Schlagwort-Archiv: IVW-Zahlen

Neue IVW-Zahlen: Regionalzeitungen weiter stark im Minus

Der Blick auf die aktuellen IVW-Auflagenzahlen der Regionalzeitungen ist ja für Print-Journalisten immer so eine Art Horror-Show — die Zahl der Blätter, deren Auflagen sich konsolidieren, also insgesamt (Print plus Digital) nur wenig verlieren, war auch im letzten Quartal 2019 mal wieder überschaubar. Die Gießener Allgemeine zum Beispiel oder die Oldenburger Nordwest-Zeitung könnten bald die Schubumkehr schaffen, wenn sie noch mehr Digital-Abos verkaufen. Manche renommierte Blätter verlieren dagegen sogar zweistellig, etwa ausgerechnet die sich gerade neu erfindende Berliner Zeitung (minus 12 Prozent) und die Hamburger Morgenpost (minus 19 Prozent!).

Mich interessieren natürlich immer ganz besonders die Zeitungen der Funke-Mediengruppe, für die ich schreibe & als Redakteur arbeite. Da ist der Auflagenschwund eher so im Durchschnitt, nur die Berliner Morgenpost verliert mit 8,1 Prozent besonders stark (passt ja zur Ankündigung, zukünftig mit dem Tagesspiegel zu kooperieren), in Hamburg (Hamburger Abendblatt), Thüringen (Mediengruppe Thüringen) und NRW (WAZ-Gruppe) geht’s jeweils nur 6 Prozent bergab. Trotzdem haben die Funke-Blätter bundesweit immer noch eine Auflage von knapp über 700.000 Exemplaren.

Großes Vorbild in punkto Konsolidierung bleiben auch weiterhin der Berliner Tagesspiegel (nähert sich wieder der 100.000er-Marke) und die Rheinische Post, als einzige große Regionalzeitungen im Bundesgebiet gewinnen sie leicht hinzu, und das nicht zum ersten Mal. Beides keine Blätter, die ich wirklich lesen möchte, aber innerhalb ihrer Zielgruppe scheinen die ja offenbar ein gelungenes Konzept zur Digitalvermarktung zu haben. (via Meedia)