Thalias neue Trumpfkarte heißt Cybook Odyssey – Start am 20. Juni

Thalia stellt sich im E-Reader Geschäft neu auf – in Zukunft setzt die Buchhandelskette auf das Cybook Odyssey. Für 119 Euro kommt der 6-Zoller mit WiFi und Touch-Screen ab 20. Juni in den Handel, gab das Hagener Unternehmen jetzt bekannt. Der vom französischen Hersteller Bookeen produzierte Reader glänzt mit High-Speed-E-Ink (HSIS-Technologie), so dass sich auch Animationen und sogar Videos einigermaßen flüssig darstellen lassen. Mit 2 Gigabyte internem Speicher liegt das Cybook im Mittelfeld vergleichbarer Geräte. Anders als beim ebenfalls von Thalia angebotenen Sony-Reader PRS-T1 ist beim Cybook Odyssey der hauseigene eBook-Store bereits auf dem Gerät vorinstalliert, komfortablem E-Book-Shoppen via WLAN steht also nichts mehr im Weg. Mit dem neuen Star im Team scheint zugleich das Ende von Thalias Eigenentwicklung namens Oyo näherzurücken – die WiFi-Version der zweiten Generation (Oyo II) wird jetzt bereits für 79 Euro verramscht (vorher: 119 Euro).

Die eigentliche Konkurrenz heißt längst Amazon

Der fliegende Wechsel in der Angebotspalette findet laut Thalia „im Zuge der unternehmerischen Neuausrichtung“ statt – es gehe darum, die „Nutzungsvielfalt der digitalen Leseangebote“ auszubauen und ein möglichst „breites, auf individuelle Kundenbedürfnisse abgestimmtes eReader-Sortiment“ anzubieten. Was Thalia tatsächlich fehlte, war ein neues Zugpferd – denn Sonys Reader ist mit 149 Euro immer noch etwas teuer, die technisch schon überholten Oyo-Modelle kamen auch nach einem Relaunch nicht mehr so richtig bei den Kunden an. Die eigentliche Konkurrenz, das scheint mittlerweile klar, sind zudem längst nicht mehr deutsche Online-Portale, sondern Amazon, Kobo & Co. Die Reader der Konkurrenz aus Übersee sind gut designt, erfreulich günstig und bieten ein nahezu perfektes Kundenerlebnis. Mit dem Cybook Odyssey könnte es Thalia tatsächlich gelingen, in diese Liga vorzustoßen.

E-Book-Verkauf in den Buchhandlungen

Mit der eingeschlagenen „Multichannel“-Strategie hat Thalia ohnehin eine Trumpfkarte im Ärmel – nämlich die Präsenz vor Ort. Verkauft wird die gesamte E-Reader-Palette somit nicht nur online, sondern auch in den knapp 300 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beratung und Nähe sieht man bei Thalia tatsächlich als entscheidenden Vorteil gegenüber den „Online Pure Playern der Branche“: so sind zum einen Buchempfehlungen und Rezensionen zukünftig auch über die eReading-Apps abrufbar, für deren Weiterentwicklung das von Thalia übernommene Berliner Startup textunes sorgt. Die Buchhandlungen um die Ecke werden zugleich für Neueinsteiger zur Anlaufstelle für elektronischen Lesestoff – dafür sollen spezielle „eBook-Boxen“ sorgen. Die analogen Schachteln beinhalten Booklets und Wertgutscheinen mit einer Anleitung zum digitalen Lesen sowie Lesetipps von Thalia-Buchhändlern.

Abb.: Bookeen

Thalia legt nach: Oyo-Reader ab Februar als UMTS-Version lieferbar

oyo-thalia-e-readerThalias Oyo-Reader gibt’s ab 11. Februar auch in einer „WLAN+3G“-Variante, vorbestellen kann man die De-Luxe-Version zum Preis von 189 Euro bereits jetzt. Eigentlich hatten ja Thalia wie auch Libri versprochen, ihre E-Reader bis Weihnachten auch als UMTS-Version zu liefern. Daraus ist aber leider nichts geworden. Libri war allerdings ein bisschen schneller: Der Acer LumiRead ist immerhin seit Mitte Januar bereits zum Preis von 229 Euro mit Mobilfunk-Karte lieferbar.

