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Tablet mit taz-Screen: Alternative Tageszeitung jetzt via iBooks im Einzelverkauf

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Die taz erobert das iPad: die aktuelle Ausgabe der alternativen Tageszeitung lässt sich jetzt zum Preis von 99 Cent bei iBooks shoppen. Schon seit Sommer 2009 gibt es im Rahmen des „Digi-Abos“ eine elektronische Ausgabe der taz im epub-Format, die man auf E-Readern und via Stanza auch auf dem iPhone lesen kann. Neu ist jedoch der Einzelverkauf. Die Digi-Taz in Apples virtueller Buchhandlung kommt vorerst noch mit gewissen Einschränkungen – die meisten Bilder etwa fehlen. So liest sich die digitale taz auf dem Tablet tatsächlich eher wie ein Buch.

Die taz als mediale Avantgarde: beim E-Paper ist die alternative Tageszeitung Spitzenreiter

Die taz hat immer mit der medialen Avantgarde geliebäugelt, sei es mit der forschen Einführung eines digitalen Redaktionssystems schon Mitte der Achtziger, sei es mit dem frühen Webauftritt der “digitaz” Mitte der Neunziger. Auch beim E-Paper ist man ganz vorn: Ab zehn Euro bekommt man ein digitales Abo in verschiedenen Formaten, seit letztem Jahr sogar als epub für den E-Reader. Mehr als 1800 zahlende Abonnenten soll es mittlerweile geben. AbonnentInnen haben dabei die Wahl zwischen vier verschiedenen Digital-Abos. Denn neben der epub-Version gibt’s das Blatt mit der Tazze auf der Titelseite per Download oder auf Wunsch auch per E-Mail-Attachment als PDF, HTML oder TXT-Datei.

Wo bleiben die Bilder? Bisher ist die iPad-Version eine ziemliche Bleiwüste

Ohne Abo lief allerdings bisher gar nichts. Mit der iPad-Version der taz hat sich das nun endlich geändert. Ähnlich wie konkurrierende Tageszeitungen kann man die taz auf Apples Tablet auch im Einzelverkauf bekommen. Doch während andere Blätter eine eigene App anbieten, nutzt die taz Apples iPad-Buchhandlung iBooks als digitalen Kiosk. Nach dem Kauf ordnet sich die taz einfach in das Bücherregal ein und lässt sich wie ein E-Book lesen. Inklusvie animiertem Umblättern. Keine andere Zeitung gehorcht bisher so wie die taz den Fingern auf dem Touchpad. Je nach Ausgabe kann das Buch mit tazze bis zu 600 Seiten haben, denn auch regelmäßige Beilagen wie etwa Le Monde diplomatique sind mit dabei. Bisher auf weiteres bleibt die iBooks-taz aber eine ziemliche Bleiwüste. Denn bis auf den Tom-Comic und andere Karikaturen fehlen sämtliche Bilder der gedruckten Ausgabe. Anders als bei der epub-Ausgabe des Digi-Abos gab es in den ersten iPad-Ausgaben auch noch keine Faksimiles der einzelnen Seiten. Dafür sind 99 Cent dann doch wieder ziemlich teuer, auch wenn die alternative Tageszeitung nun in die entlegensten Winkel der Republik gelangt. Ärgerlich ist auch der zwangsweise DRM-Schutz. Im Unterschied zum normalen epub bleibt die iPad-taz an das iPad gebunden. Sympathischerweise hat die Tageszeitung beim normalen Digi-Abo auf jeglichen Kopierschutz verzichtet – doch Apples Tablet ist eben ein „Closed Shop“-System.

Die iPad-Version der taz stürmt die Verkaufscharts des iBook-Stores

Die beste ipad-Alternative zur taz ist somit die taz selbst – und zwar im Rahmen des Digi-Abos, das es ja bereits zum Preis von zehn iBooks-Einzelausgaben gibt. Wer auf dem iPad einen PDF-Viewer installiert, kann die alternative Tageszeitung bequem im Originallayout lesen. Das Scrollen und Zoomen auf dem Touch-Screen des Tablets ist schließlich äußerst komfortabel. Noch besser wäre natürlich eine iPad-App, die solch eine zoombare Ansicht des Originallayouts mit einer reinen Textansicht verbindet. Allerdings hat die Lösung mit dem PDF-Viewer auch durchaus Vorteile – die Daten liegen auf dem taz-Server, und das Geld für das Abo landet vollständig bei der taz, während beim Kauf über iBooks ein Drittel von Apple abgeschöpft wird. Wie ein Blick auf den taz-Hausblog zeigt, ist diese Tatsache für die taz-Community nicht gerade ein Grund zum Jubeln. Bisher liegen die Verkaufszahlen laut taz im „unteren dreistelligen Bereich“. Das reichte aber immerhin aus, um die taz an die Spitze der deutschen iBooks-Charts zu katapultieren.

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Multimedial, aber nicht sehr mobil: Elektronisches Lesen auf dem iPad im Praxis-Test

iPad-als-E-Reader-ibooks-bestseller-testbericht.gifDas iPad ist ein Tablet PC, besitzt aber auch E-Reader-Qualitäten. Mit iBooks hat Apple dem großen Bruder des iPhones eine komfortable E-Bibliothek spendiert. Zusätzliche Apps erschließen iPad-Nutzern die ganze Palette des elektronischen Lesens -- vom E-Comic bis zu E-Mag & E-Newspaper. Doch kann ein Multimedia-Tablet wirklich mit klassischen Lesegeräten konkurrieren? E-Book-News hat die Basisversion des iPad (16 GB/WiFi) getestet.

