Neuer Google-Reader Story HD: Hohe Auflösung, langer Akku-Atem

Google Books erobert die E-Ink-Welt. Mit dem iRiver Story HD kommt ein E-Reader auf den Markt, der den direkten Draht zum E-Store des Suchmaschinen-Riesen garantiert. Der WiFi-fähige 6-Zoller trägt nicht umsonst die Abkürzung für „High Density“ im Namen. Äußerlich mag das Gerät mit der vollwertiger Qwerty-Tastatur zwar an ältere Kindle-Modelle erinnern. Doch das Display bringt mit 768×1024 Pixeln eine deutlich höhere Auflösung mit als bisher üblich ist. Auch bei der Performance werden neue Maßstäbe gesetzt: mit einer Akkuladung sollen 6 Wochen Betriebsdauer bzw. 14.000 Seitenwechsel drin sein. In den USA ist das Gerät für 140 Dollar erhältlich, wann es nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.

Google baut die Marktposition aus

Langsam aber sicher baut Google seine Position auf dem E-Book-Markt aus. Der cloudbasierte Google eBookStore ist in den USA seit knapp einem halben Jahr online, Apps für iOS und Android bringen die elektronische Lektüre bereits auf die Displays von Mobilgeräten. Das E-Book-Angebot an aktuellen Titeln kann sich durchaus mit Amazon oder Barnes&Noble messen, bei kostenlosen Public Domain-Titeln hat Google dank der ausgiebigen Scan-Tätigkeit in Bibliotheken sogar deutlich die Nase vorn. Fehlte nur ein Brückenkopf auf dem E-Ink-Gelände – diese Scharte dürfte nun mit dem Story HD aus der Werkstatt des koreanischen Herstellers iRiver ausgewetzt sein.

HD als einziges Alleinstellungsmerkmal?

Allerdings bewegt sich Google in einem schwierigen Umfeld – denn mit Kindle, Nook und dem neuen Kobo-Reader hat die Konkurrenz bereits ihre Claims erfolgreich abgesteckt. Hier noch ein Alleinstellungsmerkmal zu finden, dürfte schwer sein. Beim Kontrast etwa heißt der Standard auch auf dem HD-Display Pearl-E-Ink, ganz genau wie bei Amazons Kindle. Immerhin ist der Übergang von VGA- zu XGA-Auflösung ein gewisser „Hingucker“. Hier könnte sich ein neuer Standard andeuten. Doch ein integriertes Wörterbuch, Word-Viewer, Bilder-Viewer, das bieten andere wiederum auch. „Round Edge“-Design ist ebenfalls nichts neues. Doch man darf nicht vergessen: Googles Strategie ist nicht auf ein Gerät festgelegt, sondern flexibel.

Google sucht weitere Kooperationspartner

Erklärtes Ziel sei es nämlich, Google E-Books auf so viele Reader-Modelle wie möglich zu bringen, so Produkt-Manager Pratip Banerji auf dem offiziellen Firmenblog: „We built the Google eBooks platform to be open to all publishers, retailers and manufacturers. Manufacturers like iriver can use Google Books APIs and services to connect their devices to the full Google eBooks catalog for out-of-the-box access to a complete ebookstore.“ Andere Hersteller könnten also dem Beispiel von iRiver folgen, was vor allem dann spannend werden könnte, wenn auch der europäische Markt anvisiert wird. Das kann schon sehr bald sein: Der Start des deutschen Google-Stores etwa wird bis Ende 2011 erwartet.

„Man braucht mehr als nur eine große Datenbank“

Die Konkurrenz nimmt derweil den Start des Google-Readers recht gelassen auf. So etwa Kobo-CEO Michael Serbini, dessen Unternehmen zu den großen Drei im US-E-Book-Business gehört. Der Suchmaschinen-Riese werde im elektronischen Buchhandel ein Nischen-Zwerg bleiben, äußerte sich Serbini gegenüber forbes.com: “Google is launching in a market that already has advanced services like apps, commerce and gifting. It takes more than a giant database of books in the cloud and a Web interface to build a leading e-reading business.” Auch auf dem deutschen Markt dürften Amazon und demnächst Kobo wohl vorerst mehr bewirken als Google.

