Eine Milliarde Dollar: Kauft Microsoft die Nook-Sparte von Barnes&Noble?

Es muss nicht gleich eine Trillion Euro sein. Auch eine Milliarde Dollar gibt immer eine gute Story ab – zum Beispiel diese: Microsoft will Nook Media kaufen, also die E-Lese-Sparte von Barnes&Noble, und dafür offenbar eine zehnstellige Summe hinblättern. Das sollen interne Dokumente belegen, die dem Technologie-Blog TechCrunch zugespielt wurden. Außerdem deutet sich ein Strategiewechsel an: „Nook Media“ soll demnach zukünftig auf eine eigene Geräteplattform verzichten – Produktion & Verkauf von E-Readern und Lese-Tablets solle bis Ende 2014 auslaufen. Kaum war die Nachricht vom Mega-Deal mit Microsoft in der Welt, sprang die B&N-Aktie um 25 Prozent nach oben. Die Story dahinter klingt durchaus plausibel, schließlich kooperieren Barnes&Noble und der Software-Gigant bereits seit Anfang 2012 – die kriselnde Buchhandelskette erhielt insgesamt eine Finanzspritze von fast einer halben Milliarde Dollar, und trennte die Nook-Sparte vom Kerngeschäft.

Kein Nook-Tablet mit Windows in Sicht?

Alleine 180 Millionen Dollar wurden daraufhin in die Entwicklung von E-Lese-Apps für Geräte mit Windows 8 gesteckt, die mittlerweile gelauncht sind. Die zunächst von vielen Branchenbeobachtern erwartete Entwicklung eines neuen Nook-Tablets mit Windows-Oberfläche kam aber offenbar nicht ins Rollen. Auch die angekündigte Expansion von Barnes&Noble in Richtung Europa – inklusive Deutschland – lässt weiter auf sich warten. Der große Erfolg blieb selbst in den USA aus: Insgesamt wurden bisher knapp 10 Millionen Nooks verkauft, zu einem wichtigen Teil über das Filialnetz der größten verbliebenen US-Buchhandelskette. „Die Werthaltigkeit der Marke Nook ist eng mit den Buchhandlungen vor Ort verbunden“, zitiert etwa NBCnews den Analysten Michael Norris – auch amerikanische Kunden möchten ein Gerät vor dem Kauf gerne in der Hand gehalten haben.

B&N nicht in Top 5 des E-Book-Business

Im Online-Handel wurde der Nook jedoch längst von Amazon abgehängt – alleine die klassischen Kindle-Reader mit E-Ink-Display verkauften sich weltweit mehr als 50 Millionen mal. Eigentlich fast tragisch, schließlich war Barnes&Noble seinem Hauptkonkurrenten technisch öfter mal eine Nasenlänge voraus, etwa beim Launch des ersten Lese-Tablets, oder beim Glowlight-Reader. Die schmale mobile Plattform macht sich bemerkbar: International wird Barnes&Noble nicht mal zu den Top 5 im E-Book-Business gezählt, der globale Marktanteil liegt nach Zahlen der IDC gerade mal bei 2 Prozent. Allerdings hatte auch Microsoft immer wieder Probleme, mit Hardware-Innovationen zu punkten, siehe den gescheiterten iPod-Killer Zune. Auch im Tablet-Sektor liegt man hinter dem Marktführer Apple zurück. Insofern ist es wohl schon eine gute Idee, das Nook-Business auf Apps und E-Store zu reduzieren – der Ausverkauf der Nooks scheint auch tatsächlich schon begonnen zu haben.

Abb.: Screenshot

Kindle ist kein Name, und auch kein Getränk: Wie Tolstoi auf dem Nook via Strg-F gesäubert wurde

Da staunte er nicht schlecht, ein amerikanischer Vielleser und Blogger namens Philip: gerade erst hatte er Lew Tolstois gewichtigen 1000-Seiten Wälzer „Krieg und Frieden“ aus seinen arthritischen Händen gelegt, um die Lektüre auf dem handlicheren Nook-Reader von Barnes&Noble fortzusetzen. Doch plötzlich stolperte er über ein merkwürdiges Wort am falschen Ort. „It was as if a light had been Nookd in a carved and painted lantern….“, stand da. NOOKD!? Wenige Seiten später tauchte das merkwürdige Wort erneut auf, und dann noch einmal. „Nach der dritten Begegnung holte ich das Hardcover wieder hervor und suchte nach dem Originaltext“, berichtet Philip auf seinem Blog. Und siehe da: dort stand nicht „Nookd“, sondern „kindled“. Was im betreffenden Kontext auch Sinn macht, denn „to kindle“ bedeutet so viel wie „anzünden“ oder „anfachen“. Zugleich ist „Kindle“ natürlich auch der Name des wichtigsten Konkurrenzprodukts von Barnes&Nobles „Nook“. Was war hier passiert!?

