Da kichert das chinesische Zimmer: AI erreicht menschliches Leseverständnis, melden Alibaba und Microsoft

da-kichert-das-chinesische-zimmer„In welchem Jahr wurde Nikola Tesla geboren?“ — „Aus welchem Land stammte Tesla?“ — „Mit welchem anderen Erfinder arbeitete Tesla zusammen?“ — Fragen, die ein menschlicher Leser nach der Lektüre des Wikipedia-Artikels zu Nikola Tesla leicht beantworten kann. Selbst für die cleversten Algorithmen dagegen war die Antwort bisher gar nicht so einfach — wie regelmäßig Tests auf Grundlage des „Stanford Question Answering Datasets“ (SQAD) zeigten, dessen Fragen und Antworten aus Wikipedia-Einträgen generiert wurden.

Kopf-an-Kopf-Rennen beim SQAD-Score

Auf diesen Lorbeeren kann sich die Gattung Homo Sapiens sapiens nur aber nicht mehr ausruhen: Beim letzten Test in punkto „Leseverständnis“ — gemessen als „SQAD-Score“ — lag der Mensch nicht mehr klar vor der Maschine. Bei exakten Antworten auf die Fragen erreichten AI-Systeme von Alibaba wie auch Microsoft in diesem Monat Werte von 82.44 und 82,26, wie beide Firmen eiligst der Weltöffentlichkeit verkündeten — die menschlichen Probanden kamen auf einen SQAD-Score von 82,304.

„Ein Meilenstein ist erreicht“

Die Algorithmen des chinesischen Großkonzerns hatten also die menschlichen Testpersonen erstmals ganz knapp überholt. „Es ist uns eine große Ehre, bei diesem Meilenstein dabei sein zu können“, kommentierte das Luo Si, Chief Scientist beim Natural Language Processing-Programm von Alibaba. „Objektive Fragen wie ‚Wie entsteht Regen‘ können nun von Maschinen mit hoher Genauigkeit beantwortet werden“. Die zugrundeliegende Technologie könne nach und nach für zahlreiche Anwendungen genutze werden, etwa Kundenservice, Museumsführungen oder medizinische Beratung — und würde die Notwendigkeit sprachlicher Interaktion mit Menschen stark verringern.

Leseverständnis ohne Bewusstsein?

Viele menschliche Leser haben sich bei dieser Nachricht allerdings daran gestört, das von „Leseverständnis“ („Reading Comprehension“) gesprochen wurde. „Da höre ich ein ganzes chinesisches Zimmer kichern“, kalauerte etwa Christoph Kappes via Twitter angesichts der Schlagzeile „Computers are getting better at reading than humans“ — und tatsächlich kann ja von echtem Verständnis im Sinne von Bewusstsein keine Rede sein. Der Algorithmus hantiert sehr geschickt mit Worthülsen, ohne irgendetwas zu verstehen. Und somit dürfte auch weiterhin so manches „Gespräch“ im Kundenservice in der Sackgasse eines chinesischen Serverraums enden.

Abb.: The Chinese Room (2009), cc-by-sa-3.0

Willkommen im Club der Dosengeister: Alexa spricht bald mit Cortana, & vice versa

alexa-spricht-bald-mit-cortanaEin Dschinn macht noch keinen Sommer. Jeff Bezos träumt bereits von einer Art Meta-AI, bei der jede Anfrage genau an den digitalen Assistenten weiterleitet, der sie am besten beantworten kann: „Die Welt ist groß und vielfältig. Es wird in Zukunft verschiedene intelligente Agents geben, jeweils mit Zugang zu speziellen Datensätzen und mit speziellen Fähigkeiten. Wenn sie zusammenarbeiten, werden ihre Stärken sich gegenseitig ergänzen, und für den Kunden weitaus hilfreicher sein.“

Alexa checkt Outlook, Cortana shoppt Amazon.com

Mit der gerade verkündeten Kooperation zwischen Amazon und Microsoft rückt diese Vision nun erstmals in greifbare Nähe: „Alexa wird mit Cortana sprechen können, und Cortana mit Alexa“, so die aktuelle Pressemitteilung. „Sie werden zu Alexa sagen können: ‚Alexa, öffne Cortana“, oder zu einem Windows 10-Gerät: ‚Cortana, öffne Alexa“.

