Augenstress bei E-Lektüre: Neue Studie sieht LCD und E-Ink gleichauf

Zu den zentralen Verkaufsargumenten für elektronisches Papier gehört neben dem geringen Stromverbrauch vor allem der Komfort-Faktor: die Augen sollen bei der Lektüre nicht so schnell ermüden wie bei hintergrundbeleuchteten LCD-Displays. Doch der traditionelle „Eye-Strain“ scheint bei modernen Displays kaum noch ins Gewicht zu fallen: als US-Wissenschaftler kürzlich eine Gruppe von zehn Versuchsteilnehmern längere Zeit mit einem iPad sowie einem Sony-Reader schmökern ließen, konnten sie dabei keine maßgeblichen Unterschiede messen. Einem in der Zeitschrift „Ophthalmic and Physiological Optics“ veröffentlichten Artikel zufolge gehörten zu den Beobachtungskategorien neben subjektivem Ermüdungsgefühl auch die Erkennung einzelner Buchstaben, Lesegeschwindigkeit, Augenbewegungen sowie der Pupillenreflex.

Dass E-Ink und LCD in punkto Augenstress gleichauf liegen, lässt die Wissenschaftler folgenden Schluss ziehen: „Es ist nicht die Technologie an sich, auf die es beim Lesen ankommt, sondern viel eher die Bildqualität. Im Vergleich zu Bildschirmen aus vorhergehenden Jahrzehnten scheinen aktuelle elektronische Displays gute und angenehme Lektüre auch für ausgedehnte Zeiträume zu erlauben.“ Mit anderen Worten, die Auflösung bzw. Pixeldichte scheint eine ganz besondere Rolle zu spielen. Gerade ein im Vergleich zu Papier unscharfes bzw. verwaschenes Bild zwingt die Augenmuskeln zu unzähligen Anpassungsleistungen, um einzelne Buchstaben zu fokussieren. Ein Grund, warum die neueste Generation von E-Ink-Displays mit höherer Auflösung (768x1024Pixel statt 600×800 Pixel) noch augenfreundlicher sein dürfte als die Vorgängerversionen. Gleiches gilt natürlich für das hochauflösende Retina-Display aktueller iPads oder iPhones.

Einen wichtigen Vorteil gegenüber LCD-Displays dürften E-Ink-Reader allerdings behalten: sie reflektieren passiv bei Tageslicht bzw. normaler künstlicher Beleuchtung in Innenräumen genau wie Papier deutlich weniger Licht als hintergrundbeleuchte Bildschirme aktiv ausstrahlen. Um Augenstress bei Smartphones oder Tablets zu vermeiden, sollte man also die Helligkeit beim Lesen so weit wie möglich herunterregulieren. Außerdem gilt natürlich: je aktueller das Lesegerät, desto besser die Lesequalität. Die Geräteauswahl der amerikanischen Wissenschaftler stimmt da dann doch nachdenklich: zur Verfügung standen den Probanden iPads der ersten Generation (Baujahr 2010) sowie der Sony PRS-600, also ein technisch veralteter E-Ink-Reader von 2009. Ein aktuelleres Reader-Modell mit konstraststärkerem Pearl-E-Ink hätte da vielleicht zu etwas anderen Ergebnissen geführt.

(Via The Digital Reader)

Abb.: foshydog/Flickr

Weltbild vermarktet TrekStor-Reader: Farb-LCD für 79 Euro

Weltbild bleibt der Preisbrecher-Tradition treu: mit dem sieben Zoller von Trekstor wirft das Unternehmen wieder mal einen Low-Cost-Reader mit LCD-Display auf den Markt. Im Unterschied zum Aluratek-Reader verfügt der Trekstor 7 allerdings über Farbdarstellung, und eignet sich zudem als Foto-Viewer. Aufgestockt hat Weltbild auch das hauseigene Angebot an E-Books – mehr als 90.000 Titel sollen jetzt verfügbar sein. Für 79 Euro kann man natürlich keinen WiFi-Reader erwarten. Der Lesestoff muss via USB-Kabel übertragen werden. Begrenzt ist durch das stromfressende LCD-Display leider auch die Akkulaufzeit: mehr als acht Stunden Betrieb sind nicht drin. [Update: Seit 6. Oktober 2011 vermarktet Weltbild das Nachfolgemodell eBookPlayer 3.0 für 60 Euro].

Lohnt sich die Investition in den Weltbild-Reader?

