Magie mächtig monetarisiert: NYT schätzt J K Rowlings Vermögen auf 1,2 Mrd Dollar

jk-rowling-billionaireHehehe, das könnte Donald Trump wohl nicht passieren: Im Jahr 2012 flog Harry Potter-Erfinderin J K Rowling in hohem Bogen aus der Forbes-Liste der Milliardäre. Schuld war neben Rowlings Spendenfreudigkeit vor allem der britische Fiskus — der Spitzensteuersatz beträgt over there nämlich 45 Prozent. Doch nun hat die New York Times noch mal ausführlich nachgerechnet — und kommt zu dem Ergebnis: Inzwischen müsste man Lady Rowling wohl wieder forbisieren.

Vor allem die Kino- und TV-Adaptionen der Harry-Potter-Serie haben viele hunderte Millionen Dollar in die Kassen der Jugendbuch-Autorin gespült, denn hat einfach nicht nur die Filmrechte verkauft, sondern erhält auch Anteile an den erzielten Umsätzen. Die Streifen spielten weltweit knapp 8 Milliarden Dollar ein, selbst wenn Rowling nur 10 Prozent davon erhalten hat, sind das immerhin 400 Millionen Dollar.

Fast ebenso hoch, nämlich 7,7 Milliarden Dollar, wurden mit den sieben Harry-Potter-Romanen umgesetzt, und Rowlings Royalty dürfte wohl nicht niedriger als 15 Prozent betragen. So geht die Rechnung weiter und weiter, bezieht Einnahmen aus Harry-Potter-Themenparks, dem E-Book-Verkauf (Rowling hält die Rechte) und allerlei Merchandizing-Klimbim mit ein.

Unter dem Strich kommt die NYT auf Einnahmen von mindestens 2,2 Milliarden Dollar. Minus Steuer bleiben davon mindestens 1,2 Milliarden Dollar übrig. Nicht schlecht für eine ehemals alleinerziehende Mutter, die von Sozialhilfe lebte und deren Romanmanuskripte zunächst kein Verlag haben wollte…

Abb.: Daniel Ogren (cc-by-2.0)

[e-book-review] Fall-Studie zwischen oben & unten: J K Rowlings „Ruf des Kuckucks“

Wer zum Kuckuck ist Robert Galbraith? Am 14. Juli 2013 landete die Londoner Sunday Times den literarischen Scoop des vergangenen Jahres: hinter dem angeblichen Erstlingswerk „Cuckoos Calling“ des unbekannten Autors, verriet das Blatt seinen Lesern, verbarg sich niemand anderes als J K Rowling, also die Harry-Potter-Erfinderin. In Windeseile eroberte der Krimi um den Londoner Privatdetektiv Cormoran Strike die Bestseller-Listen, die überrumpelten Verlage Hachette (USA) und Little, Brown (UK) druckten eilig hunderttausende Bände nach, die E-Book-Downloads schossen zwischenzeitlich alleine schon faute de mieux in die Höhe, manches Exemplar der Erstauflage wurde zu Mondpreisen auf Ebay versteigert.

Speed-Übersetzung in drei Monaten

Die Geschichte der Aufdeckung, ausgelöst durch anonyme Twitter-Hinweise, am Ende auch unterstützt durch Computer-Linguisten, liest sich selbst wie ein Krimi – beabsichtigt hatte J K Rowling das Medienereignis jedoch nicht, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2013 brachte Blanvalet unter dem Titel „Der Ruf des Kuckucks“ eine deutsche Version heraus, die ein dreiköpfiges Übersetzerteam in gerade mal drei Monaten realisiert hat. Grund genug für mich, mal in den mehr als 600-seitigen Wälzer hineinzuschauen, in diesem Fall natürlich in die Hardcover-Version (kann man eben auch verschenken!). Das E-Book wird vom Random House-Imprint zum Prohibitivpreis von 19 Euro angeboten, gegenüber 23 Euro für die Printversion.

