Kindle über alles: E-Books bei Amazon.com überholen Paperback plus Hardcover

Amazon hat im April 2011 in den USA mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft – und zwar in allen Kategorien. Die Downloads elektronischer Lektüre via Kindle Reader und Kindle App übertrafen erstmals die gesamte verkaufte Auflage an Paperback und Hardcover-Ausgaben. Der Erfolg des preislich vergünstigten „Special Offer“-Kindles hat das Erreichen dieser Rekordmarke offenbar zusätzlich beschleunigt. Innerhalb weniger Wochen avancierte das durch Werbeeinblendungen quersubventionierte Lesegerät zum Bestseller im Kindle-Fuhrpark.

Peak Print bleibt aus: Wachstum auch bei Papierversionen

Es wird nicht der letzte Rekord aus dem Hause Amazon bleiben – doch prinzipiell ist die aktuelle Meldung nicht mehr zu übertreffen: die Gutenberg-Galaxis wurde endgültig abgehängt, zumindest bei Amerikas größtem Online-Buchhändler. In gewisser Regelmäßigkeit hatte Amazon zwar schon öfter ganz ähnlich klingende Verlautbarungen produziert. Bei bisherigen Rekordnachrichten wurden aber Titel herausgerechnet, die nicht als E-Book lieferbar waren. Interessanterweise geht der finale Kindle Boom dieser Tage nicht mit „Peak Print“ einher. Denn auch die Verkaufszahlen bei gedruckten Büchern wachsen weiter. Passend dazu erreichte die Amazon-Aktie in diesen Wochen mit 200 Dollar ihren historischen Höchststand.

Kindle-Reader bleibt wichtigste Plattform

Wichtigstes Standbein für den E-Book-Boom bleibt der Kindle-Reader – alleine 2010 sollen bis zu 8 Millionen Geräte ausgeliefert worden sein. Amazon selbst gibt natürlich auch weiterhin keine genauen Zahlen heraus. Völlig im Trüben fischen muss man aber nicht. So könnte nach Schätzungen von Analysten bis 2012 die Gerätebasis auf bis zu 20 Millionen Kindles anwachsen. Zwar wächst durch die Kindle-App auch die Zahl der potentiellen Alternativ-Plattformen vom Netbook bis zu Tablets und Smartphones. Am meisten gelesen wird aber immer noch auf dem E-Ink-Display. Während pro Jahr jeder Nutzer durchschnittlich etwa 15 E-Books auf den Kindle-Reader herunterlädt, sollen es bei Kindle Apps nur etwa 2 E-Books sein. Neue Dynamik in dieses Verhältnis zwischen E-Ink und LCD-Screen dürfte dabei das für Ende 2011 erwartet Amazon-Tablet bringen.

Wo bleiben die Rekordmeldungen bei Amazon.de?

Eine wachsende Rolle spielen neben E-Book-Downloads auf dem Kindle übrigens auch die Abos von elektronischen Zeitungen und Zeitschriften. Während Amazon.com mit Kindle-Books nach Analysten-Schätzung in diesem Jahr 2,6 Milliarden Dollar umsetzen wird, sind es bei den „subscriptions“ immerhin schon 730 Millionen Dollar. Die Erfolgsgeschichte des US-Kindle-Stores beginnt sich derweil in Europa zu wiederholen. Nachdem im April 2010 der britische Kindle-Store die Pforten öffnete, werden bei Amazon.co.uk mittlerweile doppelt so viele E-Books wie Hardcover verkauft. Ob es bald auch solche Rekordmeldungen aus Deutschland geben wird? Das dürfte neben den Buchpreisen wohl vor allem von der Zahl der lieferbaren E-Books abhängen. Während bei Amazon.com mittlerweile mehr als 900.000 Titel elektronisch lieferbar sind, bekommt man im deutschen Kindle-Store erst knapp 30.000 Kindle-Books.

Kindle 3 im Reader-Test: Maximaler Kontrast & Content zum minimalen Preis

Mit dem Start des deutschen Kindle-Shops ist Amazons aktueller E-Reader zum Branchenprimus avanciert. Für 119 Euro bietet das Kindle 3 mehr Kontrast und mehr Content als jedes andere Lesegerät auf dem deutschen Markt. Aber auch im Vergleich zu den Vorgängermodellen K1 & K2 ist es ein Hingucker: Das Äußere hat sich deutlich gewandelt, das Kindle ähnelt vom Gewicht und den Maßen her jetzt 6-Zoll-Geräten wie etwa dem Cybook von Bookeen. Alles weitere in unserem ausführlichen Kindle-Testbericht.

