[Indie-Lounge] „Ein gutes Buch zu schreiben ist wichtigster Erfolgsfaktor“ – Catherine Shepherd im Interview

Heute begrüßen wir Catherine Shepherd. Man kennt sie längst nicht nur am Niederrhein: Ihre Romane werden in so bekannten Zeitungen und Zeitschriften wie „Bild am Sonntag“ und „Für Sie“ empfohlen. Im Kindle-Store sind sie allgegenwärtig: Catherines erstes Buch „Der Puzzlemörder von Zons“ steht schon fast ein Jahr in den TOP 100 bei Amazon, war zeitweise auf Platz Eins und wird inzwischen gefolgt von ihren beiden nächsten Krimis, von denen „Kalter Zwilling“ auch schon den Rang #1 erklommen hat. Das sind beeindruckende Erfolge, die deutlich machen, dass ihre Bücher keine Eintagsfliegen sind.


„In Zons fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt“


Klaus Seibel: Catherine, deine Krimis spielen in Zons, einer Ortschaft am Niederrhein mit kaum mehr als 5.000 Einwohnern. Warum gerade in diesem kleinen Ort?

Catherine Shepherd: Ich lebe seit einigen Jahren mit meinem Mann in Zons und war sofort fasziniert von diesem Ort. Wenn ich durch die gut erhaltenen mittelalterlichen Gässchen laufe, fallen mir tausende Geschichten ein. Man fühlt sich sofort in eine andere Zeit zurückversetzt und kann die Magie und manchmal auch die Dunkelheit des Mittelalters spüren. Diese Ideen werden dann später in meinen Büchern weiterentwickelt.

Es ist eher selten, dass Regionalkrimis solche Riesenerfolge feiern. Was ist das Besondere an deinen Büchern?

Das stimmt. Ich war am Anfang selbst davon überrascht, wie viele Menschen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz sich für die Bücher interessieren. Nicht nur bei Amazon, auch bei uns zu Hause gehen täglich Buchbestellungen aus allen Ecken der deutschsprachigen Region ein. Ich denke aber auch, dass Zons etwas ganz besonderes ist. Hier ist die Vergangenheit so lebendig und ich höre von vielen meiner Leser, dass sie diese Atmosphäre sehr intensiv beim Lesen spüren können und hautnah in die Geschichte eingesogen werden.

Wie bist du auf die Idee gekommen, historisch und modern zu verquicken?

Ich liebe sowohl moderne Thriller als auch historische Romane. Im Grunde schreibe ich meine Bücher so, wie ich sie selbst am liebsten lesen möchte. Deshalb habe ich die Zeitebenen „einfach“ miteinander verbunden.


„Nach dem ersten Erfolg fängt man an zu planen“


Wie machst du Werbung für deine Bücher? Was sind deine wichtigsten Kanäle?

Bei der Werbung unterstützt mich mein Ehemann. Ich nehme für neue Bücher regelmäßig Kontakt zu verschiedenen Buchblogs auf und biete mein Buch vorab als Rezensionsexemplar an. Meine wichtigsten Kanäle sind meine Homepage/Blog, Facebook, Twitter und mein eigener Verlag. Ansonsten bin ich in Zons vor Ort sehr präsent und gebe Lesungen, Autogrammstunden oder bin auf dem berühmten Matthäusmarkt, der jährlich im September in Zons stattfindet, dabei. Ab Frühjahr 2014 werde ich auch Krimiführungen in Zons an den „Schauplätzen des Grauens“ durchführen.

Du bist in so bekannten Zeitschriften wie „Für Sie“, „Bild am Sonntag“ und anderen empfohlen worden. Wie schafft man sowas?

Mein Mann kümmert sich regelmäßig um die Pressarbeit und wir freuen uns natürlich sehr, wenn überregionale Zeitungen auf unsere Pressemitteilungen reagieren und über uns berichten.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich schreibe nicht jeden Tag. Insbesondere zwischen meinen Büchern gönne ich mir immer eine mehrwöchige Schaffenspause. Aber wenn ich schreibe, dann kann schon mal das komplette Wochenende oder der Urlaub dafür verbraucht werden.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Als ich den „Puzzlemörder von Zons“ fertig gestellt hatte, fühlte sich der Launch bei Kindle Direct Publishing eher wie ein Experiment an. Ich hätte nie gedacht, dass das Buch auf Nr. 1 aller E-Books landen würde. Damals gab es also noch keinen Plan. Natürlich beginnt man zu träumen und zu planen, wenn man einmal so hochkatapultiert wurde. Der Erfolg der beiden anderen Bücher hat mich dann auch bestärkt, in die Zukunft zu denken. Natürlich wäre es schön, wenn meine Bücher sowohl national und international bekannter werden.


„Im Lauf des Schreibens wird man professioneller“


Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Im Laufe des Schreibens wird man nahezu automatisch professioneller. Während der Puzzlemörder von Zons noch eher nebenbei als Hobby lief, versuche ich meine Schaffensphase mittlerweile besser zu planen und schreibe z.B. früh morgens, bevor ich zur Arbeit fahre. In dieser Phase sind meine Tage schon ziemlich belegt, was mein Leben sicherlich sehr verändert hat. Da mir das Schreiben aber soviel Spaß bereitet, sind diese Belastungen leicht zu ertragen. Viel schlimmer sind da die Schreibblockaden: eine ganz neue und unangenehme Erfahrung…
Ganz tolle neue Erlebnisse in meinem Leben sind auch die Kontakte zu den vielen Menschen, die sich mit mir über meine Bücher und das Schreiben unterhalten.

Für einen Erfolg spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche zwei oder drei Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

Der wichtigste Faktor ist, ein gutes Buch zu schreiben. Dies geht aus meiner Sicht nur durch detaillierte und sorgfältige Recherche, insbesondere wenn es um die historischen Teile meiner Bücher geht. Der Kontakt zu „echten“ und treuen Lesern ist für mich ebenfalls ein erfolgsrelevanter Faktor.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Man sollte nie aufgeben und dranbleiben, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Außerdem hat es mir in meinen Schreibphasen sehr geholfen, täglich zu schreiben, auch wenn es nicht viel ist. Man braucht als Autor eine Routine.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich schreibe tatsächlich aus dem Bauch heraus und verbessere meinen Schreibstil immer und immer wieder, bis ich damit zufrieden bin. Man steigert sich mit jedem Buch. Bei meinem dritten Roman „Kalter Zwilling“ habe ich auch noch einmal einen deutlichen Sprung durch die Hilfe einer professionellen Lektorin gemacht.


„Inzwischen gibt es auch sehr viele Print-Bestellungen“


Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich finde es super, dass es heute möglich ist, ein Buch ohne Verlag so erfolgreich zu veröffentlichen. Ohne KDP wären meine Bücher wahrscheinlich nie erschienen. Die Geschichten der vielen begabten Autoren, die über Jahrzehnte einen Verlag suchen und meistens keinen finden, hatten mich in der Vergangenheit immer vom Schreiben abgehalten. Allerdings überhäufen mich zur Zeit die Buchbestellungen für die Print-Ausgaben meiner Bücher, sodass ich schon dankbar wäre, wenn ein Verlag mir die Versandtätigkeit abnehmen und mein Buch in den Buchläden verbreiten könnte.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ein einfaches und bezahlbares Bestell- und Versandsystem für den Buchhandel.

Deine Bücher findet man gedruckt auch in zahlreichen Buchhandlungen. Wie gelingt dir das?

Eigentlich wollte ich meine Bücher nur als E-Book veröffentlichen, aber die Nachfrage meiner Leser und von Interessierten aus der Region war plötzlich so groß, dass ich einen eigenen Verlag gegründet habe, um so die Bücher drucken zu können. Die ISBN kann ein Verlag wesentlich günstiger beziehen als eine Privatperson, und auch der Schutz der Privatsphäre ist viel besser möglich. Mittlerweile bekommen wir sogar selbst Manuskripte für unseren Verlag zugesandt, was mich schon ein bisschen stolz macht.