Schärfstes E-Ink aller Zeiten: iRiver präsentiert „Story HD Reader“ (CES Las Vegas)

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Bevor E-Ink endgültig bunt wird, kommt nun erstmal mehr Tiefenschärfe: der neue 6-Zoll-Reader von iRiver heißt nicht zufällig „Story HD“ – das Display hat eine Auflösung von 768×1024 Pixeln. In der Welt der Monitore würde das dem XGA-Standard der 80 Jahre entsprechen, auf dem E-Reader ist das bisher unerreicht. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurde das Lesegerät jetzt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der WiFi-fähige HD Reader kommt im April/Mai in den Handel, der Preis steht noch nicht fest.

Gestochen scharfe Buchstaben, schnelleres Umblättern

Mitten im Tablet-Fieber gab es auf der CES noch einmal einen Achtungserfolg für E-Ink. Während der bisherige Standard bei E-Reader-Displays 800×600 Pixel betrug, kann iRiver in Zusammenarbeit mit LG Display nun 768×1024 Pixel bieten. Der neue iriver Story HD ist nämlich das Ergebnis eines Joint Ventures zwischen beiden Unternehmen, das im Juni 2010 geschlossen wurde. Verbessert wurde auch die Reaktionszeit des Displays, was für schnellere Seitenwechsel sorgt. Der Lesestoff im epub- oder PDF-Format kommt dank WiFi-Schnittstelle drahtlos auf das Gerät. Offenbar wird es auch einen E-Store auf dem Gerät geben, der deutsche Content-Partner von iRiver ist allerdings noch nicht bekannt.

Mit Easy WiFi vorhandene WLAN-Hotspots nutzen

Eine Kooperation mit Easy Wifi, dem weltweit größten Wifi-Netzwerk-Anbieter der Welt, macht unterwegs ohne aufwändige Logins die Nutzung zahlreicher WLAN-Hotspots möglich. Vom Äußeren her sieht das Gerät mit der Quertz-Tastatur unter dem Display aus wie eine verschlankte Version des Vorgängers „iRiver Story“, das seit Sommer 2010 ebenfalls in einer WiFi-Version angeboten wurde. Der iRiver Story HD wird hierzulande sowohl in Elektronifachmärkten wie auch online zu haben sein. Das Pricing soll sich laut Pressemitteilung in einem Bereich bewegen, der „zu den Mitbewerbern passt“ – was man vielleicht mit „zwischen 150 und 200 Euro“ übersetzen könnte.

Sechs gegen den Kindle: c’t testet E-Book-Lesegeräte mit E-Ink-Display

c't magazin testet e-reader kindle sony cybook.gifDas Computermagazin c’t hat für seine aktuelle Ausgabe sieben E-Reader getestet – darunter Amazons Kindle, Sonys PRS 505 sowie das Cybook Opus. Mit dabei sind ausschließlich Geräte mit E-Ink-Display. Ergebnis: die E-Reader schlagen „mit langen Laufzeiten und augenfreundlichen Displays Smartphones, Notebooks und PCs“. Problematisch fanden die Tester allerdings, das es in Deutschland noch nicht genügend elektronischen Lesestoff gibt.

„Das universelle Buch“: E-Reader sind keine Exoten mehr

Lange Zeit fielen E-Reader in Fachzeitschriften in die Kategorie der exotischen Produkte. Kein Wunder: erst seit letztem Jahr gibt es auf dem deutschen Markt eine nennenswerte Palette lieferbarer Modelle. Das Computermagazin c’t widmet nun den elektronischen Lesegeräten ein Themen-Special. Unter dem Titel „Das universelle Buch“ gibt es eine solide Einführung: vorgestellt werden E-Book-Formate & E-Book-Shops im Internet, Möglichkeiten elektronischer Lektüre auf Smartphones sowie ein Howto zum Erstellen von epubs. Im Mittelpunkt steht jedoch ein ausführlicher Gerätetest.

