Storydocks schwimmt sich frei: Erzähl-Werft dank Kapitalspritze jetzt unabhängig von Oetinger Verlagsgruppe

storydocks-oetinger-digitales-storytellingErst 2015 hatte die Oetinger Gruppe diverse digitale Geschäftsbereiche unter dem Label „Storydocks“ zusammengefasst — die Hamburger „Erzählwerft“ soll dem Mission Statement zufolge „Storytelling für Kinder auf ein neues Level heben“ und gute Geschichten „multimedial, viral, cross-channel“ darstellen helfen. Nun geht die Ausgründung endgültig eigene Wege — auch dank einer millionenschweren Kapitalspritze der Beteiligungsholding J.F. Müller & Sohn.

Erfolgreich Doppelstrategie: Eigenmarken stärken…

Von Anfang an verfolgte Storydocks eine Doppelstrategie. Zum einen ging es um die Weiterentwicklung von Oetingers Digital-Marken à la Tigerbooks (Plattform für digitale Kinderbücher & Kindermedien), Tigercreate (App zur Gestaltung interaktiver E-Books für Kinder) oder „Framily“ (personalisierte Kinderbücher) vorantreiben, zum anderen auch um Beteiligungen an externen Start-Ups.

… und via Companybuilding neue Marken schaffen

Solches „Companybuilding“ betrieb man zwischenzeitlich bereits für Altraverse (Crossmediale Manga-Welten), Filimundus (Games-Entwicklung) sowie readio (responsives Lesen). Das fanden wohl auch die Investoren interessant — Storydocks Kernkompetenz sei es, „zukunftsweisende Produkterlebnisse für digitale Zielgruppen aus der Verbindung von Medien-Content und Technik zu entwickeln und daraus nachhaltige Geschäftsmodelle zu etablieren“, verlautbarte anlässlich des Einstiegs die Beteiligungsholding.

(via Buchreport & boersenblatt.net)

„Götterfunke“-Saga startet: Marah Woolfs Romantasy jetzt als Verlagsware im Buchhandel

marah-woolf-crossmarketing-kampagneDas nennt man wohl ganz groß rauskommen: „Endlich: Die Bücher der Romantasy-Bestseller-Autorin auch in Ihrer Buchhandlung“, wirbt eine doppelseitige Anzeige in einem Börsenblatt-Sonderheft für die neue „Götterfunke“-Reihe von Marah Woolf. Als Selfpublisherin war sie mal gestartet, 2015 folgte dann der Verlagsvertrag mit der Oetinger-Tochter Dressler. Am 20. Februar erscheint nun mit „Liebe mich nicht“ Band 1 der Götterfunken (früherer Arbeitstitel: „Prometheus“) als E-Book und Hardcover auf klassischem Wege — bis 2018 folgen dann Teil 2 und 3.

Bereits Millionenauflage mit E-Book-Version

In der Anzeige wendet sich Woolf in einem kurzen handschriftlichen Brief direkt an BuchhändlerInnnen: „Die Bücher, die ich in den letzten Jahren geschrieben habe und die über eine Million Mal gelesen wurden, fanden ihren Weg hauptsächlich digital zu meinen Leserinnen. Das wird sich nun ändern. Meine Fans können es jedenfalls kaum erwarten, dieses Buch in Ihrem Geschäft zu finden, es anzufassen und daran zu schnuppern.“

Premium-Pricing für „Götterfunken“

Nicht nur von der Aufmachung her, auch preislich sind die neuen Bände deutlich als typische Verlagsware erkennbar — die Hardcover-Version geht für satte 18,99 Euro über den Ladentisch (und erreicht dort natürlich eine andere bzw. erweiterte Zielgruppe) , die Kindle-Version für prohibitive 14,99 Euro. Bisher kosteten Woolfs selbst verlegte E-Books deutlich weniger — Bände der FederLeicht-, BookLess- und MondSilberLicht-Saga gibt’s im Kindle-Shop für 3,99 Euro, die Taschenbuch-Versionen ab 8,99 Euro.