Mimikry: Das Kindle-Paket sieht aus wie eine Büchersendung

Das Paket sah auf den ersten Blick aus wie eine Büchersendung – doch ein kleiner Aufkleber mit MAC-Adresse verriet dann doch den Inhalt: Amazons Kindle 3. Öffnet man den schlichten Karton, blickt man gleich auf den E-Reader selbst, der lediglich mit einer Schutzfolie beklebt ist. Auf dem E-Ink-Display ist sogar schon etwas zu lesen – eine Kurzanleitung zum Aufladen und Starten des Lesegerätes. Viel mehr ist im Karton nicht drin. Zum weiteren Lieferumfang gehört nur noch ein USB-Kabel und ein „Quick Start Guide“. Wer das Kindle nicht nur via USB-Anschluss laden möchte, sollte sich beim Kauf also gleich den Steckdosen-Adapter mitbestellen. (Tipp: Zur Zeit lohnt sich das besonders -- denn der Kaufpreis von 9,99 Euro wird von Amazon erstattet, wenn die Bestellung zusammen mit dem Kindle erfolgt.) Für die Basisversion an sich zahlten deutsche Kunden bis Anfang 2011 inklusive Versandkosten und Zollgebühren umgerechnet knapp 150 Euro. Seit dem Start des deutschen Kindle-Shops war das Gerät versandkostenfrei für 139 Euro zu haben, mittlerweile wurde der Preis auf 119 Euro gesenkt. Die Menüführung des „deutschen“ Kindles Keyboard ist -- anders als bei den aktuellen Kindle-Apps -- auch weiterhin auf englisch.

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Weniger ist mehr: Die Ausstattung des Kindle 3 ist überschaubar

Das Basismodell des Kindle 3 mit WLAN-Karte wiegt knapp 240 Gramm und liegt leicht in der Hand. Die Ausstattung ist überschaubar. Unter dem 6-Zoll-Display befindet sich eine QUERTY-Tastatur mit kleinen runden Tasten. Für Sonderzeichen („Symbols“) gibt es eine „SYM“-Taste, zum Verändern von Schriftgröße, Font und Zeilenabstand eine Taste mit der Aufschrift „aA“. Davon abgesetzt sind rechteckige Funktionstasten mit der Bezeichnung „Home“, „Menu“ und „Back“. Wichtig zur Navigation und zum Auswählen von Menupunkten ist der quadratische „5 way Controller“. Links und rechts vom Display sind jeweils zwei längliche Tasten zum Umblättern angebracht. Alle externen Anschlüsse des Kindle 3 befinden sich an der unteren Seitenkante – genauer gesagt eine Kopfhörerbuchse und der Mikro-USB-Port, der auch zum Aufladen des Akkus genutzt wird. Daneben findet sich passenderweise ein Kippschalter zur Laustärkeregelung und der Einschaltknopf. Dreht man das Kindle 3 um, fällt übrigens noch eine Besonderheit auf: es gibt an der oberen rechten und linken Ecke der Rückseite Schallöffnungen für die Lautsprecher.

Mein Kindle, dein Kindle: Automatisch auf den Käufer registriert

Vor der Inbetriebnahme muss auch beim Kindle 3 zunächst der Akku geladen werden – es gilt also, das Ladekabel einzustöpseln. Das Lesegerät quittiert dies mit einer veränderten Bildschirmanzeige, unter dem Amazon-Logo sieht man einen von links nach rechts wachsenden Ladebalken. Außerdem leuchtet neben dem Mikro-USB-Port ein oranges LED-Lämpchen. Ungeduldige dürfen das Kindle theoretisch jetzt schon starten. Wir haben noch gewartet, bis die LED-Lampe auf grün wechselte. Auf dem E-Ink-Screen war bereits eins der Kindle-typischen Coverbilder zu sehen, die entweder Portraits berühmter Schriftsteller zeigen oder historische Buchillustrationen. Darunter steht jeweils die Aufforderung: „Slide and release the power switch to wake“. Tut man das, gelangt man normalerweise dann auf den Home-Bildschirm, auf dem die zuletzt geöffneten E-Books, Zeitungen oder sonstigen Dokumente aufgelistet sind. Neben dem Namen des Titels steht dabei der Name des Autors, bei Presseerzeugnissen das Erscheinungsdatum der zuletzt gekauften Ausgabe. Kommt das Kindle frisch aus der Verpackung, landet man allerdings zunächst im User’s Guide. Dort gibt’s erst einmal einen Überblick der wichtigsten Funktionen. Außerdem erfährt man, warum auf der Statusleiste des Home-Screens der eigene Name prangt („Ansgar’s Kindle“) -- kauft man das Kindle 3 nämlich für sich selbst, ist es bereits mit dem persönlichen Amazon-Account verbunden, eine weitere Registrierung entfällt also.

