Magie mächtig monetarisiert: NYT schätzt J K Rowlings Vermögen auf 1,2 Mrd Dollar

jk-rowling-billionaireHehehe, das könnte Donald Trump wohl nicht passieren: Im Jahr 2012 flog Harry Potter-Erfinderin J K Rowling in hohem Bogen aus der Forbes-Liste der Milliardäre. Schuld war neben Rowlings Spendenfreudigkeit vor allem der britische Fiskus — der Spitzensteuersatz beträgt over there nämlich 45 Prozent. Doch nun hat die New York Times noch mal ausführlich nachgerechnet — und kommt zu dem Ergebnis: Inzwischen müsste man Lady Rowling wohl wieder forbisieren.

Vor allem die Kino- und TV-Adaptionen der Harry-Potter-Serie haben viele hunderte Millionen Dollar in die Kassen der Jugendbuch-Autorin gespült, denn hat einfach nicht nur die Filmrechte verkauft, sondern erhält auch Anteile an den erzielten Umsätzen. Die Streifen spielten weltweit knapp 8 Milliarden Dollar ein, selbst wenn Rowling nur 10 Prozent davon erhalten hat, sind das immerhin 400 Millionen Dollar.

Fast ebenso hoch, nämlich 7,7 Milliarden Dollar, wurden mit den sieben Harry-Potter-Romanen umgesetzt, und Rowlings Royalty dürfte wohl nicht niedriger als 15 Prozent betragen. So geht die Rechnung weiter und weiter, bezieht Einnahmen aus Harry-Potter-Themenparks, dem E-Book-Verkauf (Rowling hält die Rechte) und allerlei Merchandizing-Klimbim mit ein.

Unter dem Strich kommt die NYT auf Einnahmen von mindestens 2,2 Milliarden Dollar. Minus Steuer bleiben davon mindestens 1,2 Milliarden Dollar übrig. Nicht schlecht für eine ehemals alleinerziehende Mutter, die von Sozialhilfe lebte und deren Romanmanuskripte zunächst kein Verlag haben wollte…

Abb.: Daniel Ogren (cc-by-2.0)

Noch mehr von Pottermore: Neue E-Book-Singles von J K Rowling ab 6. September

pottermore-presents-neue-ebook-kurzgeschichtenDas Harry-Potter-Universum expandiert, auch wenn (bisher) keine neuen Romane in Sicht sind. Doch J K Rowling überrascht ihre Fans immer wieder mit neuen Auskopplungen — nach dem Theaterstück „Harry Potter & The Cursed Childs“ und dem baldigen Kinostart von „Fantastic Beasts and Where to Find Them“ gibt’s auch wieder Lesestoff für den E-Reader: Die neue Miniserie „Pottermore Presents“ bietet exklusive E-Book-Häppchen aus Rowlings Zettelkasten, mit Kurzgeschichten und bisher nicht bekannten Hintergrundinfos zu den Storylines, Settings und Charakteren.

Cover-Art von MinaLima

Den Anfang machen drei Titel: „Hogwarts: An Incomplete and Unreliable Guide“, „Short Stories from Hogwarts of Power, Politics and Pesky Poltergeists“ sowie „Short Stories from Hogwarts of Heroism, Hardship and Dangerous Hobbies“. Alleine schon die Cover von Miraphora Mina & Eduardo Lima („MinaLima“) sind echte Leckerbissen für alle Harry-Potter-Fans — das Grafiker-Duo zeichnet auch für die Film-Plakate verantwortlich.

Pottermore Presents exklusiv als E-Book

Die Pottermore Presents-Titel erscheinen ab 6. September nicht nur auf englisch, sondern parallel in zahlreichen Übersetzungen, darunter auch Deutsch, Französisch, Spanisch und Japanisch – und sind sowohl direkt via Pottermore wie auch in den großen Online-Shops von Amazon, Kobo, Barnes&Noble etc. erhältlich. Wobei gilt: E-Book-Only – gedruckt sind die Shorties nicht erhältlich.

Audible rettet Pottermore: Hörbuch-Version von Harry Potter toppt 1 Mio Downloads in 4 Monaten

harry-potter-audibleBestseller-Autorin J.K. Rowling weiß, was sie will — nämlich: die weitgehende Kontrolle über ihr Harry-Potter-Imperium behalten. Die exklusive Vermarktung der digitalen Versionen via Pottermore allerdings gab die geschäftstüchtige Schrifstellerin im November 2015 nach knapp vier Jahren auf zugunsten von E-Commerce-Deals mit großen Plattformen wie Apple (iBooks), Barnes&Noble oder Amazon (Audible). Und auch das hat sich offenbar gelohnt: in wenigen Monaten wurden die Harry-Potter-Hörbüchervia Amazons Audiobook-Sparte mehr als eine Million mal heruntergeladen, in den meisten Fällen wohl im Rahmen des monatlichen Abos, mit dem 90 Prozent der Audible-Umsätze erzielt werden.

Prominente Stimmen als Erfolgsfaktor

Zum raschen Erfolg der Hörbuch-Versionen von Band 1 bis 7 der Harry-Potter-Reihe via Audible tragen sicherlich auch die prominenten Stimmen bei, in Deutschland etwa Felix von Manteuffel, in Großbritannien Stephen Fry. „Die Marke von einer Million Downloads haben auch andere Titel schon erreicht, aber nie nach so kurzer Zeit wie Harry Potter“, betont Nils Rauterberg, Geschäftsführer der deutschen Audible GmbH. „Unsere Hörer verschlingen Hörbücher, im Durchschnitt lädt jeder von ihnen 17 Titel pro Jahr herunter.“ Da sei es kein Wunder, dass die wunderbaren Geschichten von Harry Potter besonders beliebt wären, nachdem man sie in unser Audible-Angebot integrieren konnte.

Pottermore hat die Krise überwunden

Auch in punkto E-Books (die Harry-Potter-Romane kann man z.B. auch „kostenlos“ via Kindle Unlimitedlesen) scheint sich die Öffungsstrategie gelohnt zu haben — schon im Januar hatte Pottermore bekanntgegeben, in der Weihnachtsaison seit November 2015 mehr E-Books und Audiobooks verkauft zu haben als in den gesamten 12 Monaten davor, zudem toppte die Zahl der Hörbüch-Verkäufe den der Hardcover-Versionen. Den raschen finanziellen Erfolg hatte die erst 2012 gelaunchte Plattform Pottermore aber auch ziemlich nötig, denn durch das Auslaufen einer Affiliate-Partnerschaft mit dem Sony-Konzern hatte die Plattform 2015 im Vergleich zum Vorjahr Verluste im zweistelligen Millionen-Bereich geschrieben und zwischenzeitlich sogar Personal abbauen müssen.

[Aktuelles Stichwort] Unendliche Geschichten: Fan Fiction – vom Spin-Off bis zum Crossover


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Fan-Fiction (auch Fanfic, FF oder Fangeschichten), erzählerische Fortsetzung und Ergänzung von populären TV-, Comic- oder Roman-Serien wie etwa „Buffy the Vampire Slayer“, „Star Trek“ oder „Harry Potter“ durch deren Fans. Fan-Fiction wurde früher vor allem über spezielle Subkultur-Zeitschriften („Fanzines“) verbreitet, seit den 1990er Jahren werden meist Internet-Foren und >>Storytelling-Portale genutzt. Beliebt ist im Rahmen von F.-F. auch die Kombination und Vermischung verschiedener Narrative bzw. Heldenfiguren (vgl. „Crossover“, „Remix-Kultur“).

Wie populär F.F. gerade im englischsprachigen Raum ist, zeigt ein Blick auf die Non-Profit-Plattform FanFiction.net: mehr als zwei Millionen User sind dort aktiv, die Zahl der einzelnen Stories hat ebenfalls längst die Millionengrenze gesprengt. Die meisten „Spin-Offs“ erlebten dort bisher J K Rowlings Romanserie „Harry Potter“ (mehr als 600.000 Fanfictions), die Manga-Serie Naruto (330.000 Fanfictions) sowie Stephenie Meyers Vampir-Saga „Twilight“ (200.000 Fanfictions). Fan-Fiction spielt auch eine große Rolle beim Erfolg von >>Storytelling-Plattformen wie >>Wattpad oder diversen >>Self-Publishing-Communities.

Der kommerziellen Verwertung von nah am Original erzählter F.-F. sind in der Regel durch das Urheberrecht enge Grenzen gesetzt. Der Abschluss entsprechender Lizenzvereinbarungen mit der Contentindustrie hat jedoch >>Amazon den Aufbau einer speziellen Plattform für die Verwertung von Fan-Fiction ermöglicht („Kindle Worlds“). Kreative Fans, die entsprechende Spin-Offs mit mindestens 10.000 Worten produzieren, erhalten von den via Amazons „Kindle Worlds Store“ erzielten E-Book-Verkäufen eine 35-Prozent-Tantieme, müssen jedoch bestimmte narrative Regeln einhalten dem Unternehmen sämtliche Zweitvertungsrechte abtreten. Im Auftrag von Amazon entstehen zudem Franchise-Fiktionen aus der Feder renommierter Serien-Autoren.

Welche Bedeutung Fan-Fiction für den Buchmarkt haben kann, zeigt das Beispiel des Mega-Bestsellers „Fifty Shades of Grey“: ursprünglich hatte die Autorin E.L. James ihren erotischen Roman als eine Fan-Fiction-Abwandlung von Stephenie Meyers Twilight-Saga auf einer Fan-Fiction-Website veröffentlicht. Die kommerzielle Verwertung erfolgte dann in abgewandelter Form.


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Pop Up-Buch trifft Augmented Reality: Sony schlägt mit „Wonderbook“ neues Kapitel auf

Multimedial aufgehübschte E-Books – Stichwort: „enhanced“ sind fast schon ein alter Hut. Die Zukunft könnte dagegen einem ganz neuen Trend gehören – Augmented Reality. In Verbindung mit Spielekonsolen und TV-Gerät wird sogar aus einem gedruckten Buch richtig großes Kino. Vorreiter auf diesem Gebiet ist Sony: das „Wonderbook“ kombiniert auf clevere Weise das Medium Papier mit der eigentlich für Gestensteuerung gedachten Playstation-Erweiterung PS3-Eye. Das Buch selbst ist dabei jedoch nur Platzhalter für QR-Code-ähnliche Symbole, die von der Optik des Sony-Auges erfasst werden. Die eigentliche Action spielt sich auf dem Bildschirm ab, wo die Realität vor der Kamera mit virtuellen Elementen erweitert wird – etwa dreidimensionalen Papierdrachen.

Das erste Wonderbook hat den Titel „Buch der Zaubersprüche“ („Book of Spells“), und lehnt sich an die Harry-Potter-Welt an. Leser, oder besser gesagt Spieler können den Zauberstab schwingen, Zaubersprüche erlernen und so selbst zum Magier werden. Wobei der Zauberstab ebenfalls in der realen Welt existiert – in Form des PlayStation Move Controllers, dessen Bewegungen vom PS3-Eye eingefangen werden. Die Hintergrundstory spielt in Hogwarts, allerdings 200 Jahre vor der gewohnten Potter-Story. Erstmals in Deutschland war das Wonderbook im August auf der Kölner GamesCom zu sehen, im Oktober ist es nun auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast. Dort widmet sich der Ausstellungsbereich „StoryDrive Media & Entertainment Area“ ausgiebig dem Thema Gamification.

Abgesehen vom J K Rowling-Spin-Off soll zur Zeit auch noch eine kindgerechte Krimi-Story für das Wonderbook namens „Digg’s Nightcrawler“ in der Entwicklung sein, ebenso darf man sich auf ein interaktives Dino-Bilderbuch „Walking with Dinosaurs“ freuen. Dabei handelt es sich um eine Auskopplung der gleichnamigen BBC-Serie (in Deutschland bekannt unter dem Titel „Dinosaurier – im Reich der Giganten“). Offizieller Verkaufsstart der Augmented-Reality-Märchenbücher ist im November. Bücher direkt auf der Playstation gab’s übrigens auch schon mal: vor einiger Zeit brachte Sony E-Comics auf die mobile Spielekonsole PlayStation Portable.

Abb.: Screenshot playstation.wonderbook.com

Abrakadabra: Amazons Premium-Kunden können Harry Potter kostenlos ausleihen

Amazons Prime-Mitglieder in den USA können sich freuen: ab 19. Juni sind alle sieben Harry-Potter-Romane in der „Kindle Owners‘ Lending Library“ verfügbar. Wer zum kostenpflichtigen Premium-Programm gehört, kann J K Rowlings Bestseller somit gratis ausleihen, allerdings nur einen Band pro Monat. Im Unterschied zu knappen E-Book-Lizenzen für öffentliche Bibliotheken sind die digitalen Harry-Potter-Schmöker auf dem Kindle dafür in unbegrenzter Zahl erhältlich. Wie Amazon mitteilte, wurden in den entsprechenden Deal mit Pottermore „erhebliche Summen“ investiert. Im Kampf um mehr Marktanteile für Kindle-Reader und Fire-Tablet spielt das Premium-Programm eine wichige Rolle – neben E-Books werden auch Streaming-Videos angeboten.

Wie üblich nannte Amazon auch zum aktuellen Deal mit Pottermore keine konkreten Zahlen. Doch dass es tatsächlich ziemlich teuer geworden sein dürfte, zeigt ein Interview von Paidcontent.org mit Pottermore-Chef Charlie Redmayne. „Die Übereinkunft mit Amazon ist so strukturiert, dass alle durch den Verleih entstehenden Absatzverluste mehr als ausgeglichen werden“, so Redmayne. „Tatsächlich werden einige Leute ja die Ausleihmöglichkeit der Kindle Owners‘ Lending Library nutzen und deswegen das Buch nicht kaufen, aber Amazon hat für das Recht zum Verleih eine große Summe gezahlt, und ich glaube aus wirtschaftlicher Sicht mach der Deal Sinn.“

Für die E-Book-Versionen zahlen US-Kunden regulär je nach Band zwischen 7,99 und 9,99 Dollar, in Deutschland berappt man dagegen 7,99 Euro bzw. 9,99 Euro, umgerechnet also etwa 25 Prozent mehr. Weltweit läuft der E-Book-Verkauf exklusiv über die von J K Rowling gegründete Plattform für die Harry-Potter-Fangemeinde. Auch Amazons Kindle-Store musste sich diesem Procedere beugen – und fügte lediglich Kauflinks ein, die auf den Shop von Pottermore.com verweisen. Für deutsche Amazon-Kunden ist das ohnehin der einzige Weg, um Harry Potter auf dem Kindle lesen zu können, denn der kostenlose Kindlebook-Verleihservice ist für hiesige Premium-Kunden bisher noch nicht verfügbar.

E-Book-Magie: Harry Potter als Kindle-Book und epub lieferbar

Der magische E-Book-Moment ist endlich gekommen: seit heute kann man Harry Potter als E-Book shoppen, zumindest die englische Version. Nicht nur der E-Store von J K Rowlings interaktiver Plattform Pottermore hat seine Pforten einen Spalt breit geöffnet, und bietet einzelne Folgen im epub-Format ab 5,97 Euro sowie das Gesamtpaket für 46,19 Euro an. Bei Amazon hat der Hogwarts-Express ebenfalls Station gemacht – hier werden zum selben Preisdie Kindle-Versionen von „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“ bis zu „Harry Potter and the Deathly Hallows“ angeboten. Offizieller Starttermin für die gesamte Pottermore-Plattform ist auch weiterhin Anfang April. Deutsche E-Book-Versionen von Harry Potter sollen in den nächsten Wochen ebenfalls erhältlich sein.

Harry Potter als E-Book & Audio-Book

Um im E-Store von Pottermore einzukaufen, muss man zunächst ein Kunden-Account anlegen. Die Benutzerführung ist englisch, bezahlt wird zumindest vorerst nur mit Kreditkarte. Europäische Kunden können lediglich die britische Version der Harry-Potter-E-Books kaufen, die mit anderen Covern ausgestattet sind als die US-Version. Neben den E-Books stehen auch Audio-Books der einzelnen Folgen zum Download bereit, die ersten drei Folgen für jeweils 21 Euro, neuere Folgen für 39 Euro. E-Books wie auch Audiobooks lassen sich übrigens auch verschenken, die erworbenen „Gift-Codes“ lassen sich ganz einfach per E-Mail an den Empfänger verschicken.

Digitales Wasserzeichen statt hartem DRM

Der Bezahlvorgang für die Kindle-Version läuft ebenfalls über Pottermore, vor dem Download wird das Pottermore-Account mit dem Amazon-Kundenaccount verknüpft. Ähnlich läuft das Verfahren für Kunden von Barnes&Noble. Bei Branchenbeobachtern sorgt das für Aufsehen – zum ersten Mal haben die Unternehmen sich auf eine solche exklusiven Bedingungen eingelassen. Nicht mit im Boot ist aus den selben Gründen Apples iBook-Store. Im Fall von Kindle und Nook sind die Harry-Potter-E-Books auch mit hartem DRM-Schutz versehen. Generell setzt Pottermore aber ansonsten auf das digitale Wasserzeichen. Fest mit dem Dokument verbundene Kundendaten sollen verhindern, dass Harry Potter-epubs frei im Internet zirkulieren. Von allen Bänden kann man übrigens bei Pottermore auch epub-Leseproben herunterladen.

Google Books bringt elektronische Version von Harry Potter heraus

google-pottermore-e-book.gifDie wichtigste Frage ist geklärt. Harry Potter kommt ab Herbst als E-Book heraus. Die Antwort auf die zweitwichtigste Frage wissen wir nun auch: die weiße Magie im Hintergrund liefert Google Books. Auf dem offiziellen Google Books Blog wurde diese Woche bekannt gegeben, dass im Hintergrund von JK Rowlings neuem Fan-Portal Pottermore.com die Technik des Suchmaschinen-Riesen laufen soll. Als Bezahlsystem wird neben der Kreditkarten-Option auch Google Checkout verwendet. Google E-Books lassen sich auf PC & Mac, zahlreichen Mobilgeräten, aber auch auf klassischen E-Readern lesen.

Lektüre im Browser oder offline

JK Rowling pocht auf ihren Unique Selling Point: Nur auf Pottermore wird Harry Potter als E-Book erhältlich sein, die Lektüre selbst kann dann via Google Books aber auf verschiedenen Geräten im Browser stattfinden, oder offline per Download. „When you buy a Harry Potter ebook from Pottermore, you will be able to choose to keep it in your Google Books library in-the-cloud, as well as on other e-reading platforms“, heißt es dazu auf dem Google Blog. Der beabsichtigte Verzicht auf regulären DRM-Schutz ist mit der cloudbasierten E-Book-Technik bereits auf sehr elegante Weise möglich, schließlich können die E-Books aus dem Browser heraus nicht gespeichert werden. Bei den Dowloadversionen zur Offline-Lektüre wird dagegen ein digitales Wasserzeichen zur Anwendung kommen, die E-Books können also auf allen vorhandenen Geräten des Käufers genutzt werden.

Wasserzeichen statt DRM

Der beabsichtigte Verzicht auf regulären DRM-Schutz ist mit der cloudbasierten E-Book-Technik bereits auf sehr elegante Weise möglich, schließlich können die E-Books aus dem Browser heraus nicht gespeichert werden. Bei den Dowloadversionen zur Offline-Lektüre wird dagegen ein digitales Wasserzeichen zur Anwendung kommen, die E-Books können also auf allen vorhandenen Geräten des Käufers genutzt werden. Google Books wird allerdings nicht exklusiver Harry Potter-Distributeur – JK Rowling ist offenbar bereits mit Amazon im Gespräch, um den Zauberlehrling auch auf das Kindle zu bringen. “We’re working closely with Pottermore to make sure Kindle customers will be able to buy and read J.K. Rowling’s Harry Potter books“, erfuhr zdnet auf Anfrage von einem Amazon-Sprecher. An einer Stelle gibt’s aber doch Exklusivität: Für weitere „Announcements“ wird JK Rowling auch in Zukunft die zu Google gehörende Youtube-Plattform nutzen.

Kündigt J K Rowling am Donnerstag die E-Book-Version von Harry Potter an?

„JK Rowling Announces… That a Major Announcement is Coming“, fasste es ein britischer Blogger ganz gut zusammen, was zur Zeit die Harry-Potter-Gemeinde in Atem hält. Bestseller-Autorin J K Rowling hat nämlich angekündigt, sich am 23. Juni zur medialen Zukunft des berühmten Zauberlehrlings zu äußern. Der Countdown läuft: Gibt es Harry Potter also bald endlich als E-Book? Bisher kann man nur spekulieren – und staunen. Denn die für das Announcement gestartete virale Marketing-Kampagne ist als ein globales Puzzle-Spiel angelegt worden. [Update 23.06.: J K Rowling hat die E-Book-Ausgabe von Harry Potter angekündigt – mehr dazu hier]

Magische Google-Koordinaten

Den Anfang machten zehn Koordinaten, die auf verschiedenen Potter-Fansites zu finden waren. Gab man sie in die mit Google Maps arbeitende Seite secretstreetview.com ein, führten sie zu versteckten Buchstaben. Die Koordinaten „51.530377,-0.123259“ von Mugglenet etwa führten zur King’s Cross Station in London. Potter-Lesern ist der Ort natürlich nicht ganz unbekannt: hier fährt schließlich auf Bahnsteig 9 ¾ der Hogwarts-Express ab. Zoomt man sich in die magische Karte, findet man den Buchstaben „T“. Alle Buchstaben zusammen ergeben den Namen „Pottermore“, den Namen einer neuen Website.

Animierte Eulen führen zu Youtube

Auf pottermore.com findet man drei Dinge: Die Ankündingung „Coming Soon“, die Unterschrift von J K Rowling und zwei animierte Eulen. Klickt man die Eulen an, wird man auf eine spezielle Youtube-Seite gelenkt. Neben noch mehr Flash-Eulen läuft dort ein Countdown für die eigentliche Ankündigung. Zur Zeit steht die Uhr bei knapp 24 Stunden, die Ankündigung wird also am Donnerstag mittag (23. Juni) erfolgen. Klar ist vorab eigentlich nur, was J K Rowling nicht ankündigen wird: den achten Harry-Potter-Roman. Denn schon auf secretstreetview bekommt man die Info: „This is not a new book, but it is something equally exciting.“ Doch was ist nun ähnlich aufregend wie die Romane selbst?

Online-Spiel, Potter-Lexikon oder E-Book-Ausgabe?

Am wahrscheinlichsten sind drei Möglichkeiten: so könnte es sich bei pottermore um ein Online-Spiel handeln, das parallel zum letzten Harry-Potter-Kinofilm startet. Der kommt nämlich im Juli auf die Leinwand. Denkbar ist auch, dass J K Rowling ihr lange versprochenes Potter-Lexikon aus dem Hut zaubert. Besonders plausibel klingt zudem der Launch einer E-Book-Kollektion. Denn die mediale Dynamik der bisherigen Verwertungskette Print-Buch plus Kino-Film nähert sich ja mit dem zweiten Teil von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ dem Ende. Bereits im April wurde zudem bekannt, dass J K Rowling „aktiv die Planung einer E-Book-Ausgabe erwägen“ würde. Finanziell dürfte sich das auf jeden Fall lohnen: Immerhin schätzt man den Wert der E-Book-Rechte auf mindestens 100 Millionen Euro.

Harry Potter als E-Book: Steht dem elektronischen Buchhandel eine Revolution bevor?

potter-harry-e-bookAlle sieben Harry-Potter-Romane als E-Book – das wäre wahrlich ein magischer Moment für das Elektronische Lesen. Ein Artikel in der schottischen Tageszeitung „The Scotsman“ gab nun der Hoffnung neue Nahrung, J K Rowlings Fantasy-Serie um die Zauberschüler Harry, Ron und Hermione könnte bald auch auf die Displays von Kindle & Co. kommen. Rowlings Literaturagent habe bestätigt, die Autorin würde nun aktiv die Planung einer E-Book-Ausgabe erwägen. („confirmed that the author was now actively considering plans for e-book versions“).

Verkaufte Printauflage: 400 Millionen plus

Bereits die Printausgaben der sieben Bände haben sich als Megaseller erwiesen – weltweit wurden sie mehr als 400 Millionen mal verkauft. Sehr erfolgreich bei den Potter-Fans sind zugleich auch die Hörbuchversionen. Ökonomisch besonders angefeuert wurde die 1997 mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ gestarteten Serie aber vor allem durch die sukzessive Verfilmung. Im Juli 2011 kommt nun endlich das große Finale in die Kinos – genauer gesagt der zweite Teil der Film-Version von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“. Verkaufsstrategisch wäre es also passend, parallel dazu oder in der Zeit danach mit dem Start der E-Book-Serie zu beginnen. Liz Thomsen vom britischen Branchenportal BookBrunch schätzt den Wert der E-Book-Rechte an Harry Potter auf mehr als 100 Millionen Euro. Nicht zu unterschätzen wären auch die Auswirkungen auf den Buchhandel insgesamt: „Experten glauben, das dieser Schritt den elektronischen Buchhandel revolutionieren und zu Rekordabsätzen von E-Readern wie Kindle oder iPad führen könnte.“

Hat sich J K Rowlings Meinung zu E-Books geändert?

In ähnlicher Weise hatte Harry Potter ja schon dem krisengeschüttelten Papierbuchhandel unter die Arme gegriffen. Natürlich könnte Harry Potter als E-Book auch den Servern der Filesharing-Dienste neue Traffic-Rekorde bescheren. Schon jetzt kursieren dort zahlreiche illegale Versionen eingescannter Potter-Ware. Doch was auch immer die Motive für die bisherige Publikationspolitik sind – eins verspürt J K Rowling in der Digitalisierungs-Frage auf jeden Fall nicht: Zeitdruck. Ihr Vermögen wird schon jetzt auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Wenn man genau hinschaut, hat sich die offizielle Position in punkto E-Books ohnehin kaum verändert. Denn schon Anfang 2010 ließ J K Rowlings Literaturagent verlauten, man würde im Moment “alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, die sich auf diesem Gebiet entwickeln” und sei “aktiv auf der Suche” nach geeigneten elektronischen Formaten. Mehr als die Suche nach einer geeigneten E-Book-Strategie wird ja auch in den aktuellen Äußerungen nicht bestätigt. Auf weitere Neuigkeiten im Sommer (oder vielleicht im Vorfeld des Weihnachtsgeschäfts) darf man aber wohl trotzdem gespannt sein.