E-Reader: 5 Essentials für die Killer-Applikation im E-Book-Handel

Eins ist sicher: der Amazon Kindle kommt erstmal nicht nach Deutschland. Ansonsten bleibt der E-Book-Markt hierzulande eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Welche Display-Technik wird sich durchsetzen? Welche E-Book-Formate? Wer wird den „iPod“ der E-Book-Branche erfinden, die Killer-Applikation, die den endgültigen Durchbruch verschafft? E-Book-News.de hat 5 Essentials herausgefiltert, die unserer Meinung nach die Pole Position im E-Reader-Geschäft garantieren könnten. Das Ergebnis ist überraschend: die E-Ink-Technologie z.B. ist gar nicht entscheidend…

Japan und die USA machen es vor: E-Books und E-Newspaper drahtlos und in Farbe

Die zentralen Zukunftsmärkte im E-Book-Geschäft sind Japan und die USA. In punkto Technik sind dort zwei Faktoren entscheidend für den Erfolg von E-Readern:

  • 1. Essential: W-LAN-Fähigkeit
  • 2. Essential: Farbiges Display

Nicht nur Nippons Jugend, fast alle Japaner sind handyverrückt: sie konsumieren auch Mangas, E-Books und Zeitungen auf dem Display der Mobiltelefone. Mobil, drahtlos, und auf Farb-Displays>. Etwas anders sieht es in den USA aus: hier gibt es eine kleine, aber kaufstarke E-Book-Community, die über den WLAN-fähigen Amazon Kindle Bücher liest, aber auch Zeitungen und Magazine drahtlos per Abonnement bezieht. Bis auf weiteres jedoch in Schwarz-Weiß. Was u.a. für Sponsoren die Möglichkeiten zur Anzeigengestaltung begrenzt. Doch es geht schon farbig: das beweist Apple. Viele iPhone- und iPod Touch-Besitzer laden nicht nur E-Books drahtlos auf ihre Geräte, sondern auch bunte E-Comics.

Was der Branche noch fehlt, ist E-Ink-Technik zum Anfassen…

Wer schon mal auf iPhone oder iPod gelesen hat, kennt einen weiteren Vorteil dieser Geräte. Mit einem Fingertipp auf das Displays kann man umblättern oder die Seite vergrößern. Auch diese intuitive Bedienungs-Möglichkeit dürfte entscheidend sein für den E-Book-Reader der Zukunft:

  • 3. Essential: Touch Screen Display

E-Ink-Displays mit Touch-Screen gibt’s bisher noch nicht, wurden jedoch hier und da schon mal angekündigt. Das Rennen könnten in der Zwischenzeit in Europa — ähnlich wie schon in Japan — Geräte machen, die nicht primär als E-Reader konzipiert worden sind. Für „Unterwegs“-Anwendungen sind viele Handhelds und Smartphones ideal, denn sie bringen die E-Book-Lesefunktion gleich als Zusatznutzen mit. Doch auch in der üblichen 6-Zoll-Disziplin gibt es möglicherweise schon bald Konkurrenz für E-Ink: Apple plant mit dem iPad das „nächste große Ding“, einen iPod mit größeren Display. Ein Problem ist allerdings der Preis: Branchen-Insider rechnen anfangs mit etwa 700 Dollar, also fast doppelt soviel wie ein Amazon Kindle.

Schon Tucholsky wusste bescheid: „Macht die Bücher billiger!“

Early Adopters legen gerne etwas drauf, um neue Technologien auszuprobieren. Doch ein massentaugliches Produkt muss auch von den Massen bezahlt werden können. Damit sind wir bei den nächsten beiden Essentials: die Preise von Geräten und E-Books. Ideal wären:

  • 4. Essential: Niedrigere Gerätepreise (unter 200 Euro)
  • 5. Essential: Niedrigere E-Book-Preise (unter 10 Euro)

„Old Europe“ trägt den Titel hier mal zu Recht: das E-Book-Geschäft läuft schleppend. Schuld sind die happigen Preise für Geräte mit einer bald schon veralteten E-Ink-Technologie in Schwarz-Weiß. Gadgets von Sony, Bookeen und Philips (iRex) liegen noch jenseits der 200 Euro, Geräte mit WLAN-Funktion sogar zwischen 400 und 700 Euro. die Preise für E-Books werden in Deutschland — Stichwort: Buchpreisbindung — künstlich hochgehalten. Das dürfte auch Amazon die Lust auf den deutschen Markt verdorben haben. Dabei wären auch anders kalkulierte Modelle denkbar, etwa Preisnachlässe durch die Koppelung von Gerätekauf und Buch-/Zeitungsabonnement. (Die bisherige Preisgestaltung kann mit offenen Standards wie dem Leseformat epub nicht wieder wettgemacht werden, deswegen wurde epub hier nicht in die Liste der Essentials aufgenommen.)