Stromspar-Modus: Der WiFi-Betrieb kann abgeschaltet werden

Um die Einrichtung des Kindle 3 abzuschließen, fehlt bei der Basisversion dann nur die Verbindung ins WLAN-Netz. Die MAC-Adresse des Kindle 3 findet man über den „Menu-Button“ bei den Einstellungen („Settings“). Kleiner Tipp: Noch einfacher geht’s mit einem Blick auf die Verpackung. Denn an der unteren Kante ist ein Aufkleber angebracht, der ebenfalls die MAC-Nummer verrät. Wählt man bei den Einstellungen den Menupunkt Wi-Fi-Settings aus, bekommt man alle aktiven drahtlosen Netzwerke angezeigt. Um das Kindle 3 mit dem gewünschten Router zu verbinden, braucht man jetzt nur noch das Passwort eingeben. Wenn die Verbindung steht, wird neben einem Wi-Fi-Symbol in der Statusleiste auch die Qualität der Verbindung angezeigt. Ist das Kindle in keinem Netz eingeloggt, fehlt das WiFi-Symbol. Alternativ kann in der Statusleiste allerdings auch das Wort „Off“ stehen. Denn zu den Vorzügen des Kindle 3 gehört es schließlich, das man den WiFi-Modus komplett abschalten kann, um den Akku zu schonen.

Persönliche Bibliothek kommt per Sync-Befehl auf’s Kindle 3

Im Lieferzustand gibt es nur drei Dokumente auf dem Home-Screen – das New Oxford American Dictionary, den Kindle User’s Guide und einen „persönlichen“ Brief von Jeff Bezos, der dem Leser „happy reading“ wünscht. Außerdem empfiehlt Jeff Bezos: „Besuchen Sie den Kindle Store“. Möchte man ein Kindle-E-Book, eine Zeitung oder eine Zeitschrift lesen, führt daran auch kein Weg vorbei. Es sei denn, man hat sich bereits zuvor mit Hilfe der Kindle-App auf Desktop, iPad oder Smartphone mit Lektüre versorgt. Oder man besaß bereits vorher einen Kindle-Reader der ersten oder zweiten Generation. Dann genügt es, auf dem Home-Screen die Menu-Taste zu drücken und „Sync&Check for Items“ auszuwählen. Das Kindle 3 wird dann automatisch mit der persönlichen Bibliothek in der Rechnerwolke synchronisiert.

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Shoppen im deutschen Kindle-Store

Der deutsche Kindle-Store präsentiert sich auf dem E-Ink-Display sehr aufgeräumt. Unter dem Stichwort „Browse“ gibt es die Optionen German Books, English Books, Newspapers und Magazines. Im deutschen Bereich warten mehr als 25.000 Titel, aufgeschlüsselt nach Rubriken wie „Belletristik“, „Biografien & Erinnerungen“, „Business & Karriere“ etc. Geordnet sind die Titel der einzelnen Themenbereiche Amazon-typisch nach dem Bestseller-Ranking. Im englischsprachigen Shop warten sogar mehr als 660.000 Kindle-Books. Unter dem Punkt „Kindle Bestsellers“ findet man jetzt nur noch deutschsprachige Titel, an erster Stelle zur Zeit etwa den Krimi „Verwesung“ von Simon Beckett. Abgeschlossen wird die Startseite des Kindle-Stores mit den Rubriken „Kindle Post“, wohinter sich zukünftig deutschsprachige Amazon-Pressemitteilungen zum Thema E-Reader und E-Books verbergen, sowie E-Book-Empfehlungen, die sich an bisherigen Einkäufen des jeweiligen Nutzers bei Amazon orientieren. Beim Shoppen im Kindle Store muss man nicht unbedingt das Portemonnaie zücken. Denn zum einen gibt’s dort eine große Zahl von kostenlosen Public Domain-Titeln, zum anderen lassen sich von jedem kommerziellen Titel Leseproben herunterladen. Hat man einen Titel ausgewählt, läuft der Download im Hintergrund ab, in der Zwischenzeit kann man weiter den Katalog durchsuchen. Bei deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften sieht es noch etwas mager aus, das Angebot beschränkt sich auf FAZ, ZEIT, NZZ und die Wirtschaftswoche. Einzelne Ausgaben gibt‘s für 0,99 Cent, ein Abo kostet 29,99 Euro pro Monat (nur bei der ZEIT: 4,99 Euro). Kostenlos testen kann man die Gazetten mit einem 14-tägigen Probeabo.

