Trekstor Pyrus 2 LED startet – Glowlight ohne Touch & WiFi, ab 80 Euro

Was wäre die Weihnachtszeit ohne den weihnachtlichen Preisbrecher von TrekStor. Gab es im letzten Jahr einen gummierten 6-Zoll-Tastenreader mit WiFi („Pyrus WiFi“) für 70 Euro, so kommt zum Fest 2013 ein gummiarmierter (O-Ton-Trekstor: „rubberbeschichteter“) Tastenreader mit Glimmerlicht in die Regale, Codename „Pyrus 2 LED“. Für 80 Euro erhält man ab sofort tatsächlich den günstigsten Glowlight-Reader auf dem Markt – inklusive 2 Gigabyte Speicher, SD-Kartenslot, Mikro-USB-Port, und, äh, ja, das war’s eigentlich auch schon. Denn im Low-Cost-Sektor heißt es entweder-oder, in diesem Fall bringt das Christkind zwar Glowlight, aber dafür kein WiFi. Der Nabel zur E-Lesewelt bleibt also das USB-Kabel.

Solides Basisgerät ohne Schnickschnack

Ansonsten unterscheidet sich das Gerät nicht vom puren Pyrus, abgesehen vom halbierten Speicherplatz. Immerhin bekommt man also ein durchaus robustes Basisgerät mit einer einfachen, aber funktionalen Benutzeroberfläche, ohne viel Schnickschnack – 6 Fontgrößen müssen reichen, die Textfunktionen beschränken sich auf das Setzen von Lesezeichen. „Puristisch und schnörkellos konzentriert sich der eBook Reader Pyrus 2 LED auf das Wesentliche“, sagt auch Trekstor selbst. Das Wesentliche ist natürlich das Lesen, und insofern ist es auch gut, dass es eine solche Alternative zu den Geräten mit WiFi und Touchscreen gibt – nur der Preis scheint mir etwas zu hoch angesetzt. Denn für nur 20 Euro mehr bekommt man schon den Tolino, den sehr komfortablen 5-Zoller Kobo Mini (mit Tochscreen& WiFi, aber ohne Glowlight) erhält man mittlerweile sogar schon ab 50 Euro.

TrekStor-Schnäppchen im Weihnachtsgeschäft

Wenn es unbedingt Trekstor sein soll, lohnt es sich vielleicht eher, während der Weihnachtssaison im unabhängigen Buchhandel auf andere Trekstor-Schnäppchen zu lauern. So werden etwa die 4-Zoller Pyrus Mini, bzw. „gebrandet“ Liro Mini derzeit ebenso verramscht wie die alten Trekstor-Tablets Liro Color II (7 Zoll) und Liro Tab (8 Zoll), und zwar deutlich günstiger als 80 Euro. Die Einkaufspreise bei der MVB liegen bei 15,80 Euro (Pyrus Mini), 24,80 Euro (Liro Color II) und 47,80 Euro (Liro Tab). Hatte man bei der Marketingtochter des Börsenvereins bis kurz vor knapp auf den dann doch gescheiterten Beitritt zur Tolino-Allianz spekuliert? Abgesehen vom Ausverkauf ist jedenfalls zur Zeit nichts neues in Sicht, nicht mal ein Liro LED…

IFA-Preview: Sony präsentiert PRS-T3 – ohne Glowlight, mit optionaler Leselampe

Bei E-Readern setzt Sony auch weiterhin auf Klasse statt Masse – da macht das neueste Modell PRS-T3 keine Ausnahme: edles Design, hohe Qualität, aber auch eine gewisse Verweigerungshaltung gegenüber Branchen-Trends. Eins darf man nämlich nicht erwarten, wenn das neue Gadget ab Freitag auf der IFA erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wird: Glowlight. Stattdessen soll optional ein spezielles Cover mit integrierter Leselampe angeboten werden.

