Von Crowdpublishing bis Crowdinvestment: Krautfunding 3.0 jetzt kostenlos im Kindle-Store

Nach der sehr erfolgreichen Kindle-Aktion mit „Vom Buch zum Byte“ – fast 1400 Downloads in 72 Stunden – gibt’s in den nächsten drei Tagen geballte Informationen zum Thema Crowdfunding made in Germany: bis zum 24. April könnt ihr mein E-Book „Krautfunding – Deutschland entdeckt die Dankeschön-Ökonomie“ kostenlos im Kindle-Store herunterladen. Die dritte Auflage von „Krautfunding“ (März 2013) versammelt aktuelle Beispiele zu Bereichen wie Krautpublishing, Krautinvestment, aber auch crowdgestütztes Fundraising für den guten Zweck. Wie gut Crowdfunding in Deutschland angekommen ist, zeigt ein Blick in die Statistik: im letzten Jahr wurden auf klassischen Crowdfunding-Plattformen mehr als 2 Mio. Euro eingesammelt, netzaffine Kleinanleger steckten 2012 satte 4 Millionen Euro in die Projekte von erfolgversprechenden Startups.

Ein Thema, das in „Krautfunding“ immer wieder auftaucht, ist die Kulturflatrate. Wenn sich Crowdfunding durchsetzt, könnten bisherige Verteilungskämpfe im Kulturbetrieb der Vergangenheit angehören. Abgesehen von Fallbeispielen rund um Crowdfunding made in Germany bekommt man aber auch Basiswissen geliefert. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Frage „Wie funktioniert eine klassische Crowdfunding-Plattform?“. Im erweiterten Serviceteil findet man außerdem neben einem „ABC des Crowdfunding“ ein Literaturverzeichnis sowie Surf-Tipps.

Kleiner Wermutstropfen: Um an Amazons Programm „KDP Select“ teilnehmen zu können und Gratis-Aktionen zu starten, muss man den jeweiligen Titel für drei Monate exklusiv im Kindle-Store anbieten. Die Multiformat-Version von Krautfunding (epub, PDF, mobi) gibt’s deswegen erst wieder ab Mitte Juli – zeitgleich startet dann auch die Distribution auf Buchhandelsplattformen wie Thalia oder Weltbild. Trotzdem kann man „Krautfunding“ schon jetzt problemlos auf Tolino, Kobo- oder Sony-Reader lesen: Da auch die Kindle-Version meines E-Books 100% DRM-frei ist, lässt sich die .mobi-Datei ganz einfach in andere Formate wie epub konvertieren, z.B. mit dem Freeware-Tool Calibre. Via Amazon/Createspace ist übrigens auch eine Taschenbuch-Version der aktuellen Auflage von „Krautfunding“ lieferbar (94 Seiten, 6,99 Euro).

Tipp: „Vom Buch zum Byte – Kurze Geschichte des E-Books“ kostenlos im Kindle-Store

Nicht nur Bücher, auch E-Books haben eine Geschichte. Im Vergleich zur gesamten Gutenberg-Galaxis mögen knapp vierzig Jahre kurz erscheinen – doch immerhin: schon 1971 hämmerte Michael S. Hart den Text der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung in das Terminal eines Mainframe-Rechners. Mit dem Startschuss für das elektronische Lesen begann die Emanzipation der Literatur von der Druckerpresse – deren Geschichte man nachlesen kann in meinem Kindle-Book „Vom Buch zum Byte“. Zur Zeit sogar kostenlos – noch bis Mittwoch läuft eine Gratis-Aktion bei Amazon (regulärer Preis: 1,99 Euro). Über Amazons Print-On-Demand-Service „Createspace“ ist zudem eine knapp 94seitige Taschenbuch-Version lieferbar.

Der Traum von der universalen Bibliothek

Der Weg vom Buch zum Byte begann genau genommen schon ein paar Jahre vor Michael Hart. Deswegen startet meine Darstellung bereits im Jahr 1945, als der Ingenieur Vannevar Bush seinen berühmten Essay “As we may think” veröffentlicht hat. Darin wird eine universale Wissensmaschine namens “Memex” beschrieben – nicht nur ein Archetyp des Personal Computers, sondern durch die Idee der Verlinkung von Informationen auch der heilige Gral der Hypertext-Historiker. Auf Memex folgt eine Stippvisite in den Sechzigern bei Marshall McLuhan und den zeitgenössischen Bedrohungszenarien der “Gutenberg-Galaxis” – in deren Zentrum damals nicht Buchstaben auf Bildschirmen standen, sondern Bewegtbilder, sprich das Fernsehen.

Von E-Lese-Experimenten bis zum E-Reader

Auf dem Röhrenbildschirm fanden allerdings dann auch die E-Lese-Anwendungen der Siebziger und Achtziger Jahre statt, von Videotext und Text-Adventures auf Commodores VC 20 bis hin zu CD-Rom-Enzyklopädien und Hyperfiction. Mit den Personal Digital Assistants (PDAs) standen seit den Neunziger Jahren dann erstmals Mobilgeräte zur E-Book-Lektüre zur Verfügung, bald gefolgt vom Handy-Roman, der die kleinen Displays der „Feature Phones“ nutzte. Frühe „dedizierte“ E-Reader wie etwa das Rocket eBook pflegten dagegen ein Schattendasein – erst mit der Marktreife von E-Ink-Displays verbesserte sich die Performance. Den endgültigen Durchbruch schaffte das elektronische Lesen aber erst, als Amazon gelang, mit dem drahtlos funkenden Kindle-Reader ab 2007 den „iPod für E-Books“ massenhaft zu vermarkten.

Das E-Book war von Anfang an online

Die Verbreitung von E-Books über Datennetze beginnt übrigens interessanterweise bereits mit Michael Harts Pioniertat vom 4. Juli 1971. Denn die Mainframe-Rechner im Materials Research Lab der University of Illinois waren Teil des Internet-Vorgängers ARPANet. Theoretisch hätte der Gründer des Project Gutenberg den ersten E-Text sogar schon per E-Mail-Attachment an seine Kollegen verschicken können. Doch mit fünf Kilobyte war die Datei so groß, das eine Überlastung des Netzwerks drohte. So teilte Hart lediglich die Download-Adresse mit. Tatsächlich wurde das erste E-Book dann von sechs Personen heruntergeladen – für damalige Verhältnisse fast schon ein virales Ereignis.

Ansgar Warner,
Vom Buch zum Byte. Kurze Geschichte des E-Books
Kindle-Book 0,00 Euro (DRM-frei)
Taschenbuch (Amazon) 6,99 Euro