Kommt ein Nook-Tablet mit „revolutionärer Display-Technologie“?

Barnes&Noble war Amazon bereits mehrmals eine Nasenlänge voraus – etwa, als mit dem Nook Color bereits Monate vor dem Kindle Fire ein Lese-Tablet mit Android-Oberfläche herauskam. Auch bei E-Ink-Readern mit Glowlight-Feature besetzte die größte US-Buchhandelskette die Pole Position. Nun scheint B&N erneut zum großen Sprung nach vorn anzusetzen. Denn möglicherweise erhält die für Herbst 2012 angekündigte nächste Generation des Nook-Tablets eine revolutionäre Bildschirm-Technologie („revolutionary screen technology“). Das berichtet zumindest CNet unter Berufung auf Branchen-Insider. Schon seit Jahren gibt es einen Wettlauf um ebenso stromsparende wie kontraststarke Farb-Displays: Firmen wie Pixel Qi, Qualcomm oder Mirasol werkeln an Darstellungstechniken, die ähnlich wie E-Ink ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen, aber trotzdem rasche Bildwechsel und hohe Auflösungen ermöglichen.

Wer nun beim Nook das Rennen macht, ist jedoch nicht bekannt. Die CNet-Quelle berichtet lediglich, die neue Screen-Technologie sei von B&N selbst in Zusammenarbeit mit einem „anderen Unternehmen“ entwickelt worden, und bisher „noch nicht in einem anderen Produkt zu sehen“ gewesen. Außerdem würde wie bisher das „Lese-Erlebnis“ im Vordergrund stehen. Nicht umsonst meint angesichts solcher Vagheit nun E-Reading-Experte Nate Hoffelder von The Digital Reader, es gehe wohl vorerst nur um die Weiterentwicklung der bisherigen LCD-Displays – schließlich seien die bekannten stromsparenden LCD-Alternativen alle noch nicht zur Marktreife gelangt. Durch die Kooperation mit Microsoft hätte B&N andererseits natürlich genügend Geld in der Kasse, um innovative Techniken eher an den Start zu bringen als Mitbewerber. Spätestens im Oktober werden wir mehr wissen, denn dann soll das neue Nook Tablet in den USA der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der anvisierte Verkaufspreis klingt auf jeden Fall alles andere als revolutionär: mit 200 Dollar wird es exakt auf Höhe des Kindle Fire liegen.

Abb.: Hersteller

Nook Tablet bald in Deutschland? Barnes & Noble eröffnet Berliner Zentrale

Kommt das Nook Tablet von Barnes & Noble noch vor Amazons Kindle Fire in Deutschland an? Durchaus möglich – denn momentan verdichten sich die Hinweise auf eine Präsenz der größten US-Buchhandelskette im E-Book-Business des alten Kontinents. Erst im Dezember 2011 war Barnes & Noble bei der Amsterdamer Handelskammer registriert worden und hatte Verhandlungen mit dem niederländischen Barsortimenter Centraal Bookhuis aufgenommen. Anfang März rührte Barnes & Noble dann auf der London Book Fair die Werbetrommel für den Nook. Nun ist offenbar Deutschland an der Reihe: Nach Informationen von Buchreport hat das US-Unternehmen vor wenigen Tagen die Barnes & Noble Digital Media GmbH angemeldet. Sitz der Firma ist mitten in Berlin in einem repräsentativen Geschäftsgebäude am Potsdamer Platz.

Thalia als deutscher Vertriebspartner?

Während Barnes&Noble in Großbritannien wohl mit der Buchhandelskette Waterstones kooperieren dürfte, ist hierzulande Thalia als potentieller Partner im Gespräch. Der finanziell kriselnde Buchhändler mit Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte mit den Nook Tablets dem E-Reader- und E-Book-Geschäft neuen Schwung verleihen – bei den Marktanteilen liegt Thalia deutlich hinter Amazon und Apples iBook-Store. Barnes & Noble wiederum wurde auf dem Tablet-Markt deutlich von Apple und Amazon abgehängt. Die Expansion nach Europa würde dabei helfen, den Abstand zu verkürzen. Über das Filialnetz der zweitgrößten deutschen Buchhandelskette hätte Barnes & Noble im Vertrieb vor Ort zudem einen strategischen Vorteil gegenüber dem reinen Online-Handel mit Kindle & Co.