Eine volle Integration ist das, was da in wenigen Monaten verfügbar sein soll, natürlich noch nicht. Aber immerhin ein Anfang. Alexa-Nutzer können mit Hilfer von Cortana dann Termine planen, Terminerinnerungen erhalten, oder auf E-Mails zugreifen, alles via Sprachbefehl. Umgekehrt kann man via Cortana von Alexas Smarthome-Kontrollmöglichkeiten profitieren, auf Amazon.com einkaufen oder Alexa-Skills von Drittanbietern einsetzen.

Google und Apple halten sich bedeckt

Weitere Mitglieder im Club der digitalen Dosengeister sind bisher nicht in Sicht — dass Amazon und Microsoft es so locker mit der Zusammenarbeit nehmen können, liegt ja auch daran, dass beide Unternehmen auf dem heiß umkämpften Smartphone-Markt wenig bis gar nichts zu melden haben. Anderes gilt vorerst für Steve Jobs Erben und die ABC-Schützen aus Moutain View: „Apple and Google may see competitive advantages in keeping their A.I.s separate from rival assistants, partly as a way to protect a selling point of their mobile software, iOS and Android“, vermutet wohl zu recht die New York Times.

(via NYT & Amazon PM)

Abb.: Barbara Eden & Michael Ansara as The Blue Djinn, 1966 (cc-0)

Windows 10 wird bibliophil: Microsoft will (wieder) E-Books verkaufen

windows-10-ebook-storeGoogle machts, Apple machts, Amazon sowieso, warum nicht auch Microsoft? Nach vielen Jahren Abstinenz will der Software-Riese offenbar wieder in das Geschäft mit E-Books einsteigen — der Windows Store soll Brancheninsidern zufolge demnächst um die entsprechende Content-Schiene erweitert werden.

Kauft man dort statt App, Game oder Audio-File ein elektronisches Buch, kann man es im Anschluss direkt im Windows-Browser Edge öffnen — denn der wurde erst kürzlich um eine native Unterstützung für das epub-Format erweitert. Eine eigenständige E-Book-App für Windows 10 dagegen scheint bisher nicht in Sicht zu sein.

Erste exklusive Previews wurden nur im Rahmen von Windows 10 Mobile für ausgewählte Beta-Tester freigegeben, doch das E-Book-Store-Feature soll beim offiziellen Start dann ebenfalls für PC und Tablets verfügbar sein.

Große Hoffnungen, nun den E-Book-Markt aufzurollen, dürfte man sich bei Microsoft wohl nicht machen, dafür ist Amazon ganz einfach zu mächtig. Außerdem sind die Redmonder schon mal von den Kindle-Erfindern abgehängt worden. Denn zu Beginn des Milleniums gehörte Microsoft zu den E-Book-Pionieren. Zusammen mit Barnes & Noble wurde im Jahr 2000 das dem späteren epub-Standard ähnliche .lit-Format und die E-Reading Software MS Reader auf den Markt gebracht. Der Kindle-Boom machte das Format jedoch bald obsolet, auch ein Windows-E-Reader kam nie auf den Markt. 2012 stellte Microsoft schließlich die Unterstützung für MS Reader ein.

(via Digital Reader & PC World)

Eine Milliarde Dollar: Kauft Microsoft die Nook-Sparte von Barnes&Noble?

Es muss nicht gleich eine Trillion Euro sein. Auch eine Milliarde Dollar gibt immer eine gute Story ab – zum Beispiel diese: Microsoft will Nook Media kaufen, also die E-Lese-Sparte von Barnes&Noble, und dafür offenbar eine zehnstellige Summe hinblättern. Das sollen interne Dokumente belegen, die dem Technologie-Blog TechCrunch zugespielt wurden. Außerdem deutet sich ein Strategiewechsel an: „Nook Media“ soll demnach zukünftig auf eine eigene Geräteplattform verzichten – Produktion & Verkauf von E-Readern und Lese-Tablets solle bis Ende 2014 auslaufen. Kaum war die Nachricht vom Mega-Deal mit Microsoft in der Welt, sprang die B&N-Aktie um 25 Prozent nach oben. Die Story dahinter klingt durchaus plausibel, schließlich kooperieren Barnes&Noble und der Software-Gigant bereits seit Anfang 2012 – die kriselnde Buchhandelskette erhielt insgesamt eine Finanzspritze von fast einer halben Milliarde Dollar, und trennte die Nook-Sparte vom Kerngeschäft.