„Wir glauben dass die Integration einer seitlichen Beleuchtung in das Display nicht unbedingt hilfreich sein muss und die Nutzererfahrung sogar verschlechtern kann – damit entfernt man sich nämlich von der traditionellen Leseerfahrung auf Papier“, äußerte sich vor kurzem Stephanie Lang von Sony France gegenüber Clubic.com, einem französischsprachigen Techblog. „Ein Cover mit integrierter Leselampe, die man je nach Wunsch ausrichten kann, bietet dagegen weitaus mehr Nutzwert“.

Ganz schön eigenwillig, könnte man meinen – ist doch das Glimmerlicht längst zum Branchenstandard avanciert, von Amazon, Kobo oder Pocketbook bis zu Trekstor setzen alle anderen Anbieter auf die kontraststarke Kombination von Pearl-E-Ink mit LEDs. Aufgrund eigener Verbraucherstudien will Sony aber wissen, dass Glowlight kein zentrales Kaufkriterium für die Mehrheit der Konsumenten darstellt. Allerdings fragt sich in diesem Zusammenhang, wie aktuell dieses Wissen wohl sein mag: 2008 hatte Sony schließlich mit dem PRS-700 schon mal einen Glowlight-ähnlichen Reader auf den Markt geworfen – der jedoch grandios floppte, weil die Display-Qualität insgesamt wenig überzeugend blieb.

Statt weiterer Experimente verbesserte man bei Sony nach dieser Erfahrung lieber andere Aspekte von Soft- und Hardware – manche Ergebnisse dieser Evolution kann man auch beim neuen PRS-T3 beobachten. Das zeigt ein Blick auf die bei Mobileread geleakten Specs: So wurde dem neuesten Modell etwa eine Schnelladefunktion spendiert, die in nur drei Minuten den Akku wiederauflädt (ob tatsächlich zu 100 Prozent, bleibt bisher unklar). Unterstützt wird die Nutzung von Evernote & Facebook, neben vorinstallierten Wörterbüchern gibt’s die Möglichkeit, bei Wikipedia oder Google nachzuschlagen. Via WiFi hat man zudem den direkten Draht zum 2012 gestarteten Sony eBook Store.

Andere Features dagegen klingen eher nach Durchschnitt: 2 GB Speicher, XGA-Auflösung, und beim Touchscreen „nur“ Infrarot-Abtastung – ob das bei einem anvisierten Preis von 139 Euro wirklich viele Käufer motiviert, bleibt dann doch fraglich. Zumal man für das Sony-Cover mit integrierter Leselampe weiteres Geld investieren muss. Aber vielleicht taugt der ab Ende September lieferbare Sony-Reader durch das auffällige Design (lieferbar in weiß, schwarz und rot) ja immerhin als ein Status-Symbol, um sich von der Masse der Kindle-Besitzer abzugrenzen…

IFA-Preview: Kobo präsentiert 6-Zoll-Version des Aura HD

Das wichtigste zuerst: „Kobo bleibt fokussiert auf elektronisches Lesen“. Hehehe, wer hätte auch etwas anderes erwartet? Obwohl: die neu angekündigte Modellpalette hat natürlich einen Hang zum multimedialen – neben einer 6-Zoll-Version des Kobo Aura HD starten die Kanadier mit neuen Versionen des Kobo Arc-Tablets (7 Zoll/10 Zoll) in die Herbst- und Weihnachtssaison 2013. Die Android-Gadgets bieten „uncompromised access“ zum Google Play Store. Die E-Ink-Fraktion darf sich dagegen auf den kleinen Bruder des luxuriösen 7-Zollers Aura HD freuen – die Zahl der Glowlight-Reader der Kindle-Paperwhite-Klasse steigt damit auf ein halbes Dutzend.

