Lesen, surfen, chatten: „SCHAU HIN!“ gibt Social Media Tipps für Eltern

handyfreie-zeiten-vereinbarenEgal, wie lange man bremst — irgendwann haben die Sprösslinge ein Handy in der Hand, das nicht von Toys“R“us stammt. Face the Facts: ab einem Alter von 12 Jahren verbringen Kinder heute im Durchschnitt mehr Zeit mit Smartphones als mit Büchern. Das sagt uns die aktuelle KIM-Studie. In Zahlen: sind es noch 23 Minuten App & Co. versus 25 Minuten Papier bei den 10-11-Jährigen, widmen die 12 – 13jährigen dem Touchscreen schon 34 Minuten täglich. Wobei Mädchen tendenziell eher noch mehr, Jungs tendenziell eher noch weniger lesen.

„Mit den Kindern klare Regeln vereinbaren“

Für Eltern heißt das: sie müssen sich nicht nur damit auseinandersetzen, welche Inhalte mit dem Smartphone oder Tablet konsumiert werden, sondern auch damit, wie die Kinder kommunizieren. Denn ein wichtiger Teil der mobilen Online-Zeit wird auch von Jüngeren mit Chat-Apps verbracht. Laut AGBs sind Whatsapp und andere Messenger-Dienste erst ab 13 Jahren erlaubt, doch die Anbieter kontrollieren das kaum. Erziehungsberechtigte sollten deswegen selbst aktiv werden, rät Kristin Langer, Mediencoach der Initiative SCHAU HIN!: „Es ist wichtig, dass Eltern sich vorab über die App informieren, sie zusammen mit dem Kind einrichten, Nutzungsregeln vereinbaren und im Gespräch bleiben, mit wem das Kind Kontakt hält“.

Sichere Whatsapp Alternativen: Threema & Seitenstark

Auch der Download und die Installation solcher Apps müsste bei Smartphone-Einsteigern Elternsache sein, meinen die SCHAU HIN!-Experten. Man solle vorher genau prüfen, welche Daten wie genutzt werden — nützliche Infos über die Apps finden Eltern etwa via schau-hin.info oder handysektor.de. Eine noch viel bessere Idee: Die Großen können den Kleinen auch Alternativen wie Threema vorschlagen, die laut Stiftung Warentest besser beim Datenschutz abschneiden. Gerade für Kinder geeignet sei auch die Seitenstark-Chat-App, die als besonderen Vorteil moderierte Chats bietet.

Handyfreie Zeiten: „Always on“ ist keine Option

Doch egal welche App es nun wird: Wie bei sich selbst sollten die Eltern auch bei den Social Media-Aktivitäten ihrer Kindern auf ausreichende Privacy-Einstellungen achten — so sei es wichtig, die Anzeige von Infos über die Person, zu Standort oder Online-Status genau abzuwägen und wenn überhaupt nur den eigenen Kontakten zugänglich zu machen (weitere Infos zu Sicherheitseinstellungen unter schau-hin.info/sicherheit). Außerdem mahnen die Schau Hin!-Experten an: „always on“ sei keine Option. Am besten vereinbare man „handyfreie“ Zeiten. Beim Essen, bei den Hausaufgaben oder vor dem Schlafengehen können die Mobilgeräte zum Beispiel in den Flugzeugmodus gehen, und während des Schlafens ganz abgeschaltet werden. Damit das wirklich funktioniert, sollte diese Regel auch für die Eltern gelten…

Abb.: Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“

(via boersenblatt.net & schau-hin.info)

Jedes zweite Kind lauscht Hörspielen bereits via Smartphone & Tablet

audible-statistikKinder lieben Hörbücher und Hörspiele, daran hat auch die Digitalisierung wenig geändert. Acht von zehn Kindern lauschen gerne solchen Geschichten, unter den drei bis achtjährigen sogar 91 Prozent. Allerdings: Hörbuch per Kassette oder Schallplatte, das war einmal. Selbst die CD ist im Kinderzimmer offenbar längst ein Auslaufmodell: fast jedes zweite Kind hört bereits Hörspiele, die von den Eltern via Smartphone oder Tablet aus dem Internet heruntergeladen wurden. Immer öfter auch bei Audible, der Hörspieltochter von Amazon, der wir diese und weitere aktuelle Zahlen zu den Hörgewohnheiten der Jüngsten verdanken.

Auszeit: Die meisten Kids lauschen allein

Interessant finde ich auch: Neun von zehn Kindern tippen selbst aufs Display der elterlichen Gadgets, um die Lauschüre abzuspielen, selbst bei den ganz Kleinen unter sechs Jahren machen das schon mehr als zwei Drittel so. In den meisten Fällen konsumieren die Kids dann ihre Tonkonserven alleine — und das die Hörspiele und Hörbücher auch bei Eltern so hoch im Kurs stehen, hat mit dieser Tatsache wohl sehr viel zu tun: für die gestressten Erziehungsberechtigten bedeuten sie eine willkommene Auszeit.

Fördermaßnahme für Kreativität & Konzentration

Allerdings halten die Eltern das akustische Storytelling auch für pädagogisch wertvoll: die Mehrheit unter ihnen meint, so würden Kreativität und Fantasie angeregt, die sprachliche Entwicklung gefördert und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Als Download sind die Hörspiele und Hörbücher bei Bedarf blitzschnell verfügbar, auch unterwegs — das trägt zu ihrer Beliebtheit ebenfalls bei.

Audible produziert Hörspiele auch selbst

Bei Audible spürt man stark steigende Nachfrage, die Zahl der heruntergeladenen Kinder- und Jugendhörbücher hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. Als Reaktion darauf bietet Audible nun auch selbst produzierte Hörspielreihen an: „Das geheimnisvolle Kochbuch“ sowie „Gortimer Gibbon“.

Abb.: obs/Audible GmbH