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Eine Million Kindles pro Woche: Amazon-Kunden im Kaufrausch

Zum ersten Mal hat Amazon konkrete Zahlen zum Absatz der Kindle-Reader genannt: in den letzten drei Wochen wurden jeweils mehr als eine Million Geräte verkauft. Besonders interessant wäre hier natürlich zu wissen, wie sich die Absatzzahlen auf einzelne Modelle aufschlüsseln. Das jedoch gab Amazon nicht bekannt. Die Kindle-Modellreihe mit E-Ink-Display umfasst in den USA inklusive der neuen Touch-Screen-Versionen mittlerweile fünf Geräte, dazu kommt das neue Kindle Fire. Amazons Android-Tablet scheint zur „Kindlemania“ auf jeden Fall ganz besonders beizutragen: “Das Kindle Fire ist das erfolgreichst Produkt, das wir jemals auf den Markt gebracht haben, es ist seit 11 Wochen unser Bestseller quer durch alle Kategorien, wir haben bereits Millionen davon verkauft, weitere Millionen sind aufgrund der hohen Nachfrage in der Fertigung“, so Dave Limp, Vizechef von Amazons Kindle Abteilung.

E-Ink-Reader sind Kindle Fire dicht auf den Fersen

Auf der Bestseller-Liste sind die E-Ink-Modelle dem LCD-Tablet aber dicht auf den Fersen. Was wohl vor allem daran liegt, das der Lesekomfort auf den klassischen E-Readern besser ist: “Unser Kunden berichten uns, dass sie für längere Lektüre lieber den Kindle-Reader nehmen, und tatsächlich kaufen viele Kunden jetzt in der Weihnachtssaison gleich zwei Kindles, sowohl das Kindle Fire wie auch ein normales Kindle oder Kindle Touch“, so Dave Limp weiter. Die Basisversion des neuen Kindle 4 kostet in den USA nur 79 Dollar (etwa 60 Euro), das Kindle Fire 200 Dollar (etwa 150 Euro). Für das Doppelpack Kindle plus Kindle Fire müssen die US-Kunden umgerechnet also gerade mal 210 Euro ausgeben.

Kindle Fire rückt an Apples iPad heran

Der Verkaufserfolg des Kindle Fire lässt Amazon bereits an Apples iPad-Absätze heranrücken. Zwischen Mitte November und Anfang Dezember hat Amazon nach Schätzungen von DigiTimes bereits drei bis vier Millionen der Sieben-Zoller mit Android-Benutzeroberfläche verkaufen können, bis Jahresende sollen es etwa fünf Millionen sein. Apple selbst soll nach Schätzungen eines Experten der Investmentbank Piper Jaffrays Woche für Woche etwa 960.000 iPads absetzen. Dazu kommen allerdings noch mindestens eine Millionen iPhones – der Vorsprung der iOS-Plattform insgesamt lässt sich also mit Lesegeräten und Tablets alleine nicht ganz so einfach einholen. Doch nicht ganz zufällig arbeitet Amazon dem Vernehmen nach wohl auch an einem eigenen Smartphone, das 2012 an den Start gehen könnte.

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Special-Offer-Kindle: Amazon erlaubt Upgrade auf werbefreie Version

Fünf Modelle zählt Amazons neue Kindle-Familie, vom einfachen Kindle WiFi über die Kindle Touch-Versionen bis zum klassischen Kindle mit Qwerty-Tastatur. Besonders erstaunlich aus europäischer Sicht ist die Preisstaffelung für US-Kunden: sie beginnt nämlich schon bei 79 Dollar für das einfachste Modell – umgerechnet also knapp 59 Euro. Die Touch-Modelle mit WiFi wie auch das klassische Kindle mit Keyboard gibt’s bereits ab 99 Dollar, was knapp 74 Euro entspricht. Doch dabei handelt es sich um vergünstigte „Special Offer Angebote“, sprich: werbefinanzierte Produkte (siehe Tabelle). Statt der normalen Screen-Saver erscheinen im Ruhezustand Anzeigen auf dem Display, und auch in der Fusszeile des Home-Screens, also der Bibliotheksansicht, werden kleine Annoncen eingeblendet.

