Spenden Sie jetzt für die Roboter-Version von Huckleberry Finn

robotic-version-huck-finn„Freunde, Roboter, Public Domain-Fans: schreiben wir eine neue Version von Huck Finn“, fordern die US-Comedians Gabriel Diani und Etta Devine. Die parallel als E-Book- und Print-Fassung geplante „Robotic Edition“ dreht sich um das in den USA verpönte „N-Word“ für Schwarze. In der Fortsetzung von Tom Sawyer kommt es mehr als 200 mal vor. Man kann es natürlich einfach durch „Sklave“ ersetzen. Doch wird das Twain gerecht? Wie wäre es stattdessen mit „Robots“?

Das „N-Wort“ macht Probleme

„The difference between the almost right word and the right word is really a large matter“, pflegte Mark Twain zu sagen. Das wusste wohl auch niemand besser als der Erfinder von Tom Sawyer & Huckleberry Finn. Denn dank zahlreicher Kraftausdrücke und Alltagsfloskeln wanderten die Abenteuer der jugendlichen Helden zunächst einmal auf den Index. Erfolgreich sind die „Abenteuer von Tom Sawyer & Huckleberry Finn“ aber bis heute gerade wegen ihrer lebendigen Sprache. Wäre da bloß nicht das „N-Wort“ – auch in vielen deutschen Übersetzungen wird der Sklave Jim als „Nigger“ oder „Niggerjunge“ bezeichnet. In den USA ist dieser Begriff mittlerweile so verpönt, dass in einer aktuellen Ausgabe von „Huckleberry Finn“ die mehr als 200 Erwähnungen des „N-Words“ in „slave“ geändert wurden. Daneben ersetzte man das umgangssprachliche Wort „injun“ in das offizielle „indian“.

Warum Roboter, und nicht Vampire?

Allerdings ging es Twain ja gerade darum, den alltäglichen Rassismus in all seinen Schattierungen zu zeichnen, inklusive der „N-“ und „I-„Worte. Grund genug für die beiden US-Comedians Gabriel Diani und Etta Devine, eine andere Vorgehensweise vorzuschlagen – sie wollen eine Ausgabe produzieren, die an Stelle des N-Wortes „Robots“ treten lässt. Geplant ist neben einer E-Book-Version auch eine Print-Fassung. Doch warum Roboter, und nicht etwa Vampire? Ganz einfach:

„Robots have a long history in literature and popular culture of being used as a metaphor for slavery and oppression. Replacing the black characters with robots in the book will maintain the integrity of MOST of Mark Twain’s themes.“

Außerdem seien Roboter eben gerade „in“, geben Diani & Devine augenzwinkernd zu verstehen – Blockbuster wie „Transformers“ hätten hunderte Millionen Dollar eingespielt – ganz im Gegensatz zur Verfilmung von Huckleberry Finn.

Auch die Illustrationen werden geändert

Um ihren Ansatz zu betonen, sollen auch möglichst viele Original-Illustrationen geändert werden – der menschliche Jim wird durch einen Blechkameraden ersetzt. Finanziert wird die populärkulturelle Guerilla-Aktion mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“. Für die einfache Printausgabe mit Robots wären 6000 Dollar nötig – doch mittlerweile sind bereits mehr als 16000 Dollar zusammengekommen. Es wird also wohl auf eine etwas luxuriösere Fassung hinauslaufen, vielleicht sogar mit Vorwort eines prominenten Black History- Profs. Spendet man mehr als 25 Dollar, bekommt man die Papierversion obendrein. Ab 50 Dollar gibt’s zusätzlich sogar eine „Robot Jim“-Figur für’s Regal.

Endspurt bei Newsgrape: „Youtube für Texte“ ist bereits zu zwei Dritteln finanziert

kickstarter-newsgrape-crowdfundingNoch neun Tage bleiben den Machern von Newsgrape, um das notwendige Geld zum Start ihrer ambitionierten Internet-Plattform aufzutreiben – doch die Chancen stehen gut. Über den Crowdfunding-Service „Kickstarter“ haben 95 SpenderInnen inzwischen bereits 8472 Dollar vorgestreckt, und damit 67 Prozent der insgesamt notwendigen 12.500 Dollar abgedeckt. Auch E-Book-News ist mit einer Einlage von 100 Dollar mit dabei.