Beeindruckend sind die Möglichkeiten zur Layout-Anpassung

Kein anderes E-Ink-Gerät bietet zur Zeit ein mit dem Kindle 3 vergleichbares Leseerlebnis. Das liegt nicht allein am verbesserten Kontrast, für den das neue Display mit Pearl-E-Ink-Technik verantwortlich zeichnet. Beeindruckend sind auch die Möglichkeiten, das Layout von E-Book-Seiten den persönlichen Bedürfnissen anzupassen. So sind nicht nur verschiedene Schriftgrößen einstellbar, sondern auch der Zeilenabstand („Small, Medium, Large“), Zeilenbreite und Schriftfont („regular, condensed, sans serif“). Zu den nützlichsten Zusatzfunktionen gehört sicherlich das mitgelieferte New Oxford American English Dictionary (die deutschen Kindle-Apps haben dagegen jetzt standardmäßig den Duden eingebaut). Mit den Richtungstasten lassen sich so auf den Seiten von englischen E-Books Worterklärungen aufrufen, sobald man mit dem Cursor ein einzelnes Wort ansteuert. Kurzerklärungen werden am Fuß der Seite eingeblendet, über die Returntaste auf der Kindle-Tastatur gelangt man auf den kompletten Wörterbucheintrag. Dank der Text-to-Speech-Funktion kann man sich englische Texte auch vorlesen lassen. Die Qualität der virtuellen Stimme ist zwar nicht mit einem Hörbuch vergleichbar, gerade für sehgeschädigte Menschen dürfte das Kindle dadurch aber zum E-Reader der Wahl werden. Zumal als Option das Text-to-Speech auch auf die Menuführung ausgedehnt werden kann.

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Experimental-Funktionen: Text-to-Speech & Web-Browser

Die Text-to-Speech-Funktion findet man im Hauptmenu unter dem Punkt „Experimental“. Zu den experimentellen Funktionen des Kindle 3 gehört auch ein Web-Browser. Die ähnlich wie auch Apples Safari auf der Webkit-Engine basierende Anwendung wurde optimiert für das Lesen von Texten. Um diese Möglichkeit zu nutzen muss man den sogenannten „Artikel-Modus“ wählen, der dann respektable Ergebnisse liefert, sei es bei der Web-Präsenz der New York Times, sei es auf taz.de oder bei einer Wikipedia-Recherche. Besonders komfortabel ist das Navigieren auf Webseiten allerdings nicht, bevor man die Artikelansicht erreicht hat, muss man sich zumeist erst in die Seite einzoomen und mühsam mit den Richtungstasten von Link zu Link springen. Sinnvoll ist die ganze Prozedur nur, wenn unterwegs kein anderes Gerät zur Hand ist, etwa das iPad oder ein Smartphone. Vernetzt ist das Lesen auf dem Kindle 3 allerdings auch ohne den Web-Browser. Denn Anmerkungen („Notes“) und Anstreichungen („Highlights“) lassen sich über soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook an die Peer-Group weiterleiten. Die Popular Highlight-Funktion zeigt zudem in Kindle-Books an, wie oft bestimmt Passagen bereits von anderen Lesern markiert wurden.

Kindle 3 als Hörbuch-Plattorm

Lautsprecher und Kopfhörerbuchse des Kindle 3 sind natürlich nicht nur für die synthetische Stimme der Text-to-Speech-Funktion gedacht. Über das USB-Kabel lassen sich wie gewohnt auch MP3s auf das Lesegerät übertragen und abspielen. Neben E-Books wird das Kindle 3 damit auch zur Hörbuch-Plattform. Wer das „deutsche“ Kindle auf Amazon.de kauft bzw. das bisherige Kindle-Account zu Amazon.de transferiert, muss allerdings auf den direkten MP3-Download verzichten. Die erst vor kurzem realisierte Einbindung des Audible-Angebots in den US-Kindle-Store fällt dann nämlich weg. So bleibt nur der Umweg über Desktop und USB-Kabel.

Beim Preis-Leistungsverhältnis ist das Kindle 3 unerreicht

Ingesamt hat Amazon wirklich ganze Arbeit geleistet: das Kindle 3 ist kleiner und leichter, das Umblättern geht schneller, das Lesen auf dem E-Ink-Display ist durch den verbesserten Kontrast angenehmer geworden. Technisch kommt zur Zeit kein anderer W-LAN-Reader an das Kindle 3 heran. Mit dem Start des deutschen Kindle-Stores im April 2011 fällt zudem die bisherige Achillesferse weg: der mangelnde Content. Amazons Angebot an deutschsprachigen E-Book-Titeln (25.000) unterscheidet sich quantitativ wie preislich (Buchpreisbindung!) nun nicht mehr von Mitbewerbern wie Libri oder Thalia. Bei englischsprachigen Titeln (660.000) bietet Amazon sogar weitaus mehr als alle anderen Buchhändler. Lesen kann man Kindle-Books dank Kindle-App zudem auch auf zahlreichen Tablets, Smartphones sowie auf PC- und Mac-Desktop. Nur eben nicht auf anderen E-Ink-Readern -- denn dazu müsste Amazon den Branchenstandard epub unterstützen. Stattdessen setzt das Unternehmen aus strategischen Gründen aber auf ein eigenes E-Book-Format. Sieht man davon ab, bekommt man bei Amazon.de mit dem Kindle 3 vom Preis-Leistungsverhältnis her das beste elektronische Lesegerät weit und breit.

