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Der Zufall kann dein Killer sein: Thriller-Autorin Silke Nowak im Interview

silke-nowak-thriller-autorin-im-interviewSeit ihrem Krimi-Debüt mit „Schneekind“ und „Spiel Ende“ gehört Silke Nowak zu den Shooting Stars im deutschen Kindle-Store – mit „Penelopes Tod“ legt die studierte Literaturwissenschaftlerin jetzt einen neuen Thriller vor. Erzählt aus der Ich-Perspektive, taucht der Leser ein in das Leben von Penny, das durch einen Schicksalsschlag völlig verändert wird: Ihr Freund Chris erleidet beim Segeln durch die Karibik einen Schlaganfall. In der Folgezeit stößt Penny auf seltsame Dinge: offenbar hat Chris ein Doppelleben geführt, und dieses Wissen bringt beide in große Gefahr. E-Book-News sprach anlässlich des Buch-Starts mit der Autorin.

E-Book-News: Was ist das Thema, die Essenz von „Penelopes Tod“ – in einen twitterfähigen Satz zusammengefasst?

Silke Nowak: Nur der Zufall entscheidet, ob du lebst oder stirbst.

Ihre Romane werden von den Lesern in verschiedenster Weise gelobt, besonders interessant fand ich unter den ersten Rezensionen von „Penelopes Tod“ dabei die Bemerkung, der Text würde das „Kopfkino“ in Gang bringen. Wie schafft man so etwas?

Das ist ein interessanter Punkt. Denn es gibt Komponenten des Schreibens, bei denen ich mir – durch das Schreiben – tatsächlich eine Art Technik angeeignet habe, etwa in der Plotentwicklung oder Dialoggestaltung. Aber für das bildliche Schreiben ist das nicht der Fall. Das passiert mir einfach so. Allerdings bin ich ein Augenmensch und habe einen Hang zum Bild. Vielleicht deshalb.

Weibliche Hauptpersonen wie etwa eine ermittelnde Kommissarin gab es bisher schon in Ihren Krimis, „Penelopes Tod“ wird nun aus der Ich-Perspektive von Penny erzählt – warum war Ihnen das bei dieser Geschichte so wichtig?

Die Ich-Perspektive hat einfach funktioniert. Manchmal gibt es das: Du hast eine Figur und du hast ihre Stimme – und dann folgst du ihr wie einem Blindenhund.
Natürlich ist die Ich-Perspektive auch ideal für eine Geschichte, in der Dinge passieren, die unheimlich sind oder unerklärlich scheinen. Denn man weiß ja immer nur so viel wie das erzählende Ich.
Außerdem ist die Ich-Perspektive ein tolles Mittel, um die Leser zu täuschen. Denn Leser/Menschen vertrauen einem erzählenden Ich, zumal wenn man es mit sympathischen Merkmalen ausstattet. Bis sie merken, dass da etwas nicht stimmt …

Für den Plot sehr wichtig ist die Tatsache, dass Pennys vermeintlicher Traummann einen Schlaganfall erleidet, und viele Details sind hier sehr realistisch erzählt, was die Leser ebenfalls loben. Welche Rolle spielt eigentlich die Recherche bei der Vorbereitung eines Thrillers?

Ich bin von Haus aus Wissenschaftlerin und da gehört für mich Recherche selbstverständlich dazu. Wenn ich über das Thema Schlaganfall schreibe, lese ich mich in das Thema ein, spreche mit Ärzten und vor allem mit Betroffenen. Aber meine Bücher leben nicht von der Recherche. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf einer stimmigen Geschichte – und da müssen halt auch die Fakten stimmen.
„Penelopes Tod“ war für mich allerdings etwas Besonderes, was die Fakten betrifft. Denn der Roman beruht auf einer wahren Geschichte: Das, was Chris Winter in diesem Roman passiert, ist dem Mann einer Freundin von mir wirklich passiert. Indem ich Anteil an ihrem Schicksal genommen habe, habe ich hautnah Erfahrung im Umgang mit Betroffenen gesammelt.


