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Nielsen-Studie: E-Book-Piraterie kostet US-Buchbranche 315 Mio. $ pro Jahr

inside-the-mind-of-a-book-pirateWie groß ist der Schaden durch illegale E-Book-Downloads tatsächlich? Im Rahmen einer Nielsen-Studie im Auftrag des Watermarking-Dienstleisters Digimarc sind jetzt neue Schätzungen für den US-Markt bekannt geworden: demnach entgehen der Buchbranche jedes Jahr 315 Mio. Dollar an potentiellen Einkünften. Grundlage dieser Zahl ist die Annahme, dass 22 Prozent der E-Book-Leser sich Lektüre aus illegalen Quellen besorgen, und ingesamt 31,5 Mio. E-Books auf die heimische Festplatte schnorcheln. Bei einem Durchschnittspreis von 9,98 Dollar ergibt das genau die o.a. 315 Mio. Dollar.

Lektüre-Mix aus legalen & illegalen Quellen

Beliebtester Weg zum Buch sind einfache Filehoster bzw. über das Netz verteilte Bit-Torrents (51 Prozent), das Weitergeben von Dateien unter Freunden (45 Prozent) sowie Resale/Auktions-Portale (27 Prozent). Beliebteste Download-Seiten für US-Leser sind der Studie zufolge 4shared.com, uploaded.net sowie bookos.org, beliebtestes Genre: Belletristik. Wobei man hinzufügen muss: in der Regel sind diese Adressen nur ein Teil der individuellen Bezugsquellen – es herrscht ein wilder Mix aus Legal/Gratis, Legal/Einzelkauf, Legal/Abo und E-Book-Piraterie vor.

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Piraten sind jung, wohlhabend, gebildet

Weitaus interessanter als die Dollar-Angaben – die ja wie immer bei solchen Anlässen auf einer Menge sehr hypothetischer Annahmen basieren – sind aber wohl die Erkenntnisse über Zusammensetzung und Motivation der Piraten-Population. Nicht umsonst heißt die Studie ja auch „Inside the Mind of a Book Pirate“. Nun denn: die Mehrheit der Downloader, so fanden Nielsens Forscher heraus, ist zwischen 18 und 34 Jahren alt, überdurchschnittlich gebildet und – jetzt kommts – auch relativ wohlhabend (Haushaltseinkommen zwischen 60.000 und 100.000 Dollar).

(via Torrentfreak.com)

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Empfohlen via Facebook, gelesen auf Papier: Kids bei Lektüre konservativ

Sie sind zwischen 13 und 17 Jahren jung, online-affin, bewegen sich wie Fische im Wasser der sozialen Medien, und sie lesen Bücher am liebstem auf dem … äh Papier. Diese scheinbar kontraintuitive Feststellung stammt aus dem aktuellen „Nielsen’s Books and Consumers U.S. Survey“, dürfte aber bei der Vorstellung auf dem „Kinderbuch-Gipfel“ des Marktforschungs-Unternehmens kaum jemanden überrascht haben. Denn dass nur 20 Prozent der Teenager jenseits des Atlantik E-Books kaufen, gegenüber 23 bis 25 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 44, hatte auch bisher schon so seine nachvollziehbaren Gründe.

Die Jungleser verfügen zum Beispiel noch nicht über Kreditkarten, dem wichtigsten Online-Zahlungsmittel in den USA. Abgesehen von den Büchern, die ihnen die Eltern zustecken, versorgen sie sich gerne im Freundeskreis mit Literatur: und gedruckte Bücher sind nun mal besonders gut geeignet zum Verleihen (und Zurückgeben). Bei E-Books gilt das Weitergeben ohne Einwilligung der Rechteinhaber dagegen als Piraterie. Außerdem stöbert die Hälfte der lesenden Teenager gerne in den Regalen von Bibliotheken und Buchhandlungen.

Beeinflusst wird das analoge Leseverhalten allerdings sehr stark von digitalen Empfehlungen über die sozialen Netzwerke, dort sind die Jugendlichen deutlich stärker präsent als ältere Leser, und sie machen ihre Lektüre – Stichwort: Social Reading – auch öffentlicher als die Elterngeneration. Der soziale „Bandwagon“-Effekt scheint den Run auf Serien und Blockbuster wie Harry Potter, Twilight oder Hunger Games noch zu verstärken. Einmal angefixt, bleiben sie dann auch dabei: Wichtigstes Argument bei der Auswahl ist für die Teens das Argument: „Mir gefiel bereits ein früheres Buch dieses Autors“.

Bleibt der Blockbuster-Nachschub allerdings aus, macht sich das ebenfalls bemerkbar – wohl auch mangels geeigneter Harry Potter-Nachfolger haben Bücher insgesamt bei den unter-18jährigen gegenüber anderen Medien kontinuierlich an Boden verloren.