Das Erstaunen wich der Empörung. Hatte Barnes&Noble hier mit Absicht alle „Kindle“-Stellen durch Suchen und Ersetzen mit „Nook“ überschrieben? Das wäre natürlich ein Skandal in der Größenordnung von Amazons großer Löschungsaktion aus dem Sommer 2009: damals waren ausgerechnet Ausgaben von George Orwells „1984“ drahtlos von Kindle-Readern gelöscht worden. Das wurde von der Web-Community nicht zu unrecht als Zensur empfunden. Wandelt Barnes&Noble nun also auf Amazons Spuren, und verbannt den Produktnamen der Konkurrenz aus allen Texten der Weltliteratur? „Man bekommt Angst vor der Manipulation aus ökonomischen, politischen oder religiösen Gründen. Man beginnt an der Integrität nicht nur von ‚War and Peace‘ zu zweifeln, sondern überhaupt von jedem E-Book“, beklagt sich Philip. Ist das der Fluch der E-Books, vor denen uns die Reichssiegelbewahrer der Gutenberg-Galaxis immer gewarnt haben? Gemach, gemach. Die Lösung des Rätsels dürfte weitaus banaler sein. Schließlich handelt es sich bei „War and Peace“ um ein Werk aus der Public Domain, dessen Nook-Version von einem Drittanbieter namens „Superior Formatting Publishing“ für 99 Cent verkauft wird.

Besonders „superior“ scheint man dort beim Formatieren der zuvor bereits für das Kindle erstellten E-Book-Version des Tolstoi-Klassikers gerade nicht vorgegangen zu sein. Offenbar, so vermutet nicht nur Web-Experte Jonathan Zittrain, wollte man möglichst bequem alle Hinweise auf den Kindle-Reader im Vorwort oder in Verlagsanzeigen am Ende des Buches an die Nook-Version anpassen. Doch an die Folgen von Strg-F für den Roman selbst hat man dabei natürlich nicht gedacht: Kindle ist kein Name, und auch kein Getränk, sondern ein Verb, das im Englischen schon seit dem Mittelalter benutzt wird. Letzlich sind natürlich auch die Produktdesigner des Kindle-Readers mitverantwortlich. Für sie war nicht nur die Wortbedeutung von „to kindle“, sondern auch dessen Verankerung in der klassischen Literatur ein Argument. Gerne zitierten sie zum Beweis Voltaire: „The instruction we find in books is like fire. We fetch it from our neighbours, kindle it at home, communicate it to others and it becomes the property of all.“ Apropos „Property of all“: Tolstois „War and Peace“ gibt’s bei Project Gutenberg auch umsonst, inklusive 8 x Original-„kindle“.

(via ars technica & futureoftheinternet.org)

Abb.: Flickr/Blume Fou

Nook erhält NFC-Chip: Barnes&Noble-Kunden bezahlen in der Buchhandlung bald via E-Reader

Gedruckte Bücher in der Buchhandlung mit dem E-Reader oder Lese-Tablet bezahlen? Für Barnes&Noble-Kunden könnte das bald zum Alltag gehören. „Wir werden NFC-Chips in unsere Nooks einbauen“, kündigte B&N-Chef William Lynch gerade in einem Interview mit Fortune an. Die Near-Field-Communication ermöglicht das berührungslose Übertragen von Daten im Nahbereich, und gilt allgemein als Königsweg für das elektronische Bezahlen mit Mobilgeräten. Mit der Integration von NFC wäre die größte US-Buchhandelskette erneut dem Hauptkonkurrenten Amazon um eine Nasenlänge voraus. Erst vor wenigen Wochen hatte Barnes&Noble den Nook Simple Touch neu aufgelegt – dank GlowLight-Feature eignet sich das Gerät nun auch zur Lektüre im Dunkeln.