Beim Kontrast liegt Thalias Oyo hinter Kindle&LumiRead

LumiRead, Oyo, Kindle – drei E-Ink-Reader bieten deutsche Kunden jetzt drahtloses Shopping von jedem Ort, – zu Preisen von 139 bis 229 Euro. Vom äußeren her setzt Thalia noch stärker auf Einfachheit als die Konkurrenz. Nur vier Bedienknöpfe zieren den Oyo, neben dem Einschaltknopf ein Home-Button und zwei Umblätter-Tasten. Durch die Platzierung am rechten Rand des Displays ist der Oyo insgesamt nicht höher als viele 5-Zoll-Lesegeräte – durch die Konzentration auf das Touch-Screen-Display sieht das Lesegerät fast aus wie ein Tablet. Das Oyo-Display bietet mit 16 Graustufen und 600×800 Pixeln Auflösung soliden E-Ink-Standard, kann allerdings vom Kontrast her nicht mit der neuesten Pearl-Technologie mithalten, wie man sie vom Kindle 3 oder Sonys neuesten E-Readern kennt. Die Lesequalität ist eher vergleichbar mit Touch-Screen-Geräten der ersten Generation wie etwa dem Onyx Boox oder dem Pocketbook 302 (siehe den ausführlichen Testbericht zur WLAN-Version des Oyo).

Alles, was jetzt noch fehlt, ist eine Oyo-App

Für Thalias Multichannel-Strategie ist die UMTS-Version des Oyo der vorläufige Schlusstein, nun kann der Einkauf im E-Store auch außerhalb von WLAN-Hotspots stattfinden. Der Einkauf im E-Store via UMTS ist mit dem Oyo kostenlos, ein vergleichbares Modell bietet auch Libri an – LumiRead-Käufer bekommen ein Startvolumen von 50 MB, für jeden Einkauf werden weitere 5 MB gutgeschrieben. Alles, was jetzt noch fehlt, ist eine Oyo-App, um auch per Tablet, Smartphone oder Desktop einzukaufen & zu lesen. Libri hat eine E-Reader-App für Android & iOS für dieses Jahr angekündigt. Amazon bietet mit der Kindle-App bereits seit 2010 eine solche Lösung an, doch man braucht natürlich auch passenden Content, um ein Multichannel-Modell zum Laufen zu bringen. Bis zum Start eines nationalen Kindle-Stores muss man auf deutschsprachige Kindle-E-Books aber noch verzichten.

Oyo-Reader Specs:


Abmessungen

124x154x11mm

Display

6-Zoll E-Ink Touch-Screen,
800*600 Pixel bei 16 Graustufen
Automatische Ausrichtung Hoch/Querformat (G-Sensor)

Textfunktionen

Virtuelle Tastatur, Erstellung von Notizen
und einfaches Setzen von Lesezeichen,
6 Schriftgrößen, 5 Fonts