Kein Nook-Tablet mit Windows in Sicht?

Alleine 180 Millionen Dollar wurden daraufhin in die Entwicklung von E-Lese-Apps für Geräte mit Windows 8 gesteckt, die mittlerweile gelauncht sind. Die zunächst von vielen Branchenbeobachtern erwartete Entwicklung eines neuen Nook-Tablets mit Windows-Oberfläche kam aber offenbar nicht ins Rollen. Auch die angekündigte Expansion von Barnes&Noble in Richtung Europa – inklusive Deutschland – lässt weiter auf sich warten. Der große Erfolg blieb selbst in den USA aus: Insgesamt wurden bisher knapp 10 Millionen Nooks verkauft, zu einem wichtigen Teil über das Filialnetz der größten verbliebenen US-Buchhandelskette. „Die Werthaltigkeit der Marke Nook ist eng mit den Buchhandlungen vor Ort verbunden“, zitiert etwa NBCnews den Analysten Michael Norris – auch amerikanische Kunden möchten ein Gerät vor dem Kauf gerne in der Hand gehalten haben.

B&N nicht in Top 5 des E-Book-Business

Im Online-Handel wurde der Nook jedoch längst von Amazon abgehängt – alleine die klassischen Kindle-Reader mit E-Ink-Display verkauften sich weltweit mehr als 50 Millionen mal. Eigentlich fast tragisch, schließlich war Barnes&Noble seinem Hauptkonkurrenten technisch öfter mal eine Nasenlänge voraus, etwa beim Launch des ersten Lese-Tablets, oder beim Glowlight-Reader. Die schmale mobile Plattform macht sich bemerkbar: International wird Barnes&Noble nicht mal zu den Top 5 im E-Book-Business gezählt, der globale Marktanteil liegt nach Zahlen der IDC gerade mal bei 2 Prozent. Allerdings hatte auch Microsoft immer wieder Probleme, mit Hardware-Innovationen zu punkten, siehe den gescheiterten iPod-Killer Zune. Auch im Tablet-Sektor liegt man hinter dem Marktführer Apple zurück. Insofern ist es wohl schon eine gute Idee, das Nook-Business auf Apps und E-Store zu reduzieren – der Ausverkauf der Nooks scheint auch tatsächlich schon begonnen zu haben.

Abb.: Screenshot

Taposé-App bringt Microsofts legendäres Courier-Konzept auf das iPad


Vom Post-it-Zettel über Textverarbeitung bis zum Multimedia-Skizzenblock: Taposé soll das iPad endgültig vom reinen Konsumobjekt zur Kreativ-Plattform machen. Die neue App mit Split-Screen-Effekt ermöglicht per Fingerwisch das Kombinieren von handschriftlichen Notizen, Bildern oder Videos – und erinnert dabei nicht ganz zufällig an Microsofts legendäres Courier-Konzept. Kurz vor dem iPad-Start war dieses vielversprechende Dual-Screen-Tablet in Redmonds Technologie-Mülleimer gelandet. Doch die Idee einer mobilen, digitalen Agenda blieb in der Luft. Das Entwickler-Duo Benjamin Monnig und Ricky Drake startete von Seattle aus Mitte 2010 ein App-Projekt im Courier-Style. Um Taposé zu finanzieren, sammelten sie über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter mehr als 25.000 Dollar ein (Motto: „Bringing the Courier to the iPad“). Unterstützung erhielten sie dabei auch von ehemaligen Courier-Entwickler J Allard.