Zu den Sponsoren, deren Produkte beworben werden, gehört etwa das Telekommunikationsunternehmen AT&T. Auch für das Fire-Tablet soll es demnächst wohl so ein Modell geben. Immerhin ist die E-Book-Lektüre selbst auf dem Kindle Reader auch bei Special-Offer-Modellen werbefrei – trotzdem scheint die Reklame auf dem Reader viele Kunden auf Dauer zu stören. Amazon hat darauf reagiert und bietet nun auch ein Upgrade auf die normale Kindle-Oberfläche an. Im persönlichen Profil auf der Amazon-Homepage gibt es dafür eine spezielle „Unsubscribe“-Option für Werbeeinblendungen. Dafür muss man dann etwas tiefer in die Tasche greifen – um den Werbebotschaften zu entgehen, zahlt man nämlich ganz einfach den Differenzbetrag zum regulären Preis nach. Die beträgt je nach Kindle-Version zwischen dreißig und fünfzig Dollar. Das Geld ist auf jeden Fall futsch, rückgängig machen kann man das Upgrade nicht.

Angesichts der dramatisch sinkenden Preise für Amazons Reader stellte Matthew Ingram auf Gigacom schon die berechtigte Frage, wann es den erste kostenlose, komplett gesponserten Kindle-Reader geben wird. Anders als etwa Apple gehe es Amazon schließlich nichts so sehr darum, mit der Hardware Umsätze zu erzielen, sondern mit dem Content. Gegenfinanzieren könnte man das kostenlose Kindle etwa mit der Koppelung des Readers an eine monatliche E-Book-Flatrate, oder durch Werbung nicht nur auf dem Reader, sondern in den elektronischen Büchern selbst. Entsprechende Patente für die Einbettung kontextsensitiver Anzeigen in E-Books hat Amazon bereits vor einiger Zeit angemeldet.

Übersicht zum Special-Offer Programm (US only)

Kindle-Modell

Preis mit Special Offers

Preis ohne Special Offers

Kindle
WiFi

79 $

109 $

Kindle
Touch WiFi

99 $

139 $

Kindle
Touch 3G

149 $

189 $

Kindle
Keyboard

99 $

139 $

Kindle
Keyboard 3G

139 $

189 $

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Kompaktes Kindle für 99 Euro – mit deutscher Menüführung

Amazons neue Kompaktklasse kommt nach Deutschland: ab 12. Oktober ist das kleinste WiFi-Modell der neuen Kindle-Serie im Amazon.de-Store lieferbar, vorbestellt werden kann es schon jetzt. Gelesen wird wie beim großen Bruder auf dem 6-Zoll-Display mit Pearl E-Ink. Durch den Verzicht auf die Qwertz-Tastatur ist der Reader jedoch deutlich kleiner geworden. Besonders erfreulich: Als erstes Modell bringt der schmale 6-Zoller eine deutsche Menüführung mit. Ein Touch-Screen gibt’s für 99 Euro dagegen nicht, bedient wird der Mini-Kindle mit dem Cursor-Pad.

Abgespeckt bei Akku & Speicher

Alle reden von Amazon Fire, dem neuen 7-Zoll Tablet – das in Deutschland noch gar nicht lieferbar ist. Das neue Mini-Kindle gibt dem hiesigen E-Book-Markt dagegen schon jetzt Zunder. Es ist zwar mit einer Akkulaufzeit von einem Monat und 2 Gigabyte internem Speicher zwar nur halb so gut ausgestattet wie der konventionelle Kindle-Reader. Auch Amazons neueste Touch-Screen-Technologie ist nicht mit dabei. Doch dafür durchbricht das Unternehmen erstmals die magische Preisschwelle von 99 Euro. Als erstes Gerät aus dem Hause Amazon ist der kleine Kindle zudem für den internationalen Markt angepasst und spricht neben deutsch auch in welschen Zungen (u.a. französisch & spanisch). Mit 170 Gramm und einer Kantenlänge von 16,6 mal 11,5 Zentimetern ist der Kompakt-Kindle vergleichbar mit Sonys neuestem Modell PRS-T1.

