Japanischer E-Book-Anbieter Media Do plant automatische Übersetzung von Sachbuchtiteln ins Englische

mediado-will-ebooks-via-ai-uebersetzenStimmt es, dass der japanische E-Book-Distributor Media Do ein AI-basiertes Tool entwickeln lässt, um japanische Titel automatisch ins Englische zu übersetzen, zwecks weltweiter Vermarktung? Im Prinzip schon. Richtig ist nämlich, dass der japanische Buchmarkt schrumpft, und Media Do — schon seit 2006 als E-Book-Distributor unterwegs — nach neuen Marketing-Strategien sucht. Eine davon: bessere Produkt- bzw. Klappentexte, um Leser neugierig zu machen. Zu diesem Zweck hat Media Do eine Milliarde Yen (etwa 10 Mio. Euro) in eine Kooperation mit zwei Künstliche-Intelligenz-Startups namens Internet Research Institute und A.I. Squared gesteckt.

Stufe 1: Automatische Abstracts, automatisch übersetzt

Zu deren Spezialgebieten gehört die Erstellung automatischer Text-Zusammenfassungen von Fach- und Sachbüchern sowie die Deep-Learning-basierte Übersetzung von Texten. Diese beiden Elemente geben auch die Roadmap vor: Bis Ende 2017 sollen die japanischen Kunden im E-Book-Store von Media Do bereits solche Auto-Abstracts in frei wählbarer Wortzahl präsentiert bekommen, im Jahr 2018 könnten diese Abstracts dann schon auch in englischer Übersetzung verfügbar sein, um Leser außerhalb Japans neugierig zu machen.

Stufe 2: Automatisch übersetzte Sachbücher

Entweder sind die Leser aus den USA, Europa oder anderswo dann so neugierig, dass sie selbst Japanisch lernen, oder sie warten noch ein paar Jahre länger — so ungefähr Anfang der 2020er Jahren will Media Do nämlich auch imstande sein, japanische E-Books via AI komplett ins Englische zu übersetzen. Wenn es soweit ist, werden ja vielleicht die Roboterjournalisten der restlichen Welt darüber automatisch berichten…

(via idboox.com & asia.nikkei.com)

Virtueller Papierstapel: Sonys neues E-Ink-Tablet im DIN A4-Format zielt auf Business-Kunden

DPT-RP1_007Es ist so dick wie ein Stapel von 30 DINA4-Seiten, und hat auch etwa deren Kantenlänge. Kein Zufall: Sonys neues High-End-E-Ink-Tablet „DPT-RP1“ soll in den Büros von Anwälten, Geschäftsleuten oder Wissenschaftlern so viel Totholz wie möglich ersetzen, und zugleich den drahtlosen Workflow beim Skizziern, Redigieren und Kommentieren vereinfachen.

Dokumente mit Stylus bearbeiten

Zu diesem Zweck wurde Sonys Riesen-Gadget gegenüber dem Vorgänger nochmal kräftig aufgebrezelt – das 13-Zoll-Display hat nun 1.650 x 2.200 Pixel, was einer Pixeldichte von 206 ppi entspricht. Das Gerät mag mit 349 Gramm nicht ganz leicht in der Hand liegen, dafür bietet es aber echtes DIN A4-Format. Auf diese Weise lassen sich Office-Dokumente, Druckfahnen und Layouts aller Art komfortabel anzeigen – und mit dem zugehörigen Stylus auch bearbeiten.

Nur für ein Format: PDF

Allerdings kann man mit dem Bluetooth- und WLAN-fähigen DPT-RP1 ausschließlich PDF-Dokumente öffnen, normale E-Book-Formate werden nicht unterstützt. Bei dem anvisierten Einsatzgebiet ist das aber wohl kein Manko (auch wenn die Konkurrenz – siehe reMarkable – bei ähnlichen Hardware-Daten auch epub-Kompatibilität bietet), es ist ja auch vom Format her kein klassischer E-Reader.

High-End mit heißem Preis

Gleiches gilt wohl für den Preis von umgerechnet knapp 700 Euro, zu dem Sonys Beitrag zur konkreten Utopie des papierfreien Büros ab Juni in Japan auf den Markt kommen soll. Für die Business- und Bildungs-Kunden dürfte das locker zu stemmen sein – das große iPad Pro etwa rangiert schließlich in einer ganz ähnlichen Kategorie.

Aber irgendwie ist das Ganze auch wirklich ein Beispiel für „weird Sony“, wie The Verge schreibt. Das Unternehmen mag der Pionier schlechthin auf dem Gebiet E-Ink sein — 2004 erster E-Ink-Reader überhaupt — hat aber auf diesem Sektor nie so richtig Fuß fassen können. Ob ein Gerät für die High-End-Business-Nische in der E-Paper-Nische das ändern wird!?

