Last-Minute-Schnäppchen: Mediamarkt verkauft(e) Trekstor eBook Player 7 für 67 Euro

mediamarkt-ebook-player-7-fuer-67-euroDie Preise von E-Readern purzeln kräftig – bereits im letzten Jahr erregte die Elektronikfachmarkt-Kette Mediamarkt einiges Aufsehen mit dem für 99 Euro sehr günstigen Trekstor eBook Player 7. Im Rahmen der Aktion „1000 Produkte zum Einkaufspreis“ war Trekstors 7-Zoller mit LCD-Farbdisplay nun sogar vielerorts für sage und schreibe 67 Euro und ein paar Cents zu haben, wie lesen.net gestern berichtete. Die Aktion startete am 3. Januar und läuft noch bis zum 25. Januar – doch die meisten Schnäppchen sind wohl schon weg. In der größten Berliner Filiale des Mediamarkts am Alexanderplatz etwa muss man für den eBook Player 7 schon seit einigen Tagen wieder 99 Euro bezahlen, in vielen kleineren Filialen wie etwa in Neukölln ist das Gerät ohnehin nicht gelistet. Doch auch für 99 Euro ist der eBook Player eigentlich kein schlechtes Geschäft – im Test von E-Book-News hat sich Trekstors Lesegerät nämlich ganz gut geschlagen. Auf die in unserem Testvideo gezeigte Film-Abspielfunktion muss man freilich bei der im Handel erhältlichen Basisversion verzichten, denn die ansonsten baugleichen Geräte 7 & 7m (für „Movie“) werden mit unterschiedlicher Firmware ausgeliefert.

„Runterladen geht so“: Mediamarkt eröffnet Downloadshop für E-Books

mediamarkt-downloadshop-e-book-bestsellerE-Books gibt’s jetzt auch im Mediamarkt – zumindest online: Deutschlands größter Elektrofachmarkt hat heute seinen „ebookdownloadshop“ eröffnet. Eigentlich ist es aber eher die Erweiterung der bisherigen Download-Plattform, auf der bisher schon Musikfiles, Filme und Software angeboten wurden. Nun kommen mehr als 30.000 E-Books im epub-Format dazu, wobei die Buchpreisbindung Mediamarkt-typische Schnäppchen bei aktuellen Belletristik-Titeln natürlich verhindert. Angebote „ab 1,49 Euro“ gibt’s trotzdem – denn Groschenromane von Bastei-Lübbe sind mit dabei.

Vom E-Reader im Regal zum E-Book im Netz

Beim elektronischen Lesen hat der Mediamarkt die Nase vorn: „Als Trendsetter im Elektrofachhandel haben wir die innovativen eBook-Reader als einer der ersten Anbieter in Sortiment aufgenommen“, darf sich das Unternehmen auf die Schulter klopfen. Zur Zeit findet man in den deutschlandweit 237 Filialen nicht nur den Trekstor eBookplayer für 99 Euro, sondern auch Sonys neue Reader Touch Edition für 229 Euro. Nun kommt auch der passende elektronische Lesestoff hinzu – wobei der Content selbst nach Informationen von Buchreport von Libri stammen soll. Für die Elektrofachmarkt-Kette ist das E-Book-Angebot ein Lückenschluss, der nur konsequent ist. Denn auch Käufer von MP3-Playern, Video-Abspielgeräten oder Laptops können schließlich via Internet digitale Inhalte im Mediamarkt zapfen. Tatsächlich scheint man auch eher auf Mitnahme-Effekte unter dieser Klientel zu hoffen – denn wirklich attraktiv ist der Download-Shop für Bücherfreunde nicht.

Besonders lesefreundlich ist der Download-Shop nicht

Wie der restliche Web-Auftritt ist auch der Download-Shop in knalligen Rot-Tönen gestaltet und mit großformatigen Bannern gepflastert – die meisten anderen E-Buchhandlungen im Netz sind deutlich angenehmer zu benutzen. Unter der nicht sehr lesefreudigen Oberfläche verbirgt sich letzlich aber ein ganz normaler E-Store für elektronische Bücher. Das Angebot an aktuellen epub-Titeln ist dem bei anderen großen Web-Portalen vergleichbar. Leseproben gibt’s jedoch nicht, nur die allgemein üblichen Inhaltsangaben. Kunden können zudem Rezensionen verfassen. Die Rubriken-Übersicht gibt sich volkstümlich: so gibt’s neben „Roman“, „Sachbuch“ und „Ratgeber“ auch die Rubriken „Comedy“, „Horror&Mystery“ oder „Erotik“ (letztere merkwürdigerweise direkt nach „Kinder&Jugendliche“). Zum Einkaufen im ebookdownloadshop braucht man eine Kreditkarte oder einen Geschenkgutschein, der in einer Medimarkt-Filiale zu erwerben ist.

Unterhaltungs-Elektronik, belletristisch: Sony’s E-Reader jetzt im Mediamarkt

Sony wird seinen neuen E-Reader Daily Edition zukünftig auch in Elektronik-Verbrauchermärkten anbieten. Im Mediamarkt etwa soll das mit Touch-Screen ausgestattete Gerät demnächst ab 299 Euro erhältlich sein. Der ältere E-Reader PRS-505 ist bereit seit einigen Wochen dort zu kaufen. Offenbar will Sony den schleppenden Umsatz ankurbeln und Käuferschichten ansprechen, die über den Geräteverkauf in Buchhandlungen nicht zu erreichen sind.

E-Reader im Mediamarkt? Keine schlechte Idee: E-Book-Leser sind schließlich eher technikaffine Typen

Schon bisher konnte man sich fragen, ob Buchhandlungen der richtige Ort für den Verkauf von E-Readern sind: hier kaufen schließlich vor allem die normalen Buch-Leser. E-Book-Leser dagegen nutzen die Online-Stores im Internet, und als technikaffine Konsumenten ist ein Elektronik-Fachmarkt in punkto Geräte-Kauf für sie sicherlich die richtige Adresse. Tatsächlich können Sonys Umsätze in Deutschland auch nocht nicht so spektakulär gewesen sein: Buchreport spekulierte, weniger als 100.000 verkaufte E-Books im ersten Halbjahr 2009 wiesen darauf hin, dass auch die Zahl der verkauften E-Reader in Deutschland sich bisher in Grenzen halte. Außerdem sei es wohl nicht gelungen, die für den Erfolg des Amazon Kindle so wichtigen „Vielleser“ zu erreichen. Das wiederum dürfte aber auch daran liegen, dass es für die deutschen Vielleser eben nicht so viel neues zu lesen gibt. Zwei Drittel der Top-25-Bestseller aus dem Print-Bereich sind z.B. bei Libri immer noch nicht als E-Book zu haben. Gibt es in den USA hunderttausende kommerzielle E-Book-Titel zum Download, sind es in Deutschland nur etwas mehr als zehntausend. Immerhin: Libreka-Chef Ronald Schild zeigte sich gegenüber FOCUS Online „optimistisch, dass in sechs bis zwölf Monaten alle Titel der Bestseller-Listen auch als E-Books erhältlich sein werden“.