„Wir werden auch Bücher mit NFC-Chips ausstatten“

Mit den NFC-Chips lassen sich zugleich auch Verbraucherinformationen auf physischen Produkten platzieren, also etwa Büchern: „In Zusammenarbeit mit Verlagen können wir es so einrichten, dass Hardcover-Bücher ebenfalls einen NFC-Chip enthalten, der alle Buchbesprechungen unseres Web-Portals BN.com enthält. Hat man dann den Nook-Reader dabei, kann man somit alle wichtigen Informationen über ein Buch direkt auf dem Nook lesen und den Titel nahtlos bezahlen.“ Einen vergleichbaren Ansatz brachte bereits der in Deutschland von Libri vertriebene Acer LumiRead mit. Mit einer kleinen Kamera auf der Rückseite konnte man ISBN-Strichcodes auf Buchcovern einscannen und online nach Produktdaten suchen. Genauso wie das Einscannen von QR-Codes sind solche Verfahren aber langsamer und fehleranfälliger als der Datenaustausch via NFC.

Innovationsschub durch Kooperation mit Microsoft

Die Attraktivität von Barnes&Noble-Filialen dürfte das neue Feature noch einmal deutlich erhöhen – schon bisher konnten Nook-Besitzer dort via WLAN kostenlos in E-Books hineinschmökern. Als Zielgruppe für Papiermedien sind die E-Leser alleine schon deshalb interessant, weil sie durchaus auch an gedruckter Lektüre interessiert sind: „Wie haben die Erfahrung gemacht, dass Nook-Käufer insgesamt mehr Bücher kaufen. Ihre Kaufkraft verschiebt sich zwar in Richtung E-Books, doch sie kaufen eben auch noch gedruckte Bücher“, so Lynch gegenüber Fortune. Hintergrund des aktuellen Innovationsschubs ist die gerade bekanntgegebene Allianz zwischen B&N und Microsoft, die 300 Millionen Dollar in die Kassen der finanziell klammen Buchhandelskette spült. Neben einer Nook-App für Windows 8 könnte das Zusammengehen von Buchmachern und Software-Schmiede bald Self-Publishing-Autoren sogar die Möglichkeit eröffnen, Office-Dokumente direkt im Nook Book-Store zu veröffentlichen.

Abb.: Barnes&Noble

Erster „Gratis“-E-Reader: Barnes&Noble koppelt Nook Touch mit NYT-Abo

Barnes&Noble bietet den WiFi-Reader Nook Touch ab sofort kostenlos an. Doch natürlich gibt’s dabei auch einen Haken: Das Sonderangebot gile nur, wenn man zeitgleich ein elektronisches Abo der New York Times für ein Jahr abschließt. Pro Monat fallen dafür 19,99 Dollar an. Die Standardversion des 6-Zoll großen E-Ink-Readers mit Touch-Screen kostet normalerweise 99 Dollar. Auch das mit Farb-Display ausgestattete Nook Color wird über ein vergleichbares Subskriptions-Modell angeboten – zusammen mit einem NYT-Jahresabo kostet das Lese-Tablet statt 199 Dollar dann nur noch 99 Dollar.

„Unsere Kunden lieben es, jeden Morgen die Zeitung automatisch auf den Nook geliefert zu bekommen, und sie jederzeit und überall lesen zu können“, so Jonathan Shar, der bei B&N den digitalen Zeitungskiosk managt. Tatsächlich ist der „Digital Newsstand“ für viele Kunden die zentrale Eintrittskarte in das elektronische Ökosystem der größten US-Buchhandelskette. Der Marktanteil ist in diesem Bereich sogar größer als etwa der von Apple. Die aktuellen Kombiangebote für Newsjunkies wurden anlässlich der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt und gelten bis Anfang März. Finanziert werden sie offenbar von Buchhandelskette und Zeitung gemeinsam.

Zusätzlich zum Content auf den Nook-Geräten haben die Abonnenten auch kostenlosen Zugang zum kompletten Webangebot der New York Times. Regelmäßige Leser werden dort seit Anfang 2011 mit einem „metered access“-Modell zur Kasse gebeten – wer öfter vorbeisurft, muss die Seiten gegen eine monatliche Gebühr freischalten. Subkriptionsmodelle zur (Quer-)Subventionierung von Lesegeräten wurden in der E-Reader-Branche schon seit längerem diskutiert. Konkurrent Amazon setzt bisher auf Werbeeinblendungen auf dem Kindle-Display, um die Reader-Modelle mit deutlichen Rabatten anzubieten. Kostenlose Kindles gab es bisher allerdings nicht – doch das könnte sich bald ändern. Nach dem Vorstoß von Barnes&Noble dürfte nun wohl ein ähnliches Modell des Online-Buchhändlers zu erwarten sein.

