Hardware für die Massen: Amazon plant bis zu 100 neue Pop-Up-Stores

amazon-popup-storeAmazon zeigt immer mehr Offline-Präsenz — und testet Methoden, möglichst schnell an möglichst vielen Orten präsent zu sein. Neben bemannten Pick-Up-Locations („Unstores“) oder automatischen Packstationen an Tankstellen kommen jetzt offenbar vermehrt Pop-Up-Stores dazu. Schon seit 2013 waren nicht nur in den USA, sondern auch in Frankreich und China einzelne dieser Shopping-Locations innerhalb größerer Einkaufszentren aufgetaucht.

Pop-up-Stores in Shopping Malls

Exakt 22 dieser Stores listet Amazon selbst in Nordamerika auf. Doch nun sollen auf einen Schlag mehr als ein Dutzende weitere dazukommen: Business Insider zufolge wird sich die Zahl in den USA bis Ende des Jahres auf mehr als 30 erhöhen. Bis Ende 2017 könnten in US-Shoppingmalls dann sogar bis zu 100 dieser zumeist 300 bis 500 Quadratmeter großen Verkaufsflächen ihre Tore öffnen.

Dass Amazon per Stellenanzeige festangestellte Kräfte für die Pop-Up-Stores sucht, könnte darauf hinweisen, dass die Testphase mit temporären Stores vorüber ist, und das Unternehmen nun eine längerfristige Präsenz vor Ort plant.

Via Fire & Co. mehr Traffic für Amazon.com

In den Pop-Up-Stores wird vor allem Amazon-Hardware verkauft, neben E-Readern und Tablets u.a. auch Fire TV, Echo-Konsolen und verschiedene weitere gebrandete Geräte. „The broader goal is to drive more traffic to Amazon’s online store, as these devices make it easier to purchase items there“, vermutet BI.

Im Unterschied dazu scheint die Offensive in Sachen stationärer Buchhandel langsamer fortzuschreiten als zuvor viele Branchenbeobachter angenommen hatten — neben der ersten Filiale in Seattle sind bisher an drei weiteren US-Standorten Amazon Bookstores geplant.

Kindle-à-Gogo: Amazon eröffnet Pop-Up-Kioske in Pariser Shopping Malls

kindle-pop-up-store-in-parisWenn man schon keine Herrenboutique mit dem Papst in Wuppertal eröffnet, wie wäre es dann mal mit einem Kindle-Kiosk mit Jeff Bezos in Paris? Genau das gibt’s am Rand der französischen Hauptstadt jetzt tatsächlich (nur ohne Jeff Bezos in personam), denn mitten in zwei populären Shopping Malls hat das US-Unternehmen in diesen Tagen Pop-Up-Kioske eröffnet.

Der Zweck des spontanen Budenzaubers ist klar: An den edel holzvertäfelten Comptoires in La Défense und Le Chesnay soll während der verkaufsstarken Weihnachtsaison die Kindle-Modellreihe vom Basis-Reader bis zu Kindle Voyage und Kindle Fire Tablet promotet werden, und zwar sieben Tage die Woche. Die Ausführung des Mini-Projektes hat die italienische Agentur Target zusammen mit dem Pariser Start-Up Coephe Retailbox übernommen, das sich auf den „commerce ephemère“ in Einkaufszentren spezialisiert hat.

Wenn auch keine Eintagsfliegen, so bedeuten die beiden Kioske also definitiv nicht der Einstieg ins stationäre Geschäft, wie Amazon ihn gerade in Seattle testet: Ende Januar werden die französischen Pop-Up-Kioske wieder demontiert – sie sind also eher Teil der Amazonschen Experimentierfreude, die uns u.a. auch schon Kindle-Automaten an Flughäfen beschert hat.

Doch auch die ephemere Paris-Präsenz für das Kindle kann wohl nicht schaden, denn auf dem Publikumsmarkt haben E-Books jenseits des Rheins erst einen mageren Umsatzanteil von 3 Prozent ergattert. Was nicht heißen soll, dass sich das Pop-Up-Konzept nicht auch in Deutschland lohnen würde… vielleicht in Sichtweite einer Thalia- oder Hugendubel-Filiale? Das Medienecho wäre sicher schon mal garantiert.

(via The Digital Reader/defense-92.fr/sitesdesmarques)

Abb.: defense-92.fr