Wenn jetzt ein großer Verlag käme, könnte der dich verführen, dein Self-Publisher-Dasein aufzugeben? Und was müsste er dafür tun?

Für den Vertrieb der gedruckten Bücher wäre ich sicher an einer Zusammenarbeit interessiert. Die Vermarktung meiner E-Books würde ich ungern einem großen Verlag überlassen, jedenfalls dann, wenn ich dort nur ein „kleines Licht“ bin. In der Vergangenheit gab es einige Beispiele von erfolgreichen Self-Publishern, die nach Übernahme durch einen renommierten Verlag mehr oder minder von der Bildfläche verschwunden sind. Das fände ich sehr schade.


„Mit dem vierten Band habe ich schon begonnen“


Wenn dich ein neuer Leser kennenlernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Das ist eine schwierige Frage. Meine Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, obwohl die Hauptfiguren dieselben sind. Aber wenn der Leser meine persönliche Entwicklung nachvollziehen möchte, sollte er mit dem „Puzzlemörder von Zons“ anfangen.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Die ersten Zeilen meines vierten Buches habe ich bereits begonnen. Ich denke, Mitte 2014 sollte ich es fertiggeschrieben haben. Etwas kann ich schon verraten: Diesmal dreht sich alles um Halluzinationen einer jungen Frau, die nicht mehr weiß, was wahr und unwahr ist.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Ich möchte mich bei allen meinen Lesern für ihre Treue und das wunderbare Feedback zu meinen Büchern bedanken. Ich lese jede einzelne Rezension, jede Email, jeden Facebook-Kommentar und alle anderen Nachrichten, und es freut mich sehr, wenn ich meinen Lesern eine spannende Zeit bereiten kann. Und bitte, besucht doch mal die kleine Stadt Zons am Rhein. Es lohnt sich!

Catherine, ganz herzlichen Dank für deine Antworten. Du hast diesen kleinen Ort am Rhein mit tollen Geschichten gefüllt, und wir sind gespannt, was dort alles passiert ist, was wir bisher noch nicht wissen. Wir wünschen dir viele gute Ideen und weiterhin schöne Erfolge.

Wer mehr über Catherine wissen möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen, oder auf Facebook, Twitter, oder wo sie sich sonst noch tummelt. Catherine freut sich über jede Rückmeldung.

[Indie-Lounge] „Recherche ist für mich das A & O“ – Poppy J. Anderson im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Poppy J. Anderson. Poppy schreibt, seit sie im Alter von vierzehn Jahren zu Weihnachten eine Schreibmaschine geschenkt bekommen hat. In diesem Dezember erscheint nun schon das sechste E-Book von ihr. „Verbotene Küsse in der Halbzeit“ erreichte Rang #1 auf Amazon, kurz darauf kletterte „Beim zweiten Mal küsst es sich besser“ auch dorthin. Zeitweise waren sogar vier E-Books von Poppy gleichzeitig in den TOP 100 und verkauften sich über 80.000 mal. Das zeigt: Ihre modernen Liebesromane scheinen einen Nerv der Leser zu treffen.


“ Wer meine Bücher liest, soll Spaß daran haben“


Klaus Seibel: Poppy, du bist mit vier E-Books gleichzeitig in die TOP 100 bei Amazon gekommen, ein herausragender Erfolg. Da möchte man natürlich wissen, wie schafft man sowas. Neben der Aufgabe, ein gutes Buch zu schreiben, ist es für Selfpublisher eine große Herausforderung, Leser auf sich aufmerksam zu machen. Wie hast du das gemacht?

Poppy J. Anderson: Anfangs bin ich völlig blauäugig an das Veröffentlichen meines Debütromans herangegangen und hatte nicht einmal ein Facebook-Profil. Auch habe ich kein Marketing betrieben, sondern mir gedacht, dass ich mich, falls sich das Buch vielleicht einmal fünfzigmal verkaufen sollte, wie eine Autorin fühlen könnte. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nie damit gerechnet, durch das Schreiben Geld verdienen zu können. Ich wollte einfach, dass andere Menschen mein Buch lesen und Spaß daran haben. Die ersten Verkäufe waren absolut überraschend, genauso wie die ersten Mails von Leserinnen, die mir Komplimente machten. Erst nach und nach habe ich via Twitter und Facebook einen Freundes- bzw. Fankreis aufgebaut. Wie es genau dazu kam, dass die Bücher verkauft wurden und Leser/innen darauf aufmerksam wurden, kann ich leider gar nicht beantworten.

Du hast ein Pseudonym gewählt, was das Marketing eigentlich schwerer macht, denn man kann nicht auf einem gewachsenen Freundeskreis aufbauen. Warum hast du ein Pseudonym gewählt und warum Poppy J. Anderson?

Erst einmal wissen nicht viele meiner Freunde und Bekannte von meinem Autorenleben, da ich die Veröffentlichung meines ersten Romans in aller Stille und Heimlichkeit vollzogen habe. Selbst meiner Mutter erzählte ich erst nach einem Monat davon. Meine Romane spielen in den USA, einfach weil ich eine enge Verbindung – auch familiär bedingt – zu den Staaten habe. Ein deutscher Autorenname kam mir daher ein wenig unglaubwürdig vor. Meine amerikanische Verwandtschaft gab mir als Kind den Spitznamen „Poppy“, da ich total vernarrt in Mohnkuchen war. Das J. steht für den Namen meines Patenkindes und der Nachname „Anderson“ fiel mir ein, da ich ein großer Fan von Johanna Lindsey bin, die eine absolut zauberhafte Familie mit dem Nachnamen Anderson in ihren Romanen erschuf.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Das ist schwer zu sagen. Das Schreiben kann man nicht mit einem normalen Bürojob vergleichen. Eigentlich bin ich ständig in Gedanken bei meinem neusten Romanprojekt und sitze teilweise nachts noch am PC, um irgendetwas zu erledigen. Auch wenn die Schreibphase bei mir tatsächlich nur ein paar Wochen pro Roman beträgt, da ich ein exzessiver Schreiber bin, gehen mir doch tagtäglich Ideen zu den Büchern durch den Kopf. Tatsächlich verbringe ich mittlerweile sehr viel Zeit in Netzwerken, um meine Seiten dort auf dem neusten Stand zu halten.


„Ohne das Schreiben würde mir ein großer Teil meines Lebens fehlen.“


Was motiviert dich zum Schreiben?

Ohne das Schreiben würde mir ein großer Teil meines Lebens fehlen. Natürlich schaue ich gerne Filme, jedoch erschaffe ich lieber aktiv Geschichten, in denen ich meine aktuellen Gefühle verarbeiten kann. Es ist einfach großartig, sich in unterschiedliche Charaktere hineinzuversetzen und sie miteinander agieren zu lassen. Selbst wenn ich kein einziges Buch veröffentlicht hätte, würde ich niemals mit dem Schreiben aufhören wollen.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autorin einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Tatsächlich habe ich mir früher immer gewünscht, später einmal Schriftstellerin zu sein, weil ich mir nichts Schöneres vorstellen konnte, als mich tagtäglich mit meinen Geschichten zu befassen. Damals kam mir dieser Wunsch stets utopisch vor. Mittlerweile fühle ich mich wie eine Autorin und würde mir wünschen, meine Bücher auch einmal in einem Buchhandel zu entdecken. Ich glaube, dass dies momentan mein größtes Ziel ist.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

In meinem Leben hat sich nicht viel verändert, jedoch bin ich völlig überwältigt von den vielen wunderbaren Reaktionen auf meine Romane. So etwas hätte ich mir nie zu träumen gewagt. Ansonsten verbringe ich sehr viel mehr Zeit am Schreibtisch als früher und weiß gar nicht mehr, was es für TV-Sendungen gibt, aber ich schätze, dass dies kein großer Verlust für mich ist.