Neuer Nook von Barnes&Noble: E-Ink, Touch-Screen, Android

Barnes&Noble hat dem klassischen Nook ein Facelifting verpasst – statt Dual-Screen gibt’s jetzt nur noch E-Ink, dafür aber mit Touch-Screen. Mit an Bord ist das Social-Reading-Feature „Friends“, bekannt durch die Nook-App für Tablets & Smartphones. Der neue Nook hält deutlich länger durch als der alte: B&N verspricht eine Akkulaufzeit von zwei Monaten. Unter der Haube des 6-Zoll-Gerätes werkelt Android 2.1 – ein absolutes Novum bei E-Ink-Geräten. Nicht nur technisch ist das Gerät eine Attacke auf Amazon. Mit 139 Dollar liegt der WiFi-fähige Reader auch preislich Kopf an Kopf mit dem Kindle. Der neue Nook kommt am 10. Juni in den Handel, ein offizieller Vertrieb in Deutschland ist allerdings nicht geplant.

Neue Doppelstrategie: LCD oder E-Ink

Keine Dual-Screen-Kompromisse mehr! Barnes&Noble setzt nun auf eine klare Doppelstrategie: es gibt das sieben Zoll große Nook Color mit LCD, und ab sofort den Nook Touch mit 6 Zoll großem E-Ink-Display. Damit scheint sich die Kombination von kontraststarkem Pearl-E-Ink und auf Infrarot-Abtastung basierendem Touch-Screen endgültig als neuer Standard durchzusetzen. Nur einen Tag zuvor hat Kobobooks ein vergleichbares Gerät gelauncht, bei Sony gibt es diese Features bereits seit mehr als einem Jahr. Gleichzeitig wird das Angebot bei B&N aber auch verschlankt – denn ein 3G-Modell ist offenbar nicht geplant.

Jetzt wird’s unfair: „37 Knöpfe weniger als beim Kindle“

Vom äußeren gleicht sich die neue E-Ink-Klasse immer stärker den Tablets an – außer einem Home-Button ist keine einzige Taste mehr zu sehen. Das wurde bei der Präsentation auch gleich der Konkurrenz unter die Nase gerieben: „Kindle 3 has 38 buttons. That’s 37 more than the all-new Nook“, ätzte B&N-Chef William Lynch. Ein Großteil davon geht natürlich auf die Rechnung der Qwerty-Tastatur, die bei Touch-Screengeräten virtuell auf’s Display kommt. Das spart zudem Platz, kein Wunder, dass das neue Nook gleich 10 Prozent kürzer ist als das K3. Man könnte noch hinzufügen: Mit 212 Gramm ist es auch noch knapp dreißig Gramm leichter.

Software-Innovationen: “Pageturning, Battery Life, Social Areas“

Aus Sicht von B&N sind die drei größten Innovationen des Gerätes: schnelle Seitenwechsel, lange Akkulaufzeit und die Social Reading Funktionen. Zum echten „Pageturner“ wird das Gerät durch einen schnellen 800Mhz-Prozessor und das neue Betriebssystem. Die lange Akkulaufzeit ist natürlich ein Durchschnittswert, dabei wird mit einer Lesedauer von lediglich 30 Minuten pro Tag gerechnet. Social Reading wird bei B&N tatsächlich groß geschrieben, neben der „Friends“-App gibt’s demnächst mit mynook.com auch ein eigenes Internetportal, auf dem man auf das persönliche Lesenetzwerk von überall her zugreifen kann. Die „Personalisierung“ des Nooks selbst macht aber auch Fortschritte: von jetzt an kann man eigene Bilder als Screensaver nutzen.

Vorerst kein deutsches Nook geplant

Wie beim Kindle wird Wert gelegt auf individuelles Seitenlayout: sechs Schriftfonts und sieben Schriftgrößen sind wählbar. Besonders interessant am neuen Nook ist natürlich das Android-Betriebssystem. Zusätzlich Apps wie beim Nook Color will B&N zwar erklärtermaßen nicht anbieten. Man darf aber gespannt sein, wann es den ersten Hack des neuen Nook gibt. Durch das „Rooten“ des Nook Color konnte man ja sogar die Kindle App zum Laufen bringen. Auch ungehackt könnte der Nook Touch auf dem deutschen Markt sicher ein echter Hingucker sein. Doch leider tritt B&N bei der Internationalisierung – anders als Amazon und neuerdings auch Kobobooks – zur Zeit noch stark auf die Bremse.

