E-Reader-Apps ohne Store-Link: Apple setzt sich durch

apple_app_store.jpgE-Books einkaufen auf iPad oder iPhone wird etwas unbequemer. Anbieter wie Amazon, Google oder Barnes&Noble haben in den letzten Tagen Store-Links aus ihren Apps entfernt, die automatisch zu den betreffenden Webseiten führten. Wer via Touch-Screen neue Titel shoppen will, muss nun die App per Knopfdruck verlassen und selbst den externen Browser öffnen. Hintergrund des Missing Links: Apple hatte Anfang 2011 strengere Regeln für den App-Store eingeführt, die Übergangsfrist ist nun ausgelaufen. Die Shopping-Links waren sozusagen das letzte Hintertürchen für die Konkurrenz. Denn beim In-App-Shopping fordert Apple von den Content-Anbietern 30 Prozent Provision. Das wiederum lehnen die Online-Buchhändler ab. Das „Ökosystem“ von Apps für Desktop-PCs, Mobilgeräte und drahtlosen E-Readern bei Amazon & Co. wird natürlich auch weiterhin funktionieren. Denn über die Syncing-Funktion gelangen E-Books immer noch auf iPhone & iPad. Gatekeeper Apple allerdings darf hoffen, dass sich die Nutzer mittelfristig vermehrt elektronische Lektüre via iBooks besorgen. Denn das iTunes für Bücher wird ja auch weiterhin In-App-Shopping ermöglichen. Für Ärger bei den Kunden wird die neue Platzhirsch-Politik aber wohl erst einmal ebenso sorgen. Denn die gewohnte Nutzung etwa der Kindle-App wird nun ohne vernünftigen Grund erschwert. Unfreiwillig rührt Apple damit auch die Werbetrommel zum Umstieg auf das für August angekündigte Amazon-Tablet.

Vorfahrt für iBooks: E-Book-Apps für iPad & iPhone bald vor dem Aus?

apple-in-app-shopping-e-book-appsApple nutzt seine Gatekeeper-Funktion auf iPad & iPhone immer stärker aus – das bekommen nun auch Anbieter von E-Book-Apps zu spüren. Bisher gab es eine Alternative zum sogenannten In-App-Shopping, bei dem 30 Prozent des Umsatzes an Apple fließen – Anbieter wie Amazon oder Barnes&Noble konnten Käufer auf ihre Website weiterleiten. Ganz ähnlich lief es auch für die Zeitungsleser, die ein Digi-Abo kaufen wollten. Das war für die Nutzer zwar nicht so attraktiv wie In-App-Shopping, dafür musste keine Provision an Apple gezahlt werden. Doch damit ist wohl bald Schluss…

Von iTunes lernen heißt siegen lernen

Apple, so scheint es, macht keine halben Sachen. Kaum zehn Jahre nach dem Start von iPod plus iTunes beherrscht das Unternehmen zwei Drittel des digitalen Musikmarktes der USA. Mit der Kombination von iPad plus iBooks versucht Apple nun, den Markt für E-Books aufzurollen. Als das Unternehmen Mitte 2010 parallel zur Tablet-Premiere mit iBooks seine eigene E-Buchhandlung an den Start brachte, erwarteten viele Branchen-Insider schon das sofortige Ende unabhängiger E-Book-Apps. Zunächst einmal passierte allerdings genau das Gegenteil: mit Kindle-App, B&N-App und Kobo-App war plötzlich die gesamte Konkurrenz auf dem iPad präsent. Auch in Deutschland gibt es mit iPad-Apps wie etwa textunes gut gemachte Alternativen zu iBooks.

Ab 1.Juli 2011 gibt’s nur noch In-App-Shopping

Viele dieser Apps leiten den Kunden zum Kaufen von E-Books ganz einfach auf ihre Website um – doch diese Lücke im System wird nun sich schließen: Im Herbst 2010 wurde den Geschäftspartnern angekündigt, man werde neue Apps nur noch zulassen, wenn sie sich komplett auf In-App-Shopping beschränken. Für bereits existierende Anwendungen gibt es eine Übergangsfrist: “To ensure your app remains on the App Store, please submit an update that uses the In App Purchase API for purchasing content, by June 30, 2011″, teilte Apple den Anbietern mit. Mit anderen Worten: ab 1. Juli muss die Konkurrenz 30 Prozent ihrer In-App-Umsätze mit Apple teilen, oder ganz auf die Nutzung des App Stores verzichten. Vielleicht ja zugunsten des frei zugänglichen Android-Marketplace – denn mit einer wachsenden Zahl von Android-Tablets & Smartphones dürfte für Content-Anbieter auch die Attraktivität des mobilen Google-Betriebssystems zunehmen.

(via teleread.org & mondaynote)