“ Ich rate jedem Autor zu unabhängigen Testlesern.“


Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Recherche ist für mich das A und O. Da ich mich selbst als Kontrollfreak beschreiben würde, recherchiere ich alle möglichen Informationen zu meinen Romanen. Beispielsweise würde ich niemals schreiben, dass mein Footballteam im Mai oder Hochsommer ein reguläres Spiel bestreitet, da zu diesem Zeitpunkt keine Saison ist. Zwar bin ich Germanistin, jedoch ist man bei den eigenen Texten ab und zu ein wenig blind. Glücklicherweise habe ich in meinem engen Freundeskreis andere Germanisten und Literaturwissenschaftler, die von meinen Romanen wissen und die Texte lektorieren.

Wie hast du es gelernt, Romane zu schreiben? Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Leider gab es während meines Studiums keinen Kurs, in dem man im Schreiben geschult wurde. Vermutlich war es bei mir tatsächlich ein „learning-by-doing“-Prozess, da ich mit vierzehn Jahren zu schreiben anfing. Auch das Lesen scheint zu helfen, den Wortschatz auszubauen. Ein Patentrezept kenne ich jedoch nicht.

Was ist dein wichtigster Rat für jemanden, der anfangen möchte, zu schreiben und selbst zu veröffentlichen?

Er sollte Spaß daran haben. Wenn jemand auf Biegen und Brechen ein Buch schreiben will, obwohl er sich darin nicht wohl fühlt, wird es auch dem Leser auffallen. Ansonsten würde ich jedem raten, sich einen unabhängigen Testleser zu besorgen, da Familienmitglieder und Freunde nicht die besten Ratgeber sind, schließlich können sie nicht objektiv genug sein. Ganz wichtig ist es auch, einfach am Ball zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich finde gut, dass mir niemand in meine Arbeit hineinreden kann. Bei meinen Handlungen kann ich selbst entscheiden, wie ich etwas aufbaue oder beschreibe. Ein Verlag könnte beispielsweise von mir verlangen, bestimmte Passagen, an denen mein Herz hängt, zu streichen oder umzuschreiben. Andererseits ist man in seinen Überlegungen oft allein und muss dementsprechend auch allein über wichtige Entscheidungen nachdenken.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Es gibt einen einzigen Punkt, der mich am Selfpublisher-Dasein wirklich stört: sehr oft wird man in der Branche belächelt, wenn nicht sogar herabgesetzt. Selfpublisher haben es in vielen Bereichen sehr schwer, akzeptiert zu werden. Beispielsweise wird man auf gewissen Seiten nicht aufgeführt, wenn man keinen Verlag hinter sich stehen hat. Das ist sehr schade, zumal es die Leser/innen anscheinend anders sehen.


„Verlagsvertrag wäre für mich ein absoluter Ritterschlag“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken?

Ein Verlagsvertrag wäre für mich ein absoluter Ritterschlag. Zwar macht es mir großen Spaß, meine Bücher in Eigenregie zu planen, zu schreiben und herauszubringen, dennoch fände ich die Zusammenarbeit mit einem Verlag sehr reizvoll. Außerdem ist die bereits angesprochene Verbreitung eines Buches, die ein Verlag leisten kann, ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Jedes meiner Bücher ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, daher können sie unabhängig voneinander gelesen werden. Dennoch kommen vorherige Protagonisten auch in späteren Büchern wieder vor, weshalb ich eine spezielle Reihenfolge vorschlagen würde: 1) „Verliebt in der Nachspielzeit“ 2) „Touchdown fürs Glück“ 3) „Make Love und spiel Football“ 4) „Verbotene Küsse in der Halbzeit“. Vor anderthalb Wochen ist ein Kurzroman von mir erschienen, der nur sehr wenig mit dieser Reihe zu tun hat und tatsächlich unabhängig gelesen werden kann. Für absolute Neueinsteiger würde ich daher diese kleine Lektüre empfehlen: „Beim zweiten Mal küsst es sich besser“.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Am 7. Dezember erscheint der mittlerweile fünfte Roman aus der „New York Titans“-Reihe mit dem Titel „Knallharte Schale – zuckersüßer Kerl“, der das Liebesleben des Footballspielers Dupree Williams beleuchten wird. Dupree ist kein typischer Liebesroman-Protagonist, da er ein schüchterner und leider etwas unerfahrener „Junge“ ist, der durch sein ungewöhnliches Äußeres auffällt. Da er sich als der Liebling meiner Leserschaft entpuppt hat, konnte ich gar nicht anders, als ihm eine Freundin zu suchen. Für das Jahr 2014 sind selbstverständlich weitere Romane in Planung. Zudem sollen die Bücher ins Englische übersetzt werden.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Meine Leser/innen sind einfach wunderbar, daher möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen für die tolle Unterstützung im letzten Jahr bedanken. Als Autor wird man häufig von Zweifeln geplagt, ob dieses oder jenes wirklich passt. Die wundervollen Rückmeldungen bestätigen mich immer wieder in meiner Arbeit. Dass meine Figuren dermaßen toll aufgenommen wurden, bedeutet mir sehr viel. Wenn die Leser/innen über meine Figuren sprechen, ist es für mich, als wären sie tatsächlich zum Leben erweckt worden. So kitschig es auch klingen mag, aber ich habe nicht nur das Gefühl, in den Titans „Freunde“ gefunden zu haben, sondern auch in meinen Leser/innen.

Ganz herzlichen Dank für deine Antworten, Poppy. Man spürt dir ab, dass du großen Spaß am Schreiben hast – und ich wünsche dir, dass das noch lange so bleibt.


Wer mehr über Poppy und ihre Bücher erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage www.poppyjanderson.de besuchen, und ganz besonders freut sie sich über Rückmeldungen.


[Indie-Lounge] In eigener Sache: Premiere für „Zehntausend Fallen“

Nochmal eine Meldung in eigener Sache. Mein neuer Krimi „Zehntausend Fallen“ ist ganz frisch erschienen. Zur Einführung gibt es ihn wieder wenige Tage für 99 Cent bei Amazon oder in vielen anderen Shops. Die Ausgangssituation: Ein Mann hat eine Kommissarin erpresst und vor aller Welt so bloßgestellt, dass sie ihren Dienst quittiert (siehe die Rezension von „Zehntausend Augen“). Kann das funktionieren, diese beiden zu einem Team zu machen? Manche sagen „unmöglich“. Ich sage: „Geniale Zutaten für eine einzigartige Geschichte.“

Der Fall ist brisant. Genmanipulationen an Nahrungsmitteln sorgen für rasant steigende Lebensmittelpreise. Zusätzlich heizen Spekulanten die Preisspirale an, so dass der Kampf um das tägliche Brot für viele Familien immer härter wird. Die betroffenen Konzerne behindern die offiziellen Ermittlungen. Jedes Mittel ist ihnen recht. Als Ellen Faber ihnen auf die Spur kommt, wird sie von der Jägerin zur Gejagten. Kein Preis ist zu hoch, um sie auszuschalten. Selbst ihre ehemaligen Kollegen werden ungewollt zu Werkzeugen der Genkonzerne und machen Jagd auf Ellen. Und dann verschwinden auch noch alle ihre Beweise. Ellen bleibt eine einzige Chance: Nur ihr größter Feind kann ihr helfen, ihr Erpresser.

Diese „Zutaten“ haben mich fasziniert. Ellen mit ihrer Stärke, ihrem Kampf für Gerechtigkeit und dem unbeugsamen Willen, niemals aufzugeben. Der Erpresser, dem Gesetze egal sind, der aber einen unerschöpflichen Fundus an Ideen besitzt, die verrückt und zugleich genial sind. Gemeinsam sind sie nahezu unschlagbar. Aber dieses „gemeinsam“ ist beileibe nicht selbstverständlich, denn jeder verfolgt einen eigenen Plan. Dieses Ermittler-„Team“ steht vor der Herausforderung, ein Verbrechen zu einem heißen Thema aufzuklären. Manches wird einem daran krass erscheinen. Ich war bei meinen Recherchen über den Einsatz von Gentechnologie und den Methoden der Konzerne selbst erschrocken und kann nur hoffen, dass wir von dem, was es in anderen Teilen der Welt gibt, tatsächlich verschont bleiben.

