Humble Bundle erzielte 2014 mehr als 4 Mio. Dollar mit E-Books & E-Comics

Von wegen, Gamer lesen nicht… Man muss ihnen offenber nur die richtigen Angebote machen, so wie die Bezahl-was-du-willst-Plattform Humble Bundle. Seit Anfang 2014 werden dort neben Spielen nicht nur E-Comics, sondern auch E-Books bündelweise unter die Leute gebracht, alle zwei Wochen startet ein neues Bündel (E-Book-News berichtete). Insgesamt 18 Bundles mit Buchstaben innerhalb oder außerhalb von Sprechblasen erzielten in diesem Jahr 4,75 Millionen Dollar, wobei E-Comics alleine 3 Millionen Dollar einbrachten. Denn immerhin zehn Bundles bestanden ausschließlich aus digitalen Bildergeschichten. Im Durchschnitt landete jedes Bundle bei 265.000 Dollar.

Zum Pay-What-You-Want-Prinzip kommen bei Humble Bundle noch spezielle Incentives dazu: gibt man mehr als der Durchschnitt, erhält man zusätzliche Bonus-Titel, außerdem geht ein bestimmter Prozentsatz der Einnahmen als Spende an gemeinnützige Organisationen, wieviel, kann man ebenfalls selbst bestimmen. 2014 wurden mit den E-Book- und E-Comic-Bündeln auf diese Weise mehr als 1 Mio. Dollar für den guten Zweck gesammelt, etwa für Ärzte ohne Grenzen oder den gegen staatliche Zensur gerichteten Comic Book Legal Defense Fund.

Ursprünglich war Humble Bundle mal gegründet worden, um Indie-Spieleentwicklern eine eigenständige Verkaufsplattform zu geben – doch das Bezahl-was-du-willst-Prinzip erwies sich als so erfolgreich, dass man es rasch auf andere digitale Content-Formen ausdehnte, zunächst Musik, Hörbücher und E-Comics, später dann auch konventionelle E-Books. Gestärkt wird durch die Humble E-Book-Bundles auch die Anti-DRM-Bewegung, denn die Bündel sind grundsätzlich frei von digitalem Rechtemanagement.

Immer mehr Verlage scheinen dank Humble Bundle nun auf den Geschmack zu kommen, gibt es doch kaum einen besseren Weg, die Altersgruppe zwischen 12 und 39 zu erreichen – allerdings sind die Comicverlage deutlich schneller. Nicht zuletzt konnte das Humble E-Book-Bundle auch das Vorurteil widerlegen, die Gaming-Community würde gar keine Bücher mehr lesen – tatsächlich würden die Bundle-Käufer im Nachhinein sich oft auch Printversionen kaufen, so die bei Humble Bundle für die E-Book-Sparte zuständige Kerry Allen gegenüber Publishers Weekly.

Abb.: Screenshot Humble Bundle

Humble Book Bundle startet: monatliche E-Book-Bündel mit Pay-What-You-Want

Von wegen „bescheiden“ – Humble Bundle war bisher schon das Mekka der multimedialen Vermengungen: neben gebündelter Spiele-Software gab es dann und wann auch E-Books, Hörbücher und, wie etwa beim „Humble Image Bundle“, E-Comics, jeweils für begrenzte Zeit und nach dem Bezahl-was-du-willst-Prinzip. Insgesamt brachten 46 Humble Bundle-Aktionen seit 2010 bereits 79 Millionen Dollar Umsatz – der Durchschnittspreis pro verkauftem Bündel lag bei 6 Dollar. Im Mittelpunkt standen allerdings regelmäßige Games-Bündel – gegründet wurde das Unternehmen schließlich zunächst, um Computerspiele von unabhängigen Entwicklern zu vermarkten. Doch das hat sich gerade geändert – siehe die neue Rubrik Humble Book Bundle.

Buch-Bündel erzielen bessere Durchschnittspreise

Die äußerst erfolgreiche Kooperation mit Indie-Verlagen wie zuletzt Image Comics hat die Humble-Bundle-Macher nämlich zu einer strategischen Kursänderung bewogen: ab jetzt gibt’s jeden Monat nicht nur zwei Games-Bündel-Aktionen, sondern parallel auch zwei 14 Tage laufende Bündel-Aktionen mit E-Books, Hörspielen oder Comics. Die Website wurde dafür in einen Games- und E-Literatur-Bereich gesplittet. Das dürfte sich für Humble Bundle auch deswegen lohnen, weil man bisher schon mit elektronischem Lesestoff deutlich bessere Durchschnittspreise erzielen konnte als bei Games: die bisherigen drei E-Book-Bundle erzielten im Schnitt zwischen 10 und 14 Dollar, Videospiele dagegen erreichten üblicherweise gerade mal die Hälfte. Den Anfang macht seit heute das „Humble Doctor Who Comic Bundle“ – mit insgesamt mehr als 60 Ausgaben plus Videospiel.