Weitere Infos zur Autorin & ihren Büchern gibt’s auf http://silkenowak.de/

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Silke Nowak,
Penelopes Tod. Thriller
E-Book (Kindle) 0,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 8,95 Euro
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„Ich schreibe über das Leben und lebe vom Schreiben“: Andreas Adlon im Interview

adlon_ausradiert_Teil2-rundEine deutsche Austauschschülerin verschwindet kurz vor ihrer Rückkehr aus den USA – als ihr Vater Nachforschungen anstellt, stellt sich heraus: angeblich war sie nie dort, niemand will sie gesehen haben. Alles nur Einbildung? Oder eine Verschwörung? Als Andreas Adlon 2012 den Thriller „Ausradiert – Nicht ohne meine Tochter“ herausbrachte, stürmte das Buch an die Spitze der Kindle-Charts. Bis heute verkaufte sich der Bestseller mehr als 150.000 mal, damit gehört Adlon zu den erfolgreichsten Self-Publishern in Deutschland. Anlässlich der Fortsetzung „Ausradiert – nicht ohne meinen Dad“sprach E-Book-News mit dem Erfolgsautor.

E-Book-News: Ausradiert war ursprünglich mal als Einzeltitel geplant. Warum haben Sie drei Jahre nach dem Start jetzt doch einen Fortsetzung veröffentlicht?

Andreas Adlon: Die vielen, vielen postiven, wie auch kritischen Rückmeldungen ermutigten mich dazu. Von meinen Lesern erhielt ich Fragen, Antworten, Wünsche. Diese nahm ich dankend auf und konzipierte die Fortsetzung „Ausradiert – Nicht ohne meinen Dad“ – zwei Jahre später.

Sie schreiben sowohl Thriller, die in den USA spielen, also auch Regionalkrimis, die an der Nordsee spielen. Wo fühlen sie sich schriftstellerisch zu Hause?

Ach wissen Sie, jedes Buch ist wie ein eigenes Kind. Ich mag alle mein ‚Kinder‘ gleichermaßen. Vielleicht schreibe ich mal einen Thriller, der in Deutschland spielt (lacht).

Was ist ihr nächstes Buchprojekt?
Nach ‚Tod im Netz und ‚Wahre Lügen‘ wird gegen Ende 2015 Band 3 der Nordseekrimi-Reihe um die Kommissare Lisbeth Eicken und Paul Schweigert erscheinen.

Was sollte ihre Leser über Sie privat wissen?

Ich liebe die Menschen, ich liebe das Leben. Ich denke, dass kommt in meinen Büchern rüber. Also schreibe ich über das Leben und leben vom Schreiben.

Hinweis: „Ausradiert – nicht ohne meinen Dad“ wie auch „Ausradiert – nicht ohne meine Tochter“ sind via Amazon sowohl als E-Book wie als Taschenbuch lieferbar.

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Andreas Adlon,
Ausradiert – Nicht ohne meinen Dad
E-Book (Kindle) 0,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 9,99 Euro
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Andreas Adlon,
Ausradiert – Nicht ohne meine Tochter
E-Book (Kindle) 0,99 Euro
Taschenbuch (Createspace) 10,68 Euro

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„Es gibt nur zwei Extreme: Sprechen oder Schweigen“: Schattenlicht-Autor Martin Bühler im Interview

martin-buehler-schattenlicht-autor-im-interviewAm Anfang stand ein Dachbodenfund: als Martin Bühler sein Elternhaus entrümpelte, entdeckte er in einer Holzkiste ein Manuskript. Plötzlich hielt der Autor die Lebensgeschichte seines verstorbenen Vaters in den Händen, die von den 1920er Jahren bis in die Nachkriegszeit reicht. Was sein Vater Matthias Bühler nie jemandem erzählt hatte – hier stand es (siehe auch die E-Book-News-Leseprobe). Inzwischen haben diese Geschichten zahlreiche Leser fasziniert: Martin Bühler hat die Tagebücher unter dem Titel „Schattenlicht“in eine Romantrilogie verwandelt. Der gerade erschienene Teil 3 von „Schattenlicht“führt an die „Stunde Null“ und in die frühe Nachkriegszeit. Wir sprachen mit Martin Bühler über die Hintergründe von Schattenlicht – und über die Chance, mehr über eine verschwiegene Generation zu erfahren.

E-Book-News: Wie ist die Idee entstanden, aus den Aufzeichnungen Ihres Vaters einen Roman zu machen – und wie haben Sie die richtige Form dafür gefunden?

Martin Bühler: Als ich die Aufzeichnungen unerwartet fand, war ich vom ersten Moment an von den Geschichten gefesselt. Mir war klar, dass ich ein Stück deutscher Zeitgeschichte in den Händen hielt, die auch der Nachwelt erhalten bleiben sollte.
Was die Form angeht, so erhoffte ich mir, mit einem Roman mehr Menschen erreichen zu können als mit der Tagebuchform. Zugleich war mir sehr wichtig, dass es authentisch blieb. Darum habe ich ganz bewusst die Sprache, den Stil meines Vaters beibehalten.