In diesem Buch gibt es keine behäbigen Ermittlungen. Ellen und ihr Erpresser werden gnadenlos gejagt, von den Agenten der Konzerne und dem gesamten Polizeiapparat. Eine falsche Entscheidung und die Fallen schnappen zu. Manchmal geht es um Sekunden. Wer sich als Koch Sterne verdienen möchte, muss es wagen, seinen Gästen besondere Zutaten zu präsentieren. Perfekt angerichtet natürlich. Ich möchte als Autor meinen Lesern besondere Geschichten bieten, die aus ungewöhnlichen Zutaten „zusammengekocht“ sind. Ich bin sehr neugierig, ob Ihnen als Leser das „Menü“ aus diesen Zutaten gefällt – und kann Sie jetzt nur einladen: Greifen Sie zu und lassen sich von der Spannung mitreißen. „Zehntausend Fallen“ gibt es auch im Print als Verlagsausgabe. Es ist also professionell lektoriert.

[Indie-Lounge] „Der deutsche Markt ist eindeutig leichter zu erobern“ – Cathy McAllister im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Cathy McAllister. Cathy lebt in England, schreibt aber auf Deutsch. Bücher veröffentlicht sie auf klassischem Weg schon seit 2005, und ist schon seit den Anfängen des Amazon-Selfpublishings dabei. Nach Titeln für renommierte Verlage wie Ullstein und C.Bertelsmann arbeitet Cathy mittlerweile als unabhängige Autorin. Ihre bevorzugten Genres sind Historical, Romantasy (auch als Young Adult) und SciFi-Romance. Zu den aktuellsten Titeln gehören Kidnapping Keela (Reihe „Lords of Arr’Carthian“), Naios Begierde (Reihe Hüter der Elemente) und Die verbannte Braut.


„Ich lese auf englisch und schreibe auf deutsch“

Klaus Seibel: Cathy, du hast inzwischen schon fünfzehn Romane als Indie-Autorin herausgebracht und strebst jetzt die magischen 100.000 Downloads an, allein für dieses Jahr. Du lebst in England und hast in englischer UND in deutscher Sprache Erfolg. In welcher Sprache schreibst du eigentlich? Und übersetzt du dann selbst in die andere Sprache?

Cathy McAllister: Ich lese zwar mittlerweile fast ausschließlich in Englisch, schreibe allerdings in Deutsch. Das Übersetzen von Deutsch nach Englisch übernimmt eine professionelle Übersetzerin.

Wie würdest du die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem englischen/amerikanischen Markt beschreiben?

Der deutsche Markt ist eindeutig leichter zu erobern. Es gibt im englischsprachigen Raum einfach zu viel Konkurrenz und zwar sehr gute.

Manche deutschsprachigen Selfpublisher möchten auch im englischsprachigen Markt Fuß fassen, aber das ist schwierig. Was hältst du für wesentlich, damit das gelingt?

Ich selbst unternehme diesbezüglich im Moment nicht so große Anstrengungen. Ich habe ein hohes Schreibpensum und nicht so viel Zeit, um mich mit dem Thema eingehend zu beschäftigen. Ich habe es noch immer im Auge, aber erst Mal etwas beiseite geschoben.


„Schreiben ist mehr als ein ’schönes Hobby'“

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Schreiben und Überarbeiten tue ich montags bis freitags jeweils sechs Stunden pro Tag. Dann kommen für Marketing, Facebook, Recherche und dergleichen noch mal gut zehn Stunden pro Woche zusammen. Manchmal auch mehr, wenn ich viel zu recherchieren habe. Also mindestens vierzig Stunden die Woche.

Was motiviert dich zum Schreiben?

Mein Kopf steckt so voller Ideen, die alle rauswollen, dass ich keine Motivation brauche.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autorin einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Es hat sich schon längst zu mehr entwickelt, als nur ein „schönes Hobby“. Es ist mein Beruf. Wie ich schon sagte, arbeite ich rund vierzig Stunden die Woche, was einem Volljob entspricht. Nur dass ich weit mehr verdiene, als in einem Bürojob oder Ähnliches. Wenn ich irgendwann auch den US-Markt knacken würde, wäre das natürlich toll.


„Ich rate dazu, die Nähe der Leser zu suchen“

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Eigentlich nicht viel. Nur dass wir jetzt so viel Einkommen haben, dass wir bequemer leben können. Als Person bin ich nach wie vor die Alte geblieben. Ich lese selbst viel und bin sehr gern in der freien Natur. Wir planen, uns ein Haus auf der Isle of Skye zu kaufen, wo ich hoffentlich noch mehr Ruhe zum Schreiben haben werde ;)

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen?

Das ist nicht immer leicht zu sagen. Manchmal denke ich, dass ein bestimmtes Buch gut ankommen würde und es bleibt hinter meinen Erwartungen zurück und andere wiederum laufen viel besser, als erwartet. Der Funke beim Leser muss irgendwie überspringen. Deswegen wird wohl der Klappentext ein sehr wichtiges Kriterium sein. Er muss den Leser ansprechen. Man sollte einfach schreiben, was einem Spaß macht, denn ich denke, der Leser merkt sehr wohl, wenn ein Autor nicht hinter seiner Geschichte steht. Ich könnte zum Beispiel sagen: Shades of Grey ist so erfolgreich, so etwas schreibe ich jetzt auch. Doch das würde sicher floppen, denn das ist nicht, was ich schreiben möchte. Ich schreibe, was ich selbst auch gerne lese.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Wenn ein Autor sich ständig zum Schreiben zwingen muss, sollte er sich überlegen, ob er das Richtige tut. Wenn man erfolgreich sein will, muss man lieben, was man tut. Und ich rate dazu, die Nähe der Leser zu suchen. Die Leser von heute schätzen einen Autor, der mit ihnen ganz natürlich auf Facebook plaudert. Auch sollte man nicht darauf schauen, was andere Kollegen machen. Ich kann nicht schreiben, wie Kollege X oder Kollegin Y. Jeder muss sein eigenes Ding finden und wenn andere erfolgreicher sind, sollte man darüber stehen. Ich hab schon erlebt, wie Neid negativ auf einen Autor zurückgefallen ist. Das ist es nicht wert.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich habe eine Lektorin und zusätzlich noch Testleserinnen. Auch beim Cover und beim Layout achte ich darauf, dass es gut aussieht.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden? ( Ratgeber, Kurse, Vorbilder, Internetforen, …)

Erfahrung und Übung. Und es hilft auch, wenn man selbst viel liest.

Was findest du besonders gut am Selfpublishing-Dasein? Was stört dich?

Ich kenne ja nun beide Seiten recht gut. Ich habe einige Jahre als Verlagsautor geschrieben, dann als reiner Indie und nun bin ich ein sogenannter „Hybridautor“. Als Indie habe ich in einem Monat so viel Einnahmen, wie zuvor in einem halben Jahr. Das liegt natürlich auch daran, dass die prozentuale Beteiligung eines Verlagsautors ziemlich kümmerlich ist, verglichen mit den 70% bei Amazon. Auch kann ich mehr Bücher produzieren, als im Verlag. Was mich stört? Eigentlich wenig. Vielleicht die Einstellung einiger, dass alle Indies nur „Hobbyschreiber“ wären. Das gibt es natürlich auch, doch viele betreiben das wirklich sehr ernsthaft und auch gewissenhaft.


„Nur für Verlage zu arbeiten kann ich mir nicht mehr vorstellen'“

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Da fällt mir im Moment gar nichts zu ein. Ich finde es schon alles recht einfach. Das Veröffentlichen auf KDP ist sehr einfach und auch auf Create Space. Wenn es etwas geben würde, dass mir helfen würde, meine Bücher auch in die Buchhandlungen zu bringen, wäre schön, aber alle bisherigen Möglichkeiten, die es so gibt, sagen mir nicht so zu. Vielleicht kommen da irgendwann noch bessere Anbieter. Es hat sich ja in den letzten Jahren schon so viel entwickelt und ich denke, da ist noch lange kein Stopp.

