Neue Amazon-Pläne: Glowlight-Kindle im Juli, Fire 2 im Herbst?

Was kommt als nächstes? In der Gerüchteküche rund um Amazons neueste Gadgets scheinen sich die Nebelschwaden zu lichten. Nicht ein Kindle Color steht offenbar vor der Tür, sondern ein E-Ink-Kindle mit Glowlight-Feature, und dazu ein größeres Kindle Fire. Das berichtet jedenfalls die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Brancheninsider. Ein Kindle, das mindestens genauso gut im Bett ist wie der neue Nook Simple Touch von Barnes&Noble könnte es demnach bereits im Juli geben. Amazon steht hier tatsächlich unter Zugzwang – denn mit dem Nook im Dunkeln lesen kann man bereits seit April. An der Oberkante des Displays sind dabei acht kleine LED-Lampen integriert, die das Touch-Screen des Readers zum Glimmen bringen, ohne die Akkuleistung übermäßig zu reduzieren.

Kein Kindle Color ante Portas

Das neue Kindle mit GlowLight-Feature soll in einer WiFi- sowie einer 3G-Version auf den Markt kommen. Preislich halten Branchenkenner einen Aufschlag von etwa 10 Dollar zum den bisherigen Kindle-Modellen für wahrscheinlich. Bei Amazons Zulieferer E-Ink Holdings wollte man das Glowlight-Kindle allerdings weder bestätigen noch dementieren. Für eher unwahrscheinlich halten viele Beobachter dagegen einen Kindle-Reader mit farbigem E-Ink-Touch-Screen, wie ihn vor kurzem der taiwanesische Branchenblog DigiTimes angekündigt hat. Die mangelhafte Farbqualität bisheriger Display-Prototypen, wie sie auf verschiedenen Messen zu sehen waren, scheint gegen die baldige Verwendung in Amazon-Geräten zu sprechen, ebenso der hohe Materialpreis.

Kindle Fire jagt Apple Marktanteile ab

Plausibel klingt dagegen die von Reuters ebenfalls in Umlauf gebrachte Vermutung, im Herbst könnte ein neues Kindle Fire das Licht der Welt erblicken. Mit einer vorausgesagten Display-Größe von 8,9 Zoll läge Amazons Android-Tablet der zweiten Generation dabei mit Apples iPad gleichauf. Dieser Schritt dürfte Amazon dabei helfen, Cupertino weitere Marktanteile abzujagen. Alleine im vierten Quartal 2011 hatte Amazon Analysten zufolge zwischen vier und fünf Millionen Kindle Fire verkauft, und könnte den iPad-Absatz dabei um ein bis zwei Millionen Geräte gedrückt haben. Kommt das neue Kindle Fire pünktlich zur nächsten Weihnachtssaison, dürfte man weitere Verkaufsrekorde erwarten.

(via BusinessInsider, Digital Reader & cnet)


Abb.: Barnes&Noble-Werbung

Kindle Color: Farbiges E-Ink-Display noch im Sommer 2012?

Eine neue Generation von Kindle-Readern kündigt sich an: sechs Zoll-Geräte mit farbigem E-Ink-Display. Das Kindle Color soll 4.096 Farben sowie 16 Graustufen (E-Ink-Triton-Standard) darstellen können und in den USA bereits im Sommer 2012 an den Start gehen. Die in Massachusetts beheimatete E-Ink-Corporation hat möglicherweise bereits einen Großauftrag von Amazon erhalten, der ab März 2012 die Lieferung von monatlich 3 Millionen Farb-Displays vorsieht. Das berichtet zumindest der Branchenblog DigiTimes unter Berufung auf die chinesische Tageszeitung Economic Daily. Die alternative Mirasol-Technologie, mit der Amazon einige Zeit geliebäugelt haben soll, wäre damit wohl aus dem Rennen.

Die Ende 2010 zur Serienreife gelangten Displays mit E-Ink-Triton werden bereits in Geräten wie dem Ectaco Jetbook verbaut. Das neun Zoll große Touch-Screen-Gerät ist allerdings relativ teuer und wird vor allem im Bildungsbereich vermarktet. Amazon dürfte das Kindle Color wohl preislich zwischen bisherigen Kindle Modellen und dem Farb-Tablet Kindle Fire ansiedeln. E-Ink-Triton soll ähnlich wie das bisher in Kindle-Readern verbaute Pearl E-Ink im Vergleich zu älteren Versionen für bis zu 20 Prozent schnellere Seitenwechsel sorgen. Mit der Farbdarstellung selbst waren viele Branchenbeobachter bei ersten Präsentationen eher unzufrieden – kritisiert wurde ein „verwaschener“ Eindruck.

Strategisch macht der Schritt zum Farb-Display allerdings durchaus Sinn – das Kindle Color erweitert die bisherige E-Ink-Palette um ein neues High-End-Gerät, nachdem die Preise für die klassischen Modelle stark ins Rutschen gekommen sind. Eine ähnliche Entwicklung steht beim Kindle Fire bevor. Amazon plant nämlich den Marktstart einer 9-Zoll-Variante, die direkt mit dem iPad konkurrieren könnte. Bleibt das Unternehmen im übrigen seiner abgestuften Launch-Politik treu, dürften deutsche Kunden auf die neuen Modelle aber ohnehin noch etwas länger warten müssen. Vielleicht muss aber auch das US-Publikum noch ein Weilchen mit Graustufen vorlieb nehmen. Denn manche Branchenkenner halten es bereits rein logistisch für zweifelhaft, dass Amazon vor 2013 ein Color-Kindle in die Regale bringen kann.

(via DigiTimes & Hexus)

Kindle Color ante portas: Amazon Tablet kommt bis Ende 2011 auf den Markt

Das Kindle bekommt Konkurrenz im eigenen Haus: in der zweiten Jahreshälfte 2011 will Amazon erstmals ein LCD-Tablet mit Touch-Screen auf den Markt bringen, berichten Brancheninsider. Produziert wird Amazons Antwort auf das iPad offenbar beim taiwanesischen Notebook-Hersteller Quanta, ein besonders leuchtstarkes LCD-Display steuert E-Ink Holdings bei (ebenfalls Taiwan). Quanta produziert u.a. bereits das BlackBerry PlayBook. Dem Branchen-Blog DigiTimes zufolge sollen pro Monat bis zu 800.000 Amazon-Tablets ausgeliefert werden, das finanzielle Volumen des Auftrags betrage mehr als 2 Milliarden Euro. Für das bisherige Kindle könnte der Tablet-Start laut DigiTimes eine deutliche Preissenkung bedeuten, um parallel zum Angriff auf das iPad auch im E-Ink-Bereich neue Käuferschichten zu erreichen. Bisher setzte Amazon ausschließlich auf schwarz-weiße E-Ink-Technologie und konnte damit in den USA Millionen von Lesegeräten absetzen. Allerdings hatte Barnes&Noble mit dem Android-Tablet Nook Color deutlich Boden gewinnen können. Der wichtigste Grund für den Strategiewechsel könnten laut DigiTimes aber das Problem darstellen, auf internationalen Märkten mit Tablets wie Apples iPad zu konkurrieren. Der Start eines Amazon-Tablets war bereits seit einiger Zeit erwartet worden – viele Beobachter gehen dabei davon aus, dass es sich um ein sieben Zoll-Android-Gerät handeln wird. Immerhin betreibt Amazon mittlerweile einen eigenen Android-App-Store. Für mobilen Content ist ebenfalls gesorgt, denn der Online-Händler bietet mitterweile neben E-Books auch MP3- und Video-Downloads an.

(via DigiTimes)