Kreative Ideen mit dem Lasso einfangen

Fertig war Taposé bereits im letzten Herbst – doch Apple ließ sich mit dem OK für den App Store viel Zeit, ein Kritikpunkt war etwa die Aufteilung des Bildschirms in zwei Hälften. Die ist zum Glück auch immer noch dabei. Denn die Idee des Split-Screens gehört zu den Essentials des App-Gedankens (& steckt auch im Namen – Taposé ist die Kurzform von „juxtaposé“, also „gegenüber“). Ähnlich wie bei Microsofts Courier-Prototyp lassen sich viele Features von Taposé nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit einem Stylus bedienen. Eine Handschriftenerkennung ist allerdings nicht integriert worden. Man kann also entweder Texte eintippen oder direkt auf das Display kritzeln. Die Organisation von Projekten wird durch Adressbuch, Karten- und Kalenderfunktionen, Checklisten sowie Haftnotizen erleichtert. In der Slidebar lassen sich einzelne Objekte ablegen, um sie später an anderer Stelle wieder einzufügen. Eine „Lasso“-Funktion erlaubt dabei auch das grobflächige Ausschneiden und Verschieben einzelner Dokumentenbereiche.

Kollaboratives Arbeiten dank Cloud-Speicher

Einzelne Projektmappen („Journals“) können innerhalb von Arbeitsgruppen geteilt werden, auch das Synchronisieren der erstellten Dokumente mit dem Desktop-PC ist möglich. Über das lokale WiFi leitet man bei Bedarf Taposé-Dokumente auch direkt an einen Netzwerk-Drucker weiter. Wer jetzt sein iPad zum Courier aufrüsten möchte, kann dies ab sofort im deutschen App-Store für 2,39 Euro tun – für viele Kreativarbeiter sicher eine gute Investition. Um die cloudbasierten Backup- und Synchronisierungsfunktionen voll nutzen zu können, muss man per In-App-Shopping ein Jahresabonnement für 30 Dollar eingehen. Immerhin 400 Megabyte gibt’s für jeden Nutzer aber auch umsonst. Ein ausführliches Tutorial der intuitiv zu bedienenden App findet man auf dem Taposé-Blog.

Microsoft macht mobil: Kommt 2012 ein E-Reader mit Windows 8 auf den Markt?

„Der beste E-Reader ist immer noch ein PC“, so Microsoft-Chef Steve Ballmer. Tatsächlich ließ das Unternehmen von mobilen Lesegeräten bisher die Finger. Das könnte sich jedoch bald ändern – denn mit Windows 8 startet im Herbst 2012 ein neues Betriebssystem, dessen grafische Benutzeroberfläche Metro speziell auf Touch-Screens von Mobilgeräten zugeschnitten wurde. Für Aufmerken unter Branchenkennern sorgte kürzlich ein Statement von Microsoft-Manager Kevin Turner auf der „Dynamics 2012“-Konferenz: “Microsoft wird noch in diesem Jahr mit Metro als erstes Unternehmen weltweit ein User-Interface anbieten, das nahtlos vom Smartphone über Tablet und E-Reader bis zur Rich-Client-Plattform und zum TV reicht“.

“Our Future is a Unified Ecosystem“

Bisher gab es eher Impulse in eine ganz andere Richtung – E-Reader-Spezialisten verließen das Unternehmen, 2011 wurde zudem die Weiterentwicklung der hauseigenen E-Reader-App „Microsoft Reader“ eingestellt, die E-Books im .lit-Format vor allem auf PDAs und Smartphones brachte. Außerdem wurde Windows 7 vor allem als Systemlösung für produktive Anwendungen propagiert, weniger für mobilen Konsum – denn dafür gab es ja Windows Embedded Compact (ehemals Windows CE). Doch nun scheint ein genereller Wechsel der Firmenstrategie stattzufinden – Windows 8 wird explizit auch für Mobilgeräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren entwickelt, die in den meisten E-Readern eingebaut werden.

E-Ink-Reader oder Lese-Tablet?

Wie der Windows-Reader konkret aussehen könnte, ist natürlich eine ganz andere Frage. Denkbar wäre ein sechs Zoll großes E-Ink-Gerät mit WiFi-Schnittstelle und Touch-Screen, das im Stil von aktuellen Kindle- oder Kobo-Modellen daherkommt. Microsoft selbst würde ein solches Gerät wahrscheinlich nicht selbst auf den Markt bringen, sondern Windows 8 ganz einfach für einen entsprechend konfigurierten Reader eines Dritt-Herstellers lizensieren. Eine noch wahrscheinlichere Möglichkeit ist allerdings ein lesefreundliches 7-Zoll-Tablet im Nook- oder Fire-Look. Dafür bräuchte es nicht einmal eine eigene E-Reader-Software – schließlich entwickelt Amazon bereits eine Windows-8-Version der Kindle-App.