Du kennst auch die Seite als Verlagsautorin. Könnte dich ein Verlag wieder locken, ganz für ihn zu schreiben?

Ich schreibe ja für Impress, das ist ein Label vom Carlsen Verlag, doch das mache ich nur nebenbei. Ganz, also ausschließlich, für einen Verlag zu arbeiten, kann ich mir nicht mehr vorstellen.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Das kommt auf seine Interessen an. Meine Genres sind ja sehr vielfältig. Ich habe Historicals, Romantasy und SciFi-Romance im Angebot. Er sollte am Besten die Leseproben lesen und dann entscheiden.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Im Moment schreibe ich an „Charming Charlie“, das ist der dritte Band meiner SciFi-Romance Serie „Lords of Arr’Carthian“

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Zuerst möchte ich natürlich allen meinen Lesern danken für ihre Treue und Unterstützung. Und im Sinne aller meiner Autorenkollegen kann ich nur immer wieder sagen: Unterstützt eure Lieblingsautoren, indem ihr sie weiterempfehlt und Rezensionen schreibt. Jeder ernsthafte Autor freut sich über Feedback, auch wenn es mal negativ ist. Nur fair sollte es natürlich sein, ohne persönliche Angriffe.

Cathy, ich danke dir herzlich für deine Antworten und wünsche dir weiterhin viele gute Ideen und dass du auch den amerikanischen Markt eroberst.

Wer mehr über Cathy McAllister und ihre Bücher erfahren möchte findet sie im Web auf Facebook oder in ihrerFan Lounge vom Carlsen Verlag.

[Indie-Lounge] In eigener Sache: Relaunch von „Zehntausend Augen“

Zwischen zwei Interviews eine Meldung in eigener Sache: Meinen Krimi „Zehntausend Augen“ gibt es vom 30. August bis zum 3. September für nur 99 Cent. „Zehntausend Augen“ ist ein Krimi zum hochaktuellen Thema „Überwachung“. Allerdings ganz anders, als es der Polizei gefällt. Ein Erpresser dreht den Spieß um. Er zwingt das LKA, Kameras in der eigenen Zentrale zu installieren, über die die ganze Welt die Ermittlungen verfolgen kann. Ziemlich unangenehm für die Polizei, und im Verlauf der Zeit noch schlimmer, als sich die Ermittler das gedacht haben. Gleichzeitig erlebt die leitende Kommissarin, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Privatleben nicht mehr privat bleibt. Aber sie kämpft. Zwischen ihr und dem Erpresser entwickelt sich ein perfides Spiel, vordergründig um Menschenleben, hintergründig um die eigene Freiheit. Dazu ein Rat: Wetten Sie als Leser nicht zu früh auf den Sieger.

Der Krimi wurde im Inforadio RBB empfohlen, hat schon einige 4- und 5-Sterne Rezensionen eingesammelt und wird jetzt für fünf Tage von mir zum Sonderpreis angeboten. Warum? Ich habe die E-Book-Rechte vom Verlag zurück und kann deshalb den Preis und das Cover selbst gestalten. Und dann, das gebe ich offen zu, will ich Sie zum Kauf verleiten. Ich bin überzeugt, dass Sie für 99 Cent ein tolles Buch in Verlagsqualität erhalten. Der Nachfolger „Zehntausend Fallen“ ist übrigens schon in den Startlöchern. Aber jetzt lade ich Sie erstmal ein, sich auf „Zehntausend Augen“ zu stürzen. Ich hoffe, dass Ihnen dieser Stoff gefällt – und vielleicht gefällt er Ihren Freunden auch ☺

Viel Spaß beim Lesen
Klaus Seibel

[Indie-Lounge]: „Wie man in die Top 10 kommt, entscheidet allein der Leser“ – Hanni Münzer im Interview

Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Erfolgsautorin Hanni Münzer. Ihre „Seelenfischer“ führten wochenlang die Kindle-Charts an und zeitweise belegte „Das Hexenkreuz“ direkt dahinter Platz 2. Ein toller Erfolg, der sie selbst und sicher auch manche andere staunen lässt. Hannis Thriller sind mit einem Schuss Liebe und einer Prise Humor gewürzt, und da sich die Autorin als „italophil“ bezeichnet, ist es kein Wunder, dass ihr erster Roman vorwiegend Rom zum Schauplatz hat. Das kommt bei ihren Lesern so gut an, dass ihre Download-Zahlen der 100.000er-Marke entgegenstreben. Band 1 und 2 der als Trilogie angelegten „Seelenfischer“-Reihe gibt’s via Amazon auch als Taschenbuch.


„Die Idee kommt, wenn sie es will“


Klaus Seibel: Hanni, ist dieser großartige Erfolg ein Grund, stolz zu sein?

Hanni Münzer: Stolz auf den Erfolg passt in dem Zusammenhang für mich eigentlich nicht. Ich staune. Der einzige Stolz, dem ich fröne, ist Mutterstolz. Stolz bin ich auf meinen Sohn und meine Tochter, nicht nur wegen ihrer Leistungen, sondern besonders, weil sich beide zu ganz tollen und wertvollen Menschen entwickelt haben. Das musste ich an dieser Stelle loswerden. Die lesen das.

Wie hast du dich gefühlt, als du dein Buch zum ersten Mal auf Platz 1 gesehen hast?

Weiß ich nicht mehr. Ich kann mich nur an fürchterliche Kopfschmerzen erinnern. Wir haben Platz 2 gefeiert und ich hatte einen Kater.

Wie kommst du auf deine Ideen?

Es liegt in der Natur der Idee, dass sie kommt, wenn sie will und nicht wenn ich es will. Popp, da ist sie. Es kann ein Satz sein, den ich irgendwo höre oder lese und den ich in Gedanken weiterführe, á la, was wäre wenn? Oder ich sehe einen Film und denke, das würde ich anders machen. Mein Mann guckt nicht gerne mit mir Filme, das heißt, ich habe inzwischen Redeverbot („Halt die Klappe, Hanni!“). Das kommt daher, weil ich vorlaut bin und gerne mein Wissen teile. Meist weiß ich schon im Voraus, was in der nächsten Szene passiert oder wer der Täter ist.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Am Anfang steht das Konzept, am Ende steht das Chaos. Dann überschlagen sich oft die Ideen. Dann bin ich mitten in der Geschichte, eine Art Schreibtrance, da kriege ich nichts anderes mehr mit. Da könnte mich eine Bombe wegpusten.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Ausgehend vom Tagespensum: Buch 70 Prozent, der Rest 20 Prozent. 10 Prozent kostet mich die Technik hier im katholischen Outback, wo ich lebe. Oft komme ich nicht ins Netz, Mails gehen nicht raus, das Telefon spinnt. Das passiert immer bei schlechtem Wetter. Wir hatten in letzter Zeit oft schlechtes Wetter… Dann fluche ich. Die Hölle ist mir sicher.


„Im Träumen bin ich Großmeisterin“


Was motiviert dich zum Schreiben?

Die Frage ist falsch gestellt, lieber Klaus. Da könntest du mich auch fragen, was motiviert einen zum Essen, Schlafen oder Lieben? Schreiben ist für mich ebenso eine Notwendigkeit. Es ist eine Art geistige Inkontinenz. Es muss raus fließen.

Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autorin einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Im Planen bin ich eine Niete, im Träumen ein Großmeister. Mein bisheriger beruflicher Werdegang war nie langweilig. Neben Sport, um die Life-Balance (tolles Wort) zu halten, habe ich angefangen zu schreiben. Neben Lesen, meiner zweiten Leidenschaft, habe ich früher Gedichte oder hier und da eine Laudatio für Freunde oder Familie gefertigt. 1999 habe ich mich dann erstmalig an ein ganzes Buch gewagt. Berühmt-berüchtigt war ich in meiner Ex-Firma für meine „Harald-Schmidt/Herbert-Feuerstein“ Mails. Da habe ich es manchmal krachen lassen. Meine Kollegen haben einiges konserviert und manches davon ist später in meinem Abschieds-Memory Buch wieder aufgetaucht. Auweia. Alles was man schreibt, lebt für immer.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Es war vorher schon spannend und ist es geblieben. Da ich seit Februar von Zuhause aus arbeite, hat sich für meinen Mann mehr geändert. Er sieht mich jetzt öfter. Ich weiß aber nicht, ob er das so gut findet. Ich frage lieber gar nicht erst nach.

Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Welche Faktoren sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Das sind jetzt wieder zwei Fragen, Klaus, die ich auseinander klamüsern muss:
Erste Frage: Wie man in die Top 100/Top 10 kommt, entscheidet allein der Leser. Niemand sonst. Das ist meine Überzeugung. Freilich, die Geschichte muss fesselnd und gut erzählt sein, das Cover muss ansprechend sein und zum Thema passen. Auch die Kurzbeschreibung ist wichtig. Sie muss das Thema in wenigen Worten prägnant und spannend rüberbringen. Aber da erzähle ich nichts Neues. Das ist Handwerk. Zweite Frage: Den Erfolg von „Die Seelenfischer“ kann ich mir selbst nicht erklären. Die einen Leser schreiben, vergleichbar mit Dan Brown, andere schreiben, es wäre ein Rosamunde Pilcher. Es wird hollywoodreife Action moniert, die nächsten finden es langweilig. Den einen ist es zu viel Erotik (männo, eine Szene), den anderen zu wenig (danke). Also muss es die Mischung aus allem sein, der den Mainstream trifft.


„Nutzt die Kritik der Leser, um besser zu werden“


Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Vor der Veröffentlichung: Lasst nicht nur Freunde oder Bekannte beta-lesen (die sind meist betriebsblind), sondern auch Leute, die euch nicht direkt nahestehen. Seid offen für Kritik! Hört zu! Seid selbstkritisch. Nehmt die Rezensionen ernst, ganz besonders die 1 und 2 Sterne. Kritik ist nicht dazu da, dass man sich über sie ärgert. Nutzt sie, um besser zu werden!

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Siehe die vorhergehende Frage. Ich habe mir strenge Kritiker an Bord geholt, die mich auch schon mal besenklopfen. Zum Beispiel gehören jetzt zwei famose Rezensenten zu meinem Leserkreis. Einer davon hat dem „Seelenfischer“ mit zwei Sternen ganz hübsch das Fell über die Schuppen gezogen. Diese Frau musste ich haben! Die redet Tacheles mit mir. Sehr gut.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Oje, Klaus, das könnte jetzt peinlich werden. Ehrliche Antwort: Nichts! Keine Kurse, keine Ratgeber, keine Internetforen. Aber ich lerne mit Freuden von meinen Lesern. Jeden Tag. Ich bin ein Autoren-Lehrling, die Leser sind meine Meister.

Du bist unabhängige Selfpublisherin. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich finde daran alles gut und stören tut mich gar nichts. Selbständigkeit erfordert vor allem auch Selbstdisziplin. Ohne geht es nicht. Man ist von A-Z für alles selbst verantwortlich und allein-verpflichtet. Darüberhinaus sind Unabhängigkeit und Selbstbestimmung ein hohes Gut, vor allem, wenn man eine Frau ist. Es gibt Länder auf dieser Welt, da sieht es ganz anders aus. Vor allem verschnupft mich, dass, wenn es um die Rechte, bzw. Nicht-Rechte der Frauen geht, sich plötzlich alle drei monotheistischen Großreligionen verdächtig einig sind. Sonst nicht. Ah, ich sehe, Klaus wedelt mit den Armen („Halt die Klappe, Hanni!“). Schon gut, ich zügele mich…

Stimmt gar nicht. Ich liebe ungezügelte Antworten &#x263A
Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Dass meine Region endlich auch die Segnungen von DSL entdeckt und ich nicht länger mit einer schwankenden Mobilfunk-Antenne auf meinem Fensterbrett leben muss. Es ist mir nicht möglich, ein Mobi-Format bei KDP hochzuladen. HTML ist das höchste der Gefühle. Ansonsten alles gut. Fällt dir was ein, Klaus?


„Holzbuch sorgt immer noch für 90 Prozent Verbreitung“


Das verrate ich ein andermal . Jetzt gehört der Tag dir.
Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen &#x263A?

Sagen wir mal so: Die größere Verbreitung ist das Argument schlechthin. Jeder Autor will gelesen werden. Als Selfpublisher schöpft man bei Amazon höchstens 10-15% der Möglichkeiten ab. Der Rest ist immer noch Holzbuch. Aber zur Qualität habe ich eine feine Anekdote. Als ich 2002 die „Seelenfischer“ zum ersten Mal Verlagen angeboten habe, tendierte die Resonanz fast zu null. Zwei Antworten verdienen Erwähnung: In dem einen Anschreiben wurde ich mit Herr Münzer angeredet. O.k., kann ja mal passieren, aber im Betreff stand: Ihr Buch „Der Seelenfisch“. Fisch! Also, das hat mir dann schon gestunken … Dem zweiten Rückschreiben lag ein tolles Exposé bei. Leider war es nicht meines. „Der verlorene Bruder.“ Ich habe es dann mit einer kurzen Erklärung zurück an den Verlag gesandt. Prompt, drei Monate später, kam es wieder zurück: „Leider passt Ihr Buch nicht in unser Verlagsprogramm …“ Doppelte Ablehnung. Armer Bruder. Falls der Verfasser von „Der verlorene Bruder“ dies liest, weiß er jetzt immerhin, was 2002 aus seinem Exposé geworden ist. Der Bruder ging verloren …

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Band 1 der Trilogie: „Die Seelenfischer“(Fischer nicht Fisch!)

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Band 3 der „SEELENFISCHER-Trilogie“, „Die Akte Rosenthal“ ist fertig und erscheint am 30.08.2013. Vor Weihnachten kommen noch drei weitere Bücher, ein Roman, der die Geschichte der mutigen Widerstandskämpferinnen im 2. Weltkrieg erzählt, das ist mein Lieblingsprojekt, dann ein Thriller mit Amore, der wieder in Italien spielt und ein Fantasy-Buch unter Pseudonym. Ich war fleißig

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Bei jenen, die meine Bücher schon gelesen haben, möchte ich mich von Herzen bedanken. Und ich freue mich über jeden künftigen Leser, der mir seine Meinung mitteilt. Die Meinung meiner Leser ist für mich essentiell. Der Leser hat das Wort!

Hanni, ich danke dir herzlich für deine Antworten. Mit deiner erfrischenden Art wirst du sicher noch viele Leser begeistern – und vor Weihnachten gibt es ja noch einiges, worauf man sich von dir freuen kann. Wer mehr über Hanni Münzer wissen will, kann sie gerne auf ihrer Webseite www.hannimuenzer.de besuchen.

[Indie-Lounge] „Die ideale Form des Schriftstellerdaseins“ – Nika Lubitsch im Interview

Selfpublishing entwickelt sich rasant. Unabhängige Autoren erobern mit ihren Büchern regelmäßig Bestseller-Plätze. Indie-Lounge lädt die besten Indie-Autoren ein. Erfolgreiche, bekannte und besondere Self-Publisher erzählen von sich, geben Tipps für Autorenkollegen und machen Lust auf ihre Bücher. Heute besucht uns eine der erfolgreichsten Autorinnen, seit es das Selfpublishing bei Amazon gibt: Nika Lubitsch. Die 60-jährige Berlinerin schreibt schon, seit sie einen Geha-Füller halten kann. Neben rotzfrechen Sachbüchern (unter ihrem richtigen Namen) sind es vor allem Krimis, die ihre Leser begeistern.


Über 100 Tage Platz 1 in der Amazon-Bestsellerliste



Klaus Seibel: Nika, fast 200.000 Downloads, Lizenzen und verkaufte Filmrechte sind ein traumhafter Erfolg und das ohne Verlag. Auch dein zweiter Krimi „Das 5. Gebot“
hat es bis auf #1 geschafft. Wir freuen uns, dass du uns in der Indie-Lounge besuchst und uns einen kleinen Einblick in dein erfolgreiches Autorenleben gewährst. Wie kommst du auf deine Ideen, die deine Leser so mitreißen?