150 Euro für 6-Zoll mit Glowlight?

Fragt sich natürlich, warum man für Kobos Beitrag innerhalb dieser Disziplin 150 Euro berappen sollte? Zu diesem Preis wird der neue Reader nämlich in Deutschland ab Mitte September in den Handel gelangen. Immerhin 50 Euro teurer als der von Stiftung Warentest zum Preis/Leistungssieger erklärte Tolino Shine. Ein paar Features könnten aber dafür sprechen, auf Kobo zu setzen: so soll durch „Low Flash Screen Technology“ der Seitenwechsel ohne Flackern und Ghosting-Effeke vonstatten gehen. Außerdem verspricht Kobo das gleichmäßigste Glowlight der gesamten Branche. Wer öfters PDFs auf dem Reader liest, wird zudem jetzt mit Zoom per Zweifinger-Geste beglückt.

Sonstige Specs eher unauffällig

Ansonsten lesen sich die Specs eher unauffällig: mit 174 Gramm fällt der Kobo Aura nicht wirklich aus dem Rahmen, gleiches gilt für eine Display-Auflösung von 1014 x 758 Pixeln bei 16 Graustufen, 4 Gigabyte Speicher oder eine Akkulaufzeit von 2 Monaten plus X. Wie bei Kobo gewohnt bekommt man natürlich zudem eine sehr komfortable, schön gestaltete Benutzeroberfläche, inklusive zahlreicher Social Reading- und Auswertungsfunktionen. Als lieferbare Gehäusefarben stehen schwarz und pink zur Verfügung. Deutschland-Premiere für den Kobo Aura ist auf der IFA in Berlin, die am 6. September startet.

Low-Price trifft Glowlight: Trekstors 6-Zoller Pyrus 2 LED leuchtet ab 80 Euro

Low-Price und Glowlight, geht das zusammen? Trekstor scheint die Antwort zu kennen: auf der kommenden IFA in Berlin präsentiert das Lorscher Unternehmen mit dem Pyrus 2 LED eine Glimmerlicht-Variante des bekannten 6-Zoll-Tastenreaders. Doch nicht nur das Glowlight-Feature ist neu – denn die LEDs beleuchten ein Pearl-E-Ink-Display. Bisher setzte Trekstor bei den Billig-Readern auf den E-Ink-Klon „Digital Ink“, was dem Unternehmen u.a. eine Patentrechtsklage des Marktführers einbrachte. Nun wird also lieber gleich ein komplettes Display-Paket von E-Ink verbaut. Um einen möglichst niedrigen Endverkaufspreis zu garantieren, wird allerdings auf das Touch-Screen verzichtet – nur die Anordnung der Tasten unter dem Display wurde verändert.

Macht Trekstor sich selbst Konkurrenz?

Zum Preis von 80 Euro soll der Pyrus 2 LED ab Oktober erhältlich sein – und bewegt sich damit 20 Euro unterhalb des Tolino Shine, der dafür neben Touch-Screen auch noch WiFi und Cloud-Speicher mitbringt. Und außerdem eine höhere Auflösung – denn Trekstors Pyrus 2 LED bleibt beim klassischen Standard 800×600 Pixel. Beim Speicherplatz wurde sogar abgespeckt – statt 4 Gigabyte sind jetzt nur noch 2 Gigabyte an Bord. Am Ende könnte sich Trekstor mit diesem Angebot sogar selbst Konkurrenz machen: die bisherigen Pyrus-Modelle mit 6-Zoll-Display rangieren zumindest derzeit noch zwischen 60 und 70 Euro, während der 4-Zoller Pyrus Mini bereits bei 30 Euro angekommen ist. Oberhalb der 100-Euro-Schwelle bewegt sich noch der 8-Zoller Pyrus Maxi – und im Weihnachtsgeschäft dann auch Trekstors neue Tablet-Modellpalette „xiron“, die ebenfalls auf der IFA vorgestellt werden soll.

