Keiner frisst mehr Formate: PocketBook Touch HD 3 in Tests vor Tolino & Kindle

PocketBook_Touch_HD_3Der E-Reader-Markt ist inzwischen recht übersichtlich geworden — eigentlich dreht sich alles nur noch um die großen drei: Kindle, Tolino, Pocketbook. In punkto Qualität gab es dabei meist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amazon und der Tolino-Allianz, doch inzwischen hat der ewige Dritte offenbar aufgeholt: bei aktuellen Tests lag nämlich der PocketBooks neuestes Modell Touch HD3 deutlich vorn. So schrieb etwa ComputerBILD: „Kein anderer eBook-Reader ‚frisst’ so viele verschiedene Buchformate, und kein anderer Reader bietet einen MP3-Player für Musik und Hörbücher. Dazu kommen eine sehr gute, intelligente Hintergrundbeleuchtung, flotte Bedienung und das im Sichttest beste Display.“

Konkurrenzlos viele Features

ALLESebook.de wiederum gefiel vor allem die konkurrenzlose Kombination nützlicher Features: „Der Touch HD 3 vereint hardwareseitig einen Wasserschutz, Lagesensor und Blaulichtreduktion, mit softwareseitig der besten Bibliotheksfunktion und PDF-Anzeige am Markt. Die Hörbuchunterstützung, der überarbeitete Musikplayer und die zahlreichen praktischen Synchronisationsmöglichkeiten runden das Angebot ab.“

Und das Börsenblatt urteilt: „Vom Preis-Leistungs-Verhältnis kriegt man hier das Meiste.“

Smartlight & Audio via Bluetooth

Das PocketBook TouchHD3 wurde erstmals auf der Frankfurter Buchmesse 2018 präsentiert und ist seit Ende 2018 zum Preis von 159 Euro lieferbar. Wie das Vorgängermodell verfügt der PocketBook Touch HD 3 über ein sechs Zoll großes E-Ink-Carta-Display mit einer Auflösung von 1072 x 1448 Pixeln (entspricht 300 dpi), das Gehäuse wurde jedoch verschlankt, das Gewicht sank auf 155 Gramm. Mittels der integrierten Smartlight-Technik kann neben der Helligkeit auch die Farbtemperatur der Frontbeleuchtung reguliert werden. Lesen lassen sich mit dem Gerät ePub-Dateien, PDF-Dateien und zahlreiche weitere Formate, auch im Rahmen der Onleihe. Die Audiofunktionen kann man abgesehen von der Mikro-USB-Schnittstelle beim neuen Modell nun auch via Bluetooth nutzen.

Do-it-yourself lohnt sich, oder auch nicht: Audible.de baut Hörspielproduktion von „Originals“ aus, Dawanda schließt die Pforten

dawanda-audible-newsNeulich im deutschen Internet: Die ganz großen bauen ihr Geschäft aus, die kleinen machen dicht. Letztes Beispiel für den Ausbau: Audible. Die deutsche Abteilung von Amazons Hörspieltochter forciert die Produktion von „Originals“, also selbst vertonten Hörbüchern und Hörspielen. Schon jetzt werden mehr als 1000 lizensierte Titel pro Jahr in Hörform gebracht, in Zukunft sollen es auch immer mehr szenisch inzenierte Hörbücher sein, die exklusiv für Audible geschrieben wurden.

Audible vs. Spotify, Prime vs. Netflix

Zu diesem Zweck werden in der Berliner Zentrale in Kürze vier nagelneue Tonstudios zur Verfügung stehen. Mehr als 300 Sprecher sitzen schon jetzt regelmäßig für Audible-Produktionen vor dem Mikrofon, prominente Stimmen sollen die Lauschüre attraktiv für Neukunden machen. Hier wiederholt sich am Ende das, was wir schon aus dem Bereich der TV-Serien kennen: mit einem ebenso exklusiven wie individuellen Programm versuchen sich die Anbieter voneinander abzuheben und zum Marktführer zu werden, siehe Amazon Prime, siehe Netflix — nicht zufällig produziert auch Spotify nun schon deutschsprachige Audio-Inhalte selbst.