(via zdnet & The Register)

„Mehr als ein Prototyp“ – Microsoft plant Dual-Screen-Tablet namens „Courier“

microsoft_courier_prototyp_e-readerMicrosoft plant offenbar ein Internet-Tablet mit Dual-Screen-Display. Eine aktuelle Konzeptstudie zum „Courier“ zeigt ein aufklappbares Gerät mit zwei sieben Zoll großen Farb-Bildschirmen. Bedient wird das Gerät per Touch-Screen, entweder mit den Fingern oder mit einem speziellen Tablet-Pen. Die intuitive Benutzeroberfläche nimmt Elemente der „Surface“-Software auf, die Microsoft speziell für Touch-Screens entwickelt hat. Der Courier kann auch als E-Reader genutzt werden, im Vordergrund stehen aber PDA-nahe Funktionen wie Terminplanung, E-Mail und Websurfen.

Das Courier sieht zwar aus wie ein E-Reader, ist aber eher ein High-Tech-Terminkalender

microsoft_courier_details_prototyp_2Viele Geräte-Hersteller setzten im Moment auf Dual-Screen, doch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Barnes&Noble genauso wie Spring Design kombinieren in ihren aktuellen E-Readern Nook bzw. Alex große E-Ink-Displays mit kleineren LCD-Displays – E-Ink ist schwarz-weiß, aber kontrastreich und spart Strom, LCD erlaubt Farbe und das Abspielen von Videos. Asus geht mit dem noch für dieses Jahr angekündigten EEe-Reader sogar noch einen Schritt weiter – hier sind E-Ink-Display und LCD-Touch-Screen gleich groß. Microsoft setzt dagegen auf zwei LCD-Screens – und geht damit einen Weg, den man als konsequente Weiterentwicklung des Netbooks bezeichnen könnte: statt Tastatur gibt es einen zweiten Bildschirm. Das ganze sieht hochkant tatsächlich aus wie ein Buch – doch die vom Tech-Blog Gizmodo gestreute Konzeptstudie zeigt, dass es eher in Richtung interaktives Notizbuch oder Terminkalender/Agenda gedacht ist, und nur nebenbei auch als E-Reader genutzt werden kann. Gegen die E-Reader-Funktionalität spräche auch der hohe Stromverbrauch von LCD-Displays – normalerweise verbrauchen sie bis zu einem Drittel der gesamten Energie.

Außer Konkurrenz: Ein Dual-Touch-Display für 75 Dollar

e-reader-in-der-schule-gute-idee-aber-bitte-kein-kindle.gifZwei Microsoft-Projekte sind nach Einschätzung von Engadget in das Courier-Konzept eingeflossen: einmal die intuitive Benutzeroberfläche InkSeine, die ähnlich wie Microsoft Surface per Touch-Screen einen nahtlosen Workflow mit Texten, Bildern und Web-Inhalten ermöglicht, zum anderen ein Dual-Screen-Prototyp namens Codex. Angeblich existiert auch das Courier bereits als serienreifer Prototyp – insofern hätte Microsoft einen Trumpf im Ärmel, wenn Apple demnächst sein langerwartetes Tablet auf den Markt wirft. Vielleicht ist aber jemand anderes noch schneller: Das One-Laptop-per-Child-Projekt hat mit dem OLPC XO2 nämlich für 2010 ausgerechnet ein Gerät mit Dual-Touchscreen angekündigt: horizontal ergibt sich ein normaler Laptop, der per Touchscreen-Tastatur bedient wird. Vertikal nebeneinander könnten zwei Seiten wie in einem Buch dargestellt werden, und flach aufgeklappt dient das Dual-Touch-Display als großes Tablet, z.B. um Landkarten darzustellen. Angestrebt ist ein Preis von 75 Dollar…

[Nachtrag 9.11.09]: In Reaktion auf das Courier-Tablet hat das One-Laptop-per-Child-Projekt sein Dual-Screen-Projekt gekippt, berichtet teleread. Die Leute von OLPC wollen nun das bestehende OLPC XO als Version X03 zu einem Reader-ähnlichen Gerät mit nur einem Bildschirm ausbauen, „single sheet, completely plastic and unbreakable, waterproof, 1/4″ thick, full color, reflective and transmissive“. Schade eigentlich, das Buch-Design hat mir sehr gut gefallen…]