Im Kern ein echtes Kindle

Den direkten Draht zum deutschen Kindle-Store bringt das WiFi-Gerät genauso mit wie die umfangreichen Textfunktionen, darunter die Nutzung des Wörterbuchs und die komfortable Anpassung der Leseansicht. Nicht mit im Paket des Low-Cost-Kindle sind die Audio-Funktionen. Neben Text-to-Speech muss man somit auch auf die Nutzung von Hörbüchern verzichten. Das fehlende Keyboard dürfte sich beim normalen Lesebetrieb kaum bemerkbar machen – solange man nicht nach Stichwörtern sucht oder nach Titeln im Kindle-Store recherchiert. Auch die Nutzung des integrierten Browsers wird natürlich etwas erschwert. Doch immerhin: es ist im Kern ein echtes Kindle, was man da für 99 Euro in die Hände bekommt. Andere Lesegeräte werden es nun im Weihnachtsgeschäft deutlich schwerer haben. Zumal es Preissenkungen auch bei den bisher lieferbaren Kindle-Modellen gab: das „Kindle Keyboard“ mit WiFi gibt’s jetzt bereits für 119 Euro,die 3G/UMTS-Version für 159 Euro.

Kindle WiFi (ohne Keyboard) Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink, 600×800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

170 Gramm

Schnittstellen

USB, WLAN

Interner Speicher

2 Gigabyte, benutzbar: 1,25 Gigabyte

E-Book-Formate

Kindle-Book, PDF, etc. (kein epub!)

Audio-Features

keine

Preis

99 Euro (Amazon.de)

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Kindle Indie Books: Amazon eröffnet E-Store für unabhängige Autoren

Amazons Direkt-Publishing-Programm bekommt ein exklusives neues Frontend: unter der Rubrik „Kindle Indie Books“ versammelt der Online-Buchhändler nun interessante Neuerscheinungen unabhängiger Autoren. Mit dabei sind prominente Self-Publisher wie Amanda Hocking und John Locke (seit kurzem Mitglied im vornehmen Klub der Kindle-Auflagen-Millionäre), aber auch viele unbekannte Namen. Sieben Genres sind vertreten, darunter „Mystery & Thrillers“, „Science-Fiction“ sowie „Romance“.

Zum Start gibt’s bereits 175 Kindle Indies

Auf der Startseite werden zudem ausgewählte Autoren besonders angefeaturet. Ein weiterer Link führt dann auf die von Amazon zwecks Selbst-Promotion eingeführten Autorenseiten. Neben prominenteren Namen stellt Amazon auf der Startseite der Kindle Indies auch eine Newcomerin wie Nancy C. Johnson vor, die zwar nur einen Bestseller-Rank von 300.000 plus aufweisen kann, dafür aber schon knapp 100 positive Rezensionen bekommen hat. Die Auswahl der Kindle-Indies ist insgesamt schon relativ groß: Jedes der sieben Genres umfasst 25 Titel, insgesamt gibt es also zur Zeit 175 Independent-E-Books. Was sofort auffällt: die Preise sind durch die Umgehung klassischer Verlage deutlich niedriger, die Covergestaltung wirkt allerdings auch deutlich einfacher.

Automatisiertes Auswahlverfahren

Bewerben kann man sich für das Kindle Indie-Programm bisher nicht, die Auswahl wird laut den FAQs im Kindle Direkt Publishing-Programm auf Grund einer Kombination von Bewertungsalgorithmen und verlegerischen Entscheidungen getroffen. Eins ist auf jeden Fall klar: „The likelihood of appearing within the Kindle Indie Bookstore is higher for highly rated, popular and top selling books“. Auch wenn man solch einen Status erst mal erreichen muss – für viele unabhängige Autoren dürfte die Independent-Rubrik eine zusätzliche Motivation sein, ihre E-Books via Amazon zu veröffentlichen. Wer auf deutsch veröffentlicht, darf sich allerdings noch etwas gedulden, denn bisher gibt es den Indie-Store nur auf der US-Seite. Doch mittelfristig wird Amazon sicherlich auch im Leseland noch stärker vom reinen Online-Buchhändler zum Verlag mutieren.
(via The Digital Reader)

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Kindle unterstützt bald auch epub – was haben die Leser davon?