Der Schnüffler und das schwarze Model

Schon auf den ersten Seiten merkt man, warum niemand dem Anonymus Robert Galbraith abnehmen wollte, mit dem Ruf des Kuckucks seinen Debütroman vorzulegen – denn dazu bringt der erste Plot-Point viel zu geschickt Detektiv und Afghanistan-Veteran Cormoran Strike und seinen neuen „Girl Friday“ Robin Ellacott in einem für beide kritischen Moment zusammen. Geschickt ist auch Strikes familiärer Hintergrund – als unehelicher Sohn eines legendären Rockstars – mit den Ermittlungen zum Todes-Fall von Lula Landry (Spitzname: Kuckuck) miteinander verbunden, einem schwarzen Model, das als arme Halbwaise von der Upper Class-Familie Bristow adoptiert wurde und eines Tages im edlen Zwirn vom Balkon ihrer Luxuswohnung stürzt.

Zwischen High-Society und Habenichtsen

Die Handlung bewegt sich dann auch ständig an den Bruchlinien des desolaten britischen Gesellschaftsgefüges entlang, Race, Class, Gender, alles Schicht für Schicht zentrifugiert, für weitere Kollateralschäden sorgen die Kolonialkriege des 21. Jahrhunderts. Cormoran Strike hat am Hindukusch ein Bein verloren, und erinnert als invalider Ermittler ebenso an Dr. Watson wie an die hart gekochten Typen von Dashiell Hammett oder Raymond Chandler, die den Grabenmantel (vulgo: Trenchcoat) auch nach der Schlacht nicht abgelegt haben. An Conan Doyles quasi-ethnologischen Blick auf die Londoner Unterschichten erinnern die Passagen, in denen Cormoran Strike mit Vertretern der Working Poor aus der neuen alten Underclass zu tun hat – wobei das sprachlich-dialektal natürlich nur im englischen Original so richtig funktioniert. (Die zweite Hälfte des Krimis habe ich nach Weihnachten tatsächlich via Kindle im Original gelesen, die englische E-Book-Version gibt’s für 11 Euro).

Role-Model Rowling: eine Frau schreibt sich empor

Insofern ist die Harry-Potter-Autorin erzählerisch in der Gegenwart angekommen, und hat den symbolischen Gegensatz zwischen Muggeln und Zauberern wieder in einen echten Klassengegensatz zurückverwandelt. Cormoran Strikes nächster Fall soll bereits Ende 2014 erscheinen, als Nom de plume wird wieder Robert Galbraith dienen. Wirklich nötig hätte J K Rowling den Aufbau eines neuen Serienhelden nicht, zählte doch die „Sunday Times Rich List“ sie schon 2008 mit einem Besitz von mehr als 500 Millionen Euro zu den zwölf reichsten Frauen des Vereinigten Königreichs. Durch den Aufbau der Pottermore-Plattform und die E-Book-Vermarktung in eigener Regie dürfte längst die Top Ten erreicht sein. Doch Lady Rowling ist eben eine Self-Made-Frau, die sich emporgeschrieben hat, sie stellt geradezu das Role-Model der klassischen „rags to riches“-Geschichte dar. Vieles davon wird auch im „Ruf des Kuckucks“ reflektiert, und alleine schon deswegen kann man dieses Buch nur empfehlen…

Abb.: Flickr/morgane-magnifique (cc)

Pseudonym als Marketingtrick? J K Rowlings „heimlicher“ Krimi „Cuckoo’s Calling“ stürmt Bestseller-Listen

Quizfrage: Was haben die Autoren Richard Bachmann, Nathan Zuckermann und Robert Galbraith gemeinsam? Ganz einfach – es gibt sie gar nicht, denn hinter diesen Pseudonymen verbergen sich zwei bekannte Schriftsteller, und eine bekannte SchriftstellerIN. Nämlich Stephen King, Philip Roth und … J K Rowling. Doch dass sich hinter dem Autor der zunächst eher unscheinbaren Krimi-Neuerscheinung „The Cuckoo’s Calling“ tatsächlich die Erfinderin der Harry Potter-Saga versteckt, wissen wir erst seit dem 14. Juli. An diesem Tag landete die Londoner Sunday Times mit der Offenlegung dieser publizistischen Mimikry wohl den literarischen Scoop des Jahres.