Schwarz wie Ebenholz, weiß wie Papier: Amazons Kindle Paperwhite im Test

Das große Glimmern hat begonnen – seit kurzem wird Amazons Kindle Paperwhite in Deutschland ausgeliefert. Der erste Kindle-Reader mit Glowlight-Funktion und XGA-Auflösung sorgt für erstklassigen Lesekomfort, egal ob bei Sonnenlicht oder unter der Bettdecke. Dank spezieller LED-Technik geht das Glimmern dabei nicht auf Kosten der Akkulaufzeit. Erstmals bietet das Kindle dank der besseren Display-Qualität nun auch individuelle Fonts wie Baskerville oder Palatino. Zu den weiteren Features gehört die „Time to Read“-Funktion. Ein smarter Algorithmus schätzt, wie lange man noch bis zum Ende eines Kapitels oder des gesamten E-Books braucht. Die aktuelle Firmware sorgt für schnelle Seitenwechsel und rasanten Zooms auf dem Touch-Screen. Fazit: Für 129 Euro bekommt man das beste Kindle, das es je gab. Alles weitere im folgenden Testbericht…

Verbesserte Touch-funktion

Bereits das Kindle Touch setzte auf radikale Vereinfachung – fiel jedoch etwas klobiger aus als die klassischen Tasten-Kindles. Mit dem Kindle Paperwhite geht Amazon noch einmal einen Schritt weiter: Bedient wird das Kindle Paperwhite komplett via Touch-Screen, sogar der Home-Button fällt weg. Außer dem Einschaltknopf und einem Mikro-USB-Port an der Unterseite ist von außen nicht viel zu entdecken, externe Lautsprecher und Kopfhörerbuchse gib es nicht mehr – denn die Audiofunktionen wurden eingespart. Das schlichte, schwarze Gehäuse ist auf der Rückseite gummiert, um besser in der Hand zu liegen, und macht insgesamt einen etwas eleganteren Eindruck als das Vorgängermodell. Verbessert wurde die Touch-Funktion: die kapazitive Methode funktioniert nicht nur genauer als die bisherige Infrarot-Technik, auch die Display-Einfassung konnte dadurch flacher als beim Vorgängermodell gestaltet werden. Vom Gewicht her liegen Kindle Touch und Kindle Paperwhite immer noch gleichauf.

So funktioniert das Glowlight-Display

Der besondere Clou des Kindle Paperwhite ist natürlich die Qualität des neuen Displays. Beeindruckend klingt bereits die Auflösung: 1024×768 Pixel ergeben bei 6 Zoll Bildschirm-Diagonale satte 212 dpi, und somit 62 Prozent mehr Pixel als beim bisherigen Kindle-Display (800×600 Pixel). Beim Kontrast liegt das neue Kindle 25 Prozent über dem Vorgängermodell – die Buchstaben erscheinen dunkler, der Hintergrund heller. Das liegt natürlich an der Glowlight-Funktion: Aus drei Schichten besteht der Aufbau des Displays: erst kommt das neue E-Ink-Display, dann die Touch-Screen-Folie, und anschließend eine patentierte LED-Lichtführungs-Schicht. Ähnlich wie in einem Glasfiberkabel wird das Licht horizontal durch diese Schicht geleitet und durch spezielle Strukturen abgelenkt. Anders als bei einem hintergrundbeleuchteten LED-Display entsteht somit ein charakteristischen indirektes Glimmern.

Paperwhite – tatsächlich (fast) so weiß wie Papier

Beim Einschalten wird die Glowlight-Funktion automatisch aktiviert – die Leuchtstärke lässt sich über das Glühbirnen-Icon im Hauptmenü regulieren. Bereits bei ersten Versuchen hatte Amazon festgestellt, dass Paperwhite-Nutzer gar nicht mehr ohne Glowlight lesen wollten. Das bestätigte sich bei unserem Test, denn auch bei direkter Beleuchtung (Tageslicht/künstliches Licht) ist das Schriftbild mit eingeschaltetem Glimmerlicht deutlich angenehmer zu lesen. Von einem Glimmern sollte man in diesem Fall aber gar nicht unbedingt sprechen. Bei mittlerer Leuchtstärke kommt das Display nämlich dem Kontrast wie auch der Farbe einer normalen Druckseite verblüffend nahe. Erst bei voller Glowlight-Power, bzw. in abgedunkelten Räumen gibt’s echtes „Glowlight“-Feeling, was auch am bläulichen Schimmer des LED-Lichts liegt. Selbst bei ständig eingeschaltetem Glimmerlicht hält das neue Kindle laut Amazon bis zu 8 Wochen lang durch – tatsächlich war nach knapp 1000 Seitenwechseln und mehreren Tagen Betrieb die Akkuanzeige noch fast bei 100 Prozent.

