KidsVerbraucher-Analyse 2014: Kinder lesen weniger – trotz elterlicher Medien-Kontrolle

Geht man allein vom Lebensalter aus, sind Kinder- und Jugendliche in Sachen Technik Very Early Adopter. Bei der konkreten Mediennutzung verhalten sie sich aber etwas konservativer als die Twenty-Somethings – das zeigt die aktuelle „KidsVerbraucherAnalyse“ (KidsVA) des Egmont Ehapa Verlags. Immerhin noch drei Viertel der 6 bis 13 Jährigen (77 Prozent) schmökern in ihrer Freizeit mindestens einmal pro Woche in einem Buch, fast ebensoviele (74 Prozent) blättern in einer Zeitschrift. Im Vergleich zu 2013 bedeutet das einen Rückgang von 4 bzw. 8 Prozent. Nur 14 Prozent haben für die Lektüre zumindest gelegentlich auch schon einen E-Reader, ein Tablet oder einen PC dafür genutzt. Dabei zeigen die Kids in punkto Heft-Konsum Markenbewusstsein – ganz vorne in ihrer Gunst stehen „Micky Maus“, „GEOlino“ und „Wendy“.

„Kinder lieben Printmedien“ – doch wie lange noch?

Die KidsVerbraucher-Studie kann aufgrund von ergänzenden Interviews mit Eltern von Vorschulkindern auch einiges dazu sagen, wie Kinder heutzutage ihre Lesekarriere beginnen: schon 80 Prozent der 4 bis 5-Jährigen schauen einmal in der Woche in ein Buch oder bekommen es von den Erziehungsberechtigten vorgelesen. Beliebt sind bereits bei den ganz Kleinen die bunten Kindermagazine aus Papier – zwei Drittel der Kinder greifen zu Gazetten wie „Benjamin Blümchen“, „Winnie Puh“ oder „Prinzessin Lillifee“.

„Kinder lieben Printmedien“, macht sich Jan Puhlmann, Leider Media & Sales bei Egmont Ehapa Media angesichts solcher Zahlen Mut für die Zukunft. Denn die Digitalisierung macht natürlich auch vor dem Kinderzimmer nicht halt – so verfügen satte 82 Prozent der 6 bis 13jährigen bereits über „Computererfahrung“, bei den Vorschulkindern jedes fünfte Kind. In vielen Fällen werden aber statt eigenen Geräten das Tablet oder der PC der Eltern genutzt. Die Hälfte der 6 bis 9jährigen ist im Web unterwegs, bei den 10 bis 13jährigen sind es schon 90 Prozent.

Jedes vierte Kind besitzt ein Smartphone

Der wichtigste Trend dabei sorgt für wachsende Unabhängigkeit: mobiles Internet via Smartphone. Immerhin schon ein Viertel der Kids hat ein schlaues Mobiltelefon, ein weiteres Viertel normale Handys, so das jedes zweite Kind mobil erreichbar ist. Als wichtigste Bremse wirkt dagegen die konservativ-medienkritische Haltung vieler Eltern – deren Sorge vor den Gefahren vor den Gefahren des Internets verhindere „insbesondere bei den Jüngeren eine deutliche Zunahme der Nutzer sowie eine rasche Verbreitung mobiler Geräte“, so Studienleiter Ralf Bauer, Leiter Markt- und Mediaforschung bei Egmont Ehapa. Die Zahl der Eltern, die feste Regeln aufstellt, hat sogar leicht zugenommen.

Besonders verlockend für die Sprösslinge sind die vielfältigen digitalen Spielemöglichkeiten – entsprechende Apps auf Smartphone oder Tablet ergänzen den bestehenden Fuhrpark aus Konsolenspielen und Handhelds im Kinderzimmer. Das könnte in Zukunft dazu führen, dass die Kids ihr durchschnittliches Taschengeld von 27,50 Euro pro Monat stärker in diese Kanäle lenken statt in Printprodukte – die rückläufige Lesequote scheint bereits jetzt für einen solchen Trend zu sprechen.

Abb.: Ausschnitt aus einer Atari-Werbung um 1980, Flickr/Jamie (cc-by-2.0)