Nika Lubitsch: Die Puzzelsteine sammle ich irgendwie auf. In meiner näheren Umgebung. Bei „Der 7. Tag“waren es zum Beispiel eine befreundete Notarin, die mit dem Geld ihrer Mandanten abgehauen ist und ein Geschäftsfreund, der eine Riesenpleite mit Immobilien hingelegt hat. Beim „5. Gebot“ waren es die Denkweise und Diktion meines Vaters und die Familie, bei der ich in England vor vielen Jahren als Au-pair-Mädchen gelebt habe. Dazu ein Ausflug ins Hochland von Guyana.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Beides. Beim „7. Tag“ hatte ich nur einen Prolog (ich glaube für eine Schreibübung in meiner Schreibgruppe) und absolut keinen Plot. Ich habe einfach drauf los geschrieben und irgendwann haben meine Protagonisten die Regie und die Handlung an sich gerissen. Beim „5. Tag“ hatte ich ein klares Konzept, das musste auch sein, denn die Geschichte ist viel, viel komplizierter als „Der 7. Tag“.

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Das ist auf jeden Fall ein Full-Time-Job. In den letzten Monaten bin ich nicht mal mehr zum Schreiben gekommen, denn es gab entsetzlich viel zu tun: Korrekturen, Beauftragung von Kollegen für diverse Jobs, Interviews etc. Ich habe eine CD selbst besprochen und produziert, zwei Taschenbücher herausgebracht, eine englische Übersetzung anfertigen lassen, einen Filmvertrag ausgehandelt, Lizenzen erteilt….

Ein Filmvertrag für sein Buch ist wohl der Traum jeden Autors – und für gewöhnlich unerreichbar. Wie hast du es geschafft?

Ein Autorenkollege hat „Der 7. Tag“ gelesen, war begeistert und meinte, das müsste unbedingt verfilmt werden. Er würde ein paar Leute vom Film kennen und fragte mich, ob er mich vertreten dürfte. Sechs Wochen später hat Oliver Berben den Vertrag unterschrieben. Später bekam ich dann noch mehr Angebote von Filmproduktionen. Ich bin also nicht zum Film gegangen, sondern der Film ist zu mir gekommen.


„Ich habe immer davon geträumt, Schriftstellerin zu sein“



Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Ich habe immer davon geträumt, irgendwann als Schriftstellerin leben zu können. Ich hatte da so ein Bild im Kopf: Südfrankreich, Schreibtisch hinter weißen, wehenden Gardinen, ich als alte Frau zwischen Meterhohen Bücherregalen…. Nur hatte mich die Wirklichkeit eingeholt. Ich habe ja schon früher Krimis geschrieben, meinen ersten Krimi habe ich mit 24 geschrieben, einen Krimi im Rockstar-Milieu, Titel: „Backstage“. Den bekam ich von allen Verlagen zurück, einer schrieb: „Anbei Backs-Tage zurück. Wir verlegen keine Kochbücher.“ Da wurde mir klar, ich muss anders Karriere machen. Ich habe dann noch einen Roman angefangen, der hieß „Die Amazonen“. Den Plot habe ich mir später im Kino angucken können. Nora Ephron (die ich sehr verehrt habe) hat etwa zur gleichen Zeit „Der Club der Teufelinnen“ als Drehbuch geschrieben. Ich habe dann anderweitig Karriere gemacht und erst mit Ende 40 wieder angefangen zu schreiben. Aber auch diesmal wollte niemand meinen Krimi „Der 7. Tag“ haben. Also habe ich Sachbücher geschrieben und die haben auch auf Anhieb Verlage gefunden.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Der Erfolg hat nichts verändert, ich hatte ja vorher bereits in anderen Berufen sehr viel Erfolg. Dass ich plötzlich mit dem, was ich am liebsten mache, Geld verdiene, das ist schon eine ungeheure Befriedigung, da ist sozusagen mein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Mit 60 Jahren. Was für ein unglaubliches Glück! Wenn ich darüber nachdenke, muss ich heulen.

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen?

Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten.

Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Glück, Glück und nochmal Glück. Das richtige Buch zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Im Ernst, wenn ich es wüsste, könnte ich viel Geld für so einen Tipp verlangen.


„Tu’s einfach, trau‘ dich, dein Plot ist gut“


Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:

Tu’s einfach. Viele Autoren träumen ihr Leben lang vom großen Wurf, fangen hunderte von Romanen an und finden nichts gut genug. Ich kenne Autoren, hochbegabte Autoren, die gestorben sind, ohne ein einziges Buch zu Ende geschrieben zu haben. Tu’s einfach, trau‘ dich, dein Plot ist gut!

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Inzwischen natürlich mit meiner Lektorin und mit zwei Korrektorinnen. Und mit einem Coverdesigner. Beim 7. Tag war ja alles noch selbstgestrickt. Und mit Testlesern. Für „Das 5. Gebot“ hatte ich 33 Testleser. Die haben mir wirklich sehr geholfen.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Ich habe jahrelang in einer Internet-Schreibgruppe mitgemacht, die es leider nicht mehr gibt. Aus dieser Gruppe sind einige sehr erfolgreiche Autorinnen hervorgegangen. Wir haben uns selbst gegenseitig die Flötentöne beigebracht. Und ich habe jeden verdammten Schreibratgeber gefressen, den ich in die Hände gekriegt habe. Sol Stein war meine Bibel, Internet-Kurse in Dramatik, ich habe nichts ausgelassen, um mein Handwerk zu erlernen. Allerdings: „Der 7. Tag“ ist vorher entstanden, nach diesem intensiven Lernen hätte ich mich wahrscheinlich nicht mehr getraut, einen Roman mit dieser ungewöhnlichen Struktur zu schreiben.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Was ich gut finde: Meine Bücher sind mein Produkt. Sie sehen so aus, wie ich mir das vorstelle. Jedesmal, wenn ich eines meiner Bücher aus der Druckerei bekomme, dann jubiliere ich vor Freude. Die liegen wirklich sehr sexy in der Hand und auf dem Cover steht auch kein Quatsch. Und wenn ich ein Buch schreibe, weiß ich, dass es veröffentlicht wird und es wird sehr bald veröffentlicht, denn Verlage haben viel zu langen Vorlauf. Wobei ich einen Deal mit einem traditionellen Verlag gemacht habe, in dem ich selbst veröffentlichen darf. Der bringt meine E-Books als Taschenbücher heraus. Und die sind sehr sehr schnell. Stören? Mich stört nichts. Ich war mein ganzes Leben lang selbstständig. Deshalb ist das wahrscheinlich die für mich ideale Form des Schriftstellerdaseins.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?
Wann wird endlich das Klonen erlaubt?


„Ich habe nichts gegen Verlage. Aber bessere Qualität? Nö.“


Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken und womit (außer mit vielen Millionen&#x263A?
Ich habe überhaupt nichts gegen Verlage. Aber bessere Qualität? Nö, da lache ich drüber, meine selbstverlegten Bücher haben mehr Qualität als alles, was von mir in einem der großen Verlage erschienen ist. Ich habe einigen Verlagen in verschiedenen Ländern Lizenzen gegeben, sowohl für Print als auch für E-Books. Leider wollte mich in Deutschland bis heute kein großer Krimiverlag verlegen. Das hätte mich durchaus gereizt, allerdings hätte ich darauf bestanden, meine E-Book-Rechte zu behalten. Da dem nicht so war, habe ich mit mvg einen Deal gemacht, meine Krimis erscheinen jetzt als Taschenbuch unter ihrem Dach und ich bin absolut glücklich mit diesem Verlag.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

„Der 7. Tag“

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Als ich anfing, Krimis zu lesen, liebte ich es, bei Nero Wolfe, Archie Goodwin und Fritz zu Besuch zu sein, in den Krimis von Rex Stout. Die waren für mich wie alte Freunde, ich kannte jeden Winkel ihres Hauses . So etwas will ich auch schreiben: Bücher, in denen meine Leser ein Stück zu Hause finden, Figuren schaffen, die alte Freunde werden. Ich bin sicher, dass meine Leser das abolut hinreißende Personal vom „Kudamm 216“ lieben werden. „Kudamm 216“ ist zur Zeit der Arbeitstitel meiner neuen Serie.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
DANKE!