Am angenehmsten liest es sich mit „Caecilia“

Wie beim Kindle Touch lässt sich die Leseansicht komfortabel auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Neben acht Zoomstufen stehen sechs Schriftarten (statt bisher drei) sowie drei verschiedene Zeilenabstände bzw. Zeilenbreiten zur Verfügung. Trotz aller Auswahl: Am angenehmsten liest es sich immer noch mit „Caecilia“, dem speziell für das Kindle designten Standard-Font. Der Schriftgrößen-Zoom funktioniert am einfachsten mit einer Zweifinger-Geste, wie man es vom Smartphone oder Tablet her gewohnt ist. Da alle analogen Buttons verschwunden sind, muss man für die übrigen Textfunktionen zunächst mit einem Fingertipp auf die Kopfzeile das Menü einblenden, um dann links unten die Schaltfläche „Aa“ zu aktivieren. Bei manchen Titeln wird zudem die Funktion „X-Ray“ angeboten. Das X-Ray-Menü bietet eine grafische Darstellung der Häufigkeit bestimmter Namen und Begriffe, und führt per Fingertipp zu einer kompletten Liste der jeweiligen Fundstellen im Text. Wer sich an „Ghosting-Effekten“ auf dem Display stört, kann übrigens unter Einstellungen/Seite aktualisieren den Screen-Refresh bei jedem Umblättern aktualisieren.

Textfunktionen & Social-Reading

Besonders bequem funktionieren auf dem Kindle Paperwhite die erweiterten Textfunktionen wie etwa das Markieren einzelner Passagen. Hat man mit dem Finger einen Abschnitt markiert, wird eine Menüauswahl eingeblendet – wahlweise kann man den Text über soziale Netzwerke weiterempfehlen, mit der virtuellen Tastatur eine Notiz hinzufügen oder den Text übersetzen lassen. Einzelne Worte lassen sich per Fingertipp im vorinstallierten Dictionary nachschlagen. Zu den Social-Reading-Features gehört neben den „beliebten Markierungen“, also der Anzeige besonders häufig von Kindle-Nutzern markierter Textstellen auch das Hervorheben von Textstellen bzw. das Anzeigen von Notizen derjenigen Kindle-Anwender, denen man auf kindle.amazon.com folgt. Wer möchte, kann zudem sämtliche Anmerkungen, die zuletzt gelesene Seite wie auch thematische E-Book-Sammlungen auf dem Amazon-Server sichern.

Fazit: Das beste Kindle, das es je gab

Insgesamt bekommt man für 129 Euro im Vergleich zum Vorgängermodell einen echten Mehrwert – denn die Lesequalität hat sich durch höhere Auflösung und Glowlight-Feature noch einmal deutlich verbessert. Als Lesegerät ist das Paperwhite mit Abstand das beste Kindle, das es je gab. Die weggefallenen Audio-Funktionen lassen sich da leicht verschmerzen – zumal Amazon ja mit dem Kindle Fire eine perfekte Multimedia-Plattform anbietet. Trotzdem wird die Entscheidung nicht ganz so leicht fallen: Beim E-Ink-Kontrast und der Reaktionsgeschwindigkeit des berührungsempfindlichen Displays liegt das Kindle Paperwhite schließlich gleichauf mit Kobo Glo und Cybook Odyssey, die nicht ganz zufällig auch zum selben Preis angeboten werden. Wer sich bisher schon dem Amazon-Universum verschrieben hat, kann jedoch mit dem Kindle Paperwhite nichts falsch machen.