DIY made in Germany, c/o Etsy

Und der Abbau? Tja, in diesen Tagen ging die Meldung über den Ticker, Dawanda würde dicht machen. Das e-kommerzielle Verticken von „selbst produziertem“ Zeugs aus dritter Hand scheint sich für die Plattform-Pioniere auf dem Gebiet der Do-it-Yourself-Communities nicht mehr zu lohnen. Die meisten Mitarbeiter sind schon „freigestellt“, nun landen auch die Verkäufer vor der Tür, bzw. in den Armen der US-Konkurrenz von Etsy — es wird nämlich ein „Wechsel-Tool“ bereitgestellt, um die Anbieter-Profile zu übertragen. Sobald Dawanda abgeschaltet ist, werden auch die Seiten-Besucher in Richtung Etsy umgeleitet.

(via Berliner Morgenpost & Heise)

Hörbücher & E-Books: Kopf an Kopf-Rennen in der medialen Nische

ebooks-und-hoerbuecher-kopf-an-kopfHörbücher und E-Books liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, was die Zahl der Käufer wie auch die Wachstumszahlen betrifft. Das zeigen die letzten GfK-Zahlen – während elektronische Bücher letztes Jahr ein Umsatzwachstum von 2,6 Prozent erzielten, schafften Hörbücher (CD & Downloads) 1,1 Prozent Plus. Die Zahl der Hörbüchkäufer lag 2016 laut GfK bei 3,3 Millionen, die der E-Book-Käufer bei 3,8 Millionen.

Etwa ein Fünftel der Buchhandelskunden gehört zu den Lauschern, etwa ein Fünftel zu den E-Lesern – doch deckungsgleich sind diese Gruppen nicht, das zeigt alleine schon ihr Kaufverhalten: die meisten Hörbücher, nämlich vier von fünf, werden „physisch“ als CD erworben. Vor allem auch deshalb, weil Hörbücher gerne verschenkt werden – ein Drittel landet auf zu unterschiedlichen Anlässen dem Gabentisch.

Besonders beliebt sind Hörbücher wohl auch deshalb bei der Generation 60Plus, obwohl die Beliebtheit bei den 10 bis 19jährigen zuletzt ebenfalls erkennbar angestiegen ist. Schlecht vergleichen lassen sich E-Books und Hörbücher letztlich aber auch aus einem ganz praktischen Grund: nur für vergleichsweise wenige, verkaufsstarke Titel werden überhaupt Hörbücher produziert.

Besonders attraktiv erscheint immerhin die gekoppelte Vermarktung von E-Book & MP3-Audiobooks, besonders aktiv beim Bundling auf internationaler Ebene ist Amazon, siehe die Audible- und Kindle-Shop-Angebote. Hier dürfte wohl auch in Zukunft das größte Potential für E-Lektüre und E-Lauschüre liegen…

(via Börsenblatt)

Abb.: Garry Knight (cc-by-2.0)

Jedes zweite Kind lauscht Hörspielen bereits via Smartphone & Tablet

audible-statistikKinder lieben Hörbücher und Hörspiele, daran hat auch die Digitalisierung wenig geändert. Acht von zehn Kindern lauschen gerne solchen Geschichten, unter den drei bis achtjährigen sogar 91 Prozent. Allerdings: Hörbuch per Kassette oder Schallplatte, das war einmal. Selbst die CD ist im Kinderzimmer offenbar längst ein Auslaufmodell: fast jedes zweite Kind hört bereits Hörspiele, die von den Eltern via Smartphone oder Tablet aus dem Internet heruntergeladen wurden. Immer öfter auch bei Audible, der Hörspieltochter von Amazon, der wir diese und weitere aktuelle Zahlen zu den Hörgewohnheiten der Jüngsten verdanken.

Auszeit: Die meisten Kids lauschen allein

Interessant finde ich auch: Neun von zehn Kindern tippen selbst aufs Display der elterlichen Gadgets, um die Lauschüre abzuspielen, selbst bei den ganz Kleinen unter sechs Jahren machen das schon mehr als zwei Drittel so. In den meisten Fällen konsumieren die Kids dann ihre Tonkonserven alleine — und das die Hörspiele und Hörbücher auch bei Eltern so hoch im Kurs stehen, hat mit dieser Tatsache wohl sehr viel zu tun: für die gestressten Erziehungsberechtigten bedeuten sie eine willkommene Auszeit.

Fördermaßnahme für Kreativität & Konzentration

Allerdings halten die Eltern das akustische Storytelling auch für pädagogisch wertvoll: die Mehrheit unter ihnen meint, so würden Kreativität und Fantasie angeregt, die sprachliche Entwicklung gefördert und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Als Download sind die Hörspiele und Hörbücher bei Bedarf blitzschnell verfügbar, auch unterwegs — das trägt zu ihrer Beliebtheit ebenfalls bei.