„Günstiger können Sie nicht in die Welt der E-Books einsteigen“, lautet die PR-Botschaft für den neuesten Preisbrecher von Weltbild. Und tatsächlich gibt es zur Zeit in Deutschland keinen anderen E-Reader mit Farb-Display, der die 80 Euro-Schwelle unterbietet. Allerdings ist die Konkurrenz dem Buch-Discounter dicht auf den Fersen – denn viele Android-Tablets sind mittlerweile schon um 150 Euro zu haben, so etwa das IQ7 von Pocketbook. Die Tablets haben nicht nur Touch-Screen und WiFi-Verbindung ins Netz, sondern bieten auch weit mehr Funktionen. Lohnt sich also die Investition in den Weltbild-Reader? Das kommt wohl ganz auf die Art der geplanten Nutzung an: „Wer unterwegs von einem Gerät aus auf E-Books, Musik, Fotos und Filme zugreifen möchte, bekommt mit dem Trekstor eBook Player Multimedia für wenig Geld. Wer vor allem viel und lange lesen möchte, sollte aber lieber ein E-Ink-Gerät wählen“, heißt das Fazit im Testbericht von E-Book-News.

epubs & PDF werden problemlos angezeigt

Die Textfunktionen des Weltbild-Readers sind eher begrenzt: neben 5 verschiedenen Schriftgrößen – direkt über die Zoom-Taste zu erreichen — lassen sich Lesezeichen anlegen, einzelne Seiten direkt ansteuern und das automatische Weiterblättern aktivieren. Zusätzlich bietet das Menü unter „Display-Einstellungen“ die Möglichkeit an, Schriftfarbe, Hintergrundfarbe und Helligkeit zu wählen. Nicht nur epubs öffnet der eBook Player problemos, auch PDF-Dokumente werden dank Reflow-Funktion anständig umgebrochen. Dank G-Sensor wechselt man bereits durch leichtes Drehen des Gerätes vom Hoch- in das Querformat. Ist der automatische Wechsel deaktiviert, kann man aber auch über das Menu hin- und herwechseln. Dank Umblättertasten am Rand des Displays kann man mit dem eBook Player einhändig lesen, das Gewicht von immerhin 373 Gramm lässt dabei jedoch die Hand rasch ermüden.

Der Reader ist eher ein Multimedia-Abspielgerät

Trekstor selbst hat die Geräte im letzten Jahr nämlich nicht zufällig als „eBook Player“ auf den Markt gebracht. Eigentlich handelt es sich eher um Multimedia-Abspielgeräte mit E-Reader-Funktion. Die gehobene Variante des Siebenzoller von Trekstor (7m) kann durch eine erweiterte Firmware sogar Filme anschauen. Auch das Abspielen von MP3s ist möglich, entweder über die mitgelieferten Kopfhörer oder über die eingebauten Lautsprecher. Der momentan beworbene Weltbild-Reader für 79 Euro lässt sich zwar ebenfalls als MP3-Player verwenden, zeigt aber statt Filmen nur Fotos an. Wer vollen Multimedia-Genuss möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen: die 7m-Version gibt’s bei Weltbild für 149 Euro. Da drängt sich eine besser Alternative auf: nämlich die neue gestartete Weltbild-App für Android auf Smartphone oder Tablet zu installieren.

Weltbild-Reader Trekstor 7


Display

7 Zoll TFT-Display, 800x480 Pixel, Farbdarstellung

Gewicht

373 Gramm (7 & 7m)

Schnittstellen

Mikro-USB, SD-Karteneinschub, Kopfhörerbuchse

Interner Speicher

2 GB, erweiterbar auf 32 GB (extern)

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM), text

Multimedia-Formate

MP3, WMA etc. (Audio), JPG, GIF etc. (Bilder)

Text-Funktionen

5 Schriftgrößen sowie Zoom-Funktion

Weitere Features

Equalizer, Shuffle & Repeat-Funktion

Preis

79 Euro (Weltbild)

LCD statt E-Ink: Aluratek Libre – der 99-Euro-Reader von Weltbild im Test

aluratek-testbericht-weltbild-e-reader-lcd-99-euroEin E-Reader für 99 Euro – mit dem Aluratek Libre macht Weltbild dem Preisbrecher-Image alle Ehre. Aber Vorsicht: Ein echtes E-Ink-Gerät bekommt man dafür nicht, sondern lediglich monochromes LCD. Das wiederum sorgt bei dem 5-Zoll-Gerät für vergleichsweise kurze Betriebsdauer, maximal 24 Stunden Lesen ist mit einer Akkuladung drin. Wirklich preiswert ist der Aluratek Libre nicht, denn selbst WiFi-fähige E-Ink-Geräte gibt es ja mit Oyo & Kindle auch schon unter 150 Euro.