Das iPad zeigt, wie Multimedia auf dem E-Reader aussehen könnte

Multimedia auf dem E-Reader? Für viele Deutsche ist das ein klarer Fall. Einer Emnid-Umfrage aus dem Frühjahr 2010 zufolge möchte über die Hälfte potentieller Käufer einen eReader „als multimedial einsetzbares Kommunikationsgerät verwenden”. Das elektronische Papier ist aber noch nicht ganz soweit. Erst 2011 dürften Produkte mit stromsparender und blendfreier Farb-Darstellung den Massenmarkt erobern. Somit steht im Mittelpunkt des E-Lese-Hypes zur Zeit Apples iPad. Glaubt man aktuellen Studien von Statista.com, könnte das neue Tablet mit 9,7-Zoll-Display binnen kurzem zum meistgenutzen E-Reader avancieren. Dabei sprechen die technischen Daten eher dagegen: das hintergrundbeleuchtete LED-Display ist bei direktem Sonnenlicht kaum benutzbar, der Akku reicht nur für ca. 10 Stunden Betrieb, und das Gewicht liegt mit 680 Gramm (bzw. 730 Gramm für die 3G-Versionen) deutlich über anderen Lesegeräten. Teuer ist das iPad obendrein -- das „magische Gerät zu einem revolutionären Preis“ (Apple-Werbung) schlägt bereits in der Basisversion (WiFi+16 Gigabyte Speicher) mit 499 Euro recht tief ins Kontor. Doch wir wollten es wissen, und zückten am Tag des iPad-Starts die Kreditkarte. Die Gravis-Webseite reagierte zwar etwas träge -- doch die Bestellung wurde aufgenommen. Nach zehn Tagen klingelte der UPS-Mann an der Bürotür. Inklusive Lieferung kostete uns die Sache 504 Euro.

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Wie es sich für ein Touch-Screen-Gerät gehört, gibt’s beim iPad kaum Schaltknöpfe

Die Art der Verpackung inszeniert das iPad als ähnlich unkompliziertes Gerät wie iPhone oder iPod Touch: öffnet man den Karton, blickt man direkt auf das Tablet, es wird nur durch eine Klarsichtfolie geschützt. Darunter befindet sich ein schmaler Umschlag mit Start-Informationen, dann kommen noch ein kurzes USB-Kabel und ein Steckdosen-Adapter hinzu. Das war’s.
Wie es sich für ein Touch-Screen-Gerät gehört, hat auch das iPad kaum Schaltknöpfe. Direkt unter dem Display befindet sich der „Home“-Button, mit dem Apps in Richtung Desktop verlassen werden. Am oberen Rand ist der Ein- und Ausschaltknopf, am rechten Rand ein Lautstärke-Regler und die Arretierung für den G-Sensor. Mit ihr kann die automatische Bildschirmausrichtung unterdrückt werden. Ansonsten gibt es noch eine Kopfhörerbuchse sowie ein kleines Mikrophon oben links. Der Anschluss für USB/Stromnetz ist wie gewohnt an der unteren Kante. Wer genau hinschaut, wird rechts daneben noch kleine Gitterchen erkennen -- dahinter verstecken sich die Lautsprecher.

„Plug&Play“ à la iPad: ohne USB-Verbindung keine Freischaltung

Eigentlich könnte man das iPad jetzt sofort in Betrieb nehmen, gilt es doch als ein vollwertiger PC in Tablet-Form. Das iPad ist aber ein ironischerweise ein „Plug&Play“-Gerät im wahrsten Sinne des Wortes. Man muss erst eine USB-Verbindung zu Laptop oder Desktop herstellen und das iPad via iTunes freischalten. Dazu sollte die neueste iTunes-Version 9.1 installiert sein, sonst wird das iPad vom System nicht richtig erkannt. Außerdem braucht man natürlich ein gültige iTunes-Account. Die ganze Prozedur hat allerdings auch Vorteile -- die Multimedia-Bibliothek wird zwischen den beiden Computern synchronisiert. Ab jetzt verfügt man tatsächlich über ein mobiles Endgerät, das sich per WLAN mit dem Internet verbindet. Und natürlich über einen E-Reader. Fehlt nur noch der elektronische Lesestoff. Bei der Synchronisierung werden bereits vorhandene E-Book-Apps für iPhone oder iPod Touch auf das iPad übertragen. Sie lassen sich problemlos öffnen -- etwa Lars Reppesgards Buch über das „Google Imperium“, das wir bei textunes gekauft hatten. Grundsätzlich keine schlechte Adresse -- mehr als 1000 sehr schön gemachte E-Book-Apps gibts dort mittlerweile. Standardmäßig werden auf dem iPad die „alten“ iPhone-Apps aber nur in einem iPhone-großen Fenster geöffnet. Die Ansicht lässt sich zwar auf die volle Bildschirmgröße des iPads skalieren, doch sieht das Schriftbild dann arg pixelig aus. Etwas besser gefiel uns das Ergebnis bei E-Comics, z.B. bei der Star Trek-Countdown-Reihe von idw. Doch wirklich befriedigend ist das nicht. Immerhin ermöglichen Anbieter wie textunes oder idw, vorhandene E-Books & E-Comics mit der optimierten E-Reader-App für das iPad kostenlos upzudaten. Allerdings muss man die einzelnen Titel zuvor per In-App-Shopping gekauft haben. Wer direkt im App Store shoppen war, geht leider leer aus.

