iPad killt iRex: Niederländischer E-Reader-Hersteller steht vor dem Konkurs

irex e-reader DR800 pleitegeier.gifDer Pleitegeier kreist über iRex Technologies. Der E-Reader-Hersteller aus dem niederländischen Eindhoven brachte mit dem iLiad bereits 2006 ein E-Ink-Lesegerät auf den Markt. Zuletzt setzte man die Hoffnungen auf den neuen Touch-Screen-Reader DR800. Doch in den USA waren die Verkaufszahlen niedriger als erwartet. Nun könnte iRex das erste Unternehmen der noch jungen Branche sein, dass seine Pforten schließen muss – oder von einem Konkurrenten übernommen wird.

Mit dem Touch-Screen-Reader DR800 wollte iRex den amerikanischen Markt aufrollen

Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Doch auch Early Adopters und Trendsettern geht es manchmal an den Kragen. Diese Erfahrung muss jetzt ausgerechnet das Philips-Spin-Off iRex Technologies machen. Bei der Entwicklung von E-Ink-Readern waren die Eindhovener ganz vorne dran. Als der erste iLiad-Reader mit E-Ink-Display im Jahr 2006 auf den Markt kam, war elektronisches Papier fast noch Science-Fiction. Etwas utopisch wirkten auf die meisten Kunden aber auch der Preis, den man für die ersten Lesegeräte zahlen musste, und Lesestoff war auch eher knapp. Das hat sich längst geändert, und im letzten Jahr wollte iRex mit dem DR800SG den US-Markt aufrollen – das 8-Zoll-Gerät brachte zum anvisierten Preis von 399 Dollar ein Wacom-Touch-Screen mit, drahtloses Netz (3G) sowie den direkten Zugang zu Barnes&Nobles E-Book-Store. Durch den Verkauf über die Einzelhandelskette BestBuy sollte der Verkauf zusätzlich angekurbelt werden. Leider spielte die amerikanische Zulassungsbehörde FCC nicht mit – das offizielle Prüfsiegel kam viel später als erwartet. Während Amazon zum Weihnachtsfest Verkaufsrekorde melden konnte, blieben die iRex-Geräte unter Verschluss.

iRex bietet Potential für Investoren – für 2011 ist ein E-Reader mit Farb-Display angekündigt

Dann brach auch schon das Jahr des Tablet-PCs an: Mit dem Beginn des iPad-Hypes schmolzen nicht nur die finanziellen Reserven von iRex dahin, sondern offenbar auch das Vertrauen der Banken. Diese Woche meldete das Financieele Dagblad, iRex Technologies habe bei den Gerichten einen Vergleichsverfahren beantrag. „Er is geen cash en de banken zijn voorzichtig in deze tijd (Es ist kein Geld da und die Banken sind zur Zeit vorsichtig)“, wurde iRex-Chef Hans Brons vom FD zitiert. Größter Gläubiger ist die Deutsche Bank. Mindestens 5 Millionen Euro sollen notwendig sein, um die Liquidität wieder herzustellen. Dem Vergleichsverwalter Martijn Kemps zufolge könnte das Geld von Investoren aus den USA oder aus Asien kommen. Potential dürfte iRex auf jeden Fall haben – sowohl der DR800SG wie auch das 10-Zoll-Gerät DR1000 sind vom Preis-Leistungsverhältnis her durchaus konkurrenzfähig. Außerdem hat iRex für 2011 einen E-Reader mit Farb-Display angekündigt – die Technik soll von PixelQi stammen.

Drahtlose Konkurrenz für Kindle: WiFi-Reader von Sony, txtr & Irex starten bis Ende 2009

WiFi für E-Reader-Sony txtr und Irex bringen neue Geraete auf den Markt_Pixelio_Heinrichs-Noll.gifLange Zeit war Amazons Kindle in der Liga der WiFi-fähigen Reader allein auf weiter Flur. Das ändert sich nun schlagartig: Sony präsentierte diese Woche mit dem „Reader Daily Edition“ einen drahtlosen E-Reader mit 7-Zoll-Display, das Berliner Startup txtr kündigte für seinen 6-Zoller die Kooperation mit E-Plus an, und Irex ließ verlauten, sein WiFi-fähiger 8-Zoll-Reader werde mit Content von Barnes&Noble versorgt. Die drei Geräte sollen bis Ende 2009 in den Handel gelangen.

Mit Sonys „Reader Daily Edition“ Tag für Tag drahtlos einkaufen- ohne zusätzliche Kosten?