Weltbild eröffnet eine neue Schwellenpreis-Offensive

Weltbild rührt mal wieder die Werbetrommel – nicht nur im Internet: zur Einführung des „Aluratek Libre“ startete das Unternehmen nach eigenen Angaben eine „massive Anzeigenkampagne in der meinungsbildenden Presse“. Aufmerksamkeit dürfte dem „99-Euro-Reader“ auf jeden Fall gewiss sein, denn die aktuellen E-Reader-Modelle von Konkurrenten wie Thalia, Libri oder Amazon sind von dieser strategischen Preissschwelle noch etwas entfernt. Vom Äußeren her ähnelt der Aluratek Libri einem anderen gelungen Coup von Weltbild – nämlich dem Hanvon N516, der im Frühjahr 2010 in einer Sonder-Edition für 149 Euro auf den Markt geworfen wurde. Mit dem Aluratek hat man nun offenbar noch größeres vor – das Gerät soll nicht nur online verkauft werden, sondern wird flächendeckend in den etwa 300 Weltbild-Filialen angeboten.

Aluratek Libre als kompaktes Einsteiger-Paket

Das Einsteiger-Paket geizt nicht mit Inhalt: Der Reader wird komplett mit Steckdosen-Ladegerät, USB-Kabel, Ohrhörer und Schutzhülle ausgeliefert. Dazu kommt eine ausführliche Bedienungsanleitung sowie ein ausfaltbarer Quickstart-Guide, der nicht nur die wichtigsten Funktionen erklärt, sondern auch das Shoppen und Herunterladen von E-Books auf der Weltbild.de-Webseite. Neben Mikro-USB-Port und Kopfhörerbuchse hat der Aluaratek Libre auch einen Einschub für SD-Karten, so kann der Speicher von internen 100 MB auf insgesamt 32 GB erweitert werden. Die Bedienung des Lesegerätes setzt auf verschiedene gängige Methoden: es gibt einen Bedienring mit Richtungs- und Funktionstasten unter dem Display, links daneben eine Umblätter-Taste, am rechten Display-Rand Zifferntasten von 0 bis 9, und schließlich am linken Displayrand eine „Slider-Taste“, die ebenfalls zum Umblättern genutzt werden kann.

Das Display erinnert eher an ältere PDAs oder Laptops

Das Aluratek Libre ist von Abmessungen und Gewicht (210 Gramm) vergleichbar mit anderen 5-Zoll-Geräten von Sony oder Bookeen. Das Display bietet 16 Graustufen, die Auflösung ist ist aber etwas geringer als bei der Konkurrenz (640x480 Pixel), was das Layout ingesamt etwas pixeliger macht. Größter Unterschied ist allerdings die Display-Technologie: das monochrome LCD erinnert stärker an die Displays von alten PDAs oder Laptops als an elektronisches Papier. Der Hintergrund ist nicht grau, sondern hat einen beige-goldenen Glanz. Je nachdem, in welchem Winkel man den Aluratek Libre hält, reflektiert der Hintergrund stärker oder schwächer. Bei längerem Lesen stört das dann doch erheblich, denn man muss das Gerät auf der Suche nach der richtigen Position immer wieder mal hin und her schwenken. Genau aus solchen Gründen wurde ja E-Ink u.a. auch entwickelt – ähnlich wie bei bedrucktem Papier ist der Betrachtungswinkel egal. Besonders stromsparend ist LCD natürlich auch nicht – nach ein bis zwei Tagen muss der Aluratek Libre neu geladen werden, längere Bücher wird man also nicht ohne Unterbrechung lesen können.

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Kopiergeschützte epubs & PDFs werden problemlos angezeigt

Nach dem ersten Einschalten gelangt man nach etwa einer Minute in das Hauptmenü. An oberster Stelle des Hauptmenüs stehen die Einträge „Zuletzt gelesene Dateien“ sowie „E-Books“. Es folgt die Menüpunkte „Bilder“ und „MP3-Player“. Mit letzterer Funktion werden auch die gespeicherten MP3-Dateien angezeigt. Konfiguriert werden kann der Aluratek Libre über den Punkt „Einstellungen“. Über den Menüpunkt „Hilfe“ schließlich wird die PDF-Version der Bedienungsanleitung geöffnet. Hat man das Gerät erst einmal in Betrieb genommen, ist der Start übrigens weitaus komfortabler: beim Einschalten zeigt der Aluratek Libre dann automatisch die zuletzt gelesene Buchseite. Im normalen Betrieb dauert das Hochfahren auch nur ein paar Sekunden. Sowohl kopiergeschützte epubs wie auch PDFs lassen sich problemlos auf den Aluratek Libre übertragen und lesen, wenn man auf dem Desktop Adobe Digital Editions installiert hat. Im E-Store von Weltbild (www.weltbild-ebooks.de) etwa gibt es mittlerweile rund 40.000 kommerzielle E-Book-Titel im Angebot, man kann die digitale Lektüre für den Aluratek Libre natürlich auch anderswo shoppen.

