Vom Reader zum E-Ink-Tablet: Nook Touch erhält Browser & Mail-Programm

Barnes&Noble verpasst den Nook-Readern ein interessantes Update – die Touch-Modelle erhalten nicht nur einen voll funktionsfähigen Browser, sondern auch ein Mail-Programm. Das berichtet TechCrunch unter Berufung auf ein geleaktes Memo. In Verbindung mit einer kräftigen Preissenkung will die US-Buchhandelskette mit dieser Aktion offenbar die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Amazon stärken. Anders als etwa das Kindle Paperwhite laufen die Nook-Reader mit einer stark angepassten Android-Oberfläche – und sind in der Hacker-Szene ein beliebtes Ziel für Rooting- und Modifizierungs-Versuche. Trotzdem liegen sie vergleichsweise wie Blei in den Regalen.

Vielleicht aber zu unrecht. Denn neben der Verwandlung in ein waschechtes Android-Tablet wurden durch zahlreiche Hacks auch Performance-Verbesserungen bei der E-Ink-Refreshrate sowie Multitouch-Fähigkeit erreicht. Insofern vollzieht B&N nur einen Teil der ohnehin stattfindenden Entwicklung mit einem offiziellen Firmware-Update nach. Ähnliches war schon bei den Nook-Tablets mit Farb-LCD-Display zu beobachten – im März ließ B&N dort den Google Play Store aufspielen, was die Installation sämtlicher verfügbarer Android-Apps ermöglicht (inklusive der Kindle-App).

Technisch gesehen sind die aktuellen Glowlight-Reader mit E-Ink-Display ohnehin schon sehr nah an solchen Lesetablets im 7-Zoll-Format dran. Eigentlich fehlt nur noch die Farbdarstellung, um zumindest rein optisch mit den LCD-Androiden gleichzuziehen. Insofern ist es nur konsequent, die funktionale Trennung auf Software-Seite aufzuheben – dabei ist B&N auch nicht allein: der chinesische Hersteller Onyx hat für die zweite Jahreshälfte 2013 gerade zwei 6-Zoll-Tablets mit E-Ink-Screen angekündigt, die sich ebenso als Lesegeräte wie auch als Surftablets eignen sollen.

Ob Barnes&Noble mit dem Browser- und E-Mail-Update mehr als nur einen kurfristigen PR-Coup landet, scheint übrigens eher zweifelhaft. Denn vor kurzem sickerte durch, dass im Zusammenhang einer möglichen Übernahme der Nook-Media-Sparte durch Microsoft die bisherigen Reader- und Tablet-Modelle bis 2014 auslaufen sollen. Der Mut zum Experiment im E-Ink-Bereich könnte also auch sehr viel damit zu tun haben, das B&N hier ohnehin nichts mehr zu verlieren hat.

(via TechCrunch)

Abb.: Screenshot