(Beitrag vom 30. August 2010, aktualisiert am 21. April 2011)

Kindle 3 (Amazon.de) Specs


Display

6 Zoll Pearl-E-Ink, 600x800 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

241 Gramm (Basisversion WiFi)

Schnittstellen

USB, WLAN, UMTS (optional)

Interner Speicher

4 Gigabyte, benutzbar: 3 Gigabyte

E-Book-Formate

Kindle-Book, PDF, etc. (kein epub!)

Audio-Features

MP3-Player, 3,5 mm Kopfhörerbuchse, Text-to-Speech

Preis

119 Euro (WLAN)

159 Euro WLAN plus UMTS

Neues Audible-Feature für Kindle 3: Hörbuch-Download direkt auf den Reader

amazon-kindle3-mit-audibleGute Nachricht für alle Kindle 3-Besitzer: Amazon hat das komplette Audible-Programm zum direkten Download verfügbar gemacht. Neben „Books“, „Newspaper“ und „Magazines“ erscheint nun im E-Store-Menü die Rubrik „Audible Audiobooks“. Mindestens solange es noch keinen deutschen Kindle-Store gibt, heißt es allerdings beim Hörbuch-Angebot: english only. Für Kindle-Nutzer in Deutschland werden aktuell knapp 43.000 englischsprachige Audiobook-Titel angeboten, etwa in den Bereichen „Fiction & Literature“, „Children’s Books“ oder „Mysteries & Thriller“. Die Einzelverkaufspreise sind relativ hoch, doch Audible wirbt mit einem Abo, das für 14,95 Dollar pro Monat (etwa 10,62 Euro) zu haben ist, darin ist jeweils ein freier Titel enthalten sowie 30 Prozent Rabatt für weitere Downloads. Im ersten Monat der Mitgliedschaft entfällt die Gebühr. Analog zu den Leseproben von Kindle-E-Books lassen sich via Kindle-Reader auch kostenlose Hörproben herunterladen. Der neue Download-Service funktioniert zur Zeit aber nur mit dem aktuellen Kindle 3. Besitzer älterer Geräte müssen Hörbuch-MP3s auch weiterhin über ihren Laptop/Desktop herunterladen und dann via USB-Kabel auf den Reader übertragen.

Give-Away auf Zeit: Amazon kündigt Ausleih-Funktion für Kindle-E-Books an

kindle-lending-feature-e-book-ausleihe Amazon legt nach: Kopiergeschützte E-Books ausleihen konnten bisher nur Nutzer des Nook-Readers von Barnes&Noble. In Zukunft sollen auch Kindle-User in den Genuss eines solchen Features kommen. Die Nutzungsbedingungen sind allerdings ähnlich rigide wie bei der Konkurrenz: 14 Tage lang kann der Ausleiher das E-Book lesen, während dieser Zeit ist das E-Book für den Besitzer gesperrt. Ob die Ausleih-Funktion überhaupt aktiviert wird, müssen von Fall zu Fall die jeweiligen Verlage entscheiden.

E-Book-Ausleihe mit Hindernissen: Nur einmal, nur 14 Tage

„Later this year, we will be introducing lending for Kindle“: Es war nur eine kurze Mitteilung des Kindle-Teams im offiziellen Kindle-Forum, doch sie machte schnell die Runde. E-Books auf Amazons Kindle-Reader soll man zukünftig ausleihen können. Entsprechend groß war die Freude unter der Nutzergemeinde. Für Nutzer des Nook-Readers von Barnes&Noble besteht diese Möglichkeit über die sogenannte „LendMe“-Funktion schon lange – allerdings mit den selben formalen Grenzen, die nun auch Amazon setzen wird. Mit Hilfe des Digital Rights Managements (DRM) wird nämlich der Ausleih-Vorgang eines Papierbuchs simuliert. Ähnliche E-Book-Verleihmodelle funktionieren bereits in öffentlichen Bibliotheken. Die Nutzung der privaten E-Book-Bibliothek durch Dritte bleibt jedoch vergleichweise stark eingeschränkt. Während einer Periode von zwei Wochen gehen die Nutzungsrechte auf den „Ausleiher“ über, der ursprüngliche Käufer des E-Books kann während dieser Zeit das E-Book nicht lesen. Jedes Buch kann lediglich einmal ausgeliehen werden, ob das Ausleih-Feature überhaupt aktiviert wird, entscheiden ähnlich wie bei der Vorlese-Funktion („Text-to-Speech“) die jeweiligen Rechteinhaber.

