Lokal denken, global verkaufen: Google schluckt Verlag für Travel-Guides

„Niemand hat die Absicht, eine Buchhandlung zu eröffnen“, beruhigte Google die Buchbranche, als Mitte der Nuller Jahre das legendäre Scan-Projekt in Bibliotheken startete. Sehr lange hat sich der Suchmaschinen-Riese nicht an das Versprechen gehalten – aus der Google Booksearch wurde längst ein veritabler E-Store. Nun geht Google einen Schritt weiter: das Unternehmen mausert sich zum Verleger. Mit dem gerade bekannt gegebenen Kauf von Frommers.com zum Preis von 23 Millonen Dollar erweitert die Konzernzentrale in Moutain View ihr Portfolio um einen Fachverlag für Travel-Guides. Branchenbeobachter sehen darin einen weiteren Schritt, um den Berich „Location Based Services“ (z.B. Google Earth, Google Maps etc.) möglichst effizient mit firmeneigenen Content-Angeboten zu verknüpfen. Bereits im letzten Jahr hatte Google sich in diesem Zusammenhang die Gastro-Guide-Plattform Zagat einverleibt.

„Das sollte Verleger beunruhigen“

Nicht umsonst stellt Google zu diesem Thema fest: „Unser Ziel ist es, mit der lokalen Suche den Menschen dabei zu helfen, genau die Informationen für den jeweiligen Ort zu finden, die sie brauchen. In manchen Fällen ist es unserer Meinung nach dabei am hilfreichsten, wenn ein Nutzer direkt zu einer bestimmten Website oder einem bestimmten Produkt gelenkt wird.“ Dazu könnten dann in Zukunft also auch Reiseführer gehören, ob als E-Book oder als Print-Produkt. Doch ist die Buchbranche durch Googles neuesten Einkauf wirklich im Kern betroffen? “Das sollte Verleger eigentlich schon beunruhigen“, so Hugh McGuire, Gründer der E-Book-Plattform pressbooks.com, gegenüber der New York Times. “Denn wir erleben hier die Entstehung neuer Business-Modelle rund um das Buch, die im Zentrum das Internet haben – mit dem sich viele Publisher bisher aber lieber nicht beschäftigen wollten.“

Um gedruckte Bücher geht’s hier wohl nicht (mehr)

Ob Google in diesem Fall tatsächlich noch an gedruckten Büchern Interesse hat, ist dabei eine ganz andere Frage. Erwartet wird vielmehr, dass es beim Erwerb von Frommers.com vor allem um die digitale Sparte ging, deren Content entweder direkt online im Rahmen von Googles Web-Angeboten oder als E-Book verwertet werden kann. Bleibt natürlich noch die bisherige Web-Plattform Frommers.com übrig. „We’re thrilled to announce that Frommer’s will soon be part of Google“, kann man dort auf der Startseite lesen. Doch der Thrill war wohl von einer ganz besonderen Art. Denn inzwischen wurde bekannt, dass das in Hoboken/New York beheimatete Online-Team gefeuert wurde. Die Verlags-Mannschaft dagegen zieht lediglich um – in Richtung Chelsea, Googles New Yorker Standort. Dort werden die Travel-Guide-Experten zukünftig Tür an Tür mit ihren Kollegen von Zagat sitzen.

Abb.: Screenshot

Abo auf einen Klick: Google plant digitalen Zeitungskiosk für Android-Tablets

Was das iPad für Apple ist, sind die kommenden Android-Tablets für Google – fehlt allerdings nur der Content. Natürlich gibt’s schon den Google eBookStore, doch was ist mit Zeitungen & Zeitschriften? Schließlich kann man via iTunes bzw. den App Store E-Magazin- und E-Newspaper-Apps nicht nur herunterladen, sondern teilweise sogar schon elektronisch abonnieren. Doch offenbar plant Google bereits einen „Digital Newsstand“ für Nutzer von Android-Geräten:

The e-newsstand would include apps from media companies offering versions of their publications for smartphones or tablets running Android

berichtet das Wall Street Journal. Das Motto einer solchen Kiosk-Plattform: alles auf einen Blick, und möglichst auch alles auf einen Klick. Mit dem versprengten Angebot einzelner Apps haben viele Zeitungen offenbar keine guten Erfahrungen gemacht, es fehlt eine zentrale Anlaufstelle. Die Verlage sind andererseits aber auch etwas unwillig, neue Kooperationen einzugehen, da die Konditionen zu schlecht sind – zumindest bisher:

In recent weeks (…) Google has told publishers it would take a smaller slice on any sales they make of Android apps than the 30% cut Apple typically takes on iTunes sales.