Der Ruf des Kuckucks kam via Twitter

Die Geschichte der Aufdeckung liest sich selbst wie ein Detektivroman: Nach einem anonymen Hinweis via Twitter hatte das Blatt recherchiert, und interessante Parallelen zwischen J K Rowlings erstem Post-Potter-Roman „Casual Vacancy“ und „Cuckoos Calling“ entdeckt – die Namen von Agent, Verlag und Lektor sind in beiden Fällen identisch. Zudem schien die Cover-Story von Galbraith unglaubwürdig – für das Erstlingswerk eines pensionierten Armeeangestellten las sich der Krimi einfach zu gut. Hinzugezogene Computerlinguisten (!) bestätigten dann starke strukturelle Ähnlichkeiten mit „Casual Vacancy“, aber auch mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Am Ende stellte man J K Rowling ganz einfach per E-Mail die Frage: Sind Sie Robert Galbraith?

Kindle-Version auch in Deutschland ein Bestseller

Was die Bestseller-Autorin dann prompt zugab. Fertig war der Scoop, und natürlich auch der neue Bestseller. Denn innerhalb von nur 24 Stunden nach dem Sunday Times-Artikel wurde das Buch an die Spitze der Ranking-Listen katapultiert. War „Cuckoos Calling“ vorher ein Ladenhüter – in Großbritannien waren laut Verlag zwischen April und Mitte Juli nur 1.500 Exemplare verkauft worden – wurde es jetzt zur begehrten Mangelware, die manche Fans auf Ebay teuer ersteigerten. Abgemildert wurde der Run natürlich durch die parallel verfügbare E-Book-Version, die nun sogar in Deutschland, obwohl natürlich englischsprachig, nun auf Platz 40 in Amazons Kindle-Charts steht.

Fast 500.000 Exemplare werden nachgedruckt

Inzwischen wird aber auch eifrig nachgedruckt – in den USA soll Hachette satte 300.000 Exemplare produzieren, beim britischen Publisher Little, Brown will man immerhin 140.000 Exemplare nachliefern. Bis der Nachschub vor Ort verfügbar ist, werden aber wohl viele Leser aus lauter Ungeduld lieber die Kindle-Version herunterladen. Wie groß die Fangemeinde von J K Rowling mittlerweile ist, zeigt schon ein Blick auf die Zahl ihrer Twitter-Follower: derzeit folgen ihr beim Zwitscherdienst mehr als 2 Millionen LeserInnen. Ob der Twitter-Tipp an die Sunday Times, der den Scoop auslöste, gezielt lanciert wurde, ist übrigens eher zweifelhaft – der Verlag dementiert, und auch das hastige Anwerfen der Druckerpresse scheint dagegen zu sprechen.

Deutsche Version von Harry Potter startet als E-Book & MP3

Knapp eine Woche nach dem Start der deutschen Pottermore-Community ist es nun soweit: im angegliederten E-Store kann man Harry Potter auf deutsch als E-Book und Audiobook herunterladen – vorausgesetzt, man hat eine Kreditkarte. Neben den einzelnen Bänden wird auf Pottermore auch ein Sammelband bzw. ein Audiobook-Sampler mit allen sieben Teilen der Harry-Potter-Saga angeboten. Zeitgleich hat Amazon im deutschen Kindle-Store auf den entsprechenden Produktseiten Harry Potter-Kauflinkseingefügt, die vor dem Download zunächst auf Pottermore verweisen. Denn der Bezahlvorgang selbst wird exklusiv über die von J K Rowling in Kooperatoin mit Sony betriebene Plattform abgewickelt. Andere E-Book-Portale wie Thalia oder Libri, aber auch Apples iBooks sind bis auf weiteres überhaupt nicht mit im Boot.

Sehr viel sparen kann man gegenüber der bei Carlsen erschienenen deutschsprachigen Taschenbuch-Ausgabe allerdings nicht. Die ersten drei Bände von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bis „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ kosten elektronisch mit 7,99 Euro sogar etwas mehr als die gedruckte Version mit 7,95 Euro. Bei Band vier („Harry Potter und der Feuerkelch“) bis Band 7 („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“), die als E-Book für 9,99 Euro angeboten werden, kann man immerhin fast zwei Euro gegenüber der Paperback-Variante für 11,90 Euro sparen. Echte Pfennigpfuchser sollten vielleicht eher die englischsprachigen Harry-Potter-E-Books shoppen – hier lassen sich dann nochmal zwischen ein bis zwei Euro herausholen.