(via The Verge)

Amazon launcht „Manga“-Version des Kindle Paperwhite — speziell für japanischen Markt

amazon-kindle-paperwhite-manga-modellE-Ink eignet sich perfekt für klassische japanische Mangas, denn die sind ohnehin in Schwarz-Weiß gezeichnet. Doch solche klassischen E-Comics verschlingen naturgemäß viel Speicherplatz, da sie vor allem aus Bilddateien in hoher Auflösung bestehen. Deswegen hat Amazon Japan jetzt offenbar eine aufgepeppte Version des Kindle Paperwhite speziell für Nippons LeserInnen gestartet: das Kindle Paperwhite „Manga Model“.

16 Gigabyte interner Speicher

Wichtigster Unterschied zu herkömmlichen Versionen ist tatsächlich der zusätzliche Speicherplatz, das Manga-Kindle hat nämlich 32 Gigabyte statt 4 Gigabyte eingebaut. Das Problem der mangelnden Kapazität in Sachen „Multimedia“ ist freilich hausgemacht: Da Amazons Kindle-Reader über keinen SD-Kartenslot verfügen, lässt sich der eingebaute Speicher nicht extern erweitern.

Platz reicht für 700 Mangas

Wer 2.000 Yen (knapp 17,50 Euro) im Vergleich zum Standard-Paperwhite drauflegt, hat nun aber Amazon zufolge auf dem Gerät Platz für mindestens 700 Mangas. Das Unternehmen gab auch gleich ein Beispiel: so würden nun die kompletten Folgen der populären Serien Naruto, Asari-chan und Kochikame auf das Gerät passen.

Schnellere Seitenwechsel

Das E-Ink-Display allerdings hat dieselbe Pixeldichte wie das bisherige Kindle Paperwhite. Immerhin wurde aber auch die Performance der Benutzeroberfläche verbessert – so sollen Seitenwechsel jetzt um 33 Prozent schneller ablaufen.

(via The Verge)

„iPad made in Japan“: Sharp steigt mit Multimedia-Tablets ins E-Reader-Geschäft ein

sharp-tablet-e-reader-xmdf-.gifSharp steigt ins E-Reader-Business ein – und setzt ähnlich wie Apple auf LCD-Technik & Touch-Screen. Die in Tokio vorgestellten Prototypen im Format 5,5 sowie 10,8 Zoll sollen bis Ende 2010 auf den Markt kommen, nicht nur in Japan, sondern auch in den USA. Dort wird der Mobilfunkanbieter Verizon für die drahtlose Verbindung ins Netz sorgen. Parallel zum E-Reader-Start kündigte Sharp eine multimedial erweiterte Version des in Japan populären E-Book-Formats XMDF an.

Bisher werden E-Books & Mangas in Japan vor allem auf dem Handy gelesen

„Transforming your E-Book-Life“ war das Motto bei der Vorstellung von Sharps E-Reader-Offensive. Das ist gar nicht mal übertrieben – denn bisher werden in Japan E-Books und Mangas vor allem auf Handys und mobilen Computern gelesen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das von Sharp für den Zaurus-PDA und andere Handhelds entwickelte Format XMDF. Genutzt wird das „Extended Mobile Document Format“ mittlerweile auf einer ganzen Palette von Geräten, vom PC-Desktops über Mobiltelefonen bis zum internetfähigen TV-Bildschirm. Ein firmeneigener E-Store bietet mittlerweile ca. 29.000 Titel japanischer Verlage an. Für die neuen Lese-Tablets wird das E-Book-Format nun multimedial erweitert: „The next-generation XMDF enables easy viewing of digital content including video and audio and allows automatic adjustment of the layout to match and meet publishers‘ needs“, erklärte das Unternehmen. Unklar ist bisher, ob Sharps E-Reader auch andere Formate wie epub oder PDF unterstützen werden. Das dürfte sich aber bis spätestens September herausstellen – dann werden die neuen E-Reader offiziell vorgestellt.

„The idea is to offer an iPad made in Japan“

Während Sharp mit dem 10-Zoll-Tablet eindeutig Neuland betritt, gibt es für die 5-Zoll-Variante bereits ein aktuelles Vorbild: das mit Android laufende IS01-Smartphone, vom Aussehen her eher eine Art Sub-Netbook. Obwohl beide Geräte von Sharp als „E-Reader“ bezeichnet werden, ist angesichts der Multimedia-Orientierung die Zielrichtung natürlich klar – es geht um den Tablet-Markt. „The idea is to offer an iPad made in Japan“, gab Sharp-Manager Masami Ohbatake bei der Präsentation in Tokio zu. Viel Feind, viel Ehr? Von Apples „Lesegerät“ dürften bis Ende des Jahres wohl schon mehr als zehn Millionen Geräte im Umlauf sein. „It won’t be easy for Sharp in the U.S. market,“ zitiert das WSJ ganz in diesem Sinne den Analysten Nobuo Kurahashi. Selbst wenn Sharps Technik für manche Inhalte vorteilhafter sein würde, seien Content-Anbieter in den USA wohl eher geneigt, auf die bereits am meisten verbreitete Plattform zu vertrauen, schätzt Kurahashi. Was Content-Deals auf dem nordamerikanischen Markt betrifft, hüllt sich Sharp bisher ohnehin noch in Schweigen. In Japan dagegen sollen die Verleger bereits Schlange stehen, um auf Sharps E-Reader präsent zu sein. Die Verhältnisse sind allerdings kaum zu vergleichen. Während E-Books und E-Mangas dort schon seit den Neunziger Jahren zum Alltagsgeschäft gehören, sind im Gegensatz zur US-Zeitungskrise die Auflagen der japanischen Blätter in den letzten Jahren nur um knapp sechs Prozent zurückgegangen.