Konkurrenz belebt mal wieder das Geschäft. Auch Apple geht jetzt erneut auf die Publisher zu – und verspricht verbesserte Abo-Features via iTunes. Besonders attraktiv scheint der Touch-Screen-Kiosk bisher für die Content-Anbieter nämlich nicht zu sein:

While many media companies have rushed to build apps for iPads and Android tablets, they say their current inability to sell standard subscriptions through iTunes, a shortage of data about app buyers and tough business terms are keeping them from investing more in the effort.

Reklame in E-Books: Verlage und Werbebranche auf der Suche nach neuen Marketing-Konzepten

werbung-in-e-booksWerbung in gedruckten Büchern galt lange Zeit als passé – auf dem Display von E-Readern könnten bezahlte Anzeigen aber bald wieder zum Alltag gehören. Vernetztes Lesen auf WiFi-Geräten, aber auch cloudbasierte Lektüre-Konzepte eröffnen ganz neue mediale Möglicheiten. Ähnlich wie bei Web-Werbebannern könnte Werbung in E-Books etwa kontextabhängig sein und regelmäßig aktualisiert werden. Eins hat sich allerdings nicht geändert: Ohne die Akzeptanz bei Lesern & Autoren läuft gar nichts.

RoRoRo macht’s vor: Werbung in Büchern ist nichts Neues

Werbung in E-Books? Bisher waren elektronische Bücher im digitalen Content-Universum die letzte Bastion reklamefreier Lektüre. Ob News-Portal, Zeitungs-App oder Reuters-Video – überall haben sich bunte Werbebanner und interaktive Online-Ads von Werbekunden oder Sponsoren etabliert. Werbefreie E-Books sind aber kein Erbe der Gutenberg-Galaxis, ganz im Gegenteil. In Taschenbüchern waren Anzeigen lange Zeit durchaus üblich. Nicht nur Verlagsanzeigen am Ende eines Buches, sondern auch „Werbeunterbrechungen“ mitten im Text. So stießen Rowohlt-Leser noch Anfang der Neunziger Jahre unvermittelt auf Reklame für Geldanlagen – allerdings noch keine Risikopapiere, sondern solide „Pfandbriefe & Kommunalobligationen“. Manchmal wurde Inhalt und Werbung auch ganz keck vermischt. So konnte man in der Nachkriegszeit in einer RoRoRo-Ausgabe von Hemingways Roman „Fiesta“ etwa lesen: „Alle Männer dieses Buches rauchen. Auch die reizende Lady Ashley, von ihren Freunden Brett genannt. Dies ermutigt uns, dem Raucher mit dem Wort FOX eine Zigarette zu nennen, deren Niveau dem eines guten Buches entspricht.“

Amazon hat schon ein Patent für Werbung in E-Books

Technisch stände schon jetzt ähnlich gearteter Werbung auf dem E-Ink-Display nichts im Weg – schließlich war bereits die grafisch gestaltete Buchwerbung früherer Tage in schwarz-weiß. Ein fester Anzeigenblock ließe sich also recht einfach in epub- oder PDF-Dokumente einfügen. Das US-Unternehmen Amazon hat bereit 2009 ein Patent veröffentlicht, das eine nachfragegesteuerte Kombination von Buch-Layout und Werbung beschreibt. Ähnlich wie bei Webseiten sollen die Werbebotschaften an den Kontext angepasst werden, und zudem so aktuell wie möglich sein – deswegen werden sie erst bei Auslieferung des E-Books automatisch hinzugefügt. Über Hyperlinks ließen sich bei der Lektüre auf vernetzten Geräten dann auch weitere Produkt-Informationen online abrufen. Während die Web-Inhalte veränderbar wären, soll die E-Book-Anzeige selbst allerdings in Amazons Konzeption unveränderlich bleiben. Nicht ganz zufällig formuliert ein zeitgleich eingereichter Patent-Antrag dieselbe Werbe-Technik in Verbindung mit der Auslieferung von Print-On-Demand-Titeln (natürlich ohne Hyperlinks).