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iBooks bietet kommerzielle Titel, aber auch kostenlosen Lesestoff aus dem Public Domain-Bereich

Der Königsweg zum ersten echten E-Book für das iPad läuft ohnehin über iBooks. Das virtuelle Bücherregal wertet die E-Bibliothek deutlich auf -- vor allem, wenn die E-Books ein richtiges Cover mitbringen. Die Lektüre via Touch-Screen funktioniert äußerst intuitiv. Hält man die E-Reader-App im Querformat, hat man den Eindruck, ein aufgeschlagenes Buch vor sich zu haben. Das animierte Umblättern verstärkt das Look&Feel des analogen Lesens. Doch auch sonst kann sich iBooks sehen lassen. Apples iTunes für Bücher ist schließlich auch eine virtuelle Buchhandlung. Momentan wird man dort jedoch nicht unbedingt jeden aktuellen Titel erhalten können. Anders als etwa in den USA sind hierzulande noch längst nicht alle großen Verlage mit im iBoot. Bedenken sollte man natürlich auch, dass via iBooks geshoppte Titel nur auf dem iPad lesbar sind. Eine iBooks-Version für iPhone bzw. iPod Touch gibt es noch nicht. Wer kopiergeschützte E-Books auf verschiedenen mobilen Geräten nutzen will, sollte eher auf die Kindle App für das iPad setzen. Sehr viele deutsche Titel gibt es im Kindle-Store freilich bisher auch nicht. Am besten haben es zur Zeit noch Klassiker-Freunde. Dank der Kooperation zwischen Apple und Project Gutenberg gibt es nämlich immerhin mehr als 30.000 kostenlose Public Domain-Titel. Dieselben Ressourcen nutzt übrigens auch eine App namens vBookz, die man für 4,99 Euro im App Store herunterladen kann. Im Unterschied zu iBooks bringt vBookz dafür eine Text-to-Speech-Funktion mit -- auf Wunsch kann man sich die E-Books von einer synthetischen Männer- oder Frauenstimme vorlesen lassen.

Die eigentliche Stärke des iPads als E-Reader liegt bei grafisch aufbereiteten Online-Inhalten

Längeres Lesen auf dem iPad ist allerdings anstrengend. Das liegt nicht nur am hintergrundbeleuchteten Display, sondern auch am Gewicht des Gerätes. Die meisten E-Reader wiegen zwischen 170 und 200 Gramm -- man kann sie längere Zeit in der Hand halten, ähnlich wie ein Taschenbuch. Bei fast 700 Gramm geht freihändig gar nichts mehr. Nicht zufällig wurden in den Promo-Videos Personen gezeigt, die sich auf dem Sofa lümmeln und Apples Tablet dabei auf den Knien balancieren. Das scheint die optimale Leseposition zu sein, es sei denn, man verfügt über die offizielle iPad-Bücherstütze. Auch die Mobilität wird durch das Gewicht stark eingeschränkt -- anders als etwa Sony Reader oder Kindle steckt man das iPad nicht so einfach mal in die (Um-)Hängetasche. Relativ schnell hatten wir den Eindruck: Das iPad ist in erster Linie ein Multimedia- und Surftablett für den Gebrauch zu Hause oder im Büro. Gerade dort, wo es um grafisch aufbereitete Online-Inhalte geht, kann das Gerät seine Stärken ausspielen. Aufwändig gestaltete Apps von Publikationen wie der New York Times, von Focus oder Wired bieten tatsächlich ein völlig neues Leseerlebnis. Auch als E-Comic-Reader kann Apples Tablet punkten -- mit dem 9,7-Zoll-Display entspricht es ohnehin genau dem Format amerikanischer Comichefte. Ob Marvells Superheroes, Mawils Supahasi oder die franko-belgischen Klassiker -- kein Gadget dürfte sich momentan besser für elektronische Bildergeschichten eignen. Wer jedoch vor allem E-Books bequem unterwegs lesen möchte, ist bis auf weiteres mit einem leichten und kleinen E-Ink-Gerät am besten bedient -- und das zu einem weitaus günstigeren Preis.

iPad 16 GB-Version mit WiFi -- Specs

  • Display: 9,7-Zoll hintergrundbeleuchtete LED
  • Auflösung: 1024x768
  • Interner Speicher: 16/32/64 Gigabyte
  • Prozessor: 1 Gigahertz Apple A4
  • Gewicht: 680 Gramm (WiFi-Version)
  • Akkulaufzeit: ca. 10 Stunden
  • Unterstützte E-Book-Formate: epub (mit/ohne Kopierschutz)
  • Schnittstellen: USB, Bluetooth, WiFi, 3G
  • Preis: 499 Euro (Home of Hardware)

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Vorlese-Funktion für das iPad: vBookz-App bringt E-Books zu Gehör

vbookz-ipad-app-e-books-vorlesenMit vBookz wird das iPad zum Vorlesegerät: die neue E-Reader-App bringt eine technisch ausgereifte Text-to-Speech-Funktion von Acapela mit. Ingesamt lassen sich auf diese Weise mehr als 30.000 E-Books aus dem Public-Domain-Bereich wahlweise lesen oder anhören. Die Basisversion für englische Sprache kostet 3,99 Euro. Per In-App-Shopping kann man sie mit zahlreichen weiteren Sprachen nachrüsten, darunter Deutsch, Französisch und Spanisch.

iBooks ist zwar schön bunt, die E-Books bleiben aber stumm

Apples hauseigene E-Reader-Software iBooks ist zwar schön bunt, bleibt aber stumm. Eine Vorlesefunktion ähnlich wie bei Amazons Kindle bringt das Tablet nämlich nicht mit. Allerdings kann man diese Funktion auch bei Amazons Reader für viele kommerzielle E-Books nicht nutzen. Denn kaum war dieses interessante Feature im letzten Jahr vorgestellt worden, brach ein Sturm der Entrüstung bei den Verlagen los – sie sahen die synthetische Stimme als Konkurrenzprodukt für Audiobooks. Sogar von Hörbuch-Piraterie war die Rede – dabei kann man eine künstliche Stimme nicht wirklich mit einem geschulten Sprecher vergleichen. Komfortabel ist eine Vorlesefunktion wie sie vBookz liefert allerdings schon – für viele sehbehinderte Nutzer ist sie sogar eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt von E-Books auf dem iPad profitieren zu können.

vBookz macht den Wechsel zwischen Lesen und Hören besonders leicht

Mit vBookz gibt es jetzt eine tönende Alternative zu iBooks, die mit ihrem animierten Bücherregal optisch eng an das Original anknüpft. Plagiatsvorwürfe dürfte das nicht auslösen, denn auch Apple hat sich ja beim virtuellen Bookshelf von der iPhone-App eines Drittanbieters inspirieren lassen. Das entscheidende ist bei vBookz aber natürlich das Hear-and-Feel. Was Acapela, Europas führender Entwickler von Text-to-Speech-Software in die von Mindex International vermarktete App gepackt hat, kann sich wirklich hören lassen – einen Eindruck der Sprachsynthese bekommt man übrigens auf acapela.tv, einer Testseite mit vielen netten Browser-Apps. Die Bedienung der App ist darauf ausgelegt, leicht zwischen lesen und hören wechseln zu können, und auch ausgewählte Passagen zu Gehör zu bringen. Ob man vBookz wirklich, wie von Mindex behauptet, zum Fremdsprachen-Lernen nutzen sollte, darf man aber wohl getrost bezweifeln.

