App der Enthusiasten: „A Story A Day“ bietet Szeneliteratur zum Flatrate-Tarif

Kein Tag ohne Zeile, heißt das Motto für Vielschreiber. Für Vielleser könnte es dagegen heißen: Eine Story pro Tag. Genau das verspricht auch die neue Kurzgeschichten-App des Berliner Verlags Voland & Quist – „A Story A Day“ schickt zum Abopreis von 3,59 Euro pro Monat alle 24 Stunden eine neue Mini-Erzählung auf das Smartphone. Was die Leser in nächster Zeit erwartet, zeigt der Redaktionsplan: heute z.B. Stephan Serins „Ying und Yang“, morgen „Schokolade aus der Zukunft“ von Andreas ‚Spider‘ Krenzke, übermorgen „Die Schreie der Zombies“ von Wladimir Kaminer.

Besuchern Berliner Lesebühnen wie der „Chaussee der Enthusiasten“ werden solche Namen bekannt vorkommen – denn viele der bei Voland & Quist verlegten Autoren stammen aus diesem Umfeld, daneben ist die quirlige osteuropäische Literaturszene präsent, etwa Edo Popovic oder Olja Savicevic. Auch sonst passt die Idee, E-Book-Singles und eine Flatrate miteinander zu verknüpfen zum innovativen Ansatz des 2004 von Leif Greinus und Sebastian Wolter gegründeten Verlags: damals erschienen die ersten Liveliteratur-Bücher inklusive Audio-CD, oder auch mal als Hyperfiction auf CD-Rom. Zuletzt machte Voland & Quist mit dem Crowdfunding-Projekt „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ auf sich aufmerksam.

Derzeit kann Voland & Quist nach eigenen Angaben aus einem Pool von mehr als 1.000 Kurzgeschichten schöpfen, es sollen aber auch neue Autoren und Verlage hinzukommen. Für die Literaturzulieferer besonders interessant dürften die Konditionen sein: die Einnahme werden nicht nur tagesgenau abgerechnet, die Erlöse teilt der Verlag auch 50/50 mit den Autoren bzw. Rechteinhabern. Die App „A Story a Day“ ist ab sofort in Apples App Store sowie bei Google Play verfügbar – und enthält bereits fünf kostenlose Kurzgeschichten zum Testen.

Web 2.0 als Lesebühne: BookGlutton vereint E-Book und Chat-Forum

Bücher werden von ihren Lesern auch im Zeitalter des E-Books verschlungen. Dabei hilft ihnen jetzt eine Software namens Bookglutton, zu deutsch: Bücher-Vielfraß. Der digitale Buchverschlinger ist zunächst einmal ein online-E-Reader wie etwa Bookworm von O’Reilly. Nur: man liest nicht mehr allein. Bookglutton vereint nämlich „book group“, Computer und Buch. „Die Leute wollen gleichzeitig lesen, Anmerkungen machen und miteinander diskutieren“, schreiben die BookGlutton-Erfinder Travis Alber und Aaron Miller in ihrem Mission Statement. Denn: „Das ist der beste Zeitpunkt, um über ein Buch zu sprechen“. Der virtuelle Lesezirkel funktioniert tatsächlich wie eine Mischung zwischen Facebook, Chat-Forum und Google Books. Als Widget lässt er sich zudem in jeden WordPress-Blog integrieren. Doch was bringt die Mischung von Web 2.0 und Buch 2.0? (mehr …)