Solche Aufzeichnungen bieten die Chance, eine Lebensgeschichte aus neuer Perspektive kennen zu lernen. Wie hat sich ihr eigenes Bild von Ihrem Vater durch die Arbeit am Roman verändert?

Gerade bei der Kriegsgeneration gibt es ja eigentlich nur zwei Extreme. Die einen sprechen nur über die erlebten Kriegsjahre, die anderen schweigen komplett zu diesem Thema. Mein Vater gehörte eher zu den stillen, verschwiegenen Menschen. Er verarbeitete das Erlebte eben, indem er sein Tagebuch schrieb. Die Sicht auf meinen Vater hat sich insoweit verändert, dass mir früher in jungen Jahren überhaupt nicht bewusst war, was diese Generation geleistet hat. Heute bedaure ich, dass ich nicht viel mehr über diese Jahrzehnte mit meinem Vater gesprochen habe.

In Form des Romans konnten auch viele andere Leser die Lebensgeschichte von Matthias Bühler miterleben. Wie erklären Sie sich das große Interesse, auf das diese Geschichten stoßen?

Interessanterweise, so finde ich, lesen viele junge Menschen „Schattenlicht“. Das hätte ich bei der ersten Veröffentlichung nicht gedacht. Ich glaube, dass das Interesse an geschichtlichen Hintergründen aus der damaligen Zeit zunehmen wird. Gerade weil diese Generation, die noch darüber berichten kann, langsam ausstirbt.

Der jetzt neu erschienene dritte Teil von „Schattenlicht“ beginnt in dem Moment, als der Krieg endet. Was war für Sie der überraschendste Eindruck, den Sie durch Schattenlicht über die frühe Nachkriegszeit gewonnen haben?

Meine Generation (Jahrgang 1973) kennt zum Glück keinen Krieg. Eigentlich dachte ich immer, dass es bei Kriegsende der Bevölkerung recht schnell besser ging. Genau das war aber nicht der Fall, sondern es folgten nach Kriegsende weitere schwierige Jahre.


Zum Inhalt:
Teil 1 von „Schattenlicht“beschreibt Kindheit und Jugend in Balzhausen, einem Dorf auf der schwäbisch-bayerischen Hochebene, aber auch die Folgen der “Machtergreifung” in der Provinz, die Lehrjahre in einer Kemptner Gärtnerei, und endet mit dem schockierenden Erlebnis der “Reichskristallnacht” in Stuttgart.
In Teil 2 von „Schattenlicht“geht die Erzählung weiter – und damit auch Matthias Bühlers Kampf gegen die sozialisierenden Instanzen: mühsam und gegen den Willen der Eltern macht Bühler noch nach Kriegsbeginn sein Abitur, es gelingt ihm sogar, ein paar Semester Chemie zu studieren, dann wird er endgültig zum Fronteinsatz eingezogen, zunächst nach Norwegen. Doch als sein NS-kritisches Tagebuch in die falschen Hände gerät, wird er strafversetzt an die Ostfront.
Teil 3 beginnt, als der Krieg endet – Matthias Bühler kehrt 1945 wie durch ein Wunder unversehrt nach Balzhausen zurück…

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Martin Bühler, Schattenlicht – Biografischer Roman (Teil 3)
E-Book (Kindle) 2,99 Euro

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[Indie-Lounge] „Kern meiner Phantasie ist die Frage: Was wäre, wenn…?“ – Maria Poets im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Maria Poets. Die Literaturübersetzerin hat schon mehr als vierzig Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, seit 2013 veröffentlicht sie nun auch eigene Romane als Selfpublisherin, und das sehr erfolgreich. Mit ihrem aktuellen Thriller „Berechnung“ stand sie zwei Wochen lang in allen Kindle-Kategorien auf Platz Eins. Maria Poets entwirft keine Figuren, sondern sie führt uns Menschen vor, die vertraut und fremd zugleich scheinen, und fasziniert damit viele Leser.

Maria, wie schön, dass du bei uns bist. Du schreibst, dass du in zwei Welten lebst, der Welt der Realität und der Welt der Fantasie. Aus diesen Fantasien entstehen deine Geschichten. Nun schreibst du Krimis und Thriller, und ich möchte dir jetzt keine Mord-Fantasien unterstellen. Wie meinst du das mit der Welt der Fantasie?