Amazon akzeptiert jetzt E-Books im epub-Format – vier große US-Verlage sollen eine entsprechende Mitteilung vom Online-Buchhändler erhalten haben. Neben dem hauseigenen Kindle-E-Book-Format wird Amazons E-Reader zukünftig also auch den längst etablierten Branchenstandard unterstützen. Branchenbeobachter führen diesen Schritt auf Amazons Kooperation mit OverDrive zurück, mit der erstmals die Ausleihe von Kindle-E-Books in öffentlichen Bibliotheken möglich wird. Auch bei der Onleihe ist epub das Standardformat. Die kommende epub-Version 3.0 soll zudem die Einbindung von Multimedia-Elementen erleichtern – auch das kann Amazon im Hinblick auf den Trend zum „enhanced E-Book“ nur recht sein.

Format-Sonderweg hat Amazon nicht geschadet

Jeff Bezos gleicht in mancherlei Hinsicht Käptn Ahab – während Melvilles mythischer Jäger nur Moby Dick im Kopf hatte, verfolgte der Amazon-Lenker lange Jahre vor allem eins: Mobipocket. Von Anfang an wurden Kindle-E-Books nur in diesem Format verkauft, kombiniert mit einem eigenen Digital Rights Management (DRM). Was 2007 beim Start des Kindle 1 noch verständlich war, denn der Standard bei Content für PDAs und Handys hieß damals tatsächlich Mobipocket. Nach und nach einigte sich die restliche E-Book-Branche allerdings auf den offenen Standard epub. Offen heißt dabei vor allem: nicht im Besitz eines bestimmten Unternehmens. Mobipocket.com gehört nämlich niemand anderem als Jeff Bezos. Amazons Aufstieg zum E-Book-Händler Nummer 1 hat der Alleingang nicht verhindert: Kindle-E-Books haben in den USA einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Viele Kunden scheint das „closed shop“-System nicht zu stören, zumal über die Kindle-App sich die E-Books auch auf Smartphones und Tablets lesen lassen.

Verlage sparen sich doppelte Konvertierung

In Europa sieht es allerdings ganz anders aus, der alte Kontinent ist eine epub-Zone. Buchhändler und Verlage waren hier von Anfang an bestrebt, sich alle Wege zum Kunden offen zu halten. Selbst ein großer Player wie Thalia hat mit dem Oyo zwar einen eigenen Reader auf den Markt gebracht, sich jedoch nicht durch eigene Standards abgeschottet. Amazons Versuch, mit nationalen Kindle-Stores (wie zuletzt in Deutschland) auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, könnte mit der epub-Unterstützung erleichtert werden. Klar scheint auf jeden Fall: Verlage müssen nun nicht mehr so viel Arbeit in die (doppelte) Konvertierung ihrer Titel stecken, und auch für Freelance-Autoren wird das Direkt-Publishing erleichtert. Was sich aus Kundensicht ändern wird, ist wiederum eine ganz andere Frage.

Was sich für die Kunden ändert, ist ungewiss

DRM-freie epubs wird man zukünftig wohl problemlos auf den Kindle übertragen und lesen können, ohne dass man sie vorher mit Calibre oder anderen Tools umformatieren muss. Doch was mit kopiergeschützten E-Books passiert, die bei Libri, Thalia oder anderswo geshoppt wurden, ist noch völlig unklar. Gleiches gilt für die Übertragbarkeit von kopiergeschützten Kindle-E-Books im epub-Format auf andere Lesegeräte. Bisher jedenfalls ist Amazons hauseigenes DRM-System nicht mit dem ansonsten genutzten Standard von Adobe kompatibel. Die Koexistenz beider DRM-Standards auf einem Gerät wurde bisher sogar aktiv verhindert. Als etwa die Bookeen-Reader per Firmware-Update von Mobipocket auf epub umgestellt wurden, waren kopiergeschützte Mobipocket-Titel nicht mehr lesbar. Wirklich lösen lässt sich das Problem der „zwei Welten“ wohl nur durch den flächendeckenden Verzicht auf DRM.

