„Shades of Grey“ meistverkauftes E-Book 2012 (laut Mediacontrol)

Der Buchmarkt globalisiert sich – angetrieben durch Blockbuster wie die „Shades of Grey“-Trilogie. Auch in Deutschland gehörte die heiß diskutierte Erotik-Serie aus der Feder von E.L. James zu den meistverkauften Büchern des Jahres 2012. Nicht nur im Print, sondern auch bei den E-Books: wie Mediacontrol berichtet, gehen die Podiumsplätze der Bestseller-Liste im Bereich Belletristik sogar ganz chronologisch an die an die Teile eins („Geheimes Verlangen“), zwei („Gefährliche Liebe“) und drei („Befreite Lust“). Gleich danach kam Jonas Jonassons Rentner-Krimi „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, am unteren Ende der Top 5 landete Luca Di Fulvios im New York der 1920er Jahre angesiedelte Geschichte „Der Junge, der Träume schenkte“.

Sachbuch-Bestseller: Steve Jobs verpasst Platz 1

Die Jahresbestseller im Bereich Sachbuch werden von Biographien angeführt. Steve Jobs hat es jedoch nicht ganz an die Spitze geschafft: Walter Isaacsons kurz nach dem Tod des Apple-Gründers veröffentlichte Studie eroberte nur Platz zwei. Der Pokal ging stattdessen an Philippe Pozzo di Borgos Lebensgeschichte „Ziemlich beste Freunde“, die unter dem selben Titel auch im Kino Erfolge feierte. Auf die Biographien folgen Rolf Dobellis „Kunst des klaren Denkens“ sowie „Psycho? Logisch!“ von Volker Kitz und Manuel Tusch. Ein digitales Comeback erlebte Hape Kerkelings schon 2006 im Print erschienener Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ – das E-Book schaffte es 2012 immerhin auf Platz Fünf des Rankings.

Wurden Self-Publishing-Titel herausgefiltert?

Seit März 2012 erstellt Mediacontrol monatlich eine Rangfolge der meistverkauften E-Books in Deuschland – veröffentlicht werden die Daten u.a. bei Spiegel Online wie auch im Börsenblatt. Als Grundlage für die Ermittlung der Bestseller dienen Verkaufszahlen wichtiger Online-Portale. Ein erster Anlauf der GfK war bereits im Herbst 2010 erfolgt, dann jedoch wegen zu geringer Umsatzzahlen gleich wieder abgebrochen worden. Doch auch die 2. Auflage des Rankings stieß auf Kritik: „E-Book-spezifische Trends werden einfach weggelassen“, beschwerte sich etwa Meedia über den „sattsam bekannten Mix“ aus Verlags-Bestsellern. Tatsächlich bleiben Self-Publishing-Titel von Mediacontrol offenbar unberücksichtigt – obwohl sie im besonders marktrelevanten Kindle Store die Top 20 der Jahresbestseller beherrschen.

Abb.: flickr/twicepix (cc)

E-Book-Hitparade 2.0: Mediacontrol relauncht regelmäßige Bestsellerliste

Der E-Book-Markt in Deutschland nimmt langsam Fahrt auf – ein Marktanteil um 1 Prozent ermöglicht nun offenbar auch eine ausreichende Datenbasis für regelmäßige Bestseller-Listen. Auf der Leipziger Buchmesse stellte Mediacontrol/GfK jetzt das neue Ranking vor: „Nach längerem Testvorlauf können wir jetzt verlässlich eine Rangfolge der meistverkauften E-Books erstellen“, so Mediacontrol-Geschäftsführererin Ulrike Altig. An der Spitze stehen Charlotte Links „Beobachter“, „Verderben“ von Patricia Cornwell sowie Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“ Zu sehen bekommt man die elektronische Top 20 zukünftig an prominenter Stelle – neben die Hardcover- und Taschenbuch-Bestsellerliste von Spiegel Online tritt nun nämlich eine E-Book-Liste. Ermittelt wird die jeweilige Abfolge auf Grundlage von Verkaufszahlen wichtiger Online-Portale.