Ballmer & Bezos präsentieren: Kindle E-Books jetzt auch auf Microsoft-PCs

Amazon gibt Start von Kindle Reader-Software für Microsoft PC bekannt.gifE-Books für den Amazon Kindle kann man zukünftig auch auf Microsoft-Systemen lesen. Amazon kündigte an, die Software in Kürze zum kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen. Kindle für PC wird auf Rechnern laufen, die mit XP, Vista oder dem neuen Windows 7 ausgestattet sind. Die E-Reader-Software richtet sich an ein weltweites Lesepublikum – die Zahl der vor Ort verfügbaren E-Books ist jedoch je nach Rechtslage unterschiedlich.

Siehe da: Für’s erste ist der PC ein besserer E-Reader als ein Mac

„Der beste E-Reader ist ein PC“, sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer erst vor kurzem – und erteilte Spekulationen über den Einstieg des Software-Unternehmens aus Redmond ins Geschäft mit elektronischen Lesegeräten vorerst eine Absage. Offenbar steckte noch mehr hinter dem Bonmot: Das zeigt die Ankündigung von Amazon, eine Kindle-Software für Microsoft-Systeme anzubieten.
„Mit Kindle für PCs macht Amazon sein enormes Angebot von E-Books nun der weltweilt am meisten genutzten Systemplattform zugänglich“, betonte Microsoft-Vorstandsmitglied Mike Nash nicht ganz zu unrecht. Tatsächlich werden PCs nun zumindest bis auf weiteres gegenüber Macs etwas aufgewertet – auch als Stand-Alone-Lesegerät. Denn Kindle für PC ermöglicht nicht nur Besitzern von Kindle-Readern mehr Komfort in Verbindung mit der Whispersync-Technik – etwa durch Bookmarks, die auf allen benutzten Geräten gültig sind. Auch wer nur einen E-Reader namens PC besitzt, kommt nun in den Genuss von Kindle-E-Books, und zwar weltweit. Nachdem seit kurzem auch der Kindle selbst in mehr als 100 Ländern zum Verkauf angeboten wird, war die Öffnung in Richtung PCs offenbar überfällig. Schwacher Trost für die Apple-Fraktion: Amazon werkelt auch an einer Version der Kindle-Software, die auf Mac OS X läuft. Besonders interessant dürften die neuen Möglichkeiten also in der nächsten Zeit für Besitzer von Laptops und Netbooks sein, die nun per WiFi von untewegs aus E-Books im Amazon-Store shoppen können. Smartphones mit Windows Mobile werden aber offenbar vorerst noch nicht unterstützt. Eine Kindle-Version für das iPhone existiert dagegen schon – zumindest für US-Kunden.

Auf E-Newspaper und E-Magazines muss man allerdings auf dem PC verzichten

Die Kindle-Software für den PC ermöglicht die Anzeige von mehr als zehn verschiedenen Font-Größen – in Windows 7 ist das Zoomen via Touch-Screen möglich, in Zukunft offenbar auch das Umblättern. Einen Haken gibt es allerdings doch: Tageszeitungen, Magazine und Blogs kann man mit der PC-Software nicht abonnieren. Den größten Nutzen dürften im übrigen auch weiterhin US-Kunden haben – im dortigen E-Book-Store von Amazon werden zur Zeit mehr als 360,000 Kindle-E-Books angeboten, darunter fast alle New York Times Bestseller, und das zu konkurrenzlos günstigen Preisen. Für alle anderen gilt der Satz: If you’re not a US-customer, book availability may vary… Die Kindle für PC-Software wird nach Angaben von Amazon ab November weltweit zum Download bereitstehen. Wer rechtzeitig zum Download-Start benachrichtigt werden möchte, kann sich unter www.amazon.com/KindleforPC mit seiner E-Mail-Adresse registrieren.