Bereits im Frühjahr könnte Newsgrape starten

Wie bei Kickstarter üblich, geht es dabei um sogenannte „Kreditkarten-Autorisierungen“, der Mindestbetrag liegt bei 1 Dollar. Tatsächlich eingezogen wird das Geld nur dann, wenn die Mindestsumme zusammenkommt. Stichtag ist der 16. Januar. Wenn alles klappt, könnte die Beta-Version des anvisierten „Youtubes für Texte“ dann im Frühjahr an den Start gehen. Ein einfaches Interface soll das Erstellen, Teilen und Durchsuchen von Artikeln und Beiträgen ermöglichen (E-Book-News berichtete). Zu den Grundprinzipien von Newsgrape gehört die Monetarisierung über automatisch generierte Anzeigen und Affiliate-Links – bis zu 75 Prozent der Werbeeinnahmen sollen zukünftig an die Autoren fließen.

Mikropayment plus Social Media macht’s möglich

Mussten Startups früher auf die Suche nach institutionellen Investoren gehen – Banken, Investment-Fonds oder individuelle Venture-Kapitalgeber – eröffnet die Kombination von Mikropayment und Social Media mittlerweile eine ganz andere Option: via Internet wird nicht nur die Weisheit der Masse angezapft, sondern auch das Portemonnaie. Die Motivation ist allerdings ganz anders als bei rein kommerziellen Projekten – damit Crowdfunding funktioniert, muss man nicht nur den Kopf, sondern auch die Herzen der Menschen gewinnen, ihnen etwas nützliches, interessantes oder schönes anbieten. In den USA schafften es die Aktivisten des „Diaspora-Projektes“ etwa, via Kickstarter 200.000 Dollar für ihre geplante Facebook-Alternative zu sammeln.

Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte in Deutschland

In Deutschland geht es da noch vergleichsweise gemächlich zu. Der Hörspielverlag Argon sammelte im Jahr 2010 über die Crowdfunding-Plattform sellyourrights.com Geld für eine CC-lizensierte Hörbuchversion des Cory Doctorow-Romans „Little Brother“. Dabei ging es um die überschaubare Summe von 9000 Euro. Während dieses Projekt knapp scheiterte, brachen die Unterstützer des Berliner „Bar 25“-Projekts vor wenigen Tagen in Jubel aus. In zwei Monaten hatten sie über inkubato.com 25.000 Euro gesammelt. Geld, das in die Produktion eines „historischen“ Dokumentarfilms fließen soll – denn die beliebte Independent-Location „Bar 25“ am innerstädtischen Spreeufer musste inzwischen einem Großprojekt weichen. Ganz so viele Fans wie der Szene-Ort in Berlin-Mitte hat Newsgrape noch nicht, doch dafür gab es vor einigen Tagen individuelles Feedback: in einem Youtube-Song wurde allen bisherigen Crowdfundern schon mal persönlich gedankt.

„Online-Texting neu erfinden“: Schafft Newsgrape das Youtube für Buchstaben?

Nichts weniger als mediale Weltgeschichte schreiben will das deutsch-österreichische Startup „Newsgrape“: auf einer Youtube-ähnlichen Plattform sollen Autoren & Leser in neuer Form zusammenfinden – egal ob Journalisten, Blogger oder Slam-Poeten. Ein einfaches Interface ermöglicht das Erstellen, Teilen und Durchsuchen von Artikeln und Beiträgen. Ob Newsgrape wirklich kommt, hängt von der Web-Community ab: auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammeln die Macher bis Mitte Januar Spenden ein – benötigt werden mindestens 12.500 Dollar.

Das Youtube für Texte – made in Germany, bzw. Austria

Felix Häusler und Leo Fasbender haben einen anspruchsvollen Plan: „Wir wollen Online-Texting neu erfinden“. Reportagen und Essays, Kochrezepte, Gedichte oder Gedankensplitter sollen auf Newsgrape.com ihren Platz finden. Noch ist unter der Webadresse nicht viel zu sehen. Doch wenn alles klappt, versprechen die beiden studentischen Startup-Unternehmer für das Jahr 2011 nichts weniger als das Youtube für Texte: „Newsgrape revolutioniert die Art und Weise, wie Texte im globalen Rahmen gelesen und geteilt werden“, heißt es in der Projektbeschreibung auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Bei der Umsetzung ihres ambitionierten Projektes setzt das deutsch-österreichische Team von Newsgrape nämlich auf Spenden aus der Web-Community.