Audible produziert Hörspiele auch selbst

Bei Audible spürt man stark steigende Nachfrage, die Zahl der heruntergeladenen Kinder- und Jugendhörbücher hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. Als Reaktion darauf bietet Audible nun auch selbst produzierte Hörspielreihen an: „Das geheimnisvolle Kochbuch“ sowie „Gortimer Gibbon“.

Abb.: obs/Audible GmbH

Social Höring: Mit Audible-„Clips“ kann man jetzt Hörbuchzitate mit Freunden teilen

audible-clips-social-listeningDas Versenden von E-Book-Zitaten per Mail oder Facebook & Twitter ist längst Standard in Zeiten von Social Reading. Mit einem neuen Audible-Feature namens „Clips“ ist das nun auch bei Hörbüchern möglich: Amazons Audiobook-Tochter erlaubt es mit wenigen Klicks bzw. Fingertipps, spannende Stellen mit anderen zu teilen. Hörbuch-Marketing kann also in Zukunft auch mit der Methode des „Social Listening“ stattfinden, ähnlich wie im herkömmlichen Buch-Marketing via Social Reading.

Clips bis 45 Sekunden Länge möglich

Um Clips zu nutzen, klicken HörerInnen in der neuen Version der Audible-App (iOS, Android, Windows) auf das entsprechende Symbol in der rechten unteren Ecke des Displays, sobald ihnen gerade laufende Passage besonders gefällt. Im nächsten Schritt werden automatisch die zuletzt gehörten 30 Sekunden angezeigt, der Ausschnitt lässt sich sekundengenau bearbeiten, zuschneiden (zwischen 5 und 45 Sekunden) und speichern. Die Clips lassen sich dann als Link via Facebook, Twitter, E-Mail & Co. teilen, und auch durch die Empfänger weiterverbreiten.

Anderen Anbietern ist Audible voraus

„Wir sind der erste und einzige Anbieter, der eine solche Funktion anbietet“, klopft sich Audible-Geschäftsführer Nils Rautenberg auf die Schulter – man stelle damit erneut die „Innovationsführerschaft im digitalen Hörbuchsegment“ unter Beweis. Daneben ist Audible in Deutschland auch unangefochtener Marktführer – mit einem Marktanteil von geschätzten 90 Prozent bei Hörbuch-Downloads hat Amazon anders als bei Büchern und E-Books den traditionellen Buchhandel fast komplett den Ton abgedreht.

„Aufmerksamkeit für Hörbücher steigern“

Für die Anbieter von Inhalten muss das natürlich nicht unbedingt nur von Nachteil (= Amazon diktiert die Konditionen) sein, immerhin geht es hier um einen stark wachsenden Markt, auf dem man nun auch mit Hilfe der via Clips produzierten Hörproben besser auf sich aufmerksam machen kann. So sieht das auch Audible: mit Clips schaffe man für Autoren, Sprecher und Verlage eine „moderne Möglichkeit, die Aufmerksamkeit für ihre Hörbücher zu steigern und mit den Hörern zu interagieren“, so die aktuelle Pressemitteilung.

Audible rettet Pottermore: Hörbuch-Version von Harry Potter toppt 1 Mio Downloads in 4 Monaten

harry-potter-audibleBestseller-Autorin J.K. Rowling weiß, was sie will — nämlich: die weitgehende Kontrolle über ihr Harry-Potter-Imperium behalten. Die exklusive Vermarktung der digitalen Versionen via Pottermore allerdings gab die geschäftstüchtige Schrifstellerin im November 2015 nach knapp vier Jahren auf zugunsten von E-Commerce-Deals mit großen Plattformen wie Apple (iBooks), Barnes&Noble oder Amazon (Audible). Und auch das hat sich offenbar gelohnt: in wenigen Monaten wurden die Harry-Potter-Hörbüchervia Amazons Audiobook-Sparte mehr als eine Million mal heruntergeladen, in den meisten Fällen wohl im Rahmen des monatlichen Abos, mit dem 90 Prozent der Audible-Umsätze erzielt werden.