Von der Hitparade zur Bestseller-Liste

Ein erster Anlauf der GfK war bereits im Herbst 2010 erfolgt, dann jedoch wegen zu geringer Umsatzzahlen gleich wieder abgebrochen worden. „Die erste deutsche E-Book-Hitparade ist da!“, titelte ein Berliner Boulevardblatt damals. Da ist auch immer noch was dran. Die GfK-Tochter Mediacontrol hat nämlich in den Siebziger Jahren mal mit Musik-Charts angefangen. Später kamen Computer-Spiel-Charts, Klingelton-Charts und schließlich sogar Filesharing-Charts dazu. Wie wichtig mittlerweile das Internet für Bestseller-Listen ist, zeigt die gute alte Hitparade selbst. Dort zählen seit 2007 nicht nur verkaufte Tonträger, sondern auch digitale Downloads. Für E-Books fehlte ein einheitliches Ranking bisher allerdings – Portale wie Amazon, Thalia oder iBooks haben jeweils ihre eigenen Charts produziert.

Mediacontrol legt neue Zahlen zum E-Book-Handel vor

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse hat Mediacontrol auch neue Zahlen zum E-Book-Business in Deutschland vorgelegt. Demnach haben die Bundesbürger im Jahr 2011 38 Millionen Euro für elektronischen Lesestoff ausgegeben (exklusive Schulbücher und Fachliteratur), insgesamt wurden 4,7 Millionen Bücher kostenpflichtig heruntergeladen. Beliebtestes Genre ist Belletristik – wie man der aktuellen Bestseller-Liste (s.u.) ansehen kann, werden dabei besonders häufig Thriller und Fantasy-Romane heruntergeladen. Glaubt man den Zahlen der GfK, bleibt elektronisches Lesen allerdings ein Nischenvergnügen. Nur 1,2 Prozent der Privatpersonen über 10 Jahre sollen im Erhebungszeitram E-Books gekauft haben, der Anteil von E-Books am gesamten Download-Markt (inkl. Musik, Games & Software) liegt immerhin schon bei fast zehn Prozent. Einer repräsentativen Studie der Uni Hamburg zufolge liest allerdings bereits knapp ein Viertel der Deutschen elektronisch, wenn man bezahlte und kostenlose Downloads zusammenrechnet. Die Zahl der E-Reader liegt mittlerweile bei 1,6 Millionen, rechnet man lesefähige Tablets hinzu, kommt man auf 3,2 Millionen Lesegeräte.

Bestseller-Liste Belletristik

1. Der Beobachter (Charlotte Link)
2. Verderben (Patricia Cornwell)
3. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Jonas Jonasson)
4. Der Junge, der Träume schenkte (Luca Di Fulvio)
5. Erlösung ( Jussi Adler-Olsen)
6. Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner (Kerstin Gier)
7. Eine unbeliebte Frau (Nele Neuhaus)
8. Eragon. Das Erbe der Macht (Christopher Paolini)
9. Eragon. Das Vermächtnis der Drachenreiter (Christopher Paolini)
10. Erbarmen ( Jussi Adler-Olsen)

Abb.: EVRT Studio/flickr

Mediacontrol: Bisher 450.000 verkaufte E-Reader in Deutschland

mediacontrolErstmals hat Mediacontrol genauere Zahlen zu den in Deutschland verkauften Lesegeräten veröffentlicht – demnach wurden bisher mehr als 450.000 E-Reader abgesetzt. Die Zahl betrifft nach Angaben von buchreport tatsächlich dedizierte Lesegeräte, Tablets und Smartphones wurden nicht berücksichtigt. Hauptkaufgründe für viele Befragte waren Handhabung und Speicherkapazität: Für mehr als die Hälfte war es wichtig, dass E-Book-Reader kleiner und leichter sind als ein gedrucktes Buch. Viele Nutzer schätzen es offenbar auch, E-Books zu Hause zu kaufen und herunterzuladen. Vor allem in der Weihnachtszeit 2010 waren E-Reader ein beliebtes Geschenk – was sicherlich auch damit zu tun hat, das Thalia und Libri pünktlich zur wichtigsten Verkaufssaison des Jahres ihre WiFi-Reader auf den Markt gebracht hatten. Ingesamt wurden im letzten Jahr nach Angaben von Mediacontrol mehr als 4 Millionen E-Books verkauft, rein rechnerisch also etwa acht Titel pro E-Reader. Der Gesamtanteil der elektronischen Lektüre am Buchmarkt dümpelt damit allerdings immer noch bei einem Prozent herum.