Kindle 2: technisch hervorragend, aber zu wenig deutscher Content

kindle ereader c't magazin test.jpgDen Anfang macht Amazons Kindle2: mit der Technik & Benutzerfreundlichkeit sind die Tester sehr zufrieden, bemängeln jedoch den fehlenden deutschen Content: „In Deutsch gibt es nur einige Klassiker sowie drei Periodika: Die FAZ, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche“. Lesen lassen sich allerdings keine E-Books im epub-Format. Selbst die Konvertierung von PDF, HTML oder Bildern für das Kindle geht nur per E-Mail an den Konvertierungsdienst von Amazon – pro Dokument muss man einen Dollar zahlen.

Cybook Opus: rasanter Seitenaufbau, aber nicht trudelsicher

cybook opus ereader bookeen c't magazin test.jpgMindestens genauso gut schneidet Bookeens 5-Zoll-Reader Opus ab: „Beim Blättern macht das Cybook eine gute Figur: Der Seitenaufbau liegt bei knapp über einer Sekunde, die erkannten Formate werden sauber dargestellt und die Texte lassen sich sehr gut anpassen.“ Problematisch schien allerdings der Lagesensor, der den Bildschirminhalt automatisch ausrichtet: „Häufiges Schwenken brachte den Reader ins schwitzen und führte zweimal zum Absturz.“

Hanvon N518: gut im Handlesen, schlecht in Deutsch

hanvon e-reader N 518.jpgEinen echten Exoten stellt c’t mit dem Hanvon N518 vor. Das wie der Opus mit 5-Zoll-Display ausgestatte Gerät wird in Deutschland von Hexaglot vertrieben und kann mit Stifteingabe und Handschriftenerkennung aufwarten. Letztere hat jedoch auch ihre Tücken: sie erwies sich zwar als reaktionsschnell und treffsicher auch für Deutsch – „doch das Umstellen auf Englisch stellte sich als Einbahnstraße heraus: Danach gelang es nicht mehr, die deutsche Erkennung zu reaktivieren“.
Moniert wurde übrigens auch die schlampige Übersetzung der deutschen Menüführung.

Irex Digital Reader 1000S:

Irex Digital Reader 1000S ereader test c't magazin.jpgMit dem Irex Digital Reader 1000S nahm c’t einen der ältesten und zugleich größten Reader auf dem deutschen Markt mit in den Test auf. Das 10,2 Zoll große Lesegerät brillierte naturgemäß besonders bei der Anzeige großformatiger PDFs. Außerdem lassen sich mehrere Dokumente gleichzeitig öffnen – ein Feature, das bisher kein anderer E-Reader bietet. Größter Nachteil: Das Gerät ist mit 700 Euro aber auch dreimal so teuer wie ein durchschnittlicher 5- oder 6-Zoller.

Iriver Story: ein Spezialist für PDFs und E-Comics

iriver story e-reader c't magazin test.jpgMit dem Iriver Story testet c’t einen optischen Kindle-Klon: das Lesegerät bringt ähnlich wie Amazons Reader sogar eine Tastatur mit. Die Tester waren beeindruckt von den besonderen Display-Fähigkeiten: so kann der iRiver etwa „PDFs unter Aufgabe des Ursprungslayouts neu umbrechen und dann Text un Bilder an die Bildschirmbreite anpassen“. Auch .doc, .xls- und .ppt-Dokumente kann das Gerät besser darstellen als die anderen Testobjekte. Interessantes Detail: der Story eignet sich offenbar auch gut als Comic-Viewer – Bilder in zip-Containern lassen sich in alphabetischer Reihenfolge abspielen – viele E-Comics werden in dieser Form abgespeichert.