Prominente Stimmen als Erfolgsfaktor

Zum raschen Erfolg der Hörbuch-Versionen von Band 1 bis 7 der Harry-Potter-Reihe via Audible tragen sicherlich auch die prominenten Stimmen bei, in Deutschland etwa Felix von Manteuffel, in Großbritannien Stephen Fry. „Die Marke von einer Million Downloads haben auch andere Titel schon erreicht, aber nie nach so kurzer Zeit wie Harry Potter“, betont Nils Rauterberg, Geschäftsführer der deutschen Audible GmbH. „Unsere Hörer verschlingen Hörbücher, im Durchschnitt lädt jeder von ihnen 17 Titel pro Jahr herunter.“ Da sei es kein Wunder, dass die wunderbaren Geschichten von Harry Potter besonders beliebt wären, nachdem man sie in unser Audible-Angebot integrieren konnte.

Pottermore hat die Krise überwunden

Auch in punkto E-Books (die Harry-Potter-Romane kann man z.B. auch „kostenlos“ via Kindle Unlimitedlesen) scheint sich die Öffungsstrategie gelohnt zu haben — schon im Januar hatte Pottermore bekanntgegeben, in der Weihnachtsaison seit November 2015 mehr E-Books und Audiobooks verkauft zu haben als in den gesamten 12 Monaten davor, zudem toppte die Zahl der Hörbüch-Verkäufe den der Hardcover-Versionen. Den raschen finanziellen Erfolg hatte die erst 2012 gelaunchte Plattform Pottermore aber auch ziemlich nötig, denn durch das Auslaufen einer Affiliate-Partnerschaft mit dem Sony-Konzern hatte die Plattform 2015 im Vergleich zum Vorjahr Verluste im zweistelligen Millionen-Bereich geschrieben und zwischenzeitlich sogar Personal abbauen müssen.

Löwe frisst Gazelle: Deutsche Hörbuch-Verlage im Clinch mit Audible

hoerbuch-verlage-im-clinch-mit-audibleJagdzeit auf dem Hörbuch-Markt: müssen deutsche Verlage „Knebelverträge“ mit Amazons Audiobook-Tochter Audible unterzeichnen, weil ihnen sonst die Auslistung droht? Zumindest der SPIEGEL will ein „Halali“ auf offener Wildbahn vernommen haben. „Wie der Gepard eine kranke Gazelle, so müsse Amazon die Buchverlage jagen, hat Jeff Bezos einmal gesagt“, beginnt die betreffende Story im aktuellen SPIEGEL (21/2015). Im Frühjahr 2015 mache Amazon nun nicht die Produzenten von digitaler Lektüre zur Gazelle, sondern die Produzenten von digitaler Lauschüre – immerhin betrage hier der Marktanteil satte 90 Prozent.

Flatrate-Modell mit neuen Tarifen

„Kern der neuen Verträge ist die Zustimmung zu einem digitalen Flatrate-Modell“, teasert auch SPOL das Thema an. Bisher können Audible-Kunden bekanntlich ein Buch pro Monat lesen – in Zukunft will Amazon aber auch hier ähnliche Regeln einführen wie beim E-Book-Angebot „Kindle Unlimited“. Dabei geht’s für die Verlage auch international nicht nur um die Frage, was bleibt übrig von dem, was bleibt. Sondern auch, wer wann wieviel erhält. Anfangs hatte Audible mit erfolgsabhängigen Erlösmodellen gelockt, so dass die Verlage bei Bestseller-Titeln bis zu 90 Prozent Marge erhielten.

Bei Nichtgefallen droht Auslistung

In Zukunft könnte es nur noch zwei Stufen geben, berichtet Ink, Bits, & Pixels: 40 Prozent für exklusiv via Audible vertriebene Titel, und sogar nur magere 25 Prozent für nicht-exklusiv vertriebene Titel. Wer den neuen neuen Konditionen nicht zustimmt, dem droht die Auslistung. Auch in Deutschland wurden nun offenbar bestehende Verträge von Amazon gekündigt, wer in Zukunft noch dabei sein will, muss nun geänderten Bedingungen zustimmen. Manche, wie etwa der Frankfurter Zwischenhändler Bookwire, den viele kleinere Verlage als Distributor nutzen, haben überhaupt keine neuen Verträge mehr erhalten, schreibt der SPIEGEL.

Marktbeherrschende Stellung!?