Die epub-Versionen von Harry Potter können auf beliebig vielen Geräten gelesen werden, denn sie werden ohne Kopierschutz ausgeliefert. Stattdessen setzt Pottermore auf „soziales DRM“: „Der Pottermore Shop markiert eBücher mit einer Kombination verschiedener Wasserzeichen, die sich auf das Buch, den Käufer und Datum und Zeit des Kaufs beziehen“, heißt es auf dem Portal. Gleichfalls DRM-frei sind die auf Pottermore angebotenen deutschsprachigen Audiobook-Versionen von Harry Potter. Doch den Kauf sollte man sich wirklich gut überlegen. Denn die MP3-Version der von Rufus Beck eingelesenen Hörbücher ist bei Pottermore deutlich teurer als die etwa von Amazon angebotene CD-Version: für die ersten drei Bände berappt man im E-Store 24,95 Euro (statt 19,95 für die CD), Band vier bis sieben schlagen sogar mit 39,95 Euro zu Buche (statt 21,99 Euro für die CD).

Pottermore ab April offen für alle – Verkauf der E-Book-Version von Harry Potter startet

Bereits eine Million Harry Potter-Fans tummeln sich seit Sommer 2011 auf Pottermore.com, der Online-Plattform von Bestseller-Autorin J K Rowling. Um überhaupt eine der begehrten Einladungs-Emails zu erhalten, mussten die Leser zuvor Potter-typische Rätsel lösen. Alle anderen Harry-Potter-Freunde wurden auf Oktober 2011 vertröstet – doch dann verschob sich das Ende der Public-Beta-Phase auf unbestimmte Zeit. Ein Grund dafür: die unerwartet hohe Auslastung zwang die Macher zu technischen Änderungen. Doch nun gibt’s endlich Neuigkeiten. Auf dem Pottermore-Blog ist jetzt zu lesen: „Wir freuen uns, Euch mitzuteilen, dass pottermore.com ab Anfang April 2012 für alle zugänglich sein wird.“ Ab diesem Zeitpunkt wird auch endlich der E-Book-Verkauf starten.

Grafisch aufwändig gestaltetes Artwork

Neben interaktiven Spielchen rund um die Story von Band 1 („Harry Potter und der Stein der Weisen“) können sich die User von Pottermore untereinander austauschen, Facebook-Accounts lassen sich ebenfalls einbinden. Gelobt wird von den Beta-Testern der ersten Stunde vor allem das Artwork der grafisch aufwändig gestalteten Seiten, viel Gefallen finden auch die von J K Rowling gelieferten Bonus-Texte. Wer neu bei Pottermore ist, eröffnet zunächst ein Konto bei der Gringott-Bank und wird – wie es sich gehört – einem der vier “Häuser” von Hogwarts zugeteilt. Hat man fleißig Zaubersprüche gelernt oder genügend Zutaten für Zaubetränke eingekauft, steht einem Zauberer-Duell mit anderen Schülern nichts mehr im Weg. Gelobt wird von den Testern der ersten Stunde vor allem das Artwork der grafisch aufwändig gestalteten Seiten, viel Gefallen finden auch die von J K Rowling gelieferten Bonus-Texte. Schon die Beta-Version von Pottermore ist international – es existieren neben Englisch auch Versionen in Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

Exklusiver E-Book-Verkauf via Pottermore

Mit Pottermore scheint J K Rowling tatsächlich den Stein der Weisen in Sachen Selbst-Vermarktung für Autoren gefunden zu haben. Schon vor dem Beta-Start hatte Pottermore.com mehr als 22 Millionen Pageviews, obwohl es außer FAQs und einem Anmeldeformular nichts zu sehen gab. Besonderes Aufsehen erregte in der Buchbranche natürlich auch der Exklusivitätsanspruch in Sachen E-Book-Verkauf, denn die Harry-Potter-Serie wird man nur im dortigen E-Store kaufen können, unter anderem in deutscher Sprache. Für die technische Abwicklung des E-Book-Verkaufs sorgt Google Books – die Lektüre kann entweder online im Browser stattfinden, oder offline per Download. Unterstützt werden dabei auch klassische E-Ink-Reader. Bei den Dowloadversionen zur Offline-Lektüre kommt statt „hartem DRM“ ein digitales Wasserzeichen zur Anwendung, die E-Books können also auf allen vorhandenen Geräten des Käufers genutzt werden. Google wird aber wohl nicht exklusiver Harry Potter-Hoflieferant – denn schon im Sommer 2011 gab es Verhandlungen zwischen Pottermore und Amazon.

