Mit OS X Mavericks kommt iBooks auf den Mac-Desktop

Bei all den Gadget-Neuigkeiten der jüngsten Apple-Show ging eine Nachricht fast ein bisschen unter: die neueste Version von Mac OS X – Codename Mavericks – wird kostenlos unter die Leute gebracht, und das ermöglicht dem Mac-Besitzer, nun auch ohne Mehraufwand iBooks auf den Desktop zu bringen. Bisher gabs Apples E-Reader-App merkwürdigerweise nur für das mobile iOS – doch Apple führt ja bekanntlich beide Welten Schritt für Schritt zusammen: die Installation von Mac OS X umfasst jetzt von vornherein die E-Reader-Software mit integriertem iBook Store. Klickt man also in Zukunft auf dem Mac-Desktop ein epub an, wird es automatisch innerhalb von iBooks geöffnet, wobei auch der neue epub3-Standard unterstützt wird.

E-Bibliothek via Cloud synchronisiert

Beim ersten Öffnen fragt iBooks für den Desktop nach der Apple-ID – also den Account-Daten, mit denen man auch im iTunes-Store einkauft. In der Bibliotheksübersicht werden dann alle via iBooks mit anderen Geräten gekauften E-Books mit einem Cloud-Symbol angezeigt – per Mausklick kann man sie dann auf den Mac laden. Es sei denn, die maximale Anzahl von fünf aktivierbaren Geräten ist überschritten. Kann natürlich bei echten Apple Fanboys und -girls schon mal passieren (iPad, iPod Touch, iPhone, Mac Mini, MacBook, schwupp). Ähnlichen Ärger gibt’s ja auch im Kindle-Universum, vor allem, wenn man noch Kindle-Apps auf diversen Fremdgeräten nutzt.

iBooks öffnet mehrere E-Books gleichzeitig

Die Nutzung von iBooks für Schreibtischtäter unterscheidet sich abgesehen von der unterschiedlichen Bildschirm-Größe nicht von der mobilen Version – voreingestellt ist der Zweispalten-Satz, der Wechsel in den Einspalten-Modus ist problemlos möglich. Besonderer Vorteil dürfte sein: Auch mehrere Bücher können auf dem Desktop gleichzeitig nebeneinander geöffnet werden. Das Umblättern erfolgt mit einem Mausklick auf rechts und links eingeblendete Pfeilsymbole, oder via Keyboard mit den Richtungstasten. Sehr bequem funktionieren auch die erweiterten Textfunktionen – etwa Nachschlagen im Wörterbuch per Doppelklick auf ein einzelnes Wort, das Markieren bzw. Notizen anlegen durch das Highlighten von längeren Textabschnitten, oder das Facebooken und Twittern von Zitaten. Textexport per Copy-Paste in Richtung Word & Co. gibts ebenfalls, aber nur sehr eingesschränkt.

Apple holt ein Versäumnis nach…

Bei aller Freude über iBooks auf den Desktop sollte man eins aber nicht vergessen: Apple holt hier nach mehreren Jahren ein Versäumnis nach, das eigentlich eher unverständlich ist – schließlich war es niemand anderes als Steve Jobs persönlich, der in den 80er Jahren schon mal interaktive E-Books auf den Desktop gebracht hatte, u.a. durch die Kooperation mit Oxford University Press, und sich dafür mächtig auf die Schultern klopfte („Erste echte Innovation der Buchbranche seit Gutenberg“ etc.). Aber gut, Desktops selbst sind natürlich auch nicht mehr wirklich innovativ – dass iPhone und iPad die Nase vorn hatten, entbehrt letztlich auch nicht einer gewissen Logik…

(Tipp: Eine ausführliche iBooks-(P)Review hat Liz Castro auf pigsgourdsandwikis.com gepostet…)