Umblättern per automatischem Seitenwechsel

Die E-Book-Ansicht kann an die individuellen Wünsche angepasst werden. Mit der Zoom-Taste lassen sich insgesamt sieben Schriftgrößen auswählen. Die Schriftart kann über das Einstellungen/Benutzereinstellungen/Schrift bestimmt werden. Zur Verfügung stehen allerdings nur Arial und Verdana. Über eine Spezialtaste am Bedienring kann man zudem direkt zwischen Hoch- und Querformat wechseln. Das Umblättern kann über die oben beschriebenen Tasten per Hand geschehen, es gibt aber auch die Möglichkeit, automatischen Seitenwechsel zu aktivieren. Über die Menütaste kann das gewünschte Zeit-Intervall (zwischen 5 und 60 Sekunden) eingestellt werden. Lesezeichen lassen sich ebenfalls über die Menütaste erstellen, sie heißen allerdings „Textmarken“. In der Kopfzeile des jeweiligen Dokumentes erscheint dann ein Büroklammer-Symbol. Mit Hilfe der Zifferntasten kann man nicht nur zu einer bestimmten Seite springen, sondern auch eine rudimentäre Wortsuche („Inhaltssuche“) starten.

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E-Paper? Erst in der Bedienungsanleitung ist von „LCD“ die Rede

Der Aluratek-Reader ist laut Klaus Driever, New-Media-Chef bei Weltbild, ein „einfach zu bedienendes und preiswertes Gerät, um das E-Book-Lesen einfach mal auszuprobieren“. Das stimmt wohl – doch wer mehr möchte als nur probelesen, wird sich schnell ein echtes E-Ink-Gerät wünschen. Im Vergleich zum Aluratek Libre war die Weltbild-Edition des Hanvon 516 wirklich ein echtes Schnäppchen, das man als Einsteiger-Gerät unbedingt empfehlen konnte. Den Kauf des Aluratek Libre sollte man sich dagegen sehr gut überlegen. Übrigens wäre es mehr als fair von Weltbild, etwas deutlicher auf die spezielle Display-Technik des Aluratek Libre hinzuweisen. Die Produktfotos im Internet wie auch die Produktbeschreibung lassen nicht erkennen, dass es eigentlich um LCD geht, und nicht um E-Ink. Auch auf der Originalverpackung ist nur von einem „E-Paper“-Display die Rede. Erst in der Gebrauchsanweisung stößt man darauf, was sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt: „Das LIBRE-Lesegerät schont die Augen mithilfe der LCD-Technologie mit elektronischer Tinte.“

Aluratek Libre (Weltbild.de)


Abmessungen

11,5x15,3 cm

Display

5-Zoll monochromes LCD,
640*480 Pixel bei 16 Graustufen
Hoch/Querformat (manuell)

Textfunktionen

Setzen von Lesezeichen, Stichwortsuche,
7 Schriftgrößen, 2 Fonts (Arial/Verdana)

Anschlüsse

MicroUSB,
MicroSD, 3,5 mm Kopfhörerbuchse

Gewicht

210 g

E-Book-Formate

Epub (mit/ohne DRM), PDF, TXT, HTML

System-Kompabilität

PC/MAC

Speicherkapazität

100 MB intern, bis zu 32 GB extern (SD-Karte)

Akkulaufzeit

24 Stunden (2 Wochen Stand-By-Betrieb)

Preis

99 Euro (Weltbild.de)

Konkurrenz für E-Ink: Neue E-Paper-Lösungen ab 2010 verfügbar

E-Ink bekommt Konkurrenz-neue E-Paper-Lösungen ab 2010.gifDie Formel elektronisches Papier gleich E-Ink geht bald nicht mehr auf. Ob Amazon Kindle, Sony Reader oder Bookeen CyBook: Bisher sind die meisten E-Reader mit einem Display der US-Firma E-Ink Corp ausgestattet. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Fujitsu liefert bereits farbiges E-Paper, Bridgestone Corp und SiPix Imaging haben ebenfalls E-Ink-ähnliche Techniken entwickelt. Das Startup Pixel Qi setzt dagegen auf High-Res-LCD. Das Ende des E-Ink-Monopols erlaubt mehr Variationsmöglichkeiten, vor allem beim Preis.