Richtig dynamisch wird E-Book-Werbung aus der Cloud

Es geht auch weitaus dynamischer: Cloudbasierte E-Book-Modelle, wie sie momentan von Google oder Amazon vorangetrieben werden, ermöglichen schließlich, eingeblendete Werbebotschaften kurzfristig zu aktualisieren – zumindest, so lange die E-Books tatsächlich im Browser gelesen werden. Bei E-Publishing-Plattformen wie scribd.com wird dieses Konzept schon jetzt praktiziert – sowohl in Form von Werbebannern wie auch von Google-Textanzeigen in der Seitenspalte. Während bei solchen Amateur-Plattformen die Zustimmung zur Anzeigen-Vermarktung zu den Teilnahmebedingungen gehört, sieht die Sache im klassischen Verlagsgeschäft allerdings ganz anders aus – ohne die Zustimmung der AutorInnen geht in punkto E-Book-Werbung gar nichts. Absehbar ist bereits jetzt, das viele von ihnen sich gegen Reklame zwischen den Zeilen wehren würden, vor allem im Bereich Belletristik. Vielleicht ein Grund, warum sich große Verlage wie etwa Random House bei diesem Thema bisher abwartend verhalten.

Schafft Akzeptanz: Gratis-E-Books mit Sponsor-Anzeigen

Allerdings kommt es immer auf das Marketing-Modell an. Während viele LeserInnen wohl nicht bereit wären, den normalen Preis für ein E-Book mit Werbeeinblendungen zu zahlen, sieht es bei Gratis-Angeboten wieder anders aus. Darauf setzt beispielsweise der US-Anbieter Wowio. Wer etwa hier kostenlose E-Books herunterladen möchte, hat hier in vielen Fällen sogar die Auswahl zwischen DRM-freiem PDF- oder epub-Format. Dafür trifft man bei der Lektüre dann auf die eine oder andere Werbebotschaft der Sponsoren. So gibt es etwa Anzeigen am Anfang und am Ende, aber mancherorts auch zwischen einzelnen Kapiteln. Wowio bietet jedoch auch zusätzliche zielgruppengerechte Promotionmöglichkeiten: wie das Wall-Street-Journal berichtet, können etwa Kunden, die sich über die Movie-Site „Fandango“ Tickets für den neuen Jack Black-Streifen „Gulliver’s Travels“ bestellen, via Wowio kostenlos eine E-Book-Version des Swift-Klassikers herunterladen, die Sponsor-Anzeigen enthält.

Im Antikriegs-Klassiker was Neues: Bundeswehr-Werbung?

Ob Werbung in E-Books tatsächlich auf breiter Front voranschreitet, wird aber letztlich von der Aktzeptanz der LeserInnen abhängen. Gerade große Player wie Google setzen ja auf automatisch generierte, kontextabhängige Werbung. Genau das aber kann im seriösen Medium Buch zum Problem werden. Denn den Inhalt verstehen können die Algorithmen natürlich nicht. Möchte man wirklich in einem Buch wie „Im Westen nichts Neues“ Werbung für die Bundeswehr lesen oder in der „Straße der Ölsardinen“ Reklame für Fisch in Dosen? Zum Hardcover-Preis sicherlich nicht. Am Ende könnte es auch bei den zu Kauf angebotenen E-Books eine Trennung geben zwischen günstigen Page-Turnern und gehobener Belletristik. Ebenso dürfte das Alter der jeweiligen Zielgruppe eine Rolle spielen. Harry-Potter-Leser aus der Multitasking & Multimedia-Generation wären wohl Werbung zwischen den Zeilen gegenüber verständnisvoller als der konsumkritische, bibliophile Silver-Surfer, selbst wenn er Genussraucher sein sollte.