Kindle Paperwhite


Display

6 Zoll Touch-Screen E-Ink Display,
1024×768 Pixel (16 Graustufen)

Gewicht

212 Gramm

Schnittstellen

Mikro-USB, WLAN, 3G (optional)

Speicher

2 GB intern

E-Book-Formate

Kindle/mobi, PDF, etc. (kein epub)

Zus. Features

Glowlight-Funktion, Time-to-Read

Preis

129 Euro (WiFi-Version)
189 Euro (Wifi + 3G)

Autor&Copyright: Ansgar Warner

Schnelles E-Ink mit Glamour-Faktor: Cybook HD Frontlight im Test

Thalia stellt sich im E-Reader Geschäft neu auf – und setzt auf das Cybook von Bookeen. Bereits die im Sommer 2012 vorgestellte Version („Cybook Odyssey“) überzeugte mit High-Speed-E-Ink und reaktionsschnellem Touch-Screen. Zum Weihnachtsgeschäft startet nun ein Nachfolgermodell mit nochmals verbesserter Performance: das Cybook HD Frontlight bietet nicht nur XGA-Auflösung (758x1024 Pixel), sondern eine Glowlight-Funktion – das sorgt für hervorragenden Kontrast und perfekte Lesbarkeit bei allen Lichtverhältnissen. Thalias hauseigener eBook-Store ist bereits auf dem Gerät vorinstalliert, komfortablem E-Book-Shoppen via WLAN steht also nichts mehr im Weg. Der glamouröse 6-Zoller eignet sich aber nicht nur zur E-Book-Lektüre, sondern dank integriertem Browser auch zum einigermaßen ruckelfreien Internet-Surfen. Fazit: Für 129 Euro erhält man ein High-End-Gerät, das mit Kindle Paperwhite und Kobo Glo in einer Liga spielt. [Update April 2013: Leider hat Thalia den HD Frontlight zugunsten des Tolino ausgelistet, bei Bookeen u.a. kann man ihn aber noch bestellen]

Spaciges Design, nützliche Extras

Auf der Suche nach einer Alternative zum Sony-Reader ist Thalia jenseits des Rheins fündig geworden: bei Bookeen. Im E-Lese-Sektor können die Franzosen schon als Traditionsunternehmen gelten, immerhin brachen sie bereits im Jahr 2001 das erste „Cybook“ auf den Markt. Auch mit dem neuesten Cyber-Buch setzt Bookeen wieder Maßstäbe – angefangen beim „spacigen“ Design, das irgendwie an Star-Trek-Gadgets erinnert. Mit nur einem einzigen Menübutton unter dem Display macht das Cybook HD Frontlight zugleich natürlich stilistische Anleihen beim Minimalismus des iPad. Ungewöhnlich für einen Touch-Screen-Reader, aber durchaus nützlich sind zudem die seitlich des Displays angebrachten Umblättertasten. Die Rückseite aus gebürstetem Aluminium lässt das 180 Gramm schwere Cybook gut in der Hand liegen.

Glimmerlicht: Wenn die elektronische Tinte leuchtet

Drückt man nach dem Einschalten ein paar Sekunden auf die Menütaste, wird automatisch das Glimmerlicht eingeschaltet – und zugleich das passende Menü eingeblendet, um die Helligkeit zu regulieren. Erneutes Drücken der Menütaste schaltet das Glimmerlicht wieder aus. Der Effekt ist frappierend: Schon bei normalem Tageslicht und geringer Leuchtstufe erscheint der Hintergrund mit Glimmerlicht deutlich heller, der Kontrast lässt sich von bedrucktem Papier kaum noch unterscheiden. Die Buchstaben selbst sind jedoch nicht ganz so schwarz, wie man es etwa vom Kindle-Reader gewohnt ist. Das Funktionsprinzip des Glowlight-Features lässt sich erahnen, wenn man im schrägen Winkel auf den Displayrand schaut – dann sieht man nämlich eine Reihe von LEDs, die mit ihrem seitlich eingestrahlten Licht das indirekte Glimmern des Displays erzeugen. Liest man in abgedunkelten Räumen, hat das Leuchten einen ins blau-graue gehenden Farbton.

