Amazon launcht „Manga“-Version des Kindle Paperwhite — speziell für japanischen Markt

amazon-kindle-paperwhite-manga-modellE-Ink eignet sich perfekt für klassische japanische Mangas, denn die sind ohnehin in Schwarz-Weiß gezeichnet. Doch solche klassischen E-Comics verschlingen naturgemäß viel Speicherplatz, da sie vor allem aus Bilddateien in hoher Auflösung bestehen. Deswegen hat Amazon Japan jetzt offenbar eine aufgepeppte Version des Kindle Paperwhite speziell für Nippons LeserInnen gestartet: das Kindle Paperwhite „Manga Model“.

16 Gigabyte interner Speicher

Wichtigster Unterschied zu herkömmlichen Versionen ist tatsächlich der zusätzliche Speicherplatz, das Manga-Kindle hat nämlich 32 Gigabyte statt 4 Gigabyte eingebaut. Das Problem der mangelnden Kapazität in Sachen „Multimedia“ ist freilich hausgemacht: Da Amazons Kindle-Reader über keinen SD-Kartenslot verfügen, lässt sich der eingebaute Speicher nicht extern erweitern.

Platz reicht für 700 Mangas

Wer 2.000 Yen (knapp 17,50 Euro) im Vergleich zum Standard-Paperwhite drauflegt, hat nun aber Amazon zufolge auf dem Gerät Platz für mindestens 700 Mangas. Das Unternehmen gab auch gleich ein Beispiel: so würden nun die kompletten Folgen der populären Serien Naruto, Asari-chan und Kochikame auf das Gerät passen.

Schnellere Seitenwechsel

Das E-Ink-Display allerdings hat dieselbe Pixeldichte wie das bisherige Kindle Paperwhite. Immerhin wurde aber auch die Performance der Benutzeroberfläche verbessert – so sollen Seitenwechsel jetzt um 33 Prozent schneller ablaufen.

(via The Verge)

Eins zu Null für Amazon: Kindle-Jailbreak wird immer schwieriger

kindle-paperwhite-jailbreakDer Kindle-Reader ist *eigentlich* ein Linux-Tablet mit E-Ink-Display, das sich für weitaus mehr eignet als nur die Lektüre von Kindle-Books: theoretisch lassen sich nicht nur epubs mit dem Gerät öffnen, sondern auch alle möglichen nützlichen Apps und Games installieren. Um die mutwilligen Einschränkungen von Amazons Firmware zu umgehen, ist jedoch ein Jail-Break notwendig. Bis vor kurzem konnte man Kindle-Reader durch das direkte Aufspielen neuer Software per USB-Verbindung recht einfach rooten, quasi per Drag & Drop vom Desktop aus.

Gehäuse öffnen und serielles Kabel anlöten

Mit der neuen Firmware ab Version 5.6.x hat Amazon der Jail-Break-Community das Leben jedoch verdammt schwer gemacht: die bisherigen Hacks funktionieren nicht mehr. Der einzige Weg, jetzt noch die volle Kontrolle über Kindle Paperwhite oder Kindle Voyage zu erhalten, besteht seit Ende letzten Jahres darin, das Gehäuse zu öffnen, den Serial-Port-Pins freizulegen und ein serielles Kabel anzulöten. Über diese Verbindung kann dann vom PC aus der Jailbreak vollzogen werden, indem man sich mit Root-Rechten in das Betriebssystem des Readers einloggt (siehe die Links auf verschiedene Rooting-Anleitungen bei the-ebook-reader.com).

Der nächste Jailbreak kommt bestimmt … irgendwann

Im Unterschied zum klassischen Jailbreak per Fingertipp ist das natürlich weitaus komplizierter, und dürfte die meisten normalen Nutzer vom Rooten ihres Kindle abschrecken – womit Amazon wohl das selbst gesteckte Ziel endgültig erreicht hat. Zumindest bis auf weiteres. Denn bisher wurden irgendwann doch immer wieder ein neuer Jailbreak veröffentlicht. Eigentlich sollte sich Amazon darüber auch nicht wirklich ärgern müssen, immerhin beweisen solche Commmunity-Phänomene ja nicht nur, dass ein bestimmtes Gerät populär ist, sondern zeigen auch, welche zusätzlichen Funktionen oder Apps sich die Nutzer wünschen.