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Kindle Color ante portas: Amazon Tablet kommt bis Ende 2011 auf den Markt

Das Kindle bekommt Konkurrenz im eigenen Haus: in der zweiten Jahreshälfte 2011 will Amazon erstmals ein LCD-Tablet mit Touch-Screen auf den Markt bringen, berichten Brancheninsider. Produziert wird Amazons Antwort auf das iPad offenbar beim taiwanesischen Notebook-Hersteller Quanta, ein besonders leuchtstarkes LCD-Display steuert E-Ink Holdings bei (ebenfalls Taiwan). Quanta produziert u.a. bereits das BlackBerry PlayBook. Dem Branchen-Blog DigiTimes zufolge sollen pro Monat bis zu 800.000 Amazon-Tablets ausgeliefert werden, das finanzielle Volumen des Auftrags betrage mehr als 2 Milliarden Euro. Für das bisherige Kindle könnte der Tablet-Start laut DigiTimes eine deutliche Preissenkung bedeuten, um parallel zum Angriff auf das iPad auch im E-Ink-Bereich neue Käuferschichten zu erreichen. Bisher setzte Amazon ausschließlich auf schwarz-weiße E-Ink-Technologie und konnte damit in den USA Millionen von Lesegeräten absetzen. Allerdings hatte Barnes&Noble mit dem Android-Tablet Nook Color deutlich Boden gewinnen können. Der wichtigste Grund für den Strategiewechsel könnten laut DigiTimes aber das Problem darstellen, auf internationalen Märkten mit Tablets wie Apples iPad zu konkurrieren. Der Start eines Amazon-Tablets war bereits seit einiger Zeit erwartet worden – viele Beobachter gehen dabei davon aus, dass es sich um ein sieben Zoll-Android-Gerät handeln wird. Immerhin betreibt Amazon mittlerweile einen eigenen Android-App-Store. Für mobilen Content ist ebenfalls gesorgt, denn der Online-Händler bietet mitterweile neben E-Books auch MP3- und Video-Downloads an.

(via DigiTimes)

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Kindle mit Overdrive: Amazon ermöglicht Onleihe in Bibliotheken

kindle-onleiheGute Nachrichten für Kindle-Nutzer: Kindle-E-Books wird man demnächst auch in Bibliotheken ausleihen können – zumindest in den USA. Bisher funktionierte das Lending-Feature nur innerhalb der Leser-Community, und auch das nur eingeschränkt. Der neue Ausleihservice soll im Verlaufe des Jahres flächendeckend in mehr als 11.000 amerikanischen Büchereien angeboten werden. Die technische Realisierung übernimmt der Content-Dienstleister Overdrive. Für viele elektronische Bücher im PDF- und epub-Format macht Overdrive schon seit längerem die Onleihe möglich – nicht nur auf E-Readern, sondern via Overdrive-App auch auf Tablets und Smartphones. Ähnlich breit aufgestellt ist die neue Onleihe-Funktion nun auch in Amazons Kindle-Ökosystem, denn gelesen werden können die ausgeliehenen Titel nicht nur auf dem Kindle-Reader selbst, sondern via Kindle-App etwa auch auf iPad/iPhone, Android-Geräten, Blackberry- oder Windows-Handys. Als besonderes Feature bietet Amazon die Nutzung des Highlighting- und Anmerkungsfunktion an. Wird ein Buch vom selben Nutzer erneut ausgeliehen – oder anschließend gekauft – stehen die individuell hinzugefügten Informationen weiter zur Verfügung.