Erzähl-Werft ahoi: „Storydocks“, Oetingers neues Label für digitales Storytelling

storydocks-oetinger-digitales-storytellingDiese Meldung ist im Medienrummel rund um die Frankfurter Buchmesse dann doch etwas untergegangen: der Kinder- und Jugendbuch spezialisierte Oetinger-Verlag baut sein Digitalgeschäft aus und hat zu diesem Zweck schon im Oktober die Tochter „Storydocks“ an den Start gebracht – die auf die Kernkompetenz Storytelling baut.

Mit doppelter Zielrichtung: zum einen wollen die Hamburger auf diese Weise die Weiterentwicklung der eigenen Digital-Marken Tigerbooks (Plattform für digitale Kinderbücher & Kindermedien), Tigercreate (App zur Gestaltung interaktiver E-Books für Kinder) oder „Framily“ (personalisierte Kinderbücher) vorantreiben, zum anderen auch Beteiligungen an externen Start-Ups ermöglichen.

Laut Mission Statement der neuen Webpräsenz storydocks.com versteht sich die Neugründung als „Company Builder für Produkte und Geschäftsmodelle des digitalen Storytellings“, nicht nur für die Buch-, sondern allgemeiner auch die Medienbranche, es geht darum, „gute Geschichten noch faszinierender zu erzählen – multimedial, viral, grenzüberschreitend“, heißt es weiter.

Der erste externe Partner konnte auch schon präsentiert werden, nämlich Readio (für: „Read“ plus „Audio“). Das Karlsruher Startup entwickelt Technologie für responsives Lesen, mit der sich Texte, Bilder, Sounds, Videos und Animationen verbinden lassen. Auf diese Weise will man nicht nur bestehenden Content „enhancen“, sondern idealerweise auch ganz neue Konzepte entwickeln.

Verlags-Deal: Marah Woolfs neue Serie „Prometheus“ erscheint bei Dressler

marah-woolf-prometheus-erscheint-2017-bei-dressler„Ich hatte nie darüber nachgedacht, eine Buchzeile zu Papier zu bringen, aber plötzlich war da eine Idee und machte sich selbstständig. Das Ergebnis sind heute fast 800.000 verkaufte Bücher“, schreibt Marah Woolf auf ihrem Blog. Bald könnte die erfolgreiche Self-Publisherin – bekannt durch die Romance-Fantasy-Serien MondLicht-, Bookless- sowie FederLeicht-Saga – auf klassischem Wege noch viel mehr Bücher unter die Leute bringen: in Deutschland wird ihre neueste Serie „Prometheus“ ab 2017 bei der Oetinger-Tochter Dressler erscheinen, berichtet Buchreport. Bekannt gegeben wurde der über die AVA Literaturagentur eingefädelte Deal letzte Woche während der Frankfurter Buchmesse.

Übersetzungen bereits via Verlag publiziert

Ganz so ungewöhnlich ist die Zusammenarbeit mit traditionellen Verlagen für die mit ihrer Familie in Edinburgh lebende Self-Publisherin allerdings nicht. Außerhalb Deutschlands erschienen ihre Bücher in Übersetzung schon bisher mancherorts als Verlagseditionen, etwa in Frankreich und Korea. Wie die Autorin vor einiger Zeit im Indie-Lounge-Interview auf E-Book-News verriet, hatte sie auch schon zahlreiche Anfragen von deutschen Verlagen erhalten, die an der Bookless-Saga interessiert waren – an die MondLicht-Saga dagegen trauten sich die Publisher hierzulande aber offenbar nicht heran.

Marketing-Aktivitäten im Blick

Dabei war die Arbeit der erfolgreichen Indie-Autorin rein technisch ohnehin schon auf Verlags-Niveau: Woolf kooperierte mit einer Lektorin und einer Korrektorin, zudem war für das Äußere der Titel eine Coverdesignerin verantwortlich. Zu den Bedingungen eines deutschen Verlags-Deals sagte Moore im Indie-Lounge-Interview: „Im Grunde wären mir fest vereinbarte Marketingaktivitäten und ein festes Marketingbudget für den Buchhandel am Wichtigsten und natürlich, dass ich meine E-Book-Rechte behalten darf“.