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Self-Publishing via iBooks: Wie Apple Autoren auf dem iPad die Direktvermarktung ermöglicht

apple-ipad-ibooks-self-publishing-e-bookSelf-Publishing via iBooks – mit dieser Option ermöglicht Apple jetzt Autoren, ihre E-Books auf dem iPad direkt zu vermarkten, unabhängig von Verlagen oder Buchhändlern. Technische Voraussetzungen sind eine ISBN-Nummer und eine Vorlage im epub-Format. Einen ähnlichen Service bietet Amazon mit seinem DTP-Programm für den Kindle an. Apples Self-Publishing-Angebot richtet sich vorerst allerdings nur an US-Kunden – man braucht nämlich eine amerikanische Steuernummer.

Self-Publishing als Content-Spritze: Was Amazon kann, kann Apple schon lange

Amazon scheint Apples großes Vorbild beim Ausbau des iPad-Universums zu sein. Nach und nach hat Jeff Bezos um den Kindle-Reader und den Kindle-Shop ein ganz eigenes Ökosystem für elektronische Bücher geschaffen. Um möglichst viele E-Books anbieten zu können, gibt es für Rechteinhaber & Autoren auf der ganzen Welt die Möglichkeit, das Self-Publishing Tool DTP zu nutzen. Für Selbstvermarkter ist das äußerst attraktiv – durch die Kindle-Apps, die nicht nur auf PCs und Macs, sondern auf zahlreichen mobilen Geräten laufen, ist die Zahl der potentiellen Leser in lezter Zeit enorm gewachsen. Apple hinkt dieser Entwicklung deutlich hinterher – das Problem ist einerseits die deutlich kleinere Gerätebasis. Da im Sommer 2010 mit dem iPhone OS 4.0 die iBooks-App auch in einer Version für Apples Edel-Handy zur Verfügung stehen wird, ist hier die Abhilfe zumindest in Sicht. Doch um wirklich mit dem Amazon-Store konkurrieren zu können, braucht Apple vor allen Dingen auch mehr Content.

Leere Regale im iBooks-Shop können für Selbstvermarkter auch eine Chance sein

Das ist nicht nur in Europa, sondern auch in den USA immer noch der deutlichste Unterschied zwischen Apple & Amazon: während man via Kindle-Reader bzw. Kindle-App die Auswahl zwischen Millionen kommerziellen Titeln hat, sind es bei iBooks „nur“ einige Zehntausend. Für viele Direktvermarkter könnten die verhältnismäßig leeren Regale im iBooks-Shop allerdings ein Wettbewerbsvorteil sein – sie gehen nicht so leicht in der Masse unter. Während Apple mit den Titeln des Self-Publishing-Programms nun die Lücken füllt, ist Amazon längst schon einen Schritt weiter. Der E-Store mausert sich langsam zum Verlag – über die Analyse von Kundenrezensionen werden aus dem Kreis der Self-Publisher potentielle Bestseller-Autoren für das Amazon Encore-Programm ausgewählt. Die Trouvaillen werden dann in verbesserter optischer Aufbereitung und verstärkt durch zusäztliches Marketing einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Die Strategie dahinter ist klar: wenn man den nächsten Stephen King oder die nächste Stephenie Meyer rechtzeitig entdeckt, muss man sich die Erlöse nur mit den Autoren teilen, nicht mit den Verlagen. Man darf gespannt sein, ob auch Steve Jobs demnächst auf diesen Zug aufspringt.

(via maclife & ireaderreview)

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iBooks vs. Kindle-App: Wie man auf dem iPad am besten liest

ibooks ipad e-book bestseller.gifNach dem iPad-Start in den USA sind schon mehr als 700.000 Geräte im Umlauf – und damit auch 700.000 potentielle E-Reader. Doch wie liest man auf Apples Tablet am besten – mit iBooks oder mit der Kindle-App? Preislich unterscheiden sich die E-Books aus dem Apple- und Amazon-Universum kaum. Doch die beiden Apps bieten unterschiedlichen Lesekomfort – und unterschiedliche technische Möglichkeiten. Im Moment leistet die Kindle-App mehr – ein E-Book lässt sich mit ihr auf verschiedenen Geräten lesen, vom iPhone bis zum PC.

Kampf der Giganten: iBooks kann 90.000 E-Books bieten, Kindle für das iPad sogar das Fünffache


Ausgerechnet am Osterwochenende wurde der Buch-Branche ein ganz besonderes Ei ins Nest gelegt: Apples Tablet verkauft sich in den USA sogar noch besser als zuvor das iPhone. Anders als in Deutschland geplant ist der iPad-Moment auf der anderen Seite des Atlantiks zugleich von Anfang an ein iBooks-Moment. Apples iTunes für Bücher ist gut gefüllt: dank der Zusammenarbeit mit Project Gutenberg gibt es etwa 30.000 kostenlose E-Book-Klassiker im epub-Format. Apples Big Deal mit den wichtigsten US-Verlagen hat iBooks zudem 60.000 kommerzielle Titel beschert, zumeist zum Preis von 9,99 bis 14,99 Dollar. Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, kann von jedem Titel eine Leseprobe heruntergeladen werden. Auch für E-Comics ist gesorgt, etwa durch die iPad-App von Marvel. Die meisten Titel bringt aber eindeutig Amazons „Kindle for iPad“-App an Bord – sie bietet nämlich eine Auswahl von mehr als 450.000 E-Books. Doch welche App sollte man benutzen?