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Werbung auf dem Kindle: Gesponserte Screensaver senken Gerätepreis

werbung-auf-kindleAmazon entdeckt das Kindle als Werbefläche: Käufer können sich zukünftig für eine preislich leicht gesenkte „Special Offer“-Version des E-Readers entscheiden – statt 139 Dollar sinkt der Preis auf 114 Dollar (ca. 78 Euro). Dafür zeigt das Display dann im Ruhezustand gesponserte Screensaver-Bilder von Anzeigenkunden. Auch auf der Unterseite des Hauptmenus wird es kleine Werbeeinblendungen geben. Das werbefinanzierte Sonderangebot richtet sich vorerst nur an US-Kunden und gilt nur für die WiFi-Variante des Kindle 3.

Im Kindle-Store warten weitere Sonderangebote

Millionen Kindles sind in den USA bereits im Umlauf – mit Amazons neuestem Angebot könnte ihre Zahl weiter zunehmen. Schon vor einiger Zeit hatte Amazon darüber nachgedacht, Premium-Kunden mit kostenlosen E-Readern auszustatten. Die „Special Offer“-Variante wendet sich dagegen werbewirksam an das breite Publikum. Zumal „Special Offer“ hier eben im doppelten Sinne gilt. Denn die Käufer des Reklame-Kindles werden auch mit weiteren Sonderangeboten gelockt, etwa vergünstigten Geschenk-Gutscheinen oder Musik- und Hörspiel-Downloads.

Beim Anzeigen-Design bestimmt der Kunde mit

Wie man es von Amazon gewohnt ist, werden die Kunden bei der Optimierung des Angebots aktiv mit einbezogen. Über das Design der Werbeeinblendungen etwa darf die Kindle-Gemeinde mitbestimmen. Mit der neuen „AdMash“-App können Kindle-Nutzer nämlich über potentielle Kandidaten für gesponserte Screensaver abstimmen. Doch auch was auf dem invividuellen Display erscheint, lässt sich in gewissem Maße beeinflussen. Auf der persönlichen „Manage my Kindle“-Webpage kann man bestimmte Themenbereiche auswählen. Auch diese Informationen fließen wiederum in die allgemeine Optimierung des Sponsoring-Modells.

E-Books selbst bleiben vorerst noch werbefrei

US-Kunden können den „Special-Offer“-Kindle bereits vorbestellen, die Auslieferung beginnt am 3. Mai. Zu den ersten Werbekunden gehören Finanzdienstleister wie Visa und Chase, aber auch etwa das Kosmetikunternehmen Olay und der Autohersteller Buick. Das Leseerlebnis selbst bleibt ungestört: Die Kindle-E-Books sind auch weiterhin werbefrei, betont Amazon. Zumindest vorläufig. Denn das Unternehmen hat sich bereits eine Verfahren patentieren lassen, um innerhalb von E-Book-Texten kontextsensitive Werbung schalten zu können. Alles, was noch fehlt, ist die Akzeptanz beim Leser. Doch die liesse sich ja wahrscheinlich auch in diesem Fall durch „Special Offers“ gewinnen, sprich: durch besonders günstige Buchpreise.

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E-Book-Boom in USA geht weiter: Verkaufszahlen verdoppeln sich

ebook-boom-in-usa-geht-weiterElektronische Bücher setzen in den USA ihr rasantes Wachstum fort – das zeigen die neuesten Zahlen der Association of American Publishers (AAP). Im Vergleich zum Januar 2010 wurde im ersten Monat dieses Jahres ein Zuwachs von 115 Prozent verzeichnet, die Umsätze stiegen um mehr als das Doppelte von 32 auf 69 Millionen Dollar. Zuvor waren bereits im Weihnachtsgeschäft die Verkaufszahlen von E-Readern emporgeschnellt, so dass die Gerätebasis für Downloads etwa über das neue Kindle 3 deutlich größer war als im Jahr zuvor. Immerhin 8 Prozent Zuwachs konnten aber auch die Hörbuch-Downloads verzeichnen, der Umsatz lag bei 6,5 Millionen Dollar (Vorjahr: 6,0 Millionen Dollar). Dem E-Book-Boom stehen vor allem im Paperback-Bereich deutliche Verluste gegenüber, hier fielen die Umsätze um bis zu 30 Prozent zurück, im Hardcover-Bereich wurde dagegen nur ein Minus von knapp elf Prozent verzeichnet. Einen leichten Rückgang gab es auch im Bereich der Audiobooks auf CD. Das starke Wachstum im E-Book-Bereich konnte die Umsatzrückgänge insgesamt nicht ausgleichen, der gesamte Umsatz der US-Buchbranche sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent. Wie Publishers Weekly berichtet, ist Nummer eins der Branche ist auch weiterhin Barnes&Noble mit einem Marktanteil von 23 Prozent (Vorjahr: 22,5 Prozent), während Konkurrent Amazon mittlerweile bei 15 Prozent liegt (Vorjahr: 12,5 Prozent).