(via Teleread, Heise-Online, Kalingeling)

(Abbildung: Werbung für ein Spielzeug-Gewehr von Mattel in einem US-Comicbook der 60er Jahre)

Google startet Online-Wörterbuch, ohne darüber viele Worte zu verlieren

google-woerterbuch-neuer-service-google-dictionary-bild_flickr_jim_barterGoogle hat klammheimlich einen neuen Online-Service gestartet: unter www.google.com/dictionary findet man ein mehrsprachiges Wörterbuch. Insgesamt 28 Sprachen sind vertreten, von Englisch, Deutsch oder Französisch bis zu Arabisch, Chinesisch oder Hindi. Wer ein Suchwort eintippt, bekommt nicht nur die direkte Übersetzung geliefert, sondern auch Worterklärungen von Online-Enzyklopädien wie etwa Wikipedia. Deutsche Benutzer haben bisher allerdings nur eine Übersetzungsoption: Deutsch-Englisch bzw. Englisch-Deutsch.

Das Wörterbuch greift nicht nur auf’s Web zu, sondern auch auf interne Datenquellen

Google-Wörterbuch? Noch gibt’s auf der Google-Startseite keinen Hinweis auf das allerneueste Feature des Suchmaschinen-Riesen. Entdeckt wurde das neue Feature überhaut erst vom TechBlog der LA Times. Geht man auf www.google.com/dictionary, erwartet einen die ebenso bewährte wie schlanke Suchmaske, wie man sie von Google gewohnt ist. Schon bisher konnte man Wörter „nachschlagen“, in dem man das Präfix „define:“ in die Suchmaschine eingab. Als Ergebnis wurden Inhalte von Webseiten ausgespuckt, die mehr oder weniger sinnvolle Erklärungen zum gesuchten Wort ergaben. Nun gibt es also ein richtiges Wörterbuch-Interface, das offenbar auf Google-interne Datenquellen zugreift.

Der neue Service besteht parallel zu Googles Sprachtools

Gegenüber der LA Times schätzte Wörterbuch-Experte Alex Zudin, dass sich Googles neuer Service vor allem für alltägliche Anwender lohnen werde, für den Schul- und Hochschulbetrieb seien die Lexikoneinträge nicht ausführlich genug. Der neue Service hat nichts mit den Google-Sprachtools zu tun – die Übersetzungsmöglichkeiten für Phrasen, Sätze und ganze Textpassagen bleiben parallel zum Google-Dictionary auch weiterhin bestehen. Für deutsche Benutzer lohnt sich eigentlich nur Deutsch-Englisch bzw. Englisch-Deutsch. Die einsprachige Version – das „Deutsch-Wörterbuch“ existiert zwar ebenfalls, doch anders als etwa beim einsprachigen Englisch-Wörterbuch werden ausschließlich Webinhalte angezeigt.

German Books statt Google Books: Deutsche Digitale Bibliothek geht 2011 ans Netz

german-books-statt-google-books-deutsche-digitale-bibliothek-gegruendet-bild_flickr_tigerpixelDeutschland macht mobil – mit der DDB (Deutsche Digitale Bibliothek) soll die Welt vor Googles Monopolstellung auf dem Kultursektor bewahrt werden. Nach dem heutigen Beschluss des Bundeskabinetts könnte „German Books“ ab 2011 freigeschaltet werden. Das Projekt ist äußerst ambitioniert: 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen der Bundesrepublik sollen vernetzt und über eine Suchmaschine erschlossen werden. Die DDB wird ein Teil der europaweit vorangetriebenen Online-Bibliothek „Europeana“ sein.

