IFA-Preview: Sony präsentiert PRS-T3 – ohne Glowlight, mit optionaler Leselampe

Bei E-Readern setzt Sony auch weiterhin auf Klasse statt Masse – da macht das neueste Modell PRS-T3 keine Ausnahme: edles Design, hohe Qualität, aber auch eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber Branchen-Trends. Eins darf man nämlich nicht erwarten, wenn das neue Gadget ab Freitag auf der IFA erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wird: Glowlight. Stattdessen soll optional ein spezielles Cover mit integrierter Leselampe angeboten werden.

„Wir glauben dass die Integration einer seitlichen Beleuchtung in das Display nicht unbedingt hilfreich sein muss und die Nutzererfahrung sogar verschlechtern kann – damit entfernt man sich nämlich von der traditionellen Leseerfahrung auf Papier“, äußerte sich vor kurzem Stephanie Lang von Sony France gegenüber Clubic.com, einem französischsprachigen Techblog. „Ein Cover mit integrierter Leselampe, die man je nach Wunsch ausrichten kann, bietet dagegen weitaus mehr Nutzwert“.

Ganz schön eigenwillig, könnte man meinen – ist doch das Glimmerlicht längst zum Branchenstandard avanciert, von Amazon, Kobo oder Pocketbook bis zu Trekstor setzen alle anderen Anbieter auf die kontraststarke Kombination von Pearl-E-Ink mit LEDs. Aufgrund eigener Verbraucherstudien will Sony aber wissen, dass Glowlight kein zentrales Kaufkriterium für die Mehrheit der Konsumenten darstellt. Allerdings fragt sich in diesem Zusammenhang, wie aktuell dieses Wissen wohl sein mag: 2008 hatte Sony schließlich mit dem PRS-700 schon mal einen Glowlight-ähnlichen Reader auf den Markt geworfen – der jedoch grandios floppte, weil die Display-Qualität insgesamt wenig überzeugend blieb.

Statt weiterer Experimente verbesserte man bei Sony nach dieser Erfahrung lieber andere Aspekte von Soft- und Hardware – manche Ergebnisse dieser Evolution kann man auch beim neuen PRS-T3 beobachten. Das zeigt ein Blick auf die bei Mobileread geleakten Specs: So wurde dem neuesten Modell etwa eine Schnelladefunktion spendiert, die in nur drei Minuten den Akku wiederauflädt (ob tatsächlich zu 100 Prozent, bleibt bisher unklar). Unterstützt wird die Nutzung von Evernote & Facebook, neben vorinstallierten Wörterbüchern gibt’s die Möglichkeit, bei Wikipedia oder Google nachzuschlagen. Via WiFi hat man zudem den direkten Draht zum 2012 gestarteten Sony eBook Store.

Andere Features dagegen klingen eher nach Durchschnitt: 2 GB Speicher, XGA-Auflösung, und beim Touchscreen „nur“ Infrarot-Abtastung – ob das bei einem anvisierten Preis von 139 Euro wirklich viele Käufer motiviert, bleibt dann doch fraglich. Zumal man für das Sony-Cover mit integrierter Leselampe weiteres Geld investieren muss. Aber vielleicht taugt der ab Ende September lieferbare Sony-Reader durch das auffällige Design (lieferbar in weiß, schwarz und rot) ja immerhin als ein Status-Symbol, um sich von der Masse der Kindle-Besitzer abzugrenzen…

Low-Price trifft Glowlight: Trekstors 6-Zoller Pyrus 2 LED leuchtet ab 80 Euro

Low-Price und Glowlight, geht das zusammen? Trekstor scheint die Antwort zu kennen: auf der kommenden IFA in Berlin präsentiert das Lorscher Unternehmen mit dem Pyrus 2 LED eine Glimmerlicht-Variante des bekannten 6-Zoll-Tastenreaders. Doch nicht nur das Glowlight-Feature ist neu – denn die LEDs beleuchten ein Pearl-E-Ink-Display. Bisher setzte Trekstor bei den Billig-Readern auf den E-Ink-Klon „Digital Ink“, was dem Unternehmen u.a. eine Patentrechtsklage des Marktführers einbrachte. Nun wird also lieber gleich ein komplettes Display-Paket von E-Ink verbaut. Um einen möglichst niedrigen Endverkaufspreis zu garantieren, wird allerdings auf das Touch-Screen verzichtet – nur die Anordnung der Tasten unter dem Display wurde verändert.

Macht Trekstor sich selbst Konkurrenz?

Zum Preis von 80 Euro soll der Pyrus 2 LED ab Oktober erhältlich sein – und bewegt sich damit 20 Euro unterhalb des Tolino Shine, der dafür neben Touch-Screen auch noch WiFi und Cloud-Speicher mitbringt. Und außerdem eine höhere Auflösung – denn Trekstors Pyrus 2 LED bleibt beim klassischen Standard 800×600 Pixel. Beim Speicherplatz wurde sogar abgespeckt – statt 4 Gigabyte sind jetzt nur noch 2 Gigabyte an Bord. Am Ende könnte sich Trekstor mit diesem Angebot sogar selbst Konkurrenz machen: die bisherigen Pyrus-Modelle mit 6-Zoll-Display rangieren zumindest derzeit noch zwischen 60 und 70 Euro, während der 4-Zoller Pyrus Mini bereits bei 30 Euro angekommen ist. Oberhalb der 100-Euro-Schwelle bewegt sich noch der 8-Zoller Pyrus Maxi – und im Weihnachtsgeschäft dann auch Trekstors neue Tablet-Modellpalette „xiron“, die ebenfalls auf der IFA vorgestellt werden soll.