Kopf an Kopf-Rennen zwischen Nook und Fire

Die Zeit ist allerdings knapp. Mit dem angekündigten Launch der Kindle-Touch-Modelle hat Amazon ab April auch in Deutschland bereits die gesamte Modellpalette im E-Ink-Bereich am Start. Als Schlussstein der Offensive bleibt nur noch der Marktstart des Kindle-Fire-Tablets. Einigt sich Barnes & Noble schnell genug mit deutschen Vertriebspartnern und E-Book-Lieferanten, könnte uns jedoch in der Liga der Lese-Tablets ein interessantes Kopf-an-Kopf-Rennen bevorstehen. Schon seit längerem wird der US-Store von Barnes & Noble durch das Börsenvereins-Portal Libreka mit deutschen Titeln versorgt. Technisch sind sich Kindle Fire und das neue Nook Tablet ähnlich, vom Chipsatz bis zur Android-Oberfläche. In den USA wird die Basisversion des Nook-Tablets mit 199 Dollar zum selben Preis angeboten wie das Konkurrenzprodukt von Amazon. Außer dem Nook-Tablet hat Barnes & Noble noch das ältere Nook Color sowie mit dem Nook Touch einen E-Ink-Reader mit Touch-Screen im Angebot.

(via Buchreport & TechCrunch)

Lesen auf dem Tablet: Die schönste Nebensache der Welt?

„Facebook, Pandora, Netflix, Rhapsody, Electronic Arts Games, Zynga, Rovio“ -- kurz vor dem offiziellen Lieferbeginn des Fire-Tablets hat Amazon ein wahres Füllhorn an Apps angekündigt. „In addition to over 18 million movies, TV shows, songs, books, and magazines from Amazon, we are excited to offer customers thousands of apps and games to choose from on Kindle Fire“, so Dave Limp, Vizechef von Amazons Kindle-Abteilung. Ähnlich multimedial gibt sich das offizielle Promo-Video für das Fire-Tablet. „A Kindle for Entertainment, Web, Games, Reading, and more“, heißt es gleich zu Anfang. Amazon präsentiert sich als umfassender Content-Lieferant – anders als bei der Vermarktung bisheriger Kindle-Modelle ist das Lesen von Büchern oder Magazinen nur noch eine Funktion unter vielen. Und auch hier geht es vor allem um Bilder – die „brilliant Colors“ des Kindle Fire eignen sich natürlich vor allem für E-Comics, illustrierte Kinderbücher oder die Fotostrecken elektronischer Zeitschriften.

Vom Lesegerät zum Teleshopping-Tablet

Vom Online-Buchhändler hat sich Amazon eben längst zum digitalen Gemischtwaren-Laden gemausert, und das Fire-Tablet ist das ideale mobile Portal, um die Kunden zu beliefern, vom E-Book über das Streaming-Video bis zum Kühlschrank. So gesehen bildeten die bisherigen E-Ink-Kindles nur einen Teilbereich der Unternehmensstrategie ab. Das Kindle-Tablet dagegen könnte sich zum ultimativen Teleshopping-Instrument entwickeln, wenn es nur massenhaft genug unter die Leute gebracht wird – was auch die starke Subventionierung erklärt, denn die Geräte werden knapp unter dem Herstellungspreis verkauft. Letztlich hat Amazon natürlich nur reagiert, nicht nur auf den Erfolg des iPads, sondern vor allem auf Barnes&Nobles Nook Color – erst mit dem Wechsel vom E-Ink-Reader zum Android Tablet mit Farb-LCD war es dem Hauptkonkurrenten gelungen, dem Kindle Marktanteile abzugewinnen. Allerdings war das bisherige Nook Color noch im Frühjahr 2011 explizit als Lesegerät beworben worden, etwa mit einer geradezu poetischen Video-Serie unter dem Titel „Read forever“.

“Do you want more entertainment?“

Gezeigt wurden Leserinnen und Leser jeden Alters an allem möglichen Orten, eins war allerdings nicht zu sehen: die Barnes&Noble Filialen. Schließlich sollte ja der integrierte E-Store auch den Gang in die Buchhandlung ersetzen. Umso überraschender kommt nun kaum ein halbes Jahr später mit dem Nook Tablet die endgültige Transformation des Lesegeräts zum Multimedia-Surftablet, das auch als solches vermarktet wird. Das Promo-Video für den Nook Color-Nachfolger ähnelt – genauso wie auch das Tablet selbst – wohl nicht zufällig dem Aufbau des Promo-Video für das Fire Tablet. „Hi, I’m Kate“, begrüßt den Zuschauer eine Anchor-Woman in Blau, „so excited to show you the new Nook Tablet, the fastet and lightest Nook Tablet ever, with the best in HD entertainment.“ Erstmal geht’s um Netflix, Hulu, Pandora und Co., also Video- und Audio-Streaming. „Want more entertainment“, fragt Kate? Kein Problem – es gibt auch Games wie Angry Birds. Sodann geht’s um Facebook, Websites mit Flash, E-Mail. „It’s amazing that Nook does so much and is so incredibly fast and responsive“.