Das war kurz und bündig. Dann möchte ich dir jetzt auch „Danke“ sagen für deine Antworten, Nika, und dir natürlich weiterhin viel Erfolg wünschen.

Wer mehr über Nika Lubitsch und ihre Bücher wissen möchte, findet es auf ihrem Blog. Und auf jeden Fall warten wir auf ihren Krimi, der im Moment noch „Kudamm 216“ heißt. Ich habe ja auch schon einen Berlin-Krimi geschrieben und bin hochgespannt, wie Nika das anpacken wird.

Abb./Coverbilder: Nika Lubitsch (c)

[Indie-Lounge]: „Für mich ist Schreiben Rock’n’Roll pur!“ – Volker Ferkau im Interview

Selfpublishing entwickelt sich rasant. Unabhängige Autoren erobern mit ihren Büchern regelmäßig Bestseller-Plätze im Amazon Kindle-Shop. Fast 50 der dortigen TOP 100 E-Books kommen schon von „Indies“. Anlass genug für E-Book-News, die besten Autorinnen und Autoren zur neuen “Indie-Lounge“ einzuladen. Erfolgreiche, bekannte und besondere Self-Publisher erzählen von sich, geben Tipps für Autorenkollegen und machen Lust auf ihre Bücher. Erster Gast der Indie-Lounge ist Volker Ferkau. Sein Thriller „In Liebe, dein Mörder“steht schon seit Wochen in den TOP 10, zeitweise auf Platz 3, und zuvor waren auch schon einige andere Bücher von ihm dort. Schon mit 13 Jahren veröffentlichte er Kurzgeschichten in Wochenendbeilagen von Tageszeitungen, es folgten zahlreiche Print-Veröffentlichungen und jetzt bereits 14 E-Books, womit er gut vom Schreiben leben kann, wie er sagt. Normalerweise verweigert Volker Ferkau sich schriftlichen Interviews, aber für die Indie-Lounge macht er eine Ausnahme.


„Ganz unromantisch: Von etwas muss man leben“



Klaus Seibel: Volker, wir freuen uns, dass du deine Zurückhaltung aufgibst und zum Start der Indie-Lounge bei uns bist. Du hast schon ziemlich viele Bücher geschrieben und triffst damit offensichtlich einen Nerv bei den Lesern. Woher kommen deine Ideen?

Volker Ferkau: Die meisten Autoren sagen: In der Badewanne. Und irgendwie stimmt das sogar. Spaß beiseite: Es gibt keine Regel. Mal im Traum, beim Sport, oder dann, wenn man am allerwenigsten dran denkt.

Schreibst du eher intuitiv oder nach einem klaren Konzept?

Intuitiv. Ich halte es mit Stephen King, der sagte: „Wenn ich selbst nicht weiß, was auf der nächsten Seite geschieht, wird der Leser das auch spannend finden.“

Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Meine Gefährtin findet, zuviel. Für mich können es nicht genug Stunden sein.

Was motiviert dich zum Schreiben?

Ganz unromantisch? Von etwas muss man leben! Doch das ist nicht alles. Nehme mir mein Handwerkzeug für 2 Wochen weg, und ich werde nervös. Dann drängt es mich, zu schreiben. Das ist so tief verwurzelt, dass es ohne Schreiben einfach nicht geht.


„Ich fahre noch immer dasselbe Auto…“



Folgst du mit deiner Tätigkeit als Autor einem großen Plan? Ist es „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?

Mit dem Supererfolg von IN LIEBE … habe ich mir meinen Traum erfüllt. Alles, was jetzt folgt, ist Zuckerguss.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

Gar nichts, total nichts. Ich fahre noch immer dasselbe Auto, wohne in derselben Wohnung, habe dieselbe Frau. Doch, etwas gibt es: Ab Oktober 2013 siedele ich für 7 Monate nach Gran Canaria um. Ich brauche die Sonne, unter der vielleicht noch bessere Romane entstehen.

Gibt es ein Geheimnis für deinen Erfolg? Wie schafft man es, in die Top 100 oder sogar in die Top 10 zu kommen? Dass man dafür eine mitreißende Geschichte braucht, ein gutes Cover und einen sauberen Text, wissen die meisten. Welche Faktoren darüber hinaus sind deiner Meinung nach für deinen Erfolg wichtig gewesen?

Gäbe es ein Geheimnis, würde ich es nicht verraten. Aber das wichtigste daran hast du schon in deiner Frage angesprochen.


„Lernt Schreiben! Schreiben ist ein Handwerk.“


Was ist dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen?

Auch wenn es arrogant klingt: Lernt Schreiben! Schreiben ist ein Handwerk. Man kann es lernen, und das bedeutet Schweiß, viel Schweiß. Es gibt hervorragende Lehrbücher und gute Schreibseminare. Ich bin erschüttert, wie dilettantisch manche Texte verfasst sind, die dazu noch für 0,99 Euro angeboten werden und den E-Book-Markt verwässern.

Qualität ist ein großes Thema bei E-Books. Wie sicherst du die Qualität deiner Bücher?

Ich höre auf Kritik (Schreibfehler, Formatierung etc.), prüfe und verbessere ständig. Da bin ich völlig schmerzfrei und ohne Stolz.

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Fachbücher. Besonders die von Sol Stein, des besten Schreiblehrers der Welt. Diese Bücher habe ich studiert, immer wieder. Und ich höre auf Kritik. Viele Autoren mögen das nicht, denn es kann schmerzen. Macht nix! Hinter jeder Kritik steckt ein Funken Wahrheit. Hinhören, selbstkritisch sein, besser werden.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Ich finde das einfach nur gut, aber das ist wohl immer so, wenn der Erfolg da ist. Das ist, als würdest du fragen, wie jemand, der 5 Richtige hatte, Lottospielen findet.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?
Absolut nichts. Amazon ist ein kritischer, manchmal schwieriger, aber stets professioneller Partner.


„Die Tretmühle des Erfolgsdrucks kann zermalmen“



Ein Verlag nimmt einem Autor viel Arbeit ab, verspricht bessere Qualität und eine größere Verbreitung. Könnte dich ein Verlag locken, und wenn ja, womit (außer mit vielen Millionen &#x263A)?

Jeder ist käuflich, haha! Wenn ich allerdings sehe, wie manche Autoren in der Tretmühle der Verträge und des Erfolgsdrucks zermalmt werden, sollte ich mir das noch mal überlegen. Außerdem kenne ich das Verlagsgeschäft sehr gut. Ca. 35 Veröffentlichungen von mir waren in Printform. Aber um ganz ehrlich zu sein … so wirklich brauche ich das nicht. Aber wie gesagt … ab einer gewissen Summe …

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ganz schwierige Frage. Wer gerne zeitgenössische Literatur liest, sollte es mit ALLES AUF ANFANG versuchen. Der Fantasyleser findet in MITTLAND seine bisher fast 3000-seitige Welt, und der Thrillerfreund kann sich mit IN LIEBE, DEIN MÖRDER in Alpträume begeben.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

In diesem Jahr erscheint der neue Thriller SEI MEIN MÖRDER, außerdem der 2. Roman der dritten MITTLAND-Staffel. Beide Romane sind schon fertig.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

„Kaufe meine Bücher, und du bekommst einen korrekten Gegenwert! Denn nur darum geht es! Um Unterhaltung und um schöne Stunden, die dich vom Alltag ablenken. Viel Spaß beim Lesen!“

Volker, ich danke dir herzlich für deine Antworten.

Abb./Coverbilder: Volker Ferkau (c)