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11.000 Zeilen Code: Newsgrape Alpha 1.0 existiert schon

Benötigt werden mindestens 12.500 Dollar – bis zum 16. Januar können Unterstützer via Kreditkarten-Autorisierung Beiträge zur Verfügung stellen. Tatsächlich eingezogen wird das Geld nur dann, wenn die Mindestsumme zusammenkommt. Die Entwickler der Facebook-Alternative „Diaspora“ bekamen auf diesem Wege unlängst sogar 200.000 Dollar zusammen – geplant war lediglich die Hälfte davon. Ausgeben wollen die Newsgrape-Macher ihr vergleichsweise bescheidenes Startkapital vor allem für Web-Server und für die Weiterentwicklung der Software. Das Grundgerüst steht nämlich bereits. Mehr als 5000 Arbeitstunden hat das Team seit Anfang des Jahres in die Entwicklung von Newsgrape Alpha 1.0 gesteckt. Der Anspruch ist zwar global, zunächst stehen für den Launch jedoch zwei Länder im Vordergrund: Deutschland und Großbritannien. Allerdings existiert auch ein Plan B – kommen mehr als 50.000 Euro zusammen, sind auch die USA im Fadenkreuz.

Was Newsgrape den Lesern bringt

E-Publishing-Plattformen gibt es natürlich schon en masse – von E-Book-Communities bis hin zu Blogger-Netzwerken. Um sich vom Rest des Webs unterscheiden zu können, setzen die Macher von Newsgrape auf doppelte Nutzenmaximierung – sowohl für Leser wie auch Content-Produzenten. Über ein benutzerfreundlich gestaltetes Interface namens „E-Go“ werden die Inhalte organisiert: „Im sogenannten E-Go kann sich jeder User seine eigene Lieblings-Zeitschrift zusammenstellen: Auf dieser Seite werden ausschließlich die abonnierten Autoren und Magazine angezeigt“, heißt es auf der Projekt-Homepage. Was im „E-Go“ an prominenter Stelle angezeigt wird, entscheidet eine Art Content-Filter – einen wichtigen Einfluss für die Beurteilung der Qualität haben dabei die Bewertungen durch die Leserschaft insgesamt. Verschiedene Charts, Kategorien, Genres und Tags erleichtern die Suche nach dem richtigen Inhalt. Zusätzlich soll man auch externe RSS-Feeds importieren können.

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Was Newsgrape den Autoren bringt

Autoren werden auf Newsgrape ihre Inhalte einzeln oder auch gebündelt einstellen können. Ein spezielles Feature ist nämlich das kollaborative Schreiben: „Auf Newsgrape haben User die Möglichkeit, sich mit anderen Autoren zusammenzuschließen und ein eigenes ‚Magazin‘ zu gründen. Sie veröffentlichen ihre Texte damit unter einem gemeinsamen Banner und profitieren so von steigenden Leserzahlen und Abonnenten.“ Und steigern zugleich auch ihren Profit – denn zu den Grundprinzipien von Newsgrape gehört die Monetarisierung über automatisch generierte Anzeigen und Affiliate-Links – bis zu 75 Prozent der Werbeeinnahmen sollen zukünftig an die Autoren fließen. Für Zeitungs-Verlage dürfte das Youtube für Texte aber auch von Interesses sein – über ein spezielles Partnerprogramm landen ihre Kurzfassungen und Teaser ihrer Artikel und Beiträge nämlich ebenfalls im Newsgrape-Universum.

Kickstart gelungen: Ein Drittel des Startkapitals ist bereits da

Damit Newgrape sich für die Contentproduzenten wirklich lohnt, müsste es natürlich nach dem Start möglichst rasch ein Millionenpublikum anlocken – und vorher schon mal genügend Spender überzeugen, via Kickstarter eine Handvoll Dollars vorzustrecken. Dabei helfen dürfte nicht nur das professionelle Seiten-Layout, das erste Screenshots vermitteln, sondern auch das sehr gut gemachte Promotion-Video, in dem neben Häusler und Fasbender ebenso Chef-Entwickler Gabor Guzmics zu Wort kommt. Außerdem haben sich die Deutschen ja mittlerweile – siehe etwa Flattr – als begeisterte Crowdfunder erwiesen. Das scheint auch Newsgrape zusätzlichen Auftrieb zu geben, denn bereits eine Woche nachdem Kickstarter für das Projekt grünes Licht gegeben hat, ist bereits ein Viertel der benötigten Summe zusammengekommen.