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

240 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

2 GB, davon ca. 1,5 GB nutzbar

Akkulaufzeit

8000 x Umblättern, bis zu 2 Wochen

Preis

139 Euro (Basisversion WLAN)
189 Euro (WLAN+3G-Version)

E-Book zuerst: Harlan Cobens neuer Thriller „In seinen Händen“ exklusiv als epub

Harlan Coben ist der erste Krimi-Schriftsteller, dem es gelang, hintereinander die 3 wichtigsten US-Krimi-Preise zu gewinnen: Edgar Allan Poe Award, Shamus Award, Anthony Award. Bekannt geworden ist der Bestseller-Autor vor allem durch seine Myron-Bolitar-Reihe, mit der Figur des Sportreporters Bolitar im Mittelpunkt, der eher unfreiwillig zum Privatdetektiv wird. Aus Cobens Feder stammen jedoch auch zahlreiche Stand-Alone-Novels – eine der neuesten ist „Caught“, oder auf deutsch: „In seinen Händen„. Wie üblich wird die deutsche Fassung des neuen Cobens bei Goldmann erscheinen – im Print im Januar 2011. Als E-Book kann man das Buch allerdings schon jetzt lesen – und zwar exklusiv bei Thalia. Die Papierversion wird 14,90 Euro kosten, die epub-Version kann man für 11,99 Euro herunterladen. Letzlich aber nur die Spitze des E-Berges: Von mehr als einem Dutzend Coben-Thriller sind insgesamt damit nur drei Titel als E-Book lieferbar (zusätzlich „Kein Sterbenswort“ & „Von meinem Blut“).

Thalias Oyo-Reader im Test: Drahtlos zum E-Book, rund um die Uhr

oyo-testbericht-readerKurz vor dem Oyo-Start hat E-Book-News Thalias neuen Reader getestet. Mit dem intuitiv bedienbaren Touch-Screen-Gerät setzt Deutschlands zweitgrößte Buchhandelskette auf Multichannel: Bücher überall und jederzeit. Bei der Basisversion für 139 Euro sorgt eine WLAN-Karte für bequemes Shopping im E-Store. Gehäuse-Design und grafische Benutzeroberfläche machen mächtig Lust auf’s elektronische Lesen, egal ob epub oder PDF. Einziges echtes Manko ist der Kontrast des E-Ink-Displays – hier fällt der Oyo gegenüber Sony, Kindle & Co. deutlich ab.
(Update 28.10.: Der Oyo-Reader kann jetzt online bestellt werden. )

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Eins bietet der Oyo leider nicht: kontrastreiches Pearl-E-Ink

Wer bisher in Deutschland drahtlos E-Books kaufen wollte, brauchte neben dem E-Reader mindesten Laptop, Tablet oder Smartphone. Thalias neuer Oyo-Reader macht dank WLAN-Funktion den Leser unabhängig -- so lange man in der Nähe eines Hot-Spots ist, stehen Tag und Nacht mehr als hunderttausend deutsche Titel zur Verfügung. Der Preis ist außerdem heiß: Mit 139 Euro liegt der Oyo-Reader leicht unter dem Import-Preis von Amazons neuem Kindle 3. Vom äußeren her setzt Thalia noch stärker auf Einfachheit als die amerikanische Konkurrenz. Nur vier Bedienknöpfe zieren den Oyo, neben dem Einschaltknopf ein Home-Button und zwei Umblätter-Tasten. Durch die Platzierung am rechten Rand des Displays ist der Oyo insgesamt nicht höher als viele 5-Zoll-Lesegeräte – durch die Konzentration auf das Touch-Screen-Display sieht der Oyo auf den ersten Blick fast aus wie ein Tablet. Das Oyo-Display bietet mit 16 Graustufen und 600x800 Pixeln Auflösung soliden E-Ink-Standard, kann allerdings vom Kontrast her nicht mit der neuesten Pearl-Technologie mithalten, wie man sie vom Kindle 3 oder Sonys neuesten E-Readern kennt. Die Lesequalität ist eher vergleichbar mit Touch-Screen-Geräten der ersten Generation wie etwa dem Onyx Boox oder dem Pocketbook 302.