E-Books ohne DRM leiht man nicht aus, man gibt sie weiter

Man kann sich über ein solches Ausleih-Feature zunächst einmal freuen, macht es doch die E-Book-Lektüre nicht nur sozialer – viele Nook-Leser nutzen Foren oder Facebook-Gruppen, um das Feature auszunutzen – sondern gibt dem Käufer einen gewissen Mehrwert. Der „Vorteil“ existiert jedoch bei näherer Betrachtung nur innerhalb der rigiden DRM-Logik. E-Books ohne „harten“ Kopierschutz lassen sich schließlich ganz einfach per Mausklick weitergeben – das Konzept der „Ausleihe“ macht bei digitalen Medien, die endlos dupliziert werden können, eigentlich überhaupt keinen Sinn mehr. Zumal die weitgehenden Einschränkungen auch die zur Rechtfertigung des Lending-Features gerne herangezogene Analogie zum gedruckten Buch ad absurdum führen. Ein gedrucktes Buch kann man schließlich so lange ausleihen, wie man will, und auch so oft, wie man will. Wie weit Barnes&Noble und Amazon dem digitalen Zeitgeist hinterherhinken, zeigt der Vergleich mit
iTunes. Eine Kombination aus hartem Kopierschutz und zeitlich begrenzter Ausleihe von Musiktiteln würde vehement gegen die bereits etablierte Kultur des freien Weitergebens und Austauschens verstoßen – und wäre kommerziell wohl eine Katastrophe.

Auch mit DRM gäbe es sinnvolle Ausleih-Modelle

Allerdings wären auch unter den Bedingungen von DRM sinnvolle Möglichkeiten der Ausleihe denkbar. So könnte man die zeitlich begrenzte Weitergabe von E-Books mit der Möglichkeit verknüpfen, dem „Leihgeber“ eine Provision zu zahlen, wenn der Ausleiher nach dem Probelesen den E-Book-Titel kauft. Um die Reichweite bestimmter Titel über das Lending-Feature in kurzer Zeit effektiv zu erhöhen, müsste man allerdings aufhören, die Analogie zum gedruckten Buch zu bemühen. Warum soll man ein E-Book nicht parallel an fünf Freunde ausleihen? Wenn nur einer davon den Titel am Ende erwerben möchte, würde sich solch ein Modell bereits lohnen. Um E-Book-Nutzer wirklich zu häufigen Ausleihe zu motivieren, sollte man zudem eine Sache so schnell wie möglich abschaffen: die Lesesperre während der Verleihphase. Im Zeitalter der mühelosen digitalen Vervielfältigung erscheint es widersinnig, den Multiplikator einer E-Book-Kopie mit einer Art zeitlich befristeten „Exkommunikation“ zu bestrafen.

„Triple Wow, two thumbs up“: Kindle 3 erntet euphorische Testberichte – aber auch Detailkritik

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„Triple Wow, Five Stars. Two Thumbs Up“ – die ersten Kindle 3-Reader haben Tester in den USA deutlich beeindruckt. Nach einigen positiven Hands-On-Berichten kann Amazons neuestes Lesegerät damit nun auch im Dauertest überzeugen. Das Kindle 3 ist kleiner, leichter und zugleich besser ausgestattet als sein Vorgänger – etwa mit kontrastreicherem Display, längerer Akkuleistung und verdoppeltem Speicherplatz. Für besondere Aufmerksamkeit sorgt auch der Preis. Mit 139 $ ist die neue WiFi-Only-Version des Kindle 3 weit und breit der günstigste E-Reader mit Netzzugang. E-Book-News fasst hier die wichtigsten Testergebnisse zusammen.

Das kontrastreiche Display des Kindle 3 überzeugt alle Tester

Das Kindle 3 kommt, für die einen früher, für die anderen etwas später. Gerade hat Amazon neue Lieferdaten bekannt gegeben: Wer vor dem ersten August den Pre-Order-Button gedrückt hat, könnte das Lesegerät schon in der nächsten Woche in den Händen halten. Alle anderen müssen aber wohl noch bis weit in den September warten. Zahlreiche US-Tester haben Amazons neuesten Reader jedoch schon auf Herz und Nieren geprüft. Das auffälligste neue Feature ist natürlich das verbesserte E-Ink-Display mit Pearl-Technologie. Dessen deutlich verbesserte Kontrastleistung konnte man auch schon beim großen Bruder, dem 9-Zoller Kindle DX bewundern, das bereits seit etwa zwei Monaten ausgeliefert wird. Beim Kindle 3 ist die Wirkung auf die Tester vergleichbar: von „a thing of beauty“ spricht ireaderreview, Stephen Windwalker von Kindle Nation meint sogar, „nachdem ich eine Weile auf dem Kindle 3 gelesen haben, wundere ich mich, warum ich mich so selten über den schlechten Kontrast auf dem Kindle 2 beschwert habe.“