Bisher gab E-Ink den Preis für Displays vor: 6 Zoll für 60 Euro

E-Ink-Displays sind nicht nur der teuerste Bestandteil eines E-Readers – sie sind bisher auch für alle Wettbewerber gleich teuer. „Der E-Paper-Preis vom Vorreiter E-Ink war für uns tatsächlich die Richtmarke“, bestätigt Itsuo Tanuma von der Bridgestone-Enwicklungsabteilung. Zur Zeit kostet ein 6-Zoll-Display mit E-Ink 60 Dollar. Beim Kindle 2 etwa macht es ein Drittel der Gesamtkosten aus. Die Preise dürften in Zukunft deutlich fallen – alleine schon wegen rasant steigender Produktionszahlen. Wurden 2008 noch ca. 1 Million Displays gefertigt, so sollen es bis 2014 bereits 30 Millionen pro Jahr sein. Für Bridgestone (Taiwan) sind die E-Ink-Zeiten auf jeden Fall vorbei. Im Spätsommer will man eigene Displays vermarkten, die mit der „Electronic Liquid Powder“-Technologie arbeiten. Konkurrent SiPix Imaging aus Japan bringt in Kürze Displays mit einer vergleichbaren „Microcup Electrophoretic Technology“ heraus. Für die Farbdarstellung nutzt man dieselbe RGBW-Filterung wie E-Ink. Doch die Displays der Konkurrenten sind erheblich schneller. Immerhin gelingt bei Bridgestone etwa der Seitenwechsel bei einem Display in DIN A 4 -Größe jetzt in nur 0,8 Sekunden. „Es gibt keine störende Verzögerung mehr, auch nicht bei der Kombination mit Touch-Screen-Technik“, so Itsuo Tanuma.

Europa, Asien, USA: überall arbeitet man an flexiblen E-Reader-Displays

Ein weiterer Nachteil war bisher die gläserne Einfassung von E-Ink-Displays: das machte die Lesegeräte nicht nur unnötig schwer: das Rollen oder Falten des Readers konnte man natürlich knicken. Die Zukunft ist dagegen äußerst biegsam: Neben PlasticLogic arbeiten auch Prime View International (Japan), LG Display (Korea) und Polymer Vision (Niederlande) an flexiblen E-Paper-Lösungen. Einen Haken haben natürlich Farb- wie Flexi-Screen doch: sie sind noch ziemlich teuer. Early Adopters müssen also erstmal noch tief in die Tasche greifen. Erfolgversprechender scheint deswegen die Strategie von Pixel Qi: dort setzt man nämlich auf Flüssigkeits-Kristall. Die Lesbarkeit ist zwar nicht ganz so gut, und LCD verbraucht etwas mehr Strom. Dafür hat LCD aber neben geringeren Kosten noch andere Vorteile – nämlich brilliante Farbdarstellung und maximale Bildwechsel-Frequenzen. So können E-Reader mit dieser Technik auch als Internet-Tablet und Video-Bildschirm genutzt werden.

Flüssigkeitskristall!? LCD als E-Paper-Lösung für E-Reader und Netbooks

LCD gibt’s schon eine ganze Weile, doch die 3Qi-Konzept stellt bisherige Standards in den Schatten. Der Clou ist die Möglichkeit, zwischen transparenten Farb-Modi und einem reflexiven ePaper-Modus. Mit anderen Worten: einmal mit einer Lichtquelle unter dem Display, einmal mit Nutzung des einfallenden Tageslichtes. Sales&Marketing-Vize John Ryan: „Wir haben uns überlegt, wie man mit LCD einen bessere Lesekomfort erreichen kann, und heraus kam schließlich ein reflektiver Modus mit niedrigem Stromverbrauch und hoher Auflösung“. Der ePaper-Modus erlaubt die dreifache Auflösung des Farb-Modus. Auf dem Prototyp mit zehn Zoll-Fläche heißt das: 1024×1800 Pixel statt 1024×600. Die Multifunktions-Displays können in verschiedenen Geräten Verwendung finden, so Ryan: „Die ersten zehn Zoll-Displays werden nicht nur in E-Readern, sondern auch in Netbooks und ähnlichen Geräten eingebaut.“ Die Serienfertigung startet Ende 2009. Eine vergleichbare LCD-Technik hat PixelQi bereits für das „Hundert-Dollar-Laptop“-Projekt produziert: die neueste Version der „XO-Notebooks“ hat keine Tastatur, dafür aber zwei Bildschirme mit Touch-Screen-Funktion, hochkant aufgeklappt kann man es wie ein richtiges Buch benutzen.

(via Tech-On!)