Der Oyo-Reader liegt wie ein Taschenbuch in der Hand

An der unteren Gehäusekante finden sich drei externe Schnittstellen: ein Einschub für SD-Karten, eine 3,5-mm-Kopfhörerbuchse und ein Mikro-USB-Anschluss. Letzterer dient nicht nur zum Aufladen, sondern auch zum Übertragen von epubs, PDFs oder anderen Dateien auf den Reader. Auf der gummierten Rückseite des Oyos findet man darüberhinaus noch einen kleinen, versenkten Reset-Knopf. Da das Gehäuse mit 11 mm etwas dicker ist als bei anderen Readern, liegt die 240 Gramm schwere Basisversion des Oyo fast wie ein dünnes Taschenbuch in der Hand. Wie bei jedem akkubetriebenen Gerät sollte auch der Oyo-Reader vor dem ersten Einschalten vollständig aufgeladen werden. Das Einstöpseln des USB-Ladekabels quittiert der Reader zunächst mit dem Aufleuchten einer roten LED an der Unterkante. Kurz darauf erscheint ein Batterie-Symbol auf dem E-Ink-Display. Beim ersten Einschalten bootet der Oyo-Reader in etwa 15 bis 20 Sekunden, während dieser Zeit erscheint auf dem Display das Thalia-Logo und ein Ladebalken.

WLAN-Konfiguration und E-Store-Formalitäten

Als erster Schritt kann nun die WLAN-Verbindung konfiguriert werden. Aktive Netzwerke vor Ort werden automatisch erkannt. Über eine eingeblendete virtuelle Tastatur lässt sich via Touch-Screen das Passwort eingeben. Ist der Oyo online, erscheint am oberen Display-Rand ein kleines WLAN-Symbol. Jetzt fehlt natürlich noch der elektronische Lesestoff. Um den E-Store von Thalia nutzen zu können, muss deswegen im nächsten Schritt ein Benutzerkonto anlegt werden. Zur vollständigen Registrierung ist zudem die Eingabe einer existierenden bzw. die Erstellung einer neuen Adobe-ID notwendig – nur dann lassen sich schließlich kopiergeschützte E-Books auf dem Oyo-Reader lesen. (Die E-Books müssen nicht aus dem Thalia-Store stammen -- per USB-Kabel lassen sich problemlos E-Books auf den Oyo übertragen, die etwa per Laptop oder Desktop bei Anbietern wie etwa Libri.de gekauft wurden.) Wer möchte, gibt im letzten Registrierungschritt auch schon seine Kreditkarten-Daten ein. Für völlige E-Reader-Neulinge dürfte die gesamte Prozedur auf dem Oyo etwas undurchschaubar erscheinen. Thalia bietet jedoch in den Filialen einen speziellen Beratungsservice an – die Oyo-Reader können ja dort auch direkt erworben werden.

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Per Fingertipp durch das persönliche Bücherregal zappen

Sobald der Oyo-Reader fertig eingerichtet ist, landet man nach dem Einschalten direkt auf der sogenannten „Startseite“, einem Miniatur-Desktop. Mit dem Finger kann man auf fünf verschiedene Bereiche tippen: Bücherregal, zuletzt gelesene E-Books („Letzte Bücher“), Thalia-Shop, Extras und Einstellungen. Die „Extras“ sind in diesem Fall Webbrowser, Bildbetrachter und Audio-Player. Hinter den „Einstellungen“ verbergen sich Menüpunkte wie Ausrichtung, Energiesparfunktionen, WLAN, Geräteinfo etc. Tippt man nach dem Einschalten auf eines der E-Books unter der Rubrik „Letzte Bücher“, kann man direkt mit der Lektüre fortfahren, der Oyo-Reader öffnet automatisch die zuletzt aufgeschlagene Seite. Die Leseansicht ist äußerst schlicht gehalten: eine Kopfzeile zeigt den aktuellen Titel an und informiert über WLAN-Verbindung und Ladezustand des Akkus. Eine Fußzeile zeigt die Seitenzahl an und die Schaltfläche „Menü“. Zum Umblättern kann man die Pfeiltasten an der rechten Geräteseite nutzen, das ist besonders komfortabel, wenn man den Reader zum Lesen in der rechten Hand hält. Das Touch-Screen ermöglicht nicht nur Linkshändern eine noch viel elegantere Variante – intuitives Umblättern per „Fingerwisch“. Ganz so nah an das realistische Umblätter-Gefühl von iBooks kommt der Oyo als E-Ink-Gerät allerdings nicht heran – zum einen gibt es keinen animierten Seitenwechsel, zum anderen reagiert das Touch-Screen erst mit einer gewissen Verzögerung.