Ist mit Apples iPod nicht schon die Killer-App für E-Books auf dem Markt?

Fazit: Bevor E-Ink-Displays mit Farbdarstellung nicht nur serienreif sind, sondern auch zu bezahlbaren Preisen in W-LAN-fähigen Geräten erhältlich sind, dürften andere Geräte das Rennen machen. Der E-Book-News-Favorit für den deutschen Markt ist der iPod Touch. Apples Gadget erfüllt vier Essentials problemlos: Farb-Display, Touch-Screen, WLAN-Fähigkeit, sowie niedriger Gerätepreis (unter 200 Euro). In punkto E-Comics, die z.T. für Centbeträge im App-Store downloadbar sind, bekommt man sogar äußerst günstigen Lesestoff. Den epub-Standard gibt’s dank Reader-Software wie Stanza noch obendrauf.

[e-comic-review] Hasta la vista auf dem iPod Touch: Terminator als E-Comic


Von wegen „Sand in the Gears“. Der Untertitel des neuen Terminator--E-Comics von IDW trifft zwar die Fiktion, aber nicht die Realität. Das Prequel zum Kinofilm Terminator IV beweist schließlich, wie gut geschmiert das Getriebe der Kulturindustrie läuft. Die Verwertungskette umfasst die Welt von Playstation & Blockbuster-Kino bis hin zum iPhone. Wer die Bildergeschichte auf iPhone oder iPod an sich vorbeiziehen lässt, merkt aber auch die medial bedingten Qualitätsunterschiede. Die Autoren Dara Naraghi (Storyline) und Alan Robinson (Zeichnungen) entwerfen Bilder einer post-apokalyptischen Welt, nicht ganz so aseptisch wie die computergenierten Landschaften des Films. Eher schon wie klassischer Cyber-Punk. Damit gewinnt die vierteilige Serie einiges an Eigenwert. Ohnehin ist die Handlung anders als im Film global angelegt. (mehr …)

[e-comic-review] Beam me up, Steve: Star Trek als E-Comic auf iPhone und iPod

Der neue Star Trek-Film (Kinostart: 7. Mai) spielt in ferner Zukunft, genauer gesagt im Jahr 2258. Und zugleich in der Vergangenheit, denn es geht in dem „Prequel“ um die Jugendjahre von Kirk, Spock & Co. Für iPhone-Besitzer nichts neues: denn sie kennen viele Details dieses Handlungstrangs schon aus dem E-ComicStar Trek: Countdown„. Die Sci-Fi-Bildergeschichte stammt wie das Filmdrehbuch aus der Feder von Robert Orci, Alex Kurtzman und J.J. Abrams. Im Zentrum steht die Biographie des romulanischen Leinwand-Bösewichts Nero. Die vierteilige Comic-Reihe soll die Vermarktung des Kino-Films unterstützen. Dabei geht man auch medial neue Wege: Der amerikanische Verlag IDW bietet den von David Messina gezeichneten Pre-Prequel nicht nur als Print-Version an, sondern eben auch im iTunes-Store für iPhone und iPod Touch. Heißt die Fortsetzung von „Video killed the radio star“ also bald „iPhone tötet die Heftchen-Helden?“ (mehr …)

Das Buch 2.0 heisst iPhone: E-Books auf dem Handy legen kräftig zu

Immer mehr Menschen lesen Bücher auf dem iPhone. Im App Store wächst keine Kategorie so rasant wie die der E-Books. Einer Untersuchung von O’Reilly Media zufolge betrug der Zuwachs in den letzten drei Monaten sogar 285 Prozent. Das starke Wachstum hat jedoch einen einfachen Grund: Viele Anbieter verkaufen ihre Bücher als einzelne iPhone-Apps, und die Konvertierung eines vorhandenen E-Books für den App-Store ist weniger aufwändig als die Entwicklung einer Spiele- oder Utility-Software. Verstärkte E-Book-Präsenz auf dem iPhone zeigt zudem Amazon: (mehr …)