Deutsche E-Book-Hitparade: Mediacontrol legt erstmals elektronisches Bestseller-Ranking vor

mediacontrol_e-book-charts_bild_rike_pixelio-deSpot on für die deutschen E-Book-Charts: Erstmals hat Mediacontrol ein repräsentatives Bestseller-Ranking für Deutschland vorgelegt. Die von der GfK-Tochter präsentierten Top 5 bieten einige Überraschungen – denn sie decken sich kaum mit den Verkaufscharts großer Portale von Apple, Libri oder Libreka. Ab Oktober soll es nun einmal pro Monat eine E-Book-Hitparade geben. Zunächst bleibt aber festzuhalten: Der E-Book-Handel in Deutschland hat offenbar endlich eine messbare Größenordnung erreicht.

Vom Filesharing zum Klingelton: Mediacontrol zählt Downloads aller Art

„Die erste deutsche E-Book-Hitparade ist da!“, titelte ein Berliner Boulevardblatt heute. Tatsächlich hat die GfK-Tochter Mediacontrol in den Siebziger Jahren mal mit Musik-Charts angefangen. Später kamen dann Computer-Spiel-Charts, Klingelton-Charts und schließlich sogar Filesharing-Charts dazu. Wie wichtig mittlerweile das Internet für Bestseller-Listen ist, zeigt ausgerechnet die gute alte Hitparade selbst. Dort zählen nämlich seit 2007 nicht nur verkaufte Tonträger, sondern auch digitale Downloads. Für E-Books fehlte ein einheitliches Ranking bisher allerdings – Portale wie libri, Buch.de oder iBooks haben jeweils ihre eigenen Charts produziert. So hieß Deutschlands meistverkauftes E-Book im Sommer 2010 wahlweise „Eine Billion Dollar“, „Die Dreizehnte Stunde“ oder „30 Minuten Twitter“. Ist aber alles falsch, sagt jetzt Mediacontrol. Der wahre Sieger ist nämlich Andreas Franz‘ Krimi „Letale Dosis“, gefolgt von Tony Jauds „Hummeldumm“ und Kate Mortons „Verborgenem Garten“. Wie viele E-Books verkauft wurden, sagt Mediacontrol allerdings nicht. Auch über das Zustandekommen der aktuellen Top 5 wird bis auf weiteres nichts verraten. Klar ist nur: ab Oktober wird es eine regelmäßige E-Book-Hitparade geben. Das will jedenfalls Buchreport von Mediacontral erfahren haben.

Bisher war das E-Book-Business zu klein, um verlässliche Daten zu liefern

Zuletzt hatte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zusammen mit dem Branchenverband Bitkom Mitte 2009 ein paar Zahlen zum E-Book-Markt in Deutschland veröffentlicht. Demnach waren in der ersten Jahreshälfte 65.000 E-Books verkauft worden, bei einem Umsatz von mehr als 600.000 Euro. Das war nicht viel im Vergleich zu 4 Millionen Euro, die im selben Zeitraum mit 420.000 verkauften Hörbüchern umgesetzt wurde. Und offenbar auch nicht genug, um überhaupt seriöse Schätzungen zuzulassen – für das zweite Halbjahr verzichtete die GfK auf konkrete Zahlen und hielt es auch bisher so. Doch der Umsatz mit E-Books zieht mittlerweile nicht nur in den USA, sondern auch im Leseland Deutschland kräftig an. Daran haben nicht nur die bisher verkauften E-Ink-Lesegeräte ihren Anteil, sondern in besonderem Maß wohl auch Apples neues Tablet. Man darf also auf den Herbst gespannt sein. Die neue Ordnung der Bestsellerlisten könnte dann endgültig lauten: Hardcover, Paperback, Hörbuch, E-Book.

Bild: Pixelio/Rike