iBooks sieht nicht nur gut aus, es ist auch ideal zum Lesen unter der Bettdecke


ibooks virtuelles bücherregal e-book bestseller ipad.gifWas „Eye Candy“ betrifft, bietet iBooks eindeutig ein bisschen mehr. Wechselt man vom iBooks Store zur Bibliothek, hat man ein virtuelles Bücherregal vor Augen. Grafisch hat sich Apple dabei eindeutig von der Classics App für iPhone und iPod Touch inspirieren lassen. Wählt man ein Buch aus, wird es wie von Geisterhand aus dem Regal genommen, geöffnet und gezoomt. Apples Tablet macht auf Gutenberg-Mimikry: ähnlich wie bei der Classics-App ist auch beim iPad das Umblättern grafisch animiert. Besonders bibliophil ist die Leseansicht im Querformat – dann werden nämlich jeweils zwei gegenüberliegende Seiten gezeigt. Fontgröße und Fontfamilie lassen sich wählen (im Lieferzustand: Baskerville, Cochin, Palatino, Times New Roman and Verdana). Auch die Helligkeit des Touchscreens kann man regulieren. Besonders komfortabel ist auch das Hinzufügen von DRM-freien E-Books. Ähnlich wie bei Musiktiteln werden sie am Desktop-Computer bzw. Laptop einfach per Drag & Drop in den iTunes-Ordner verschoben und erscheinen dann nach der nächsten Snychronisation auf dem iPad. Wer allerdings Bestseller wie Dan Browns „Lost Symbol“ und ähnliche Pageturner aus dem Hause Random House lesen möchte, wird mit iBooks nicht glücklich – denn mit der Bertelsmann-Tochter wurde Apple bisher nicht handelseinig.

In-App-Shopping von E-Books ist für Apples Konkurrenz auf dem iPad nicht erlaubt


kindle ipad e-book bestseller.gifWechselt man zur Kindle-App, wird man dagegen auch in Sachen Dan Brown fündig – allerdings ist Amazons E-Book-Store ja schon ein bisschen länger am Markt. Das Angebot ist überwältigend – „iBooks is still a ghost town compared to Amazon’s Kindle store“, klagte zu recht der Silicon Alley Insider. Doch der Rummel hat seine Kehrseite. Verzichten muss nämlich auf den Augenschmaus des virtuellen Bücherregals. Immerhin, das Umblättern ist animiert. Wechselt man auf das Querformat, hat man aber keine Doppelseite vor sich, sondern eine Einzelseite mit mehr Weißraum am Rand. Der Schriftfont lässt sich leider nicht ändern, Schriftgröße und Helligkeit allerdings schon. Am ärgerlichsten ist wohl der umständliche Shopping-Prozess. Um Kindle-E-Books zu kaufen, muss man die App verlassen und via Browser die Amazon-Seite besuchen. Schuld daran ist allerdings nicht Amazon, sondern Apple – das sogenannte „In-App“-Shopping von digitalen Gütern ist nämlich wie auf dem iPhone auch auf Apples Tablet nicht erlaubt. Trotzdem gibt es momentan noch gute Gründe, statt iBooks die Kindle-App zu nutzen. Wer nämlich seine E-Book-Bibliothek auf mehreren Lesegeräten nutzen möchte, kommt bei DRM-geschützten Titeln mit iBooks nicht sehr weit. Die Kindle-App dagegen läuft auf so unterschiedlichen Endgeräten PC, Mac, iPhone oder Blackberry – und lässt sich synchronisieren. Was einmal gekauft wurde, landet also auf allen verkindleten Geräten. Bliebe noch die Preisfrage: Was macht man, wenn man Dan Brown auf dem iPad lesen will, aber auf Amazons Kindle-App verzichten möchte? Ganz einfach: man installiert die Kobo-App. Der unabhängige E-Book-Store mit Sitz in Kanada bietet mittlerweile auch schon mehr als 2 Millionen Titel an – und konnte pünktlich zum Start des Tablets verkünden: „We’re Apple approved!“.

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„Wir sind Tablet“: Das WePad als deutsche Antwort auf Apples iPad?

wepad-neofonie-berlin-ipad-konkurrenz-e-reader-e-bookDas sind ganz neue Töne: „Wir sind Tablet“ behauptet das Berliner Unternehmen Neofonie – und kontert das iPad mit einem WePad made in Germany. Die Medienstrategie erinnert dabei fast an Apple: am zweiten Tag der Leipziger Buchmesse entdeckt plötzlich Spiegel Online das aus Standardkomponenten zusammengesetzte Tablet auf Facebook, und schon beginnt ein echter Scoop. Auf der Website des Herstellers war zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts zu lesen, und der Pressesprecher blieb unerreichbar. Statt Wepad nur Vaporware? Offenbar nicht: das 11 Zoll-Gerät mit Android-Oberfläche (!) kommt tatsächlich auf den Markt, für Content sorgt neben dem eigenen App-Store der Android-Marketplace.

Neofonie verspricht Verlagen den Kontakt zum Endkunden ohne Google, Amazon & Apple

Als ein Startup kann man Neofonie nicht beschreiben – immerhin ist das in Berlin ansässige Unternehmen schon seit 1998 am Markt. Bisher beschäftigte sich Neofonie allerdings eher mit Content-Lösungen – das „WeMagazine ePublishing Ecosystem“ etwa wurde vor kurzem auf der CEBIT präsentiert. Mit WeMagazine sollen Verlage ihre Inhalte in digital aufbereiteter Form auf Tablets, Desktops, Smartphones oder ins Web bringen. Der „hohe Wiedererkennungwert“ von Zeitungs- oder Zeitschriftenartikeln im neuen Medium bietet laut Neofonie die Garantie dafür, dass die Nutzer in Zukunft auch bereit sind, für die elektronische Versionen zu bezahlen. Interaktive Anzeigeflächen wie „WeFind-SmartAds“ inklusive guter Tracking-, also Auswertungsmöglichkeiten sollen das E-Publishing-Produkt zudem auch für die Werbewirtschaft attraktiv machen. Der allergrößte Vorteil aber: der Content landet direkt beim Endkunden, „der Kontakt mit etablierten Internet-Playern wie Google, Amazon und Apple wird minimiert“. Damit „WeMagazine“ sich gegenüber „iBooks“ & Co. behaupten kann, müsste Neofonie den Verlagen natürlich bessere Konditionen bieten.