Google Books bringt elektronische Version von Harry Potter heraus

google-pottermore-e-book.gifDie wichtigste Frage ist geklärt. Harry Potter kommt ab Herbst als E-Book heraus. Die Antwort auf die zweitwichtigste Frage wissen wir nun auch: die weiße Magie im Hintergrund liefert Google Books. Auf dem offiziellen Google Books Blog wurde diese Woche bekannt gegeben, dass im Hintergrund von JK Rowlings neuem Fan-Portal Pottermore.com die Technik des Suchmaschinen-Riesen laufen soll. Als Bezahlsystem wird neben der Kreditkarten-Option auch Google Checkout verwendet. Google E-Books lassen sich auf PC & Mac, zahlreichen Mobilgeräten, aber auch auf klassischen E-Readern lesen.

Lektüre im Browser oder offline

JK Rowling pocht auf ihren Unique Selling Point: Nur auf Pottermore wird Harry Potter als E-Book erhältlich sein, die Lektüre selbst kann dann via Google Books aber auf verschiedenen Geräten im Browser stattfinden, oder offline per Download. „When you buy a Harry Potter ebook from Pottermore, you will be able to choose to keep it in your Google Books library in-the-cloud, as well as on other e-reading platforms“, heißt es dazu auf dem Google Blog. Der beabsichtigte Verzicht auf regulären DRM-Schutz ist mit der cloudbasierten E-Book-Technik bereits auf sehr elegante Weise möglich, schließlich können die E-Books aus dem Browser heraus nicht gespeichert werden. Bei den Dowloadversionen zur Offline-Lektüre wird dagegen ein digitales Wasserzeichen zur Anwendung kommen, die E-Books können also auf allen vorhandenen Geräten des Käufers genutzt werden.

Wasserzeichen statt DRM

Der beabsichtigte Verzicht auf regulären DRM-Schutz ist mit der cloudbasierten E-Book-Technik bereits auf sehr elegante Weise möglich, schließlich können die E-Books aus dem Browser heraus nicht gespeichert werden. Bei den Dowloadversionen zur Offline-Lektüre wird dagegen ein digitales Wasserzeichen zur Anwendung kommen, die E-Books können also auf allen vorhandenen Geräten des Käufers genutzt werden. Google Books wird allerdings nicht exklusiver Harry Potter-Distributeur – JK Rowling ist offenbar bereits mit Amazon im Gespräch, um den Zauberlehrling auch auf das Kindle zu bringen. “We’re working closely with Pottermore to make sure Kindle customers will be able to buy and read J.K. Rowling’s Harry Potter books“, erfuhr zdnet auf Anfrage von einem Amazon-Sprecher. An einer Stelle gibt’s aber doch Exklusivität: Für weitere „Announcements“ wird JK Rowling auch in Zukunft die zu Google gehörende Youtube-Plattform nutzen.

Deutsche E-Book-Version von Harry Potter ab Oktober erhältlich?

Der Harry-Potter-Countdown ist beendet: in einer Videobotschaft hat J K Rowling heute den Start der E-Book-Ausgabe angekündigt. Die elektronische Version wird ab Oktober exklusiv auf Pottermore.com erhältlich sein, u.a. auch in einer deutschen Übersetzung. Die E-Books sind DRM-frei und stehen in verschiedenen Formaten zur Verfügung, inklusive Kindle. Auch digitale Audiobook-Formate wird man auf Pottermore herunterladen können. Außerdem soll die Website als Social Reading-Plattform für die weltweite Fangemeinde dienen. Nach und nach werden dort auch Online-Versionen der Romane verfügbar sein, den Anfang macht ab Oktober Band 1. Ab 31. Juli können ausgewählte Nutzer bereits die Betaversion von Pottermore ausprobieren. Für die deutsche Lesercommunity wird es eine sprachlich angepasste Version geben.