Nook Touch Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink/Touch-Screen,
600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN

Interner Speicher

2 Gigabyte intern, max. 32 Gigabyte extern (SD-Karte)

E-Book-Formate

epub, PDF

Besondere Features

„Friends“ (Social-Reading-App), LendMe-Funktion

Preis

139 Dollar (Barnes&Noble)

Neues Ausleih-Forum für E-Books wendet sich an Kindle- & Nook-Nutzer

ebooklendinglibrary
E-Books ausleihen kommt so langsam richtig in Mode. Seitdem Barnes&Noble wie auch Amazon ihren E-Readern ein Ausleih-Feature verpasst haben, beginnt sich die Nutzer-Community zu organisieren, und auch erste Startup-Unternehmer treten auf den Plan. Nach verschiedenen Ansätzen via Facebook-Feed oder über eine automatisierte Austausch-Plattform (kindlelendingclub.com) gibt’s jetzt schon wieder einen neuen Ansatz: die Ebook-Lending-Library ist in Form eines Forums organisiert. In den einzelnen Forenbeiträgen kann man E-Books anbieten oder ausleihen – doch es gibt gewisse Regeln. „Loan“ und „Belohnung“ sind ja sonst eher „false friends“, hier hängt beides mal eng zusammen. Für das Verleihen werden „ebookdollars“ vergeben, die man dann bei der Ausleihe wieder einlösen kann. Doch auch andere Aktiväten im Forum wie etwa das Schreiben von E-Book-Besprechungen werden virtuell vergütet. Für Forums-Mitgründer Evan Murdock ist das Motiv dabei klar:

„Damit bleibt die Sache fair, niemand kann die Seite mißbrauchen, indem er nur ausleiht aber nichts verleiht. Unser Ziel ist die Schaffung einer nützlichen Community für alle, die sich für die E-Book-Leihe interessieren.“

Die Modalitäten kann man selbst bestimmen – die Verleiher geben jeweils an, wieviele Ebook-Dollars bzw. Cents sie für die Ausleihe eines E-Books haben möchten. Zugleich ist die ebook-lending-library übrigens auch ein ganz normales Diskussionforum zu Kindle- und Nook-spezifischen Themen. Die Nutzung des Lending-Features bei Kindle-E-Books steht grundsätzlich auch Lesern außerhalb der USA offen – zumindest, was das Ausleihen betrifft. Allerdings muss der Rechteinhaber den Verleih in das betreffende Land erlaubt haben.

Kindle-App läuft auf dem Nook Color: ein 5-Minuten-Android-Hack

kindle-on-nook-color Eigentlich ist das Nook Color von Barnes&Noble ja ein preisgünstiges Android-Tablet – doch viele Funktionen sind deaktiviert worden, so etwa die Möglichkeit, über den Android Marketplace neue Apps zu installieren. Mit einem recht simplen Trick kann man dieses Problem nun offenbar umgehen – und sogar die Kindle-App zum Laufen bringen. Ausführlich beschrieben wird das sogenannte „Rooting“-Verfahren via SD-Karte bei nookdevs.com, einen Erfahrungsbericht gibt’s auf dem inoffiziellen Kindle-Blog . Von der Aktualisierung des Android-Systems auf dem Nook bis zur lauffähigen Installation der Kindle-App sollen angeblich nur 5 Minuten vergehen… Wie CrunchGear schreibt, dürfte dieser Hack bei B&N für Migräne sorgen – bei Amazon aber wohl für Frohlocken, hat sich die Zahl der verfügbaren Plattformen doch nun um ein weiteres Tablet erhöht, während auf dem Kindle-Reader selbst der Branchenstandard epub weiterhin außen vor bleibt.

Give-Away auf Zeit: Amazon kündigt Ausleih-Funktion für Kindle-E-Books an

kindle-lending-feature-e-book-ausleihe Amazon legt nach: Kopiergeschützte E-Books ausleihen konnten bisher nur Nutzer des Nook-Readers von Barnes&Noble. In Zukunft sollen auch Kindle-User in den Genuss eines solchen Features kommen. Die Nutzungsbedingungen sind allerdings ähnlich rigide wie bei der Konkurrenz: 14 Tage lang kann der Ausleiher das E-Book lesen, während dieser Zeit ist das E-Book für den Besitzer gesperrt. Ob die Ausleih-Funktion überhaupt aktiviert wird, müssen von Fall zu Fall die jeweiligen Verlage entscheiden.