Einstweilen setzt Amazon die Zange bei den Kleinen an, die Großen wie Random House blieben verschont. Doch die kleinen Gazellen wehren sich: „gleich mehrere Verlage erwägen nun eine Kartellbeschwerde“, stösst der SPIEGEL ins Horn der Gazellen-Lobby. Bei Amazon dürfte das keinen Eindruck machen, beim Kartellamt auch nicht. Die „marktbeherrschende“ Stellung schmilzt bei genauerer Betrachtung deutlich. 80 Prozent der Hörbücher werden laut GfK hierzulande immer noch in Form von CDs verkauft. Der Hörbuch-Anteil am Buchmarkt insgesamt beträgt knapp unter fünf Prozent. 90 Prozent von 20 Prozent von 5 Prozent sind 0,9 Prozent.

Abb.: Sascha Kohlmann/Flickr (cc-by-sa-2.0)

E-Books wuchsen 2014 leiser, Hörbücher lauter (laut Börsenverein/GfK)

ebooks wachsen leiser hoerbuecher lauterDer Umsatzanteil von E-Books wächst, aber längst nicht mehr so schnell wie früher: im Jahr 2014 stieg ihr Anteil am Publikumsmarkt von 3,9 auf 4,3 Prozent. Das gab der Börsenverein im Vorfeld der Leipziger Buchmesse bekannt. Damit liegt der Marktanteil nur knapp vor physischen Hörbüchern (CDs), die dank starkem Wachstum im letzten Jahr 4,2 Prozent vom Kuchen ergatterten. Die Steigerungsrate bei E-Books flachte dagegen von 60 Prozent im Jahr 2013 auf 7 Prozent im Jahr 2014 ab.

„Die Dynamik nimmt derzeit stark ab, obwohl Lesegeräte mittlerweile sehr verbreitet sind“, so Börsenvereinsvorsteher Heinrich Riethmüller. Es gebe jedoch Hinweise auf weiteres Wachstum: „Auch der online gut aufgestellte Buchhandel vor Ort spürt die steigende Nachfrage nach E-Books“, beobachtet Riethmüller.

Schaut man sich die einzelnen Warengruppen an, zeigen sich jedoch große Unterschiede – mehr als 80 Prozent des E-Book-Umsatzes werden im Bereich Belletristik erzielt, auf Ratgeber, Jugendbuch und Sachbuch enfallen nur jeweils 5 bis 6 Prozent. Da Belletristik umsatzmäßig zugleich die stärkste Warengruppe im Gesamtmarkt (Print plus E-Book) darstellt (ca. 30 Prozent), ist der E-Book-Anteil dort natürlich deutlich höher, die 10 Prozent-Marke dürfte dort längst überschritten sein.

Erhoben werden die E-Book-Absätze und Umsätze vierteljährlich im Rahmen des GfK Consumer Panel Media*Scope, sie beruhen also nicht auf Marktdaten sondern auf einer repräsentativen Verbraucherbefragung (Zahl der Teilnehmer: 25.000 Personen).

Dank GfK wissen wir auch, wie groß der Anteil der E-Book-Käufer an der Gesamtbevölkerung ist: er lag 2014 bei 5,7 Prozent, was fast 4 Millionen Menschen entspricht. 2013 waren es noch 600.000 weniger, die E-Lese-Community wuchs also immerhin um 15 Prozent.

Abb.: James Popsys/Flickr (cc-by-2.0)

Amazon pusht Hörbuch-Downloads: Neue Bestseller-Liste inklusive MP3

Ohne großes Tamtam hat Amazon eine strategische Entscheidung zugunsten von Hörbuch-Downloads getroffen: die entsprechende Bestseller-Listeenthält jetzt nicht nur CDs, sondern auch MP3-Versionen. Das hat Folgen: In den Top 20 findet man plötzlich nur noch eine einzige CD-Version – „Er ist wieder da“ von Timur Vermes ist immer noch da, und hält sich wacker auf Platz drei. Der Mann mit Bart hat aber auch Platz zwei inne – als MP3. Warum das so ist, liegt auf der Hand. Schließlich besitzt Amazon seit 2009 mit Audible ein eigenes Download-Portal für Audiobooks. Ruft man einen der aktuellen Bestseller-Titel auf, wirbt die Artikel-Seite gleich für ein Probeabo – für 9,95 Euro kann man monatlich ein Hörbuch herunterladen. Angesichts extrem hoher Preise im Audiobook-Einzelverkauf sind solche Flatrates ein echtes Schnäppchen. So kann es auch nicht überraschen, dass mittlerweile zwei Drittel der Hörbuch-Downloads im Rahmen solcher Abo-Modelle erfolgen.

Die Konkurrenz setzt noch auf traditionelle CDs

Für Amazon bedeutet diese Entwicklung ein sehr gutes Geschäft, fallen doch – genau wie im E-Book-Bereich – keine Kosten für Lagerung, Verpackung und Versand mehr an. Die Konkurrenz ist noch nicht so weit, die entsprechenden Bestseller-Listen von Weltbild und Thalia beziehen sich bis auf weiteres auf CDs. Auch die offizielle Spiegel-Bestseller-Liste baut noch ausschließlich auf die langsam aus der Mode kommenden Silberscheiben. Wie lange das noch Sinn macht, scheint allerdings fraglich. In den letzten Jahren wurden bei Hörbuch-Downloads in Deutschland zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Kein Wunder: mit Smartphones und Tablets stehen perfekte Plattformen zur Verfügung, um Audiobooks mobil zu shoppen und mobil zu lauschen.

E-Books & MP3s verdrängen physische Medien

Wie erfolgreich E-Books und Hörbücher bei Amazon gegenüber physischen Medien sind, zeigt übrigens auch ein Blick in die allgemeine Bestseller-Liste in Bereichen wie Fantasy/Sci-Fi, Krimi/Thrilleroder Horror:die Top 20 bestehen fast ausschließlich aus Kindle-Books und Hörbuch-Downloads, Print-Büchern sind fast komplett verdrängt, Hörbuch-CDs völlig weg vom Fenster. Ein Trend, der sich fortsetzen dürfte – verstärkt durch neue Marketing-Strategien. In den USA experimentiert Amazon beispielsweise bereits mit dem Bundling von E-Book & Hörbuch zu Niedrig-Preisen.

Abb.: Screenshot

Krautfunding jetzt auch als Hörbuch – bezahl’s mit nem Tweet

Die letzte Woche habe ich erst vor dem Mikrofon verbracht, dann mit dem Schneideprogramm am Mac Mini. Jetzt ist alles fertig – Vorhang auf für die Hörbuch-Version von „Krautfunding – Deutschland entdeckt die Dankeschön-Ökonomie“. Die leicht gekürzte MP3-Version des E-Books kommt auf knapp 80 Minuten Spieldauer. Auf krautfunding.net kann man in ausführliche Testkapitel reinhören, Teil 1 (Vorwort) und Teil 2 (Crowd als Produktiv- und Kreativkraft) lassen sich komplett downloaden. Die übrigen Kapitel gibt’s für 0,99 Cent, die Gesamtfassung für 3,99 Euro.

Bezahlt wird via PayPal, am Ende der Transaktion wird ein Download-Link an die bei PayPal hinterlegte E-Mail-Adresse geschickt. Ich weiß aber auch aus den bisherigen Reaktionen der Leser: PayPal finden nicht alle so toll. Deswegen biete ich zusätzlich die Möglichkeit an, das Hörbuch via E-Mail zu bestellen, als Rückantwort kommt dann stante pede die Datei inkl. Rechnung mit Überweisungdaten.

Bis einschließlich 18. März muss man aber erst mal gar nichts bezahlen. Denn als besondere Startaktion gibt’s ähnlich wie beim Krautfunding-E-Book ab heute eine „Pay-with-A-Tweet“-Option. Bezahlt wird mit einer Empfehlung des Hörbuchs an die Twitter-Follower, bzw. an die Facebook-Freunde. Danach wird im Browser automatisch der Download-Link eingeblendet. Wenn das Hörbuch Gefallen findet, darf man es natürlich hinterher trotzdem kaufen…



Krautfunding – Hörbuch (80 Min., 77 MB) jetzt gratis downloaden:

:-( Ups, die Aktion ist leider beendet. In der Rubrik „Hörprobe“ kann man auf krautfunding.net aber in alle Kapitel hineinhören und die ersten beiden Kapitel kostenlos downloaden…

(DRM-freies MP3, Copyright beim Autor)




Hörproben abspielen

Vorwort >>>

Listen to Krautfunding-Hörbuch Teil 1

Crowd als Kreativkraft >>>

Listen to Krautfunding-Hörbuch Teil 2

Weitere Hörproben gibt’s auf krautfunding.net