Mangas für das Keitei: Comics beherrschen den japanischen E-Buchmarkt

iphone japan ereader ebook bestseller.jpgEgal ob E-Comics oder E-Books – in Japan landet die elektronische Lektüre vor allem auf den Displays der Keiteis, also der Mobiltelefone. Mehr als drei Viertel der Umsätze werden mit Downloads von mobilen Geräten erzeugt. Mangas spielen dabei eine wichtige Rolle – sie haben sich auch auf dem iPhone zum idealen Content entwickelt. Mittlerweile ist im Land der aufgehenden Sonne jedoch auch ein weiterer Player am Horizont erschienen: Amazons Kindle.

Japanische Comic-Fans geben viel Geld für iPhone-Apps aus

iphone app japan ebook ecomic.jpgJapan ist schon seit den Neunziger Jahren der wichtigste Handy-Markt der Welt. Die Zuwachsraten sind immer noch gigantisch: um 131 Prozent wuchs das Business mit mobilen Geräten allein im letzten Jahr. Zehn Milliarden Euro wurden insgesamt umgesetzt, 3,5 Mrd. Euro mit mobilem Content. Am stärksten entwickelt sich dabei das eBook-Segment: innerhalb von drei Jahren stieg der Umsatz von 51 Mio. auf mehr als 300 Mio. Euro. E-Comics haben dabei die Nase deutlich vorn. Einer der wichtigsten Content-Lieferanten, ebook Japan, hat etwa 33.000 Titel im Angebot – 26.000 davon sind elektronische Bildergeschichten. In einer kürzlich veröffentlichen Studie sagten 32 Prozent aller Handynutzer, dass sie bereits E-Books auf ihren Geräten gelesen hätten, in 80 Prozent der Fälle handelte es sich um E-Comics. Als eBook Japan im Juni seine iPod/iPhone-App gestartet hat, gaben die Manga-Fans allein während der ersten zehn Tage im Durchschnitt etwa 100 Dollar aus, gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt.

In Japan gibt es bereits mehr als zwei Millionen iPhones

Das iPhone hat offenbar seine anfänglichen Schwierigkeiten in Fernost längst überwunden. Mehr als zwei Millionen Apple-Handys wurden in Japan bisher abgesetzt – das neue Modell 3GS-Modell schaffte es im Sommer sogar auf Platz 1 der dortigen Verkaufs-Charts. Mittlerweile liegen auch erste Daten zur iPhone-Nutzung vor: Das japanische Marketing Consulting Unternehmen imj mobile etwa hat im September ca. 300 iPhone und iPod touch User aus der Gegend von Tokyo und Osaka zur Nutzung befragt. Kostenlose Apps sind auch unter Nippons Usern besonders beliebt – doch Paid Content hat es gleichzeitig deutlich leichter als bei uns. Mehr als die Hälfte der Befragten, die schon eine App gekauft haben, gab dafür mehr als 600 Yen (ca. 5 Euro) aus, und fast 20% haben für eine App sogar schon einmal 1000-3000 Yen springen lassen. Für Games zahlen die Japaner mit Abstand am liebsten (jeder dritte Japaner spielt regelmäßig auf mobilen Konsolen & Handys), gefolgt von Utilities, Foto-Programmen, Business- und Musik-Apps und E-Books.

Japanische Zeitungen setzen in der Krise auf das iPhone

Während in den USA und in Europa jede Zeitung für sich stirbt, rückt man in Asien zusammen. Wie readwriteweb.com berichtet, versuchen nun drei große japanische Zeitungen, gemeinsam der Krise zu trotzen. Dabei setzen sie voll auf das iPhone. Die drei Zeitungen betreiben bereits über das NikkeiAsahi-Yomiuri-Netzwerk eine gemeinsame Website. Dort konnte man schon seit einiger Zeit die Artikel der jeweiligen Ausgaben online lesen. iPhone-Besitzer können aber jetzt noch mehr: (mehr …)

Jeder zweite Top 10-Bestseller in Japan wird auf dem Handy geschrieben

jeder-zweite-bestseller-in-japan-wird-auf-dem-handy-geschriebenJeder zweite Top Ten –Bestseller wird in Japan nicht nur als E-Book verkauft, das E-Book wird auf dem Handy gelesen. Doch damit nicht genug: die meisten dieser „Cell phone novels“ werden von flinken Teenagerfingern tatsächlich auch auf dem „Keitei“ (=Handy) geschrieben! Eine entsprechende Blog-Meldung führte vor zwei Jahren noch zu dem erstaunten Kommentar: „Das muss ein Fehler sein! Jeder zweite Besteller wird auf Handys gelesen, okay, aber: geschrieben!?“ Doch im Land der über 100 Millionen Handys geht so manches… (mehr …)