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Mehr Platz für Text: Kindle 3-Display mit neuem Layout

Ähnlich wie beim DX trägt allerdings auch das schwarze Gehäuse (laut Amazon: „Graphite“) zum Kontrasterlebnis bei. Die Tester von ireaderreview machen auf eine weitere „Sehenswürdigkeit“ aufmerksam. Der verfügbare Platz auf dem 6 Zoll großen Display wird beim Kindle 3 weitaus besser ausgenutzt: „Die Kopfleiste ist verschwunden, die Laufleiste befindet sich jetzt am Seitenfuß, und auch der Abstand zwischen der letzten Zeile und der Laufleiste wurde verkleinert. So passen nun bei Fontgröße 4 statt 15 Textzeilen bis zu 19 Textzeilen auf das Display.“ Wie bereits Melissa J. Perenson (PC World) bei ihrem ersten Hands-On-Report bemerkt hatte, kann der Leser jetzt zudem noch stärken Einfluss auf das Schriftbild nehmen: „Man kann endlich auch den Zeilenabstand wählen (small, medium, and large), und auch die Schrifttype (regular, condensed, sans serif)“. Positiv fiel in den Testberichten zudem der schnellere Page-Refresh auf, die gefühlte Reaktionszeit nach dem Drücken des Umblätterknopfes scheint sich deutlich verringert zu haben. Für viele Nutzer war die Trägheit der E-Ink-Displays bisher ja tatsächlich gewöhnungsbedürftig. David Carnoy von CNET weist darauf hin, dass man zwar vom Hoch- ins Querformat wechseln kann, diese Funktion allerdings nur über das Menu erreichbar ist. Im Gegensatz dazu sei die automatische Seitenausrichtung beim Kindle DX Standard, genauso wie beim iPad. Doch wenn man auch auf Tasten drücken muss beim Kindle 3 – Ergonomie und Geräuschentwicklung beim Tastenanschlag, so Carnoy, sei von Amazon spürbar optimiert worden. Dan Costa von PCMag betont zudem, Amazon habe erfreulicherweise den etwas schwer zu bedienenden Track-Point gegen einen leichtgängigen Richtungsknopf ausgewechselt.

Drahtlos glücklich: Die WiFi-Only-Version glänzt mit langer Akkuleistung

kindle3-e-reader-testberichte-roundup-reviewWas schon bei den Hands-On-Berichten auffiel, war natürlich auch die schlankere Form und das veränderte Gewicht. „Bei lächerlichen 241 Gramm in der WiFi-Version gibt’s keine Ermüdungserscheinungen im Arm, das Kindle 3 ist sogar leichter als viele Paperbacks“, so etwa Marc Chacksfield vom britischen TechRadar. Die 3G-Ausführung ist allerdings auch nur 6 Gramm schwerer. Ob man sich die UMTS-Version für 189 $ leistet oder zur WiFi-Only-Version für 139 $ greift, ist keine reine Preis- oder Geschmacksfrage. „Mit aktivierter Wireless-Funktion hält der Akku für zehn Tage, bei der WiFi-Only-Version sogar bis zu drei Wochen“, berichtet ireaderreview im ausführlichen Testbericht. Das liege auch daran, dass man beim teureren Modell keine Option hat, die UMTS-Verbindung abzuschalten und nur auf das drahtlose LAN zuzugreifen. Auch die Bandbreite dürfte übrigens ein Argument für WiFi only sein – „WiFi ist deutlich schneller als UMTS, so dass man schneller browsen und shoppen kann, und letztlich auch mehr Zeit zum Lesen hat“, so ireaderreview. Der verbesserte Browser macht dabei den Besuch der Amazon-Homepage viel komfortabler. Das gefiel besonders Stephen Windwalker (Kindle Nation): „Es ist viel einfacher geworden, auf den Amazon-Seiten eine Bestellung aufzugeben, Einstellungen auf der ‚Manage Your Kindle‘-Page zu ändern, oder überhaupt Texte auf den Seiten zu lesen. Langsam erfüllt Amazon das Versprechen, den Kindle-Reader zum wichtigsten Shopping-Portal des Unternehmens zu machen.“ Lob fand auch der spezielle „Artikel“-Modus des auf der Webkit-Engine basierenden Kindle-Browsers, mit dem sich die Ansicht einer Website auf die Textspalten begrenzen lässt, während Sidebars und anderes Bling-Bling ausgeblendet werden. Windwalker vergleicht den „Artikel-Modus“ mit Instapaper, schränkt aber ein: „Instapaper bleibt ungeschlagen in seiner Leistungsfähigkeit, Web-Content zu einem Digest zusammenzustellen, der sich dann in gut lesbarer Form auf das Display des Kindle-Readers bringen lässt.“