(via the-ebook-reader.com)

Amazons neue Mittelklasse: Kindle Paperwhite jetzt mit doppelter Pixelzahl & verbessertem Layout

amazons-neues-kindle-paperwhite-mit-doppelter-aufloesungGerade noch rechtzeitig zur Feriensaison verpasst Amazon dem Glowlight-Klassiker Kindle Paperwhiteeine Frischzellenkur: als E-Ink-Display wird jetzt dieselbe Variante wie im High-End-Reader Kindle Voyage verbaut, mit 300dpi Auflösung hat sich die Pixelzahl damit verdoppelt, die Akkulaufzeit soll darunter nicht leiden.

Serifenbetontere Schriftart „Bookerly“

Doch nicht nur mit gestochen scharfer „Laser-Qualität“ (O-Ton Amazon) werden die Augen der Leser verwöhnt, sondern auch mit einem schönerem Schriftbild. Zum einen sorgt dafür eine neue, speziell für das Kindle entworfene Schriftart namens „Bookerly“. Die etwas serifenbetontere Type tritt an die Stelle der bisherigen Standard-Schrift „Caecilia“ – und kann auf dem neuen Display ihre Stärken voll ausspielen.

Amazon zufolge bewegt sich das Design der neuen Schriftart „viel näher an traditionellen Drucktexten als andere digitale Schriftarten“ und sorgt deswegen „für verbesserte Lesbarkeit, insbesondere bei längerem Lesen“.

Layout wird insgesamt „buchähnlicher“

Auch das Layout von Kindle-E-Books insgesamt soll buchähnlicher werden – so etwa durch optimale Silbentrennung, besser formatierte Absätze und angepasste Wortabstände. Zudem werden die Abstände zwischen einzelnen Zeichen besser aufeinander abgestimmt, etwa durch Unterschneidungen und Ligaturen – so dass störende Leerräume wegfallen können.

Bestimmte Layout-Eigenschaften wie Initialen und Illustrationen sollen zudem auch bei Änderung der Schriftgröße durch den Leser so wie vom Verlag bzw. Autor gewünscht angezeigt werden, ohne dass das Schriftbild gestört wird.

Neues Paperhite jetzt ab 119 Euro vorbestellen

Das WLAN-Version des neuen Kindle Paperwhite kann ab einem Preis von 119 Euro vorbestelltwerden (ohne Werbeeinblendungen für 139 Euro), tatsächlich ausgeliefert werden die neuen Geräte erst ab Anfang Juli. Wer nicht so lange warten möchte: Das alte Kindle Paperwhite verramschtAmazon derzeit zum Preis von 99 Euro.

Kindle Paperwhite plus Goodreads: Firmware-Update bringt Social Reading-Integration (US-only)

“Unsere Buchempfehlungen sind besser als die von Amazon”, kokettierte Goodreads-Gründer Otis Chandler noch Anfang 2013. Kurz darauf schnappte sich Jeff Bezos die Social-Reading-Plattform für einen dreistelligen Millionenbetrag (bezahlt wurde angeglich größtenteils mit Bargeld), und bereitete die Integration der weltgrößten E-Reading-Community mit derzeit 20 Millionen Mitgliedern in das Kindle-Universum vor. Jetzt ist es soweit, zumindest in den USA: das neue Firmware-Update für das neue Kindle Paperwhite II erzeugt ein großes „G“ in der Kopfleiste des Reader-Menüs (entsprechende Updates gibt’s auch für die neueren Fire-Tablets). Per Fingertipp kann man das eigene Goodreads-Regal aufrufen, E-Books bewerten, interessante Passagen bei der Lektüre mit der Community teilen, Reviews lesen, und vor allem auch die Einkäufe bei Amazon in das persönliche Goodreads-Profil einspeisen. Ein Blick auf die Profile von anderen Lesern kann dabei helfen, interessante Lektüre-Vorschläge zu finden.