Der Leser hat die Wahl: Fontart, Schriftgröße, Orientierung

Nicht nur epub-Dokumente lassen sich mit dem Oyo gut lesen, dank Reflow-Funktion wird auch der Inhalt von PDFs umgebrochen, so dass der Text auf die Seite passt. Das Aussehen der E-Book-Seiten lässt sich über die „Menü“-Schaltfläche den eigenen Vorlieben anpassen. Zur Auswahl stehen sechs Schriftgrößen sowie fünf Schriftarten von Bookman Oldstyle bis Stempel Garamond. Weitere Layout-Optionen wie variablen Zeilenabstand oder einstellbare Zeilenbreite bietet der Oyo-Reader leider nicht. Ähnlich wie beim Kindle ist über die (hier natürlich virtuelle) Tastatur immerhin eine Stichwortsuche im Text möglich. Allerdings ist das Eintippen auf dem Touch-Screen gewöhnungsbedürftig, die lange Reaktionszeit führt schnell zu falschen oder doppelten Eingaben. Auch Lesezeichen kann man übrigens mit der Touch-Screen-Tastatur mit kleinen Anmerkungen versehen. An der entsprechenden Stelle im E-Book „klebt“ dann im Text ein kleines Symbol, die darunter liegenden Wörter oder zumindest Buchstaben kann man dadurch allerdings nicht mehr lesen. Lesen mit dem Oyo-Reader ist auch eine Frage der Haltung: Hat man unter „Einstellungen“/“Ausrichtung“ die automatische Seitenausrichtung aktiviert, bringt der G-Sensor die Seitenansicht beim Drehen des Oyos nach ein paar Sekunden in das Quer- oder Hochformat.

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Keep it Simple: Thalias E-Store kommt auf den Oyo

Mit besonderer Spannung dürften viele auf den integrierten E-Store des Oyo-Reades warten. Wie hat Thalia die Aufgabe gelöst, auf einem schwarz-weißen 6-Zoll-Display das Frontend einer elektronischen Buchhandlung mit mehr als hunderttausend E-Books zu präsentieren? Ganz einfach: Mit der Methode Keep it Simple. Auf der Startseite sind drei Coverbilder von Bestsellern zu sehen (u.a. Letale Dosis von Andreas Franz) und drei Mini-Werbebanner, die auf weitere Titel verweisen (aktuell etwa „Die Perspektive des Gärtners“ von Hakan Nesser). Ansonsten führen Links zu „weiteren Bestsellern“ und „Top-Kategorien“. Außerdem gibt es eine Suchfunktion für die gezielte Recherche im virtuellen Büchertempel. Übersichtlich organisiert ist auch die Detailansicht zu einzelnen E-Book-Titeln. Neben bibliographischen Informationen gibt es drei, vier Zeilen zum Inhalt und soweit vorhanden „Buchhändler-Tipps“ von Thalia-Mitarbeitern und/oder Kundenrezensionen. Will man in das Buch hineinschnuppern, kann man eine Leseprobe herunterladen. Sie wird automatisch im persönlichen Bücherregal gelistet – inklusive des Buttons „Kaufen“.

