Get-Together der Indie-Autoren: Selfpublishing Day 2017 findet in Hamburg statt

selfpublishing-day-2017-hamburgDie einen nennen es das „Familientreffen der Autoren“, die anderen schlicht den „Self-Publishing Day“: zum vierten Mal findet am 10. Juni 2017 der bundesweite Convent für Belletristik- und Sachbuchautoren statt – eine großartige Gelegenheit, um mehr über aktelle Trends, wirksame Marketingmethoden sowie optimale Schreibtechniken zu erfahren.

„Qualität der Veröffentlichungen steigt“

Die ständig steigenden Teilnehmerzahlen des SP-Days zeigen, wie zugleich auch die Professionalität der deutschen Indie-Autoren wächst. „Viele Autoren, die ihre Werke erfolgreich im Selbstverlag herausgebracht haben, bekommen mittlerweile gute Angebote von klassischen Verlagen“, so SP-Day-Organisator Lutz Kreutzer. „Auch hier hat man mittlerweile registriert, dass die Qualität der Veröffentlichungen durchaus an die von Verlagsproduktionen herankommt“.

Erfolgreiche Autoren als Speaker

Doch was muss man wissen, um so erfolgreich zu sein? Genau darum geht’s beim Self-Publishing Day 2017 in Hamburg — die Teilnehmer erhalten geballtes Know-How aus erster Hand: „Die Speaker beim Self-Publishing-Day 2017 in Hamburg sind ausschließlich erfolgreiche Autoren oder branchennahe Experten“, so Kreutzer.

Zur Einführung präsentiert Matthias Matting, bekannt als Herausgeber der Self-Publisher-Bibel, die allerneuesten Marktzahlen zum Self-Publishing. Doch welche Genres, welche Shop-Kategorien sind beesonders erfolgversprechend? Wie wichtig sind Titel und Pseudonyme? Das weiß Johannes zum Winkel, der mit seinen Empfehlungsportalen schon so manches E-Book in die Bestsellerlisten katapultiert hat.

Schreibtechniken & Workflow

Kein Erfolg ohne gutes Lektorat und professionelle Covergestaltung. Wie lassen sich solche Dienstleistungen alternativ finanzieren? Das führt Monika Kanokova vor, Freelancerin im Online-Marketing und Self-Publisherin. Unterschätzt wird oft die Bedeutung von Meta-Texten wie Klappentext, Abstract oder Bio-Blurb. Yvonne Uelpenich, Managerin bei Twentysix zeigt in ihrem Workshop, wie man an diese Instrumente optimal nutzt.

Auch die technischen Grundlagen sind in der Hansestadt Thema: Bookrix-Manager Dennis Schmolk führt die Teilnehmer in den professionellen Workflow bei der E-Book-Produktion ein. Ein besonderes Highlight des SP-Day betrifft aber auch Print-On-Demand — als einer der Hauptsponsoren der Veranstaltung bietet BoD (Books on Demand) am Vorabend umfangreiche und kostenlose Betriebs-Besichtigung inklusive Get-Together in Norderstedt bei Hamburg an.

Mehr Infos zum Programm und vor allem auch Tickets zum Frühbucherrabatt gibt’s ab sofort unter: www.self-publishing-day.de

Hinweis: E-Book-News ist Medienpartner des Self Publishing Day 2017.

E-Book-Flatrate wider Willen: Dresden macht den e-bibo

„Wir bieten keine E-Book-Flatrate“, verlautbarte die Stadtbibliothek Dresden kürzlich via Buchreport, und versuchte die aufgebrachte (Verlags-)Branche zu beruhigen. Vorausgegangen waren Berichte, die Dresdener hätten – ähnlich wie die Hamburger Stadtbibliothek – ihr Onleihe-System bundesweit geöffnet. Skandal! Ein kommunales Skoobe für Krethi und Plethi, für zehn Euro pro Jahr! Oder doch nicht!? Tatsächlich steht auch weiterhin in der Nutzungsordnung: „Jede/jeder ist berechtigt … Medien aller Art zu entleihen“, und zwar „persönlich unter Vorlage des Personalausweises der Bundesrepublik Deutschland“. Die Anmeldung kann online geschehen, über ein spezielles „Selbstregistrierungsportal“ (das sich allerdings an die „Bewohnerinnen und Bewohner Dresdens“ richtet, doch letztlich gilt ja die Benutzerordnung).

Wer die Jahresgebühr von 10 Euro berappt, kann also tatsächlich aus der „e-bibo“ an der Elbe E-Books auschecken, auch wenn er in Aachen oder Zittau wohnt. Die Zahl der Titel ist allerdings überschaubar: Knapp 2.300 elektronische Sachbücher stehen zur Verfügung, außerdem etwa 1.100 Romane, darüberhinaus kann man u.a. Hörbücher und ePaper-Ausgaben von einem Dutzend Tages- und Wochenzeitungen downloaden. Die Bibliotheksleitung bleibt derweil bei ihrem Standpunkt, es handele sich nicht um eine bundesweite Ausleihe: „Dazu müssten wir sie bundesweit bewerben, was wir jedoch nicht tun“. Bisher würden ohnehin auch nur 250 Auswärtige das Angebot nutzen – wobei es durch die unfreiwillige Werbung in der Blogosphäre wohl bald ein paar mehr sein dürften.

Fragt sich natürlich auch, was daran eigentlich so schlimm wäre. Im letzten Jahr wurden in Dresden laut Bibliotheks-Statistik mehr als 5,6 Millionen Medien ausgeliehen, darunter machte die Onleihe mit 60.000 Vorgängen gerade mal etwas über ein Prozent aus. Die Zuwachsrate im virtuellen Bereich betrug aber 63 Prozent, bei physischen Ausleihen nur 1,9 Prozent. Kommen nun noch weiter Nutzer von außerhalb hinzu, die nur digital ausleihen, dürfte das für den Kostendeckungsgrad der Bibliothek durchaus von Nutzen sein. Denn ein Großteil der Gebühr wird schließlich in den Betrieb der analogen Einrichtung und die Entlohnung der Bibliothekare gesteckt.

Und letztlich wären mehr Onleihe-Vorgänge wohl auch gar nicht so schlecht für die Bilanz der Verlage – schließlich hat ihnen die Ausleihe von mehr als 5 Millionen physischen Medien durch Dresdner BürgerInnen im vergangenen Jahr wohl ebensowenig geschadet. Warum das bei der zahlenmäßig noch marginalen Onleihe anders sein soll, und das zugleich nur dann, wenn sie von Nicht-Dresdnern wahrgenommen wird, bleibt wohl für immer ein Rätsel aus den Untiefen der Gutenberg-Galaxis. Zumal die Anzahl der maximalen möglichen Ausleihvorgänge ja durch Lizenzen festgelegt ist. Clevere Publisher nutzen die E-Book-Ausleihe (siehe Amazon & Co.) längst aktiv als Promotion-Instrument für Autoren & Verlagsprogramm – ist das denn wirklich so abwegig!?