Du darfst mir ruhig Mordfantasien unterstellen, die habe ich tatsächlich auch ;-) Der Kern meiner Fantasien ist eigentlich immer die Frage: „Was wäre wenn?“ Was wäre, wenn ich unschuldig im Knast säße? Was wäre, wenn ich im Lotto gewinnen würde? Was wäre, wenn ich als heldenhafte Revolutionärin verfolgt würde? Was wäre, wenn ich mit einem Menschen, den ich absolut nicht leiden kann, in einem Fahrstuhl eingesperrt wäre?
Ich kann dann ziemlich intensiv in diese Was-wäre-wenn-Szenarien eintauchen und male mir alles im Detail aus. Das ist natürlich eine unschätzbare Fundgrube für meine Bücher. Schwierig wird es dann manchmal, wenn ich meine Fantasie der Realität anpassen muss. Aber genau dieses Spiel mit den Grenzen der Realität reizt mich: Könnte das wirklich so passieren?

Du hast einen eigenen Blog. Welche Rolle spielt dein Blog in deinem Gesamtkonzept – für dich und für deine Leser?

Eigentlich würde ich meinen Blog gerne intensiver pflegen, aber leider komme ich zurzeit nur selten dazu. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern Hintergrundmaterial zu meinen Büchern zur Verfügung stellen, ähnlich dem Bonusmaterial auf einer DVD. Außerdem soll der Blog ein Ort sein, an dem ich kürzere Texte veröffentliche, die nicht unbedingt ins E-Book-Format passen.


„Erfolg verschafft Freiraum, mal etwas abzulehnen“


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in deinen Blog, Pflege deines Netzwerks?

Etwa dreißig Stunden in der Woche versuche ich, am Schreibtisch zu sitzen. Die Fantasiereisen dagegen finden ständig und überall statt.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Wenig. Ich habe ja vorher schon selbständig als Übersetzerin gearbeitet, von dort zum selbst Schreiben ist es nur noch ein winziger Schritt. Der Erfolg verschafft mir den Freiraum, Übersetzungen abzulehnen (Frauenromane sind zum Beispiel überhaupt nicht mein Ding) und in Ruhe an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Das genieße ich sehr.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Lest so viele Kreativ-Schreiben-Bücher, wie ihr könnt. Besucht Kurse. Lasst euch sagen, wie man ultimativ ein richtig gutes Buch schreibt. Und dann vergesst den ganzen Scheiß wieder und schreibt darauf los. Das, was von den ganzen Ratschlägen für euch und zu euch passt, ist trotzdem hängengeblieben. Sucht nicht nach einem Patentrezept, denn es gibt keines.


„Texte übersetzen heißt auch: Texte analysieren“


Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Hauptsächlich meine Tätigkeit als Übersetzerin. Natürlich habe ich vorher schon Bücher über kreatives Schreiben etc. gelesen, aber beim Übersetzen hatte ich dann jeden Tag wunderbare (oder auch nicht so wunderbare) praktische Übungsbeispiele. Einen Text von einer Sprache in die andere zu übertragen, bedeutet immer auch, den Originaltext genau zu analysieren, dabei habe ich viel gelernt, wie und warum ein Text „funktioniert“ – oder eben nicht.
Natürlich hilft es auch, andere Bücher ganz genau zu lesen: Warum gefällt mir das eine Buch, das andere aber nicht? Mittlerweile lese ich völlig anders als früher, ich tauche kaum noch in die Geschichte ein, sondern analysiere beim Lesen ständig, welche Techniken der Autor, die Autorin angewendet hat. Manchmal ist das lästig, aber auf jeden Fall lehrreich.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Mir gefällt die Unabhängigkeit, die Entscheidungsfreiheit und die Schnelligkeit, mit der ich ein Buch veröffentlichen kann – denn natürlich will ich, wenn ich ein Buch fertig habe, möglichst schnell wissen, ob es meinen Leserinnen und Lesern gefällt. Manchmal stört mich der hohe Zeitaufwand, der mit dem Selfpublishing verbunden ist. Einerseits macht es mir Spaß, mich um alles selbst zu kümmern (Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung), aber oft würde ich die Zeit lieber fürs Schreiben nutzen.


„Autorenbetreuung bei Amazon Publishing ist klasse“


Du hast deinen Krimi „Mordswald“ mit Amazon Publishing veröffentlicht. Kannst du uns kurz erklären, was das ist?