Sony PRS-505 / Sony Reader Touch Edition

sony prs505 ereader test c't magazin.jpgGut und günstig: so könnte man das Testergebnis für Sonys Klassiker PRS-505 zusammenfassen – denn der 6-Zoller ist schon für unter 200 Euro zu haben. Nicht so gut schnitt allerdings sein Nachfolger ab. sony ereader touch edition c't magazin test.jpgDas Touchscreen der Touch Edition ist zwar bisher einzigartig auf dem E-Reader-Markt, die Darstellung von Bildern und Texten leidet darunter aber stark: „Der Kontraast ist deutlich schwächer als bei Geräten ohne Touch, das Display spiegelt und ist blickwinkelabhängig.“

Korea statt China: iRivers E-Reader „Story“ exklusiv bei Hugendubel

Korea statt China - Hugendubel verkauft exklusiv iRivers E-Reader Story.gifHugendubel baut seine Präsenz im E-Book-Sektor aus: nachdem im Frühjahr der firmeneigene E-Book-Store an den Start ging, bietet man den Kunden nun mittlerweile auch vier verschiedene E-Reader-Modelle an. Neu dabei ist exklusiv in Deutschland der „Story“-Reader von iRiver. Das Gerät gibt es in den bundesweit 36 Filialen Filialen sowie verschiedenen Sales-Points in Kaufhäusern sowie versandkostenfrei in Hugendubels E-Book-Store.

Der Story-Reader kommt im Kindle-Look daher


Der Story-Reader des südkoreanischen Herstellers iRiver wurde erstmal in diesem Sommer auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellt. Das 6-Zoll-Gerät kommt im Kindle-Look daher, das weiße Chassis hat unter dem Display eine Qwerty-Tastatur. Eintippen lassen sich damit u.a. Anmerkungen und Notizen. Der interne Speicher ist mit 2 Gigabyte recht komfortabel ausgelegt. Mit der aktuellen Firmware lassen sich auch Microsoft-Office-Dokumente öffnen und lesen. Wie bei allen Readern in der Preisklasse zwischen zwei- und dreihundert Euro gibt’s allerdings den Lesestoff nur per USB-Kabel via Laptop oder Desktop-PC.

Demnächst auch bei Amazon, bis jetzt nur bei Hugendubel

Zukünftig soll das Lesegerät auch via Amazon vertrieben werden, zur Zeit gibt es den Story-Reader nur bei Hugendubel (versandkostenfrei für 279 Euro im Online-Shop). Pünktlich zur Buchmesse will sich Hugendubel mit diesem Coup nach eigenen Angaben auch „als eBook-Händler und Verkäufer digitaler Inhalte noch stärker positionieren“ und sich von Wettbewerbern im Buchhandel oder im Internet absetzen. Im E-Book-Store sind bisher etwa 30.000 Titel zu finden, das Angebot soll bis Ende des Jahres aber noch ausgeweitet werden. Neben dem Story-Reader verkauft Hugendubel auch Lesegeräte von Sony (PRS 505/PRS 600) sowie Bookeen (Cybook Opus).

Die Rückkehr der Klon-Reader: iRiver & Elonex präsentieren „neue“ Geräte

Die Schallmauer von 200 Euros für einen 6-Zoll-E-Reader beginnt offenbar zu bröckeln. Der englische Hersteller Elonex hat jetzt einen E-Reader für die Buchhandels-Kette Borders herausgebracht, der 179 Pfund kostet, umgerechnet kaum 210 Euro. Bei näherem Hinsehen kommt einem das Gerät gleich bekannt vor: es ist wieder einmal ein Klon des Netronix-600, der bereits seit 2007 produziert wird. Elonex alias CyBook alias Cool-ER. Gleiches gilt für ein Gerät names „Libre„, das der japanische Hersteller iRiver zur Zeit in Taiwan zusammenschustern lässt. (mehr …)