High-Speed-E-Ink sorgt für rasanten Zoom

Im alltäglichen Gebrauch macht sich neben dem Glowlight und der deutlich verbesserten Pixeldichte auch die HSIS-Technologie angenehm bemerkbar. Man kann sich per Fingerwisch durch Menüs bewegen, mit der vom iPad gewohnten Zweifingergeste in den Text hineinzoomen oder herauszoomen (20 Zoomstufen), und auch das Umblättern funktioniert mit dem Finger. Das Aufrufen eines Titels aus der Bibliothek wurde durch eine kleine Animation aufgepeppt: das Coverbild scheint auf den Betrachter hinzuzuschnellen. Besonders beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der man sich im integrierten Browser durch Webseiten scrollt – hier bietet das Cybook HD Frontlight tatsächlich Tablet-Feeling. Die im Vergleich zum Vorgängermodell weggefallene Audio-Funktion lässt sich angesichts des gestiegenen Lesekomforts leicht verschmerzen.

Komfortable Leseansicht

Die Leseansicht ist angenehm puristisch gehalten, neben der Titeleinblendung im Seitenkopf wird am unteren Ende die Seitenzahl eingeblendet (beide Anzeigen lassen sich übrigens auch deaktivieren). Ruft man das Hauptmenü auf, werden die Optionen nur in der unteren Hälfte der Leseansicht eingeblendet. Sobald man eine Einstellung ändert – etwa Schrifttype oder Ausrichtung — , kann man das Ergebnis in der oberen Hälfte gleich mitverfolgen. Ähnlich wie beim Kindle lässt sich die Anzeige des E-Books weitgehend nach individuellen Wünschen einstellen. Sogar Silbentrennung und Ligaturen kann man ein- und ausschalten. Sieben Schrifttypen mit oder ohne Serifen stehen zur Auswahl. Bei kleiner Fontgröße kann das Cybook HD Frontlight jedoch in punkto Lesbarkeit jedoch nicht mit Amazons speziellen Schrifttypen mithalten.

Drahtloses Shoppen in Thalias E-Store

Ein weiterer Vorteil des Cybook HD Frontlight ist natürlich der integrierte E-Store, der Oyo-Nutzern vom Look&Feel her bereits vertraut sein dürfte. Thalia zufolge sind mehre hunderttausende E-Books verfügbar, das Angebot kann sich also durchaus sehen lassen. Genauso aber auch der E-Store selbst: Kleine Coverbildchen und die Aufteilung des Screens in wenige Schaltflächen schaffen Übersichtlichkeit, die Ansicht einzelner Titel bietet gute Beschreibungen und in vielen Fällen auch kurze Leser- und Buchhändlerrezensionen. Wer auf der Suche nach Sonderangeboten ist, kann direkt vom Startmenü des E-Stores aus auf Schnäppchensuche gehen.

Fazit: High-End-Lesegerät zum günstigen Preis

Der neue Standard bei E-Ink-Readern lautet eindeutig: XGA-Auflösung, schnelles Touch-Screen und Glowlight. Mit dem Cybook HD Frontlight spielt Thalia in dieser Liga ganz vorne mit. Bookeens neuester Streich zeigt, wo es mit E-Ink langgeht – ein kombiniertes Lese- und Surftablet mit elektronischem Papier, optimalem Kontrast bei allen Lichtverhältnissen, aber maximaler Reaktionsgeschwindigkeit des Touch-Screens scheint mittlerweile in greifbarer Nähe zu liegen. Wie man am Cybook sehen kann, muss dabei die Kombination von hoher Auflösung, Touch-Screen und Glimmerlicht auch nicht auf Kosten der Akkuleistung gehen. Für 129 Euro bekommt man in der Thalia-Filiale um die Ecke oder online bei Thalia.de ein High-End-Lesegerät, das gerade Viellesern einen echten Mehrwert bietet.

