„Liro Ink“ voll auf Draht: Börsenverein setzt auf E-Ink-Reader ohne WLAN

Funktioniert fast wie ein WLAN-Reader, braucht aber ein Kabel: mit dem „Liro Ink“ startet die Börsenvereins-Tochter MVB einen neuen Low-Cost-Reader, diesmal mit E-Ink-Display. Der 6 Zoller im abgerundeten, schwarzen Gehäuse ist kein Unbekannter – es handelt sich um eine „rebrandete“ Version von TrekStors „Pyrus“, der bereits auf der letzten Leipziger Buchmesse präsentiert wurde. Anders als das exklusiv über Buchhandlungen vertriebene Low-Cost-Tablet “Liro Color” wird man den „Liro Ink“ unter anderem Namen somit auch im Elektronikfachhandel beziehen können. Im Buchhandel selbst soll der „Liro Ink“ für 69 Euro zu haben sein.

Mit 4 Gigabyte Speicher, einem Gewicht von knapp 200 Gramm und einer Auflösung von 600 mal 800 Pixel ist der Liro Ink durchaus mit anderen aktuellen E-Readern vergleichbar. E-Books shoppen über die MVB-Plattform Libreka! kann man allerdings nur, solange eine USB-Verbindung zu einem PC mit Internet-Anschluss besteht. Bedient wird der Liro Ink über Richtungs- und Auswahlbuttons direkt unter dem Display, am linken und rechten Gehäuserand befinden sich zudem Umblätter-Tasten. Lesen lassen sich mit dem Reader neben E-Books im epub- und PDF-Format auch HTML, RTF und TXT-Dateien. Bei der Lektüre stehen fünf Zoomstufen zur Verfügung. Die Menüführung ist international, wählbar ist u.a. auch Deutsch.

Als besonderes Incentive erhalten Liro Ink-Käufer einen kostenlosen E-Book-Download, dabei können sie wählen zwischen T.C. Boyles „Wenn das Schlachten vorbei ist“, Taavi Soininvaaras „Schwarz“ sowie „Generation Doof“ von Stefan Bonner & Anne Weiß. Außerdem sind auf dem Reader bereits zehn Leseproben vorinstalliert. Für den Buchhandel lohnt sich nicht allein der Verkauf des Lesegerätes selbst, den MVB zum Einkaufspreis von 53,35 Euro anbietet. Für jedes über den Liro Online-Shop heruntergeladene E-Book winkt zudem eine Provision von 20 Prozent. Die Auslieferung des Liro Ink-Readers an den Buchhandel startet Mitte Mai.

„Pyrus“ gibt dem Kindle Zunder: Trekstor erweitert Reader-Palette mit E-Ink-Gerät

Trekstor setzt in Zukunft auch auf E-Ink – mit dem Pyrus präsentiert das deutsche Unternehmen auf der Leipziger Buchmesse ein neues 6-Zoll-Gerät. Nicht nur das schwarze Kunststoff-Design des Readers lehnt sich an Trekstors E-Book-Player-Serie an – ähnlich wie die Low-Cost-LCD-Geräte hat auch der Pyrus lediglich einen USB-Port, drahtloses Shoppen im E-Store fällt also flach. Dank einer internen Speicherkapazität von 4 GB sollen bis zu 4.000 Bücher auf den Reader passen, über den externen SD-Kartenslot kommen nochmal externe 32 Gigabyte hinzu. Die Display-Auflösung von 600×800 Pixeln entspricht den meisten anderen 6-Zoll-Readern auf dem Markt, das Gewicht von knapp über 200 Gramm liegt ebenfalls im Durchschnitt. Bedient wird der Pyrus über Richtungs- und Auswahlbuttons direkt unter dem Display, am linken und rechten Gehäuserand befinden sich zudem Umblätter-Tasten. Lesen lassen sich mit dem Pyrus neben E-Books im epub- und PDF-Format auch HTML, RTF und TXT-Dateien. Die Menüführung ist international, wählbar ist u.a. auch Deutsch.