Kindle 3 als direkte Download-Plattform für Audible-Hörbücher

Erweiterte Multimedia-Funktionen wie auf dem iPad bringt das Kindle nicht mit. E-Ink ist immer noch schwarz-weiß, und ein Touchscreen hat Amazon der dritten Generation seines Readers auch nicht spendiert. Doch das Kindle ist zumindest nicht stumm. Schon bisher gab es auf Amazons Lesegeräten nicht nur die Text-to-Speech-Funktion, sondern auch die Möglichkeit, Musik, Podcasts oder Audiobooks zu hören. Der Kindle 3 ist nun zu einer Download-Plattform für Hörbücher von Audible avanciert. „Der Gebrauchsanleitung des neuen Kindle 3 zufolge kann man Hörbücher von Audible via Amazon kaufen und sie über die WiFi-Verbindung direkt auf den Reader laden“, so Stephen Windwalker. Ab September wird es im Kindle Store dafür offenbar eine eigene Rubrik geben. Wie ireaderreview bemerkt, ist das Kindle 3 zudem auch nicht taub: „Es gibt ein eingebautes Mikrofon, was Tür und Tor öffnet für Sprachsteuerung und freihändiges Lesen.“ Windwalker zufolge dürfte die Sprachsteuerung in Verbindung mit Text-to-Speech vor allem sehbehinderten Nutzern helfen. „Die sprachgesteuerte Text-to-Speech-Funktion erlaubt das Navigieren durch Menu-Optionen und Verzeichnisse, ohne das man dafür das Display lesen muss.“

Im Vergleich zum Nook sehen die Tester einige Usability-Mängel

Trotz aller Lobeshymnen gab es jedoch auch Kritik am neuen Kindle 3. Viele Tester waren etwa mit der Unterstützung des PDF-Formats noch nicht ganz zufrieden. Dan Costa von PCMag spricht bei der Formatfrage sogar von der Achilles-Ferse des Kindle-Reader. Bis auf weiteres setzt Amazon bekanntlich auf ein eigenes E-Book-Format. Das verhindert nicht nur das Shoppen außerhalb des Kindle-Stores. Die Ausleihe aus digitalen öffentlichen Bibliotheken fällt mangels Unterstützung des Brachenstandards epub natürlich ebenfalls flach. Nach Meinung vieler Tester fällt darum das Kindle 3 im Vergleich zum Nook von Barnes&Noble in punkto Usability doch etwas ab. Außerdem gibt es, wie ireaderreview kritisiert, im Gegensatz zum Nook beim Kindle keine Ausleih-(„LendMe“-)Funktion, mit der Leser E-Books untereinander für begrenzte Zeit austauschen können. (Stephen Windwalker allerdings lobt im Vergleich zu Apples iTunes die besseren Synchronisierungsfunktionen zwischen verschiednen Kindle-Geräten wie auch den Kindle-Apps auf Desktops, Tablets und Mobiles.) Weitere Negativpunkte betreffen die technische Ausstattung. Ähnlich wie bei mobilen Apple-Gadgets lässt sich etwa auch beim Kindle der Akku nicht selbst austauschen. Vermisst wird zudem ein Einschub für externe SD-Karten. „Auch wenn der Kindle 3 mit 4 Gigabyte jetzt doppelt so viel internen Speicher besitzt, wäre etwas mehr Flexibilität für viele Leute sicher wünschenswert“, so ireaderreview. Das Hauptproblem des bisherigen Kindle-Ökosystems betrifft US-Leser kaum – es gibt vor allem englischsprachige E-Books bei Amazon, und außer der neuen UK-Version bisher auch keinen weiteren nationalen Kindle-Store. Die von allen US-Testern einstimmig geäußerte Kaufempfehlung für Amazons Kindle 3 dürfte daher gerade für deutsche Kunden bis auf weiteres nur mit Einschränkung gelten.

Die wichtigsten Reviews im Überblick:



1. Dan Costa, PCMag:

„The latest edition’s improvements aren’t revolutionary, but the Amazon Kindle remains the best dedicated ebook reader on the market.“

2. David Carnoy, CNET

„The third-generation Kindle’s winning combination of noteworthy upgrades–an improved screen, better battery life, lighter weight, and lower price–vaults it to the top of the e-book reader category.“

3. Stephen Windwalker, Kindle Nation

„This Kindle 3 is a Triple Wow. Five Stars. Two Thumbs Up. And, because Amazon stays true to its core vision of catalog, convenience and connectivity for the Kindle, it is by far the best ebook reader ever made.“

4. ireaderreview

„The 1-sentence review would be – If you love to read, or want to read more, then the Kindle 3 is absolutely perfect unless you need support for library books.“