E-Book-Ausleihe mit Hindernissen: Nur einmal, nur 14 Tage

„Later this year, we will be introducing lending for Kindle“: Es war nur eine kurze Mitteilung des Kindle-Teams im offiziellen Kindle-Forum, doch sie machte schnell die Runde. E-Books auf Amazons Kindle-Reader soll man zukünftig ausleihen können. Entsprechend groß war die Freude unter der Nutzergemeinde. Für Nutzer des Nook-Readers von Barnes&Noble besteht diese Möglichkeit über die sogenannte „LendMe“-Funktion schon lange – allerdings mit den selben formalen Grenzen, die nun auch Amazon setzen wird. Mit Hilfe des Digital Rights Managements (DRM) wird nämlich der Ausleih-Vorgang eines Papierbuchs simuliert. Ähnliche E-Book-Verleihmodelle funktionieren bereits in öffentlichen Bibliotheken. Die Nutzung der privaten E-Book-Bibliothek durch Dritte bleibt jedoch vergleichweise stark eingeschränkt. Während einer Periode von zwei Wochen gehen die Nutzungsrechte auf den „Ausleiher“ über, der ursprüngliche Käufer des E-Books kann während dieser Zeit das E-Book nicht lesen. Jedes Buch kann lediglich einmal ausgeliehen werden, ob das Ausleih-Feature überhaupt aktiviert wird, entscheiden ähnlich wie bei der Vorlese-Funktion („Text-to-Speech“) die jeweiligen Rechteinhaber.

E-Books ohne DRM leiht man nicht aus, man gibt sie weiter

Man kann sich über ein solches Ausleih-Feature zunächst einmal freuen, macht es doch die E-Book-Lektüre nicht nur sozialer – viele Nook-Leser nutzen Foren oder Facebook-Gruppen, um das Feature auszunutzen – sondern gibt dem Käufer einen gewissen Mehrwert. Der „Vorteil“ existiert jedoch bei näherer Betrachtung nur innerhalb der rigiden DRM-Logik. E-Books ohne „harten“ Kopierschutz lassen sich schließlich ganz einfach per Mausklick weitergeben – das Konzept der „Ausleihe“ macht bei digitalen Medien, die endlos dupliziert werden können, eigentlich überhaupt keinen Sinn mehr. Zumal die weitgehenden Einschränkungen auch die zur Rechtfertigung des Lending-Features gerne herangezogene Analogie zum gedruckten Buch ad absurdum führen. Ein gedrucktes Buch kann man schließlich so lange ausleihen, wie man will, und auch so oft, wie man will. Wie weit Barnes&Noble und Amazon dem digitalen Zeitgeist hinterherhinken, zeigt der Vergleich mit
iTunes. Eine Kombination aus hartem Kopierschutz und zeitlich begrenzter Ausleihe von Musiktiteln würde vehement gegen die bereits etablierte Kultur des freien Weitergebens und Austauschens verstoßen – und wäre kommerziell wohl eine Katastrophe.

Auch mit DRM gäbe es sinnvolle Ausleih-Modelle

Allerdings wären auch unter den Bedingungen von DRM sinnvolle Möglichkeiten der Ausleihe denkbar. So könnte man die zeitlich begrenzte Weitergabe von E-Books mit der Möglichkeit verknüpfen, dem „Leihgeber“ eine Provision zu zahlen, wenn der Ausleiher nach dem Probelesen den E-Book-Titel kauft. Um die Reichweite bestimmter Titel über das Lending-Feature in kurzer Zeit effektiv zu erhöhen, müsste man allerdings aufhören, die Analogie zum gedruckten Buch zu bemühen. Warum soll man ein E-Book nicht parallel an fünf Freunde ausleihen? Wenn nur einer davon den Titel am Ende erwerben möchte, würde sich solch ein Modell bereits lohnen. Um E-Book-Nutzer wirklich zu häufigen Ausleihe zu motivieren, sollte man zudem eine Sache so schnell wie möglich abschaffen: die Lesesperre während der Verleihphase. Im Zeitalter der mühelosen digitalen Vervielfältigung erscheint es widersinnig, den Multiplikator einer E-Book-Kopie mit einer Art zeitlich befristeten „Exkommunikation“ zu bestrafen.