„An Online Reading experience unlike any other“

Heute um 13 Uhr mitteleuropäischer Zeit war das magische Geheimnis gelüftet. J K Rowling verkündete via Youtube-Video: „I’m thrilled to say that I’m now in the position to give you something unique. An online reading experience unlike any other. It’s called Pottermore.“ Hinter Pottermore verbirgt sich eine Social-Reading-Plattform, die zugleich der Vermarktung von E-Book- und Audio-Book-Ausgaben der Harry-Potter-Romane dient. Bereits die Ankündigung des J K Rowling-Announcements hatte zuvor wilde Spekulationen in der Community ausgelöst. Das Spektrum reichte vom Online-Rollenspiel für MMORPG-Freunde bis zum virtuellen Harry-Potter-Lexikon. Ein bisschen haben sie alle recht behalten, denn Pottermore soll den Lesern offenbar viel kreativen Freiraum bieten: „Pottermore will be the place where fans of any age can share, participate in and rediscover the stories.“ Außerdem will J K Rowling die Fan-Gemeinde mit Wissenswertem aus dem Potter-Universum versorgen, das sie bisher zurückgehalten hat. Pottermore wird also nicht nur ein Fan-Forum gemischt mit Social-Reading-Elementen sein, sondern noch ein bisschen mehr. Der Weg geht auf Pottermore eindeutig weg vom bloßen Text in Richtung Interaktivität und Online-Gaming.

Fans können Harry Potter online lesen

Besonders interessant ist die Tatsache, dass im Zentrum von Pottermore medial aufgepeppte Online-Versionen der Romane selbst stehen, die nach und nach zugänglich gemacht werden, und das sogar kostenlos. Beim Start im Oktober wird zunächst Band Eins enthüllt. Für ausgewählte Beta-Tester öffnet sich der Vorhang sogar schon Ende Juli. Pottermore wird der Community die Möglichkeit bieten, die gesamte Serie Schritt für Schritt gemeinsam neu zu entdecken -- jeder Band soll sogenannte „interaktive Momente“ enthalten. Nach Print-Buch und Kino-Film wird es damit noch einmal eine zeitlich gestreckte Dramaturgie geben, die mediale Aufmerksamkeit schafft. Gleichzeitig dient die Nutzung der Social-Reading-Plattform als ideales Incentive, die E-Book- oder Audiobook-Versionen zu erwerben (positive Auswirkungen auf den Print-Verkauf sind natürlich auch nicht ausgeschlossen). Das gesamte Konzept von Pottermore ist ein kluger Schachzug, der sukkzessive auch der E-Book-Piraterie den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Denn kaum eine Serie dürfte öfter in illegalen Tauschforen auftauchen als Harry Potter. Passend dazu verzichtet J K Rowling nun offenbar auch auf DRM -- die E-Books werden lediglich ein digitales Wasserzeichen haben und somit auf einer großen Anzahl von E-Readern lesbar sein.

Bedeutet Pottermore Direktpublishing ohne Verlag?

Harry Potter ist längst ein globales Phänomen -- das zeigt auch die polyglotte Aufmachung von Pottermore. Die Plattform wird vom Start weg fast in einem halben Dutzend Sprachen zugänglich sein: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch. Die E-Book- sowie digitalen Audiobook-Versionen werden ebenfalls in zahlreichen Sprachen erhältlich sein. Über Preise ist bisher noch nichts bekannt, da E-Books wie Audiobooks exklusiv auf Pottermore verkauft werden, hat J K Rowling relativ freie Hand bei der Preisgestaltung. Bei der Realisierung von Pottermore sind neben Sony auch die Verlage Bloomsbury und Scholastic mit im Boot -- dort erscheinen die britischen und us-amerikanischen Print-Versionen von Harry Potter. Sie werden zwar an den E-Book-Einnahmen beteiligt, die Autorin selbst behält jedoch die Kontrolle. Wenn es tatsächlich bei dieser Form von Direktpublishing bleibt, könnte das Modell am Ende wohl für J K Rowling noch weitaus mehr Geld einbringen als die auf einen Wert von 100 Millionen Euro geschätzten E-Book-Rechte an Harry Potter.

