

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