E-Books wälzen US-Buchbranche um – Barnes&Noble vor der Übernahme

barnes-noble-e-book-nookDer Umbruch in der amerikanischen Buchbranche beschleunigt sich: Nun erwägt Barnes&Noble eine Übernahme durch potentielle Investoren. Die größte US-Buchhandelskette mit über 770 Filialen kämpft mit steigenden Kosten und sinkendem Börsenwert. Investitionen in einen E-Book-Store und die Vermarktung des E-Readers Nook konnten daran nichts ändern – auch auf diesem Sektor hat Konkurrent Amazon die Nase vorn. Deswegen zogen die wichtigsten Aktionäre nun die Notbremse.

Die Zeit für „Brick&Mortar“-Shops scheint abzulaufen

Ob aufwärts oder abwärts: die Entwicklung der Buchbranche in den USA verläuft in beiden Richtungen äußerst rasant. Zu den größten Absteigern der Branche gehören mit Barnes&Noble sowie Borders ausgerechnet die beiden größten „Brick&Mortar“-Buchhändler. Der B&N-Flagship-Store an der Fifth Avenue, gegründet im Jahr 1932, mag noch so viel Glamour verbreiten. Insgesamt sind die Filialen aus Stein und Mörtel zum Klotz am Bein geworden. Die Leser shoppen immer öfter ganz woanders – vor allem bei Amazon. Der unaufhaltsame Aufstieg des in Seattle beheimateten Online-Riesen wird durch Brick&Mortar-Ballast nicht gebremst. Das erst 1994 gegründete Unternehmen hat heute einen Börsenwert von 57 Mrd. Dollar. Barnes&Noble ist dagegen nur noch schlappe 900 Millionen Dollar wert. Auch Borders musste kräftig Federn lassen, im letzten Jahr verbuchte der mit 170 Filialen zweitgrößte US-Buchhändler Verluste im dreistelligen Millionenbereich. Noch vor wenigen Jahren wurde spekuliert, Borders könnte von Barnes&Noble geschluckt werden. Nun gelten beide als Übernahmekandidaten – und 60.000 Angestellte bangen um ihre Arbeitsplätze.

Mit dem Nook-Reader wollte B&N dem Kindle Paroli bieten – nur wenige Monate vor dem iPad-Hype

Doch nicht nur der Kostendruck beim Vor-Ort-Verkauf macht Barnes&Noble Probleme – auch die kräftigen Investitionen ins E-Book-Business belasten die Bilanzen. Mit der Übernahme des Online-Portals Fictionwise stieg B&N Anfang 2009 ins E-Book-Business ein, im Sommer des Jahres folgte dann ein eigener B&N-Store für elektronische Bücher. Abgerundet wurde der Verstoß in das E-Book-Geschäft durch den Launch eines E-Readers namens Nook. Der Dual-Screen-Reader setzt einerseits auf E-Ink für hohen Lesekomfort, andererseits auf ein LED-Farb-Touchscreen für bequemes Online-Shoppen per W-LAN oder UMTS. Mit zusätzlichen Funktionen wie etwa der Möglichkeit, E-Books auszuleihen, aber auch der Unterstützung des epub-Standards bietet der Nook tatsächlich einen gewissen Mehrwert gegenüber Amazons Kindle. Doch Amazons Vorsprung auf dem E-Book-Sektor ist schwer aufzuholen. Momentan deckt das Imperium von Jeff Bezos 70-80 Prozent des elektronischen Buchmarktes in den USA ab. Der Start des Nook im November 2009 kam außerdem etwas spät, denn kurz darauf brach bekanntlich schon der mediale Hype um das iPad los, mit dem Apple konsequent auf LED-Technik setzte. Doch B&N will die Nook-Karte weiter ausspielen – in den Filialen sollen ab September spezielle In-Door-Shops nur für den Dual-Screen-E-Reader eröffnen.

Nook nicht schnell genug? Neuer E-Reader von Barnes&Noble fällt bei ersten Tests durch

Der Nook von Barnes&Noble ist da – zumindest offiziell hat in den USA nun endlich der Verkauf des Dual-Screen-Readers begonnen. Das Engadget-Blog hat den mit Android laufenden Reader auf Herz und Nieren geprüft – und zeigte sich eher ernüchtert: „mit der richtigen Software könnte der Nook ein Tsunami sein, im jetztigen Zustand macht er aber kaum Wellen“.