Amazon Publishing ist der Verlag, den Amazon im Frühjahr 2014 gegründet hat. Die Bücher werden digital und als Print-on-Demand-Ausgabe veröffentlicht, manche auch als Audible. Mein Titel „Mordswald“ wird gerade ins Englische übersetzt. Für die ersten Titel hat Amazon Publishing bereits veröffentlichte Titel gekauft. Inzwischen nehmen sie aber nur noch unveröffentlichte Bücher.

Wie sind deine Erfahrungen damit? Würdest du es wieder tun?

Vor allem geht es ziemlich chaotisch zu … der Verlag ist ja noch ganz neu, da ist vieles noch nicht so eingespielt. Gewöhnungsbedürftig war auch, dass ich einen Teil des Geldes aus den USA bekomme und dafür wieder einmal diese leidigen Steuerformulare ausfüllen musste. Grrr. Klasse finde ich die wirklich herzliche und gute Autorenbetreuung.
Ob ich es noch einmal machen würde … hm. Da es die Printausgabe nur bei Amazon zu kaufen gibt und nicht im stationären Buchhandel, sind die Taschenbuchverkäufe ausgesprochen mager. Im Moment sehe ich noch nicht, welche großen Vorteile es mir bringen soll. „Mordswald“ an Amazon Publishing zu verkaufen war ein Testballon für mich, auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.


„Mein nächster Thriller ist schon in Arbeit“


Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Lach. Bei vier Büchern von einer Bücherwelt zu sprechen, halte ich für etwas übertrieben. Wer Spannung mag, sollte „Berechnung“ lesen. Wer Gegenwartsliteratur bevorzugt und es etwas ruhiger mag, dem empfehle ich „Veras Welt“. Aber Obacht: Die beiden Bücher sind grundverschieden.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Ich habe gerade mit der Arbeit an meinem neuen Thriller angefangen, und wieder wird eine Frau auf der Flucht sein – mehr verrate ich noch nicht. Einen Namen hat das Kind noch nicht, aber für die Entscheidung habe ich ja auch noch neun Monate Zeit. ;-) Wobei ich es natürlich gerne auch früher herausbringen möchte, aber mit Frühgeburten ist das ja so eine Sache …

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Danke, Ihr seid prima! Die vielen Kommentare und Mails – positive wie negative – motivieren mich, noch besser zu werden. Ich hoffe, ich kann euch noch viele schlaflose Nächte bereiten!

Maria, ich danke dir ganz herzlich für dieses Interview. Im Namen aller Leser wünsche ich dir weiterhin reichlich lebendige Fantasie, damit du noch viele gute Bücher schreiben kannst. Wer mehr über Maria erfahren will, findet sie im Internet auf mcpoets.com.

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[Indie-Lounge]: „Für mich ist Schreiben Rock’n’Roll pur!“ – Volker Ferkau im Interview

Selfpublishing entwickelt sich rasant. Unabhängige Autoren erobern mit ihren Büchern regelmäßig Bestseller-Plätze im Amazon Kindle-Shop. Fast 50 der dortigen TOP 100 E-Books kommen schon von „Indies“. Anlass genug für E-Book-News, die besten Autorinnen und Autoren zur neuen “Indie-Lounge“ einzuladen. Erfolgreiche, bekannte und besondere Self-Publisher erzählen von sich, geben Tipps für Autorenkollegen und machen Lust auf ihre Bücher. Erster Gast der Indie-Lounge ist Volker Ferkau. Sein Thriller „In Liebe, dein Mörder“steht schon seit Wochen in den TOP 10, zeitweise auf Platz 3, und zuvor waren auch schon einige andere Bücher von ihm dort. Schon mit 13 Jahren veröffentlichte er Kurzgeschichten in Wochenendbeilagen von Tageszeitungen, es folgten zahlreiche Print-Veröffentlichungen und jetzt bereits 14 E-Books, womit er gut vom Schreiben leben kann, wie er sagt. Normalerweise verweigert Volker Ferkau sich schriftlichen Interviews, aber für die Indie-Lounge macht er eine Ausnahme.


„Ganz unromantisch: Von etwas muss man leben“



Klaus Seibel: Volker, wir freuen uns, dass du deine Zurückhaltung aufgibst und zum Start der Indie-Lounge bei uns bist. Du hast schon ziemlich viele Bücher geschrieben und triffst damit offensichtlich einen Nerv bei den Lesern. Woher kommen deine Ideen?