Mehr als eine Handvoll Dollar: So viel kostet die Produktion eines Amazon Kindle

Karten auf den Tisch: Amazon verdient mit dem E-BookReader Kindle pro Gerät etwa 170 Dollar. Die Rechnung ist einfach. Der Herstellungspreis des Kindle liegt bei ca. 185 Dollar, der Verkaufspreis des E-Book-Readers bei 360 Dollar. Publik gemacht hat die Kalkulation iSuppli, ein Dienstleister, der sich auf „Teardown Reports“ spezialisiert hat. Teure Gadgets werden auseinandergeschraubt, die Einzelteile inspiziert und deren Preis berechnet. So soll Transparenz für Mitbewerber hergestellt werden. Teuerstes Einzelteil des Kindle ist das E-Ink-Display. Es schlägt mit 60 Dollar zu Buche. Gleich nach dem Display des Kindle kommt die W-LAN-Karte: (mehr …)

Kindle E-Books kommen jetzt auch auf’s iPhone

iPhone-Nutzer können ab sofort auch E-Books im Kindle-Format auf ihrem Handy lesen. Wie der Blog ReadWriteWeb berichtet, ist via Apple Store eine entsprechende iPhone-App erhältlich, mit der man die E-Books auf das Display des Mobiltelefons bringen kann. Ein normaler Internet-Download vom iPhone aus ist allerdings nicht möglich, die Dateien werden über eine spezielle Funktion der Kindle-Site direkt an das iPhone geschickt. Die iPhone-Offensive soll offenbar Amazons E-Book-Absatz weiter ankurbeln. Amazon-Vize Ian Freed zufolge erwartet Amazon durch die neue Möglichkeit, Kindle-Bücher ohne Kindle zu lesen, (mehr …)

Erobert Amazon mit neuer Kindle-App das iPhone?

„Was wird mit WhisperSync“? Schon bevor der neue Kindle 2 Anfang Februar in New York präsentiert wurde, machten Gerüchte um die zukünftigen Features für Amazons E-Reader die Runde. Darunter die Möglichkeit, ein E-Book im Kindle-Format nicht nur auf verschiedenen Kindles (zu Hause, im Büro, im Ferienhaus…) zu lesen, sondern auch auf anderen Geräten, insbesondere auf dem PDA, Laptop oder Handy. „Wir arbeiten daran, Kindle E-Books auf verschiedenen Mobiltelefonen verfügbar zu machen“, bestätigte kurz vor der Premiere sogar Amazon-Sprecher Drew Herdener der New York Times. (mehr …)

Japanische Zeitungen setzen in der Krise auf das iPhone

Während in den USA und in Europa jede Zeitung für sich stirbt, rückt man in Asien zusammen. Wie readwriteweb.com berichtet, versuchen nun drei große japanische Zeitungen, gemeinsam der Krise zu trotzen. Dabei setzen sie voll auf das iPhone. Die drei Zeitungen betreiben bereits über das NikkeiAsahi-Yomiuri-Netzwerk eine gemeinsame Website. Dort konnte man schon seit einiger Zeit die Artikel der jeweiligen Ausgaben online lesen. iPhone-Besitzer können aber jetzt noch mehr: (mehr …)

Neues iPhone: endlich ein E-Book-Reader für 99 Dollar

Die Business-Insider pfeifen es von den digitalen Dächern: Apple könnte noch in diesem Sommer ein Einsteiger-I-Phone auf den Markt bringen, das die Preisgrenze von 100 Dollar durchschlägt. Mit leicht abgespeckter Technik, anderen Nutzungsbedingungen, aber immerhin: ein echtes für die (nicht ganz so gut betuchten) Massen. Das dürfte nicht zuletzt dann neue Dynamik in den E-Book-Markt bringen. Denn offenbar ist der Telefonier-Apfel zu einem der erfolgreichsten mobilen Lesegeräte geworden, seitdem die US-Firma Lexcycle mit “Stanza” eine Software auf den Markt gebracht hat, die E-Books für das I-Phone nun ja, … stanzt. Denn die User können damit z.B. ihre eigenen Texte in das offene .epub-Format übertragen und auf dem Handy lesen. Oder aber aus dem “eingebauten” Online-Katalog mit über 100.000 Titeln Bücher downloaden. Genausogut natürlich auch von freien Portalen wie Project Gutenberg, free-ebooks.net usw. Während einige Zeitgenossen den Berufspessimisten geben, was das Lesen außerhalb der E-Ink-Sphäre betrifft, haben die User bereits Tatsachen geschaffen: bis Anfang 2009 wurde die im Sommer 2008 präsentierte E-Book-Software Stanza schon eine Million mal heruntergeladen. Nur eins geht bisher nicht: mit DRM für die freie Benutzung gesperrte Formate lassen sich nicht aufs übertragen. Offenbar kann man also auch ohne Kopierschutz erfolgreich sein…