Die deutsche Kultur wird digital – von Goethe als E-Book bis zur Nofretete in 3D

Als einen „Quantensprung in der Welt der digitalen Information“ bezeichnete Kultur- und Medienstaatsminister Bernd Neumann den Kabinettsbeschluss zur Einrichtung der DDB. Die deutsche Kultur wird fit für das Internetzeitalter – und zugleich über ein nationales Portal allen Bürgern kostenlos zugänglich gemacht: vorgesehen sind digitale Kopien von Büchern, Bildern, Archivalien, Skulpturen, Noten, Musik und Filmen. Die Suchmaschine des Internetportals soll auch die Recherche in multimedialen Inhalten ermöglichen. Die Benutzer der Zukunft erwarten also nicht nur Letternwüsten, sonern auch virtuelle Museumsbummel wie die 3D-Betrachtunge einer Skulptur oder eines Kulturdenkmals. Das Motto lautet dabei: was mit öffentlichen Geldern entstanden ist, soll auch weiterhin der Öffentlichkeit gehören. „Bei diesem Vorhaben geht es um den Zugang zu unserem seit Jahrhunderten öffentlich gesammelten und bewahrten Kulturgut – und zwar dauerhaft und ohne rein kommerziellen Zweck.“ Die DDB sei eine angemessene Antwort auf Google, so Neumann weiter, gerade auch in Hinblick auf den Schutz von geistigem Eigentum: „Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt und dann wird gehandelt.“

Autoren verspricht die DDB Urheberrechtsschutz auf „Augenhöhe“

Mit der DDB sollen Autoren und Verlage und andere (Urheber-)Rechtsinhaber eine Alternative zu „google books“ bekommen. Dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zufolge erhalten Urheber in Zukunft „Wahlfreiheit, zu welchen Konditionen sie ihre Werke über das Internet zugänglich machen wollen: zu einem aufgrund der Marktmachtverhältnisse schwierig auszuhandelnden Preis über Google oder zu einem eher auf Augenhöhe ausgehandelten Preis über die DDB“. Bevor es soweit ist, bleibt allerdings noch viel zu tun. Das Gesamtprojekt ist in zwei Phasen eingeteilt: nach der Konzeptions- und Planungsphase beginnt ab Mitte 2010 die Durchführungsphase, an deren Ende das Portal schließlich in Betrieb genommen werden soll.
Dafür stehen ab 2011 etwa 2,6 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung – wobei sich Bund und Länder diese Kosten teilen. Im Vergleich zu den Mitteln, die Google (aktueller Börsenwert des Unternehmens: 100 Mrd. Dollar) für sein globales Scan-Projekt zur Verfügung stehen, ist das sicherlich nicht viel. Für die Digitalisierung des Kulturguts möchte die Bundesregierung aber in Zukunft offenbar auch private Geldgeber gewinnen. Auch an anderer Stelle geht man mit der Privatwirtschaft auf Tuchfühlung – die DDB soll nämlich mit „Libreka“ verknüpft werden, der E-Commerce-Plattform des deutschen Buchhandels.

Neue Studie: bis 2014 lesen 32 Mio. US-Amerikaner per E-Reader

Neue Studie_Bis 2014 lesen 30 Millionen US-Amerikaner per E-Reader Bild_Pixelio_goenz.gifMehr als ein Drittel der erwachsenen Lese-Bevölkerung in den USA könnte bis 2014 auf E-Reader umsteigen: das sagt eine aktuelle Studie von Crédit Suisse voraus. Die Zahl der elektronischen Lesegeräte könnte demnach von 1 Million im Jahr 2008 in den nächsten sechs Jahren bis auf 32 Millionen hochschnellen. Allein bis Ende 2009 sollen schon 4 Millionen E-Reader in den USA in Benutzung sein. Die Hälfte davon könnten Amazon Kindles sein…

Bald könnten Amazon mehr drei Millionen Kindles pro Jahr absetzen

Crédit Suisse erwartet nämlich, dass Amazon bis zum Jahresende etwa 1,8 Millionen Geräte auf dem nordamerikanischen Markt absetzen kann. Im darauffolgenden Jahr könnten es knapp unter 3 Millionen Kindles sein, und im Jahr 2014 bereits mehr als acht Millionen. Amazons Erlöse mit dem Kindle würden dann von jetzt 623 Millionen Dollar auf 813 Millionen in 2010 und bis zu 1,8 Milliarden in sechst Jahren steigen.