Volker Ferkau: Die meisten Autoren sagen: In der Badewanne. Und irgendwie stimmt das sogar. Spaß beiseite: Es gibt keine Regel. Mal im Traum, beim Sport, oder dann, wenn man am allerwenigsten dran denkt.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Intuitiv. Ich halte es mit Stephen King, der sagte: „Wenn ich selbst nicht weiß, was auf der nächsten Seite geschieht, wird der Leser das auch spannend finden.“

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Meine Gefährtin findet, zuviel. Für mich können es nicht genug Stunden sein.

Was motiviert dich zum Schreiben?

Ganz unromantisch? Von etwas muss man leben! Doch das ist nicht alles. Nehme mir mein Handwerkzeug für 2 Wochen weg, und ich werde nervös. Dann drängt es mich, zu schreiben. Das ist so tief verwurzelt, dass es ohne Schreiben einfach nicht geht.


„Ich fahre noch immer dasselbe Auto…“



Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Mit dem Supererfolg von IN LIEBE … habe ich mir meinen Traum erfüllt. Alles, was jetzt folgt, ist Zuckerguss.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Gar nichts, total nichts. Ich fahre noch immer dasselbe Auto, wohne in derselben Wohnung, habe dieselbe Frau. Doch, etwas gibt es: Ab Oktober 2013 siedele ich für 7 Monate nach Gran Canaria um. Ich brauche die Sonne, unter der vielleicht noch bessere Romane entstehen.

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Gäbe es ein Geheimnis, würde ich es nicht verraten. Aber das wichtigste daran hast du schon in deiner Frage angesprochen.


„Lernt Schreiben! Schreiben ist ein Handwerk.“


Was ist dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen?

Auch wenn es arrogant klingt: Lernt Schreiben! Schreiben ist ein Handwerk. Man kann es lernen, und das bedeutet Schweiß, viel Schweiß. Es gibt hervorragende Lehrbücher und gute Schreibseminare. Ich bin erschüttert, wie dilettantisch manche Texte verfasst sind, die dazu noch für 0,99 Euro angeboten werden und den E-Book-Markt verwässern.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich höre auf Kritik (Schreibfehler, Formatierung etc.), prüfe und verbessere ständig. Da bin ich völlig schmerzfrei und ohne Stolz.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Fachbücher. Besonders die von Sol Stein, des besten Schreiblehrers der Welt. Diese Bücher habe ich studiert, immer wieder. Und ich höre auf Kritik. Viele Autoren mögen das nicht, denn es kann schmerzen. Macht nix! Hinter jeder Kritik steckt ein Funken Wahrheit. Hinhören, selbstkritisch sein, besser werden.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich finde das einfach nur gut, aber das ist wohl immer so, wenn der Erfolg da ist. Das ist, als würdest du fragen, wie jemand, der 5 Richtige hatte, Lottospielen findet.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?
Absolut nichts. Amazon ist ein kritischer, manchmal schwieriger, aber stets professioneller Partner.


„Die Tretmühle des Erfolgsdrucks kann zermalmen“



Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken, und wenn ja, womit (außer mit vielen Millionen &#x263A)?

Jeder ist käuflich, haha! Wenn ich allerdings sehe, wie manche Autoren in der Tretmühle der Verträge und des Erfolgsdrucks zermalmt werden, sollte ich mir das noch mal überlegen. Außerdem kenne ich das Verlagsgeschäft sehr gut. Ca. 35 Veröffentlichungen von mir waren in Printform. Aber um ganz ehrlich zu sein … so wirklich brauche ich das nicht. Aber wie gesagt … ab einer gewissen Summe …

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ganz schwierige Frage. Wer gerne zeitgenössische Literatur liest, sollte es mit ALLES AUF ANFANG versuchen. Der Fantasyleser findet in MITTLAND seine bisher fast 3000-seitige Welt, und der Thrillerfreund kann sich mit IN LIEBE, DEIN MÖRDER in Alpträume begeben.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

In diesem Jahr erscheint der neue Thriller SEI MEIN MÖRDER, außerdem der 2. Roman der dritten MITTLAND-Staffel. Beide Romane sind schon fertig.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

„Kaufe meine Bücher, und du bekommst einen korrekten Gegenwert! Denn nur darum geht es! Um Unterhaltung und um schöne Stunden, die dich vom Alltag ablenken. Viel Spaß beim Lesen!“

Volker, ich danke dir herzlich für deine Antworten.

Abb./Coverbilder: Volker Ferkau (c)