Dual-Core-Prozessor führt weg vom Kerngeschäft

Wie beim Fire-Video folgt noch ein Hinweis auf den Dual-Core-Prozessor, und das schlanke Gadget wird schließlich ostentativ in eine Handtasche gesteckt. Ja, es wiegt mit knapp 400 Gramm auch ein Drittel weniger als das „leading tablet“ (was natürlich auf Apples iPad gemünzt ist). Immerhin kommt Kate dann im zweiten Teil des Videos ausführlich auf das Thema Lesen zu sprechen: „Reading on Nook? No other Tablet compares. If you love to read, this is your tablet.“ Barnes & Noble bietet schließlich „mehr als 2,5 Millionen Bücher, Zeitschriften und Zeitungen“. Und natürlich „farbige Comics und Kochbücher“. Das beste am Nook sei schließlich: „It’s created by Barnes & Noble, the world’s largest bookstore“. Doch gerade das neue Tablet zeigt, wie weit B&N bereits auf dem Weg vom Buchhändler zum digitalen Content-Portal voranschreitet, das zudem Filialen vor Ort betreibt – unter anderem zum Zwecke des Kundendienstes für elektronische Lesegeräte. Nicht ganz zufällig wurde 2010 William Lynch zum neuen CEO gekürt, vormals zuständig für die B&N-Website und die Entwicklung der Nook-Reader. Die Buchbranche befindet sich in einem Umbruch, der sie mit jedem Anpassungsschritt weiter vom ursprünglichen Kerngeschäft wegtreibt. Und zudem immer größere Investitionen fordert, was wiederum viele Unternehmen überfordert, erst recht im mittelständisch orientierten Deutschland. Schon bei den E-Ink-Readern war es schwer, qualitativ Schritt zu halten – bei hoch subventionierten Tablets wie Fire oder Nook ist wohl endgültig die Schallmauer erreicht.

Tablet Wars, nächster Teil: Nook Tablet startet parallel zum Amazon Fire


Die Weihnachtssaison 2011 wird zur Tablet-Schlacht: mit dem Nachfolger des Nook Color bringt Barnes&Noble zeitgleich mit Amazon ein eigenes sieben Zoll-Tablet heraus. Die ersten Geräte werden bereits nächste Woche ausgeliefert. Das „Nook Tablet“ kostet mit 249 Dollar zwar etwas mehr als Amazons „Fire“, hat aber technisch zumindest teilweise die Nase vorn. Mit 1 Gigabyte ROM und 16 Gigabyte RAM bietet es nämlich doppelt so viel Speicher wie die Konkurrenz. Der Dual-Core-Prozessor ist allerdings identisch, die Display-Technologie IPS (in-plane switching) mit einer Auflösung von 600 mal 1024 Pixeln teilt das neue Nook ebenfalls mit dem Fire. Auch die Benutzeroberfläche erinnert stark an Amazons Konzept – das Nook Tablet läuft mit angepasstem Android 2.3 „Gingerbread“.

Kein Zugang zum Android Marketplace

Die Content-Strategie orientiert sich am gewohnten Nook Color-Modell – es gibt also keinen direkten Zugang zum Android Marketplace. Anders als vielen High-End-Tablets gibt es statt 3 G nur WLAN, Kameras etwa für Videochat fehlen ebenfalls. Lesestoff liefert ein integrierter E-Store – von E-Books und elektronischen Zeitschriften bis hin zu E-Comics. Dazu gibt es Multimedia satt, denn vorinstallierte Apps bieten Zugriff auf das Pandora-Webradio sowie die Streaming-Videos via Netflix & Hulu. Über ein integriertes Mikrofon lassen sich zudem Töne aufnehmen – über das neue „Read and Record“-Feature können so Kinderbücher vorgelesen und aus der Konserve wieder abgespielt werden.

Preissenkung für Nook Color

Eine Akkuladung soll nach Angaben von Barnes & Noble für bis zu 11,5 Stunden Lesedauer reichen, mit Videonutzung kommt man immerhin auf 9 Stunden (jeweils bei deaktiviertem WLAN). Drei Stunden dauert es, bis der Akku dann via Mikro-USB wieder voll aufgeladen ist. Ähnlich wie Amazon hat Barnes & Noble übrigens den Tablet-Launch mit einer Preissenkung der übrigen Modelle verbunden. Das alte Nook Color gibt es jetzt für 199 Dollar (zuvor 249 Dollar), den E-Ink-Reader Nook Touch für 99 Euro (zuvor 139 Dollar). Eins haben die Geräte natürlich alle gemeinsam – sie sind offiziell in Deutschland bis auf weiteres nicht lieferbar. Die Konkurrenz macht sich hierzulande ebenso rar, lediglich Amazons neueste Low-Cost-Variante des Kindle 4 kann man bei Amazon.de bekommen.