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Killer-Idee mit 5000 Worten: „Kindle Singles“ füllen Lücke zwischen E-Mag und E-Book

kindle-singles-ebookSingle statt Longplay: Auf der Suche nach neuem Content für das Kindle stößt Amazon in die mediale Grauzone der Mittelstrecken-Texte vor. Im Kindle-Single-Store gibt’s seit Ende Januar schon mehr als ein Dutzend Beispiele für Artikel, Reportagen und Kurzromane. „Bevor es E-Reader gab, mussten Autoren sich oft entscheiden: entweder mussten ihre Text kurz genug sein für einen Zeitschriftenartikel, oder lang genug für den Buchmarkt“, beschreibt man das bisherige Dilemma bei Amazon. Solche Probleme gibt’s bei E-Books natürlich nicht – man kann sie in jeder Länge verwerten.

Geschäftsidee aus dem Vinyl-Zeitalter

Wie bei vielen Ideen von Amazon ist auch die E-Book-Single nichts wirklich neues – nur hat sie bisher niemand konsequent vermarktet. Tatsächlich haben ja manche Verlage schon mit dem Verkauf einzelner Kapitel experimentiert. Ähnlich wie beim Verkauf einzelner Musicfiles statt kompletter Alben hoffte man dabei, durch niedrigere Einzelpreise den Verkauf zu stimulieren. Im Vinyl-Zeitalter war diese Strategie anfangs sogar das einzige Mittel, aktuelle Hits massenhaft unter die Leute zu bringen, da sich viele Kunden noch keine LPs leisten konnten. Bei Amazon denkt man aber offenbar an ein ganz neues Genre von in sich abgeschlossenen Werken: es geht um die literarische „Killer-Idee“, die gut recherchiert, argumentativ perfekt ausgeführt und ansprechend illustriert in ihrer „natürlichen Länge“ publiziert werden soll. Rein technisch gesehen mit einem Umfang zwischen 5000 und 30.000 Worten, bei einem Preis von 99 Cent bis 4,99 Dollar.

Wo bleiben die deutschen E-Book-Singles?

Besonders gut zu eignen scheint sich die neue Mittelstrecken-Disziplin für Non-Fiction – die meisten Kindle-Singles gehörten jedenfalls zum Bereich Ratgeber oder Reportage. Da gibt es etwa einen Titel wie „The Business of Media: A Survival Guide“ oder „The Dead Women of Juarez“. Mit dem Label Atavist ist unter den Content-Lieferanten im Kindle-Single-Store ein E-Verlag, der sich zu 100 Prozent auf diesen Bereich konzentriert – nicht nur auf dem Kindle. Die multimedial aufbereiteten Versionen der ersten Atavist-Titel für iPhone & iPad durchbrechen auch vom Look&Feel her die Grenze zwischen E-Mag und E-Book. Geht man nur von der Länge eines Textes aus, gibt’s natürlich auch in Deutschland längst „E-Book-Singles“. So dürfte etwa Stéphane Hessels Pamphlet „Empört Euch!“ mit nur 32 Seiten eindeutig zu diesem Genre gehören. Nach dem Motto „Je kleiner das Display, desto kürzer der Text“ sind viele E-Text-Angebote für Handy & Smartphone schon lange Single-verdächtig. Neben aktuellen „Klassikern“ wie Lucy Luder sind dort zwischenzeitlich auch ebenso knappe wie kryptische Theorie-Texte von Virilio oder Deleuze gelandet.