Bookeen Cybook HD Frontlight (Thalia.de)


Display

6 Zoll Pearl E-Ink Display,
758x1024 Pixel (16 Graustufen),
Multi-Touch, High Speed Ink System (HSIS), Glowlight

Gewicht

180 Gramm

Schnittstellen

WLAN, Mikro-USB, SD-Kartenslot

Speicher

2 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF, txt etc.

Zus. Features

Thalia E-Store, Glowlight

Preis

149 Euro (Bookeen)

Abb.: E-Book-News

„GlowLight“ verhütet „Sleepus interruptus“: Nook Simple Touch jetzt mit integrierter LED-Leselampe

„Toll im Bett und toll am Strand“ („Amazing in bed and at the beach“): wer hätte gedacht, das man so einen E-Reader bewerben kann!? Beim neuen Nook Simple Touch trifft dieser Claim aber voll ins Schwarze. Denn als erster Anbieter bringt Barnes&Noble dank „GlowLight“ das E-Ink-Display zum Leuchten, und hilft damit laut Pressemitteilung gegen „Sleepus interruptus“. Das wurde wohl auch mal Zeit. Einer B&N-Studie zufolge fühlen sich nämlich viele Partner um den Schlaf gebracht, wenn neben ihnen im Bett bei voller Beleuchtung gelesen wird. „GlowLight“ ist dagegen viel subtiler: An der Oberkante des Displays sind acht kleine LED-Lampen integriert, die abwärts auf das Touch-Screen des Readers leuchten. Das matte Flimmern soll zum Lesen im Dunkeln vollkommen ausreichen, und lässt sich nicht nur ein- und ausschalten, sondern auch je nach Bedarf dimmen. Für die Glühwürmchen-Option müssen Nook-Leser allerdings ein paar Dollar drauflegen – die neue Version des Simple Touch kostet 139 Dollar (zuvor: 99 Dollar).

Akku hält trotz GlowLight einen Monat lang durch

Das „GlowLight“-Feature wetzt eine wichtige Scharte im Vergleich zu den hintergrundbeleuchteten Touch-Screens von Tablets und Smartphones aus – denn bisher brauchte man zur E-Ink-Lektüre bekanntlich eine externe Lichtquelle, genau wie bei echtem Papier. Die Zubehörindustrie hatte dieses Problem natürlich längst erkannt und zahlreiche Leselampen auf den Markt gebracht, die sich am Gehäuse andocken ließen. Die verkürzten allerdings die Laufzeit des Reader-Akkus, oder brauchten eine zusätzliche Stromversorgung. Der Nook Simple Touch dagegen soll auch mit eingeschaltetem GlowLight einen Monat lang durchhalten (bei einer täglichen Lesedauer von 30 Minuten), ohne Leselicht sogar zwei Monate. Damit dürfte das Gerät nun tatsächlich nicht nur am Strand bei gleißendem Sonnenlicht, sondern auch unter der Bettdecke die Nase vor haben.

Amazon plant ebenfalls ein glamouröses Kindle-Touch

Von der sonstigen Ausstattung her unterscheidet sich der Nook Simple Touch mit GlowLight kaum von der Vorgängerversion, abgesehen von einer Gewichtsreduktion um knapp zehn Prozent, das Gerät wiegt jetzt knapp unter 200 Gramm. Bildschirmauflösung (600×800 Pixel), Graustufen (16) und auch Speicher (2 Gigabyte) bleiben unverändert. Preislich liegt der GlowLight-Reader mit 139 Dollar wohl nicht ganz zufällig gleichauf mit Amazons Kindle Touch. Insofern könnte das neue Feature im direkten Wettbewerb einige Vorteile verschaffen, zumindest vorläufig. Denn Amazon bereitet Gerüchten zufolge für den Sommer 2012 den Launch eines neuen Kindle-Readers mit vergleichbar glamourösem E-Ink-Display vor.

Abb.: Barnes&Noble