Dual-Screen, Android, hippes Design: technisch versprach der Nook eine neue Dimension

Wenn ein E-Reader mit einiger Berechtigung als der ultimative Kindle-Killer gehandelt wurde, dann der „Nook“ von Barnes&Noble. Mit dem Wifi-fähigen Gadget der US-Buchhandelskette schien Amazons Lesegerät endlich einen würdigen Gegner gefunden zu haben. Nicht nur, das sich der stationäre Verkauf auf hunderte Filialen stützen konnte – auch in technischer Hinsicht versprach der Nook eine neue Dimension: der erste auf Googles hippen OS Android basierte Reader, der erste mit einer Kombination aus E-Ink und Farb-Bildschirm, dazu noch ein edles Design.  Doch bereits der Verkaufsstart entwickelte sich für die Kunden zum Hindernisrennen: eigentlich sollte der Nook diese Woche in den Barnes&Noble-Filialen im Regal stehen – doch wegen der großen Nachfrage gibt es Lieferengpässe, und die Kunden wurden bis auf Mitte Januar vertröstet.

Bereits durch sein Design hebt sich der Nook von Amazons Kindle ab

Doch immerhin sind jetzt erste Geräte im Umlauf – und eins davon hat der Tech-Blog Engadget jetzt testen können. Vergleichsbasis war in vielerlei Hinsicht Amazons Kindle-Reader – von dem sich der Nook bereits durch sein minimalistisches Design abhebt. Auf der Vorderseite gibt es neben dem Dual-Screen (6-Zoll E-Ink plus 3,5 Zoll LCD) lediglich fünf Knöpfe – zweimal „Vor“ & „Zurückblättern“ sowie einen Home-Button. Das Dual-Screen-Konzept macht’s möglich: denn die eigentliche Bedienung erfolgt schließlich über das farbige Touch-Screen.  An sonstigen Äußerlichkeiten kommen noch die üblichen Anschlüsse wie Mikro-USB, SD-Kartenslot und Kopfhörerbuchse. Die Speicherausstattung ist üppig – das Gerät kommt mit 2 GB internem Memory und kann über den SD-Slot mit bis zu 16 GB erweitert werden.

„Keine dramatischen Verschlechterungen , aber eben auch keine Verbesserungen.“

Das 6-Zoll-E-Ink Display wies Engadget zufolge kaum Unterschiede zu dem des Kindle-Reader auf, wenn auch der Kontrast etwas besser erschien. Nur das Umblättern – also das „Page-Refresh“, dauerte offenbar deutlich länger. Gesamturteil bis hierher: „Keine dramatischen Verschlechterungen , aber eben auch keine Verbesserungen.“ Doch das eigentliche Highlight ist natürlich das farbige Touch-Screen. „Das Grundkonzept des Touch-Screens ist genial und lehnt sich eng an das iPhone an – eine one-size-fits-all-Portal das jede beliebige Form annehmen kann“, begeistern sich die Technik-Enthusiasten von Engadget noch einmal. Um dann allerdings feststellen zu müssen: das schönste Touch-Screen-Menü nützt wenig, wenn der E-Ink-Bildschirm geschwindigkeitsmäßig einfach nicht hinterherkommt. Auch schien das Touchscreen nicht alle Berührungs-Richtungen mit gleicher Qualität zu registrieren. Das Hauptmenü „Homescreen“ fanden die Tester sehr übersichtlich, es teilt sich in „the daily“ (E-Newspaper/E-Mags, Benachrichtigungen), „my library“ (die eigentliche E-Bibliothek), „shop,“ „reading now,“ sowie „settings.“ In den Verzweigungen der untergeordneten Menüs fühlten sich selbst die Techies von Engadget allerdings etwas lost in space.

Gesamturteil: tolles Design, tolle Technik, aber schlechte Performance

Das Gesamturteil ist dann auch durchwachsen: tolles Design, tolle Technik, aber schlechte Performance – dank mangelhafter Firmware: „Die große Frage ist: hilft die Software, den eigentlichen Zweck des Gerätes zu erfüllen – also das Lesen von Büchern – oder behindert sie dabei, und nach unserem Urteil tut sie letzteres. Das Gerät ist in manchen Situationen geradezu benutzerunfreundlich.“ So bleibt den Freunden des Kindle-Killers namens Nook vorerst nur eins – sie müssen auf ein immerhin von Barnes&Noble bereits versprochenes Firmware-Update warten.