Amazon holt gegenüber Kobo auf

Der Unterschied zu Amazons Empfehlungs-Algorithmen wie auch Bestseller-Listen im Kindle-Store liegt auf der Hand: durch die vielen Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Goodreads-Community wird die „Discoverability“, also die Möglichkeit, bestimmte Titel zu entdecken (& natürlich bei Amazon zu kaufen), deutlich verbessert. Durch die Goodreads-Integration holt Amazon zugleich gegenüber dem Konkurrent Kobo auf – mit „Reading Life“ hatten die Kanadier ihren Readern schon vor längerer Zeit ein abgerundetes Social-Reading-Konzept verpasst. Im Amazon-Universum war das Soziale Lesen dagegen stark zersplittert. So konnte man Zitate via Twitter und Facebook vom Kindle-Reader verschicken, die am häufigsten markierten Stellen in Kindle-Books anzeigen lassen oder Bücher nach der Lektüre bewerten. Viele erweiterte Funktionen, etwa das Sichtbarmachen von Bibliotheken und das Abonnieren von Nutzer-Profilen („Kindle Profiles“) waren jedoch nur via Kunden-Account auf der Website möglich.

Amazon holt gegenüber Kobo auf

Deutsche Nutzer müssen auf die Goodreads-Integration noch etwas warten – ohnehin ist die Community bisher überwiegend englischsprachig, die Internationalisierung der Plattform wurde bisher eher vernachlässigt. Ein abgespecktes Firmware-Update spendiert Amazon.de aber trotzdem: das Kindle Paperwhite erhält hierzulande zumindest wie in den USA auch das X-Ray-Feature (automatisch erstellte Inhaltsübersicht), Kindle Freetime (Kontrolloptionen für Eltern) sowie Cloud Sammlungen (synchronisierbare Bibliotheksordner).

Abb.: Amazon

Leuchtendes Vorbild: Kobo Glo schlägt Kindle Paperwhite – aber nur im ComputerBild-Test

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Lichtgestalten: pünktlich zum weihnachtlichen Shopping-Endspurt nahmen Computer-Bild und c’t u.a. die Glimmerlicht-Reader von Amazon, Kobo und Thalia unter die Lupe. Preislich unterscheiden sich Kindle Paperwhite, Kobo Glo und Cybook Frontlight HD mit jeweils 129 Euro nicht – es zählen also die inneren Werte. Aus Sicht von Computer-Bild hat Kobos Glowlight-Version dabei „die dünne Nase vorn“ (Note 2,08).

epub-Universum bietet mehr Wahlfreiheit

Gelobt wurden die „gleichmäßige Ausleuchtung“, das robuste Gehäuse, lange Akkulaufzeit (ohne Glowlight sogar bis zu 168 Stunden) sowie der SD-Kartenslot. Letzterer fehlt nämlich beim Kindle Paperwhite (Note 2,24). Punkten konnte der Kobo Glo gegenüber Amazons Flaggschiff zudem beim Content – schließlich lassen sich dank epub-Standard E-Books von zahlreichen Anbietern nutzen. Kindle-Geräte bieten diese Wahlfreiheit ja leider nicht. Allerdings ist der Kindle-Store selbst prall gefüllt, während Computer-Bild den vorinstallierten Kobo-Store als eher „mager“ bezeichnet. Regelrecht abgewatscht wurde der von Thalia angebotene Cybook Odyssey HD Frontlight (Note 4,33) – das Testgerät wies verschiedene technische Mängel auf, vom Senden unverschlüsselter Passwortdaten (!) bis zu durchbrennenden LEDs. Im Gesamtranking landete es nur auf Platz acht, sogar noch abgehängt von Trekstors Low-Cost-Reader Pyrus, bei Weltbild unter den Namen „reader 4ink“ zu haben.