„Für beste Lesbarkeit & lange Akkulaufzeit“

Mit dem Pyrus erweitert sich Trekstors Palette erstmals um ein Gerät mit reflexivem Display. Bisher hat sich das Unternehmen vor allen mit „Preisbrechern“ wie dem Weltbild-Reader einen Namen gemacht – einem Farb-LCD-Gerät, das bereits 59 Euro verkauft wird. Auch das in vielen Buchhandlungen angebotene Low-Cost-Lesetablet Liro Color stammt aus dem Hause Trekstor. Gerade im Weihnachtsgeschäft erwiesen sich die Geräte trotz eher geringer Performance und kurzer Akkulaufzeit als Kassenschlager. In den kommenden Monaten könnte Weltbild nun also – genauso wie so manche Elektronikfachmarkt-Kette – mit dem E-Ink-Reader der Konkurrenz Paroli bieten. Schon der Name weist auf den Hauptgegner hin – Pyrus kommt von griechisch „Feuer“ – und ist wohl als Anspielung auf Amazons Kindle gedacht (to kindle=Feuer anfachen). Das Pricing dürfte angesichts der technischen Ausstattung irgendwo zwischen Liro Color (99 Euro) und dem günstigstem E-Book-Player (59 Euro) angesetzt werden – und könnte in der Branche einen neuen Preisrutsch auslösen.

Fehlstart ins Weihnachtsgeschäft: Liro Color verspätet sich, Rückrufaktion für iRiver HD

Pleiten, Pech und Pannen haben schon einige Reader-Projekte in Deutschland geplagt. Nun hat es pünktlich zum Weihnachtsgeschäft das Lese-Tablet Liro Color wie auch den „Google Reader“ iRiver Story erwischt. Die Auslieferung des Liro Color verzögert sich wegen Lieferschwierigkeiten eines asiatischen Zulieferers um wenige Tage, wie die Börsenvereinstochter MVB laut buchreport mitteilte. In manchen Buchhandlungen wird das Gerät somit erst in der zweiten Dezemberwoche erhältlich sein. Noch ärgerlicher ist die Situation für Buchhändler, die über den Barsortimenter KNV den „Google Reader“ iRiver Story HD verkaufen. Da der integrierte Online-Shop nicht richtig funktioniert, startete KNV eine großangelegte Rückrufaktion. Da inzwischen die zweite, fehlerfreie Charge angekommen ist, werden die Lesegeräte im Laden ganz einfach gegen ein neues Exemplar ausgetauscht.

Die Tücke steckt oft im Detail

„Vaporware“ nennt man Geräte, von denen nichts bleibt als heiße Luft aus PR-Maschinen. Der legenädre txtr-Reader war so ein Fall. Erst verspätete er sich immer wieder – offiziell aus technischen Gründen – dann wurde er irgendwann sang- und klanglos beerdigt. Andere Geräte wie etwa das WePad kommen zwar in Umlauf, können die in sie gesetzten Erwartungen aber nicht im geringsten befriedigen, und werden vom PR-Coup zum PR-Desaster. Vaporware zumindest sind zum Glück für die Buchbranche weder der Liro Color noch der iRiver Story HD. Letzterer wird im Rahmen der Rückrufaktion von KNV zwar als „hochmoderner eBook-Reader mit ausgefeilter Technologie“ bezeichnet. Doch „trotz einer intensiven Testphase“ stellten sich die Fehler leider erst nach der Auslieferung heraus. Ähnlich wie schon bei Oyo I oder LumiRead liegt die Tücke eben oft im Detail, wenn Geräte von Drittherstellern übernommen werden. Eine Alternative ist jedoch nicht in Sicht: anders als große Player wie Amazon oder Barnes&Noble auf der anderen Seite des Atlantiks können sich die eher mittelständisch geprägten Buchhandels-Unternehmen in Deutschland keine In-House-Entwicklung von Lesegeräten leisten.

PR-GAU: Von wegen „Lesen leichgemacht“

Einfache Lieferschwierigkeiten wie beim Liro Color sind dabei noch das kleinere Übel. Im Fall des ansonsten technisch hochwertigen iRiver Story HD ist es die Zuordnung zwischen integriertem E-Store und der jeweiligen Buchhandlung, in der das Gerät gekauft wurde, die nicht funktioniert. Für das von KNV gewählte Beteiligungs-Konzept in Form von Provisionen für das drahtlose E-Book-Shopping war das natürlich katastrophal. Der direkte Umtausch scheint aber immer noch der beste Weg zu sein, um für Abhilfe zu sorgen. Libri wie auch Thalia haben sich in der Vergangenheit eine Menge Ärger mit Firmware-Updates eingehandelt, die mehr Probleme schufen, als sie eigentlich lösen sollten. Die Akzeptanz des elektronischen Lesens wird durch solche Pannen bestimmt nicht gefördert – vor allem, da man nach den Early Adopters jetzt auf Kunden zielt, die nicht mit technischen Details genervt werden möchten. KNV vermarktet den iRiver Story HD online ausgerechnet über die Website „lesen-leicht-gemacht.de“.

