Modernes Märchen: „Aschenkindel“ von Halo Sommer gewinnt Kindle Storyteller Award 2016

aschenkindel-storyteller-awardZum zweiten Mal wurde auf der FBM der „Kindle Storyteller Award“ verliehen — diesjährige Preisträgerin ist die Stuttgarter Indie-Autorin Halo Summer, die mit ihrem modernen Märchen „Aschenkindel“ angetreten war. Summer darf sich über ein Gesamtpaket im Wert von 30.000 Euro freuen, dazu gibt’s einen Verlagsvertrag mit HarperCollins. Amazons Hörspieltochter Audible wird zudem aus „Aschenkindel“ ein Hörbuch machen — genauso wie aus den Büchern der übrigen Finalisten.

Märchenhafte Coming-of-Age-Geschichte

In „Aschenkindel“ dreht sich alles um märchenhafte Zutaten wie eine Heldin namens Claerie Farnflee, gute Feen, böse Stiefmütter, garstige Schwestern, dahergelaufene Prinzen, das Schicksal und die finale Wendung zum Glück. „Halo Summer hat eine Figur erschaffen, die uralt und gleichzeitig blutjung ist und eine Sprache führt, die dem Genre völlig ungewohnt ist, aber heutigen Lesern direkt von den Lippen fließt“, so Jury-Vorsitzender Uwe Kullnick, zugleich Präsident des Deutschen Autorenverbandes. Es sei der gelungene Versuch, Probleme des Erwachsenwerdens, des sich in die Welt Einordnens und sich Behauptens in widrigen Umständen zu beschreiben.

Viele KDP-Debütanten unter den Teilnehmern

Insgesamt waren 1.900 Titel verschiedener Genres zum diesjährigen KSA angetreten, ein Drittel davon stammt aus der Feder von Debütautoren, die erstmals ein Buch via Kindle Direkt Publishing (KDP) veröffentlicht haben. Gegenüber 2015 wurden Amazon zufolge 80 Prozent mehr Titel eingereicht. Die fünf Romane der Shortlist — darunter „Aschenkindel“ — waren von Amazon-LeserInnen bestimmt worden, den endgültigen Gewinnertitel ermittelte dann eine hochkarätig besetzte Jury. Bei der ersten Preisverleihung. Im letzten Jahr hatten die Amazon-Juroren mit „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ einen Sci-Fi-Roman auf das Siegertreppchen gehievt.

Kindle Storyteller Award startet zum zweiten Mal — HarperCollins verlegt Gewinnertitel

kindle-storyteller-award-2016-startetNeues Jahr, neuer Publishing-Partner: zum zweiten Mal findet in diesem Sommer der Kindle Storyteller Award statt — das Gewinner-Buch wird diesmal von HarperCollins gedruckt und verlegt, nachdem die anfängliche Kooperation von Amazon und dem deutschen Publikumsverlag Bastei Lübbe gescheitert ist. Dazu kommen 10.000 Euro Preisgeld und ein Marketing-Paket im Wert von 20.000 Euro. Die Titel der fünf Finalisten werden zudem von der Amazons-Tochter Audible als Hörbuch veröffentlicht.

Ausgewählte Printversionen auf #fbm16 präsentiert

Teilnehmen am „KSA“ können alle Indie-Autoren, die ihr bislang unveröffentlichtes Buch – egal welches Genre – zwischen 15. Juni und 15. September über die Kindle Direkt Publishing-Plattform (KDP) mit dem Suchstichwort „kindlestoryteller2016 hochladen“. Um im Rahmen des Awards neben dem Hochladen eines Titels bei KDP auch die Produktion einer Printversion via Createspace zu pushen, hat Amazon angekündigt, zehn ausgewählte Print-Titel des Wettbewerbs auf der Frankfurter Buchmesse zu promoten.

Am Ende bleiben 5 Finalisten im Rennen

Nach Ablauf der Einreichungsfrist bis 15. September 2016 wird jedes Buch auf der Grundlage seiner Beliebtheit bei Kunden (z.B. Verkäufe oder Bewertungen) bewertet und es werden fünf Finalisten ausgewählt. Aus deren Reihe kürt dann die hochkarätig besetzte Jury (u.a. mit Christian Ulmen, Poppy J. Anderson & Astrid Korten) den oder die Gewinnerin. Die Preisverleihung findet am 20. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.

Vorsicht, Buchhandel…

Letztes Jahr wurden bei Kindle Storyteller mehr als 1.000 Titel eingereicht, erster Gewinner des Awards wurdePhillipp P. Peterson mit seinem Sci-Fi-Roman „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“. Die bei Bastei Lübbe verlegte Printversion sorgte dann allerdings für Ärger im stationären Buchhandel — viele Buchhändler störten sich am Cover-Aufdruck „Kindle Storyteller“, manche weigerten sich sogar, den Titel ins Programm zu übernehmen.