Komfort oder Kontrast? Der Kunde muss entscheiden

Wer möchte, kann über den mitgelieferten Mini-Browser auch Internet-Seiten aufrufen, voreingestellt sind Links auf Wikipedia und Google. Allerdings ist das Eintippen von Suchwörtern oder Adressen mit der virtuellen Tastatur ziemlich mühselig, ein wirkliches Surf-Gefühl kommt auf dem Oyo nicht auf. Das liegt aber auch am wohl wichtigsten Manko des vom Gesamtkonzept her durchaus gelungen Lesegerätes: der Kontrast ist für einen aktuellen E-Reader nicht ausreichend. Der Verzicht auf Pearl-E-Ink in Verbindung mit einer kapazitiven Touch-Screen-Lösung, die zusätzlich den Kontrast vermindert, lässt den Oyo vom Lesekomfort deutlich hinter die Konkurrenz zurückfallen. Sonys neue E-Reader Serie (PRS 350 und PRS 650), die ebenfalls in diesen Tagen an den Start gehen, zeigen dabei, dass Touch-Screen und ein gutes Kontrastverhältnis wie beim Kindle 3 sich nicht ausschließen müssen (siehe unseren Bericht von der IFA 2010). Allerdings haben diese Geräte keine WLAN-Funktion, um den Preis im verträglichen Rahmen zu halten (179 bzw. 229 Euro). Thalia hat offenbar für den Oyo-Launch andere Prioritäten gesetzt – zentral waren der direkte Draht zum E-Store und ein niedriger Einstiegspreis. Pikanterweise werden die kontraststärkeren Sony-Geräte nun wohl auch in den Thalia-Filialen verkauft, denn zumindest bisher gab es im E-Reader-Bereich eine Kooperation zwischen beiden Unternehmen. Die Kunden werden sich entscheiden müssen – bequemes E-Book-Shopping per E-Store oder bessere Lesequalität.

Oyo-Reader Specs:


Abmessungen

124x154x11mm

Display

6-Zoll E-Ink Touch-Screen,
800*600 Pixel bei 16 Graustufen
Automatische Ausrichtung Hoch/Querformat (G-Sensor)

Textfunktionen

Virtuelle Tastatur, Erstellung von Notizen
und einfaches Setzen von Lesezeichen,
6 Schriftgrößen, 5 Fonts

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

240 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

2 GB, davon ca. 1,5 GB nutzbar

Akkulaufzeit

8000 x Umblättern, bis zu 2 Wochen

Preis

139 Euro (Basisversion WLAN, online bestellen bei Thalia.de )

Mission Multichannel: Thalias neuer Oyo-Reader hat den direkten Draht zum E-Store

oyo-ereader-thalia-test-ifa-wlan-e-bookDer Thalia-Reader heißt Oyo und kommt mit E-Ink-Display, Touch-Screen und WLAN. Auf der IFA in Berlin wurden das Lesegerät und Thalias neuer E-Store der Öffentlichkeit vorgestellt. Als erste deutsche Buchhandelskette setzt das Unternehmen damit ähnlich wie Amazon auf ein eigenes Lesegerät, um E-Books drahtlos direkt zu den Kunden zu bringen. Dank dem systemoffenen epub-Format können Oyo-Besitzer jedoch auch anderswo shoppen. Thalias neuer E-Reader kommt am 28. Oktober für 139 Euro in den Handel. (Update: Der Oyo-Reader kann jetzt online bestellt werden. Siehe auch unseren Oyo-Testbericht.)

E-Book als „dritte Darreichungsform“ neben Hardcover und Taschenbuch

„Es wird auch morgen noch Buchhandlungen geben“, da ist sich Thalia-Geschäftsführer Michael Busch bei der Oyo-Premiere ganz sicher. Tatsächlich sind die 295 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zentrales Standbein des Unternehmens. Doch das Buzz-Word der Branche lautet im Moment nicht umsonst „Multichannel“. Und das heißt: Bücher in allen Formen, Bücher an allen Orten. Neben die „Darreichungsformen“ Hardcover und Taschenbuch, so ist sich Busch sicher, wird in Zukunft ganz selbstverständlich das E-Book treten. Ebenso selbstverständlich sollte der Buchhändler deswegen auch E-Books im Angebot haben: „Für den Kunden ist es wichtig, egal wann oder egal wo er ist, Lösungen aus einer Hand geboten zu bekommen. Morgens die Buchhandlung in der Innenstadt mit vielfältiger Auswahl, mittags im Internet ein Buch bestellen, und abends zu sagen: die Buchhandlung ist zu, ich habe aber meinen Oyo, meinen Reader, mit dem ich mir ganz bequem das Buch was mir fehlt herunterladen kann“, so Busch gegenüber E-Book-News.