Das WePad soll zu einem „äußerst konkurrenzfähgien Preis“ angeboten werden

Vor allem aber braucht man eine Hardware-Plattform. Die hat der deutsche Mittelständler mit 170 Mitarbeitern nun pünktlich zur Buchmesse aus dem Hut gezaubert: das WePad. Die technischen Details des Tablets sind in der Tat beeindruckend: der Prozessor mit 1,6 Gigahertz ist schneller, das Display ist mit 11,7 Zoll größer als beim iPad, und es gibt sogar eine Webcam, und das Gerät bietet echtes Multitasking. Das WePad zeigt somit, was möglich ist, wenn man zugleich auf Standardkomponenten und offene Nutzeroberflächen wie das von Google entwickelte Android setzt. In punkto E-Books unterstützt das WePad neben dem proprietären Format WeBook auch den Branchenstandards epub. Ergänzt wird das angebotene Programm-Paket von der Suchmaschine „WeFind“, die im „WeMagazine“-Paket integriert ist. Zusätzliche Apps lassen sich ähnlich wie auf iPhone & iPad jederzeit hinzufügen. Größter Nachteil gegenüber dem iPad ist wohl die Akkulebenszeit: mit sechs Stunden liegt sie fast 50 Prozent unter der des iPads. Das liegt aber vor allem am Einsatz von Adobes Flash-Technik, die besonders viele Ressourcen frisst. Ein Grund, warum Apple darauf verzichtet – allerdings zum Preis einer eingeschränkten Kompabilität. Apropos Preis: angeboten werden soll das WePad zu einem „äußerst konkurrenzfähigen Preis“ im Vergleich zu Apples iPad.

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Vom Browser-War zum App-War? Wie Apple auf dem iPad den Wettbewerb einschränkt

vom browser war zum app war wie apple auf dem ipad den wettbewerb verhindert.gifKindle-App, txtr-App, Kobo-App: Auf Apples iPad werden in Sachen E-Books zahlreiche Mitbewerber präsent sein. Trotzdem dürfte iBooks eine zentrale Stellung behalten – ähnlich wie iTunes. Denn das bequeme In-App-Shopping erlaubt Apple für digitale Güter nur in eingeschränktem Rahmen – und kassiert dabei kräftig ab. So bleibt nur der vergleichsweise Umweg über den Safari-Browser. Wird Apple bald zum Fall für die Wettbewerbshüter – ähnlich wie Microsoft?

Kleine Desktop-Revolution: Windows-Nutzer haben jetzt die Wahl


Auf dem Desktop der Windows-Welt passiert ab heute so etwas wie eine kleine Revolution – zumindest in Europa. Über ein automatisches Update werden die Nutzer aufgefordert, eine Wahl zu treffen: welcher Browser darf es sein? Als Alternative zum Internet Explorer bietet die „Choice Screen“ u.a. Google Chrome, Firefox oder Opera an. Dahinter steckt ein „Gentlemen’s Agreement“ zwischen Microsoft und der EU-Kommission, das die Wettbewerbsbedingungen auf den Computerbildschirmen verbessern soll. Was hat das mit Elektronischem Lesen zu tun, könnte man fragen. Die Antwort lautet: sehr viel. Denn schließlich hat Microsofts vorinstallierter Browser in Europa einen Marktanteil von fast 50 Prozent. Das heißt: ob wir Online-Nachrichten lesen, bei Wikipedia recherchieren oder einen Twitter-Feed verfolgen – in einem von zwei Fällen tun wir das zu 100 Prozent mit Microsoft-Technik.

App-Store lässt grüßen: Auch in der Apple-Welt wird der Wettbewerb verhindert


In der Apple-Welt sieht es auf den ersten Blick etwas anders aus – allein schon deshalb, weil nur etwa jeder zehnte Computer weltweit überhaupt ein Mac ist. Doch der Platzhirsch ist in diesem Fall nicht der Safari-Browser, sondern iTunes. Seit seiner Einführung vor neun Jahren hat die Multi-Media-Plattform sich in Verbindung mit dem iTunes Store nicht allein zum wichtigsten Marktplatz für Musik-Downloads entwickelt. Durch den mit iTunes verbundenen App Store für iPhone und iPod Touch wird Apples E-Commerce-Lösung immer wichtiger für mobilen Content aller Art, von Zeitungen und Zeitschriften bis hin zu E-Books & E-Comics. Die Wettbewerbsbedingungen sind dabei weitaus härter als auf dem Microsoft-Desktop – was sich auf dem neuen iPad noch einmal verstärken wird. Neben iBooks werden dort wohl auch Anwendungen wie etwa die Kindle App präsent sein. Doch die Mitbewerber auf dem Markt für mobilen Content haben bereits auf dem iPhone erfahren müssen, dass Steve Jobs seine „Gatekeeper“-Funktion geschickt ausnutzt. Besonderer Stolperstein: das In-App-Shopping.