c’t lobt „natürliche Beleuchtung“ des Kindle Paperwhite

Etwas weniger kontrovers lesen sich die Testergebnisse der c’t-Redaktion – was natürlich auch daran liegt, dass das Magazin grundsätzlich keine Testsieger kürt, sondern in einem Test-Fazit Stärken und Schwächen der untersuchten Gadgets zusammenstellt. Die drei Lichtgestalten von Amazon, Kobo und Thalia liegen dabei gerade beim Vergleich der Glowlight-Funktion eng beieinander. „Auf dem Kobo Glo verteilt die Diffusionsbeschichtung das Licht der unten eingebauten LEDs am gleichmäßigsten“, lobt die c’t zum einen. „Am natürlichsten sieht die Beleuchtung auf dem Kindle Paperwhite aus“, stellen die Tester andererseits fest. Was unter anderem daran liegt, dass man die Helligkeit sehr stark herabregulieren kann, so dass bei Tageslicht tatsächlich ein papierähnlicher Effekt entsteht („als würde man die Buchseiten sanft bleichen“). Die Verteilung des LED-Lichts meistert Amazons Reader dagegen nicht ganz so gut wie der Kobo Glo, aber immer noch deutlich besser als Thalias Cybook Frontlight HD („Ausleuchtung ist miserabel“). Wirklich zum Tragen kommen die Nachteile aber nur beim Lesen unter der Bettdecke – bei normalem Umgebungslicht liest es sich mit allen drei Readern angenehm. Gar nicht so wichtig für den Komfort scheint im übrigen die höhere Pixeldichte bei den HD-Modellen zu sein: „bei normalem Abstand und längerem Lesen fällt der Unterschied kaum auf“, meinen die c’t-Tester.

PS: Wer die vollständigen Testberichte elektronisch lesen möchte: die aktuelle Computerbild gibt’s z.B. im Pageplace-Kiosk für 1,50 Euro, die c’t bekommt man über die iPad-App des Magazins für 2,99 Euro (eine Android-Version gibt’s leider noch nicht).

Abb.: Screenshots

Schwarz wie Ebenholz, weiß wie Papier: Amazons Kindle Paperwhite im Test

Das große Glimmern hat begonnen – seit kurzem wird Amazons Kindle Paperwhite in Deutschland ausgeliefert. Der erste Kindle-Reader mit Glowlight-Funktion und XGA-Auflösung sorgt für erstklassigen Lesekomfort, egal ob bei Sonnenlicht oder unter der Bettdecke. Dank spezieller LED-Technik geht das Glimmern dabei nicht auf Kosten der Akkulaufzeit. Erstmals bietet das Kindle dank der besseren Display-Qualität nun auch individuelle Fonts wie Baskerville oder Palatino. Zu den weiteren Features gehört die „Time to Read“-Funktion. Ein smarter Algorithmus schätzt, wie lange man noch bis zum Ende eines Kapitels oder des gesamten E-Books braucht. Die aktuelle Firmware sorgt für schnelle Seitenwechsel und rasanten Zooms auf dem Touch-Screen. Fazit: Für 129 Euro bekommt man das beste Kindle, das es je gab. Alles weitere im folgenden Testbericht…

Verbesserte Touch-funktion

Bereits das Kindle Touch setzte auf radikale Vereinfachung – fiel jedoch etwas klobiger aus als die klassischen Tasten-Kindles. Mit dem Kindle Paperwhite geht Amazon noch einmal einen Schritt weiter: Bedient wird das Kindle Paperwhite komplett via Touch-Screen, sogar der Home-Button fällt weg. Außer dem Einschaltknopf und einem Mikro-USB-Port an der Unterseite ist von außen nicht viel zu entdecken, externe Lautsprecher und Kopfhörerbuchse gib es nicht mehr – denn die Audiofunktionen wurden eingespart. Das schlichte, schwarze Gehäuse ist auf der Rückseite gummiert, um besser in der Hand zu liegen, und macht insgesamt einen etwas eleganteren Eindruck als das Vorgängermodell. Verbessert wurde die Touch-Funktion: die kapazitive Methode funktioniert nicht nur genauer als die bisherige Infrarot-Technik, auch die Display-Einfassung konnte dadurch flacher als beim Vorgängermodell gestaltet werden. Vom Gewicht her liegen Kindle Touch und Kindle Paperwhite immer noch gleichauf.

So funktioniert das Glowlight-Display

Der besondere Clou des Kindle Paperwhite ist natürlich die Qualität des neuen Displays. Beeindruckend klingt bereits die Auflösung: 1024×768 Pixel ergeben bei 6 Zoll Bildschirm-Diagonale satte 212 dpi, und somit 62 Prozent mehr Pixel als beim bisherigen Kindle-Display (800×600 Pixel). Beim Kontrast liegt das neue Kindle 25 Prozent über dem Vorgängermodell – die Buchstaben erscheinen dunkler, der Hintergrund heller. Das liegt natürlich an der Glowlight-Funktion: Aus drei Schichten besteht der Aufbau des Displays: erst kommt das neue E-Ink-Display, dann die Touch-Screen-Folie, und anschließend eine patentierte LED-Lichtführungs-Schicht. Ähnlich wie in einem Glasfiberkabel wird das Licht horizontal durch diese Schicht geleitet und durch spezielle Strukturen abgelenkt. Anders als bei einem hintergrundbeleuchteten LED-Display entsteht somit ein charakteristischen indirektes Glimmern.