Indie-Verlage, aber auch „Big Five“ als Partner

Für Indie-Verlage dürften die regelmäßigen E-Book-Bündel einen weiteren Schub bedeuten. Doch auch für Kooperationspartner aus den Reihen der „Big Five“ (Penguin Random House, Harper Collins, etc.) klingt die Sache offenbar sehr interessant – es soll bereits Verhandlungen geben. Wo kann man schließlich sonst mal eben so zehntausende Bücher innerhalb von 14 Tagen absetzen? Außerdem erreicht man via Humble Bundle zielgenau ein selbstbewusstes, hochmotiviertes und technikaffines Publikum, das nicht nur mit Online-Zahlungsmethoden bis hin zu BitCoins bestens vertraut ist, sondern neben digitaler Off-Kultur jenseits des Mainstreams gesellschaftliches Engagement zu schätzen weiß. Genau darauf geht Humble Bundle ein, denn man entscheidet nicht nur, wieviel man für ein Bündel zahlt, sondern auch, wohin die Gelder fließen: per virtuellem Schieberegler kann man den Verteilungsschlüssel zwischen Künstlern bzw. Verlagen, der Plattform selbst und gemeinnützigen Organisationen verändern.

(via Engadget & PW Weekly)

Mexxbooks startet Hambel Bandel: sechs E-Books im Wert von 25 € – bezahl‘ was du willst

Vor kurzem sorgte „Humble Bundle“ für Aufsehen in der Buchbranche: nach Software- und MP3-Paketen vermarktete das US-Portal erstmals ein preisgünstiges E-Book-Bündel. Das Ergebnis war beeindruckend. In nur 14 Tagen Laufzeit verkaufte sich das „Humble E-Book Bundle“ mit Titeln von Autoren wie Cory Doctorow oder John Scalzi mehr als 84.000 mal, die Einnahmen lagen bei über 1 Mio. Dollar. Zum Geheimnis des Erfolgs gehörte das „Pay-what-you-want“-Prinzip – die Käufer konnten den Preis selbst festlegen. Mexxbooks bringt das Bezahl-was-du-willst-Prinzip jetzt auch in das deutschsprachige Internet: heute startete in Kooperation mit Independent-Autoren das „Hambel Bandel“. Das vom österreichischen E-Buch-Club geschnürte Bündel enthält sechs E-Books im Wert von insgesamt 25 Euro – mit dabei sind u.a. Klaus Seibels Sci-Fi-Thriller „Krieg um den Mond“, Uwe Kullnicks Erzählband „Leben, lachen, sterben“ sowie mein Sachbuch „Vom Buch zum Byte – Kurze Geschichte des E-Books“.

Der Countdown läuft: das Angebot ist nur bis Freitag, 14. Dezember aktiv. Bezahlt wird via PayPal, der Mindestbetrag liegt bei 5 Euro. Es gibt jedoch auch einen guten Grund, etwas mehr zu geben – denn von den Gesamteinnahmen werden 50 Prozent an Worldreader.org gespendet. Die Non-Profit-Organisation verteilt kostenlose E-Books & E-Reader an Schulkinder in den Ländern des Südens. Die restlichen 50 Prozent des Hambel Bandels gehen an die beteiligten Self-Publishing-Autoren, Mexxbooks verzichtet zugunsten von Worldreader.org auf eine eigene Provision. Die DRM-freien E-Books kann man nach dem Bezahlen wahlweise im Kindle- oder epub-Format downloaden.

Mexxbooks versteht das Hambel Bandel als Experiment, um gemeinsam mit unabhängigen Autoren und kleinen Verlagen neue Wege im Buchmarketing zu gehen. Geplant ist zudem, in regelmäßigen Abständen weitere Versionen des E-Book-Bundles anzubieten. Bereits das erste Hambel Bandel dürfte für einige Publicity sorgen, denn ähnliche Projekte gab es im deutschen Sprachraum bisher noch nicht. Unter anderem wohl auch aus übertriebenem Respekt vor der Buchpreisbindung. Doch gerade bei Self-Publishern steht die deutsche Buchpreisbindung weder dem Buch-Bundling noch dem Pay-what-you-want-Prinzip im Weg. Sogar der Börsenverein des deutschen Buchhandels ist nämlich der Ansicht, dass selbst verlegte Bücher zur Zeit nicht unter die Preisbindung fallen, weil sie weder als verlags- noch buchhandelstypisch anzusehen sind.

Abb.: Screenshot