Ob E-Books oder E-Comics: Apple beschränkt das In-App-Shopping für digitale Güter ein


Einkaufen per Mausklick bzw. per Finger-Tipp ist nicht nur bequem für die Kunden, sondern vor allem für die Anbieter das A&O des E-Commerce – die Kaufentscheidung des Konsumenten kann schließlich direkt in die Tat umgesetzt werden, ohne Wartezeit und weitere psychologische Barrieren. Theoretisch läuft das In-App-Shopping unabhängig von Apple – Anbieter können ihre eigene Abrechnungstechnik einsetzen und erhalten den gesamten Umsatz.
In der Praxis erlaubt Apple dies jedoch nur für „physische Güter“, also alles vom Print-Buch bis zur Waschmaschine. Diese Erfahrung musste Amazon machen, als es die Kindle-App bei Apple zur Genehmigung vorlegte. Relativ schnell war klar: da wird nichts draus.

Kommt nach dem Browser-Krieg nun der App-Krieg?


Bei „digitalen Gütern“ sehen die Regularien des App Stores nämlich die Nutzung von Apples eigenem E-Commerce-System vor, inklusive einer Umsatzbeteiligung von 30 Prozent. Wer das nicht will, muss wie Amazon auf das bequeme In-App-Shopping ganz verzichten. Statt dessen muss man die App verlassen und im Safari-Browser die Website des Anbieters öffnen und sich dort einloggen. Gegenüber solchen Wettbewerbsbedingungen scheinen die „Browser-Kriege“ auf dem Microsoft-Desktop fast als harmloses Scharmützel. Denn wenn der alternative Browser auf dem PC erst einmal installiert ist, gibt es keine weiteren Nutzungbeschränkungen. Auf dem iPad wird zukünftig mit deutlich härteren Bandagen gekämpft. Letzlich bleibt den iBooks-Mitbewerbern deshalb wohl nur ein Weg – niedrigere E-Book-Preise. Und vielleicht die Hoffnung auf die europäischen Wettbewerbshüter.

(via Silicon Alley Insider)

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Foul Play beim iPad: Apple schützt E-Books mit exklusivem „Fair Play“-DRM

fair-play-foul-play-bei-apple-exklusiver-drm-schutz-e-books-auf-dem-ipad.gifApple wird für den neuen iPad kopiergeschützte E-Books im epub-Format anbieten – doch die Verkaufsplattform iBooks verzichtet auf Adobes Digital Edition. Stattdessen setzt Steve Jobs auf „Fair Play“ – Apples hauseigene DRM-Technik. Sie kam bisher schon für MP3- und Videodateien zur Anwendung, die via iTunes verkauft wurden. Musikdateien werden allerdings seit 2009 von Apple grundsätzlich DRM-frei ausgeliefert.

Adobe hat sich bereits auf Apples DRM-Alleingang eingestellt


Bei der Etablierung von iBooks geht Apple ganz eigene Wege – nicht nur bei der Preisgestaltung. Um den Verlagen entgegenzukommen, bietet Steve Jobs offenbar auch an, die E-Books mit Digital Rights Management (DRM) auszustatten – setzt dabei allerdings nicht auf Adobes Digital Editions, sondern auf das hauseigene „Fair Play“. Das berichtet jedenfalls die LA Times unter Berufung auf Branchenkenner. Auch bei Adobe scheint man sich auf Apples Alleingang einzustellen: „Apple has not licensed Adobe Content Server for their iBookstore. They appear to be doing something else“, äußerte sich Adobe-Manager Nick Bogaty gegenüber Computerworld.

„Fair Play“ oder „Foul Play“? Schon bei iTunes war DRM äußerst unbeliebt


Apples „Fair Play“ fand bereits bei Produkten wie iPod, iPhone und natürlich im iTunes Store Verwendung. Die Nutzungsbedingungen erinnern jedoch stark an Adobe: Eine mit FairPlay geschützte Mediendatei kann nur auf fünf Computern gleichzeitig wiedergegeben werden, dazu muss jedes Gerät einzeln autorisiert werden. Allerdings ging Apples Version im Vergleich zur E-Reader-Welt noch etwas weiter – denn Musikdateien ließen sich mobil nur auf iPods abspielen. Das führte nicht nur zu Protesten der Nutzer, sondern brachte Apple auch zahlreiche Klagen wegen Wettbewerbsverletzungen ein. Seit Anfang 2009 sind alle Musikstücke im iTunes Store kopierschutzfrei, allerdings wurde zur selben Zeit auch eine neue Preisstruktur eingeführt.

Nach Amazons Kindle-Store kommt mit iBooks nun das zweite große Closed-Shop-System


Unklar ist bisher noch, ob Verlage auch die Option haben werden, auf „Fair Play“ zu verzichten. so ist etwa O’Reilly dafür bekannt geworden, seine E-Books ohne Kopierschutz anzubieten – was in diesem Fall zu deutlich höherem Umsatz geführt hatte. Zudem stellt sich die Frage nach der Übertragbarkeit von „i-Books“: Wenn iPad-Besitzer ihre mit FairPlay verschlüsselten Bücher nur auf Apples Tablet lesen könnten, würde das die Nutzung stark einschränken. Neben Amazon gäbe es dann möglicherweise ein zweites Closed-Shop-System – und dass ironischerweise, obwohl Apple anders als Amazon beim E-Book-Format selbst auf den Branchenstandard epub setzt.

Das neue iPad – benutzerfreundlich oder „Defective by Design“?


Die Reaktionen bei Bloggern und Open Source-Aktivisten fielen dementsprechend kritisch aus: „[FairPlay] is another in a varied number of DRM schemes that will ultimately confuse the consumer and harm e-book adoption,“ schreibt etwa Teleread-Herausgeber Paul Biba. John Sullivan von der Free Software Foundation (FSF) sieht Apples DRM-Pläne im Zusammenhang der bisherigen Firmenpolitik und fordert: „If Jobs and Apple are actually committed to creativity, freedom, and individuality, they should prove it by eliminating the restrictions that make creativity and freedom illegal.“ Im Rahmen der „Defective by Design“-Kampagne hat die FSF übrigens eine Online-Petition gestartet, Überschrift: „iPad DRM endangers our rights“. Sobald – bzw. jedesmal wenn – 5000 Unterschriften zusammengekommen sind, bekommt Steve Jobs eine großformatige Postkarte im 1984-Design geschickt.