Low-Cost-Tablet „Liro Color“: Börsenverein wagt sich ins E-Reader-Business

Die Buchbranche gerät ins Tablet-Fieber: mit dem Liro Color präsentiert die Börsenvereins-Tochter MVB in den Frankfurter Messehallen einen WiFi-Reader mit Farb-LCD und Touch-Screen. Das zum Preis von 99 Euro exklusiv über Buchhandlungen vertriebene Gerät sieht aus wie eine Low-Cost-Version des Nook Color – und tatsächlich verbirgt sich hinter dem von Trekstor produzierten 7-Zoller ein Android-Betriebssystem. Der integrierte E-Store speist sich aus dem Angebot des MVB-Portals Libreka. Ähnlich wie bei den E-Readern von Libri oder KNV basiert auch das Liro-Konzept auf der Umsatzbeteiligung des stationären Buchhandels – bei jedem drahtlos geshoppten E-Book fallen für den Bouquinisten um die Ecke 20 Prozent Provision an. Auf dem E-Reader sind bereits drei kostenlose E-Books im epub-Format vorinstalliert: Léon und Louise (Alex Capus), Kleiner Mann – was nun? (Hans Fallada) sowie Ein unmoralisches Sonderangebot (Kerstin Gier). Verkaufsstart des Liro Color ist Mitte November, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Auf den Spuren des Nook Color

Amazon auf Augenhöhe begegnen will der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, und setzt statt E-Ink auf Farbe, Touch-Screen und WiFi. Die Strategie erinnert an Barnes&Noble: in den USA konnte die Buchhandelskette mit dem sieben Zoll-Tablet Nook Color dem Hauptkonkurrenten einiges an Marktanteilen abtrotzen. Schon alleine optisch ist der Liro Color allerdings nicht wirklich auf Augenhöhe mit solchen High-End-Gadgets: die Display-Auflösung ist mit 800×480 Pixeln deutlich niedriger als beim Nook Color (1024×600) – für die Lektüre von E-Comis etwa ist das ein wenig mager. Vermissen werden viele Nutzer auch wohl die Möglichkeit, Videos abzuspielen. Inhaltlich ist das Angebot ebenfalls eingeschränkter als bei B&N oder Amazon – denn mit dem Content von Libreka im Hintergrund stehen ausschließlich E-Books im Angebot. Schon jetzt sind auf dem Kindle-Reader dagegen auch Zeitungen und Magazine abonnierbar, spätestens mit dem Start des Fire- Tablets dürften weitere Angebote zur Verfügung stehen.

Identisch mit dem angekündigten Weltbild-Tablet?

Ähnlich wie Weltbild mit dem Trekstor eBook Player 3.0 versucht der Börsenverein potentielle Käufer vor allem beim Pricing zu überzeugen – mit 99 Euro werden die meisten E-Ink-Reader inklusive der Kindle Keyboard-Modelle deutlich unterboten. Allerdings handelt es sich beim Liro Color eher um die De-Luxe-Version des Weltbild-Readers, der als Abspielgerät für E-Books und Musikfiles einen eher mittelprächtigen Eindruck hinterlässt (siehe unser Testbericht). Aus strategischer Sicht macht das Angebot der Börsenvereins-Tochter MVB natürlich Sinn – bisher fehlte schließlich für Libreka eine eigene Geräte-Plattform. Wie exklusiv der Verkauf des Liro Color über den Buchhandel wirklich läuft, bleibt im übrigen abzuwarten. Denn interessanterweise hat Weltbild pünktlich zur Buchmesse angekündigt, zum Weihnachtsgeschäft ebenfalls ein Tablet zum Preis von 99 Euro auf den Markt zu bringen.

Liro Color (TrekStor TrekPad)


Display

7 Zoll TFT-Touch-Screen, 800×480 Pixel, Farbdarstellung

Akkulaufzeit:

ca. 7 Stunden

Schnittstellen

WLAN, Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar auf 32 GB (extern)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM), text

Multimedia-Formate

MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen sowie Zoom-Funktion

Weitere Features

Audio-Player

Preis

Preis: 99,99 Euro (ab Mitte Nov. 2011)