Die Karten im E-Book-Geschäft werden bis Ende des Jahres neu gemischt: neben epub als Standard für E-Book-Formate wird es einen neuen Standard für High-End-Reader geben: WiFi. Bisher gab es nur zwei Möglichkeiten, drahtlos in E-Book-Stores zu shoppen – entweder musste man in den USA leben und einen Amazon Kindle besitzen, oder zur Gemeinde der iPhone und iPod-Touch-Fans gehören. Grundsätzlich kommt der kommerzielle Lesestoff für alle E-Reader
aus dem Internet. Bisher allerdings zumeist über die USB-Schnittstelle von PC oder Laptop. Sony will nun als erster Konkurrent die digitale Nabelschnur kappen: das diese Woche präsentierte Geräte namens „Reader Daily Edition“ wird über das UMTS-Netz von AT&T drahtlos mit Sony „eBook Store“ verknüpft. Der Name des 7-Zoll-Readers ist durchaus ernst gemeint. Da die User keine direkten Mobilfunk-Gebühren bezahlen müssen, können sie bequem nicht nur Bücher, sondern auch ihre Zeitung Tag für Tag online beziehen. Wer nicht kaufen will, kann aber auch leihen. Dank eines Features namens „Library Finder“ dürfen Sony-Kunden über den ebook Store E-Books aus ihrer lokalen Bibliotheken ausleihen. Erstmal müssen die WiFi-Freunde jedoch abwarten: Ausgeliefert wird Sonys neuer Reader ab Dezember.

In Deutschland gibt’s nicht umsonst: txtr-Kunden können aber auf eine WiFi-Flatrate hoffen

Ein echter Erlkönig ist bisher der txtr-Reader aus Berlin. Er wird zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober ins Rampenlicht gerückt. Doch wissen wir seit dieser Woche zumindest ein bisschen mehr. Denn txtr hat gegenüber der Presse den Mobilfunkanbieter Ecotel als Kooperationspartner für sein neues Lesegerät vorgestellt. Über das von Ecotel genutzte EDGE-Netz von E-Plus wird sich „txtr“ mit dem txtr-Onlineshop verbinden. Allerdings gibt’s an der Spree nichts umsonst: gegenüber heise online widersprach txtr anderslautenden Berichten aus der Blogosphäre. Die txtr-Nutzer sollen stattdessen zwischen unterschiedliche Gebührenmodellen wählen können, zum Beispiel Prepaid oder eine Flatrate. Das Angebot im txtr-Store soll von Comics bis zu PDFs und PowerPoint-Präsentationen reichen – und natürlich jede Menge E-Book-Belletristik. Die Berliner setzen ähnlich wie andere Wettbewerer auf die Kombination von freien E-Books und kommerzieller Ware. Dafür stehen Kooperationpartner wie libri und ciando ebenso wie gutenberg.org. Insgesamt verspricht txtr die „umfassendste Angebot kommerzieller epub-Titel in Deutschland“. Zumindest ab Ende 2009.

Nicht T-REX, sondern Irex: 8-Zoll-Reader mit WiFi

„Wir werden die Dynamik des Marktes verändern“, verspricht Kevin Hamilton, Nordamerika-Chef von Irex Technologies. Auch bei Irex weiß man nämlich, dass der direkte Draht vom Kunden zum E-Book-Store das A&O im Business ist. Der ebenfalls für Ende 2009 erwartete 8-Zoll-Reader von Irex wird deswegen die Leser mit dem Online-Store von Barnes&Noble verbinden. Das kündigte Irex diese Woche an. Nach PlasticLogic, deren Reader für 2010 angekündigt ist, wird Irex damit der zweite Geräte-Partner des größten US-Buchhändlers mit ingesamt fast 800 Filialen. Damit können Irex-Nutzer beim Online-Shoppen von B&N’s neuer Preispolitik profitieren – gerade erst hat man nach dem Vorbild von Amazon einen neuen Schwellenpreis für E-Books von 9 Dollar 99 eingeführt. Eine Klasse für sich sind der Irex Reader wie auch Sonys Daily Edition allerdings beim Bedienungskomfort. Denn die Lesegeräte kommen mit Touch-Screen in den Handel. Doch schon WiFi alleine hat natürlich seinen Preis: keines der Geräte dürfte bei der Markteinführung weniger als 299 Dollar kosten – soviel muss man für den aktuellen Kindle bezahlen.

(via heise.de, macworld.com, pcworld.com, prnewswire.com)

Bild: Pixelio/Heinrichs-Noll

E-Reader im Schul-Einsatz: Gute Idee, aber bitte mit Touch-Screen!