Paradox, oder: Der Buchhandel am Abgrund der Peinlichkeit

paradox-buchhandel-am-abbrund-der-peinlichkeitSieht die die Welt tatsächlich so aus, wie wir sie wahrnehmen, oder bekommen wir nur gefilterten Content vor die Linse, den höhere Wesen für uns kuratiert haben? Auf Basis dieser galaktische Gretchenfrage hat Indie-Autor Phillipp P. Peterson seinen Sci-Fi-Roman „Paradox – Am Abgrund der Ewigkeit“ konstruiert, und damit nicht nur einen Kindle-Bestseller gelandet, sondern auch einen mit 30.000 Euro dotierten Literaturpreis eingeheimst – inklusive Verlagsvertrag bei Bastei Lübbe.

Gewinner-Label als Ausschlusskriterium?

Nun könnte „Paradox“ flächendeckend als Print-Version in den stationären Buchhandel kommen, gäbe es da nicht ein kleines Problem. Denn beim Literaturpreis handelte es sich um den von Amazon ins Leben gerufenen „Kindle Storyteller Award“ (E-Book-News berichtete), der anlässlich der letzten Frankfurter Buchmesse erstmals vergeben wurde. Und wie bei solchen Auszeichnungen üblich, prangt das Gewinner-Label des KSA auf dem Cover der von Bastei Lübbe herausgebrachten Taschenbuch-Version, dabei enthalten ist auch ein mehrere Millimeter großer „Kindle“-Schriftzug.

„Schlag gegen unabhängigen Buchhandel“?

Das schmeckt den Overlords der Gutenberg-Galaxis überhaupt nicht, schon alleine die verlegerische Zusammenarbeit eines Verlages mit der buchhändlerischen Online-Konkurrenz aus den USA sei „unglaublich“, der aufgedruckte namentliche Erwähnung jedoch erst recht „dreist“, schallt es durch die virtuellen Gassen. Von einem „Schlag gegen den unabhängigen Buchhandel“ spricht Ravensbuch-Händler und Buy Local-Vorsitzender Michael Riethmüller, und will den Titel gar nicht erst anbieten.

Indie-Bestseller im Regal längst normal

Wie peinlich! Wie kleinlich! Könnte man jetzt rufen. Doch was soll’s. Den grundsätzlichen Trend wird das nicht aufhalten. Immer mehr Titel schaffen es vom elektronischen Self-Publishing-Bestseller zum traditionell verlegten Taschenbuch, das dann in die Regale der Buchhandlungen gelangt. Nicht nur die Verlage, auch der unabhängige Buchhandel fördert solche Modelle übrigens und profitiert davon, siehe das neue Self-Publishing-Konzept von Tolino Media…

Kindle Storyteller Award geht in die heiße Phase: die Shortlist steht fest

storyteller-award-finalistenÜber 1.000 Titel verschiedener Genres wurden in den letzten Monaten via KDP und Createspace eingereicht, nun haben die Leser entschieden: die fünf Finalisten für den neuen Self-Publisher-Award „Kindle Storyteller“ stehen fest, darunter zwei Autoren aus Österreich und drei aus Deutschland. Mit dabei: das Autorenduo B.C. Schiller (siehe das Indie-Lounge-Interview) mit dem Thriller „Totes Sommermädchen“. Vertreten sind daneben auch die Genres Sci-Fi-Romance, Sci-Fi-Thriller sowie Biografie (vollständige Shortlist s.u.).

Preisgeld von 30.000 Euro winkt

Den endgültigen Gewinner bestimmt nun bis Mitte Oktober eine Promi-Jury. Dem Preisträger winkt nicht nur viel Aufmerksamkeit, sondern auch geldwerte Vorteile im Gesamtwert von 30.000 Euro. Neben dem eigentlichen Preisgeld von 10.000 Euro kommt nämlich noch ein Marketing-Paket im Wert von 20.000 Euro hinzu. Außerdem wird der Bastei Lübbe Verlag das gedruckte Gewinnerbuch im deutschsprachigen Raum verlegen und vertreiben. Letztlich haben aber alle fünf schon jetzt gewonnen: die Shortlist-Titel werden für Amazons Hörbuch-Sparte Audible von bekannten Synchronsprechern eingelesen.

Preisverleihung auf Frankfurter Buchmesse

Bekanntgegeben wird der Gewinner bzw. die Gewinnerin des ersten „Storyteller-Awards“ im Oktober 2015 auf der Frankfurter Buchmesse. Komplettes Neuland betritt Amazon mit dem neuen Award nicht, mittlerweile haben sich längst andere Self-Publishing-Preise etabliert, insbesondere der auf der Leipziger Buchmesse verliehenen „Indie-Auto-Preis”, der von der Self-Publishing-Plattform neobooks unterstützt wird. Das Preisgeld ist beim „Indie-Autor-Preis” jedoch mit 3.000 Euro deutlich niedriger.

Die Finalisten des Kindle Storyteller Award: