Amazons neue „Rapids“-App: Kindgerechtes Storytelling im Chat-Modus

amazon-rapids-app-chat-style„Stories come to life, one message at a time“: die neue App „Rapids“ von Amazon.com erzählt Geschichten tatsächlich im Chat-Modus — genau so, wie es die Generation WhatsApp gewohnt ist. Jede Geschichte ist ein Sprechblase um Sprechblase fortlaufendes Zwiegespräch zwischen zwei fiktiven Charakteren, zum Beispiel „Cat“ und „Dog“ , „Shubble“ und „Krog“, „Nightmare“ und „Chamberlain“. Ab und an werden aber auch kleine Bildchen in den Nachrichtenstrom eingefügt.

Zweite Generation des Handy-Romans

Recht clever hat Amazon auf diese Weise sozusagen die zweite Generation des Handy- bzw. Smartphone-Romans erfunden — kurz und knackig waren solche speziell für das kleine Display und die Lektüre on the go geschriebenen Texte ja ohnehin schon. So à la: jeder Satz eine SMS. Nun kommt aber auch noch die der Alltagskommunikatin abgeschaute Dialog-Struktur hinzu.

Zielgruppe: ErstleserInnen ab 7 Jahre

Zielgruppe der ungewöhnlichen E-Book-App sind Erstleserinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren — ihnen wird das Leseverständnis mit Features wie einem integrierten Wörter- und Aussprache-Lexikon sowie einer automatischen Vorlesefunktion so einfach wie möglich gemacht. Das Lesetempo können die Knirpse via Touchscreen ebenfalls steuern.

App ist nur als Abo verfügbar

Hunderte der Chat-Style-Geschichten aus verschiedenen Themengebieten wie Fantasy, Mystery, Sci-Fi oder Sport sind bereits jetzt verfügbar, jeden Monat sollen weitere dazu kommen. Die Rapids-App gibt’s allerdings nur als Flatrate-Abo, anfangs zum Preis von 2,99 Dollar pro Monat. Ob und wann es auch eine deutsche Version geben wird, ist noch nicht bekannt.

„Yo, nennt mich Ishm@el!“: Wie Smartphones den Plot berühmter Bücher verändern würden

yo-call-me-ishmaelHat die technologische Entwicklung einen Einfluss auf die Literatur? Strukturell sicherlich, da muss man sich bloß mal Phänomene wie Facebook-Novel, Twitteratur oder den klassischen Handy-Roman anschauen. Immer öfter wird ja auch direkt auf mobilem digitalem Schreibzeug getextet. Apropos: könnten Smartphones neben der Sprache eigentlich auch den Inhalt einer Geschichte verändern? Immerhin hat ja fast jeder schon ein iPhone oder ähnliches in der Tasche. Das dürfte dann auch für Romanhelden gelten, und zwar rückwirkend, hat sich Katherine Brooks überlegt. Heraus kam dabei ein großartiger Artikel für die Huffington Post: „How Cellphones Would Change the Plots of Famous Books“ – „Wie mobile Telefone den Plot berühmter Bücher verändern würden“.

Kostprobe gefällig!?

Zum Thema Shakespeare/Romeo & Julia:

Mobiltelefone machen es verdammt schwer, sich noch an eine Zeit zu erinnern, als man noch nicht stante pede kommunizieren konnte, dass man sofort etwas bestimmtes braucht oder gerade eine tolle Idee hatte. Heutzutage würde Julia an Romeo texten: „Romeo, fake jetzt meinen eigenen Selbstmord, BGWD“, und Romeo so: „K“.

Zum Thema Melville/Moby Dick:

„Yo, nennt mich Ish@el!“ textet unser Erzähler am Beginn des Buches überschwänglich an Kapitän Ahab. Die beiden treffen aufeinander vermittelt durch eine crowdgesourcede Walfänger-Website“.

usw., mehr über Romeo & Julia, Moby Dick, aber z.B. auch den Grafen von Montechristo (Twitter-Leaks) bis hin zu Anna Karenina (Group Chat) via Huffington Post.

(via Teleread.com)

Abb.: Bram.Koster (cc-by-2.0)

Oh, lá là, Smartnovel: Frankreich entdeckt Fortsetzungsroman für Handys

„Guten Tag, mein Name ist Thomas Drimm, ich bin fast 13 Jahre alt und gerade dabei, die Welt zu retten.“ Diesen Satz haben in den letzten Tagen zahlreiche Franzosen auf dem Display ihrer Mobiltelefone lesen können. Denn so beginnt die erste Folge von Didier van Cauwelaerts Handy-Roman „Die Abenteuer von Thomas Drimm“. Der für skurile Mystery-Stoffe auch in Deutschland bekannte Bestseller-Autor führt seine Leser in die Welt eines Teenagers, der plötzlich in Kontakt mit der Geisterwelt gerät. Parbleu! Nachdem in Japan mit dem „Keitei“ der Handy-Roman erfunden wurde, punktet also die Grande Nation nun mit dem mobilen Fortsetzungsroman. Wen wunderts: schließlich steigerten französische Tageszeitungen schon vor 150 Jahren mit Romanserien ihre Auflagen. Oh, lá là, Smartnovel: Frankreich entdeckt Fortsetzungsroman für Handys weiterlesen

Projekt Gutenberg schickt E-Books aufs Handy

Viele aktuelle E-Books kann man dank kommerzieller Anbieter wie etwa Mobipocket bereits auf dem Handy lesen, jetzt kommen auch die Klassiker von Projekt Gutenberg hinzu. Die elektronischen Texte werden per WAP-Push direkt auf das Handy geschickt und lassen sich ähnlich wie Handy-Spiele als Java-Anwendung starten. Texte von lebenden Autoren wird man freilich vergeblich suchen: Projekt Gutenberg schickt E-Books aufs Handy weiterlesen

Jeder zweite Top 10-Bestseller in Japan wird auf dem Handy geschrieben

jeder-zweite-bestseller-in-japan-wird-auf-dem-handy-geschriebenJeder zweite Top Ten –Bestseller wird in Japan nicht nur als E-Book verkauft, das E-Book wird auf dem Handy gelesen. Doch damit nicht genug: die meisten dieser „Cell phone novels“ werden von flinken Teenagerfingern tatsächlich auch auf dem „Keitei“ (=Handy) geschrieben! Eine entsprechende Blog-Meldung führte vor zwei Jahren noch zu dem erstaunten Kommentar: „Das muss ein Fehler sein! Jeder zweite Besteller wird auf Handys gelesen, okay, aber: geschrieben!?“ Doch im Land der über 100 Millionen Handys geht so manches… Jeder zweite Top 10-Bestseller in Japan wird auf dem Handy geschrieben weiterlesen

Handy-Roman bringt Suspense in die U-Bahn

McLuhan kannte noch keine Handys, aber er hatte eine Medientheorie, deren Quintessenz wie eine SMS klingt: “The Medium is the message.” Die große Preisfrage lautet also: Was sagt uns das Handy über die Gesellschaft der Gegenwart, abgesehen von: alle können überall kommunizieren? Wer schon mal einen gelesen hat, dürfte eine Ahnung davon haben. Nicht nur die Formen (vgl. WAP-Internet, Handy-Fernsehen, etc.) ändern sich, sondern auch die Inhalte passen sich an die neuen Kommunikationsgewohnheiten an. Tatsächlich lesen wir heute anders als vor zehn Jahren. Die kurzen ebenso wie die einfachen Formen sind die Gewinner: Ein Satz muss auf das Display passen, am besten gleich zwei oder drei.  So etwa wie in Carola Kickers Mystery-Thriller Perlen aus Blut: Handy-Roman bringt Suspense in die U-Bahn weiterlesen