Paperwhite – tatsächlich (fast) so weiß wie Papier

Beim Einschalten wird die Glowlight-Funktion automatisch aktiviert – die Leuchtstärke lässt sich über das Glühbirnen-Icon im Hauptmenü regulieren. Bereits bei ersten Versuchen hatte Amazon festgestellt, dass Paperwhite-Nutzer gar nicht mehr ohne Glowlight lesen wollten. Das bestätigte sich bei unserem Test, denn auch bei direkter Beleuchtung (Tageslicht/künstliches Licht) ist das Schriftbild mit eingeschaltetem Glimmerlicht deutlich angenehmer zu lesen. Von einem Glimmern sollte man in diesem Fall aber gar nicht unbedingt sprechen. Bei mittlerer Leuchtstärke kommt das Display nämlich dem Kontrast wie auch der Farbe einer normalen Druckseite verblüffend nahe. Erst bei voller Glowlight-Power, bzw. in abgedunkelten Räumen gibt’s echtes „Glowlight“-Feeling, was auch am bläulichen Schimmer des LED-Lichts liegt. Selbst bei ständig eingeschaltetem Glimmerlicht hält das neue Kindle laut Amazon bis zu 8 Wochen lang durch – tatsächlich war nach knapp 1000 Seitenwechseln und mehreren Tagen Betrieb die Akkuanzeige noch fast bei 100 Prozent.

Am angenehmsten liest es sich mit „Caecilia“

Wie beim Kindle Touch lässt sich die Leseansicht komfortabel auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Neben acht Zoomstufen stehen sechs Schriftarten (statt bisher drei) sowie drei verschiedene Zeilenabstände bzw. Zeilenbreiten zur Verfügung. Trotz aller Auswahl: Am angenehmsten liest es sich immer noch mit „Caecilia“, dem speziell für das Kindle designten Standard-Font. Der Schriftgrößen-Zoom funktioniert am einfachsten mit einer Zweifinger-Geste, wie man es vom Smartphone oder Tablet her gewohnt ist. Da alle analogen Buttons verschwunden sind, muss man für die übrigen Textfunktionen zunächst mit einem Fingertipp auf die Kopfzeile das Menü einblenden, um dann links unten die Schaltfläche „Aa“ zu aktivieren. Bei manchen Titeln wird zudem die Funktion „X-Ray“ angeboten. Das X-Ray-Menü bietet eine grafische Darstellung der Häufigkeit bestimmter Namen und Begriffe, und führt per Fingertipp zu einer kompletten Liste der jeweiligen Fundstellen im Text. Wer sich an „Ghosting-Effekten“ auf dem Display stört, kann übrigens unter Einstellungen/Seite aktualisieren den Screen-Refresh bei jedem Umblättern aktualisieren.

Textfunktionen & Social-Reading

Besonders bequem funktionieren auf dem Kindle Paperwhite die erweiterten Textfunktionen wie etwa das Markieren einzelner Passagen. Hat man mit dem Finger einen Abschnitt markiert, wird eine Menüauswahl eingeblendet – wahlweise kann man den Text über soziale Netzwerke weiterempfehlen, mit der virtuellen Tastatur eine Notiz hinzufügen oder den Text übersetzen lassen. Einzelne Worte lassen sich per Fingertipp im vorinstallierten Dictionary nachschlagen. Zu den Social-Reading-Features gehört neben den „beliebten Markierungen“, also der Anzeige besonders häufig von Kindle-Nutzern markierter Textstellen auch das Hervorheben von Textstellen bzw. das Anzeigen von Notizen derjenigen Kindle-Anwender, denen man auf kindle.amazon.com folgt. Wer möchte, kann zudem sämtliche Anmerkungen, die zuletzt gelesene Seite wie auch thematische E-Book-Sammlungen auf dem Amazon-Server sichern.