“Ohne die Buchhändler wäre der Erfolg des Oyo nicht denkbar“

Eine wichtige Rolle spielen in Thalias Multichannel-Konzept aber auch weiterhin die Buchhandlungen vor Ort – und genauso die BuchhändlerInnen. Neben Kundenrezensionen seien etwa Online-Empfehlungen einzelner Thalia-Buchhändler zu einem wichtigen Orientierungsmittel für die Kunden geworden, so Michael Busch. Ähnliches gelte bei der Beratung zum Thema elektronische Lesegeräte: „Ohne die Buchhändler wäre ein Erfolg des Oyos nicht denkbar. Als wir uns mit den ersten E-Readern beschäftigt haben, waren wir uns sicher, dass wir die meisten E-Reader über das Internet verkaufen würden. Da haben wir uns sehr getäuscht. Die überwältigende Anzahl unserer Reader wurde in den letzten anderthalb Jahren über unsere Buchhandlungen verkauft. Weil gerade die Buchhändler es schaffen, dem Kunden das Thema E-Reader nahe zu bringen. Ihnen ist es gelungen, die Technikschwelle zu überwinden, die auch bei Viellesern noch da ist.“ Da die Thalia-Filialen mit WLAN ausgestattet werden, können Oyo-Besitzer demnächst aber auch die elektronische Lektüre für den Oyo direkt in den Filialen einkaufen. Das virtuelle Bücherrregal wird dabei schnell länger sein als die hölzerne Variante: Der E-Store soll schon bald mehrere Hunderttausend Titel umfassen.

“Harter Kopierschutz ist nicht kundenfreundlich“

Nicht nur bei der Namensgebung, sondern auch bei der Ausstattung des in Zusammenarbeit mit MEDION realisierten E-Readers hat Thalia auf Kundenbefragungen gesetzt. „Wir haben ein Lesegerät geschaffen, das genau auf die Lesebedürfnisse unserer Kunden angepasst ist, ein dediziertes Lesegerät. Wir haben auf unsere Kunden gehört, und bieten ihnen genau die Funktionen, die sie am meisten wertschätzen“, erklärte uns Henning Albrecht, Thalia-Projektleiter für den Bereich Multichannel. „Zu diesen Funktionen gehört der direkte Zugang zum Thalia E-Book-Shop, eine gute Orientierung auf dem Gerät, ein Touch-Screen, mit dem das haptische Bucherlebnis so gut wie möglich auf den Oyo projiziert wird“, so Albrecht weiter. Umblättern kann man auf dem Oyo etwa durch das von iPhone und iPad bekannte „Fingerwischen“ von links nach rechts. Erfreulicherweise setzt Thalia in der Formatfrage auf epub, so dass auch E-Books von Portalen wie etwa libri auf dem Oyo gelesen werden können. Das gilt auch für kopiergeschützte E-Books, die meisten kommerziellen Titel werden auch auf dem Oyo-Reader mit Adobes DRM ausgestattet sein. Hier hat sich Thalia offenbar den Wünschen der Verlage gebeugt, obwohl man sich aus Buchhändlersicht etwas anderes gewünscht hätte, etwa das digitale Wasserzeichen: „Wir als Thalia sprechen uns für einen weicheren Kopierschutz aus, weil wir denken dass der harte Kopierschutz mit DRM nicht kundenfreundlich ist“, so Henning Albrecht.

oyo-thalia-e-reader

Oyo-Reader Specs:


Abmessungen

124x154x11mm

Display

6-Zoll E-Ink Touch-Screen,
800*600 Pixel bei 16 Graustufen

Textfunktionen

Virtuelle Tastatur, Erstellung von Notizen
und einfaches Setzen von Lesezeichen,
6 Schriftgrößen, 5 Fonts

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

240 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

2 GB, davon ca. 1,5 GB nutzbar

Akkulaufzeit

8000 x Umblättern, bis zu 2 Wochen

Preis

139 Euro (Basisversion WLAN, online bestellen bei Thalia.de )