O-Ton des Announcements:

„I’m thrilled to say that I’m now in the position to give you something unique. An online reading experience unlike any other. It’s called Pottermore. It’s the same story, with a few crucial additions. The most important one is you. Just as the experience of reading requires that the imagination of the author and the reader work together to create a story, so Pottermore will be built in part by you, the reader.

The digital generation will be able to enjoy a safe, unique online reading experience built around the Harry Potter books. Pottermore will be the place where fans of any age can share, participate in and rediscover the stories. It will also be the exclusive place to purchase digital audio books, and, for the first time, ebooks of the Harry Potter series.“

Kündigt J K Rowling am Donnerstag die E-Book-Version von Harry Potter an?

„JK Rowling Announces… That a Major Announcement is Coming“, fasste es ein britischer Blogger ganz gut zusammen, was zur Zeit die Harry-Potter-Gemeinde in Atem hält. Bestseller-Autorin J K Rowling hat nämlich angekündigt, sich am 23. Juni zur medialen Zukunft des berühmten Zauberlehrlings zu äußern. Der Countdown läuft: Gibt es Harry Potter also bald endlich als E-Book? Bisher kann man nur spekulieren – und staunen. Denn die für das Announcement gestartete virale Marketing-Kampagne ist als ein globales Puzzle-Spiel angelegt worden. [Update 23.06.: J K Rowling hat die E-Book-Ausgabe von Harry Potter angekündigt – mehr dazu hier]

Magische Google-Koordinaten

Den Anfang machten zehn Koordinaten, die auf verschiedenen Potter-Fansites zu finden waren. Gab man sie in die mit Google Maps arbeitende Seite secretstreetview.com ein, führten sie zu versteckten Buchstaben. Die Koordinaten „51.530377,-0.123259“ von Mugglenet etwa führten zur King’s Cross Station in London. Potter-Lesern ist der Ort natürlich nicht ganz unbekannt: hier fährt schließlich auf Bahnsteig 9 ¾ der Hogwarts-Express ab. Zoomt man sich in die magische Karte, findet man den Buchstaben „T“. Alle Buchstaben zusammen ergeben den Namen „Pottermore“, den Namen einer neuen Website.

Animierte Eulen führen zu Youtube

Auf pottermore.com findet man drei Dinge: Die Ankündingung „Coming Soon“, die Unterschrift von J K Rowling und zwei animierte Eulen. Klickt man die Eulen an, wird man auf eine spezielle Youtube-Seite gelenkt. Neben noch mehr Flash-Eulen läuft dort ein Countdown für die eigentliche Ankündigung. Zur Zeit steht die Uhr bei knapp 24 Stunden, die Ankündigung wird also am Donnerstag mittag (23. Juni) erfolgen. Klar ist vorab eigentlich nur, was J K Rowling nicht ankündigen wird: den achten Harry-Potter-Roman. Denn schon auf secretstreetview bekommt man die Info: „This is not a new book, but it is something equally exciting.“ Doch was ist nun ähnlich aufregend wie die Romane selbst?

Online-Spiel, Potter-Lexikon oder E-Book-Ausgabe?

Am wahrscheinlichsten sind drei Möglichkeiten: so könnte es sich bei pottermore um ein Online-Spiel handeln, das parallel zum letzten Harry-Potter-Kinofilm startet. Der kommt nämlich im Juli auf die Leinwand. Denkbar ist auch, dass J K Rowling ihr lange versprochenes Potter-Lexikon aus dem Hut zaubert. Besonders plausibel klingt zudem der Launch einer E-Book-Kollektion. Denn die mediale Dynamik der bisherigen Verwertungskette Print-Buch plus Kino-Film nähert sich ja mit dem zweiten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ dem Ende. Bereits im April wurde zudem bekannt, dass J K Rowling „aktiv die Planung einer E-Book-Ausgabe erwägen“ würde. Finanziell dürfte sich das auf jeden Fall lohnen: Immerhin schätzt man den Wert der E-Book-Rechte auf mindestens 100 Millionen Euro.