E-Reader-in-der-Schule_Gute Idee aber bitte kein Kindle.gifAmazon macht gute Lobby-Arbeit. Mittlerweile wird in den USA diskutiert, alle Schüler mit einem E-Reader auszurüsten. Natürlich mit mit einem Kindle-E-Reader. Das Democratic Leadership Council fordert nun, unter dem Motto „A Kindle in Every Backpack“ einen Testlauf mit rund 400.000 Schülern durchzuführen. E-Books für die Schule: eine gute Idee. Doch ist der Kindle-Reader dafür geeignet? Technisch ist das Gerät veraltet: längst gibt es Alternativen wie etwa den iRex 1000s, mit denen sich Dokumente auch bearbeiten lassen. Apropos Touch-Screen: das One-Laptop-per-Child-Projekt hat mit dem OLPC XO2 für 2010 ein Gerät mit Dual-Touchscreen angekündigt — gehört die Zukunft vieleicht der Kombination von Laptop und E-Reader?

Die nächste Generation der E-Reader erlaubt das Bearbeiten und Kommentieren von Dokumenten

E-Ink-Displays können bisher nur eins: Texte und — mit Einschränkungen — Bilder schwarz auf weiß darstellen. Die nächste Generation der E-Reader wartet mit einigen technischen Neuerungen auf: schnellerer Seitenaufbau, Farb-Displays und vor allem: Touch-Screens. Das ermöglicht eine wichtige Ergänzung: Informationen auf dem Display lassen sich damit direkt bearbeiten und kommentieren. Im Fall des iRex 1000s etwa wird dazu ein spezieller Stift eingesetzt, der auf dem Display schreiben kann. Die Technik stammt von Wacom, einem Anbieter, der sich auf Stifttabletts spezialisiert hat.

Der perfekte E-Reader für die Schule ist so etwas wie die „Schiefertafel 2.0“

In der Praxis sieht der E-Reader der Zukunft ein wenig aus wie die Schiefertafel 2.0. Der iRex-Hersteller hat dank der Stift-Tablett-Funktion bereits einige Erfolge in Nischenmärkten erzielt: so benutzen viele Piloten den E-Reader als „Electronic Flight Bag“. Sie haben also damit etwa Kartenmaterial und technische Instruktionen immer zur Hand. Nun visiert iRex mit seinen Geräten — die über 10-Zoll-Displays mit 16 Graustufen verfügen — auch den E-Newspaper- und Schulbuchmarkt an. Das einzige Manko der neuen Geräte liegt bisher auf der Software-Seite: offene Standards wie epub werden noch nicht unterstützt.

Aber mal ganz unter uns: Braucht man in der Schule nicht doch eher voll funktionsfähige Laptops?

Ein anderes Gerät hat sich in den Schulen der westlichen Welt bereits seit Jahren etabliert: das normale Laptop. Schulbücher im PDF-Format kann man natürlich so auch sehr gut lesen und gleichzeitig produktiv tätig sein. Gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass E-Reader und Laptop in wenigen Jahren zu einem Gerät verschmelzen. Das zeigt ein Blick auf das für 2010 angekündigte OLPC XO-2 (siehe Foto), die zweite Generation des „100-Dollar-Laptops“ für Entwickklungsländer. Dabei handelt es sich nämlich um ein Dual-Touchscreen-Modell: Die beiden Screens werden in diversen Modi verwendbar sein. Horizontal ergibt sich ein normaler Laptop, der per Touchscreen-Tastatur bedient wird. Vertikal nebeneinander könnten zwei Seiten wie in einem Buch dargestellt werden, und flach aufgeklappt dient das Dual-Touch-Display als großes Tablet, z.B. um Landkarten darzustellen. Das neue Gerät soll übrigens nur 75 Dollar kosten: Wäre doch auch für die „Erste Welt“ was…

Sony senkt E-Reader-Preis: PRS-505 jetzt günstiger als Bookeens Cybook

sony-reader-prs-505-jetzt-gunstiger-als-cybookIts not a trick, it’s a sony: Nun ist auch Sonys E-Reader PRS-505 für 249 Euro zu haben. Seit der Markteinführung im Frühjahr musste man für das Lesegerät immerhin 50 Euro mehr berappen. Die Rabattschlacht geht sogar noch weiter: Während der Ferienzeit gibt es für die Käufer des Sony-Readers zwei Gratis-E-Books sowie einen Reisegutschein im Wert von 100 Euro dazu. Einlösen kann man den Reisegutschein beim Kooperationpartner berg-meer.de, für die E-Books gibt es einen Aktionscode zum Download direkt bei Sony. Geshoppt werden kann ab sofort: bei Online-Portalen wie Libri und Buch.de ist der PRS 505 bereits zum neuen Schwellenpreis zu haben. (mehr …)