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Eins zu Null im Kindle-Krieg: Macmillan setzt höhere E-Book-Preise durch

Kampf der Verlage gegen Amazon Macmillan setzt hoehere E-Book-Preise durch.jpgEins zu Null im Preiskampf der Verlage gegen Amazon: mit Macmillan hat sich erstmals ein Großer der Branche erfolgreich gegen die Low-Price-Politik im Kindle-Store durchgesetzt. Amazon hatte zunächst die Titel aus dem Katalog genommen, nach kurzer Zeit jedoch klein beigegeben. Die Leser müssen nun beim Kauf von E-Books deutlich draufzahlen: Bücher wie Elie Wiesel’s „Night“ oder Michael Cunningham’s „The Hours“ gibt es jetzt zwischen 13 und 15 Dollar.

Eins zu null für die Verlage: Gatekeeper Amazon hat ein deutliches Eigentor kassiert


Längst ist Amazon im Online-Buchhandel zu einem „Gatekeeper“ geworden – und nutzte seine Marktmacht dazu aus, möglichst niedrige E-Book-Preise festzusetzen. Das Motiv ist klar: viele günstige Angebote sind das beste Argument, sich einen Kindle-Reader anzuschaffen. Die Strategie war erfolgreich: mittlerweile soll Jeff Bezos mehr als 3 Millionen der elektronischen Lesegeräte verkauft haben. Doch mit der rigiden Preispolitik hat der Torhüter sich nun ein Eigentor eingefangen: Macmillan hat in einem kurzen, aber heftigen Preiskampf die Schallmauer von 9,99 Dollar durchbrochen. Die neue Preispolitik von Macmillan-Chef John Sargent sieht vor, Neuerscheinungen zwar ab März parallel als Printfassung und E-Books herauszubringen – doch zu Preisen zwischen 12,99 und 14,99 Dollar.

Apple bietet mehr: im neuen iBooks-Store kosten E-Books zwischen 13 und 15 Dollar


Die Forderung nach höheren Preisen kam nicht zufällig am letzten Donnerstag auf den Tisch, einen Tag nach der Präsentation von Apples neuem Tablet namens iPad. Zeitgleich wurde ein Content-Deal für Apples neuen iBooks-Store bekanntgegeben – zu den ersten Kooperationspartnern gehört neben vier weiteren Branchenriesen auch Macmillan. Bei der Preisgestaltung ist Apple den Verlagen deutlich entgegengekommen – Neuerscheinungen gibt es bei iBooks für 13 bis 15 Dollar. Das hatte für einiges Aufsehen in der Branche gesorgt. Mit einem solchen Deal in der Tasche konnte Macmillan gegenüber Amazon sich ein kompromissloses Vorgehen erlauben – der zur Holtzbrinck-Gruppe riskierte ganz einfach die Auslistung seiner Titel im Amazon-Store. Das fand dann tatsächlich statt, wenn auch nur für wenige Stunden: „Late yesterday afternoon they informed me that they were taking all our books off the Kindle site, and off Amazon“, teilte Macmillan-Chef John Sargent am Samstag der Öffentlichkeit mit – u.a. per ganzseitiger Anzeige im Magazin „Publisher’s Lunch“.

Verkehrte Welt: Gatekeeper Amazon beklagt plötzlich Macmillans „Monopol“ über die eigenen Bücher


Nur einen Tag später zog Amazon zurück: „Wir haben Macmillans Vorschläge abgelehnt, und um die Ernsthaftigkeit unserer Ablehnung zu zeigen, wurde der Verkauf von Macmillan-Titeln zeitweise eingestellt“, hieß es zwar zunächst in einer Erklärung, die sich an die Kindle-Community auf Amazon.com richtete. Doch gab man dann zu: „Wir müssen letztlich aber kapitulieren und Macmillans Bedingungen akzeptieren, denn sie haben ein Monopol, was ihre eigenen Bücher betrifft, und wir möchten unseren Kunden die Titel auf jeden Fall zugänglich machen, auch wenn es zu Preisen geschieht, die wir unnötig hoch finden.“ Allerdings hoffe man, dass nicht alle Verlage nun ähnliche Forderungen stellen würden.

Die Verlage sollten sich nicht täuschen: auch Apple ist ein potentieller Gatekeeper – siehe iTunes


Eins müsste den Verlagen jedoch klar sein: Apples Entscheidung, höhere Preise als Amazon zu akzeptieren, ist kein grundsätzliches Plädoyer für maximale Wertschöpfung im E-Book-Bereich. Die Bedingungen des iBooks-Deals werden von den unmittelbaren Notwendigkeiten des iPad-Launchs in zwei Monaten diktiert: Steve Jobs braucht bis dahin so viel Content wie möglich. Schließlich will man im ersten Jahr bis zu fünf Millionen iPads verkaufen. Dass man nun einen besseren Draht zu manchen Verlagen hat, ist ein angenehmer Nebeneffekt – „Die Verlage sind überhaupt nicht glücklich mit Amazon, sie halten ja ihre Bücher schon zurück“, frohlockte Jobs bereits. Wäre der iPad schon so erfolgreich wie der iPod, sähe die Sache aber wohl anders aus. Als Gatekeeper im Musikbereich hat Apple sich in der Vergangenheit nämlich genauso verhalten wie Amazon im E-Book-Sektor- und gegen die Major-Labels möglichst niedrige Einheitspreise und sogar den Verzicht auf DRM-Schutz durchgesetzt. Erst vor einem Jahr gab es ein etwas flexibleres Preismodell, dass eine Staffelung je nach Aktualität der Songs erlaubte. Die Leser müssen letztlich hoffen, dass das iPad kein Kindle-Killer wird – je mehr E-Reader auf dem Markt sind, desto mehr Wettbewerb wird stattfinden. Noch besser für den freien Wettbewerb sind natürlich Geschäftsmodelle, die keine exklusive Verbindung zwischen Reader und E-Store herstellen.