System-Voraussetzungen:

* Ein PC mit 500MHz Intel or AMD Prozessor
* Mind. 128MB of RAM
* Bildschirm-Auflösung von 800×600 Pixel
* Windows XP Service Pack 2, Windows Vista oder Windows 7
* 100MB freier Festplatten-Speicher

Kein E-Reader aus Redmond: Microsoft bringt vorerst kein eigenes Lesegerät auf den Markt

Microsoft steigt noch nicht in E-Reader-Markt ein_Bild_Pixelio_Kirchhoff.gifAnders als Konkurrent Apple wird Microsoft wohl vorerst nicht in das E-Reader-Geschäft einsteigen. Als Grund führt Robbie Bach, bei dem Redmonder Multi für Unterhaltungselektronik zuständig, die bisher noch mageren Gewinnaussichten in diesem Sektor an: “Wenn wir Geräte auf den Markt bringen, dann dort, wo wir wissen, dass es um ganz große Zahlen geht.“ Ausserdem sei es noch nicht klar, ob es überhaupt einen echten Bedarf an speziellen Lesegeräten gebe, so Craig Mundie, zuständig für Forschung & Entwicklung. Der Grund für diese Vermutung: PCs würden schließlich ähnliche Funktionen bieten.

Im Software-Bereich ist Bill Gates schon im E-Book-Sektor präsent: mit dem „Microsoft Reader“

Trotzdem wird Microsoft in Zukunft auf E-Readern präsent sein: nämlich über die Software von Lesegeräten. Fujitsus neuer Farb-Display-Reader ELEPia ging in Japan und Taiwan mit Windows CE 5.0 an den Start. Außerde bietet Microsoft mit dem „Microsoft Reader“ eine E-Reader-Software an, die Benutzern auf unterschiedlichsten mobilen Geräten das Lesen von E-Books ermöglicht. Einen eigene E-Book-Verkaufsplattform im Internet strebt Microsoft allerdings nicht an, sondern setzt auf Drittanbieter. Ähnlich verhält sich allerdings auch die Konkurrenz: Apple lässt zwar einzelne E-Book-Apps via iTunes verkaufen, eine selbständige Plattform wird es aber wohl nicht geben, auch nicht für die neue iPod Touch-Generation.

Microsoft hat Probleme: Zune kann mit Apples iPod nicht wirklich konkurrieren

Anders als Apple hat Microsoft bisher auf dem Hardware-Markt nur wenige Erfolge verbuchen können. Die XBox mag zwar ein Hit gewesen sein, doch außerhalb des Gaming-Bereiches haben die Redmonder nach Informationen des Branchendienstes MarketWatch im letzten Quartal 42 Prozent weniger Umsatz gemacht. So hat etwa Microsofts MP3-Player Zune mit deutlichen Absatzschwierigkeiten zu kämpfen (das Gerät ist bisher nur in den USA und Kanada erhältlich). Ein Grund dafür ist der eingeschränkte Komfort: Microsoft verwendet einen umfangreichen DRM-Schutz. Dass der Zune überhaupt existiert, könnte allerdings auch noch auf etwas hinweisen: Microsoft brachte das Gerät im Jahr 2006 auf den Markt, als Apples iPods bereits Rekordgewinne einspielten. Wenn der E-Reader-Markt noch stärker an Dynamik gewinnen sollte, wird Microsoft vielleicht ähnlich verfahren und doch ein eigenes Gerät präsentieren.

(via paidcontent.org)

Bild: Pixelio/Kirchhoff

Mobil lesen, mobil fernsehen: Microsoft-Studie zur „Generation Digital“

Das Internet und mobile Geräte krempeln nicht nur die Gutenberg-Galaxis kräftig um: „Wenn das bisherige Wachstum anhält, wird das Internet im Jahr 2010 zum ersten Mal das Fernsehen als am meisten konsumiertes Medium überholen.“ Diese Prognose macht die aktuelle Microsoft-Studie Europe logs on. Surften im Jahr 2008 die Europäer noch knapp neun Stunden pro Woche, so könnten es im nächsten Jahr schon bis zu 14 Stunden sein. Die gute alte Glotze erreicht dagegen nur noch 11,5 Stunden. Besonders stark zugenommen hat der Konsum von Online-Video. Jeder vierte Europäer ist regelmäßig zu Gast bei Youtube & Co. Genauso setzen aber auch Social Networking-Anwendungen oder Shopping-Seiten der alten Flimmerkasten-Welt zu. Doch ausgerechnet die klassische PC-Umgebung auf dem Desktop wird davon nicht profitieren. (mehr …)