Fazit: Das beste Kindle, das es je gab

Insgesamt bekommt man für 129 Euro im Vergleich zum Vorgängermodell einen echten Mehrwert – denn die Lesequalität hat sich durch höhere Auflösung und Glowlight-Feature noch einmal deutlich verbessert. Als Lesegerät ist das Paperwhite mit Abstand das beste Kindle, das es je gab. Die weggefallenen Audio-Funktionen lassen sich da leicht verschmerzen – zumal Amazon ja mit dem Kindle Fire eine perfekte Multimedia-Plattform anbietet. Trotzdem wird die Entscheidung nicht ganz so leicht fallen: Beim E-Ink-Kontrast und der Reaktionsgeschwindigkeit des berührungsempfindlichen Displays liegt das Kindle Paperwhite schließlich gleichauf mit Kobo Glo und Cybook Odyssey, die nicht ganz zufällig auch zum selben Preis angeboten werden. Wer sich bisher schon dem Amazon-Universum verschrieben hat, kann jedoch mit dem Kindle Paperwhite nichts falsch machen.

Kindle Paperwhite


Display

6 Zoll Touch-Screen E-Ink Display,
1024×768 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN, 3G (optional)

Speicher

2 GB intern

E-Book-Formate

Kindle/mobi, PDF, etc. (kein epub)

Zus. Features

Glowlight-Funktion, Time-to-Read

Preis

129 Euro (WiFi-Version)
189 Euro (Wifi + 3G)

Autor&Copyright: Ansgar Warner

Premiere bei Amazon: Kindle Fire bald in Deutschland, Kindle Paperwhite kommt später


„We love to invent, we love to pioneer“ – so leitete Amazon-Chef Jeff Bezos am 6. September das große Kindle-Event im kalifornischen Santa Monica ein. Die präsentierte Produktpalette vom Kindle Paperwhite bis zum Kindle Fire HD zeigte dann tatsächlich: Amazons Entwicklungsabteilung hat ganze Arbeit geleistet. Die Highlights in Kürze: Das Display des neuen Kindle Paperwhite besitzt XGA-Qualität (1024×768 Pixel) und 25 Prozent mehr Kontrast im Vergleich zu Pearl E-Ink (siehe den ausführlichen E-Book-News-Bericht). Außerdem ermöglichen spezielle LEDs am Displayrand die Lektüre im Dunkeln („Glowlight-Funktion“). In den Handel kommt das Kindle Paperwhite für 119 Dollar, ein Starttermin für Europa steht noch nicht fest. Das bisherige Kindle Basismodell („Tasten-Kindle“) wird dagegen in verschlankter Form in Deutschland ab 12. September für 79 Euro erhältlich sein.

Ein Update wurde zugleich auch dem 7-Zoll-Tablet Kindle Fire verpasst – ein neuer Prozessor sorgt für bis zu 40% mehr Performance. Erstmals wird die Basisversion des Kindle Fire ab 25. Oktober zum Preis von 159 Euro auch in Deutschland verkauft. Gleiches gilt für die 7-Zoll-Version des neuen Amazon Fire HD, das mit höherer Auflösung (1200×800 statt 1024×600 Pixel) und mehr Speicher (16/32 Gigabyte) aufwartet und für 199 bzw. 249 Euro zu haben ist. Noch etwas länger gedulden müssen sich Gadget-Liebhaber, die ein Auge auf die neue 9-Zoll-Version des Kindle-Fire geworfen haben – die High-End Version mit 1920×1200 HD-Display und Hochleistungs-Prozessorgibt’s vorerst nur in den USA (ab 499 Dollar).

Serienreif ist im übrigen auch Amazons neuestes Content-Modell im Bereich E-Books. Nach den erfolgreichen Kindle Singles experimentiert das Unternehmen ab jetzt auch im Bereich der Fortsetzungsromane. Mit „Kindle Serials“ startet nämlich ein Programm, das den Leser regelmäßig mit neuen Folgen versorgt. Acht Autoren konnte Amazon dafür bereits gewinnen, von Dani Amore („The Circuit Rider“) bis Austen Rachlis (“Hacker Mom”). Kostenlos ausprobieren kann man das Serien-Prinzip netterweise mit einer tranchierten Version von Charles Dickens Klassiker “Oliver Twist” sowie den “The Pickwick Papers“ – die beide vor mehr als 100 Jahren ihr Debut ebenfalls als Fortsetzungsroman erlebten.

Abb.: Amazon