Amazons Niedrigpreis-Politik hinterlässt Spuren: E-Books machen nur einen Bruchteil der Einnahmen aus

Den geringsten Teil der Einnahmen machen dabei E-Books aus:
da Amazon pro Buch bisher etwa 1 Dollar 50 Verlust macht (die Verlage bekommen mehr als die 9,99 Dollar des Endpreises). Falls sich das ändert, könnten bis 2012 jährliche Gewinne von ca. 30 Millionen Dollar drin sein — wenig im Vergleich zum Gesamtgewinn.
Dämpfende Faktoren für Amazons Einnahmeentwicklung könnten vor allem durch zwei Konkurrenten entstehen: Apple und Google.

Nicht Apple, sondern Google könnte Amazons größter Konkurrent auf dem E-Book-Markt werden

Zu Apple sagt Credit Suisse: „Auch wenn das neue Apple Tablet die Zahl der Kindle-App-Downloads steigern könnte, schätzen wir die Gewinnspanne hier sehr gering ein. Das Apple Tablet wird insofern keinen positiven Effekt für Amazon haben.“ Google dagegen könnte richtig gefährlich für Amazon werden: „Wenn das Google Settlement gelingt (also die gerichtliche Einigung mit den Gegnern der Digitalisierungs-Kampagne), hat Google das Potential zu einem Content-Anbieter im großen Stil, der einen Großteil des weltweiten Bibliothektsbestandes für zahlreiche Lesegeräte verfügbar machen würde, inklusive Smartphones.“

(via twice.com)

Bild: Pixelio/Goenz

Google und die Zeitungskrise: Wird Suchmaschinen-Riese bald zum digitalen Kiosk?

Google und die Gutenberg-Galaxis, nächste Runde. Neben Bibliothekaren und Verlegern hegen auch die Zeitungs-Macher Groll gegen den Suchmaschinen-Riesen. Ermöglicht nicht ein Dienst wie Google-News, dass sich User eine eigene Online-Zeitung zusammenstellen? Manche höhnten schon, bald würde Google die New York Times für einen Dollar aufkaufen. Tatsächlich ist in letzter Zeit einiges in Bewegung geraten. Im E-Book-Geschäft etwa startet der Branchenriese demnächst den Direkt-Verkauf mit einer eigenen Internet-Plattform. Wird Google in Zukunft etwa auch zum digitalen Zeitungskiosk? (mehr …)

Gibt’s bald Google E-Books? Suchmaschinen-Riese fordert Amazon heraus

Der New York Times zufolge will Suchmaschinen-Riese Google in das E-Book-Geschäft einsteigen. Damit soll offenbar eine Marktposition gegenüber Amazon aufgebaut werden. Bisher werden bei Google Books Internet-Surfer auf die Verkaufsplattformen von Verlagen und Buchhändlern weitergeleitet. In Zukunft soll ein Direkt-Verkauf von digitalen Büchern stattfinden: „Google’s program would allow consumers to read books on any device with Internet access, including mobile phones, rather than being limited to dedicated reading devices like the Amazon Kindle“, wird Google-Manager Tom Turvey zitiert. Doch wird man die E-Books etwa nur im Browser lesen können? Und vor allen Dingen: was werden die Google E-Books kosten? (mehr …)

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„Wir bei Google lieben Bücher“, heißt es auf der Startseite der Google Buchsuche. Und die Liebe ist groß: mehr als sieben Millionen Bücher hat das Unternehmen in us-amerikanischen Bibliotheken bisher schon eingescannt, um die Inhalte via Internet zugänglich zu machen. Schließlich hat man sich zum Ziel gesetzt, die „Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen“. Wäre da nur nicht das Copyright: denn nur eine Million Bücher aus dem Scan-Projekt sind „gemeinfrei“, zumeist, weil die Autorinnen oder Autoren schon lange tot sind. Die lebenden Autoren, Verlage und Rechteinhaber fanden die Idee mit Google Books gar nicht so toll: (mehr …)